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V/0108/2013

Männergesundheit

Vorlagen 23.05.2013

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Nächste Beratung: Ausschuss für Gleichstellung, Sitzung am 02.07.2013, TOP 5

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

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V/0108/2013 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gesundheit, Veterinär- und 
Lebensmittelangelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Männergesundheit 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.06.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 
02.07.2013 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
 
 
Bericht: 
1. Ausgangslage 
 
Mit dem Beitritt der Stadt Münster zur  Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen 
und Männern war die Aufgabe verbunden, einen Aktionsplan aufzustellen. Der Rat der Stadt 
Münster hat am 19. Oktober 2011 einstimmig den ersten Aktionsplan zur Europäischen Char-
ta in Münster verabschiedet. Er wurde a uf der Grundlage einer ausführlichen Bestandsau f-
nahme der von der Stadt bereits erbrachten Beiträge und Maßnahmen rund um das Thema 
Chancengleichheit unter Federführung des Frauenbüros erstellt. Darauf aufbauend erarbeite-
ten die Dezernate und Ämter ihre Zi ele für den Aktionszeitraum 2011 bis 2013. Mit rund 50 
Maßnahmen und Zielen bietet der Aktionsplan in allen Handlungsfeldern der Charta eine brei-
te Palette von Zielen und Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Chancengleichheit in Müns-
ter.  
 
Im Handlungsfeld Gesundheit ist als Ziel festgehalten, eine Bestandsaufnahme und Ma ß-
nahmenentwicklung zum Thema Männergesundheit zu erstellen. Dieser Bericht soll deutlich 
machen, warum eine nähere Betrachtung der Gesundheit von Männern angezeigt ist und 
welche Aktivitäten es zum Thema Männergesundheit bislang gibt.   
 
 
2. Männergesundheit als neues Forschungsfeld 
 
Bis vor wenigen Jahren war es noch schwierig, differenzierte Informationen über die gesun d-
heitliche Lage, die Gesundheitsvorsorge, die Lebensweise sowie das Gesu ndheitsverhalten 
von Männern zu erhalten. Ein Erster Deutscher Männergesundheitsbericht erschien im Okto-
ber 20101. Nachdem bereits 2001 der „Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in 
Deutschland“ vorgestellt wurde, wollten Wissenschaftler und Me diziner nun auch die G e-
                                                
1 vgl. Erster Deutscher Männergesundheitsbericht, Bardehle, D. Stiehler, M, 2010, W. Zuckschwerdt Verlag 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0108/2013 
Auskunft erteilt: 
Herr Dr. Weth 
Ruf: 
492 53 02 
E-Mail: 
WethClaus@stadt-muenster.de 
Datum: 
31.05.2013 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0108/2013 
 
sundheit des Mannes in den Fokus rücken. Sie untersuchten unter anderem das Gesund-
heitsverhalten und die Defizite der Versorgung von Männern.  
 
Der Bericht hat als Pilotbericht bundesweit große Aufmerksamkeit erfahren.  
 
Mittlerweile gelangt das Thema Männergesundheit immer mehr in den Fokus der Gesellschaft 
und entwickelt sich zu einem eigenen Forschungs- und Praxisfeld. Untersucht werden Fragen 
zu physischen Erkrankungen der Männer, zu den Themen Männer und Psyche, Männer und 
Sucht, Männer und Lebensstil, ältere Männer und Gesundheit. Auch soziologische Perspekt i-
ven zu Männer und Familie, Männer und Arbeitswelt, Männer und Sexualität spielen eine Rol-
le. Untersucht wird auch, welche Potenziale Männer für Ihre Gesundheit haben. 
 
Bekannt ist, dass Männer weniger und später ärztliche und therapeutische Hilfen in Anspruch 
nehmen als Frauen. Gesichert ist, dass ein erhöhter Genussmittelkonsum, riskante Leben s-
stile, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsarmut zu den verhaltensbedingt en 
Risiken insbesondere bei Männern zählen, die die Entstehung von chronischen und schwe r-
wiegenden Erkrankungen fördern. Männer haben statistisch gesehen eine ca. 5 Jahre geri n-
gere Lebenserwartung als Frauen. Früherkennungsuntersuchungen werden von 60% der  
Frauen aber nur 24% der Männer in Anspruch genommen. Kurse zur Gesundheitsförderung 
werden von 77% der Frauen aber nur 23% der Männer belegt 2. Der Sportteil ist „des Mannes 
bester Freund“, aber gerade mal 25 % der deutschen Männer sind selbst sportlich aktiv3. 
 
Beim Thema Männergesundheit sind die verschiedenen Lebensphasen differenziert zu b e-
trachten. Es gibt spezifische Bedarfe für männliche Kinder und Jugendliche, Männer im mittle-
ren Lebensalter und alte Männer. Vor allem die Jungen stehen im Fokus der Betrachtungen. 
Sie haben eine weniger starke Wahrnehmung für die eigene Gesundheit. Sie verhalten sich 
gesundheitsriskanter als Mädchen und benötigen eine besondere Förderung ihrer Gesun d-
heitspotentiale. Bereits im Kindes - und Jugendalter kommt es zum Erle rnen, Erproben und 
Stabilisieren von Verhaltensweisen, die in höheren Altersgruppen konkrete Gefährdung b e-
deuten können 4.  Lebens- und Entwicklungschancen sind eng mit dem Gesundheitsstatus 
und den erlernten Verhaltensweisen in der Kindheit verbunden 5. Damit erklärt sich die No t-
wendigkeit einer früh einsetzenden Gesundheitsförderung, die Möglichkeiten der Einflus s-
nahme auf Gesundheitsverhalten wahrnehmen will. 
 
 
3. Berichterstattung zur Männergesundheit 
 
Eine Aufschlüsselung von Daten nach Männern und Fraue n ohne Berücksichtigung der U n-
terschiede in den Lebensbedingungen und im Versorgungssystem führt immer wieder zu 
Verwirrungen in der Diskussion um Gender. „In unserem Versorgungssystem dominieren 
noch überwiegend geschlechterneutrale Versorgungskonzepte. D a es kein Patentrezept für 
gendersensible Gesundheitsversorgung gibt, muss jeweils fallspezifisch geprüft werden, we l-
che Rolle Geschlechterdifferenzen (und hier die biologischen und die sozialen Dimensionen) 
spielen und in welchem Verhältnis sie zu anderen Merkmalen stehen“.6  
 
Vor diesem Hintergrund kommt einer empirischen Gesundheitsberichterstattung, die Erkl ä-
rungsansätze für die Geschlechterunterschiede mit einbezieht,  eine besondere Bedeutung 
zu. Das Robert Koch -Institut erarbeitet aktuell einen erste n staatlichen Bericht zur Männe r-
                                                
2Quellen: Statistisches Bundesamt, BZGA ,DKV Studie 
3Fröbose, Uni Köln 
4 vgl. Lohaus, A; Jerusalem, M; Klein-Heßling, J (2006) Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter Göttingen: Hgrefe 
5 Lenzen, J (2008)Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern, Hamburg: Diplomica Verlag. 
6 Kuhlmann, E, Gender und Diversity: Wie weiter in der Gesundheitsversorgung in: Nicht das Falsche fordern! Jungen und Männe r-
gesundheit in: Impulse 3.Qu. 2011, Landevereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin-Niedersachsen e.V.

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gesundheit, der über zahlreiche Aspekte der Männergesundheit in Deutschland informieren 
wird. Mit diesem Bericht soll eine objektive, gesicherte Grundlage für den öffentlichen Diskurs 
geschaffen werden.  
 
 
4. Aktivitäten zum Thema Männergesundheit 
 
Bundesweit werden mittlerweile Männerg esundheitskampagnen oder Aktionstage zur Män-
nergesundheit von Sportverbänden, Krankenkassen, Kammern und anderen Akteuren veran-
staltet.  
 
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) h at auf ihrer Website ein Männe r-
gesundheitsportal www.männergesundheitsportal.de eingerichtet. Dieses Portal bietet zah l-
reiche seriöse und fachlich geprüfte männerspezifische Gesundheitsinformationen an.   
 
Mit dem Slogan „Gesundheit hat ein Geschlecht“ greifen  auch immer mehr Kommunen die 
geschlechterdifferenzierte Betrachtungsweise und damit das Thema Männergesundheit auf.  
So hat beispielsweise das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin 2011 den Lichtenberg er Män-
nergesundheitsbericht „Man(n), wie geht’s ? Eine Perspektive für die Gesundheitsförderung“  
veröffentlicht.  
 
Auch in Münster ist d as Thema Männergesundheit nicht neu. Seit Jahren wird im Gesun d-
heitshaus ein Männertag mit unterschiedlichen männerspezifischen Themen, u. a. auch zur 
Männergesundheit, durchgeführt.  
 
Seit gut einem Jahr  existiert ein  auf Initiative des Frauenbüros eingerichteter Arbeitskreis 
„Geschlechtsspezifische Angebote für Männer in Münster“. Mitglieder des Arbeitskreises sind 
Männer, die sich mit dem Thema „geschlechterspezifische Angebote für Männer in Münster“ 
auseinander setzen. Fachkräfte des Caritasverbandes für die Stadt Münster,  der Diakonie, 
der Friedenskirche Münster, des SKF, der Aidshilfe, der Polizei NRW, des Vereins pro familia, 
des Bistums Münster, des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien sowie des Amtes für 
Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten wirken daran mit. Das Frauenbüro 
begleitet diesen Prozess. Finanziert mit Mitteln aus dem Sparkassenfonds  wird von Mitgli e-
dern des Arbeitskreises derzeit eine Homepage „Münsters Männer online“ (Arbeitstitel) e r-
stellt, die zukünftig vielfältige Informationen zum Thema Männer zur Verfügung stellen soll. 
Dadurch besteht in Münster die Möglichkeit, das Thema Männ er unter dem Aspekt der g e-
schlechtsspezifischen Angebote und Männergesundheit  für viele interessierte Männer und 
Frauen aber auch Einrichtungen, Verwaltungen und Politik sichtbarer zu machen. 
 
Auch aus unterschiedlichen Lehr - und Forschungsbezügen der Hoc hschulen in Münster gibt 
es eine Vielzahl von Aktivitäten zur Erhaltung der Männergesundheit. So propagieren z. B. 
die Universitätskliniken mit der niedergelassenen Ärzteschaft die Inanspruchnahme von Vo r-
sorgeuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen durch Männ er u. a. zu Prostata -, Herz- und 
Kreislauferkrankungen, Schlaganfall, Diabetes, Ernährung und Bewegung. Die Aktivitäten des 
Fördervereins des Prostatazentrums am Universitätsklinikum Münster sprechen insbesondere 
ältere Männer an.  
 
Schulen, Kindertages- und Freizeiteinrichtungen in Münster bieten immer mehr jungenbez o-
gene Förderangebote an. Auch die Beratungsstellen der Jugend -, Sozial- und Gesundheits-
hilfe werden auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Männergesundheit konfrontiert. 
 
 
5. Fazit und weiteres Verfahren 
 
Es gibt unterschiedlichste Aktivitäten zum Thema Männergesundheit in Münster. Für eine 
konkrete Maßnahmeplanung und Koordinierung ist aber eine gesicherte Datengrundlage e r-

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forderlich.  Es ist davon auszugehen, dass der Männergesundheitsbericht  des Robert Koch-
Institutes empirisch gesicherte, grundlegende Informationen zu dieser Thematik liefern wird. 
Die Verwaltung wird nach Erscheinen des Männergesundheitsberichtes prüfen, inwieweit die 
Erkenntnisse und Empfehlungen auf Münster übertragen werd en können. Auf dieser Grun d-
lage können dann geeignete Maßnahmen zum Thema Gesundheitsförderung für Jungen und 
Männer in Münster entwickelt und forciert werden.   
 
Der Arbeitskreis „Geschlechterspezifische Angebote für Männer“ wird in seinem neuen Po rtal  
das Thema Gesundheitsförderung und Gesundheitsvorsorge für Jungen und Männer mit b e-
rücksichtigen. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (2)

26.06.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.07.2013 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0108/2013
Typ
Vorlagen
Datum
23.05.2013
Erstellt
06.10.2020 14:37