A-H/0011/2019
Zwangsarbeiter*innenlager "Waldfrieden" zum Bodendenkmal widmen
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Antrag A-H-0011-2019
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A-H/0011/2019 BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN MBN” EGAL MÜNSTER Antrag Bündnis 90 / Die Grünen / GAL Fraktion in der BV Hiltrup Windthorststr. 7 48147 Münster Fon: 0251/8995810 ratsfraktion@gruene-muenster.de www.gruene-muenster.de 18.02.2019 Antrag der Fraktion 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Hiltrup an die Stadtverwaltung Die BV Hiltrup möge beschließen: 1. Es wird geprüft, ob das ehemalige Zwangsarbeiter*innenlager „Waldfrieden“ in Münster-Hiltrup aufgrund seiner historischen Bedeutung in ein Bodendenkmal umgewidmet werden kann. Das fast vergessene Zwangsarbeiter*innenlager „Waldfrieden“ soll hierdurch dauerhaft geschützt, vor dem weiteren Verfall bewahrt und pädagogisch aufgewertet werden, sodass die lokale Bevölkerung einen besseren Blick auf einen Teil der Geschichte von Münster-Hiltrup erhält. 2. Der ehemalige Lagerkomplex soll in Zusammenarbeit mit einer Expert*innenkommission bestenend aus Villa ten Hompel, Stadtarchiv, VVN und weiteren pädagogisch nutzbar gemacht werden. Hierzu gehören die weitere Erforschung, die öffentliche Zurverfügungstellung weiterer Informationen und das regelmäßige Anbieten von Führungen. 3. Zum Erhalt des Komplexes sollen die noch erhaltenden, grasbewachsende Bunkeranlage und weitere bauliche Überreste ausgegraben werden. 4. Die Verwaltung berichtet hierzu der BV über die hierfür zu treffenden Maßnahmen. Die Ausdehnung der Gedenkstätte „Waldfrieden“ nun auch als Bodendenkmal zu schützen, ist so umzusetzen, dass Bürger*innen sich einen guten Überblick über die noch vorhandenen Strukturen des Lagerkomplexes bei einem Besuch auch ohne Führung verschaffen können. Hierfür muss jedoch das Gelände in einem ersten Schritt aufbereitet werden. In fußläufiger Nähe des Zwangsarbeiter*innenlagers befinden sich verschiedenen Schulen (z.B. das Immanuel-Kant-Gymnasium, das Kardinal-von-Galen-Gymnasium, die Johannes-Gutenberg- Realschule und die Hauptschule Hiltrup), die von dem Angebot „sichtbare“ lokale Geschichte im Rahmen des Geschichts-, Deutsch-, Politik- oder Philosophieunterrichts profitieren könnten. BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN MAN” EINFRIEREN Gar "münster Für dieses Zwangsarbeiter*innenlager liegen bereits Quellen für den Schulunterricht vor, da ein Zeitzeugenbericht in Buchform („Der kleine Ostarbeiter“) existiert. In diesem schildert ein elfjähriger Junge, wie er die Jahre während des Krieges in Hiltrup Zwangsarbeit leistete. Diese Lektüre eignet sich sowohl für den Deutsch-, Philosophie- als auch Geschichtsunterricht. Selten ergibt sich aus dem Unterricht hinaus, die Möglichkeit authentische literarische, geschichtliche Orte selbstständig zu erkundigen, um sich bis zu einem gewissen Grad noch einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. So wird Geschichte, selbst für jüngere Schüler*innen, erkundbar. Begründung: Rassismus, rechte Hetze und antisemitische Haltungen haben wieder Einzug in Parlamente, öffentliche Auseinandersetzungen, Plätze, Gassen, Kneipen, Medien gehalten. Was längst als überwunden galt, erblüht seit Jahren wieder im Herzen eines demokratischen Landes. Daher ist es wichtig, dass auch lokal vor Ort, (pädagogische), didaktische und lebensnahe Konzepte zur Verfügung stehen, um den Wert von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte erfahrbar zu machen. Zu verdeutlichen, dass diese weder für immer gesetzt noch selbstverständlich sind. Sondern von der aktiven Bürger*innenschaft tagtäglich getragen werden. Nur wer weiß was war, kann für das heute und morgen angemessen eintreten. In Hiltrup befinden sich die Überreste eines ehemaligen Zwangsarbeiter*innenlagers, zu dessen Geschichte bereits geforscht wurde. Schüler*innen, aber auch andere interessierte Bürger*innen können sich vor Ort über den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen auf die Menschen informieren. Sie können, müssen aber dafür beispielsweise nicht in das Zwangsarbeiter*innenlager Neugemmen (Hamburg) fahren. Gleichzeitig können sie so wirkungsvoll Argumente wie „Wir wussten von nichts“ effektiv widerlegt werden — ein Diskurs innerhalb der Familien angeregt werden. Hierdurch können Schüler*innen ein differenzierteres Geschichtsbewusstsein entwickeln. Carsten Peters Wilfried Stein
Stellungnahme zu Antrag A-H/0011/2019 (barrierefrei)
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Stadt Münster Amt für Bürger- uno Ereitg Berirkaverwaltung 61.35.0004 13. Mai 2019 \, fr 29.04.2019 Frau Dr. Dickers 6148 An die Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Über Ill, Herrn Stadtbaurat Denstorff Über 33.24, Geschäftsstelle der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Antrag Ifd. Nr. A-H/00%2019 der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen/ GAL in der Bezirks- vertretung Münster-Hiltrup vom 18.02.2019 „Zwangsarbeiter*innenlager Waldfrieden zum Bodendenkmal widmen“ Zwischenstand Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen/ GAL beantragt zu prüfen, ob das ehemaligen Zwangs- arbeiter*innenlager „Waldfrieden“ als Bodendenkmal umgewidmet werden kann. Der Lager- komplex soll weiter pädagogisch nutzbar gemacht werden. Die Bunkeranlagen und andere Baustrukturen sollen ausgegraben werden. Die Städtische Denkmalbehörde hat die im Antrag genannten städtischen Stellen (Villa-ten- Hompel, Stadtarchiv) um Stellungnahme und fachliche Einschätzung gebeten. Sie hat be- gonnen zu prüfen, ob der Lagerkomplex die Kriterien eines Bodendenkmals nach $ 2 Abs. 5 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (DSchG) erfüllt und in die Denkmalliste der Stadt Münster eingetragen werden muss. Die Ermittlung des Denkmalwertes und die Klärung der Frage, ob und ggf. in welchem Umfang der Lagerkomplex ausgegraben werden kann/ soll, erfolgt unter Beteiligung der LWL-Archäologie für Westfalen, die als Fachbehörde hier mit zuständig und zu beteiligen ist. Eine endgültige Stellungnahme kann erst dann erfolgen, wenn die Sachstandsermittlung abgeschlossen ist. Sobald dies der Fall ist, wird die Verwaltung der Bezirksvertretung Müns- ter-Hiltrup Bericht erstatten.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Windthorststraße 7
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Details
- Aktenzeichen
- A-H/0011/2019
- Typ
- Antrag an die BV Hiltrup
- Datum
- 11.03.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37