4012/2023
Jahresüberblick 2023/2024 der Stadtbibliothek Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/43 Vorlagen-Nummer 11.12.2023 4012/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 30.01.2024 Jahresüberblick 2023/2024 der Stadtbibliothek Köln Stadtbibliothek Köln Übersicht 2023/2024 Stadtbibliothek Köln Aktivitäten und Planungen 2023/2024 Der Ausschuss Kunst und Kultur soll über die wesentlichen Planungen für 2024 und die Aktivi- täten der Stadtbibliothek Köln aus dem Jahr 2023 informiert werden. Die Übersicht wird den Mitgliedern des Ausschusses Kunst und Kultur als Infobroschüre über den Verteiler sowie in der Sitzung zur Verfügung gestellt. Die Direktorin der Stadtbibliothek wird dem Ausschuss einen kompakten visualisierten Über- blick – auch über die aktuellen Planungen - geben. Gez. Charles
Anlage 1 Jahresübersicht 2023/2004
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2023 / 2024 Redaktion, Konzeption Stadtbibliothek Köln Druck medienzentrum süd, Köln Bildnachweis, falls nicht anders angegeben Stadtbibliothek Köln Stand Januar 2024 Stadtbibliothek Köln Josef-Haubrich-Hof 1 50676 Köln www.stbib-koeln.de © privatImmer am Puls der Zeit! „In einen kollaborativem Prozess haben wir eine Bibliotheksstrategie entwickelt – diese ist die Leitlinie unseres Handelns. Dabei orientieren wir uns an den Kölner Perspektiven 2030+ und den städtischen Klimazielen. So entstand beispielsweise ein Nachhaltigkeitskonzept für die Stadtbibliothek, das nun sukzessive umgesetzt wird. Wir verfolgen sehr aufmerksam die Entwicklungen zur Künstlichen Intelligenz und ermöglichen mit unterschiedlichen Programmformaten kritische Einblicke in diese wegweisende Thematik. Auch Diversität, Partizipation und gesellschaftliche Diskurse sind essenziell für uns. Ein weiteres Schwerpunktthema ist nach wie vor die Leseförderung – die Ergebnisse der PISA-Studie haben erneut gezeigt, dass wir hier nicht nachlassen dürfen. Deshalb beginnen wir mit spielerischen Ansätzen schon bei den Allerkleinsten, den Bücherbabys, und kooperieren intensiv mit Kitas und Schulen, damit wir möglichst niemanden zurücklassen. “ Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln Die Stadtbibliothek Köln hat in einem kollaborativen Prozess ihre strategische Positionierung überarbeitet. Im Strategiekonzept möchten wir den Kölner*innen aufzeigen, mit welchen Grund- sätzen, Leitgedanken und Zielen wir arbeiten und was sie von uns erwarten können. Auf dieser Basis richtet die Stadtbibliothek ihr Handeln, ihre Dienstleistungen und Angebote aus und entwickelt sie in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter. Zudem bietet das Strategiekonzept sowohl den Entscheidungsträger*innen in Politik und Verwaltung als auch den Mitarbeitenden eine Orien- tierung im Hinblick auf die künftigen Planungen. Unsere Vision ist, dass wir dank der breiten Vernetzung und dem engen Dialog mit der Bevölkerung sowie durch unsere Orte und Angebote aktiv zum Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft beitragen. Mit unseren Inhalten und Aktivitäten ermöglichen wir für alle einen inspirierenden, chancengerechten und partizipa - tiven Zugang zur Medien- und Wissensgesellschaft. Im Dialog mit unterschiedlichsten Partner*innen bieten wir Information, Inspiration, Integration, Inklusion, Interaktion und kritische Aus- einandersetzung mit gesellschaftlich relevanten sowie digitalen Entwicklungen auf dem jeweils aktuellsten Niveau – und nehmen so eine Vorreiterrolle ein. Gut aufgestellt – unser Strategiekonzept Die Reduzierung der Nutzungsgebühren ab Februar 2023 war ein Meilenstein für die Stadtbibliothek. Im Fokus standen dabei auch die vielen jungen Menschen, die zum Lernen und Arbeiten in die Bibliothek kommen. Für sie ist die Medienausleihe drei Jahre länger – bis zum 21. Lebensjahr – kostenfrei. Die Besucher*innen zeigten sich begeistert, was sich positiv auf die Akzeptanz auswirkte: – Die Zahl der Mitglieder insgesamt stieg um 10 % quer durch alle Altersgruppen. – Bei den unter 21-Jährigen sind es sogar 18 % mehr Mitglieder. Besonders erfreulich ist auch der Blick nach Kalk: – 2/3 der Besucher*innen sind unter 30 Jahre. – Etwa 30 % der Besucher*innen sind zwischen 11 und 20 Jahre alt. – 20 % Mitgliederzuwachs seit der Gebührenanpassung. Noch ein positiver Nebeneffekt: Die durch die Gebührenreduzie- rung prognostizierten Einnahmen verluste fallen deutlich geringer aus: Es wurden 240 000 Euro mehr eingenommen als geplant. Mehr Chancengerechtigkeit für alle © Marco Heyda Die grüne Bibliothek – Ziele für die Nachhaltigkeit Bibliotheken sind schon immer Orte des Teilens von Ressourcen und damit zutiefst nachhaltige Einrichtungen. Denn was nur vo- rübergehend benötigt wird, muss man nicht auf Dauer besitzen. Nachhaltigkeit ist daher ein zentraler Aspekt unseres Handelns. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen im Blick, arbeiten wir an unserem ökologischen „Fußabdruck” , also dem eigenen CO2-Ausstoß. So haben wir unsere neue Bus- bibliothek auf Biogas-Antrieb umgestellt, haben die Bibliothek der Dinge um viele Alltagsgegenstände aus Haushalt und Garten erweitert, ersetzen unseren Transporter durch ein E-Fahrzeug und erreichen durch Gebäudemodernisierungen hohe Energie- einsparungen. Auch die Generalsanierung der Zentralbibliothek am Neumarkt kann nach erfolgreichem Abschluss mit einer Ener- gieeinsparung von 80 % aufwarten. Ebenso ist eine energetische Sanierung der Stadtteilbibliothek Neubrück geplant. Aber auch weniger sichtbare Veränderungen tragen zum Schutz unseres Planeten bei – die Entwicklung eines Nachhaltigkeits- konzeptes, der Einzug von Refill-Stationen für Wasserflaschen in den Einrichtungen der Stadtbibliothek, der Einsatz von kompos- tierbaren Einbandfolien sowie von Recycling-Papieren. Als Teil der 1. Kölner Klimawoche stand das Social-Media-Studio im Mittelpunkt des Geschehens. Von hier aus wurden die Ge- spräche mit Expert*innen und Akteur*innen über verschiedene Aspekte von Klimaschutz an zwei Tagen live gestreamt. © Vereinte Nationen Floating Green „wandert“ durch die Veedel Ein ganz konkretes Nachhaltigkeitsprojekt nahm im Herbst 2023 Fahrt auf und wird den Kölner*innen in den kommenden Mona- ten immer wieder begegnen. Im Sinne unseres Bildungsauftrags arbeiten wir engagiert daran, das Bewusstsein dafür, wie wir alle nachhaltiger leben können, weiterzugeben. Mit unserem Projekt Floating Green vermitteln wir wertvolles Wissen rund um die Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit und vernetzen damit Akteur*innen in unserer Stadt mit unseren Nutzer*innen. Bis 2025 „floatet“ das Projekt durch alle Bibliotheksstandorte und informiert über ein breites Themenspektrum, darunter Ver- packungsvermeidung, die richtige Heizung, ökologische Land- wirtschaft und vieles mehr. An den Standorten sind dabei immer lokale Initiativen aus den Veedeln mit eingebunden, die sich und ihre Arbeit präsentieren, wie zum Beispiel die Verbraucherzent- rale NRW, Unverpackt-Unternehmerin Tante Olga und IGLU, die Drehscheibe für ressourcenschonenden Konsum. Floating Green wird vom NRW-Bildungsministerium gefördert und startete im Herbst 2023 in der Zentralbibliothek, bevor es nach Rodenkirchen weiterzog. Stationen im Frühjahr 2024 sind die Stadtteilbibliotheken Chorweiler und Kalk. Unser Fahrplan für den Klimaschutz Mit einer feierlichen Eröffnung wurde im Oktober 2023 die ers- te mit Biogas betriebene Busbibliothek Europas eingeweiht. Mit ihrem innovativen Antrieb setzt sie Maßstäbe für die Zukunft und reiht sich ein in unsere Bestrebungen, klimaneutral und nachhaltig zu handeln. Dazu fand ein buntes Fest auf dem Josef-Haubrich- Hof statt – mittendrin der neue Bus sowie Infostände zum Thema Biomüll der AWB und zu Floating Green. Die neue Busbibliothek ist mit einer individuellen Innenausstat- tung auf die Kölner Bedürfnisse zugeschnitten und bietet noch mehr Möglichkeiten als zuvor. Es gibt Platz für kleine Veranstal- tungen, eine Sitzbank lädt zum Lesen und Träumen ein, ein großer Screen bietet eine Projektionsfläche für Filme, Bilderbuchkino oder zur Anzeige von Informationen. Mit einem Angebot von mehr als 3000 Medien ist sie ein echtes Raumwunder. Ein besonde- res Highlight ist das gläserne Dach, durch das man in den Kölner Himmel sehen kann. Entwickelt wurde die Busbibliothek vom finnischen Hersteller Kiitokori Oy. Sie ist mit Biomethangas-Antrieb die erste dieser Art in Europa. In Zusammenarbeit mit den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln (AWB) ist hier eine nachhaltig fahrende Stadtteilbibliothek ent - standen, die fast vollständig auf CO2-Emissionen verzichtet. Der CO2-Ausstoß kann so von 18 auf nur 0,5 Tonnen reduziert wer- den. Getankt wird gemeinsam mit den Kölner Müllfahrzeugen. Dafür landet der Bioabfall in einer Vergärungsanlage der AWB, wo der Biomüll in Biomethangas umgewandelt wird – somit eine ideale Kooperation und ein perfekter Wirtschaftskreislauf in einer Großstadt. „Die Busbibliothek ist ein wichtiger Baustein in unserem umfang- reichen Angebot und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität in den äußeren Stadtbezirken bei. Dass wir damit einen innova- tiven Beitrag zum Erreichen der Klimaziele der Stadt Köln leisten, war uns ein wichtiges Anliegen“ , erklärt Hannelore Vogt. Wir sind fit für die Zukunft Ein wichtiger Schritt: Unsere zentrale Bibliotheks-IT ist seit 2023 zukunftssicher im städtischen Rechenzentrum untergebracht. Der neue Serverstandort gewährleistet einen performanten Betrieb und erfüllt die bestmöglichen IT-Sicherheits- und Datenschutz- standards. Zusammen mit dem städtischen Amt für Informations- verarbeitung und der Firma Netcologne wurde der Umzug in nur zwei Tagen bewältigt. Alle Besucher*innen hatten Verständnis dafür, dass die weiterhin geöffneten Bibliotheken währenddessen nur vor Ort genutzt werden konnten. Im Rahmen der Generalsanierung der Zentralbibliothek werden weitere umfangreiche Umzüge der technischen Infrastruktur er- forderlich. Im Interim in der Hohe Straße kommen erstmals neue Selbstbedienungsgeräte zum Einsatz, wie zum Beispiel ein intel- ligentes RFID-gestütztes Rückgaberegal. Selbstverständlich wird auch der bewährte Schrank für die Selbstausleihe technischer Geräte wie Laptops, iPads und E-Reader am neuen Standort sei- nen Platz finden. Außerdem laufen die Vorbereitungen für den Umstieg auf eine neue Bibliothekssoftware. Und die Stadtbiblio- thek wird für die Online-Mitgliederanmeldung als erstes städti- sches Amt eine Schnittstelle zur BUND ID erhalten. Künstliche Intelligenz Seit der öffentlichen Verfügbarkeit von generativer Künstlicher Intelligenz mit Chatbots und Bildgeneratoren ist KI plötzlich in aller Munde. Für die Bibliothek als Vermittlerin von Informationen, Bildung und Medienkompetenz und als Ort des lebenslangen Lernens und der demokratischen Teilhabe hat das Thema zent- rale Relevanz. In den Bibliotheks- und Methodentrainings für Schüler*innen wurden die Möglichkeiten von KI in den Rechercheprozess einge- bunden, um einen sinnvollen Einsatz zu demonstrieren. Mit dem neu entwickelten Konzept „KI & Du“ wird nun auch in der Mittel- stufe vermittelt, dass KI ein Werkzeug ist, dessen Handhabung erlernt werden muss und das auch Risiken birgt. Außerhalb des Schulkontextes wird in den regelmäßigen Work- shops der Digitalen Werkstatt das Tool ChatGPT vorgestellt und kann auch ohne Registrierung unter Anleitung ausprobiert wer- den. In zwei öffentlichen Veranstaltungen mit den renommierten KI-Fachleuten Doris Weßels und Kristian Kersting wurde 2023 auch über die immense gesellschaftliche Bedeutung des Themas mit einem großen Publikum intensiv diskutiert – ein Diskurs, der in den nächsten Jahren fortgeführt wird. Das 6. MINT-Festival stand unter dem Motto „Gestalte den Wan- del” . In den über hundert kostenlosen und ausgebuchten Work- shops wurden während der Herbstferien 2023 fast alle Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung abgedeckt. Clarissa Corrêa da Silva, Moderatorin von „Wissen macht Ah!“ , eröffnete das Festival mit ihrem Buch Mein wunderbares Ich. Gemeinsam mit dem Illustrator Maurizio Onano zeigte sie spie- lerisch, wie unsere Gene uns zu Menschen machen, die wir sind. Neben Dauerbrennern wie Chemie aus der Küche und Coding fanden Veranstaltungen zur Mobilität in der Smart City, ein DIY- Fahrradworkshop und Basteln XXL statt, bei denen Kinder die Fortbewegungsmittel der Zukunft designen konnten. Ein Highlight war die Ausstellung Mathematik zum Anfassen! des Mathematikums Gießen. Noch nicht ganz aufgebaut, zog sie bereits wie ein Magnet die Kinder an. Aber auch Erwachsene hatten ihren Spaß und bauten Körper oder tüftelten aus, welches die kürzeste Strecke ist, um alle Hauptstädte der Bundesländer abzufahren. Mit MINT den Wandel gestalten Beim abschließenden MINT-Aktionstag gab es zum Beispiel Stän- de zu Zauberwürfeln und Algorithmen, zu Insekten in Lebens- mitteln, es wurden Windräder aus Klopapierrollen gebastelt und vor der Zentralbibliothek gab es einen Fahrradparcours und eine Fahrrad-Reparaturwerkstatt. Auch schon das Maker-Kids-Programm in den Osterferien stand mit Programmierworkshops, Roboterbau, Papierschöpfen, dem Bau von Solarautos, chemischen Experimenten, virtueller Realität und Upcycling ganz im Zeichen von MINT und Selbermachen. Getüftelt wird auch 2024 – die siebte Ausgabe der MINTköln findet wieder während der NRW-Herbstferien im Oktober statt. Begeisterte Teilnehmer*innen des 6. MINT-Festivals: „Mein Sohn meinte, es war die coolste Roboter-Action, die er bisher kannte. Vielen Dank für dieses Event. “ „Meine Tochter war begeistert. Die Tasche ist ganz toll geworden. “ „Sehr kompakter Einblick in ein sehr umfangreiches, tolles Coding- Programm! Freue mich schon darauf, mich nach der sehr intensiven Einführung selbstständig weiter damit zu beschäftigen! Vielen Dank!“ Unsere MINT-Aktivitäten wären ohne die tatkräftige Unterstüt - zung durch unser riesiges Partnernetzwerk undenkbar. Die meis- ten der folgenden Institutionen begleiten uns schon seit vielen Jahren – wir bedanken uns sehr herzlich unter anderem bei: Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informations- systeme IAIS Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB) Codiviti Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) Hausdorff Center for Mathematics Frühes Forschen Langenfeld Klanginstitut RheinEnergie AG Deutsche Telekom Stiftung, Wasserschule Köln e. V. Deutsches Museum Bonn Codingschule Düsseldorf Ingenieure ohne Grenzen e. V. Mathematikum Gießen e. V. NRW.Energy4Climate T echnik zum Anfassen Einblicke in neue Technologien und Entwicklungen: Nicht alle haben Zugang oder entsprechende Kenntnisse, um mit den immer schneller wachsenden technischen Anforderungen – aber auch kreativen Möglichkeiten – Schritt halten zu können. Unsere Makerspace-Workshops zu 3-D-Druck und -Modellierung, Schneideplotter, Lasercutter und Virtual Reality sowie die Ein- führungen zu Videotechnik und -Schnitt im Social-Media-Studio können kostenlos und ohne große Vorkenntnisse besucht wer - den. Die entsprechende Technik steht danach jederzeit für eigene Projekte zur Verfügung – übrigens auch in immer mehr Stadtteil- bibliotheken wie etwa in Porz, Kalk und Rodenkirchen. Mit den Maker Kids gibt es immer in den Osterferien auch ein ent- sprechendes Programm für Kinder. Aber auch Kultur und Kreativi- tät kommen mit Workshops für Computerreparatur, Zauberwürfel lösen, Gitarrespielen, Nähmaschinen und Stenographie nicht zu kurz. Auch 2023 war der Roboter NAO wieder am Start. Neben Präsen- tationen und offenen Programmierstunden können Kinder und Erwachsene in der Veranstaltung „Neue Tricks für NAO“ nun eige- ne Programme erstellen, sie an NAO testen und sich dabei Tipps von einem Experten holen. Auch beim Jubiläum in der Stadtteil- bibliothek Rodenkirchen durfte NAO nicht fehlen. Ab 2024 wird NAO regelmäßig bei Klassenführungen eingebunden und geht auf Tour durch die Stadtteilbibliotheken. Einblick in digitale Alltagsthemen für alle bieten die Workshops der Digitalen Werkstatt zu Social Media (TikTok, Facebook, Pinterest, Mastodon), Fotografie und Bildbearbeitung, den vielfäl- tigen Digitalangeboten der Stadtbibliothek (E-Medien, Film- und Musikstreaming, digitale Noten) und den Digitalisierungsmöglich- keiten für analoge Medien. Ein besonderer Schwerpunkt war 2023 der Umgang mit Cybermobbing, Hatespeech, Verschwörungs- theorien, Fake News und Influencer-Marketing sowie das Digitale Wohlbefinden – hier waren vor allem Eltern angesprochen. Geschichten, Abenteuer und neue Lesefreunde Glänzende Kinderaugen vor der Glasvitrine im Untergeschoss der Zentralbibliothek und in den Kinderbereichen der Stadtteil- bibliotheken: Das neue Heft, welches in leuchtendem Rot und mit maskierten Figuren auf dem Titel alle Blicke auf sich zieht, ist eines der jüngsten Projekte der Stadtbibliothek. Unter dem Namen Bücherbande ist 2023 eine umfangreiche Leseförder - initiative entstanden, die Kinder-, Eltern- und Bibliothekar*innen- Herzen höher schlagen lässt. Als Partnerin im Bildungssystem verschreiben wir uns schon seit Jahrzehnten dem Ziel, einer der wichtigsten außerschulischen Lernorte zu sein und ein aktives Lern- und Weiterbildungsange- bot für Jung und Alt zu schaffen. Dies fängt bei den Kleinsten mit Vorlesestunden an und setzt sich in der Vermittlung von Informa- tions- und Medienkompetenzen fort. Gerade die Leseförderung ist eine Herzensangelegenheit. Größter Beliebtheit erfreut sich dabei unser Lesehund Rudi Rakete. Die tiergestützte Leseförde- rung ist seit vielen Jahren in mehreren Stadtteilbibliotheken ein Dauerbrenner. Rudi Rakete vorzulesen macht den Kindern große Freude und gibt Selbstvertrauen beim Lesen. Leseförder-Apps wie eKidz und Tigerbooks ergänzen das um- fangreiche Vor-Ort-Angebot. Der alte Leseclub hat 2023 jedoch ausgedient – zu alt, zu oft ge- sehen, zu wenig nachhaltig. Das neue, in einem kleinen Team ent- wickelte Konzept folgt dem Prinzip eines Freundschaftsbuches. Auf 15 Seiten können die Kinder 15 gelesene Bücher eintragen. Dazu werden Fragen zum Buch gestellt: Wie lautet der Titel des Buches? Wer hat es geschrieben? Wie gut hat dir das Buch ge- fallen? Dabei gleicht keine Seite der anderen, jedes Buch kann individuell eingetragen werden – mal eher schriftlich und mit Worten, mal künstlerisch kreativ. So bleibt jede neue Seite eine kleine Wundertüte und macht Lust und Laune auf den nächsten Bucheintrag. Dazwischen locken Spiele- und Rätselseiten und geben Einblicke in das weitere Programm. Für die Grafik war es ein großer Wunsch, mit den beiden preis- gekrönten Kölner Kinderbuch-Illustratorinnen Heike Herold und Katrin Stangl zusammenzuarbeiten. Beide haben schon zahlrei- che tolle Kinderbücher gestaltet und bestechen in ihrem Stil mit satten Farben, einem Siebdruck-ähnlichen Bildaufbau sowie flä- chigen Formen. So entstanden im kreativen Prozess das Bücher- bande-Mitmach-Buch für Kinder ab dem Grundschulalter und das Bücherbande-Mini-Malbuch für die Kleineren sowie Stempel, Sticker, Flyer und Poster. Unterstützt wurden die Illustratorinnen von der Designerin Anja Neuefeind. Das Projekt überzeugte auch zwei große Förderer, die Imhoff Stiftung sowie die Sparkasse KölnBonn, die die Umsetzung mit je 12 000 Euro großzügig fördern. Darüber hinaus gab die Imhoff Stiftung weitere Gelder zur Anschaffung neuer Kinderbücher. So reißt das Lesevergnügen in den Kinderbuchbereichen so schnell auch nicht ab. Sich willkommen und wohlzufühlen ist auch immer eine Frage der räumlichen Gestaltung. In den nächsten Jahren werden daher weitere Standorte mit extra eingeworbenen Fördermitteln renoviert, saniert und umgestaltet: 2024 folgt die Stadtteilbibliothek Sülz, 2025 Mülheim mit einem an die starke Nutzung angepassten neuen Raumkonzept. Die generalsanierte Stadtteilbibliothek Neubrück soll zu einem Be- gegnungsort für Menschen jeden Alters werden. Hier wird zu- sammen mit dem Bürgerverein Köln-Neubrück e. V. ein offenes Haus entstehen, mit flexibel nutzbaren Räumen und viel Platz zum Lesen, Arbeiten und zum Selbermachen und Experimentie- ren wie Nähen, Singen, Kochen. Es wird ein Haus der Information, der Inspiration, Integration und Interaktion, in dem sich Menschen wohlfühlen sollen und in das sie gerne kommen. Aus den Stadtteilbibliotheken Ehrenfeld erstrahlt in neuem Glanz Unsere Veedel brauchen starke Stadtteilbibliotheken! Sie sind offene und kostenlose Begegnungs- und Aufenthaltsorte mit einem breiten Angebot an unterschiedlichsten Medien und viel- fältigen Lese- und Arbeitsplätzen, sie bieten Raum für Begegnung und Kommunikation. Das Kalker Wohnzimmer, wie die Bibliothek in Kalk liebevoll genannt wird, aber auch die neu gestalteten Stadtteilbibliotheken Rodenkirchen, Nippes und Ehrenfeld sind einladend, niederschwellig und im Veedel präsent. „Hier bleibe ich!“ Sogar über Nacht wollte eine Kundin nach der Neugestaltung der Stadtteilbibliothek Ehrenfeld dort verwei- len, so gemütlich wirken die Räume nun. Das gesamte Biblio- theksmobiliar wurde ausgetauscht, frische Farben und Design- elemente schmücken die Wände, behagliche Sitzmöbel laden die Besucher*innen zum längeren Aufenthalt ein. Auf die kleinen Gäste wartet ein großer Kuscheltierhase und in der Mitte der Bibliothek hat gar ein Baum Platz gefunden. Neues aus Porz, Sülz und Mülheim Nach den Standorten Nippes und Neubrück haben 2023 auch Mülheim und Porz am Qualifizierungsprogramm „Strategieent - wicklung für Stadtteilbibliotheken“ der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken in NRW teilgenommen, passende Handlungsfelder identifiziert und geeignete Maßnahmen entwickelt. Dazu gehören beispielsweise eine Zielgruppenanalyse, verbesserte Aufenthalts- qualität sowie mehr Sichtbarkeit und Bekanntheit im Stadtteil. Bereits im Januar 2024 wird in Porz mit der neuen Kinder- und Jugendbibliothek ein zeitgemäßer Begegnungsort zum Wohlfüh- len feierlich eröffnet. Mit Fördermitteln des Landes NRW wurden ein neuer Bodenbelag, farblich gestaltete Zonen für unterschied- liche Altersgruppen, Kreativbereiche und ausreichend Arbeits- plätze für Schüler*innen realisiert. Weitere Veränderungen sind in Vorbereitung. Ausstellung Transit – Chorweiler × Kollwitz Der selbst aus Köln-Chorweiler stammende Fotograf Damian Zimmermann hat fast fünfzig Kinder und Jugendliche aus dem Umfeld der Graffiti-Kreativwerkstatt Outline an ihnen wichtigen Orten in ihrem Viertel fotografiert. Auf diesen Fotos basierte eine vielbeachtete Ausstellung im Käthe Kollwitz Museum. Eine von den Porträtierten getroffene Foto-Auswahl kehrte nun zurück an den Entstehungsort. Den Fotos wurden in der Stadtteilbibliothek Reproduktionen der eigenen Graffiti-Werke gegenübergestellt. Das vielfältige Rah- menprogramm zur Ausstellung umfasste öffentliche Führungen durch einige professionell als Guides ausgebildete Jugendliche sowie Workshops, Klassenführungen und Stadtspaziergänge durch Chorweiler. Es darf gefeiert werden: 50 Jahre Rodenkirchen Am 10. November 2023 wurde in Rodenkirchen ein doppeltes Jubiläum gefeiert: 50 Jahre Stadtteilbibliothek und 20 Jahre Förderverein Literamus e. V. Wenige Jahre nach der Eröffnung im Oktober 1973 mit einem Bestand von 4 000 Büchern zog die Bibliothek von der Gesamt- schule Rodenkirchen in die Bezirksverwaltungsstelle um und ist nun seit 1991 in der Schillingsrotter Straße 38 beheimatet. Hier gibt es heute nicht nur über 32 000 entleihbare Medien, son- dern auch einen Loungebereich, Lern- und Arbeitsplätze sowie ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm – mitgestaltet von Literamus. Der Förderverein steht für Literatur und Musik, für 20 Jahre Kul- turprogramm mit vielen Highlights, für tolle Ideen, kreative Köpfe, beständiges Engagement und Hartnäckigkeit, als 2003 im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Schließung der Stadtteilbiblio- thek drohte. Gaming ist Wissen Gaming fördert kognitive Kompetenzen, sensomotorische Fähig- keiten und – insbesondere bei Multiplayer-Games – die Sozial- kompetenz. Und vor allem macht es Spaß! Das schon traditionelle „GamesCom Warm-up“ brachte mit vier differenzierten Statio- nen wieder Leute unterschiedlichsten Alters zusammen. Neben den wöchentlichen Gaming-Treffs in Kalk und Chorweiler und Escape-Games in Haus Balchem bieten wir Computer- und Kon- solenspiele zur Ausleihe und in fast allen Bibliotheken Stationen zum Spielen und Lernen vor Ort. Mehr denn je wird auch wieder analog gespielt! Neugierige ab 16 Jahren treffen sich seit März 2023 in der Zentralbibliothek, um gemeinsam die kreative Welt der Pen-&-Paper-Spiele zu entde- cken und in fiktiven Rollen gemeinsam durch Erzählen und Wür- feln jeweils ein abgeschlossenes Abenteuer zu erleben. Ganz nebenbei werden Empathie, Kommunikationsfähigkeit und stra- tegisches Denken gefördert. Bei dem bundesweit stattfindenden „Stadt-Land-spielt!“ probierten Menschen aller Altersklassen erst- mals auch bei uns zusammen neue Spiele aus, natürlich auch die prämierten und nominierten Spiele des Jahres. Mit Kultur für morgen lernen Musik machen und erleben Neben den sehr gefragten entleihbaren Musikinstrumenten gibt es nun auch Live-Konzerte von Kölner Musiker*innen mitten in der Bibliothek. Auch mehrere Gruppen von Schüler*innen der IGIS-Schule konnten auf ihrer Tour durch die Stadt die Biblio- thek im Rahmen einer Kooperation mit der Offenen Jazz Haus Schule als Ort der Musik erleben. „Kanti – ein Chor für alle“ trifft sich jeden Donnerstag, um mit einem erfahrenen und motivieren- den Leiter gemeinsam zu singen. Flügel, E-Piano, E-Drums und E-Gitarren stehen in der Musikbibliothek zum eigenen Musizieren zur Verfügung. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Kölner Philharmonie und mit der Oper Köln wurde 2023 mit Werkeinführungen in der Bibliothek und einem anschließenden gemeinsamen Konzert- und Opernbesuch weitergeführt. Und auch die sehr beliebten Ukulele- und Vinyl-DJ-Workshops finden weiterhin statt. T exte recherchieren und kritisch einordnen Medien- und Informationskompetenz sind Schlüsselqualifika - tionen im immer digitaler werdenden Alltag. Das neu lizenzierte Portal RiffReporter unabhängiger Journalist*innen erweitert jetzt das bestehende Portfolio rund um die Uhr kostenlos zugänglicher Pressedatenbanken wie Nexis, SZ-Archiv und Pressreader. Zur Unterstützung der Kölner Schulen bietet der Schulservice für alle Altersstufen aktivierende Angebote mit individuell anpass- baren Inhalten und Methoden. In der neu ins Programm genom- menen „Fake News Factory” können 9. und 10. Klassen selbst Falschmeldungen erstellen und lernen, woran man sie erkennt. Auch rund um den Tag der Pressefreiheit am 3. Mai konnten sich Schüler*innen im Rahmen der bundesweiten Schülermedientage digital und vor Ort über qualitative Recherche und die Verschie- denheit von Informationsquellen informieren. Zur Veranstaltung über Fake News kamen gleich sechzig Schüler*innen auf einmal – ein Erfolg auf ganzer Linie. Selbst kreativ werden Die regelmäßigen von SchreibLand NRW geförderten Schreib- werkstätten fördern das Vertrauen in die eigene Kreativität. Die Kölner Jugendbuch-Autorin Christina Bacher verriet einem Team von zehn Kindern Tipps und Tricks, wie man einen spannen- den Krimi schreibt, eine Geschichte „plottet“ und woher die Ideen kommen. Alle Geschichten konnten die Kinder schließlich bei ei- ner großen Abschlussveranstaltung präsentieren. Auch unsere Lernteams für Erwachsene widmen sich in kleinen, von einer geschulten Moderatorin begleiteten Gruppen immer wieder Themen wie Handlettering, Bullet Journal oder Kreativem Schreiben. Diskurse: Gesellschaftliche Entwicklungen, Diversität, Antirassismus, Fake News, Demokratie Aktuelle Diskurse und spannende Sachbuch-Neuerscheinungen stehen stets im Mittelpunkt des Kulturprogramms in der Zentral- bibliothek. 2023 lag ein Fokus auf den Themen Identitätskrise und -findung. Wobei sich diese nicht nur, wie zum Beispiel bei den Autorinnen Angelina Boerger mit Kirmes im Kopf, in Peer Jongelings Emil:ia oder Clarissa Corrêa da Silvas Mein wunder- bares Ich, in unterschiedlichster Form auf die individuelle Ebe- ne beziehen, sondern die Diagnose Identitätskrise, wie in Alice Hasters gleichnamigen Werk, auch auf unsere Gesellschaft als Ganzes zutreffen kann. Melina Borčak stellt sich mit Mekka hier, Mekka da gegen anti- muslimische Ressentiments, Natasha A. Kelly verbindet mit Schwarz. Deutsch. Weiblich den Kampf für Geschlechterge- rechtigkeit mit dem gegen Rassismus. Welche Gestalt Protest annimmt und welche Argumente er vorbringt, ist Thema in den Essays Links ist nicht woke von Susan Neiman und Protest von Yasmine M’Barek. Für 2024 sind Veranstaltungen unter anderem zu den Themen- feldern Feminismus und Demokratie geplant – das Grundgesetz feiert 75-jähriges Jubiläum und Europawahlen stehen genauso an wie Präsidentschaftswahlen in den USA. Aber auch die Klimakrise und andere Konflikte von Iran bis Ukraine verlieren wir nicht aus dem Blick und behalten beim Thema KI das Ohr auf der Schiene. Man darf gespannt sein! Aktiv gegen Antisemitismus Die 1959 gegründete Germania Judaica ist eine der bedeutend- sten europäischen Spezialbibliotheken zur Geschichte und Ge- genwart des deutschsprachigen Judentums. Mit ihren Medien, Veranstaltungen und Bildungsangeboten leistet sie einen wichti- gen zivilgesellschaftlichen Beitrag zur Antisemitismusprävention. In einem von Lehrkräften mit Förderung durch das Land NRW entwickelten Workshop lernen Schüler*innen nun die Bibliothek aktiv und praxisnah kennen und erfahren dabei auch Neues über unbekannte Aspekte der jüdischen Kultur. Zum Beispiel waren es zumeist jüdische Autoren, die das Superhelden-Comic-Genre er- funden haben! Peter Finkelgruen, ein unermüdlicher Kämpfer gegen Nazitäter und ihre Helfershelfer, berichtete von seinem Leben zwischen Shanghai, Prag, Israel und Köln. Christian Geisslers neu heraus- gegebener Roman Anfrage führte zu lebhaften Diskussionen über das Thema „Entnazifizierung 2.0 – Was haben wir aus unse- rer Geschichte gelernt?“ Eine berührende Lesung mit Musik widmete sich dem bedeutends- ten jiddischen Dichter des 20. Jahrhunderts, Abraham Sutzkever. Schließlich sprach Meron Mendel in einer ausverkauften Matinée über Deutschlands herausforderndes Verhältnis zu Israel. Das Heinrich-Böll-Archiv steht für facettenreiche Buchpräsenta- tionen, Lesungen und Gespräche. Zu Gast waren 2023 u. a. Mohsen Banaie und Christoph Danne sowie Mathijs Deen und Markus Orths. Die Eröffnung der Aktions- woche „verbrannt & verbannt – 90 Jahre Bücherverbrennung“ gestalteten Lale Akgün, Fatih Çevikkollu, Navid Kermani, Eva Weissweiler und Günter Wallraff. Die Stadtbibliothek war auch wieder ein Veranstaltungsort des Kölner Festivals für Weltliteratur poetica. Außerdem stellte Ismene Poulakos den ersten Band ihrer Köln Stories vor. Das neue, mit der Buchhandlung Klaus Bittner entwickelte For- mat „Anderland“ rückte im Frühjahr und im Herbst die Poesie ins Blickfeld. Namhafte Autor*innen wie Federico Italiano, Raoul Schrott, Jan Wagner, Jenny Erpenbeck, Monika Rinck und Uljana Wolf stellten ihre Werke vor. Ein Höhepunkt war die Verleihung des Heinrich-Böll-Preises 2023 an Kathrin Röggla, die am Vortag der offiziellen Preisverlei- hung in der Zentralbibliothek ein Werkstattgespräch mit Sandra Kegel führte. In diesem Kontext erscheint in Kürze der 5. Band der Preisreden in der Schriftenreihe der beiden Archive. . Literarische Begegnungen Diversity nachhaltig etablieren Die Förderung der Vielfalt ist ein wichtiges Anliegen der Stadt - bibliothek. Unser Ziel ist es, Diversity in allen Angeboten mitzu- denken: So gab es im Jahr 2023 – zum Teil mit Unterstützung des Programms „360° – Fond für Kulturen der neuen Stadtgesell- schaft“ der Kulturstiftung des Bundes – im Kulturprogramm, bei den MINT- und Maker-Events, beim Gaming und im neuen Projekt Floating Green zahlreiche Veranstaltungen, die sich diversitäts- sensiblen Themen widmeten. Auch die Vorleseformate, Kita- und Klassenführungen greifen das Thema Vielfalt auf. Zur Verstetigung unserer Diversity-Strategie wurde ein Schu- lungskonzept entwickelt: Alle neuen Mitarbeitenden werden von eigens ausgebildeten Kolleg*innen in das Thema Diversity und in das Diversity-Konzept der Stadtbibliothek eingeführt. Was Vielfalt und Integration für uns bedeuten „sprachraum“ – Integration und Begegnung Der sprachraum der Stadtbibliothek Köln ist ein offener Lernort für Menschen unterschiedlichster Herkunft und ein Treffpunkt für den interkulturellen Austausch. Gemeinsam sprechen, Aufgaben bearbeiten oder einfach nur neue Kontakte knüpfen – vieles ist möglich. Bereits seit 2015 helfen Ehrenamtliche bei Fragen rund ums Deutschlernen weiter. Die Ehrenamtlichen selbst sind so breit aufgestellt wie das zahlreiche Publikum. Voller Energie und Tatendrang leistet jede*r was sie oder er kann und vermittelt bei komplexeren oder rechtlichen Fragen einen passenden Kontakt. Vielfältige Programmpunkte bieten dienstags bis freitags einen zusätzlichen Anreiz, den sprachraum zu besuchen. Dazu zählen neben drei Gesprächskreisen (einer davon digital) Angebote wie Hilfe beim Briefe verfassen und Hilfe beim Erstellen von Bewer- bungsunterlagen. Nicht nur bei den Ehrenamtlichen und den Besucher*innen hat sich der sprachraum und auch die Bibliothek als dritter Ort etabliert. Besuch aus aller Welt Die Stadtbibliothek Köln war auch 2023 wieder ein begehrtes Ziel. Für teils mehrwöchige Hospitationen und für Gruppen- führungen konnten wir zum gegenseitigen Praxisaustausch Fachkolleg*innen aus Dänemark, Indien, Italien, Korea, Litauen, Neuseeland, der Slowakei und Tschechien begrüßen. Im Rahmen des Young African Library Innovators-Programms der Non-Profit-Organisation EIFL (Electronic Information for Lib- raries) verbrachten auch leitende Bibliothekar*innen aus Ghana, Namibia, Uganda und Kenia einige Tage in Köln und waren an- schließend voll des Lobes: „Wir sind mit einer Fülle von Ideen und Anregungen nach Hause zurückgekehrt, die wir verarbeiten und ausbauen wollen, um die öffentlichen Bibliotheken in der ganzen Welt zu verbessern. ” Sogar zweimal gab es hohen Besuch in Kalk. Der Botschafter der Niederlande Ronald van Roeden sowie Ahmed Aboutaleb, Bürger meister von Rotterdam, informierten sich bei ihren Köln- Besuchen persönlich über das auch fünf Jahre nach der Eröff - nung noch immer wegweisende Konzept der vom niederländi- schen Architekten Aat Vos gestalteten Stadtteilbibliothek. Auch der WDR war mehrfach zu Gast und nutzte in einer Livesendung die Bibliothek als Ort der aktiven Teilhabe. Im noch bis 2025 laufenden EU-Projekt „Books without Borders“ wurden mit Organisationen aus Norwegen und Polen unter ande- rem Kriterien für die Auswahl und Produktion geeigneter Bücher ermittelt. Ziel der Treffen internationaler Bibliothekar*innen ist es, ein besseres Angebot an barrierefreien Büchern zu schaffen. Im Blick haben wir damit all diejenigen Menschen, denen das Lesen schwer fällt, zum Beispiel Deutschlernende, Legastheniker*innen oder Leseferne. Sanierung und Umzugsplanung Nach einer längeren öffentlich ausgetragenen Diskussion hat der Rat der Stadt Köln einstimmig entschieden, dass die Zentralbib- liothek ab 2024 generalsaniert wird. Die Vorbereitungen laufen weiterhin auf Hochtouren: Die Umzüge sind bis ins letzte Detail geplant und der Generalunternehmer für die Sanierung, die Firma Züblin, steht bereit. In der Zwischenzeit wurde das Haus mit einem Laserscanner erfasst – an 14 Milliarden Punkten im Haus. Die 3-D-Daten, die damit erstellt werden konnten, dienen der Planung der Sanie- rungsmaßnahmen sowie der Dokumentation des ursprünglichen Gebäudes. Die Ergebnisse beeindrucken und sind im Blog der Stadtbibliothek zu bestaunen. Ende Juni 2024 freuen wir uns auf ein großes Abschiedsfest mit allen Nachbar*innen, Freund*innen und Besucher*innen am Josef-Haubrich-Hof, ehe es ins Interimsquartier in die Hohe Straße geht. Hallo liebes Bibliotheks-Team, ich wollte euch nur mal kurz ein starkes Lob aussprechen. Ich habe auf das fast vergangene Jahr zurückgeblickt und festgestellt, wie viel ich die Angebote der Bibliotheken nutze und was für einen sagen- haften Job ihr macht. Ich lerne eine Sprache mit Rosetta Stone – toll, dass jetzt auch das Handling mit der iPhone-App so reibungslos funktioniert, ich liebe die Neuverortungstermine, schätze Stadtbib- liothek, Kalk und Neubrück als Third Space und natürlich euer Kern- angebot als Verleiher von Büchern, Medien und mehr. Ihr habt so un- fassbar viel geilen Kram, es ist eine wahre Freude! Danke, dass es euch gibt! Danke, dass ihr so einen tollen Job macht und dabei immer so jung, dynamisch und hilfsbereit seid. Danke, danke, danke! Genießt die Vorweihnachtszeit und auf ein erfolgrei- ches 2024 für euch! Stephan „Von, One, two, three, four!, zu 10101000110010 – Schallplatten digitalisieren an der Vinylbar in der Stadtbibliothek“ Marthe: Ihr seid toll, dass Ihr diese ganzen Möglichkeiten zur Verfügung stellt! Bibliotheken rocken! (Rezension via Google) Mit den Worten unserer Nutzer*innen ... Zahlen, Daten, Fakten Das Bibliothekssystem Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek, Musikbibliothek, Makerspace, MINTspace, sprachraum, Heinrich-Böll-Archiv, Literatur-in-Köln-Archiv (LiK), Blindenhörbibliothek, Bibliothek Germania Judaica e. V. NEU! Ab März 2024 ist die Zentralbibliothek auch samstags bis 18 Uhr geöffnet. Stadtteilbibliotheken 11 Stadtteilbibliotheken und die minibib in Chorweiler Busbibliothek 18 Haltestellen Besucher*innen davon virtuell 6 421 731; 28 % mehr als im Vorjahr 4 081 350; 35 % mehr als im Vorjahr Fast 70 % unserer Besucher*innen sind unter 40 Jahre alt. Drittmittel: Für das Jahr 2023 wurden 442 695 Euro an Drittmitteln akquiriert. Die Ausleihrenner 2023 Belletristik Ewald Arenz: Die Liebe an miesen Tagen Sachbuch Prinz Harry: Reserve Kinderbuch Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 17: Voll aufgedreht! Hörbuch Dörte Hansen: Zur See Film Elvis Kinderfilm Encanto Musik-CD AnnenMayKantereit: Es ist Abend und wir sitzen bei mir Social Media Instagram 5 577 Follower*innen (+ 777 Follower*innen) Facebook 7 400 Follower*innen (+-0) Mastodon (seit 23/03/2023) 725 Follower*innen Bluesky (ab 25/10/2023) 225 Follower*innen Team Stellen 159 Beschäftigte 247 (davon 46 Aushilfskräfte für samstags und sonntags) Ehrenamtliche 175 Programme und Veranstaltungen Veranstaltungen 2 706 Besucher*innen 47 256
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Hohe Straße
- Schillingsrotter Straße 38
- Josef-Haubrich-Hof 1
- Neumarkt
- Straße 3
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Details
- Aktenzeichen
- 4012/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.12.2023
- Erstellt
- 04.12.2023 13:54