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2980/2021

Annahme eines Kunstwerks von Danh Vo als Schenkung

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 12.10.2021

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Beschlussvorlage Rat

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Beschlussvorlage Rat

6899 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/4511 
 
Vorlagen-Nummer 
 2980/2021 
Freigabedatum 
12.10.2021  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Annahme eines Kunstwerks von Danh Vo als Schenkung 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat nimmt die Schenkung eines Kunstwerks von Danh Vō durch Herrn Thomas Borgmann für 
das Museum Ludwig an. 
 
Ausschuss Kunst und Kultur 26.10.2021 
Rat 09.11.2021

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen   200,00 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme        € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung 
 
Danh Vō wurde im August 1975 in Bà Rịa in Südvietnam geboren. 1979 floh die Familie in einem 
selbstgebauten Boot vor dem Chinesisch-Vietnamesischen Krieg; Ziel waren die USA; nach der Ret-
tung des seeuntauglichen Boots durch einen dänischen Frachter landete die Familie jedoch in Däne-
mark wo Danh Vō aufwuchs und später die Königliche Dänische Kunstakademie in Kopenhagen be-
suchte. 2002 setzte er sein Studium an der Städelschule in Frankfurt fort und zog 2006 nach Berlin. 
Heute lebt Danh Vō in Mexico-Stadt und in Stechlin, Brandenburg  
 
Vō gehört zu den internal herausragenden Künstler*innen der mittleren Generation. 
2015 hatte er eine viel beachtete Einzelausstellung im Museum Ludwig (mit Peter Hujar), die erste, 
die der damals neue Direktor Yilmaz Dziewior kuratierte. Im selben Jahr  fand eine große Schau im 
Solomon R. Guggenheim Museum in New York statt und vertrat der Künstler das Land Dänemark auf 
der 56. Biennale in Venedig  
 
Ein wichtiges Thema in den Arbeiten von Danh Vō ist die Auseinandersetzung mit Identität, Zugehö-
rigkeit und Migration.  Seine berühmteste Arbeit ist „We the people“ eine Skulptur, die ein originalge-
treuer Nachbau der 46 m hohen Freiheitsstatue in New York ist. Die 400 Einzelteile wurden aus Kup-

3 
fer in China hergestellt – Fragmente, die sich heute in (Museums-) Sammlungen auf der ganzen Welt 
befinden. Lady Liberty und das amerikanische Freiheitsversprechen war das ursprüngliche Ziel der 
aus Vietnam geflohenen Familie Vō. Der Titel „We the people“ ist der Beginn der Verfassung der Ver-
einigten Staaten von Amerika. Wer ist „We the people?“ Damals weiße Männer mit Eigentum; die 
Frage nach dem Wir, nach Zugehörigkeit und Ausgrenzung durchzieht das gesamte Werk von Danh 
Vō. 
 
Das Museum Ludwig hat bereits mehrere Arbeiten des international hoch etablierten Künstlers: Die 
aktuelle Schenkung fügt dem Bestand einen bedeutenden Höhepunkt zu:  
 
Künstler: Danh Vō 
Titel: 16.06.1974 
Jahr der Entstehung: 2009  
Material: Vitrine, photo of the missionaries Th. Vénard, G. Goulon, J. Perrier, J. Lavigne and J. 
Theurel leaving Paris on September 19, 1852; hair relic; Branches from the tree in An Thoi, 
Vietnam that was used as a marker for the now lost grave of Danh Vo’s brother. 
Maße (Vitrine): ca.170 x 130 x 70 cm  
Wert: ca. 250.000 Euro 
Provenienz: Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, 2009 Thomas Borgmann, Berlin  
 
Schenkung Thomas Borgmann Berlin: 
 
Die Vitrine ist als Möbel gleichzeitig Container und Rahmen. Generell spielen im Werk Vōs Einrich-
tungs- und Gebrauchsgegenstände wie der Kronleuchter aus einem Pariser Palais, in dem die Frie-
denverhandlungen am Ende des Vietnamkriegs stattfanden oder die Waschmaschine der Großmutter 
eine wichtige Rolle. Aber auch Behälter aller Art: Der elegante Vitrinenschrank  scheint hier Container 
für quasi offizielle als auch private Archivstücke. Was nimmt man mit auf der Flucht, auf dem Weg in 
die Besatzung, in eine neue Heimat?  
Ein Foto von französischen Pariser Geistlichen vor der Abfahrt nach Vietnam bzw. der Kolonie Fran-
zösisch-Indochina, wo sie Mitte des 19. Jahrhunderts christlich missionierten. Diese Mönche tauchen 
immer wieder in Arbeiten von Danh Vō auf; als männliche Gruppe, als Glaubensentzieher und -
bringer, als von Flora und Fauna in Vietnam faszinierte Fremde, als Eindringlinge und Kolonialisten, 
als Märtyrer, die teilweise brutalen Widerstand erfahren. Einer (Théophane Vénard) auch als sehn-
süchtiger Sohn seines Vaters, dem er vor seiner Enthauptung 1961 aus Vietnam einen Abschieds-
brief schreibt.   
Von dem 1988 heiliggesprochenen Théophane stammen - wie immer bei Reliquien angeblich - die 
Haare im silbernen Reliquar. Sein toter Körper wurde in die Fremdenmission nach Paris geschickt, 
sein Kopf blieb in Vietnam. Neben der Schrankvitrine, die des Weiteren eine Glas-Halterung aus Me-
tallgliedern präsentiert (wieder eine Anspielung auf fragmentierte Körperlichkeit) hängen ein Bündel 
Äste, die das verloren gegangene Grab von Vō Trung Thanh, dem älteren Bruders von Danh markier-
ten. Was passierte am 16.6.1974, am Ende des Vietnamkriegs? Was bleibt von den Toten?  
 
Die subtile Komposition der Fragmente bildet eine anspielungsreiche Skulptur, in der sich zahlreiche 
Themen und Aspekte von Vōs Werk finden, die Ausgangspunkt für spätere Werkserien bilden – ein 
frühes Hauptwerk des Künstlers von 2009.  
 
Die Werke haben lt. vorliegendem Wertgutachten einen Gesamtwert von 250.000 Euro. Die Schen-
kung erfolgt ohne Auflagen. Die Arbeit wird auf Kosten des Museums aus dem Lager des Sammlers 
in Frechen transportiert. Die Transportkosten belaufen sich auf einmalig ca. 200 € und werden aus 
dem Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig, Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von be-
weglichem Anlagevermögen, Finanzstelle 4511-0402-0-2000 - Ankaufsetat Museum Ludwig -im 
Haushaltsjahr 2021 gedeckt. Die Bildrechte liegen beim Künstler und beim Rhein. Bildarchiv – sobald 
ein Foto erstellt wurde.  
 
Mit der Annahme der Schenkung ist die Ausstellung einer Spendenbescheinigung verbunden. 
 
Die Schenkung wird die international renommierte Sammlung des Museums Ludwig bereichern.

4 
Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise 
Die Hauptaufgabe der wissenschaftlichen Museen ist der Auf- und Ausbau von Kunst- und Kulturgut 
durch Sammeln, Erhalten und Forschen. Durch die zweckgebundene Schenkung kann das Museum 
Ludwig ein Kunstwerk erwerben, welches den bestehenden Sammlungsbestand hervorragend er-
gänzt und zur Sicherung der bestehenden Strukturen beiträgt.

Beratungsverlauf (2)

26.10.2021 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 6.1 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
09.11.2021 Rat
TOP 2.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2980/2021
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
12.10.2021
Erstellt
19.08.2021 08:18