AN/1004/2017
Klima und Lebensqualität in unseren Veedeln verbessern – Offensive für Dach- und Fassadenbegrünung
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SPD Antrag nach § 3
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An die Vorsitzende des Rates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Historisches Rathaus SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 29.06.2017 AN/1004/2017 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 11.07.2017 Klima und Lebensqualität in unseren Veedeln verbessern – Offensive für Dach- und Fassadenbegrünung Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Rates am 11.07.2017 aufzunehmen: Präambel: Der Trend zum Leben in der Stadt ist ungebrochen. Immer mehr Menschen zieht es in die urbanen Quartiere. Dies bringt die Notwendigkeit weiterer baulicher Verdichtung zur Schaffung von Wohnraum mit sich. Auch der motorisierte Indivi- dualverkehr mit den entsprechenden negativen Auswirkungen bei CO₂- Emissionen und Feinstaubbelastung wird vor diesem Hintergrund nicht kurzfristig abnehmen. Im Sommer ist es deutlich spürbar: So schön diese Jahreszeit in der Stadt auch sein kann, flirrende Hitze in den Straßen und fehlende Abkühlung in der Nacht machen Anwohnerinnen und Anwohnern zu schaffen und stellen eine gesundheit- liche Belastung dar. Insbesondere gilt dies auch für Negativrekorde bei der Feinstaubbelastung, die in den betreffenden Hot-Spots gerade an heißen Tagen leider immer wieder zu verzeichnen sind. Die konsequente Erhaltung und Schaffung einer urbanen grünen Infrastruktur gewinnt daher – neben weiteren wichtigen Handlungsansätzen zur Anpassung an den Klimawandel - weiter an Bedeutung und muss wesentlicher Bestandteil nachhaltiger ökologischer und gesundheitsfördernder Stadtentwicklung sein. Da- bei muss die gesamte Bandbreite der verschiedenen Elemente grüner Infrastruk- tur in den Blick genommen und bestehende Potenziale für mehr Grün in der Stadt gehoben werden. Hier besteht bei Dach- und Fassadenflächen ein Hand- - 2 - lungsfeld mit bislang nicht ausgeschöpften Möglichkeiten zur Verbesserung von Klima und Lebensqualität in unserer Stadt. Beschluss: Der Rat beauftragt die Verwaltung bis Ende 2017 darzustellen, wie der Bau von mehr begrünten Dächern bei Neubauten wie auch auf geeigneten Bestandsgebäuden und die Begrünung von Fassaden forciert werden können. Zur Entwicklung einer tragfähigen und wirkungsvollen Strategie sollen StEB, GAG, weitere Wohnungsbaugenossenschaften sowie auch mit Blick auf gewerblich genutzte Gebäude die IHK und HWK eingebunden werden. Dabei sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen: a) Als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen und Instrumente sowie insbesondere zur späteren Evaluation sind möglichst auf der Grundlage bestehender Daten und anhand pragmatischer Methoden Aussagen zum Status Quo der begrünten Dachflächen im Stadtgebiet zu treffen. Eine Potenzialanalyse soll einen Anhaltspunkt liefern für die Festlegung konkreter Zielvorgaben, die mit einer Offensive für Dachbegrünung in den kommenden fünf Jahren erreicht werden können. b) Die Möglichkeiten einer kommunalen Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung sollen geprüft werden. Über bereits bestehende Möglichkeiten, direkte Zuschüsse für Begrünungsmaßnahmen zu erhalten und reduzierte Niederschlagswassergebühren zu beantragen, sollen Bauherren und Hausbesitzer umfassend informiert und beraten werden. c) Die Möglichkeiten, über eine aktive Stadtentwicklung Dach- und Fassadenbegrünung in Köln zu forcieren, sollen voll ausgeschöpft werden. Diese reichen von Festsetzungen in Bebauungsplänen - auch als ökologische Ausgleichsmaßnahmen - über den Erlass von Gestaltungs- satzungen bis hin zur Vergabe städtischer Grundstücke nach Konzeptqualität. Diese dient in erster Linie der Umsetzung einer sozialen Wohnungspolitik und soll dabei auch Konzepte für Dach- und Fassaden- begrünung unter dem Wertungskriterium „Begrünung“ berücksichtigen. d) Bei Neubau und Sanierung städtischer Gebäude soll die Stadt Köln eine Vorbildfunktion wahrnehmen. e) Es sind Möglichkeiten darzustellen, mit Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und geeigneten Beteiligungsformaten Aufmerksamkeit für die Themen "Dachbegrünung" und „Fassadenbegrünung“ zu schaffen und diese zu bewerben. Begründung: - 3 - Als wesentliche positive Effekte einer Begrünung von Dächern und Fassaden für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität sind nachweisbar: - Luftkühlung und –befeuchtung - Sauerstoffproduktion und CO₂-Bindung - Bindung von Staub- und Schadstoffen (z.B. Feinstaub) - Rückhaltung von Regenwasser (z.B. bei Starkregen Abflussverzögerung) - Erhöhung der Artenvielfalt - Lärmminderung - Aufwertung des Stadtbildes - Gewinnung attraktiver nutzbarer Freiflächen (Dachbegrünung) - Verbesserung der Energiebilanz von Gebäuden. Diese Effekte kommen in hohem Maße insbesondere Bewohnerinnen und Bewoh- nern in dicht besiedelten Stadtteilen zugute und können einen wichtigen Beitrag auch zu einer sozial gerechten Stadtentwicklung leisten. Eine Steigerung an begrünten Dach- und Fassadenflächen kann nur gelingen, wenn möglichst viele Bauherren von Sinnhaftigkeit und Nutzen überzeugt wer- den. Neben der Schaffung von finanziellen Anreizen bzw. der Information über bestehende Fördermöglichkeiten sind daher Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung wesentliche Erfolgsfaktoren. Erfolgreiche Strategien anderer Städte, z.B. Hamburg, München oder Düsseldorf können als Vorbilder herangezogen und dortige Erfahrungen einbezogen werden. So folgt Hamburg mit seiner Gründachstrategie dem Leitbild, mindestens 70 % der Neubauten mit Flachdach oder flachgeneigten Dächern und geeigneten Flachdachsanierungen zu begrünen, davon sollen 20 % für Bewohner und Be- schäftigte nutzbar sein. Eine vergleichbare Größenordnung ist auch für Köln vorstellbar und bei entspre- chender Förderung durch die Stadt auch erreichbar. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
SPD Antrag nach § 3 (1)
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An die Vorsitzende des Rates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Historisches Rathaus SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 29.06.2017 AN/1004/2017 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 11.07.2017 Klima und Lebensqualität in unseren Veedeln verbessern – Offensive für Dach- und Fassadenbegrünung Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Rates am 11.07.2017 aufzunehmen: Präambel: Der Trend zum Leben in der Stadt ist ungebrochen. Immer mehr Menschen zieht es in die urbanen Quartiere. Dies bringt die Notwendigkeit weiterer baulicher Verdichtung zur Schaffung von Wohnraum mit sich. Auch der motorisierte Indivi- dualverkehr mit den entsprechenden negativen Auswirkungen bei CO₂- Emissionen und Feinstaubbelastung wird vor diesem Hintergrund nicht kurzfristig abnehmen. Im Sommer ist es deutlich spürbar: So schön diese Jahreszeit in der Stadt auch sein kann, flirrende Hitze in den Straßen und fehlende Abkühlung in der Nacht machen Anwohnerinnen und Anwohnern zu schaffen und stellen eine gesundheit- liche Belastung dar. Insbesondere gilt dies auch für Negativrekorde bei der Feinstaubbelastung, die in den betreffenden Hot-Spots gerade an heißen Tagen leider immer wieder zu verzeichnen sind. Die konsequente Erhaltung und Schaffung einer urbanen grünen Infrastruktur gewinnt daher – neben weiteren wichtigen Handlungsansätzen zur Anpassung an den Klimawandel - weiter an Bedeutung und muss wesentlicher Bestandteil nachhaltiger ökologischer und gesundheitsfördernder Stadtentwicklung sein. Da- bei muss die gesamte Bandbreite der verschiedenen Elemente grüner Infrastruk- tur in den Blick genommen und bestehende Potenziale für mehr Grün in der Stadt gehoben werden. Hier besteht bei Dach- und Fassadenflächen ein Hand- - 2 - lungsfeld mit bislang nicht ausgeschöpften Möglichkeiten zur Verbesserung von Klima und Lebensqualität in unserer Stadt. Beschluss: Der Rat beauftragt die Verwaltung bis Ende 2017 darzustellen, wie der Bau von mehr begrünten Dächern bei Neubauten wie auch auf geeigneten Bestandsgebäuden und die Begrünung von Fassaden forciert werden können. Zur Entwicklung einer tragfähigen und wirkungsvollen Strategie sollen StEB, GAG, weitere Wohnungsbaugenossenschaften sowie auch mit Blick auf gewerblich genutzte Gebäude die IHK und HWK eingebunden werden. Dabei sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen: a) Als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen und Instrumente sowie insbesondere zur späteren Evaluation sind möglichst auf der Grundlage bestehender Daten und anhand pragmatischer Methoden Aussagen zum Status Quo der begrünten Dachflächen im Stadtgebiet zu treffen. Eine Potenzialanalyse soll einen Anhaltspunkt liefern für die Festlegung konkreter Zielvorgaben, die mit einer Offensive für Dachbegrünung in den kommenden fünf Jahren erreicht werden können. b) Die Möglichkeiten einer kommunalen Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung sollen geprüft werden. Über bereits bestehende Möglichkeiten, direkte Zuschüsse für Begrünungsmaßnahmen zu erhalten und reduzierte Niederschlagswassergebühren zu beantragen, sollen Bauherren und Hausbesitzer umfassend informiert und beraten werden. c) Die Möglichkeiten, über eine aktive Stadtentwicklung Dach- und Fassadenbegrünung in Köln zu forcieren, sollen voll ausgeschöpft werden. Diese reichen von Festsetzungen in Bebauungsplänen - auch als ökologische Ausgleichsmaßnahmen - über den Erlass von Gestaltungs- satzungen bis hin zur Vergabe städtischer Grundstücke nach Konzeptqualität. Diese dient in erster Linie der Umsetzung einer sozialen Wohnungspolitik und soll dabei auch Konzepte für Dach- und Fassaden- begrünung unter dem Wertungskriterium „Begrünung“ berücksichtigen. d) Bei Neubau und Sanierung städtischer Gebäude soll die Stadt Köln eine Vorbildfunktion wahrnehmen. e) Es sind Möglichkeiten darzustellen, mit Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und geeigneten Beteiligungsformaten Aufmerksamkeit für die Themen "Dachbegrünung" und „Fassadenbegrünung“ zu schaffen und diese zu bewerben. Begründung: - 3 - Als wesentliche positive Effekte einer Begrünung von Dächern und Fassaden für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität sind nachweisbar: - Luftkühlung und –befeuchtung - Sauerstoffproduktion und CO₂-Bindung - Bindung von Staub- und Schadstoffen (z.B. Feinstaub) - Rückhaltung von Regenwasser (z.B. bei Starkregen Abflussverzögerung) - Erhöhung der Artenvielfalt - Lärmminderung - Aufwertung des Stadtbildes - Gewinnung attraktiver nutzbarer Freiflächen (Dachbegrünung) - Verbesserung der Energiebilanz von Gebäuden. Diese Effekte kommen in hohem Maße insbesondere Bewohnerinnen und Bewoh- nern in dicht besiedelten Stadtteilen zugute und können einen wichtigen Beitrag auch zu einer sozial gerechten Stadtentwicklung leisten. Eine Steigerung an begrünten Dach- und Fassadenflächen kann nur gelingen, wenn möglichst viele Bauherren von Sinnhaftigkeit und Nutzen überzeugt wer- den. Neben der Schaffung von finanziellen Anreizen bzw. der Information über bestehende Fördermöglichkeiten sind daher Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung wesentliche Erfolgsfaktoren. Erfolgreiche Strategien anderer Städte, z.B. Hamburg, München oder Düsseldorf können als Vorbilder herangezogen und dortige Erfahrungen einbezogen werden. So folgt Hamburg mit seiner Gründachstrategie dem Leitbild, mindestens 70 % der Neubauten mit Flachdach oder flachgeneigten Dächern und geeigneten Flachdachsanierungen zu begrünen, davon sollen 20 % für Bewohner und Be- schäftigte nutzbar sein. Eine vergleichbare Größenordnung ist auch für Köln vorstellbar und bei entspre- chender Förderung durch die Stadt auch erreichbar. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/1004/2017
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 14.07.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27