2950/2022
Kliniken der Stadt Köln gGmbH: Bürgereingabe gem. § 24 GO NRW bezüglich strategischer Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln sowie bei ambulanten Trägern
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/II/2 Vorlagen-Nummer 21.09.2022 2950/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 27.09.2022 Kliniken der Stadt Köln gGmbH: Bürgereingabe gem. § 24 GO NRW bezüglich strategischer Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln sowie bei ambulanten Trägern Im Ausschuss für Bürgerbeteiligungen, Anregungen und Beschwerden wurde in der Sitzung am 05.09.2022 die Bürgereingabe bezüglich strategischer Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln sowie bei ambulanten Trägernbeiliegende behandelt (siehe Anlage, Session Nr. 2505/2022). Der Ausschuss ist in seinem Beschluss dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, bat jedoch zusätzlich um Information des Gesundheitsausschusses hierüber. Der Gesundheitsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten. Anlagen Anlage 1 – Beschlussvorlage 2505/2022 „Bürgereingabe gem. § 24 GO NRW bezüglich strategischer Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln sowie bei ambulanten Trägern“ Anlage 2 – Bürgereingabe gem. § 24 GO NRW bezüglich strategischer Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln sowie bei ambulanten Trägern. Gez. Prof. Dr. Diemert
Anlage 1 - Beschlussvorlage 2505/2022 Bürgereingabe
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/II/2 Vorlagen-Nummer 2505/2022 Freigabedatum 17.08.2022 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Bürgereingabe gem. § 24 GO NRW bezüglich strategischer Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln sowie bei ambulanten Trägern Beschlussorgan Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss dankt dem Petenten für seine Eingabe, die aufgrund des tatsächlichen Sachstands der Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei der Kliniken der Stadt Köln gGmbH nicht weiter verfolgt wird. Der Ausschuss bittet die Verwaltung darum, die Beschlussvorlage dem Aufsichtsrat der Kliniken der Stadt Köln gGmbH zur Kenntnis zu bringen. Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden 05.09.2022 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit Schreiben vom 18.05.2022 (siehe Anlage) beantragt der Petent, dass nachfolgend aufgeführte Maßnahmen zur Reduzierung des Fachpersonalmangels in der Kinderkrankenpflege bei den Kliniken der Stadt Köln gGmbH ergriffen werden. Die Geschäftsführung der Kliniken der Stadt Köln gGmbH (Kliniken Köln / KdSK) wurde hierzu um Stellungnahme gebeten und die Ausführungen jeweils unter „Antwort“ aufgenommen: I. Attraktivität des Pflegeberufes erhöhen. Die Attraktivität des Pflegeberufs soll durch zweifache Berufsabschlüsse erhöht werden. Die Kliniken der Stadt Köln sollen Bewerber*innen zwei Berufsabschlüsse anbieten: Die generalistische Pflegeausbildung zur/zum Pflegefachfrau/mann (= 3 Jahre) und zusätzlich berufs- begleitend die spezialisierte Pflegeausbildung (plus 1 Jahr) in pädiatrischer Pflege. Diejenigen, die nach Abschluss der generalistischen Pflegeausbildung in den Städtischen Kliniken arbeiten, die pädi- atrische Zusatzausbildung absolvieren und in der Regel das Einstiegsgehalt für Berufsanfänger*innen erhalten, sollen nach abgeschlossener Weiterbildungsmaßnahme entsprechend höher eingruppiert werden. Antwort: Die Kliniken der Stadt Köln bieten Auszubildenden der Pflegeberufe bereits 2fache Berufsabschlüsse an: - 3-jährige Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann mit Vorbehaltsaufgaben für alle zu pflegenden Altersgruppen, EU-weiter Anerkennung und auf Wunsch besondere Vertiefung in der Kinder- krankenpflege - auf Antrag Weiterführung der Ausbildung nach 2 Ja hren zur Gesundheits- und Kinderkranken- pfleger/-in ohne EU-weite Anerkennung und mit nur eingeschränktem Aufgabenbereich. Eine zusätzliche 1-jährige Ausbildung nach der 3-jährigen Ausbildung ist weder gesetzlich legitimiert bzw. anerkannt, noch tarifrechtlich eingruppiert, noch refinanziert. Weiterhin stellt sich aufgrund der bereits vorhandenen Wahlmöglichkeiten die Frage der Sinnhaftigkeit. II. Marketing und Bewerberansprache sollen optimier t und ausgebaut werden. Auf der Homepage und Flyern zur Pflegeausbildung der KdSK soll zukünftig auf die generalistische Pflegeausbildung mit der Möglichkeit zur Vertiefung in der Pädiatrie oder die generelle Spezialisie- rung in der Kinderkrankenpflege zu Beginn der Ausbildung hingewiesen werden. Durch detaillierte Informationen zu Aufbau und Inhalten der Pflegeausbildung soll das Interesse von Bewerber*innen 3 gezielt geweckt werden. Die Modulinhalte und die Modulübersicht über die drei Ausbildungsjahre so- wie beruflichen Perspektiven sollen ansprechend dargestellt und Lernziele, Lerninhalte und Prüfungs- modalitäten im Internet veröffentlicht werden. Bewerber*innen sollen im Bewerbungsverfahren konk- ret über die Ausbildungsmöglichkeiten und u.a. auf die Spezialisierung in der Pädiatrie beraten wer- den. Zudem soll eine jährlich stattfindende „Pflegebörse“ etabliert werden. Auch sollen „Pflegetage in den Schulen“ in Kooperation mit der Universitätsklinik, dem Amt für Schulentwicklung und den Kam- mern durchgeführt werden. Antwort: Unter der Rubrik „Start der Ausbildung“ und „Was lerne ich?“ findet sich bereits heute auf der Home- page der Kliniken der Stadt Köln der Hinweis auf die Vertiefung. Eine prägnantere Angabe wird er- gänzt. Des Weiteren wird auf den entsprechenden Flyern auf eine Vertiefung in der Pädiatrie bereits hingewiesen. Hinsichtlich des Vorschlags der Modularisierung der Ausbildung ist festzustellen, dass sich diese cur- ricular nach dem Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG und Vorgaben des Landes NRW richtet. Eine Modularisierung ist dabei nicht vorgesehen. Alle Auszubildenden bewerben sich gezielt für die generalisitische Pflegeausbildung mit oder ohne Vertiefung. Sie erhalten eine Powerpointpräsentation im Vorfeld und gezielte Beratungen in den Vor- stellungsgesprächen bzgl. der Vertiefung. Über die Pflegeausbildung wird in sozialen Medien, auf Veranstaltungen und innerhalb der Kliniken der Stadt Köln über die bereits im Herbst 2022 geplante Messe regelmäßig hingewiesen. Kontakte zu Schulen bestehen bereits und es wurden bereits Zu- sammentreffen durchgeführt. Die Bewerber geben an, sehr gut informiert zu sein. III. Ausbildungsplätze verdoppeln, Spezialisierung in pädiatrischer Pflege stärken. Die KdSK sollen bis Ende 2023 die Zahl ihrer Ausbildungsplätze verdoppeln und damit über den Be- darf hinaus anbieten, um den zunehmenden Bedarf – insbesondere im Bereich der stationären und ambulanten Kinderkrankenpflege – zu decken. Eine Orientierung hierzu, wie die Spezialisierung in pädiatrischer Pflege fokussiert dargestellt und angeboten werden kann bietet z.B. das Katholische Kinderkrankenhaus Wilhelmsstift in Hamburg: https://www.kkh-wilhelmstift.de/arbeit-karriere/ausbil- dung-gesundheits-und-kinderkrankenpflege/ Antwort: Die Kliniken Köln haben in den letzten Jahren ihre Ausbildungszahlen in den Pflegeberufen um 30% gesteigert. Durch die neuen Ausbildungsrichtlinien sind vielfältige Kooperationen entstanden. So durchlaufen ca. 450 Auszubildende in ihrer Pflegeausbildung die verschiedenen Einsatzbereiche der Kliniken und alle auch in der Kinderkrankenpflege. Damit ist ein absolutes Limit erreicht, da jetzt schon in der Praxis die Ausbildung an ihre Grenzen kommt. Jedes Jahr werden ca. 20-24 Auszubil- dende mit Vertiefung Pädiatrie ausgebildet und finden in den Kliniken Köln eine Anstellung. Da alle Auszubildenden mit Vertiefung bei den Kliniken Köln auch die praktischen Stunden der Ge- sundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung erfüllen, steht einer Weiterbildung „pädiatrische Inten- siv- und Anästhesiepflege“ (nach WBVO-Pflege-NRW) nichts im Wege und kann im eigenen Aus-, Fort- und Weiterbildungsinstitut durchgeführt werden. Weitere Fortbildungsmaßnahmen zur Speziali- sierung in der Neonatologie oder für spezielle Einsatzbereiche sollen ab 2023 aufgebaut und angebo- ten werden. 4 IV. Weiterbildungszentrum einrichten, Schulungskapa zitäten ausbauen. Die KdSK soll ein Weiterbildungszentrum Pflege planen und einrichten mit dem Ziel, Ausbildung, Fort- und Weiterbildung auch über Köln hinaus – durch ein attraktives Angebot stärker als bisher voranzu- treiben. Dafür muss das bisherige Angebot unabhängig der Diskussionen über eine eventuelle Fusion der Unikliniken mit den Städtischen Kliniken Köln optimiert und ausgebaut werden. Eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten und die Implementierung eines Weiterbildungszentrums Pflege erfordert optimierte und erweiterte räumliche Kapazitäten. Die KdSK sollen die zusätzlich erfor- derlichen Ausbildungskapazitäten am Klinik-Standort Holweide als Bestandteil ihrer bereits beschlos- senen Standortstrategie zur Zentrenbildung und Konzentration ihrer medizinischen Angebote schaf- fen (siehe KdSK-Pressemitteilung vom 29.10.2021 zur Zukunftssicherung der Kliniken Köln). Antwort: Das Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Kliniken Köln (AFW) bietet diverse Fort- und Weiter- bildungen für Pflegeberufe an. Weiterbildungen werden nach gesetzlichen Vorgaben im Bereich der (pädiatrischen) Intensivpflege durchgeführt. Ein weiterer Bedarf wird derzeit in Bildungskonferenzen analysiert. V. Pädagogische Fachkräfte in der Aus- und Weiterbi ldung aktivieren und ausbilden. Der erhöhte Bedarf an pädagogischen Fachkräften (Praxisanleiter*innen, Gesundheitspädagog*in- nen) soll mit dem Angebot einer Praxisanleiterweiterbildung und durch ein berufsbegleitendes Ba- chelor- und Masterstudium für Pflegepädagogik oder Medizinpädagogik durch Kooperationen mit Hochschulen in Köln und Umgebung gedeckt werden. Die Kosten für das Studium und die Weiterbil- dung übernehmen die Städtischen Kliniken der Stadt Köln. Antwort: Eine Praxisanleiterweiterbildung ist in Planung, bis dahin wird Mitarbeiter*innen die Gelegenheit ge- geben, externe Weiterbildungseinrichtungen zu besuchen Alle Auszubildenden der Pflegeberufe haben die Gelegenheit, durch die Kooperation mit der katholi- schen Hochschule in Köln ein berufsbegleitendes Studium durchzuführen (BSC). Mitarbeiter*innen der Kliniken Köln können in Jahresgesprächen mit ihren Vorgesetzten die berufsspezifischen Förde- rungen thematisieren. VI. Das Angebot der Praktikumseinsatzplätze erhöhen . Eine erhöhte Ausbildungskapazität erfordert mehr Praktikumsplätze. Nach den gesetzlichen Vorga- ben der generalistischen Ausbildung können die Möglichkeiten des Praxiseinsatzes großzügig ausge- legt werden. Dafür müssen neue Wege gesucht und neue Kooperationen – auch über die Stadtgren- zen von Köln hinaus – eingegangen werden. Antwort: Innerhalb der Ausbildung zur Pflegefachkraft werden keine Praktika durchgeführt, sondern gesetzlich geforderte Haupteinsatzgebiete absolviert. Dazu bestehen bereits – auch über die Stadtgrenzen hin- aus – vielfältige Kooperationen mit Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, ambulanten Kurz- und Langzeitpflege, Kinderkrankenpflege, Beratungseinrichtungen, Hospize etc. VII. Evaluation der Aus- und Weiterbildung durchführen. 5 Einstiegs-, Zwischen- und Absolventenbefragungen, eine umfängliche Datenerhebung zu Bewerber- quoten je nach Ausbildungsgang und Spezialisierung, Auswahlquoten, Ablehnungsgründe und Abbre- cherquoten sowie dokumentierte Ergebnisse von Ausscheidungsgesprächen sind zu erheben. Die Ergebnisse werden reflektiert und entsprechende Maßnahmen in einem Maßnahmenkatalog be- schrieben und durchgeführt. Diese Maßnahmen werden ebenfalls wieder evaluiert und angepasst. Der Bericht wird dem Aufsichtsrat jährlich vorgelegt. Antwort: Alle Auszubildenden reflektieren und evaluieren regelmäßig mündlich und schriftlich ihre theoretische und praktische Ausbildung. Das schuleigene Verwaltungsprogramm erfasst alle Daten bzgl. der Be- werberquoten und Abbrüche. Die Qualitätsmanagementstruktur der Ausbildung der Pflegeberufe er- fasst zielorientiert und differenziert die relevanten Daten. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Kliniken Köln bereits aus dem eigenen Inte- resse heraus – nicht zuletzt auch auf Basis diverser bereits geführter Gespräche mit dem Petenten – die vorgebrachten Maßnahmen, soweit diese als tatsächlich zielführend bewertet werden konnten, bereits umgesetzt hat bzw. an deren Umsetzung arbeitet. Anlage
Anlage 3 - Präsentation des Petenten
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Pflegenotstand in der Kinderkrankenpflege in den Kölner Kliniken oder doch nicht? wir für pänz e.V. © Prof. Dr. B. Killersreiter, Fotos privat Pflegenotstand in der pädiatrischen ambulanten Pflege – Wie beheben? • wenig Bewerber:innen • wenig Absolventen:innen • nur noch generalistische Ausbildung Ausbildungsplätze • Betten gesperrt • Übernahme/ Verbleib • Wechselgründe Personal in der Kinderklinik • Keine PÄDIATRISCH ausgebildete Pflegekräfte • alleine, selbstständig mit Familien arbeiten • Kinder können nicht aus der Klinik entlassen werden • Pflegeübernahme durch die Eltern > häufig Mütter Ambulante Pflege Fragen an die Geschäftsführung der Kölner Kliniken und der Uniklinik Wie stellt sich die Situation der Pflege in pädiatrischen Abteilungen bzw. Krankenhäusern in Köln aktuell dar? Gehen Sie dabei bitte auf die aktuelle Stellenbesetzung ein und skizzieren Sie wie viele Fremdkräfte von Dienstleistern benötigt werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Gibt es Hinweise, dass Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekräfte den Beruf überdurchschnittlich verlassen? Der Mangel an pädiatrischen Fachpflegekräften hat dazu geführt, dass manche Stationen und Abteilungen nicht mit der nach dem Versorgungsauftrag notwendigen und bei der Bettenbemessung durch die Bezirksregierung möglichen Bettenzahl betrieben werden können. Dies betrifft insbesondere die interdisziplinäre neonatologische und pädiatrische Intensivstation, auf der auch die kinderchirurgischen Intensivpatienten:innen des Kinderkrankenhauses betreut werden. Hier ist die Bettenkapazität seit längerem auf 10 (statt eigentlich vorgesehenen 16) Betten reduziert. Es hat sich gezeigt, dass diese Reduktion der Bettenkapazität zu erheblichen Engpässen der Versorgung geführt hat, zumal auch benachbarte Kinderkliniken von derselben Problematik betroffen sind. Der Versorgungsauftrag kann damit im Bereich der Kinderintensivmedizin in Köln nicht mehr ausreichend erfüllt werden. Gesundheitsausschuss Top 3.2: Beantwortung der Anfrage am, 05.10.2021 3. Wie entwickelte sich das Angebot und die Besetzung von Ausbildungsplätzen zur Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:inin Köln von 2010 bis 2019 und wie viele Absolvent:innengab es in dieser Zeit tatsächlich? Gibt es Informationen oder Einschätzungen zum Verbleib dieser Fachkräfte im erlernten Beruf? Gesundheitsausschuss Top 3.2: Beantwortung der Anfrage am, 05.10.2021 3. Wie entwickelte sich das Angebot und die Besetzung von Ausbildungsplätzen zur Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:inin Köln von 2010 bis 2019 und wie viele Absolvent:innengab es in dieser Zeit tatsächlich? Gibt es Informationen oder Einschätzungen zum Verbleib dieser Fachkräfte im erlernten Beruf? Gesundheitsausschuss Top 3.2: Beantwortung der Anfrage am, 05.10.2021 Antwort der Städtischen Kliniken Köln Von 2010 – 2019 wurde jeweils jährlich ein Ausbildungskurs der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege mit ca. 23 Teilnehmern durchgeführt. Absolventen von 2010 – 2019 = 199 Erfahrungen zeigen, dass ein Großteil an den Kliniken beschäftigt ist und im Beruf verbleibt. Was heißt Großteil? Wieviel genau? Und ist der Personalschwund bei Ausbildungsplätzen mit einberechnet? Gibt es nichts Konkreteres, wird überhaupt eine Datenbank ähnlich wie in der Uniklinik geführt? Wie ist in Köln die Weiterbildung generalistisch ausgebildeter Pflegefachkräfte in der pädiatrischen Pflege organisiert? Antwort der Kliniken der Stadt Köln: Sollten die Auszubildenden nach der generalistischen Ausbildung Interesse an der Pädiatrie haben, wäre es sinnvoll, insb. den Bereich der Neonatologie zu vertiefen. Dazu können Fortbildungsmaßnahmen geplant und konzeptionell erarbeitet werden. Eine Weiterbildung zur pädiatrischen Intensivpflege und Anästhesie besteht bei den Kliniken der Stadt Köln bereits und steht allen Absolventen offen. Können ist nicht Machen. Was tun mit den Antworten? Diskussion und Lösungen Gründe für den Antrag heute Mehr pädiatrisch ausgebildete Pflegende in die ambulante Pflege Evaluation: Bewerbungsanzahl, Abbrüche, Gründe, Verbleib Pflegeberuf attraktiv machen durch Marketing und Recruting Ausbildungsplätze über Bedarf erhöhen Freie Stellen in der Kinderklinik werden belegt, Betten können belegt werden Über Bedarf ausgebildete pädiatrische Pflegekräfte gehen in die ambulante Pflege Das bedeutet im Internet attraktiv sichtbar sein und spezielle WB- Angebote machen Das bedeutet mehr Praxisanleiter, Praxiseinsatzplätze, Lehrpersonal und eigene Weiterbildung Nun zu Ihren Ablehnungsgründen ausgewählte Antworten I Attraktivität des Pflegeberufes erhöhen •„Eine zusätzliche 1-jährige Ausbildung nach der 3-jährigen Ausbildung ist weder gesetzlich legitimiert bzw. anerkannt, noch tarifrechtlich eingruppiert, noch refinanziert. Weiterhin stellt sich aufgrund der bereits vorhandenen Wahlmöglichkeiten die Frage der Sinnhaftigkeit.“ Es steht jeder Klinik frei, ein eigenes weiterführendes Mentoring/Einarbeitungs-/Ausbildungsprogramm zu installieren. Das macht die Charité auch. Sinn: Qualität erhöhen, Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen, MA bleiben, Kosten dafür trägt der Arbeitgeber. QM Beschluss der BG-A und pädiatrische Fachkraft auf Station • Uneingeschränkt anerkannt werden bei den Pflegepersonalvorgaben in den G- BA-Richtlinien QFR-RL, KiHe-RL und KiOn-RL Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:innen. • Pflegefachfrauen und -männer mit Vertiefung in der pädiatrischen Versorgung, müssen für ihre Anerkennung die Qualifikation belegen anhand detaillierter Kompetenzanforderungen (mind. 1.260 Stunden in der direkten Akutversorgung) während der Ausbildung. • Pflegefachfrauen und -männer ohne Vertiefung in der pädiatrischen Versorgung müssen zur Anerkennung eine abgeschlossene Fachweiterbildung in der pädiatrischen Intensivpflege nachweisen. • Eine Anrechnung auf die 40% / 30% Fachweiterbildungsquote ist ausschließlich Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:innen vorbehalten! Pflegefachfrauen/- männer können nicht auf die Fachweiterbildungsquote angerechnet werden. (G-BA Beschluss vom 17.12.2020, noch nicht in Kraft) II. Marketing und Bewerberansprache sollen optimiert und ausgebaut werden. • Hinsichtlich des Vorschlags der Modularisierung der Ausbildung ist festzustellen, dass sich diese curricular nach dem Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG und Vorgaben des Landes NRW richtet. Eine Modularisierung ist dabei nicht vorgesehen. Die Module in den Rahmenlehrplänen sind als Ordnungsprinzipien der curricularen Einheiten von 01 bis 11 gegliedert. In den jeweiligen Ordnungsprinzipen finden sich Lernziele, Lerninhalte und die erforderlichen Kompetenzen. Es steht jeder Schule frei, daran anlehnend zu spezifizieren und dies auszubauen. Diese Überthemen und Lernziele sowie Lerninhalte wären interessant für Menschen, die eine Ausbildung beginnen wollen. Egal ob sie nun Ordnungsprinzipen oder Module genannt werden. https://www mags nrw/sites/default/files/asset/document/geschst pflgb rahmenplaene der fachkommission pdf II. Marketing und Bewerberansprache sollen optimiert und ausgebaut werden. •„Die Bewerber geben an, sehr gut informiert zu sein.“ Diejenigen, die sich nicht bewerben, können Sie ja nicht fragen. Diejenigen, die alles durch mühsame Recherche gefunden haben und in ein Bewerbungsverfahren eintreten, werden sich wohl automatisch gut informiert fühlen, sonst würden sie sich ja nicht bewerben. III. Ausbildungsplätze verdoppeln, Spezialisierung in pädiatrischer Pflege stärken. • Die Kliniken Köln haben in den letzten Jahren ihre Ausbildungszahlen in den Pflegeberufen um 30% gesteigert. Durch die neuen Ausbildungsrichtlinien sind vielfältige Kooperationen entstanden. So durchlaufen ca. 450 Auszubildende in ihrer Pflegeausbildung die verschiedenen Einsatzbereiche der Kliniken und alle auch in der Kinderkrankenpflege. Damit ist ein absolutes Limit erreicht, da jetzt schon in der Praxis die Ausbildung an ihre Grenzen kommt. Jedes Jahr werden ca. 20-24 Auszubildende mit Vertiefung Pädiatrie ausgebildet und finden in den Kliniken Köln eine Anstellung. Das entspricht nicht der Antwort von 2021. Und das reicht ja nach Auskunft (Beantwortung der vorhergehenden Anfrage) eben nicht. Die Kliniken müssen über den Bedarf der Kölner Kliniken hinaus ausbilden. Es sind nach wie vor Betten geschlossen. IV. Weiterbildungszentrum einrichten, Schulungskapazitäten ausbauen. •Das Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Kliniken Köln (AFW) bietet diverse Fort- und Weiterbildungen für Pflegeberufe an. Weiterbildungen werden nach gesetzlichen Vorgaben im Bereich der (pädiatrischen) Intensivpflege durchgeführt. Ein weiterer Bedarf wird derzeit in Bildungskonferenzen analysiert. •Weitere Fortbildungsmaßnahmen zur Spezialisierung in der Neonatologie oder für spezielle Einsatzbereiche sollen ab 2023 aufgebaut und angeboten werden. Weshalb lehnen Sie dann unseren Antrag ab, wenn Sie bereits selbst die fehlenden Angebote erkannt und 2023 umsetzen wollen. https://www.kliniken-koeln.de/AFW_Bildungsinstitut.htm https://www.uk-koeln.de/karriere/fort-und- weiterbildung/weiterbildungenlehrgaenge-gesundheitsfachberufe/ VI. Das Angebot der Praktikumseinsatzplätze erhöhen. • Innerhalb der Ausbildung zur Pflegefachkraft werden keine Praktika durchgeführt, sondern gesetzlich geforderte Haupteinsatzgebiete absolviert. Dazu bestehen bereits – auch über die Stadtgrenzen hin- aus – vielfältige Kooperationen mit Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, ambulanten Kurz - und Langzeitpflege, Kinderkrankenpflege, Beratungseinrichtungen, Hospize etc. Sie selbst sprechen in Punkt III von „…da alle Auszubildenden mit Vertiefung bei den Kliniken Köln auch die praktischen Stunden der Ge- sundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung erfüllen…“ Wie auch immer Sie es nennen wollen: Mehr Ausbildungsplätze erfordern mehr praktische Pflegeeinsätze auf Station. Das können die bisherigen Kooperationen wohl nicht auffangen. Sie gehen auch darauf nicht ein. Entwicklung ab 2020 durch neues PflBG •Bisher ca. 600 Absolventen der Gesundheits- und KiKrPFl jährlich in NRW •Ab 2020 nur noch ca. 200 Absolventen (1/3 Pflegefachfrau/-mann ohne Vertiefung, 1/3 Pflegefachfrau/-mann mit päd. Vertiefung und 1/3 Gesundheits- und KiKrPfleger:innen (Quelle: Umfrage GKinD 2020 und VLKKD 2021) •Prognose der Bedarfsdeckung 2020/2021 für NRW: 1451 fehlende Gesundheits- und KiKrPflkräfte (Quelle: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein -Westfalen (2021). Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein -Westfalen 2019. S.85) Am Ende ist zu entscheiden: • Will die Stadt Köln über unseren eigenen Bedarf hinaus im Sinne der Daseinsvorsorge für die gesamte Stadt Köln ausbilden oder nicht? • Will die Stadt Köln die Kinderkrankenpflege trotz generalistischen Ausbildung stärken oder nicht? • Will die Stadt Köln den attraktiven Standort guter Kinderkliniken erhalten und erweitern oder nicht?
Anlage 2 - Bürgereingabe
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wir für pänz Zu IV, V und VI: g Laut Auskunft der Kliniken der Stadt Köln werden pro Jahr werden 75 Auszubildende zum Beruf der Pflegefachfrau/mann in den Städtischen Kliniken ausgebildet und 23 Ausbildungsplätze für Kinderkrankenpflege vorgehalten. Wieviel von den 75 ausgebildeten Personen davon bisher in der Kinderkrankenpflege ausgebildet wurden ist nicht ersichtlich. Die Universitätsklinik Köln veröffentlicht bisher keine konkreten Zahlen zu den ausgebildeten Kinderkrankenpfleger*innen. Es ist offensichtlich, dass die ausgebildeten Fachkräfte, gerade im Bereich der Kinderkrankenpflege in Köln, nicht ausreichen, da ein zunehmender Bedarf an spezialisierten Fachkräften gerade im ambulanten Bereich, aber auch nachweislich im stationären Bereich, vorliegt. Die Kosten für vermehrte Aus- und Weiterbildung refinanzieren sich im Rahmen des Wirtschaftsplans der KStK. Bekanntlich sind zahlreiche Betten wegen Fachkräftemangel gesperrt, was einen Ertragsverlust zur Folge hat. Eine Erhöhung der Ausbildungskapazität und Fachkräftebindung durch attraktive Weiterbildungen wirkt dieser Entwicklung entgegen. Jede Pflegekraft wird von den Krankenkassen zu 100% finanziert. Eine Verdoppelung der Ausbildungsplätze führt zu einem höheren Bedarf an Praxiseinsatzplätzen und Fachkräften (Praxisanleiter*innen), die Auszubildende anleiten und begleiten. Deshalb ist es für die KStK notwendig, weitere Kooperationspartner zu gewinnen, um Praxisanleiter*innen auszubilden. Daher sollen Kooperationen mit ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in der rheinischen Region (benachbarte Landkreise und Städte) ausgebaut bzw. eingegangen werden. Mit freundlichen Grüßen 4
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2950/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 21.09.2022
- Erstellt
- 06.09.2022 14:44