0491/2025
Renovierungsprogramm für die städtischen Museen im Jahr 2025
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Anlage 1 Renovierungsprogramm
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Renovierungsetat 2025 lfd. Nr. Museum Maßnahme Begründung geschätzter Mittelbedarf 1 RJM Beschaffung Leuchten sowie Montage Beleuchtung im KAN-Gebäude ist veraltet und weist zahlreiche technische Defekte auf 31.000,00 € 2 KSM IPM-, Dokumentations-und Digitalisierungs-Straße Umwandlung einer Kelleretage zur Errichtung einer Quarantänestraße zur Einhaltung der IPM(Integrated Pest Management)-Auflagen bei gleichzeitiger Digitalisierung und Dokumentation. 45.000, 00 € 3 Museum Schnütgen Instandsetzung Gebäudedach der Cäcilienkirche Da die Dichtigkeit und Bruchsicherheit des Kirchendaches absolut grundlegende Voraussetzungen für die Sicherheit und den Erhalt der wertvollen, in der Cäcilienkirche präsentierten einzigartigen Kölner Mittelaltersammlung sind, besteht hier dringender Handlungsbedarf 135.000,00 € 4 MOK Erneuerung des japanischen Innengartens Der Garten, der als eine mit Wasser bespielte Anlage konzipiert ist, musste aus verschiedenen Gründen vor mehreren Jahren trockengelegt werden. Er befindet sich aktuell in einem unwürdigen, verwilderten Zustand, der die Standards des traditionellen japanischen Gartenbaus schon lange nicht mehr erfüllt. 82.000,00 € Summe aller Renovierungsmaßnahmen: 293.000,00 € Budget 2025 413.000,00 € Rest: 120.000,00 €
Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/VII/4 VII-4 Vorlagen-Nummer 0491/2025 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Renovierungsprogramm für die städtischen Museen im Jahr 2025 Beschlussorgan Finanzausschuss Ausschuss Kunst und Kultur Gremium Datum Beschluss: 1. Der Ausschuss Kunst und Kultur beschließt die Verwendung von Mitteln des Renovie- rungsetats für die in Anlage 1 aufgeführten Renovierungsmaßnahmen der städtischen Museen. Der Finanzausschuss beschließt die Freigabe erforderlicher Mitteln in einem Gesamtvolumen von insgesamt 293.000,00 €. Der Beschluss steht hinsichtlich der Mittelbereitstellung unter dem Vorbehalt des Vor- liegens der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen, da zum Zeitpunkt der Beschluss- fassung die Haushaltssatzung für die Haushaltsjahre 2025/26 noch der aufsichtsbe- hördlichen Genehmigung bedarf. Die Mittel sind im Haushaltsplanentwurf 2025/26 berücksichtigt. 2. Der Ausschuss Kunst und Kultur stellt den Bedarf an der Sanierung des Kirchendachs von St. Cäcilien fest und beauftragt die Verwaltung mit der Sanierungsplanung bis ein- schließlich Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung inkl. Kostenberechnung). Finanzausschuss 31.03.2025 Ausschuss Kunst und Kultur 20.05.2025 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 293.000,00 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2026 a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 7.000 € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: A. Allgemein Das Renovierungsprogramm der Museen und Kulturbauten wurde im Jahre 2011 erstmals aufgelegt. Die Verwaltung listet seither die dringend notwendigen Renovierungs- und bauli- chen Maßnahmen und deren Kosten auf und legt die für das jeweilige Jahr anstehenden Maß- nahmen zur Beschlussfassung durch den Ausschuss Kunst und Kultur und zur Mittelfreigabe durch den Finanzausschuss vor. Im Haushalt 2025 sind für Sanierungs- bzw. Renovierungsarbeiten Mittel in Höhe von 413.000 € im Teilergebnisplan des Museumsreferats in der Produktgruppe 0401 – Museumsreferat in der Teilplanzeile 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen zentral für die Museen berücksichtigt. Die nachfolgend aufgeführten Häuser haben Mittelbedarfe benannt. B. Maßnahmenvorschläge 3 Rautenstrauch-Joest-Museum Maßnahme: Beschaffung Leuchten sowie Montage Die derzeitige Beleuchtung im KAN-Gebäude ist veraltet und weist zahlreiche technische De- fekte auf, die nicht nur die Funktionalität, sondern auch – in einigen Bereichen wie der Dauer- ausstellung RJM - die Sicherheit und den Erhalt der wertvollen Exponate gefährden. Hinzu kommt ein konkreter zeitkritischer Faktor für das Forum VHS im KAN. Die dort aktuell verwendeten Leuchtmittel sind nicht mehr in Produktion, und der vorhandene Satz an Ersatz- leuchtmitteln wird voraussichtlich nur bis Juli 2025 ausreichen. Ein zeitnaher Austausch ist da- her unerlässlich, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Nach einer intensiven Marktrecherche wurden Leuchten der Firma Erco ausgewählt. Diese Entscheidung basiert auf mehreren Faktoren, die sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Qua- lität der Beleuchtung betreffen. Die Erco-Leuchten zeichnen sich durch regionale Fertigung, Langlebigkeit und umfassende Serviceleistungen des Herstellers aus. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Leuchten ist zudem der signifikante Rückgang des Stromverbrauchs: Die Erco- Leuchten benötigen lediglich 10% des Stroms im Vergleich zu den bestehenden Leuchten. Dies führt nicht nur zu einer erheblichen Reduzierung der Betriebskosten, sondern trägt auch aktiv zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks des Museums bei. Die neuen System- leuchten können zudem nahtlos in das bestehende Steuerungssystem integriert werden. Dies bedeutet, dass in Zukunft keine externen Programmierarbeiten mehr benötigt werden, was so- wohl Zeit als auch Kosten spart. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Austausch der Beleuchtung im KAN-Gebäude und konkret im sogenannten VHS-Saal nicht nur eine technische Notwendigkeit darstellt, son- dern auch eine Investition in die Zukunft des Museums. Geschätzter Mittelbedarf (brutto): 31.000 € Kölnisches Stadtmuseum Maßnahme: IPM-, Dokumentations-und Digitalisierungs-Straße Im KSM musste - auch als Folge der durchlässigen Hausarchitektur und der immer wieder notwendigen kurzfristigen Aus- und Umlagerungen von Objekten - ein Schädlingsbefall festge- stellt werden. Die entsprechenden Schädlinge sind bereits mess- und sichtbar in die Büroeta- gen vorgedrungen. Das KSM hat daher bereits im letzten Jahr mit der Implementation eines IPM (Integrated Pest Management) begonnen. Es ist eine Quarantänestraße erforderlich, die alle im KSM eingehenden Lieferungen sichert. Dies muss bspw. bei allen Kartonagen erfol- gen. Gegenstände für den Shop müssen durch die Quarantänestraße, damit nicht über Verpa- ckungsmaterial Schädlinge vom Keller (Lager) in den Shop (Foyer) und von dort in die Dauer- ausstellung transportiert werden. Diese IPM-Maßnahme findet über mehrere Zonen statt und benötigt entsprechend Platz, da interdisziplinär gearbeitet werden muss. Die einzig mögliche Raumkapazität befindet sich im 2. oder 3. Kellergeschoss des Hauses. Um von der Ersterfas- sung von Objekten über alle denkbaren Feststellungen eine wissenschaftliche Dokumentation nach dem Stand der Technik durchführen zu können, werden gleichzeitig die Voraussetzun- gen für eine digitale Dokumentation geschaffen. Die Umsetzung muss zwingend in 2025 erfol- gen, um für die kommenden großen Sonderausstellungen (Pressa, 20er-Jahre) vorbereitet zu sein, deren erste Maßnahmen ab Mitte 2026 gestartet werden müssen. Geschätzter Mittelbedarf (brutto): 45.000 € Museum Schnütgen Maßnahme: Sanierung des Kirchendachs von St. Cäcilien 4 St. Cäcilien ist eine der zwölf großen romanischen Kirchen in der Altstadt Kölns. Sie war die Kirche des Damenstifts St. Cäcilien, das vom 15. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1802 zum Kloster Maria zum Weiher gehörte. St. Cäcilien beherbergt seit 1956 das städtische Museum Schnütgen für mittelalterliche Kunst und steht unter Denkmalschutz. Mitte der 1950er Jahre wurde vermutlich auch der Dachstuhl einschließlich der Schieferde- ckung erneuert. Mitte der 1970er Jahre wurden dann nachweislich Reparaturarbeiten im Dachbereich für die Wiedereröffnung des Museums durchgeführt. Mitte der 1980er Jahre wurde das Dach mit Lüftungsgauben versehen. Seitdem wurden vermutlich nur noch notwen- dige Instandsetzungsarbeiten an den Dachrinnen und Fallrohren durchgeführt. Bei einer Begutachtung der Steildächer, Hänger, Dachhaken und Anschlüsse wurden großflä- chige Schäden an den Naturschieferplatten festgestellt. Ebenso wurden Mängel an der De- ckunterlage und der Schalung festgestellt, die ebenfalls saniert werden müssen. Alle Zinkein- bauten wie Dachrinnen und Traufbleche sind sanierungsbedürftig. Die festgestellten Schäden sind auf Weißrost, Lochfraß und mechanische Beschädigungen zurückzuführen. Auch die an- grenzenden Natursteine und deren Fugen weisen Schäden auf, die zwar noch nicht zu einer nachhaltigen Schädigung der Bausubstanz führen, aber dennoch durch einen Steinmetz sa- niert werden sollten. Zuletzt wurden Wartungswege im Dachstuhl eingebracht, die als Provisorien zur Aufrechter- haltung der Funktionsfähigkeit der Brandmeldeanlagen und damit der Kirche bekannt sind. Hier ist eine endgültige Lösung zu planen, die einen langfristigen Betrieb der Anlagen ermög- licht. Dies kann z.B. ein vollflächiger Fußboden oder ein breiterer Laufsteg sein. Weiter befinden sich im Bereich des Dachstuhls künstliche Mineralfasern (KMF), welche in der Kategorie 1B (Stoffe, die als krebserregend anzusehen sind) eingestuft sind. Bei Sanierungs- arbeiten am Dach ist eine Sanierung dieser Mineralfasern mit zu berücksichtigen, um eine Kontaminierung anderer Bereiche auszuschließen und zukünftige Instandhaltungsmaßnah- men sicher durchführen zu können. In der Raumluft konnten keine künstlichen Mineralfasern nachgewiesen werden. Daher ist eine Exposition des Gefahrstoffes über die Luft unwahr- scheinlich. Bei Tätigkeiten im betroffenen Bereich wird das Tragen einer FFP2-Maske emp- fohlen. Nach einer Dachsanierung ist von einer langen Nutzungsdauer auszugehen. Es empfiehlt sich daher, über den Instandsetzungsbedarf hinaus auch Aspekte der baulichen Verbesserung zu berücksichtigen und in die Planung einfließen zu lassen. Beispielhaft seien hier Energieein- sparung, Energiegewinnung, Denkmalschutz und sicherheitstechnische Anforderungen ge- nannt. Beauftragt werden soll die Planung einer Dachsanierung, Leistungsphasen 1-3. In der Projekt- vorbereitung (AHO) ist eine erweiterte Grundlagenermittlung durchzuführen und in der Leis- tungsphase 1 (HOAI) der Maßnahmenumfang genauer zu definieren.“ Nach den Planungsleistungen wird ein weiterer Beschluss für die anschließenden Bauleistun- gen angestrebt. Geschätzter Mittelbedarf (brutto): 135.000 € Museum für Ostasiatische Kunst Maßnahme: Erneuerung des traditionellen japanischen Betrachtungsgartens Ziel des Vorhabens ist die Erneuerung des nach traditionellem japanischem Vorbild erbauten Betrachtungsgartens des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln (MOK), der sich unter freiem Himmel im Zentrum der Museumsanlage befindet. Wie das Museumsgebäude steht auch der Innengarten seit 2012 unter Denkmalschutz und trägt wie die sich in den Sammlun- gen des MOK befindlichen Sammlungsstücke formalen Status als Kunstobjekt, welches mit 5 eigener Inventarnummer im Sammlungsbestand verzeichnet ist. Durch seinen Status als zent- raler, denkmalgeschützter Bestandteil des Museums qualifiziert sich die Erneuerung des Gar- tens für das Renovierungsprogramm. Der Garten, der als eine mit Wasser bespielte Anlage konzipiert ist, musste aus verschiede- nen Gründen vor mehreren Jahren trockengelegt werden. Er befindet sich aktuell in einem un- würdigen, verwilderten Zustand, der die Standards des traditionellen japanischen Gartenbaus schon lange nicht mehr erfüllt. Dieser Zustand hat bereits in den Medien und in kulturpoliti- schen Gremien für Diskussionen gesorgt. Auch mit Blick auf das 2027 anstehende „Goldjubi- läum“ des Museumsbaus, der 1977 an seinem heutigen Standort am Aachener Weiher und gegenüber dem Japanischen Kulturinstitut eröffnet wurde, ist eine Wiederherstellung des In- nengartens zwingend notwendig. Die Konzeptionierung des traditionellen japanischen Gartens ist im Hinblick auf das Ausrich- ten und Setzen einzelner Gartenelemente – darunter Wasserläufe, Steine, Kies, Laub- und Nadelbäume und weitere Pflanzen – derart speziell, dass auch die regelmäßige Instandhal- tung durch richtige Pflege und strenges Einhalten des handwerklichen Regelwerks eine große Herausforderung darstellt. Es hat sich diesbezüglich gezeigt, dass keine zufriedenstellende Pflege des Gartens aufrechterhalten werden konnte, da die eingesetzten Gärtner*innen nicht über die erforderlichen Spezialkompetenzen verfügten. Für den konzeptionellen Part der Er- neuerung ist daher eine Zusammenarbeit mit Hugo Torii, Gartenbaumeister aus Kyoto, vorge- sehen. Er ist derzeit tätig am Japanese Garden Portland und hat ein unikales Alleinstellungs- merkmal als japanischer Gartenbaumeister mit mehrjähriger Arbeitserfahrung in Deutschland (u.a. in 2018 Gestaltung des japanischen Gartens am Arp Museum Rolandseck). Im Juni 2024 erfolgten bereits erste Begehungen vor Ort am MOK. Ausführend angedacht ist eine Zusam- menarbeit mit der Sinziger GartenLandschaft Berg & Co. GmbH, mit der Hugo Torii bereits in der Vergangenheit eng kooperiert hat, sowie regional angesiedelten, speziell geschulten Landschaftsgärtner*innen zur Instandhaltung des Gartens nach Fertigstellung der Restaurie- rungsmaßnahmen. Der Innengarten muss auch nach Instandsetzung weiter gepflegt werden, um einer Entwick- lung hin zu dem untragbaren Zustand, wie er aktuell existiert, entgegenzuwirken. Nach Ein- schätzung der Experten sind im Jahr ca. 3 Pflegedurchgänge als Tagewerk mit je 3 Leuten notwendig (je nach Vegetationsentwicklung). Die Schätzkosten belaufen sich auf 6.000-7.000 € pro Jahr. Die Kosten sollen über den hauseigenen Etat/Bauunterhalt des Museums für Ost- asiatische Kunst kompensiert werden. Abschließend kann zusammengefasst werden, dass der Innengarten des MOK sein wichtigs- tes, identitätsstiftendes Markenzeichen und Aushängeschild darstellt. Als ein Museum der Stadt Köln und als öffentliche Einrichtung steht das MOK in der Verpflichtung, der Pflege sei- nes denkmalgeschützten Kulturguts nachzukommen und sich seinen Nutzer*innen als attrakti- ver Museumsstandort angemessen zu präsentieren. Geschätzter Mittelbedarf (brutto): 82.000 € Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund von internen Abstimmungen konnte eine fristgerechte Vorlagenerstellung für den Ausschuss Kunst und Kultur nicht erfolgen. Die nächste Sitzungsfolge kann nicht abgewartet werden, da die Beauftragung der verschiedenen Arbeiten dringend erfolgen muss. Die Be- schlussfassung duldet daher keinen Aufschub. Anlagen: Anlage 1 Renovierungsetat 2025
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0491/2025
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 27.03.2025
- Erstellt
- 12.02.2025 13:38