2776/2018
Darstellung der Sparten im Kulturausschuss
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Anlage 1
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Spartenbericht Tanz im Ausschuss für Kunst und Kultur am 11.9.2018 Von MOUVOIR/Stephanie Thiersch und Emanuele Soavi Incompany Förderung Die Neustrukturierung der Förderung mit einer Aufstockung des Gesamtbudgets ist sehr begrüßenswert, sowie die Möglichkeit der Kooperation der Stadt mit den bei TANZPAKT beantragenden Kölner Künstler*innen. Die mehrjährige Förderung/Konzeptionsförderung wirkt sich sehr positiv auf die geförderten Kompanien aus (MOUVOIR erhält zudem die TANZPAKT- Förderung). Nach Rücksprache mit Nachwuchskünstlern, ist von deren Seite eine Erweiterung der Fördermöglichkeiten im Nachwuchsbereich wünschenswert. Überblick über die Freie Tanzszene Köln Köln hat eine vitale, heterogene und sehr vitale Tanzlandschaft mit einer hohen Anzahl an Choreografen und Tänzern. Einige Kompanien sind stark international vernetzt und touren regelmäßig im Ausland (MOUVOIR, Emanuele Soavi, DIN A 13, Barbara Fuchs u.a.). Dieser vitalen Szene steht eine Infrastruktur gegenüber, die den Bedürfnissen der Szene nicht entspricht. Seit vielen Jahren kämpft die Szene für ein internationales Produktionshaus/Choreografisches Zentrum/Theater für Darstellende Künste, das große und kleine Produktionen zeigen kann und Köln international vernetzt. Wegen der mangelnden Strukturen ist im Moment die Sichtbarkeit der in Köln etablierten und international produzierenden Künstler*innen nicht gewährleistet. Dies ist für die Stadt Köln ein Nachteil gegenüber Städten wie Düsseldorf, Frankfurt oder Hamburg. Spielorte/Produktion Nach wie vor ist das Fehlen eines größeren Spielortes für die Freie Szene in Köln ein wichtiges Thema. Die Präsenz von Produktionszentren mit vereinzelter Möglichkeit zur Präsentation ist gut. So gibt es ausreichend Angebote von etablierten Tanzkünstler*innen in Köln, wie bspw. die Residenzen des MD Kollektivs im Quartier am Hafen sowie die Residenzmöglichkeiten der TanzFaktur, der Ehrenfeldstudios, die Freiwilderer der Freihandelszone (von MOUVOIR), sowie Barnes Crossing. Allerdings gilt auch hier: Tanzkompanien wie MOUVOIR oder Emanuele Soavi incompany haben Probleme ihre Stücke in Köln zu proben, da die Probenräume zu klein bzw. die wenigen großen extrem schnell ausgebucht sind. Das vorhandene Netzwerk aus Proben- und Residenzorten kann diese Lücke nicht schließen, ermöglicht aber vor allem dem künstlerischen Nachwuchs, der in Köln derzeit sehr präsent ist, auf eine solide Basis für Proben und Showings/Aufführungen zurückzugreifen. Internationale Sichtbarkeit von Tanz/Festivals Die Festivals, in denen Tanz auf internationaler Ebenen gezeigt wird, werden zumeist von Künstlern selber initiiert, wie „URBÄNG!“ (früher: Globalize Cologne) und „Tanztausch“. Es fehlt ein international ausstrahlendes Tanz-Event oder Festival neben dem guten aber eher konservativen Programm der Bühnen der Stadt Köln. Vor diesem Hintergrund war die Kooperation mit der Oper Köln im Sinne einer größeren Sichtbarkeit in jedem Fall sehr begrüßenswert. Emanuele Soavi zeigte die Neuproduktion „RELICS“, MOUVOIR/Stephanie Thiersch zeigte die 2016 entstandene Produktion „Bronze by Gold“ erstmals in Köln. Die Vorstellungen wurden von Publikum und Kolleg*innen sehr gut angenommen. Möglicherweise wurde auch neues Publikum für die Freie Tanzszene Kölns gewonnen. Chancen für die Stadt Köln es gibt keine Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeit für etablierte Kompanien wegen fehlender Infrastruktur. Daher gilt nach wie vor, dass Köln ein Kulturzentrum braucht, das Künste wie Tanz, Performance und experimentelle Musik, oder Medienkunst produziert und regelmäßig einem größeren Publikum zeigt. Köln ist Millionenstadt, vergleichbar mit Hamburg, Frankfurt und München. Alle genannten Städte haben renommierte Kultureinrichtungen, die internationales Publikum anziehen und lokal, überregional und international der Stadt zu mehr Prestige verhelfen. Kampnagel, der Mousonturm oder die Muffathalle in München sind Publikums- und Touristenmagnete. Bericht MOUVOIR/Stephanie Thiersch MOUVOIR/Stephanie Thiersch erhielt bisher die Konzeptionsförderung der Stadt Köln, seit 2018 zusätzlich die TANZPAKT-FÖRDERUNG Stadt/Land/Bund. Mit Beginn der regelmäßigen Förderung (ab 2009 Spitzenförderung des Landes NRW) steigert MOUVOIR stetig seine Produktivität und ist eine der wenigen deutschen Kompanien, die langfristig (seit knapp 20 Jahren), regelmäßig und unabhängig größere Produktionen realisieren kann, die international Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Internationale Koproduzenten, internationale Tourneen, die langjährige Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut sind gesicherte Rahmenbedingungen. Seit die Produktionen personal- und finanzintensiver wurden und entsprechend für größere Bühnen angedacht wurden, war die Präsenz in Köln schwierig. MOUVOIR hat versucht mit besonderen Formaten, wie dem im Kölner Stadtraum angesiedelten „City Dance Köln“ (2016) mit 600 Beteiligten und insgesamt 10.000 Zuschauern oder der Installation „Memory Machine“, sowie kleinen Produktionen wie „Bruixa“ (2018) oder dem Performancekonzert „Chombotrope“ (2017), Gesprächsformaten, Panels und Workshops eine kontinuierliche Anwesenheit zu schaffen. Allerdings ist die Aufführbarkeit der Produktionen wie „Bronze by Gold“, „Corps Étrangers“ oder die für die nächsten Jahre geplanten Produktionen extrem schwierig, wenn nicht unmöglich. Allein besondere Rahmungen, wie tanz nrw (im Schauspiel Köln) und die neue Abspielförderung in der Oper ermöglichten Stephanie Thiersch zeitverzögert ihre Arbeiten in Köln zu zeigen. Stephanie Thiersch erarbeitet für 2019 eine deutsch-französische Koproduktion mit der Komponistin Brigitta Muntendorf, dem Orchester Les Siècles und dem Asasello Quartett mit internationalen Koproduzenten. Das Jahr darauf sieht eine Uraufführung zur Eröffnung der Ruhrtriennale vor mit internationalen Koproduzenten und in Zusammenarbeit mit dem japanischen Architekten Sou Fujimoto, einem Orchester und einem Chor. In Köln ist Stephanie Thiersch Teil des Ensemblenetzwerkes Freihandelszone, das das jährliche Festival „URBÄNG!“ ausrichtet und sich engagiert, internationale Gäste nach Köln zu laden und sie mit den Kölner Künstler*innen und Publikum zu vernetzen. Abspielförderung Oper Köln „Bronze by Gold“ MOUVOIR begrüßt sehr das neue Förderinstrument, das die bis dato nicht dagewesene Möglichkeit bietet, große Produktionen in Köln zu zeigen. Die Vorstellungen in der Oper waren sehr gut besucht, die Premiere wurde mit Standing Ovations bedacht. Die Zusammenarbeit mit der Technikabteilung und der Kostümabteilung war sehr gut und reibungslos. Schwierige Punkte und Vorschläge Terminauswahl an konsekutiven Tagen und am Wochenende wären begrüßenswert sowie eine frühzeitigere Terminfindung würde sich positiv auf PR und Öffentlichkeitsarbeit aus- wirken. In der extra Broschüre der Tanzgastspiele wurden wir weder bebildert noch im sel- ben Umfang wie die externen Gastspiele erwähnt. Die Öffentlichkeitswirksamkeit fällt also im Vergleich stark ab. Bleibende Schwierigkeit: Kompanien die dauerhaft in Größenordnungen produzieren, die Opern-, Schauspiel- oder vergleichsweise Bühnengrößen für ihre Werke benötigen, werden weiterhin sehr selten gespielt, da vielleicht nicht die gleichen Kompanien jedes Jahr auftre- ten können. Dies trifft in besonderem Maße für MOUVOIR/Stephanie Thiersch zu. Bericht Emanuele Soavi incompany Wie eingangs erwähnt ermöglichte das neue Förderinstrument der Stadt Köln 'Tanzproduktionen für große Bühnen' in Kooperation mit der Oper Köln im Herbst 2017 erstmals zwei Kölner Ensembles, Produktionen in Köln zu zeigen, die für die der freien Szene normalerweise zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zu groß sind. Emanuele Soavi konnte dafür in Koproduktion mit den Duisburger Philharmonikern die Neuproduktion „RELICS“ mit 8 TänzerInnen, 2 Live- Soundkünstlern und einem 10-köpfigem Barockensemble entwickeln. Die Ausstattung und Betreuung durch das technische Team der Oper war hervorragend, lediglich wäre etwas mehr Zeit für die technische Einrichtung und Proben vor Ort wünschenswert gewesen, da drei Tage für eine Produktion dieser Größe doch etwas knapp waren. Auch wäre zu wünschen, dass dieses Format in Zukunft fortgeführt wird, um den Tanz aus Köln zu großen Produktionen zu ermutigen und ihm in der eigenen Stadt eine größere Sichtbarkeit zu ermöglichen. Schon im Herbst 2018 wird das Kölner Ensemble gemeinsam mit Cantus Cölln erstmals auch in der Kölner Philharmonie eine Premiere zeigen. Darüber hinaus plant Emanuele Soavi auch in Zukunft weiterhin verstärkt mit Orchestern und großem Ensemble zu arbeiten. Darüber hinaus kann Emanuele Soavi incompany auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, das auch den Grundstein für viele neue Impulse und Kooperationen in den kommenden Jahren gelegt und zu einer insgesamt größeren Sichtbarkeit geführt hat. Eine Mischung aus starker lokaler sowie internationaler Vernetzung (Diskursformate und Präsentationen in Kölner Galerien und Museen sowie internationale Gastspiele und Kooperationspartner) machen den Kern der Arbeit von Emanuele Soavi aus. Auch ist es das erklärte Ziel von Emanuele Soavi incompany, den bereits existenten, starken Dialog zwischen der Freien Szene und den verschiedenen Kölner Institutionen auszuweiten. Sichtbarmachung und Internationalisierung der Kölner Tanzszene bleiben wesentliche Kernaspekte, die es gemeinsam auch weiterhin mit Kolleg*innen aus der Szene, aber auch mit Förderern, Kulturpolitik und den Kölner Spielstätten zu besprechen gilt.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41/41/2 Vorlagen-Nummer 24.08.2018 2776/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 11.09.2018 Integrationsrat 29.10.2018 Darstellung der Sparten im Kulturausschuss hier: Spartenbericht Tanz In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei- ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. Der Szenebericht der Sparte Tanz ist als Anlage 1 beigefügt. Für Rückfragen im Ausschuss für Kunst und Kultur stehen Stephanie Thiersch von der Kompanie Mouvoir und Emanuele Soavi von der Kom- panie Emanuele Soavi incompany zur Verfügung. gez. Laugwitz-Aulbach Anlage
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2776/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.08.2018
- Erstellt
- 22.08.2018 09:50