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V/1031/2005

Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin für die aufsuchende Elternarbeit für die Grundschulen Berg Fidel,

Vorlage 20.12.2005

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 31.01.2006, TOP 9

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

10961 Zeichen

V/1031/2005 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Schule und Weiterbildung 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin für die aufsuchende Elternarbeit für die Grundschulen Berg Fidel, 
Coerde und Kinderhaus 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.01.2006 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 
31.01.2006 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
 
Bericht: 
 
 
Ausgangslage  
 
Mit Schreiben vom 09.12.2004 (s. Anlage) an den Vorsitzenden des Ausschusses für 
Schule und Weiterbildung beantragen die Sc hulleitungen der Grundschule Kinderhaus-
West, Grundschule Berg Fidel und Norbertgrundschule je eine halbe Sozialarbeiterstelle 
für ”aufsuchende Elternarbeit”. In seiner Sitzung vom 10.02.2005 nahm der Ausschuss 
für Schule und Weiterbildung den Inhalt des Schreibens zur Kenntnis. Nach ausführlicher 
Diskussion einigte sich der Ausschuss darauf, das Thema nach Vorprüfung durch die 
Verwaltung in einer der nächsten Sitzungen erneut zu behandeln.  
 
 
Hintergrund 
 
Die Schulleitungen b egründen ihren Antrag mit der ge stiegenen Anzahl und den beson-
deren Schwierigk
eiten und Problemlagen von Kindern in den problembelasteten Stadttei-
len. Zusammenfassend schreiben sie:  
 
 ”Die unterzeichnenden Grundschulen in sozialen Brennpunkten haben ein sich ver-
stärkendes Problem (zunehmen de soziale Verwahrlosung) erkannt. Das Personal 
der Schulen kann diese Problematik nicht allein lösen und benötigt dringend konti-
nuierliche Verstärkung, um einer negativen  Entwicklungsperspektive entgegen zu 
wirken und entsprechende Begleiterschein ungen zu verhindern (Vorschlag: feste, 
an die Schule gebundene Sozialarbeiterstelle).” 
Vorlagen-Nr.: 
V/1031/2005 
Auskunft erteilt: 
Herr  Dunkel 
Ruf: 
492 40 80 
E-Mail: 
DunkelL@stadt-muenster.de 
Datum: 
17.01.2006 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/1031/2005 
 
Die Verwaltung führte daraufhin mehrere Gespräche (unter Beteiligung von V, IV, AL 40, 
AL 51, Kommunaler Sozialdienst, Schulpsychologische Beratungsstelle und Amt 53) mit 
den beteiligten Schulleitungen mit dem Ziel, eine entsprechende Unterstützung mit den in 
den jeweiligen Stadtteilen vorha ndenen Ressourcen zu ermöglic hen. Dabei wurden u. a. 
auch für Berg Fidel Möglichkeiten überprüft, im Rahmen des geplant en Modellprojektes 
”Gesund Aufwachsen in Berg Fidel” (In K ooperation mit Gesunde Städte Netzwerk der 
BRD) und für Kinderhaus im  Rahmen des beantragt en Modellprojekts ”Soziale Stadt” 
(Ratsvorlage 197/2005 ”Integr iertes Handlungskonzept / Städtebaulicher Maßnahmen-
plan gemäß § 171 e Baugesetzbuch für das Pr ogrammgebiet Soziale Stadt Kinderhaus - 
Brüningheide”) Unterstützung zu erhalten. Insgesamt konnte jedoch noch kein zufrieden 
stellendes Ergebnis für alle Seiten erreicht werden. 
 
Aus Sicht der Verwaltung ist die Situation und das Anliegen der Sc hulen einerseits nach-
vollziehbar, der zusätzliche Personalbedarf aber nicht unbedingt zu erkennen. Seitens 
der Verwaltung werden Möglichkeiten ges ehen, dem Anliegen der  Schulen dadurch 
nachzukommen, vorhandene Ressourcen in ver änderter Form hierfür zu nutzen. In Kin-
derhaus, wo diese Ressourcen z.Z. nicht vor handen sind, gibt es die Perspektive, über 
das Modellprojekt ”Soziale Stadt”, oder über  die vorhandene Infrastruktur zusätzliche 
Möglichkeiten zu schaffen.  
 
 
Umfeldsituation der Schulen - Berg Fidel, Norbert und Kinderhaus-West 
 
Die von den Schulen in ih rem
 Antrag beschriebenen Umfeld situationen sind nachvoll-
ziehbar. Der Verwaltung ist jedoch bekannt, da ss ähnliche Situationen auch in anderen 
Stadtteilen bestehen und auch andere Grundschul en ähnliche Bedarfe sehen, wie die 
beantragenden drei Schulen. Bei einer möglichen Einrichtung zusätzlicher Stellen muss 
dies konsequent mitbedacht und umgesetzt werden. 
 
 
Sozialpädagogisches Personal an Grundschulen 
 
An drei Münsteraner Grundschulen werden z.Z. sozialpädagogische Fachkräfte beschäf-
tigt. Mit Ratsbeschlus
s vom 16.12.1998 wur den vier halbe Planstellen für Sozialpädago-
gen / Sozialpädagoginnen eingeric htet. An der Norbert-Grundschule geschah dies mit 
dem Ziel der Förderung erziehungsschwieri ger Schülerinnen und Schüler, an der Grund-
schule Berg Fidel mit dem Ziel der Förder ung lernbehinderter und erziehungsschwieriger 
Schülerinnen und Schüler. 
 
An der Mosaik-Grundschule arbeitet eine sozialpädagogische Fachkr aft mit dem Auftrag, 
Bindeglied zwischen Elternhaus und Schule zu sein und intensiv e Elternarbeit zu leisten. 
Diese Stelle wurde am 26.06.2000 eingerichtet.

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V/1031/2005 
 
Zusammenfassung und Vorschlag der Verwaltung 
 
Zur Einrichtung der beantragten drei halben Stellen sind au f Dauer € 86.220 im städti-
schen Haushalt zu veranschlagen. Vor dem Hintergrund der ak tuellen Haushaltssituation 
kann die Verwaltung den Antrag der drei Schulen nicht unterst ützen. Den Schulen Berg 
Fidel und Norbert steht bereits sozi alpädagogisches Personal zur Verfügung . Es muss 
geprüft werden, ob ein veränderter Einsat z des vorhandenen Personals im Sinne des 
Antrages erfolgen kann. Für die Grundschule Kinderhaus-West ist anzustreben, über das 
Modellprojekt ”Soziale Stadt” oder die bestehende Infrastruktur die gewünschte Unter-
stützung zu erhalten.  
 
Die Ratsvorlage 197/2005 ”Integriertes H andlungskonzept / Städtebaulicher Maßnah-
menplan gemäß § 171 e Baugesetzbuch für das Programmgebiet Soziale Stadt Kinder-
haus - Brüningheide” beschreibt dazu in der Anlage zur Vorlage unter Projektblatt 5.02 
die Maßnahme ”Elternkompetenz stärken - Aufsuchende Elternarbeit zur Sicherung des 
regelmäßigen Schulbesuchs”. 
 
Die Verwaltung schlägt vor, folgende Maßnahmen kurzfristig umzusetzen: 
 
1. Die Arbeitsplatzbeschreibungen der sozialpädagogischen Fachkräfte an der Grund-
schule Berg Fidel und Norbert Grundschul e werden unter Einbeziehung der Beteilig-
ten so modifiziert, dass ”aufsuchende Elternarbeit” Teil ihres Arbeitsauftrages ist. 
 
2. Bei der Realisier ung des Projektes ”Soziale Stadt” wird geprüft, ob und wie die sozi-
alpädagogische Unterstützung aus Projektmitteln angeboten werden kann, die für die 
Grundschule Kinderhaus West ”aufsuchende Elternarbeit” leisten kann. 
 
3. Für Berg Fidel werden im Rahmen des geplanten Modellprojektes ”Gesund Aufwach-
sen in Berg Fidel” (in Kooperation mi t dem Gesunde-Städte-Netzwerk) weitere Mög-
lichkeiten geprüft. 
 
4. Mit allen drei Schulen werden weitere Gespräche zwischen Schule, Amt 40 und Amt 
51 geführt. Ziel ist die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Schule und den in 
den beiden Ämtern zur Verfügung stehenden  Unterstützungssystemen (u.a. KSD und 
Schulpsychologische Beratungsstelle) zu erreichen. 
 
5. Im Stadtteil Coerde werden in der vom Amt für Kinder, Jugendlichen und Familien 
organisierten Stadtteilkonfer enz (Trägerübergreifendes Forum) weitere Kooperati-
onsmöglichkeiten zur Realisierung geprüft. 
 
I. V. 
 
 
Dr. Hanke 
Stadträtin 
 
 
Anlage

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V/1031/2005 
 
 
 
         Münster, den  09. 12. 2004 
Grundschule Berg Fidel 
Grundschule Kinderhaus-West 
Norbert-Grundschule 
Münster 
 
 
 
An den  
Schulausschuss der Stadt Münster 
z.Hd. Herrn Manfred Kehr 
 
 
nachrichtlich: 
Frau Dr. Klein 
Frau Jacobi 
Frau Schlattmann 
Herrn Dr. Gummersbach 
Herrn Mörchen 
 
 
 
 
Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin für die aufsuchende Elternarbeit für die Grundschulen in 
Berg Fidel, Coerde und Kinderhaus  
 
 
 
 
Sehr geehrter Herr Kehr, sehr geehrte Mitglieder des Schulausschusses, 
 
 
die Schulleiter/innen von drei in Münster durch soziale Brennpunkte betroffenen Grundschulen 
haben sich mehrfach zu Erfahrungsaustausch und Kooperation zusammengefunden. Gemein-
sames Anliegen dieser Schulen ist die unten näher beschriebene Situation, die bereits mit der 
Verwaltung (Schulamt) erörtert wurde. Wir Schulleiter/innen in den Brennpunktschulen halten die 
Unterstützung durch Sozialarbeiter für die aufsuchende Elternarbeit für dringend erforderlich.  
 
Zur Situation: 
In unseren Schulen ist zu beobachten, dass Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen: re-
gelmäßiger, pünktlicher Schulbesuch, wetterangemessene Kleidung, notwendiges Schulfrüh-
stück, Vollständigkeit der Schulmaterialien und der Hausaufgaben, Interesse an der schulischen 
Entwicklung der Kinder, Kooperation mit Lehrerinnen und Lehrern und Versorgung im Krankheits-
fall. Dieses vernachlässigende Verhalten, das auf gleichgültige, hilflose, überforderte oder auch 
resignative Lebenshaltung schließen lässt, beobachten wir in zunehmendem Maße sowohl bei 
deutschen Eltern als auch bei Migranten. Die vorliegenden Daten des Gesundheitsamtes von 
den Einschulungsuntersuchungen bestätigen diese Beobachtungen und weisen auf den man-
gelnden Gesundheitszustand der Kinder hin.

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V/1031/2005 
 
Um den Kindern einen regelmäßigen, Halt gebenden und Grundlagen schaffenden Schulbesuch 
zu ermöglichen, ist es notwendig, dass aufsuchende Elternarbeit geleistet wird. Anders ist der 
sich verschärfenden Problematik in unseren Brennpunkten nicht entgegen zu wirken. Denn der 
defizitäre oder unregelmäßige Schulbesuch behindert ein kontinuierliches, erfolgreiches, fort-
schreitendes Lernen dieser Kinder, die auf besondere Förderung angewiesen sind. Es ist zu be-
fürchten, dass der „gute Ruf“ der Schulen leidet und  Eltern nicht mehr das Vertrauen haben, 
dass unsere Schulen auch leistungsstarken Schülern gerecht werden können.  
 
In unserer Verantwortung als Schulleiter/innen haben wir unserer Fürsorgepflicht in vielfältiger 
Hinsicht nachzukommen: 
Einerseits müssen wir dafür sorgen, dass eine zunehmende Zahl von Schulkindern durch vorsor-
gende Maßnahmen und durch aufsuchende Elternar beit die ihnen zustehende Förderung erhält. 
Andererseits dürfen unsere Schulen nicht in den Ruf geraten, „nur“ Einrichtungen für „soziale 
Problemfälle“ zu werden und somit ins Abseits geraten. 
 
Zusammenfassung: 
Die unterzeichnenden Grundschulen in sozialen Brennpunkten haben ein sich verstärkendes 
Problem (zunehmende soziale Verwahrlosung) erkannt. Das Personal der Schulen kann diese 
Problematik nicht allein lösen und benötigt dringend kontinuierliche  Verstärkung, um einer nega-
tiven Entwicklungsperspektive entgegen zu wirken und entsprechende Begleiterscheinungen zu 
verhindern (Vorschlag: feste, an die Schule gebundene Sozialarbeiterstelle). 
 
Brennpunktschulen benötigen dringend in ihren Teams mehr Multiprofessionalität als andere 
Grundschulen. In den Hauptschulen und einigen Grundschulen hat man dieser Tatsache längst 
Rechnung getragen. Auf Grund der oben beschriebenen Situation beantragen wir für die unter-
zeichnenden Grundschulen je eine halbe Sozialarbeiterstelle. 
 
Zu einem Gespräch bezüglich dieses Themas sind wir jederzeit gerne bereit.  
 
Bereits jetzt danken wir für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung. 
 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
 
 
 
Ursula Bultmann  Karin Herzog   Dr. Reinhard Stähling 
Norbert-Grundschule  Grundschule    Grundschule 
    Kinderhaus-West  Berg Fidel

Beratungsverlauf (2)

26.01.2006 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
31.01.2006 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Brüningheide
  • Kinderhaus

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Details

Vorlagen-Nr.
V/1031/2005
Typ
Vorlage
Datum
20.12.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37