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2776/2018

Darstellung der Sparten im Kulturausschuss

Mitteilung Ausschuss 24.08.2018

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Anlage 1

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Anlage 1

9621 Zeichen

Spartenbericht Tanz im Ausschuss für Kunst und Kultur am 11.9.2018 
Von MOUVOIR/Stephanie Thiersch und Emanuele Soavi Incompany 
Förderung 
Die Neustrukturierung der Förderung mit einer Aufstockung des Gesamtbudgets ist sehr 
begrüßenswert, sowie die Möglichkeit der Kooperation der Stadt mit den bei TANZPAKT 
beantragenden Kölner Künstler*innen. Die mehrjährige Förderung/Konzeptionsförderung wirkt sich 
sehr positiv auf die geförderten Kompanien aus (MOUVOIR erhält zudem die TANZPAKT-
Förderung). Nach Rücksprache mit Nachwuchskünstlern, ist von deren Seite eine Erweiterung der 
Fördermöglichkeiten im Nachwuchsbereich wünschenswert. 
Überblick über die Freie Tanzszene Köln 
Köln hat eine vitale, heterogene und sehr vitale Tanzlandschaft mit einer hohen Anzahl an 
Choreografen und Tänzern. Einige Kompanien sind stark international vernetzt und touren 
regelmäßig im Ausland (MOUVOIR, Emanuele Soavi, DIN A 13, Barbara Fuchs u.a.). Dieser vitalen 
Szene steht eine Infrastruktur gegenüber, die den Bedürfnissen der Szene nicht entspricht. Seit 
vielen Jahren kämpft die Szene für ein internationales Produktionshaus/Choreografisches 
Zentrum/Theater für Darstellende Künste, das große und kleine Produktionen zeigen kann und 
Köln international vernetzt. Wegen der mangelnden Strukturen ist im Moment die Sichtbarkeit der 
in Köln etablierten und international produzierenden Künstler*innen nicht gewährleistet. Dies ist 
für die Stadt Köln ein Nachteil gegenüber Städten wie Düsseldorf, Frankfurt oder Hamburg. 
Spielorte/Produktion 
Nach wie vor ist das Fehlen eines größeren Spielortes für die Freie Szene in Köln ein wichtiges 
Thema. Die Präsenz von Produktionszentren mit vereinzelter Möglichkeit zur Präsentation ist gut. 
So gibt es ausreichend Angebote von etablierten Tanzkünstler*innen in Köln, wie bspw. die 
Residenzen des MD Kollektivs im Quartier am Hafen sowie die  Residenzmöglichkeiten der 
TanzFaktur, der Ehrenfeldstudios, die Freiwilderer der Freihandelszone (von MOUVOIR), sowie 
Barnes Crossing. Allerdings gilt auch hier: Tanzkompanien wie MOUVOIR oder Emanuele Soavi 
incompany haben Probleme ihre Stücke in Köln zu proben, da die Probenräume zu klein bzw. die 
wenigen großen extrem schnell ausgebucht sind.  
Das vorhandene Netzwerk aus Proben- und Residenzorten kann diese Lücke nicht schließen, 
ermöglicht aber vor allem dem künstlerischen Nachwuchs, der in Köln derzeit sehr präsent ist, auf 
eine solide Basis für Proben und Showings/Aufführungen zurückzugreifen.  
Internationale Sichtbarkeit von Tanz/Festivals 
Die Festivals, in denen Tanz auf internationaler Ebenen gezeigt wird, werden zumeist von 
Künstlern selber initiiert, wie „URBÄNG!“ (früher: Globalize Cologne) und „Tanztausch“. Es fehlt ein 
international ausstrahlendes Tanz-Event oder Festival neben dem guten aber eher konservativen 
Programm der Bühnen der Stadt Köln. 
Vor diesem Hintergrund war die Kooperation mit der Oper Köln im Sinne einer größeren 
Sichtbarkeit in jedem Fall sehr begrüßenswert. Emanuele Soavi zeigte die Neuproduktion „RELICS“, 
MOUVOIR/Stephanie Thiersch zeigte die 2016 entstandene Produktion „Bronze by Gold“ erstmals 
in Köln. Die Vorstellungen wurden von Publikum und Kolleg*innen sehr gut angenommen. 
Möglicherweise wurde auch neues Publikum für die Freie Tanzszene Kölns gewonnen.

Chancen für die Stadt Köln 
 es gibt keine Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeit für etablierte Kompanien wegen 
fehlender Infrastruktur. Daher gilt nach wie vor, dass Köln ein Kulturzentrum braucht, das 
Künste wie Tanz, Performance und experimentelle Musik, oder Medienkunst produziert 
und regelmäßig einem größeren Publikum zeigt. 
 Köln ist Millionenstadt, vergleichbar mit Hamburg, Frankfurt und München. Alle genannten 
Städte haben renommierte Kultureinrichtungen, die internationales Publikum anziehen und 
lokal, überregional und international der Stadt zu mehr Prestige verhelfen. Kampnagel, der 
Mousonturm oder die Muffathalle in München sind Publikums- und Touristenmagnete. 
 
Bericht MOUVOIR/Stephanie Thiersch  
MOUVOIR/Stephanie Thiersch erhielt bisher die Konzeptionsförderung der Stadt Köln, seit 2018 
zusätzlich die TANZPAKT-FÖRDERUNG Stadt/Land/Bund. 
Mit Beginn der regelmäßigen Förderung (ab 2009 Spitzenförderung des Landes NRW) steigert 
MOUVOIR stetig seine Produktivität und ist eine der wenigen deutschen Kompanien, die 
langfristig (seit knapp 20 Jahren), regelmäßig und unabhängig größere Produktionen realisieren 
kann, die international Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Internationale Koproduzenten, 
internationale Tourneen, die langjährige Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut sind gesicherte 
Rahmenbedingungen. Seit die Produktionen personal- und finanzintensiver wurden und 
entsprechend für größere Bühnen angedacht wurden, war die Präsenz in Köln schwierig. MOUVOIR 
hat versucht mit besonderen Formaten, wie dem im Kölner Stadtraum angesiedelten „City Dance 
Köln“ (2016) mit 600 Beteiligten und insgesamt 10.000 Zuschauern oder der Installation „Memory 
Machine“, sowie kleinen Produktionen wie „Bruixa“ (2018) oder dem Performancekonzert 
„Chombotrope“ (2017), Gesprächsformaten, Panels und Workshops eine kontinuierliche 
Anwesenheit zu schaffen. Allerdings ist die Aufführbarkeit der Produktionen wie „Bronze by Gold“, 
„Corps Étrangers“ oder die für die nächsten Jahre geplanten Produktionen extrem schwierig, wenn 
nicht unmöglich. Allein besondere Rahmungen, wie tanz nrw (im Schauspiel Köln) und die neue 
Abspielförderung in der Oper ermöglichten Stephanie Thiersch zeitverzögert ihre Arbeiten in Köln 
zu zeigen.  
Stephanie Thiersch erarbeitet für 2019 eine deutsch-französische Koproduktion mit der 
Komponistin Brigitta Muntendorf, dem Orchester Les Siècles und dem Asasello Quartett mit 
internationalen Koproduzenten. Das Jahr darauf sieht eine Uraufführung zur Eröffnung der 
Ruhrtriennale vor mit internationalen Koproduzenten und in Zusammenarbeit mit dem japanischen 
Architekten Sou Fujimoto, einem Orchester und einem Chor. 
In Köln ist Stephanie Thiersch Teil des Ensemblenetzwerkes Freihandelszone, das das jährliche 
Festival „URBÄNG!“ ausrichtet und sich engagiert, internationale Gäste nach Köln zu laden und sie 
mit den Kölner Künstler*innen und Publikum zu vernetzen. 
Abspielförderung Oper Köln „Bronze by Gold“ 
MOUVOIR begrüßt sehr das neue Förderinstrument, das die bis dato nicht dagewesene 
Möglichkeit bietet, große Produktionen in Köln zu zeigen. Die Vorstellungen in der Oper waren 
sehr gut besucht, die Premiere wurde mit Standing Ovations bedacht. Die Zusammenarbeit mit der

Technikabteilung und der Kostümabteilung war sehr gut und reibungslos.  
Schwierige Punkte und Vorschläge 
 Terminauswahl an konsekutiven Tagen und am Wochenende wären begrüßenswert sowie 
eine frühzeitigere Terminfindung würde sich positiv auf PR und Öffentlichkeitsarbeit aus-
wirken. In der extra Broschüre der Tanzgastspiele wurden wir weder bebildert noch im sel-
ben Umfang wie die externen Gastspiele erwähnt. Die Öffentlichkeitswirksamkeit fällt also 
im Vergleich stark ab.  
 Bleibende Schwierigkeit: Kompanien die dauerhaft in Größenordnungen produzieren, die 
Opern-, Schauspiel- oder vergleichsweise Bühnengrößen für ihre Werke benötigen, werden 
weiterhin sehr selten gespielt, da vielleicht nicht die gleichen Kompanien jedes Jahr auftre-
ten können. Dies trifft in besonderem Maße für MOUVOIR/Stephanie Thiersch zu. 
 
Bericht Emanuele Soavi incompany 
Wie eingangs erwähnt ermöglichte das neue Förderinstrument der Stadt Köln 'Tanzproduktionen 
für große Bühnen' in Kooperation mit der Oper Köln im Herbst 2017 erstmals zwei Kölner 
Ensembles, Produktionen in Köln zu zeigen, die für die der freien Szene normalerweise zur 
Verfügung stehenden Räumlichkeiten zu groß sind. Emanuele Soavi konnte dafür in Koproduktion 
mit den Duisburger Philharmonikern die Neuproduktion „RELICS“ mit 8 TänzerInnen, 2 Live-
Soundkünstlern und einem 10-köpfigem Barockensemble entwickeln. Die Ausstattung und 
Betreuung durch das technische Team der Oper war hervorragend, lediglich wäre etwas mehr Zeit 
für die technische Einrichtung und Proben vor Ort wünschenswert gewesen, da drei Tage für eine 
Produktion dieser Größe doch etwas knapp waren. Auch wäre zu wünschen, dass dieses Format in 
Zukunft fortgeführt wird, um den Tanz aus Köln zu großen Produktionen zu ermutigen und ihm in 
der eigenen Stadt eine größere Sichtbarkeit zu ermöglichen.  
Schon im Herbst 2018 wird das Kölner Ensemble gemeinsam mit Cantus Cölln erstmals auch in 
der Kölner Philharmonie eine Premiere zeigen. Darüber hinaus plant Emanuele Soavi auch in 
Zukunft weiterhin verstärkt mit Orchestern und großem Ensemble zu arbeiten.  
Darüber hinaus kann Emanuele Soavi incompany auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, das auch 
den Grundstein für viele neue Impulse und Kooperationen in den kommenden Jahren gelegt und 
zu einer insgesamt größeren Sichtbarkeit geführt hat. Eine Mischung aus starker lokaler sowie 
internationaler Vernetzung (Diskursformate und Präsentationen in Kölner Galerien und Museen 
sowie internationale Gastspiele und Kooperationspartner) machen den Kern der Arbeit von 
Emanuele Soavi aus.  
Auch ist es das erklärte Ziel von Emanuele Soavi incompany, den bereits existenten, starken Dialog 
zwischen der Freien Szene und den verschiedenen Kölner Institutionen auszuweiten. 
Sichtbarmachung und Internationalisierung der Kölner Tanzszene bleiben wesentliche Kernaspekte, 
die es gemeinsam auch weiterhin mit Kolleg*innen aus der Szene, aber auch mit Förderern, 
Kulturpolitik und den Kölner Spielstätten zu besprechen gilt.

Mitteilung Ausschuss

1252 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/41/41/2 
 
Vorlagen-Nummer  24.08.2018 
 2776/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 11.09.2018 
Integrationsrat 29.10.2018 
 
Darstellung der Sparten im Kulturausschuss 
hier: Spartenbericht Tanz 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten 
Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, 
Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die 
Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei-
ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht 
soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, 
wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. 
 
Der Szenebericht der Sparte Tanz ist als Anlage 1 beigefügt. Für Rückfragen im Ausschuss für Kunst 
und Kultur stehen Stephanie Thiersch von der Kompanie Mouvoir und Emanuele Soavi von der Kom-
panie Emanuele Soavi incompany zur Verfügung. 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach 
 
 
Anlage

Beratungsverlauf (2)

11.09.2018 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
29.10.2018 Integrationsrat
TOP 5.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2776/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
24.08.2018
Erstellt
22.08.2018 09:50