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V/0921/2014

Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0014/2014 vom 21.03.2014 "Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster"

Vorlagen 18.11.2014

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 10.03.2015, TOP 16

Anlage 1

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Anlage 1

6854 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0014/2014 
 
Ratsantrag  nach § 3 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Rates 
 
 
 
 
21.03.2014 
 
 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt:  
1.1. Einen Bericht vorzulegen zum Problemfeld „Koma -Trinken von Kindern und 
Jugendlichen in Münster“. Hierin sollen u.a. die Za hlen zu den 
Alkoholbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen ge schlechterdifferenziert 
dargelegt und die Entwicklung in Münster seit den l etzten Jahren dargestellt 
werden. Dabei sollte auch der Versuch unternommen w erden Ursachen für die 
besonders negative Entwicklung in Münster beim Prob lemfeld „Koma-Trinken 
von Kindern und Jugendlichen“ zu ermitteln. 
1.2. In diesem Bericht darüber hinaus aufzuzeigen,  
- wie derzeit die betroffenen Jugendlichen sowie de ren Eltern beraten und in 
der konkreten Problemsituation unterstützt werden;  
- wie vermittelt wird, alters- und geschlechtsspezi fischen Risiken des 
Alkoholkonsums besser einzuschätzen;  
- wie die Jugendlichen durch entsprechende Beratung sangebote erreicht und in 
wie weit geschlechtsspezifische Zugangs- und Beratu ngswege gesucht und 
angeboten werden; 
- mit welcher Präventionsstrategie Alkoholexzesse u nd schädlicher 
Alkoholkonsum schon im Vorfeld verhindert werden kann;  
- in wie weit bei Veranstaltungen, in der Gastronom ie und im Einzelhandel 
diesbezüglich das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. 
1.3. Aktuell über die Alkoholpräventionskampagne „V oll ist out“ zu berichten und 
darzustellen, welche weiteren Optimierungsmöglichke iten bei der Alkohol-
prävention von Kindern und Jugendlichen auch vor dem Hintergrund der Zahlen 
aus dem Landesbericht ergriffen werden sollen. 
 
2. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten darzu legen, ab wann und mit welchem 
Kon-zept das Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (Ha LT) als sinnvolle Ergänzung der 
Kampagne „Voll ist out“ und dem Präventionsprojekt „FreAk“ auch in Münster 
eingerichtet wird. 
 
Begründung: 
1. Das statistische Bundesamt hatte gemeldet, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen 
in Deutschland, die wegen eines akuten Alkoholmissb rauchs im Krankenhaus behandelt 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL  
Ratsfraktion Münster 
 
Windthorststr. 7 
48143 Münster 
 
Fon: 0251 / 8 99 58 10 
Fax: 0251 / 8 99 58 15 
ratsfraktion@ gruene-muenster.de 
www.gruene -muenster.de 
„Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in 
Münster “

werden mussten, in 2012 weiter gestiegen ist und se it dem Jahr 2000 mit 26.673 
Behandlungsfällen einen neuen Höchststand erreicht hat.  
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pfleg e und Alter des Landes Nordrhein-
Westfalen hatte anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und 
Soziales des Landtags NRW am 22. Januar 2014 einen Bericht zum Thema "Komatrinken 
von Kindern und Jugendlichen in NRW" *) vorgelegt. Dem ist zu entnehmen, dass in 
Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 6.486 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 
19 Jahren (davon 2.604 Mädchen und junge Frauen, da s ist ein Anteil von 40%) wegen 
eines akuten Alkoholmissbrauchs (ICD-1 0 F10) im Kr ankenhaus behandelt wurden. Der 
Anteil der unter 15-Jährigen lag insgesamt bei 15% (543 Mädchen und 414 Jungen).  
Auffällig ist, dass in der Altersgruppe der 13-14 J ährigen die Mädchen höhere 
Behandlungszahlen aufweisen als die Jungen. Während die Behandlungszahlen .seit 2010 
bei den Jungen und jungen Männern um etwa 3,5 % abg enommen haben, ist es bei den 
Mädchen und jungen Frauen zu einer weiteren leichte n Zunahme um etwa 5 % 
gekommen.  
2. Beim Vergleich der regionale Verteilung in NRW z eigt sich, dass die Stadt Münster bei 
den Krankenhausbehandlungen wegen übermäßigen Alkoh olkonsums bei von 15-19 
Jährigen mit 845 Fällen (pro 100.000 Personen der A ltersgruppe) leider den traurigen 
Spitzenreiter darstellt. Landesweit sind es 565. In  Großstädten wie Mülheim a.d.Ruhr liegt 
er bei 274 und auch in Städten wie Bonn oder Köln l iegt er mit etwa 580 oder 600 Fällen 
immer noch deutlich unter denen von Münster.  
 
 
(aus: Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 
22.01.2014 zum Thema Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in NRW, Vorlage 16/1580) 
 
3. Gesundheitsministerium in NRW (MGEPA), gesetzlic he Krankenkassen und die 
Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW habe n im März 2013 gemeinsam die 
Anstrengungen zur Vermeidung von Komatrinken bei Ki ndern und Jugendlichen in 
Nordrhein-Westfalen verstärkt. Dabei sieht eine Rah menvereinbarung den landesweiten

Ausbau des Präventionsnetzwerks HaLT („Hart am Limi t“) vor. Das Projekt HalT wurde in 
NRW bislang an 15 Standorten eingerichtet: Bergisch -Gladbach, Bielefeld, Coesfeld, 
Düsseldorf, Duisburg, Emsdetten, Essen, Euskirchen,  Hamm, Köln, Recklinghausen, 
Rhein-Erft-Kreis, Siegen, Wesel, Wuppertal. Weitere Standorte sind in Planung.  
Die landesweite Koordination der Umsetzung des „HaL T-Projekts“ sowie die 
Qualifizierungsmaßnahmen erfolgen durch die vom Lan d geförderte 
Landeskoordinierungs-stelle für Suchtvorbeugung (Gi nko-Stiftung für Prävention) in 
Mülheim an der Ruhr. 
4. Die Alkoholpräventionskampagne "Voll ist out", d ie die der Stadt Münster auf den Weg 
gebracht hat, will junge Menschen in möglichst viel en Lebensbereichen erreichen. Neben 
den Jugendlichen selbst sollen auch Fachkräfte aus Handel und Gewerbe, 
Multiplikator*innen aus Schule und Jugendhilfe sowi e Eltern angesprochen werden. Das 
Amt für Kinder, Jugend und Familien hat hierzu bere its 2012 einen Evaluationsbericht 
vorgelegt. Hierzu gilt es weitere aktuelle Information und Erfahrungen zu erhalten. 
5. Der eingeforderte Bericht sollte neben den im An tragstext unter Pkt 1 aufgezeigten 
Inhalten darüber hinaus weitere Informationen geben . Hierzu gehört auch Aufschluss 
darüber zu geben, wie hoch der Anteil derer ist, di e aufgrund übermäßigen 
Alkoholkonsums wiederholt im Krankenhaus behandelt werden mussten. Um die im 
Landesvergleich hohe Zahl der stationären Krankenha usbehandlungen bei Kindern und 
Jugendlichen in Münster auch regional einordnen zu können, sollte auch ein Überblick 
über das Einzugsgebiet und zahlenmäßige Verteilung gegeben werden.  
________________________________________________________________________ 
__ 
*) Bericht an den Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 22.01.2014 
zum Thema 
Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in NRW , Vorlage 16/1580  
 
 
 
 
gez. Dr. Petra Dieckmann 
gez. Helga Bennink 
gez. Dr. Brigitte Hasenjürgen 
gez. Gerhard Joksch 
gez. Christoph Kattentidt 
gez. Manfred Kehr 
gez. Annette Kemper 
gez. Hery Klas 
gez. Raimund Köhn 
gez. Theo Knetzger 
gez. Jutta Möllers 
gez. Jörn Möltgen 
gez. Anne Naegels 
gez. Carsten Peters 
gez. Otto Reiners 
gez. Tim Rohleder 
gez. Dr. Ludwig Schipmann 
gez. Dr. Rita Stein-Redent

Beschlussvorlage

29328 Zeichen

V/0921/2014 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0014/2014 vom 21.03.2014 "Koma-
Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
03.02.2015 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E -Government
 Vorberatung 
24.02.2015 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
29.04.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Bericht zum Problemfeld „Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster“ 
und die Ausführungen der Verwaltung zur Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ so-
wie zum Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (HaLT) werden zur Kenntnis genommen. 
 
2. Der Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL ist damit erledigt. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass keine Kosten oder Folgekosten entstehen. 
 
 
 
Begründung: 
 
Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss in seiner Sitzung am 29.10.2014 den Antrag der Frak-
tion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0014/2014 vom 21.03.2014 "Koma-Trinken von Kindern 
und Jugendlichen in Münster" zur weiteren Bearbeitung an den Ausschuss für Kinder, Jugendliche 
und Familien, an den Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-
Government und an den Ausschuss für Schule und Weiterbildung zu verweisen.  
 
1. In dem o. g. Antrag wird die Verwaltung beauftragt:  
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0921/2014 
Auskunft erteilt: 
Herr Piepel 
Ruf: 
492-5840 
E-Mail: 
PiepelG@stadt-muenster.de  
Datum: 
18.11.2014 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0921/2014 
1.1. Einen Bericht vorzulegen zum Problemfeld „Koma -Trinken von Kindern und Jugendl i-
chen in Münster“. Hierin sollen u.a. die Zahlen zu den Alkoholbehandlungen bei Ki n-
dern und Jugendlichen geschlechterdifferenziert dargelegt und die Entwicklung in 
Münster seit den letzten Jahren dargestellt werden. Dabei sollte auch der Versuch u n-
ternommen werden Ursachen für die besonders negative Entwicklung in Münster beim 
Problemfeld „Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen“ zu ermitteln. 
 
1.2. In diesem Bericht darüber hinaus aufzuzeigen,  
- wie derzeit die betroffenen Jugendlichen sowie deren Eltern beraten und in der konkr e-
ten Problemsituation unterstützt werden;  
- wie vermittelt wird, alter s- und geschlechtsspezifische Risiken des Alkoholkonsums 
besser einzuschätzen;  
- wie die Jugendlichen durch entsprechende Beratungsangebote erreicht und in wie weit 
geschlechtsspezifische Zugangs- und Beratungswege gesucht und angeboten werden; 
- mit welcher Präventionsstrategie Alkoholexzesse und schädlicher Alkoholkonsum 
schon im Vorfeld verhindert werden können;  
- in wie weit bei Veranstaltungen, in der Gastronomie und im Einzelhandel diesbezüglich 
das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. 
 
1.3. Aktuell über die A lkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ zu berichten und darzuste l-
len, welche weiteren Optimierungsmöglichkeiten bei der Alkoholprävention von Kindern 
und Jugendlichen auch vor dem Hintergrund der Zahlen aus dem Landesbericht ergri f-
fen werden sollen. 
 
2. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten darzulegen, ab wann und mit welchem Ko n-
zept das Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (HaLT) als sinnvolle Ergänzung der Kampagne 
„Voll ist out“ und dem Präventionsprojekt „FreAk“ auch in Münster eingerichtet wird. 
 
 
1. Bericht zu der Entwicklung der Zahlen zu den Alkoholbehandlungen bei Kindern und J u-
gendlichen in Münster im landesweiten Vergleich 
 
Bundesweit entwickelten sich die Zahlen der Krankenhauseinlieferungen von Kindern und Jugend-
lichen in den letzten 10 bis 15  Jahren besorgniserregend. So hat sich die Zahl der im Alter von 10 
bis 19 Jahren wegen eines akuten Alkoholmissbrauchs (ICD F10) behandelten jungen Menschen 
fast verdreifacht (9.500 Fälle in 2000 auf über 26.000 Fälle in 2010 ), was einem A nstieg um über 
170 % entspricht.  
 
Auch landesweit hat sich diese Zahl von 2.644 in 2003 auf 6 .174 in 2012 mehr als verdoppelt (An-
stieg um 134 %). Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Krankenhauseinlieferungen in Münster 
von 61 auf 128 Personen (Anstieg um 110 %). Aussagekräftig werden diese Zahlen allerdings erst, 
wenn sie im Verhältnis zur Gleichaltrigengruppe betrachtet werden (Quelle hier und im Fo lgenden: 
Information und Technik Nordrhein-Westfalen, 2014; die Zahlen für 2013 lagen noch nicht vor). 
 
Der Anteil der E inlieferungen an der Gleichaltrigengruppe im Jahr 2003 (vor dem Start der Ka m-
pagne „Voll ist out“) betrug in Münster 0,239 % (entspricht 2,39 pro 1 .000 Personen). Landesweit 
lag er bei 0,13 %. Der Anteil stieg bis ins Jahr 2012 in Münster auf 0,486 % und l andesweit auf 
0,33 %. Dieses entspricht einem Anstieg um 103 % in Münster gegenüber 154 % in NRW.  
 
Somit kann nicht von einer „besonders negativen Entwicklung in Münster beim Problemfeld `K o-
matrinken von Kindern und J ugendlichen´“ gesprochen werden. D a der  Anteil der Krankenhau s-
einlieferungen von 10 bis 19-Jährigen in Münster bereits vor 11 Jahren (und vor dem Start der A l-
koholpräventionskampagne „Voll ist out“) nahezu doppelt so hoch war wie in NRW, gestaltete sich 
die Entwicklung in Münster moderater als im Landesvergleich.  
Der Anteil der Mädchen in dieser Altersgruppe lag in Münster mit 43 % in 2003 etwas über dem 
landesweiten Vergleich (NRW: 38 %) und in 2012 mit 41 % exakt gleich (NRW: 41 %).

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V/0921/2014 
 
Noch wesentlich positiver  zeigt sich die Entwicklung der  Krankenhauseinlieferungen in der Alters-
gruppe der 10 bis 14-Jährigen, die als besonders sensible Gruppe einzustufen sind, da sie eine r-
seits per Gesetz keinen Alkohol konsumieren dürfen und andererseits durch den Konsum hinsicht-
lich der entwicklungspsychol ogischen und -physiologischen Folgen besonders gefährdet sind. 
Auch in dieser Altersgruppe lag der Anteil in Münster 2003 mit 0,1 % der Gleichaltrigengruppe 
doppelt so hoch wie der landesweite Anteil (0,05 %). Dieser hat sich bis 2012 auf 0,09 % verringert 
und liegt damit inzwischen sogar unter dem Landesdurchschnitt von 0,104 %, der sich im gleichen 
Zeitraum verdoppelt hat. In absoluten Zahlen waren dies in Münster 13 Krankenhauseinlieferungen 
in 2003 und 11 in 2012.  
Ähnlich wie in ganz NRW lag in dieser Altersgruppe auch in Münster zwischen 2003 und 2012 der 
Anteil der Mädchen fast immer deutlich über dem der Jungen, was auf den Entwicklungsvorsprung 
der Mädchen in diesem Alter zurückzuführen ist. 
 
Zusammenfassend kann der Altersgruppe der 10 bis 19-Jährigen in der Stadt Münster ein deutlich 
erhöhter Anteil an Krankenhauseinlieferungen att estiert werden. Die Entwicklung  von 2003 bis 
2012 fiel jedoch in Münster  moderater als landesweit aus. Als Erklärungsthese für die vergleich s-
weise hohen lokalen Zahlen ka nn einerseits die große Dichte an öffentlichen Veranstaltungen mit 
Alkoholausschank vermutet werden. Wahrscheinlicher ist jedoch die u.a. aufgrund langjähriger 
schulischer Präventionsarbeit damals schon erhöhte Sensibilität der Bevölkerung für das Thema 
Alkohol und Alkoholvergiftung. Dieses führt in der Folge auch zu einer schnelleren Benachricht i-
gung des medizinischen Notdienstes bei Alkoholintoxikationen. 
 
Da sich die Sensibilität für die Thematik in der Bevölkerung Münsters aufgrund der inzwischen 10 
Jahre andauernden intensiven Präventions - und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der mehrfach 
prämierten Kampagne „Voll ist out“ nochmals nachhaltig erhöht haben dürfte, ist die Entwicklung in 
der Altersgruppe der 10 bis 14 -Jährigen als Erfolg zu werten. In der Altersgruppe der 15 - bis 19-
Jährigen sind der Anteil und die absolute Zahl der Krankenhauseinlieferungen trotz der langsame-
ren Steigerung als im Landesvergleich nach wie vor zu hoch. Auf diese Altersgruppe müssen sich 
die alkoholpräventiven Bemühungen in d en kommenden Jahren besonderes fokussieren, ohne 
dabei die jüngere Zielgruppe aus dem Blick zu verlieren. 
      
1.1. Wie werden derzeit die betroffenen Jugendlichen sowie deren Eltern beraten und in 
der konkreten Problemsituation unterstützt? 
Die Beratung Jugendlicher ist in der Drogenhilfe ein Arbeitsschwerpunkt, der in den vergangenen 
Jahren konzeptionell stetig weiterentwickelt wurde. Aufgrund der steigenden Nachfrage sind A r-
beitsschwerpunkte innerhalb des Teams verschoben worden, so dass inzwischen drei pädagogi-
sche Fachkräfte mit 2,0 Stellen die Beratung von Jugendlichen und  jungen Erwachsenen übe r-
nehmen. Zwei Mitarbeiterinnen mit einer systemischen Ausbildung beraten auch Jugendliche mit 
problematischem Alkoholkonsum und beziehen dabei, falls möglich, die Familie mit ein. Neben der 
Einzel- und Familienberatung findet auch Elternberatung statt. Der Zugang erfolgt  über eine J u-
gendsprechstunde, offene Sprechstunden oder nach telefonischer Terminvereinbarung.  
 
Eltern werden darüber hinaus im Rahmen der Suc htprävention in Elternveranstaltungen in der J u-
gendarbeit und insbesondere in Schulen zum Thema informiert und beraten. Auch Multiplikatoren 
aus Schule und Jugendhilfe werden sowohl für eine eigenständige Präventionsarbeit, als auch für 
den Umgang mit kons umierenden Jugendlichen qualifiziert (MOVE, Präventionsfortbildungen, 
Teamschulungen u.a.) und  in die Lage versetzt, Eltern und Jugendlichen  als kompetente A n-
sprechpartner/innen zu begegnen. 
 
Seit 2010 führt die Fachstelle dreimal jährlich das Kursangebot „FreAk – Frühintervention bei erst-
auffälligen Alkoholkonsument/innen“ im Rahmen der Jugendgerichtshilfe durch. Dieses in Anle h-
nung an das Bundesmodellprojekt für erstauffällige Drogenkonsument/innen (FreD) konzipierte 
Gruppenangebot wird regelmäßig mit positiven Ergebnissen evaluiert. Eine Gesamtevaluation von 
17 Kursen belegt eindrucksvoll die positive Beurteilung durch die Teilnehmenden. So waren 95 %

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V/0921/2014 
der Kursteilnehmenden „voll und ganz“ oder „eher“ zufrieden, fast die Hälfte der Teilnehmer/innen 
war davon überzeugt, dass der Kurs Auswirkungen auf ihr weiteres Konsumverhalten hat.  
  
Seit Anfang 2014 werden im Rahmen der Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ in den mün s-
terschen Krankenhäusern gezielte Gesprächsangebote für Eltern, deren Kinder wegen A lkohol-
konsums behandelt werden mussten, angeboten. Diese Angebote werden durch das Personal vor 
Ort mit eigens dafür entwickelten Materialien beworben.  
In der Drogenberatung wie auch in den Beratungsstellen der Caritas und Diakonie thematisieren 
Eltern den Alkoholkonsum ihrer Kinder eher am Rande. Da Eltern spezifische Beratungsangebote 
bislang kaum in Anspruch nehmen  und auch Jugendliche nicht primär wegen ihres Alkoholko n-
sums die Beratung suchen, werden aktuell Hemmschwellen der Inanspruchnahme und Zugan gs-
wege in die Beratung überprüft. 
 
1.2. Wie werden die Jugendlichen durch entsprechende Beratungsangebote erreicht? Werden 
geschlechtsspezifische Zugangs- und Beratungswege gesucht und angeboten? 
Die Ausdifferenzierung der jugendspezifischen (Beratungs -)Angebote führte in den letzten Jahren 
zu einer zunehmend intensiveren Inanspruchnahme (Erstgespräche mit Jugendlichen 2011: 98, 
2012: 113, 2013: 131). Diese Entwicklung betrifft allerdings fast ausschließlich die Beratung zu 
illegalen Drogen. Während die prä ventiven Angebote in Schule und Jugendarbeit wie auch die 
Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ bei Jugendlichen auf eine hohe Akzeptanz treffen, stellt 
die individuelle Beratung trotz regelmäßiger Bewerbung in der Öffentlichkeitsarbeit und in Präve n-
tions- und Schülerveranstaltungen die Ausnahme dar. Seit der regelmäßigen Durchführung des 
Gruppenangebotes „FreAk“ gelingt in Einzelfällen die Vermittlung in die Jugendberatung.  
 
Die Beratung von jugendlichen Suchtmittelkonsumentinnen und  -konsumenten wird  aktuell von 
zwei Kolleginnen mit systemischer Beratungsausbildung durchgeführt. Die Berücksichtigung g e-
schlechtsspezifischer Konsummotive und -verhaltens ist sowohl in der Beratung Jugendlicher wie 
auch Erwachsener Standard. Die überwiegend in der Karneva lszeit und auf öffentlichen Tanzve r-
anstaltungen eingesetzten Voll -ist-out-Teams sind gezielt mit männlichen und weiblichen Studi e-
renden besetzt. 
 
Jugendliche suchen i.d.R. nicht primär wegen ihres Alkoholkonsums die Beratung, sondern thema-
tisieren diesen e her im Rahmen der Beratung zu illegalen Drogen. Auch Eltern nehmen Ber a-
tungsangebote hierzu nur wenig in Anspruch. Als Gründe für die geringe Inanspruchnahme wird 
ein fehlendes Problembewusstsein bei den Jugendlichen und den Eltern vermutet. Die gesel l-
schaftliche Akzeptanz dieses Suchtmittels wie auch die verhältnismäßig langsame Suchtentwic k-
lung tragen entscheidend dazu bei.  Eine Hemmschwelle des Besuchs einer „ Drogenberatung“ bei 
Problemen mit Alkohol kann nur vermutet werden. Allerdings wird auch in den Erziehungsbera-
tungsstellen von Caritas und Diakonie der Alkoholkonsum von Jugendlichen kaum thematisiert. 
Gleichwohl wird ein Informations - und Beratungsbedarf auf Elternabenden in Schule und Jugen d-
arbeit immer wieder artikuliert. 
Aktuell werden Optimierungsmöglichkeiten geprüft (siehe hierzu auch Frage 7 und 9). 
 
1.3. Wie wird vermittelt, alters - und geschlechtsspezifische Risiken des Alkoh olkonsums besser 
einzuschätzen? 
Die besondere Schädlichkeit von Alkohol auf den jugendlichen Organismus sowie die um e in Viel-
faches erhöhte Suchtgefährdung Jugendli cher ist regelmäßiges Thema in Prävention und Ber a-
tung. Ebenso werden geschlechtsspezifische Konsummotive thematisiert und hinterfragt sowie 
geschlechtsspezifische Infomaterialien vorgehalten und gezielt herausgegeben. 
In der Suchtprävention in Schule und Jugendhilfe wird über alters - und geschlechtsspezifische 
Methoden und Materialien die Auseinandersetzung mit dem Thema und dem eigenen Konsumve r-
halten gefördert. Hierzu werden pädagogische Fachkräfte aus Schule  und Jugendhilfe mittels Prä-
ventionsberatung, Workshops und Fortbildungen regelmäßig geschult und für eine eigenständige, 
effektive Präventionsarbeit qualifiziert.

- 5 - 
V/0921/2014 
1.4. Mit welcher Präventionsstrategie können Alkoholexzesse und schädlicher Alkoholkonsum 
schon im Vorfeld verhindert werden? 
Das Erlernen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Alkohol gehört in unserer Gesellschaft 
zu den Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. Die damit verbundenen Risiken können durch Ve r-
mittlung einer kritischen Haltung zu Alkohol und Erhöhung der Risikokompetenz reduziert, aber 
nicht komplett verhindert werden. Die Verzögerung des Einstiegs in den Konsum jeglicher Such t-
mittel sowie die Verhinderung eines dauerhaft schädlichen Konsums ist jedoch eines der wichtig s-
ten Ziele zeitgemäßer Präventionsarbeit (vgl. DHS „Suchtprävention in Deutschland. Stark für die 
Zukunft.“, Juni 2014). 
 
Im „Rahmenkonzept für Fachstellen für Suchtvorbeugung“ der Landeskoordinierungsstelle GINKO 
heißt es zur Wirksamkeit von Prävention, sie ist dann erfolgreich, wenn sie 
• langfristig und kontinuierlich als Gemeinschaftsaufgabe angelegt ist, 
• frühzeitig und in allen Sozialisationsinstanzen ansetzt, 
• individuelle (personenbezogene) und strukturelle Prävention verbindet,   
• Multiplikatoren qualifiziert und damit nachhaltig ist 
• sowie koordinierend und vernetzend tätig ist. 
Diese Rahmenbedingungen waren und sind im Arbeitsalltag des Fachdienstes Suchtprävention 
der Drogenhilfe, aber auch bei der Konzipierung und Weiterentwicklung der Alkoholprävention s-
kampagne „Voll ist out“ stets handlungsleitend.  
 
Um von Jugendlichen angenommen zu werden, müssen die Präventionsbotschaften glaubhaft und 
mit den Lebenswelten der Jugendlichen verknüpft sein. Reine Abschreckung mit der Darstellung 
von Spätfolgen haben für junge Menschen, die im „Hier und Jetzt“ leben, kaum bis keinerlei Rel e-
vanz. Effektive Suchtprävention muss den jeweiligen Entwicklungsstand und die Konsummuster 
der anvisierten Zielgruppe berücksichtigen. Die Fachliteratur unterteilt  in „universelle“, „selektive“ 
und „indizierte“ Prävention, die sich an den unterschiedlichen Bedarfen der Zielgruppen orientiert. 
Als Beispiele in Münster seien hier die Präventionsarbeit in Schulen als universelle, das Kursange-
bot FreAk als selektive und die Jugendberatung  in der Drogenhilfe als indizierte Suchtprävention 
benannt.   
 
Effektive Präventionsstrategien müssen auf zwei sich ergänzenden Ansätzen basieren, die Verhal-
tens- und Verhältnisprävention. Es reicht nicht aus, das Verhalten einzelner Personen oder Zie l-
gruppen durch personenzentrierte Präventionsmaßnahmen positiv beeinflussen zu wollen. Ebenso 
wichtig ist die Beeinflussung gesellschaftliche r Rahmenbedingungen wie die konsequente Umse t-
zung der Jugendschutzbestimmungen, die die Verfügbarkeit von Alkohol einsch ränken (z.B. Ve r-
kaufszeiten, Preise, Werbung u.a.). Die Wirksamkeit struktureller Maßnahmen wurde eindrucksvoll 
mit der Sondersteuer auf die sog. Alcopops vor gut 10 Jahren und dem Zusammenbruch dieses 
Marktes demonstriert.  
 
1.5. Wird bei Veranstaltungen,  in der Gastronomie und im Einzelhandel das Jugendschutzgesetz 
hinsichtlich seiner Bestimmungen zu Alkohol eingehalten? 
Nach Auskunft des Ordnungsamtes bestehen in dem Zuständigkeitsbereich der Stadt Münster 
derzeit über 1.000 gastronomische Betriebe, von denen in ca. 750 Betrieben Alkohol abgegeben 
wird. Die Anzahl der Einzelhandelsgeschäfte, in denen Alkohol abgegeben wird, kann nicht bezi f-
fert werden. Ebenso kann keine Aussage darüber gemacht werden, wie viele Veranstaltungen, bei 
denen die Abgabe von Al kohol eine Rolle spielt, jährlich im Bereich der Stadt Münster stattfinden. 
Vor diesem Hintergrund fällt die Anzahl der Ermittlungsverfahren und die daraus resultierenden 
Bußgelder, die gegen Gewerbetreibende, Veranstalter und andere volljährige Personen w egen 
Verstoß gegen die Jugendschutzbestimmungen durchgeführt wurden, verschwindend gering aus.  
 
 
Für die letzten Jahre stellen sich die jugendschutzrechtlichen Verfahren wie folgt dar:

- 6 - 
V/0921/2014 
 
Kalenderjahr Anzahl der Ermittlungsverfahren 
 
davon Anzahl der Bußg el-
der 
2011 12 5 
2012 11 4 
2013 28 4 
2014 bis 18.09.2014 11 5 
 
Es gibt derzeit keine Hinweise zu gastronomischen Betrieben oder Veranstaltungen, dass die ge-
setzlichen Jugendschutzvorgaben nicht eingehalten werden. Ebenso verhält es sich bei dem örtl i-
chen Einzelhandel. Hier gerieten in den letzten Monaten allenfalls einige Kioskb etreiber in den 
Fokus. Der Service - und Ordnungsdienst und die Polizeibeamten vor Ort wurden informiert und 
verstärkten die Beobachtung dieser Betriebe. Die großen Einzelhandelsketten arbeiten seit Jahren 
mit Kassensystemen, bei denen regelmäßig zur Alterskontrolle aufgefo rdert wird, wenn Alkohol 
oder Zigaretten über das Band laufen. Es zeigt sich somit, dass sowohl die Gastr onomie als auch 
der Handel sensibel mit dem Thema Jugendschutz umgehen. 
 
Die Praxis der Jugendlichen, an Alkohol zu gelangen, hat sich nach den Erfahrungen der letzten 
Zeit geändert. Sie treten in den Verkaufsstellen häufig nicht mehr selber als Käufer auf, sondern 
schicken junge Erwachsene vor. Hier beweissich ere Verfahren gegen die jungen Erwachsenen 
durchzuführen, gestaltet sich sehr schwierig. Vereinzelt wurden auch in diesem Bereich Verwar n-
gelder ausgesprochen. 
 
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen kann gesagt werden, dass die Jugendschutzbesti m-
mungen in der Stadt Münster grundsätzlich eingehalten werden. 
 
 
2. Aktueller Bericht über die Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ 
 
„VOLL ist OUT“ ist eine Kampagne zur Alkoholprävention der Stadt Münster, die auf  Initiative des 
Amtes für Kinder, Jugendliche u nd Familien im Jahr 2004 ins Leben gerufen wurde. Primäre A d-
ressat/innen der Kampagne sind junge Menschen in Münster im Alter von 12 bis 24 Jahren. Um 
eine nachhaltige Verankerung der Botschaft  „VOLL ist OUT“ in der Kommune zu erreichen, ric h-
ten sich zahlreiche Maßnahmen und Aktionen auch an Eltern und Multiplikatoren aus Schule und 
Jugendhilfe sowie Gastronomie und Handel. Begleitet wird die Kampagne mit intensiver Presse - 
und Medienarbeit sowie einem Internetauftritt (www.vollistout.de). Die Kampagne ist  verhaltens- 
und verhältnispräventiv ausgerichtet, langfristig angelegt und findet jährlich im Karneval ihren H ö-
hepunkt.  
 
Bereits im Sommer 2006 wurde „Voll ist out“ mit dem zweiten Platz beim bundesweiten Wettb e-
werb „vorbildliche Strategien kommunaler Su chtvorbeugung“ in der Kategorie kreisfreie Städt e-
ausgezeichnet. Inzwischen im zehnten Jahr wurde die Kampagne  mit jährlich neuen Schwerpunk-
ten kontinuierlich weiterentwickelt: So richtet sich „ Voll ist out“ neben den 12-16-Jährigen verstärkt 
auch an die Zi elgruppe der jungen Erwachsenen (17 -20 Jahre) und nimmt gezielt besondere 
Trinkanlässe im öffentlichen Raum in den Blick. Der ehemals vorrangig generalpräventive Ansatz 
wurde durch Bausteine der selektiven und indizierten Prävention erweitert.   
 
Die Kampagne zeichnet sich insbesondere aus durch 
 jährlich wechselnde Schwerpunkte (Alkohol und Gruppendruck, Kontrollverlust, Vandali s-
mus, Vorbildfunktion Erwachsener, Straßenverkehr u.v.m), 
 attraktive und altersgerechte Materialien, 
 an aktuellen Bedarfen orientie rte Entwicklung und innovative Fortschreibung bestehender 
Bausteine und 
 jugendgerechte Ansprache in Form aufsuchender Arbeit durch Peers an Treffpunkten ju n-
ger Menschen.

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Thematischer Schwerpunkt in der kommenden Session wird „Alkohol und Krankenhauseinlie fe-
rung“ sein.  
 
Die Wirksamkeit der Alkoholpräventionskampagne wurde durch eine externe Evaluation der Wes t-
fälischen Wilhelms -Universität (FB Entwicklungspsychologie) wissenschaftlich bescheinigt. Auch 
beim Bundeswettbewerb „vorbildliche Strategien kommuna ler Suchtvorbeugung“ wurde die Ka m-
pagne im zehnten Jahr erneut prämiert: Die  Jury  lobte den ganzheitlichen Ansatz, die verhaltens- 
als auch verhältnispräventive Ausrichtung,  den hohen Transfergehalt die „vorbildliche Öffentlic h-
keitsarbeit“ und hohe Nachhaltigkeit der Kampagne. 
Weitere aktuelle Informationen sind in den jährlichen Jahresberichten der Drogenhilfe und auf 
www.vollistout.de nachzulesen. 
2.1. Aktuelle Information und Erfahrungen zum Evaluationsbericht 
In den Jahren  2012/13 führte das Beratungslabor der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie der 
Westfälischen Wilhelms -Universität Münster eine dreiteilige wissenschaftliche Evaluationsstudie 
zum Bekanntheitsgrad und zur Wirksamkeit der Alkoholpräventions kampagne des Amtes für Ki n-
der, Jugendliche und Familien durch. Im ersten und zweiten Teil der Studie wurden 180 Sch ü-
ler/innen zwischen 12 und 17 Jahren und weitere 100 junge Erwachsene mittels eines umfangre i-
chen Online-Fragebogen befragt. Fast 80 Prozent der befragten Jugendlichen erkannten minde s-
tens eines der Postkartenmotive der Kampagne. Die "Voll ist out" -Teams überzeugten im persönli-
chen Kontakt und die Beschäftigung mit den Infomaterialien führte dazu, dass mehr verantwo r-
tungsbewusste Verhaltensalternativen für riskante Konsumsituationen benannt werden konnten.  
 
Die Ergebnisse bieten gute Ansätze, die selbst produzierten Medien weiterzuentwickeln, sie noch 
passgenauer einzusetzen und bei der Verteilung Streuverluste zu vermeiden. So wurden die Pl a-
kate vor allem in Schulen, Bussen und an Haltestellen wahrgenommen. Auch zeigt sich, dass die 
weiterführenden Info s im Internet deutlich häufige r nachgefragt werden, wenn die Voll -ist-out-
Teams im Karneval dafür werben. Ausdrücklich gelobt wurde im Rahmen de r Studie, dass die 
Kampagne nah an der Lebensrealität der Zielgruppe agiert. 
 
Die Ergebnisse des ersten und zweiten Teils der Evaluation durch die Universität Münster wurden 
veröffentlicht und im Januar 2013 dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Famili en und ande-
ren Gremien der Jugend(sozial)arbeit vorgestellt. Sie fließen in die weitere inhaltliche und strateg i-
sche Ausrichtung der Kampagne ein. Die Untersuchung von Präventionsveranstaltungen für 
Schulklassen als dritter Teil der Evaluationsstudie wurde  im Frühjahr in neun Klassen an vier we i-
terführenden Schulen Münsters durchgeführt und lieferte wertvolle Ergebnisse zur Optimierung der 
verschiedenen Methodenbausteine Diese wurde zwischenzeitlich umgesetzt.  
 
2.2. Welche weiteren Optimierungsmöglichkeite n bei der Alkoholprävention von Kindern und J u-
gendlichen sollen auch vor dem Hintergrund der Zahlen aus dem Landesbericht ergriffen werden? 
Neben der oben beschriebenen Weiterentwicklung von „Voll ist out“ wird die begonnene Ausdiff e-
renzierung der Kampagnenbausteine vom ehemals vorrangig generalpräventiven Ansatz um Ba u-
steine der selektiven und indizierten Prävention fortgeführt. Die Inanspruchnahme der Beratung 
riskant konsumierender Jugendlicher und ihrer Eltern wird forciert. Dazu zählt die Herstellung einer 
kritischen Haltung zu Alkohol und eines Problembewusstseins sowohl bei den Jugendlichen wie 
auch bei deren Eltern. Ein weiterer geplanter Optimierungsschritt ist die Absenkung von Hem m-
schwellen des Besuchs einer Drogenberatung bei Problemen mit Alkoho l. Hierzu lieferte  ein von 
der Drogenhilfe durchgeführtes „Werkstattgespäch zur Weiterentwicklung der Jugendberatung in 
der Drogenhilfe“ mit Fachkräften und Bezugspersonen von Jugendlichen aus verschiedenen A r-
beitsfeldern wertvolle Hinweise. Erste konkret e Optimierungsschritte werden derzeit geplant und 
zeitnah umgesetzt (offensive Bewerbung der Jugendberatung in den Stadtteilen durch Informat i-
onsveranstaltungen, Anpassung der Zeiten der offenen Jugendsprechstunde, Prüfung einer On-
lineberatung als zusätzli che Einstiegsmöglichkeit in die persönliche Beratung u.a.). Ergänzend 
dazu soll verstärkt auf die Möglichkeiten der Information und Beratung zu Alkohol in den Infomat e-
rialien und der Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen werden.

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Darüber hinaus wird an dieser Stelle nochmals auf die Notwendigkeit und hohe Effizienz verhäl t-
nispräventiver Maßnahmen hingewiesen, wie die Regulierung der Abgabezeiten von Alkohol, die 
konsequente Überprüfung und Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetztes, die 
Prüfung der Möglichkeiten zur Einschränkung von Werbung für Alkohol, z.B. auf kommunalen Fl ä-
chen (siehe hierzu auch Fragen 4, 5 und 6).   
 
 
3. Ab wann und mit welchem Konzept soll das Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (HaLT) 
als sinnvolle Ergänzung der Kampagne „Voll ist out“ und dem Präventionsprojekt „FreAk“ 
auch in Münster eingerichtet werden? 
 
Vor dem Hintergrund der geringen Inanspruchnahme der Beratungsangebote zu Alkohol sowohl 
von Seiten der Jugendlichen wie auch der Eltern werden seit der Karnevalsais on 2013/ 14 im 
Rahmen der Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ in den münsterschen Krankenhäusern 
gezielte Gesprächsangebote für Eltern, deren Kinder wegen Alkoholkonsums behandelt werden 
mussten, gemacht. Diese Angebote werden durch das Personal vor Ort mit eigens dafür entwickel-
ten Materialien beworben. Da auch diese Angebotserweiterung sehr verhaltenen Zuspruch erhielt, 
soll ab Anfang 2015 die Verbindlichkeit der Inanspruchnahme von Beratung durch die Impleme n-
tierung des Frühinterventionsprojektes „HaLT - Hart am Limit“ erhöht werden.  
 
HaLT ist ein ehemaliges Bundesmodellprojekt, das a us zwei sich gegenseitig ergänzenden und 
verstärkenden Bausteinen besteht. Im reaktiven Projektbaustein werden Jugendliche und deren 
Eltern nach stationär behandelter Alkoholver giftung vom zuständigen Krankenhauspersonal mot i-
viert, ein sogenanntes „Brückengespräch“ mit Mitarbeiter/innen des Fachdienstes Suchtprävention 
in Anspruch zu nehmen. Um die unmittelbare Betroffenheit zu nutzen, wird dieses Gespräch inner-
halb eines Zeitraums von drei Tagen garantiert. Zusätzlich zu diesen Einzelberatungen für Jugend-
liche und deren Eltern erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem riskanten Konsumverhalten im 
Rahmen eines 8 bis 12-stündigen Gruppenangebotes. 
Der proaktive Teil besteht aus einer  kommunal verankerten Präventionsstrategie mit dem Ziel, 
schädlichen Alkoholkonsum schon im Vorfeld zu verhindern. Schlüsselbegriffe für diesen proakt i-
ven Projektbaustein sind Verantwortung und Vorbildverhalten von Erwachsenen im Umgang mit 
Alkohol, die ko nsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes an Festen, in der Gastronomie 
und im Einzelhandel sowie eine breite Sensibilisierung der Bevölkerung. Dieser proaktive Teil wird 
in Münster mit „Voll ist out“ mehr als erfüllt.  
 
Aufgrund interner Umstrukturier ungen im Zuge der Weiterentwicklung der Jugendberatung in der 
Fachstelle Drogenhilfe und der Anfang 2014 neu geschaffenen Möglichkeit zur Abrechnung von 
„HaLT-Beratungsgesprächen“ mit den Krankenkassen kann diese neue Maßnahme stellenneutral 
umgesetzt werd en. Die dafür notwendigen Kooperationsvereinbarungen mit den münsterschen 
Krankenhäusern werden Anfang des Jahres 2015 abgeschlossen, so dass zum 01.02.2015 HaLT 
auch in Münster umgesetzt wird.   
 
 
I.V. 
 
 
 
Dr. Hanke 
Stadträtin 
 
 
Anlage:  Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0014/2014 vom 21.03.2014

Beratungsverlauf (3)

03.02.2015 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government
TOP 3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.02.2015 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.03.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 16 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Windthorststraße 7

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Details

Aktenzeichen
V/0921/2014
Typ
Vorlagen
Datum
18.11.2014
Erstellt
06.10.2020 14:37