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2008/0098

Vertrag zwischen dem Deutschen Kinderschutzbund, Bezirksverband Darmstadt e. V. und der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Magistratsvorlage 13.03.2008

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N	B-:¦¦,5”b°|qDyȺº&	j|4°Leistungsvereinbarung
- Anlage zum Zuwendungsvertrag -


zwischen


der Wissenschaftsstadt Darmstadt
vertreten durch den Magistrat


und


dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB)
Bezirksverband Darmstadt e.V.
Grafenstraße 31
64283 Darmstadt, vertreten durch den Vorstand



Präambel/Grundsätze/Leitlinien
Der DKSB Bezirksverband Darmstadt setzt sich ein für 
die Verwirklichung der im Grundgesetz verankerten Rechte für Kinder und Jugendliche
die Verwirklichung einer kinderfreundlichen Gesellschaft
die Förderung und Erhaltung einer kindgerechten Umwelt
die Förderung der geistigen, psychischen, sozialen und körperlichen Entwicklung der Kinder
den Schutz der Kinder vor Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt jeder Art
soziale Gerechtigkeit für alle Kinder
die Beteiligung von Kindern bei allen Entscheidungen, Planungen und Maßnahmen, die sie betreffen, gemäß ihrem Entwicklungsstand
die Umsetzung des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes
kinderfreundliches Handeln der einzelnen Menschen und aller gesellschaftlichen Gruppen

Zur Umsetzung dieser Grundsätze bietet der DKSB Bezirksverband Darmstadt zahlreiche ehrenamtliche und hauptamtliche Projekte an. Inhalt dieses Vertrages ist die Finanzierung eines Teilbereiches des hauptamtlichen Angebotes. 

Der Verein gewährleistet, dass die zu finanzierenden Angebote ergänzt werden, durch ehrenamtliche Projekte, die dazu dienen, Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen zu entlasten und zu unterstützen. Darüber hinaus gibt es gewaltpräventive, motorische und sinnesspezifische Angebote.
Die Beratungsstelle des Deutsche Kinderschutzbund BV Darmstadt, ist eine ambulante Einrichtung im Bereich der Jugendhilfe, deren Fachpersonal beratende und therapeutische Hilfe leistet.

1. Ziele – Leitlinien – Zielgruppe

Ziele
Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern
Vermittlung von Methoden und Möglichkeiten eines gewaltfreien Miteinanders
Unterstützung bei der Wahrnehmung und Berücksichtigung der Bedürfnisse der Mädchen und Jungen
Informationen und Hinweise für Eltern zum Schutz von Mädchen und Jungen vor Gewalt außerhalb der Familie
Sicherstellung des Schutzes des Kindes/Jugendlichen, d.h. die Beendigung der akuten Gewaltsituation, die Vermeidung weiterer Gewalthandlungen und die Verarbeitung der Gewalterfahrungen
Unterstützung von Mädchen und Jungen bei der Verarbeitung von Gewalterfahrungen

Prinzipien / Leitlinien der Arbeit
Das Interesse der Hilfesuchenden steht im Mittelpunkt. Handlungsleitend ist das Prinzip ‘im besten Interesse des Kindes’.
Prinzip ‘Hilfe zur Selbsthilfe’
Die Beratungen zielen darauf ab, Kinder und Eltern zu ermutigen, ihr Leben und ihre Lebensumwelt aktiv zu gestalten. Sie beziehen sich auf Ressourcen, nicht auf Defizite. Sie strafen nicht, entmündigen nicht und fördern keine Abhängigkeit. Hierin sind ältere Formulierungen mit angesprochen: ‘Hilfe statt Strafe’ bzw. ‘Verstehen statt Verurteilen’ und ‘Hilfe statt Gewalt’.
Die Inanspruchnahme der Angebote ist freiwillig.
Der Wunsch aller Hilfesuchenden nach Anonymität wird respektiert und Vertrauensschutz geboten. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen findet nur in Absprache mit den Hilfesuchenden statt.
Alle Mitarbeiter/-innen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Vernetzung und Kooperation mit anderen Institutionen aus dem sozialen, pädagogischen, gesundheitlichen und psychologischen Bereich.

Zielgruppe
Das niedrigschwellige Beratungsangebot steht allen Kindern, Jugendlichen und Eltern offen sowie allen Personen, die mit Kindern leben, arbeiten oder sich für Kinder verantwortlich fühlen. Die Beratung erfolgt unabhängig von den politischen, religiösen und weltanschaulichen Auffassungen der Klienten.


2. Inhalt und Umfang 

2.1. Beratung bei körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt sowie Vernachlässigung an Kindern / Jugendlichen

Definitionen:
a) Kindesmisshandlung (körperliche Gewalt)
„Kindesmisshandlung ist eine nicht zufällige (bewusste oder unbewusste) gewaltsame körperliche und / oder seelische Schädigung, die in Familien oder Institutionen (z.B. Kindergärten, Schulen, Heimen) geschieht, und die zu Verletzungen, Entwicklungsverzögerungen oder sogar zum Tode führt, und die somit das Wohl und die Rechte eines Kindes beeinträchtigt oder bedroht.“ (BAST, 1978)

b) Psychische / seelische Gewalt
„Seelische oder psychische Gewalt sind Handlungen, Gefühle und Aktionen, die zu einer schweren Beeinträchtigung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Bezugspersonen und Kind führen und dessen geistig-seelische Entwicklung zu einer autonomen und lebensbejahenden Persönlichkeit behindern (Eggers, 1994). Die Schäden sind oft folgenschwer und daher mit denen der körperlichen Misshandlung vergleichbar.

c) Vernachlässigung
Vernachlässigung ist eine Form der körperlichen und seelischen Kindesmisshandlung. Dazu gehört die Verweigerung der Eltern / Bezugspersonen von Pflege, Zuwendung, Liebe, Akzeptanz, Betreuung, Schutz und Förderung. Die Kinder erleiden physischen Mangel (mangelnde Ernährung, unzureichende Pflege, unzureichende gesundheitliche Fürsorge bis hin zur Verwahrlosung).

d) Sexuelle Gewalt
„Unter sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen versteht man ihre Beteiligung an sexuellen Handlungen, die sie aufgrund ihres Entwicklungsstandes nicht verstehen, dazu kein wissentliches Einverständnis geben können, und die sexuellen Tabus der Familie und Gesellschaft verletzen, zur sexuellen Befriedigung eines Nichtgleichaltrigen oder Erwachsenen.“ (Schechter und Roberge, 1976) 

Inhalte:
Vermittlung von Hilfen zur gewaltfreien Erziehung
Beratung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Bezugspersonen bei körperlicher, sexualisierter und psychischer Gewalt sowie Vernachlässigung
Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit körperlicher, sexualisierter und psychischer Gewalterfahrung sowie Vernachlässigung (z.B. Arzt, Therapeut, Jugendamt, Schule…)
Sofern die Beratung es erfordert: Gespräche mit Dritten (Jugendamt, Gutachter, Gericht, Rechtsanwälte, Schule, Therapeuten, ...)
Bei akuter Kindeswohlgefährdung: Einleitung schützender Hilfen (z.B. durch das Jugendamt)
Verdachtsabklärung bei sexualisierter Gewalt
Prozessbegleitung bei sexualisierter Gewalt
Beratung bei Mobbing in der Schule und in sozialen Gruppen
Beratung von Eltern zum Kinder- und Jugendschutz /-medienschutz
Beratung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen von Eltern mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblematik
Evaluationsgespräch ca. 6 Monate nach Abschluss der Beratung
Teilnahme am Hilfeplangespräch, wenn bei einem Beratungsfall erzieherische Hilfen installiert wurden
Vor- und Nachbereitung des Beratungsgespräches: Dokumentation, kollegiale Fachberatung, Statistik führen
Allgemeine Verwaltungsaufgaben: Informationsmaterialien für Klienten zusammenstellen,  Berichte schreiben, ...)
Qualitätsentwicklung (Fortbildungen, Fachtagungen, Klausurtag, Teamsitzung, Supervision, ...)

Die Leistungen können:
mittelfristig (Beratungsgespräche über 3-4 Monate) oder
langfristig (Beratungsgespräche ein Jahr und länger) 
sein. Kinder erhalten wöchentliche Beratungstermine, Erwachsene im Abstand von 
2-3 Wochen.


2.2. Krisen- und Konfliktberatung

Definition:
Unter Krise verstehen wir psychosoziale Konflikte und Ereignisse, die die Selbsthilfekräfte der Betroffenen (Kinder, Jugendlicher, Eltern, Erwachsener, Familiensysteme) akut überfordern, einen starken Leidensdruck ausüben und Hilfen von außen erforderlich machen. Krisen können sich in akutem, dramatischem Geschehen äußern oder eher schleichend und still zuspitzend verlaufen.
Anlass und Auslöser von Familienkrisen:
Krisen in bestimmten Entwicklungs-/Lebensphasen, wie Pubertät, Prüfungen, Geburt eines Kindes, Tod, Trennung, Krankheit etc. 
Krisen aufgrund traumatischer Erlebnisse, wie körperliche, sexuelle, psychische Gewalterfahrungen, körperliche oder psychische Vernachlässigung u. a. 
Sozial oder gesellschaftlich bedingte Krisen wie Arbeitslosigkeit,. Katastrophen, Umzug, Verlust sozialer Kontakte, Krieg u. a. 

Inhalte: 
Persönliche und telefonische Beratung für Kinder, Jugendliche, Eltern und Bezugspersonen bei sexualisierter, psychischer und körperliche Gewalt, Vernachlässigung, Schul- und Pubertätsproblemen
Begleitung von Kindern und Jugendlichen (z.B. Arzt, Therapeut, Jugendamt, Schule…)
Persönliche und telefonische Beratung von Fremdmeldern zu sexualisierter, psychischer und körperliche Gewalt sowie Vernachlässigung
Bei akuter Kindeswohlgefährdung: Einleitung schützender Hilfen (z.B. durch das Jugendamt)
Beratung von Eltern zum Kinder- und Jugendschutz /-medienschutz
Beratung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen von Eltern mit psychischen Erkrankungen und / oder Suchtproblematik
Eltern-Stress-Telefon und Notruf-Telefon: siehe Punkt 3 Leistungsmerkmale und Punkt 2.5.5. sowie 2.5.6.
Vor- und Nachbereitung des Beratungsgespräches: Dokumentation, kollegiale Fachberatung, Statistik führen
Allgemeine Verwaltungsaufgaben: Informationsmaterialien für Klienten zusammenstellen,  Berichte schreiben, ...)
Qualitätsentwicklung (Fortbildungen, Fachtagungen, Klausurtag, Teamsitzung, Supervision, ...)


Die Leistungen sind:
kurzfristig (maximal 3 persönliche und / oder telefonische Beratungsgespräche)


2.3. Kindertherapeutische Einzelberatung für Kinder mit Gewalterfahrungen 
Einzelgespräche mit Kindern, die körperliche, psychische und sexuelle Gewalterfahrungen gemacht haben
Handlungs- und erlebnisorientierte Angebote für Kinder während der Einzelberatung
Regelmäßige Informationsgespräche mit den Eltern der betroffenen Kinder


2.4. Öffentlichkeitsarbeit und Gewaltprävention

2.4.1. Teilnahme an der Jugendhilfeplanung, Arbeitskreisen, Konferenzen
Kooperation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und anderen Einrichtungen:
Mitwirkung bei der Jugendhilfeplanung der Wissenschaftsstadt Darmstadt (Arbeitstagungen, Erfahrungsaustausch)
Berater/-innentreffen: sechsmal jährlich
Interdisziplinärer Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen“: sechsmal jährlich
Sonstige Kooperationstreffen nach Bedarf (Telefonseelsorge, Projekt Anna, Wildwasser, Kinder- und Jugendförderung der Stadt Darmstadt, ...)

2.4.2. Mitwirkung an öffentlichen Veranstaltungen
(Aufklärung, Gewaltprävention, Schaffung einer Lobby für Kinder)
Teilnahme am Weltkindertag: einmal jährlich einen Tag
Infostände zu besonderen Anlässen (Straßenfest, ...): ca. drei Termine pro Jahr
Pressetermine: zwei- bis dreimal jährlich
Mitwirkung an gewaltpräventiven Projekten


2.5. Sonderleistungen

2.5.1. Fachberatung 
Persönliche und telefonische Fachberatung für Mitarbeiter/-innen aus professionellen pädagogischen oder ehrenamtlich arbeitenden Einrichtungen zum Thema Gewalt u.a. unter dem Gesichtspunkt des Kinder- und Jugendschutzes / -medienschutzes, soweit sie nicht einer Fachberatung nach § 8a SGB VIII zuzuordnen sind.. 

2.5.2. Informationsgespräche und –-veranstaltungen
für Multiplikator/-innen zu den Themen „sexuelle Gewalt“,  „Gewaltprävention in der Erziehung“, „Kinder- und Jugendschutz  / -medienschutz“ (Schüler, Studenten, Pädagogen, ehrenamtliche Mitarbeiter)
Fachvorträge in Kindergärten, Schulen, Kirchengemeinden, Vereinen je nach 
Anfrage

2.5.3. Notruf-Telefon
Das Notruf-Telefon wird in Kooperation mit der Telefonseelsorge von deren ehrenamtlichen Mitarbeitern wahrgenommen. Die Mitarbeiter verfügen über eine Zusatzqualifikation und nehmen regelmäßig an einer Supervision teil. 
Telefonische Beratung in Krisensituationen
Gegebenenfalls Vermittlung an die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes am folgenden Arbeitstag.

2.5.4. Eltern-Stress-Telefon
Eltern in Belastungssituationen erhalten telefonische Soforthilfe von Berater/-innen des Kinderschutzbundes. Gefühle von Hilflosigkeit, Überreaktionen und drohende Gewalthandlungen gegen Kinder können durch den Telefonkontakt aufgefangen und unterbrochen werden. Die Inanspruchnahme des Hilfeangebotes ist auf Wunsch anonym.
Sonstiges zum Eltern-Stress-Telefon: siehe Punkt 3 Leistungsmerkmale


3. Leistungsmerkmale 
Beratungstermine werden i.d.R. telefonisch vereinbart. Die Geschäftsstelle der Beratungsstelle ist von Montag bis Freitag von 9:00 - 12:00 Uhr besetzt. Dienstags von 10:00 bis 12:00 Uhr und donnerstags von 14:00 bis 16:00 Uhr ist zurzeit zusätzlich das Eltern-Stress-Telefon besetzt.

Termine mit den Berater/-innen finden nach Absprache vormittags, nachmittags und nach Bedarf auch in den Abendstunden statt. Beratungsgespräche bei Gewalt sowie in Krisen- und Konfliktsituationen werden vorrangig behandelt.
 
Die Kombination von Beratungsstelle und Notruf-Telefon gewährleistet eine vierundzwanzigstündige Erreichbarkeit.


Stand: 27.09.2007
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2008/0098

3469 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
14.04.2008 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V Dezernat II 
 
Amt: Sozialverwaltung  
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
 
 
 
Nichtöffentlich:    
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2008/0098 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Vertrag zwischen dem Deutschen Kinderschutzbund, Bezirksverband Darmstadt e. V. 
und der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
Vorlage vom: 13.03.2008 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat beschließt den Abschluss eines Zuwendungsvertrages zwischen dem Deutschen  
    Kinderschutzbund, Bezirksverband Darmstadt e. V. und der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
2. Die notwendigen Haushaltsmittel in Form eines jährlichen Zuschusses an den  
    Kinderschutzbund in Höhe von 44.920,00 Euro stehen haushaltsrechtlich unter dem  
    Sachkonto 7128540 und der Kostenstelle 005-015-1001 zur Verfügung. 
3. Der Beschluss des Magistrats ist dem Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis zu geben. 
 
Anlagen: Kalkulationsblatt zum Vertrag 
Leistungsvereinbarung 
Vertrag Kinderschutzbund 
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.03.2008: 
 
 
Der Deutsche Kinderschutzbund Bezirksverband Darmstadt e.V. ist eine ambulante Einrichtung im 
Bereich der Jugendhilfe, deren Fachpersonal beratende und therapeutische Hilfe leistet. Der 
Kinderschutzbund nimmt Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe wahr. Die Zusammenarbeit mit dem 
Kinderschutzbund geht zurück auf die Mitte der 80er Jahre und das damals vom Land Hessen, im 
Rahmen des Modellprogramms Psychiatrie geförderte Projekt „Psychosoziale Prophylaxe“. Das Land 
Hessen hatte sich seiner Zeit aus der Finanzierung dieses Programms zurückgezogen, sodass sich 
die Notwendigkeit ergab, zusammen mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg eine entsprechende 
Anschlussfinanzierung vorzunehmen. Die Zuschusszahlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
richtete sich nach den dazu vom Magistrat beschlossenen Zuschussrichtlinien. Der Begriff 
„Psychosoziale Prophylaxe“ stammt noch aus dem alten Landesprogramm Psychiatrie und wird jetzt 
ersetzt durch „Beratungsstelle 
des Deutschen Kinderschutzbundes“. 
 
Das Anliegen des Kinderschutzbundes, eine vertragliche Regelung herbeizuführen und den 
städtischen Zuschuss auf 44.920,00 Euro jährlich festzuschreiben, wird von der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt unterstützt.  
 
Der Kinderschutzbund hat eine Leistungsvereinbarung vorgelegt, welche Bestandteil des Vertrages ist 
und durch die Sozialverwaltung, fachlich geprüft wurde. Eine Kostenkalkulation mit den zugesagten 
Beträgen ist ebenfalls Bestandteil des Vertrages.  
 
Das Land Hessen fördert  zusätzlich das Projekt „Keine Gewalt gegen Jungen und Mädchen“ gemäß 
der Zielvereinbarung vom 15.09.2006. Ein gesonderter Zuwendungsvertrag vom 
27. März 2007 liegt bereits vor. 
 
Außerdem hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg inzwischen einen eigenständigen Vertrag mit dem 
Kinderschutzbund abgeschlossen, sodass eine, nach Stadt und Landkreis getrennte, 
Leistungsabrechnung sichergestellt wird. 
 
Darmstadt, 13.03.2008 
dr-gö, Nst.: 32 73 
 
 
Dezernat II   Dezernat V 
 
 
 
 
Wolfgang Glenz   Jochen Partsch 
Bürgermeister   Stadtrat 
 
 
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20833 Zeichen

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^*®<4=÷D0'Eâ<4åH*.åH=X44    ÙZuwendungsvertrag


zwischen


der Wissenschaftsstadt Darmstadt, vertreten durch den Magistrat
(nachfolgend „Stadt“ genannt)


und 


dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB), vertreten durch den Vorstand,
Bezirksverband Darmstadt e.V., Grafenstraße 31, 64283 Darmstadt
(nachfolgend „Träger“ genannt)


1. Gegenstand und Rechtsgrundlage des Vertrages
Zuwendung gem. § 74 SGB VIII i.V. mit § 53 SGB X nach Maßgabe des Jugendhilfeplanes gem. § 80 SGB VIII und nach Beschluss des Jugendhilfeausschusses gem. § 71 Abs. 2 Nr. 3 SGB VIII.

Gesetzliche Grundlage ist, dass Kinder und Jugendliche ein Recht auf gewaltfreie Erziehung (§1631,II BGB) haben.

Die gesetzlichen Bestimmungen der Vereinbarung zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, § 8a SGB VIII und § 72a SGB VIII, werden eingehalten.

2. Inhalt und Umfang der Leistung
Der Träger übernimmt ab dem 01.01.2007 die Beratung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Eltern zu folgenden Schwerpunkten: 

2.1.	Beratung bei körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt sowie   
           Vernachlässigung an Kindern / Jugendlichen
2.2	Krisen- und Konfliktberatung
Kindertherapeutische Einzelberatung für Kinder mit Gewalterfahrungen
2.4     Öffentlichkeitsarbeit und Gewaltprävention
2.4.1  Mitwirkung an öffentlichen Veranstaltungen
2.5     Sonderleistungen
Fachberatung
Informationsgespräche und – veranstaltungen
Notruf-Telefon
Eltern-Stress-Telefon

Die Aufgaben in der Arbeit im Einzelnen werden in der Leistungsvereinbarung, die als Bestandteil dieses Vertrages beigefügt ist,  geregelt. 






                                                                                                              

3. Jugendhilfeplanung
Der Träger ist zur Mitwirkung an der Jugendhilfeplanung der Wissenschaftsstadt Darmstadt in angemessenem Umfang verpflichtet.
Er erklärt sich ferner bereit, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu Arbeitstagungen und Erfahrungsaustauschen auf Einladung der
Stadt zu entsenden bzw. freizustellen.

4. Qualität der Arbeit
4.1 Räumliche Ausstattung
Der Träger verfügt über 2 kindgerecht eingerichtete Beratungszimmer sowie 1 Mehrzweckraum. Des Weiteren gibt es 2 Mitarbeiterbüros, 1 Verwaltungsbüro, 1 Warteraum, 1 Küche, 1 Besuchertoilette sowie 1 Mitarbeitertoilette, 1 Abstellraum.

4.2 Technische Ausstattung
Die Beratungsstelle verfügt über therapeutische Spielmaterialien und sonstige Spielmaterialien, die größtenteils auch für Kleinkinder geeignet sind sowie 
über eine Videokamera, Videorekorder, DVD-Player und Kassettenrekorder, die zu pädagogischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.

4.3 Personalausstattung
Der Träger beschäftigt für oben genannte Angebote zwei Sozialpädagogen/-innen in Teilzeit sowie eine Kindertherapeutin auf Honorarbasis mit 3 Stunden pro Woche. Anteilig entfallen auf die Beratungsstelle Regiekosten für Verwaltungsangestellte und die Geschäftsführung. 

Der Träger ist berechtigt, im Rahmen der jährlich bereit gestellten Zuwendungen der Stadt nebenamtliche Mitarbeiter/-innen mit Honoraraufträgen zu beschäftigen. 

4.4 Hierarchie / fachliche Begleitung
Der Träger hat einen ehrenamtlich arbeitenden Vorstand, der durch die erste Vorsitzende vertreten wird. Dem Vorstand unterstellt ist die Geschäftsführung mit einer halben Stelle, die gegenüber den Mitarbeiter/-innen die Dienst- und Fachaufsicht innehat.

Einmal wöchentlich findet eine 2,5-stündige Teamsitzung statt, in der die Berater/-innen Fallbesprechungen durchführen. Zehnmal im Jahr erhält das Mitarbeiter/-innenteam außerhalb der Beratungsstelle Supervision (jeweils 2 Stunden).

Für Fort- und Weiterbildung stehen jedem/-r Mitarbeiter/-in pro Jahr 5 Tage Fortbildungsurlaub zu.

4.5 Prozessqualität
Die Beratungsstelle arbeitet im Grundsatz nach dem systemischen Beratungsansatz. Der Träger achtet aber auch darauf, eine Methodenvielfalt unter den Mitarbeiter/-innen zu gewährleisten. Die Mitarbeiter/-innen verfügen über eine Ausbildung als Dipl. Sozialarbeiter/-in, Dipl. Sozialpädagoge/-in, Pädagoge/-in oder als Psychologe/-in. Zur Unterstützung werden im Bedarfsfall Honorarkräfte mit einer pädagogischen oder therapeutischen Ausbildung hinzugezogen. 



4.6 Ergebnisqualität
Der Träger verpflichtet sich, einen jährlichen aussagekräftigen Sachbericht/Qualitätsbericht über die geleistete Arbeit zu erbringen und der Stadt bis zum 31.03. des Folgejahres zukommen zu lassen. Inhalt des Berichtes ist die Darstellung der erbrachten Leistungen. 

5. Finanzierung 
5.1 Zusammensetzung der Finanzierung
Die Stadt gewährt eine Zuwendung zu den entstehenden Kosten in Höhe von jährlich 44.920,00 ¬ . Die Vergütung für die Mitarbeiter/-innen richtet sich nach den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV). 
Bei Einnahmeausfällen anderer Zuschussgeber, Zuweisung von Bußgeldern, Spenden o. a., wird darauf hingewiesen, dass die Stadt über den vertraglich festgelegten Zuschuss hinaus keine weiteren Zahlungen an den Verein leisten kann.

Die Projektförderung „Keine Gewalt gegen Mädchen und Jungen“ (ehemals Land Hessen), wird in einem gesonderten Zuwendungsvertrag mit der Stadt geregelt. 

5.2 Kostenberechnung
In den Kosten enthalten sind: Personalkosten und Sachkosten.

Die Kosten im Einzelnen sind in der beiliegenden Kalkulation aufgeschlüsselt, die Bestandteil dieses Vertrages ist. Die beigefügte Kostenkalkulation ist verbindlich. Mögliche Mehrausgaben sowie Einnahmeverluste gehen zu Lasten des Trägers.

5.3 Auszahlung der Zuwendung
Die Auszahlung der Zuwendung erfolgt 1/4 jährlich Mitte des Quartals: 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. des Jahres. Die Beträge werden auf das Konto des Deutschen Kinderschutzbundes BV Darmstadt e.V. bei der Sparkasse Darmstadt, 
BLZ: 508 501 50, Konto-Nr.: 586 544 überwiesen.

Verwendungsnachweis 
Der Träger verpflichtet sich, die zweckentsprechende Verwendung des Zuschusses in einem Verwendungsnachweis zu belegen und Änderungen
bei den Inhalten und Aufgaben der Einrichtung, der Stadt frühzeitig
mitzuteilen. Der Verwendungsnachweis besteht aus einem jährlichen Sachbericht/Qualitätsbericht und einem Finanzbericht/der Jahresabrechnung.
Für den Verwendungsnachweis ist die Vorlage der Original-Ausgabebelege bzw. der Nachweis der Zahlungen mittels Kontoauszug erforderlich.
Der Verwendungsnachweis ist spätestens drei Monate nach Abschluss des jeweiligen Haushaltsjahres (zum 31.03.) vorzulegen.
Der Verwendungsnachweis wird vom zuständigen Fachamt und dem Revisionsamt der Stadt geprüft.
Diese Ämter können die Vorlage weiterer Unterlagen fordern und auch eine Prüfung in den Geschäftsräumen des Trägers vornehmen.




Dem Präsidenten des Hessischen Rechnungshofes – überörtliche Prüfung – stehen die Rechte aus dem Gesetz zur Regelung der überörtlichen Prüfung kommunaler Körperschaften in Hessen (ÜPKKG vom 22.12.1993,GVBL. I S. 708 f., insbesondere § 5 Abs. 2 – 4) zu.

7. Rückzahlung zweckentfremdeter ( nicht verausgabter) Zuwendungsmittel
Der Träger hat zweckentfremdete Zuwendungen unverzüglich an die Stadt zurückzuzahlen. Er verpflichtet sich zur Rückzahlung insbesondere für den Fall, dass
die Zuwendung bestimmungswidrig verwendet wurde;
eine partielle Zweckentfremdung vorliegt;
eine Überprüfung, die unwirtschaftliche Verwendung der Mittel ergeben hat.

Ferner behält sich die Stadt vor, bereits gewährte Zuwendungen ganz oder teilweise
zurückzufordern und anstehende Auszahlungstermine nach Ziff.5.3 zurückzustellen, wenn
der Verwendungsnachweis nicht ordnungsgemäß geführt oder nicht rechtzeitig vorgelegt wird,
der Zuschuss nicht oder nicht in voller Höhe (z.B. wegen Reduzierung der Gesamtausgaben gegenüber der Planung) verwendet bzw. benötigt wird.

Laufzeit und Kündigung
Der Vertrag hat eine Laufzeit vom 01.01.2008 bis zum 31.12.2010 und verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn keine der Parteien spätestens sechs Monate vor Ablauf der Vertragsfrist kündigt. Die Kündigung bedarf der Schriftform. 

Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, so wird die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen nicht berührt. Die unwirksame Bestimmung ist durch eine Bestimmung zu ersetzen, die dem vertraglichen Zweck am nächsten kommt. Mündliche Nebenabreden zu diesem Vertrag wurden nicht getroffen.

10. Änderungen oder Ergänzungen bedürfen der Schriftform


Darmstadt, den _______________________


____________                                                        __________
Wolfgang Glenz                                                    U. Bonitz-Reus
Bürgermeister                                                       1. Vorsitzende


____________                                                         __________
Jochen Partsch                                                     S. Schneider
Stadtrat                                                                Schatzmeisterin

Anlagen
Leistungsvereinbarung
Kalkulationsblatt


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Kalkulation der Angebote der Beratungsstelle
und § 8a KJHG für den Landkreis Darmstadt-Dieburg
- Anlage zum Zuwendungsvertrag - 







AngebotKosten pro MonatKosten pro Jahr2.1. Gewalt3.181,57 ¬ 38.178,84 ¬ 2.2. Krisenberatung2.397,52 ¬ 28.770,24 ¬ 2.3. Kindertherapie1.395,76 ¬ 16.749,12 ¬ 2.4. Öffentlichkeitsarbeit1.653,58 ¬ 19.842,96 ¬ 2.5. Sonderleistungen984,36 ¬ 11.812,32 ¬ § 8a Landkreis DA-Die1412,50 ¬ 16.950,00 ¬ Gesamtkosten11.025,29 ¬ 132.303,48 ¬ 



Aufteilung der Kosten

Kostenträgerjährliche ZuschüsseProzentsatzStadt Darmstadt44.920,00 ¬ 33,95 %LK Darmstadt-Dieburg (incl. §8a)53.400,00 ¬ 40,36 %Land Hessen (ab 2006 Stadt) *6.960,00 ¬ 5,26 %Eigenmittel27.030,00 ¬ 20,43 %Gesamt132.310,00 ¬ 100,00 %* Projekt  Keine Gewalt gegen Mädchen und Jungen




Anmerkung: Die Gesamtkosten für die Beratungsstelle in Höhe von 115.360,00 ¬  (Kalkulation vom 04.10.2006) bleiben bestehen. In dieser Aufstellung wurden die zugesagten Gelder vom Landkreis Darmstadt-Dieburg für das Gesamtpaket (Beratungsstelle + §8a SGB VIII) ergänzt.
Stand 19.02.2008
SEITE  1





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Details

Vorlagen-Nr.
2008/0098
Typ
Magistratsvorlage
Datum
13.03.2008
Erstellt
29.09.2026 00:00