Mandari Insight

2036/2021

Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus dem JHA vom 27.04.2021 zu TOP 8.5.8, Vorlage 1342/2021 - Auswirkungen der Corona-Pandemie auf LSTBQI-Jugendliche

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 10.06.2021

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Nächste Beratung: Jugendhilfeausschuss, Sitzung am 15.06.2021, TOP 7.1.6

15.06.21_JHA_Anlage der Benantwortung der Anfrage zur Situation von Kindern in der Pandemie-Krise

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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15.06.21_JHA_Anlage der Benantwortung der Anfrage zur Situation von Kindern in der Pandemie-Krise

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512 – K. Wasser 
 
 
1 
 
Ausführliche Stellungnahme der Jugendverwaltung zur Situation der Kinder 
und Jugendlichen innerhalb der Corona-Pandemie  
 
Inhalt:  
1. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche 
Studienergebnisse  
2. Empfehlungen für Maßnahmen aus den Studienergebnissen 
3. Praxisberichte zur Kinder- und Jugendarbeit während der Pandemie  
2.1. Jugendarbeit / Streetwork (512/2) 
2.2. Jugendberufshilfe (512/4) 
2.3. Jugendpflege (512/5) 
2.4. Bezirksjugendämter / Allgemeiner Sozialer Dienst (515) 
2.5. Schulsozialarbeit (404/6) 
 
1. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen auf Kinder und 
Jugendliche –Studienergebnisse 
Von der Pandemie sind alle Familien betroffen, für ca. 20 – 25% der Kinder und Jugendlichen 
ergeben sich dauerhafte Benachteiligungen und erhebliche gesellschaftliche Folgeprobleme. 
Während Familien also ihren Alltag räumlich viel enger beieinander verbringen mussten, waren 
zugleich -vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Angst um die eigene Gesundheit und die der 
Familie- mehr Aufgaben zu bewältigen (Cohen 2020). Dies stellte sämtliche Familienmitglieder vor 
neue Herausforderungen. Soziale Ungleichheiten und Risiken für Kinder werden durch die Krise 
weiter verschärft. Kinder und Jugendliche sind von der COVID-19-Pandemie und den behördlichen 
Eindämmungsmaßnahmen besonders betroffen. Bei Kindern und Jugendlichen traten neben 
erheblichen Lernrückständen häufig Symptome von Angst und Depression sowie eine geminderte 
Lebensqualität auf. Die Schließungen der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und der damit 
einhergehende Verlust der gewohnten Tagesstruktur, Kontaktabbrüche und dem eigenständigen 
Lernen zu Hause stellten erhebliche Herausforderungen für betroffene Kinder und deren Familien 
dar. Die Zunahme von Mediennutzung seitens der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ab 
Grundschulalter wurde von allen wissenschaftlichen Studien festgestellt, ebenso wie das 
Stresserleben und damit einhergehende Veränderungen des Alkoholkonsumverhaltens.  
 
 Laut der COPSY-Studie (Corona und Psyche) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf 
wird festgestellt, dass ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie fast jedes dritte Kind unter 
psychischen Auffälligkeiten leidet. Sieben von zehn Kindern geben eine geminderte Lebens-
qualität an. Während der Krise stieg das Risiko für psychische Auffälligkeiten von rund 18 
Prozent vor Corona auf 31 Prozent. Häufige Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen sind 
Hyperaktivität, emotionale Probleme und Verhaltensprobleme. Ebenfalls traten vermehrt 
psychosomatische Beschwerden auf. Vor allem Kinder, deren Eltern einen niedrigen Bildungs-
abschluss beziehungsweise einen Migrationshintergrund haben, erlebten die Corona bedingten 
Veränderungen als äußerst schwierig. Auch das Gesundheitsverhalten leidet mit dem 
andauernden Lockdown immer stärker: Zehnmal mehr Kinder als vor der Pandemie und doppelt 
so viele wie bei der ersten Befragung machen überhaupt keinen Sport mehr. Besonders betroffen 
sind von all diesen Entwicklungen Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen 
oder mit Migrationshintergrund. Obwohl die aktuelle Studienlage zeigt, dass viele Familien die 
Zeit während der Eindämmungsmaßnahmen überwiegend gut meisterten, führt räumliche Enge 
und fehlende Ausweichmöglichkeiten während der Eindämmungsmaßnahmen zu erhöhtem 
familiärem Stress, gehäufter familiärer Aggression und zu häuslicher Gewalt. Da Freizeit- und 
Bildungseinrichtungen während der Pandemie weitestgehend geschlossen sind, bleiben die 
gesundheitlichen Auffälligkeiten weitestgehend unentdeckt. Daher sollte bei möglichen 
zukünftigen Pandemien oder weiteren Wellen der COVID-19-Pandemie die Bedürfnisse von 
Heranwachsenden und deren Familien stärker berücksichtigt werden. Im Fokus sollten hier 
besonders Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien und Familien mit 
Migrationshintergrund stehen.

512 – K. Wasser 
 
 
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 Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag vieler Familien in 
erheblichem Umfang verändert. Wie es Eltern und ihren Kindern damit geht, wie ihr aktuelles 
Wohlbefinden ist, was ihren Alltag kennzeichnet, wie die Passung zu den Regelungen der 
Kitabetreuung, Schulöffnung und auch der Arbeitgeber*innen ist – dies waren die Kernfragen der 
Onlinebefragung „KiCo“, welche im Zeitraum vom 24.04.2020 bis 03.05.2020 durchgeführt 
wurde. Mehr als 25.000 Eltern haben an der Befragung teilgenommen. Laut der Studie fühlen 
Familien sich von der Politik alleingelassen und mit ihren Belangen nicht ernst genommen. Sie 
leiden unter großen Belastungen und wünschen sich eine stabile und verlässliche Infrastruktur 
zurück. Viele Mütter beschreiben ihre Situation als Bündel von Erschöpfung, Schuldgefühlen und 
Existenzängsten. Bei einem direkten Vergleich zwischen Kita und Schule zeigt sich zudem, dass 
die Zufriedenheit mit der Betreuungssituation bei Kitakindern niedriger ist als bei Schulkindern. 
 Laut der 2. Auflage der JuCo-Studie des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie 
in der Corona-Zeit“ der Universität Hildesheim und Frankfurt (JuCo 2) sind die persönlichen 
Zukunftsängste der jungen Generation sind im Laufe des Jahres 2020 gestiegen. Besonders 
betroffen sind auch hier Jugendliche, die von Haus aus wenige Ressourcen mitbringen, sowie 
junge Menschen, die am Übergang Schule/Beruf stehen. Die Studie beschreibt ein starkes 
Bedürfnis sehr vieler junger Menschen, ihre individuelle Perspektiven und Sorgen mitteilen zu 
wollen. Sie sich in ihren jugendlichen Interessen missachtet und auf eine Rolle – vor allem die 
der/des Lernenden – reduziert. Jugendarbeit zeichnet sich dadurch aus, soziale Kompetenzen zu 
fördern und zugleich junge Menschen darin zu bestärken, gesellschaftliche Verantwortung zu 
übernehmen und sich in unterschiedlichen Bereichen zu engagieren. Gerade hier stecken auch 
weiterhin und während der Pandemie, die viele Unsicherheiten mit sich bringt, das Potential, 
junge Menschen zu unterstützen, Beteiligungsstrukturen zu etablieren und Belastungen 
aufzufangen. Bewegungsangebote sind weggebrochen, nur wenige nehmen digital teil, das 
Leben pausiert und dies hat Auswirkungen auf das psychosoziale Wohlbefinden. Dass viele 
junge Menschen sich seit der Corona Pandemie zunehmend psychisch belastet fühlen, zeigten 
bereits andere Studien.30 Die Ergebnisse der JuCo-Studie schließen sich hier an (vgl. Abbildung 
8). Insgesamt fühlen sich 64,1 Prozent der Befragten 15bis 30-Jährigen teilweise bis deutlich 
psychisch belastet. 60,7 Prozent stimmen zum Teil bis voll zu, sich einsam zu fühlen, und für 
68,7 Prozent sind Zukunftsängste ein Thema, welches sie belastet. 
 Die Analysen der amtlichen Statistik werden über den Survey des DJI „Aufwachsen in 
Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) mittels detaillierte Einblicke in die Lebensbedingungen 
und die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen ergänzt.  
 Eine eigene Studie des DJI zur Situation der Kinder im Frühjahr 2020 bestätigt die Zunahme 
von emotionalen Probleme wie Niedergeschlagenheit, Ängste und Sorgen sowie mit 
Hyperaktivität haben mehr Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien zu kämpfen (44 
Prozent vs. 18 Prozent // 39 vs. 18 Prozent) – und zwar umso mehr, je angespannter die Eltern 
ihre wirtschaftliche Situation empfinden. Auch wenn viele Kinder die mehr in den Familien 
verbrachte Zeit positiv empfinden, so sind sie gleichermaßen verstärkt mit Ängsten konfrontiert, 
besonders in den Familien mit chaotischer Tagesordnung und konflikthaltigem Thema, was bei 
jeder 22% der teilnehmenden Familien der Fall war. Bei 37,4 % der Teilnehmer der DJI-Studie 
hat sich der Alkoholkonsum erhöht, insbesondere bei denen mit niedriger Schulbildung und 
weniger stabilen Tagesstruktur. Der festgestellte erhöhte Alkoholkonsum führt zu Veränderungen 
in der neuroendokrinen Stressantwort mit Dysregulation der Cortisol Ausschüttung und Defiziten 
in der Emotionsregulation. Neurobiologische Veränderungen im Rahmen eines chronisch 
erhöhten Alkoholkonsums vermitteln in Kombination mit sozialem Stress und Ängsten die 
Zunahme von Aggressionen. Infolge des Lockdowns könnte sich gerade in der Gruppe der 
Studienteilnehmer mit einem niedrigen sozioökonomischen Status nicht nur die potenzielle 
Gefahr für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit erhöhen, sondern auch eine damit 
einhergehende Gefahr für das enge persönliche Umfeld der Konsumenten. Hilfsangebote 
ausbauen, 
 Die Studie des DJI und eine Studie des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund weisen 
zwar darauf hin, dass die Zahl der in Jugendämtern bearbeiteten Kinderschutzfälle in dieser 
Phase nicht gestiegen ist. Dennoch gibt es Hinweise auf Unsicherheiten bei den Fachkräften 
und letztlich auf unerkannte Gewalt (Mairhofer u.a. 2020, Mühlmann/Pothmann 2020).

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 Laut Anja Stahl, Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) NRW sind 
besonders Kinder von Alleinerziehenden vom Lockdown betroffen. Fast jede 5. Familie in 
Deutschland ist mittlerweile eine Einelternfamilie. In diesen Familien brachen teilweise durch die 
fehlende Kinderbetreuung ganze Systeme zusammen und Die Erwerbstätigkeit parallel zur 
Vollzeit-Betreuung der eigenen Kinder war nicht zu leisten. Neben finanziellen Einbußen war der 
Grad der Erschöpfung und Überlastung hier besonders groß, was zu Steigerung des 
Konfliktpotentials und die die Verschlechterung der psychosoziale Situation der Kinder führt. 
 Laut der bundesweiten Corona-KiTa-Studie zur Untersuchung der Rolle der 
Kindertagesbetreuung bei der Ausbreitung von SARSCoV-2 über das DJI und das Robert Koch-
Institut (RKI) lässt sich ableiten, dass die Übertragbarkeit des Virus über Kinder niedriger ist. (So 
waren an den 108 Corona-Ausbrüchen zwischen Februar und Oktober 2020 in den bundesweit 
57.600 Kitas zu etwa zwei Dritteln erkrankte Erwachsene und nur zu ungefähr einem Drittel 
Kinder im Alter von unter sechs Jahren beteiligt). 
 Dr. Michael Hipp (Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Dozent der 
Fachhochhochschule Münster und der Hochschule Bremen und Mitbegründer des Förderkreises 
KIPKEL e.V. Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern im Kreis Mettmann) kritisiert den 
Wegfall sozialer Unterstützungsangebote (z.B.), die bei den Familien neben der zusätzlich 
erschwerten Nähe-Distanz-Regulierung massiv das Stressniveau erhöht und damit neben 
diffusen Bedrohungsgefühlen und/oder Misstrauen einem die Gefahr gewalttätiger Übergriffe 
und schwerer Traumatisierung birgt. Dies fördert bei wegfallenden Hilfsangeboten zudem die 
vermehrte Konsumierung von Suchtmitteln und/oder Medienkonsum als Überlebensstrategie. 
 Die Ergebnisse der Umfrage der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus 
Medizinischen Privatuniversität Nürnberg + Klinik für Abhängiges Verhalten und 
Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim deuten darauf hin, 
dass die Befürchtung hinsichtlich des Risikos einer Alkoholkonsumsteigerung in der 
Allgemeinbevölkerung, wie sie von der WHO und in einem Kommentar in der Zeitschrift Lancet 
Public Health geäußert worden ist, zumindest für Deutschland nicht unbegründet ist  
 Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. Hamm, 25.05.2020 stellt fest, dass durch den 
Lockdown bedingte Rückgänge bei Entzugsbehandlungen Abhängigkeitserkrankter in 
psychiatrischen Kliniken und Krankenhäusern sowie das Fehlen von Beratungs- und Reha-
Angeboten und damit den Zusammenbruch von notwendigen Behandlungsabfolgen massive 
Auswirkungen auf die neuralgische Schnittstellenarbeit und die gesamte Suchthilfe habe, 
während durch die Pandemie gleichzeitig die Suchterkrankungen steigen. Die DHS hat während 
der Corona-Krise auf die Systemrelevanz der Suchthilfe und Sucht Selbsthilfe hingewiesen. Die 
Versorgung von Menschen mit dieser bio-psycho-sozialen Erkrankung kann genauso wenig 
ausgesetzt werden, wie die Behandlung anderer somatischer und psychischer, chronischer und 
lebensbedrohlicher Krankheiten. 
 Die Jugendämter sehen -laut einer Online-Befragung für das aktuelle „Jugendhilfe-
b@rometer“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI), an der zwei Drittel aller Jugendämter 
teilgenommen haben- durch die Corona-Pandemie über alle Lebensbereiche hinweg deutlich 
negative Veränderungen im Leben von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – 
allerdings in unterschiedlicher Intensität. Vor allem in den Bereichen schulische Teilhabe, 
Übergänge in Ausbildung, Kontakt zu Gleichaltrigen, Freizeitverhalten und Engagement in 
Vereinen und ehrenamtliche Aktivitäten sehen über 80% der Befragten eine Verschlechterung 
bis eine starke Verschlechterung ihrer Lebenssituation. Insgesamt geben die Jugendämter an, 
dass alle Gruppen junger Menschen und Familien von den Auswirkungen der Pandemie 
betroffen sind. Besonders stark seien Kinder zwischen 3 bis unter 6 Jahren und Kinder zwischen 
6 bis unter 14 Jahren betroffen, aber auch Alleinerziehende und psychisch erkrankte Elternteile 
sowie Familien in prekären Lebenslagen. Die geringste Veränderung sehen die Befragten 
hingegen bei bildungsnahen Familien. Adressat*innen-Gruppen, die in Folge der Pandemie 
zusätzlich oder verstärkt in das Blickfeld der Jugendämter rücken, sind: junge Menschen mit 
psychischen Problemen und Suchterkrankungen sowie Familien mit geringen sozialen und 
materiellen Ressourcen. Hierbei handelt es sich insgesamt um ca. 3 4 Millionen Kinder und 
Jugendliche, die in diese Kategorien hineinfallen. Nach Einschätzung von 80-90% der befragten 
Jugendämter hat sich die Erreichbarkeit von Jugendlichen zwischen 14 bis unter 18 Jahren, von

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Familien in prekären Lebenslagen und von psychisch erkrankten Eltern verschlechtert. Wenn 
junge Menschen aufgrund fehlender sozialer Orte und Kontakte nicht mehr erreicht werden 
können, dann gelingt auch der Einstieg in Förderprogramme und (präventive) Hilfsangebote 
schlechter oder verspätet.  
Vor allem mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge 2020/2021 drohen etwa 100.000 junge 
Menschen ohne Schulabschluss den Anschluss an eine weitergehende Qualifizierung zu 
verpassen. Vermutlich wird die Zahl der jungen Menschen ohne Schulabschluss deutlich 
darüber liegen. Die biografischen und gesellschaftlichen Folgen sind langfristig erheblich.  
Kommunikation mit Rat-und Hilfesuchenden aufgrund der Kontaktbeschränkungen erschwert. 
Ein Drittel der Jugendämter musste in seinen allgemeinen Sozialen Diensten (ASD) sogar auf 
direkten, persönlichen Kontakt zu seinen Adressaten verzichten. Dies hat die Unsicherheit dieser 
Ämter über die tatsächliche Lage in den Familien deutlich verstärkt: Hier fanden es fast doppelt 
so viele Jugendämter problematisch, Hilfebedarf festzustellen oder den Kinderschutz 
aufrechtzuerhalten, als in jenen Jugendämtern, die weiterhin direkten, persönlichen Kontakt 
anbieten konnten. 
 In einer Positionierung des Deutschen Städtetages 27. April 2021 zur Situation der Kinder 
und Jugendlichen während der Corona-Pandemie wird auf den aktuell kontinuierlichen Anstieg 
des Bedarfs an Beratung und Intervention und der Zunahme von hilfesuchenden jungen 
Menschen hingewiesen. Der Städtetag fasst zusammen, dass die Studien bereits jetzt auf eine 
massive Auswirkung des langen Ausnahmezustands durch den Wegfall von schulischen und 
außerschulischen Bildungsangeboten auf die körperliche und seelische Entwicklung von Kindern 
und Jugendlichen hinweisen. 
 
 
2. Empfehlungen / Maßnahmen aus den Studienergebnissen 
 Vorhaltung einer Infrastruktur gem. des Aufgabenbereiches der §§ 11 bis 14 SGB VIII im 
Rahmen der kommunalen Pflichtaufgabe 
 Ausbau, bzw. Wiederaufnahme präventiver Angebote  
 Bedürfnisse von Heranwachsenden und deren Familien bei möglichen zukünftigen Pandemien 
oder weiteren Wellen der COVID-19-Pandemie stärker berücksichtigen  
 Fokus auf Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, mit Bildungsbenachteiligung 
aus bildungsfernen Familien und Familien mit Migrationshintergrund  
 Stärkung der Jugendsozialarbeit in der Übergangsgestaltung von der Schule in den Beruf, eine 
Ausbildungsgarantie für Jugendliche, Unterstützung von Betrieben 
 Ausbau materieller und personeller Ressourcen für Angebote der Kinder- und Jugendarbeit  
 Aufbau demokratiefördernder Ansätze, von Beteiligungsstrukturen für junge Menschen, von 
Zugängen zu politischen Prozessen  
 Finanzierung von Nachhilfeangeboten  
 Unterstützung von Vereinen, Engagement-Projekten, Selbstorganisationen von jungen 
Menschen  
 „finanziertes“ freiwilliges „soziales Jahr“ für alle jungen Menschen  
 Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie für die Kinderund Jugendhilfe 
 POST-Corona-Kinder-und Jugendhilfe-Corona-Gesamtstrategie  
 Unterstützung von Familien bei der Schaffung einer Tagestruktur unter Wahrnehmung der 
familiären Bedürfnisse zur Eskalationsprophylaxe durch Hilfen zur Erziehung 
 Integration der Lebenswelten der Kinder in Konzepten und Kooperation 
 kinder- und altersgerechte Aufklärung – Beherrschbarkeit der Gefahr vermitteln, Orientierung 
geben, damit sie nicht den Mut verlieren und in Depression abrutschen 
 Ausbau niederschwelliger und therapeutischer Hilfen für Kinder 
 
Dr. Michael Hipp fordert die Stärkung der Schnittstellenarbeit Gesundheitswesen und Sozialwesen, 
Jugendamt, den Schutz der Kinder, durch die Stabilisierung des äußeren Rahmens und rät zu 
Geduld und Akzeptanz seitens professioneller Hilfeanbieter. Laut DJI, Städtetag und Jugendämtern 
benötigen Fachkräfte angemessene Ressourcen für entsprechende Beziehungsarbeit, Stellen-

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schlüssel und Fortbildung, Haltung gegenseitiger Wertschätzung und Selbstfürsorge, stabile 
Position um Eltern gutes Hilfeangebot zwischen Hilfe und Kontrolle machen zu können. Die DHS 
fordert zur Umsetzung durch Träger und Einrichtungen die Klarstellung der Systemrelevanz von 
Leistungen der Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe auf den zuständigen Landesund kommunalen 
Ebenen, wo diese Einstufung bislang noch nicht erfolgte. 
 
 
3. Praxisberichte zur Kinder- und Jugendarbeit während der Pandemie 
 
2.6. 512/2 – Jugendarbeit - Streetwork  
Streetwork Köln ist ein niedrigschwelliges Angebot, welches sich an Jugendliche und junge 
Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren richtet. Die Besonderheit von Streetwork liegt darin, dass 
Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen sich direkt in den Lebensraum der Klienten begeben 
(Lebensweltorientierung) und dort im öffentlichen Raum Kontakt aufnehmen und bei Bedarf 
passende Verbindungen herstellen. Weiterführend arbeitet Streetwork Köln im Einzelkontakt 
vertrauensvoll mit den jungen Menschen zusammen und schaut individuell welche Möglichkeiten für 
den Jeweiligen in Frage kommen. Streetwork Köln gliedert sich in bezirkliche Teams bestehend aus 
2-4 Streetworker*innen im paritätischen Geschlechter-Verhältnis (Frau/Mann).  
Seit Beginn der Pandemie wird ein deutlicher Rückgang von Jugendlichen im öffentlichen Raum 
beobachtet. Viele halten sich Zuhause auf und widmen sich der virtuellen Welt sowohl dem Gaming 
als auch Sozialen Medien wie Instagram u.Ä. Diese Jugendlichen sind besonders schwer zu 
kontaktieren, manche haben digitale Angebote der verschiedenen Akteure aus der Jugendhilfe 
angenommen, jedoch bleibt eine unbestimmte Personengruppe unerreicht.  
Jungen Erwachsene und Jugendliche die im öffentlichen Raum anzutreffen sind, berichten vermehrt 
von angespannten Stimmungen Zuhause, bis hin zu häuslicher Gewalt. Dies treibt sie raus aus 
ihren Wohnungen. Draußen gibt es kaum Orte an denen sie sich aufhalten können, zumal es für 
junge Menschen aktuell eine große Herausforderung darstellt, ein Treffen unter Freunden auf eine 
Haushaltsanzahl zu begrenzen. Dies führt zu sozialer Ausgrenzung. Zudem gibt es in der 
Öffentlichkeit wenige Plätze an denen sie sich aufhalten können.  
Beschwerden über Jugendliche und junge Erwachsene von Bürgern haben zugenommen. Häufig 
erlebtes Szenario von Streetwork sind Anwohner eines Spielplatzes/Park/grün Anlage, welche in 
ihrem Home Office junge Menschen beobachten wie sie sich treffen und vermeintlich „lärmen“. 
Solche Situation führen zu Streitigkeiten und die jungen Menschen fühlen sich vertrieben.  
Ein einhelliger Tenor aus allen Bezirken ist die Aussage von Jugendlichen, dass sie sich 
ausgegrenzt und ständig vertrieben fühlen, da sie keine alternativen Orte haben an denen sie sich 
aufhalten dürfen. Die Ausgangssperre hat diese Situation enorm verschlimmert, weil nun waren 
junge Menschen gezwungen in die Örtlichkeiten zu kehren, in denen ihnen durch 
drückende/bedrohliche Stimmung oder Gewalt zugesetzt wird. Die häusliche Atmosphäre wird 
wiederum vielerorts durch verschiedene Faktoren zunehmend belastet, welche ebenfalls durch die 
Pandemie verursacht wurden.  
 Durch die Schwierigkeiten sich an die Zusammenkunft von Haushalten auf eine gewisse Anzahl 
zu begrenzen, kam es zu diversen Verstößen gegen die bestehenden Regelungen, dies wird mit 
250€ geahndet. Dieser Betrag kann von den meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen 
nicht beglichen werden, also geht dies zulasten der internen Familienkasse. Parallel dazu wird 
viel von Arbeitslosigkeiten berichtet von Klient*innen, sowohl selbst betroffen als auch von 
Familienmitgliedern. Entsprechend bedrohlich sind solche Zahlungen. Positiv zu erwähnen ist, 
dass ein Großteil sich trotz Corona-Müdigkeit an die bestehenden Regeln hält.  
 Des Weiteren sind Ämter jeglicher Art schwer zu erreichen und haben verschiedene Barrieren 
die es zu überwinden gilt. Besonders Angelegenheiten die das Ausländeramt betreffen werden 
von Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders beklagt, da dies meist auch mit einer 
existenziellen Angst zusammenhängt.  
 Die Schulsituation führt zum Teil zur Resignation. Schüler die schon vor Pandemiebeginn 
Schwierigkeiten hatten berichten nun dass sie aufgegeben haben. Manche werden delinquent 
und sehen darin eine finanzielle Perspektive. Schulisch und beruflich fehlt es an Unterstützung 
und zum Teil auch an entsprechender Hardware. Auch die fehlenden Rhythmen und Strukturen

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durch Schulpräsenz führen zu Rückzug und Unzufriedenheit sowie fehlendem Antrieb. Wer nicht 
mehr mitkommt erzählt von Überlastung und Sorge.  
 Ähnlich frustrierend verhält es sich auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die Angebote sind 
vermindert, entweder durch betriebliche finanzielle Schwierigkeiten wegen fehlender Einnahmen, 
Schließungen oder aber durch erschwerte Bedingungen bezüglich der Einhaltung von Hygiene-
Maßnahmen. So kam es vielerorts zu Praktikumsabsagen, auch der Schulpraktika, welche im 
Frühjahr anstanden. Wieder eine vermeintliche Ablehnung.  
 
Die Ausgrenzung die Jugendliche und junge Erwachsene aktuell erleben ist Bestandteil der meisten 
Rückmeldungen zur Situation. Außerdem noch die fehlenden Optionen von Sport und 
Freizeitangeboten, welche einen Ausgleich bieten würden. Viele unserer Klient*innen berichten von 
unaufhaltbarer Langeweile und fehlender Perspektive. Die fehlenden Perspektiven legen sich auf 
jeden Themenbereich nieder – Schule, Beruf, Freunde, Familie, Freizeit, Sport, …  
Insgesamt wünschen sich die Kölner Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche Streetwork 
antrifft, dass sie nicht ausgegrenzt werden oder Opfer des Unmuts der „Erwachsenen“ werden. 
Außerdem wollen sie wahrgenommen und ernst genommen werden in ihren Sorgen und 
Bedürfnissen.  
Zu diesen Äußerungen gehört der deutliche Wunsch nach Zugang zum jeweiligen Jugendzentrum 
sowie zum jeweiligen Sport. Die jungen Menschen von Köln wollen und brauchen Orte an denen sie 
sein dürfen und das geschützt und berechtigt. Des Weiteren müssen Perspektiven geschaffen 
werden, damit sich die Resignation die bei vielen einkehrt nicht verfestigt und auflösen kann. Auch 
die Berichte über psychische Belastungssymptome bis hin zu Diagnosen häufen sich stetig. Doch 
geholfen werden kann nur wenigen, da auch hier die geringen Kapazitäten zu Ablehnungen führen. 
 
 
2.7. Jugendberufshilfe (512/4) 
Während der gesamten Zeit der Pandemie bestanden und bestehet regelmäßiger Austausch, 
sowohl mit Jugendlichen direkt (über die Beratungsstelle und die Jugendberufsagentur) als auch mit 
Trägern der Jugendberufshilfe, über regelmäßige digitale Austauschtreffen und Arbeitskreisen. Die 
folgenden Beobachtungen wurden gemacht und können als praktischer Beleg für die Ergebnisse 
der angefügten Studien dienen: 
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Lernrückstände, mangelnde berufliche Orientierung, Verlust von 
Tagesstruktur, Antriebslosigkeit, allgemeine Orientierungslosigkeit und Perspektivlosigkeit die 
aktuelle Situation der Zielgruppe der Jugendberufshilfe kennzeichnen. Hinzukommend wurde bei 
Jugendlichen mit Migrationsgeschichte festgestellt, dass durch die anhaltende Homeschooling-Zeit 
der praktische Sprachgebrauch gelitten hat - eigentlich schon überwundene Sprach- und 
Verständnisprobleme manifestierten sich erneut. Insgesamt wird beobachtet, dass bestimmte 
Jugendliche (z. B. solche mit psychischen Vorbelastungen) vom Radar verschwinden und völlig 
abtauchen, da die Erreichbarkeit über bestehende Kanäle nicht mehr gegeben ist. 
Fehlender Ausstattung mit digitalen Endgeräten und fehlende digitale Kenntnisse der 
Teilnehmenden; haben erschwerte Zugangsmöglichkeiten zur Folge, da digitale Formate – egal ob 
im Bereich Homeschooling, zur Kontakthaltung oder zwecks Anmeldung für Schulplätze o.ä. – 
oftmals große Hürden darstellen. Im Detail wurden folgende Beobachtungen gemacht: 
 Direkte Beratungsanfragen sind zu Beginn des Jahres eher rückläufig. Aktuell viele Ratsuchende 
mit breitgefächerten Problemlagen. 
 Anfragen von Trägervertreter*innen / Betreuer*innen aus Jugendwohnheim o.ä. häufen sich. 
 Zunahme von telefonischen Kontakten besorgter Eltern: Schwerpunkthemen: ausufernde 
Mediennutzung, multiple Problemlagen bei der Umsetzung des Homeschooling. 
 Zunahme von Beratungsanfragen von Ratsuchenden mit psychischen 
Erkrankungen/Auffälligkeiten. 
 Anstieg psychischer Belastung auf Grund von Zukunftsängsten und Perspektivlosigkeit sowie 
fehlendem Kontakt zu Gleichaltrigen 
 Erschwerte Vermittlungen in Ausbildungsbetriebe. Teilweise Vermittlung nicht möglich, da in 
vielen eher niedrigschwellige Ausbildungsbereiche aktuell kaum Auszubildende eingestellt 
werden.

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 Medienkompetenzen der Teilnehmenden nur unzureichend vorhanden (E-Mail öffnen, Dateien 
versenden, etc.) 
 Anmeldungen über Schüler-Online zu Bildungsgängen der Berufskollegs schwierig, da viele 
geeignete Bildungsgänge schon voll besetzt sind. 
 Bildungsrückstände durch mangelnde digitale Ausstattung und fehlende Tagesstruktur zur 
Umsetzung von Homeschooling. 
 Zu Jahresbeginn steigende Anfragen zur Aufnahme in die „Projekte zur Verhinderung 
schulischen Scheiterns“ (Schulmüden-Einrichtungen); derzeit stagnierende Anfragen, 
Unsichtbarkeit schulmüder Schüler*innen im System Schule durch Schulschließungen. 
 Aufrechterhaltung des regulären Werkbetriebes in den Jugendwerkeinrichtungen schwierig, z. T. 
unmöglich. 
 Digitale Umsetzung des Werkbetriebes trotz kreativer Lösungsversuche nur sehr eingeschränkt 
möglich. 
 Stark erschwerte Praktikumsplatzsuche, z. T. waren Durchführungen gar nicht möglich. 
 Beantragung von digitalen Endgeräten beim Jobcenter durch Träger anhaltend schwierig. 
 selbst bei Bereithaltung von Endgeräten scheitert eine adäquate Nutzung häufig an nicht 
vorhandenem WLAN/Internetzugang zu Hause. 
 
Diese Beobachtungen wurden in den bestehende Strukturen/Maßnahmen der 
Jugendberufshilfe/Jugendsozialarbeit wie folgt berücksichtigt: 
 Alle Träger entwickelten und entwickeln fortlaufend Notfallpläne, unter ständige 
Berücksichtigung der jeweils aktuellen Corona-Schutz-Verordnungen. Dabei werden die 
Grenzen der Möglichkeiten stets im Blick gehalten und genutzt. 
 Der Focus der Jugendwerkeinrichtungen lag und liegt im Bereich der Unterstützung zur 
Umsetzung von Homeschooling und im Bereich Beziehungsarbeit/Teilnehmerbindung. 
 Die Einrichtungen versuchen die Beziehung zu Jugendlichen über praktizierbare Kanäle zu 
halten (viel 1:1-Betreuung/Beratung, telefonischer Austausch und Hausbesuche, Ausbau der 
Geh-Strukturen). 
 Vermehrter Elternkontakt durch den Ausbau von telefonischem Austausch – hier gab es viele 
positive Rückmeldungen. 
 Umgestaltung werkpädagogischer Format hinzu Online-Einheiten (z.B. Herstellung 
Garderobenhaken). 
 Die Beratungsangebote erfuhren eine Umstellung auf digitale (Mail) und telefonische Formate. 
Wobei festzuhalten ist, dass die ebenfalls angebotene Notfallberatung in Präsenz, als 
nachhaltigstes Mittel für erfolgreiche Beratung erlebt wurde. 
 Auf der Ebene der Koordination wurde das Beratungsformates „Beratung für unversorgte 
Abgangsschüler*innen“ in 2020 und in 2021 auf Kölner Realschulen (zuvor nur Hauptschulen) 
ausgeweitet. 
 Die Koordination der Jugendberufshilfe beteiligt sich an der AG „Abgangsschüler*innen“ von 
KAoA – bestehend aus Vertreter*innen von HWK, IHK, Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter 
sowie Schule - zur Entwicklung von Formaten zur Sicherstellung gelingender 
Übergangsgestaltung. 
 Das Sachgebiet Jugendberufshilfe befindet sich überdies und pandemieunabhängig im Ausbau 
rechtskreisübergreifender Zusammenarbeit, durch die Einrichtung der Jugendberufsagentur, die 
Ausweitung Unversorgten-Beratung und Beteiligung an der Planung von Angeboten nach §16h 
SGB II. Dieser Ausbau entspricht dem grundsätzlichen Arbeitsverständnis und kann im Blick auf 
Corona-Folgen als hilfreicher Baustein zur Abmilderung von Langzeitfolgen für den 
Übergangsbereich angesehen werden. 
 
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die bestehenden Strukturen der 
Jugendberufshilfe/Jugendsozialarbeit, mit ihren partizipativ ausgerichteten Angeboten, wie etwa 
Jugendwerkeinrichtungen, Schulmüden-Einrichtungen, Beratungsangebote und Angebote zur

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Lernförderung, von ihrer Konzeption und Zielsetzung1 her geeignet sind, negativen Langzeitfolgen, 
in Bezug auf den Übergang in Ausbildung/Schule/Beruf für die Zielgruppe2, entgegen zu wirken. 
Es ist bisher gelungen den Satus Quo zu halten. Im Folgenden werden theoretische Überlegungen 
und Planungen zur Verringerung von Langzeitfolgen für die Zielgruppe in Bezug auf bestehende 
Strukturen gelistet. Sie können dazu beitragen die bestehende Struktur bedarfsgerecht auszubauen. 
Für diese gelisteten Überlegungen/Planungen gibt es derzeit keinen finanziellen Unterbau: 
 
 Wieder- Einsatz von sogenannten „Stützlehrer*innen“ in den JWE`s um die Lern- und 
Sprachrückstände der Zielgruppen adäquat auszugleichen, da eine reguläre Beschulung an den 
Arbeitsvorbereitungsklassen der Berufskollegs hier auf Grund der massiven Rückstände keine 
ausreichende Unterstützung bieten kann. 
 Fortbildung / Mitarbeiterschulung zu Digitalisierung und Medienkompetenz, um diese fachlich in 
die Lage zu versetzten, die Jugendlichen entsprechend zu coachen und zur Selbsthilfe 
befähigen zu können. 
 Einrichtung niedrigschwelliger digitaler Formate / social media Kanäle, um Erstkontakt für schwer 
erreichbare Jugendliche über zielgruppenrelevante Kanäle zu ermöglichen (vgl. Jugendamt 
Mülheim an d. Ruhr). 
 Ausstattung der Mitarbeiter*innen der städt. Beratungsstelle mit Mobiltelefonen, damit diese die 
Formate auch praktisch nutzen können. 
 Entwicklung von neuen, an die Lebenswelt der Jugendlichen angepassten, Jugendwerkstatt-
Formaten, wie etwa JWE + Wohnen, JWE für Förderschüler*innen, JWE mit angepassten 
Werkbereichen (z.B. IT-Werkstatt) 
 Ausweitung der Unversorgten-Beratung auf Kölner Förderschulen mit den Schwerpunkt soziale 
& emotionale Entwicklung. 
 Ausweitung unabhängiger Sozialberatung oder erhöhte Personalressource, um dem 
umfangreichen Beratungsbedarf vieler Ratsuchender gerecht werden zu können. 
 
 
2.8. Jugendpflege (512/5) 
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie, der ersten Coronaschutzverordnung sowie erstmaligen 
Schließung der Einrichtungen der Offenen Kinder und Jugendarbeit (OKJA) im März 2020 gab und 
gibt es einen sehr engen Austausch zwischen den Trägern bzw. Einrichtungen und Akteuren der 
OKJA und den Bezirksjugendpflegen. In bezirklichen Arbeitskreisen und Gremien-in persönlichen 
Gesprächen und auch in digitalen Formaten- wurden und werden regelmäßig mit den jeweiligen 
Trägern, Einrichtungen und weiteren Akteuren im Sozialraum, die aktuell gültigen Einschränkungen 
und Möglichkeiten der Arbeit mit den jungen Menschen laut aktuell gültiger 
Coronaschutzverordnung besprochen und diskutiert. Im Vordergrund standen stets die Bedürfnisse 
und Belange der Kinder und Jugendlichen. U.A. wurde über den partizipativen Ansatz der 
Befragung (per Brief, über WhatsApp-Gruppen, Facebook, Instagram, usw.) die Zielgruppen 
aufgefordert ihre Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen und dementsprechend die analoge und 
digitale Angebotsstruktur der Jugendzentren anzupassen. Hierauf aufbauend wurden die analog 
und digital möglichen Angebote generiert und fortlaufend modifiziert. 
Das dynamische Pandemiegeschehen machte mit den immer wieder veränderten 
Rahmenbedingungen gem. Coronaschutzverordnung die fachliche Arbeit mit den jungen Menschen 
umso herausfordernder. Die vormals verlässlichen Strukturen in Familie, Schule Sportvereinen und 
den Jugendzentren brachen zeitgleich weg. Die somit zunehmende Unsicherheit, Zukunftsangst 
und Sorgen spiegelten sich somit auch bei den Kindern und Jugendlichen wieder. Somit bestand die 
nächste große Herausforderung darin, die jungen Menschen weiterhin zu motivieren, aktiv an der 
Gestaltung der Angebote zu partizipieren. Eine zunehmende „digitale Müdigkeit“ wurde bei der 
Zielgruppe wahrgenommen. Dies ist nach Befragung der Schüler*innen dem zumeist ganztägigen 
Format der Online-Beschulung und anschließender Bearbeitung von Hausaufgaben im digitalen 
Format geschuldet. Die meisten Kinder und Jugendlichen haben schlichtweg kein Interesse auch 
                                                 
1 1.: Zielsetzungen = Stabilisierung von Persönlichkeit, Training von Schlüsselkompetenzen, Schaffung von Anschlussperspektiven und gesellschaftliche Teilhabe. 
 
2 2.: Zielgruppe der JBH = Jugendliche mit multiple Problemlagen (vgl. §13 SGB VIII)

512 – K. Wasser 
 
 
9 
 
noch am Nachmittag oder Abend mit den Jugendzentren digital in Kontakt zu treten. Ältere 
Jugendliche und junge Erwachsene waren und sind aktuell durch die Regelungen gem. der 
Coronaschutzverordnungen benachteiligt. Einzige Ausnahme zur persönlichen Kontaktaufnahme 
war und ist der zulässige 1:1-face-to-face-Notkontakt seitens der Mitarbeiter*innen der 
Jugendzentren Somit suchten sich diese im Verlauf der Pandemie ihre eigenen unbeobachteten 
Nischen und sind für die Fachkräfte der OKJA und Streetwork Köln kaum noch erreichbar. 
Die Fachkräfte der OKJA sowie die Bezirksjugendpfleger*innen nehmen eine Zunahme der 
psychischen Belastung bei den Kindern und Jugendlichen jedoch auch bei den Eltern und 
Sorgeberechtigten wahr. Hier wurde sichtbar, dass Jugendliche und Kinder die bereits vor der 
Corona-Pandemie unter benachteiligten Umständen aufwuchsen weitaus größere Defizite, wie im 
schulischen Bereich, zu erwarten haben. Hierauf wurde reagiert und zusätzliche Angebote wie z. B. 
telefonische „Seelsorge“- Angebote via Telefon oder WhatsApp sowie zusätzliche Angebote im 1:1-
Kontakt im öffentlichen Raum eingerichtet. Dies entspricht der vermehrten Forderung der jungen 
Menschen, die sich in der Coronaschutzverordnung nicht mehr ausreichend berücksichtigt finden. 
Somit finden fortwährend Anpassungen gemäß den Wünschen und (vermuteten) Bedarfen der 
Kinder und Jugendlichen statt. 
Aus dieser Ausgangslage resultierende Bedarfe der jungen Menschen sind z. B. 
 Mehr Sport- und Bewegungsangebote 
 Öffnung des offenen Bereichs in den Kinder- und Jugendzentren 
 Mehr mobile Angebote –auch als weiteres Kontaktangebot im Bezirk 
 Mehr Unterstützung im Übergang Schule-Beruf (Praktika und Ausbildungsplatzsuche) 
 Kompensation schulischer Defizite 
 Mehr Elternarbeit, da auch hier die Belastungen stark zunehmen 
 
Maßnahmen in diesem Sinne wären (auch im Hinblick auf die Maßnahmenplanung der 
Bundesregierung) 
 der Ausbau der vorhandenen Sport-Bewegungs-sowie Ernährungsprogrammen wie z. B. „Gut 
drauf“  
 Ausbau der Schulsozialarbeit 
 Erhöhte Unterstützung von Familiengrundschulen in ihrer Lots*innen-Funktion für die Familien 
 Mehr niedrigschwellige Angebotsstrukturen 
 
 
2.9. Allgemeiner Sozialer Dienst (515) 
Direkt mit Beginn des ersten Lock Downs im Frühjahr 2020 hat das Amt für Kinder, Jugend und 
Familie Vorkehrungen getroffen, den Schutz der Kinder und Jugendlichen soweit es eben ging 
sicherzustellen. 
Dazu zählte 
 die Abstimmung mit allen Kindertagesstätten und Schulen in Köln zur Aufnahme von 
„gefährdeten Kindern“ im Rahmen der Notbetreuung, die ursprünglich nur für die Betreuung von 
Kindern deren Eltern im Bereich der „kritischen Infrastruktur“ tätig waren, vorgesehen war. Diese 
Kölner Lösung wurde später auch landesweit umgesetzt. 
 Festlegung von Mindestarbeitsstandards für die Bereiche des Allgemeinen Sozialen Dienstes, 
des Pflegekinderdienstes, JGH, UMA-Erstaufnahme und Amtsvormundschaft, um den Kontakt 
zu den dem Jugendamt bekannten Familien aufrechtzuerhalten. Hausbesuche wurden und 
werden dabei oftmals durch Treffen im Freien oder Video – bzw. Telefonkonferenzen ersetzt. 
 Prioritäre Ausstattung des Gefährdungsmeldung-Sofort-Dienstes (GSD) des Jugendamtes mit 
Schutzausrüstung, um einen nahtlosen „Rund um die Uhr Dienst“ ohne Einschränkung 
aufrechtzuerhalten. 
 Bewilligung von Helferstunden für Integrationshelfer an Schulen, damit diese die Kinder beim 
Homeschooling unterstützen. 
 Schaffung einer zusätzlichen Notaufnahmegruppe um auch an Covid 19 erkrankte bzw. unter 
Quarantäne stehende Kinder und Jugendliche in Krisensituationen aufnehmen und betreuen zu 
können.

512 – K. Wasser 
 
 
10 
 
 Absprachen mit den Fach- und Familienberatungsstellen zur Umstellung der Arbeitsabläufe auf 
Online-Kontakte um den Kontakt zu Eltern und deren Kinder aufrechtzuerhalten. 
 
Je nachdem wie sich die Vorgaben des durch den Bund angekündigten Aktionsprogramms 
ausgestalten, ist die Jugendverwaltung interessiert, auch den Bereich der Beratungsarbeit zu 
intensivieren um möglichst jeden bestehenden oder kommenden Unterstützungsbedarf von 
Familien und deren Kindern abzudecken. 
 
 
2.10.  Schulsozialarbeit (404/6) 
Mittlerweile sind an über 150 Schulen aller Schulformen in Köln Schulsozialarbeitende tätig. Die 
Schulsozialarbeit setzt sich aufgrund ihres Berufsethos generell für Vielfalt und Toleranz ein. Die 
sozialpädagogischen Angebote richten sich an alle Kinder und Jugendlichen und verfolgen das Ziel, 
Verschiedenheit wahrzunehmen und anzuerkennen, Diskriminierungen und sozialen Ausschlüssen 
entgegen- und auf eine inklusive Gesellschaft hinzuwirken. Sie sorgt für eine Sensibilisierung 
bezüglich LSBTI-Themen in der Schule. Fachkräfte sind mit den entsprechenden Fachdienststellen 
vernetzt und erhalten Fortbildungsangebote zu „Sexueller Vielfalt“ und sind in schulische 
Programme, wie z. B. „Schule ohne Rassismus“ involviert. 
 
In Zeiten des Distanzunterrichts und des Lockdowns gehört es zu den primären Aufgaben der 
Schulsozialarbeit, Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu halten. Neben Einzelgesprächen bei 
Spaziergängen oder vom Fenster zur Straße und vielen auf Flexibilität basierenden Maßnahmen, 
wurden die Fachkräfte mit Diensthandys ausgestattet, um auf digitalem Weg Beziehungen aufrecht 
zu erhalten. Insgesamt ist jedoch noch nicht abzusehen, wie sich die Pandemie auf Kinder und 
Jugendliche tatsächlich auswirkt. Da erst jetzt der Unterricht wieder in Präsenz stattfinden wird, gilt 
es wahrzunehmen, wie und ob Schüler*innen in den Schulalltag zurückkehren und Angebote zu 
gestalten, die auf deren Bedürfnisse eingehen.

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

14500 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
IV/51/512 
1342/2021 
Vorlagen-Nummer  10.06.2021 
 2036/2021 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Jugendhilfeausschuss 15.06.2021 
 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus dem JHA vom 27.04.2021 zu TOP 8.5.8, Vorlage 
1342/2021 - Auswirkungen der Corona-Pandemie auf LSTBQI-Jugendliche 
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen merkt an und fragt:  
Die psychische Belastung nimmt in der Pandemie mit den damit verbundenen Maßnahmen beson-
ders bei Kindern und Jugendlichen stark zu. Das zeigt nicht zuletzt die Mitteilung des Anyway 
(1342/2021) beispielhaft. Fehlende Freiräume, kaum Möglichkeiten sich auszuprobieren, Rückzugsor-
te außerhalb der Wohnung, Treffen mit Gleichaltrigen und Einsamkeit sind nur einige Punkte, unter 
denen Kinder und Jugendliche derzeit leiden. Dadurch, dass sie andere Bedürfnisse als Erwachsene 
haben, sind Kinder und Jugendliche anders von den Corona-Maßnahmen getroffen. 
 
1. Bestand bisher ein Austausch mit Kinder und Jugendlichen und/oder Jugendverbänden über den 
Einfluss der Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen? Wenn ja, wie wurde dies mit bei 
den derzeitigen Maßnahmen berücksichtigt? Wenn nein, ist eine partizipativer Austausch mit Kin-
der und Jugendlichen sowie den Jugendverbänden geplant? 
2. Wie plant die Verwaltung, die besonderen psychischen Belastungen von Kindern und Jugendli-
chen bei allen schützenden Maßnahmen mit abzuwägen? 
3. Was plant die Verwaltung, um Jugendliche bei der Bewältigung der besonderen psychischen Be-
lastung zu unterstützen und die Langzeitfolgen durch die Einschränkungen möglichst gering zu 
halten? 
 
Stellungnahme der Verwaltung: 
Die Situation der psychischen Verfassung von Kindern durch die Corona-Pandemie wird derzeit bun-
desweit beleuchtet, so dass etliche Studien bei Kindern und Jugendlichen auftretende psychische 
Auffälligkeiten bestätigen und dauerhafte Benachteiligungen sowie erhebliche gesellschaftliche Fol-
geprobleme prognostizieren (zu nennen sind hier: COPSY-Studie, Studie des DJI und eine Studie des For-
schungsverbundes DJI/TU Dortmund, Corona-KiTa-Studie, Onlinebefragung „KiCo“ , JuCo-Studie des For-
schungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, Umfrage der Klinik für Psychiatrie und Psy-
chotherapie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg + Klinik für Abhängiges Verhalten und 
Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim, „Jugendhilfeb@rometer“ des Deut-
schen Jugendinstituts (DJI)). Besonders betroffen sind laut wissenschaftlicher Erkenntnisse Kinder im 
Kindergartenalter von 3-6 Jahren sowie die Altersgruppe von 7-14 Jahren, dies betrifft bis zu 4 Millio-
nen Kinder und Jugendliche in der BRD. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen alleinerziehen-
der Mütter und aus sozial benachteiligten Familien in prekären Lebenslagen bei wegfallenden Hilfs-
angeboten wurden schulische Probleme, Angst, Depression, Anstieg häuslicher Gewalt und damit 
einhergehende Traumatisierungen, Suchtproblematiken und Steigerung von Suchterkrankungen fest-
gestellt. Mit Blick auf die aktuellen Abschlussjahrgänge drohen einer Vielzahl von jungen Menschen 
ein fehlender Schulabschluss sowie das Verpassen eines Anschlusses an eine weitergehende Quali-
fizierung, so dass langfristig erhebliche biografische und gesellschaftliche Folgen zu erwarten sind. 
Zwei Drittel aller Jugendämter berichten von deutlich negativen Veränderungen in allen Lebensberei-
chen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch die Pandemie. Die seitens der bun-
desweiten Studien geforderten Empfehlungen sind -mit dem Fokus auf Kinder und Jugendliche mit

2 
 
psychischen Erkrankungen, mit Bildungsbenachteiligung aus bildungsfernen Familien sowie auf Fa-
milien mit Migrationshintergrund- folgende:  
 
 Ausbau materieller und personeller Ressourcen für Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, 
 Ausbau der vorhandenen Sport-, Bewegungs- sowie Ernährungsprogramme, Ausbau mobiler An-
gebote –auch als weiteres Kontaktangebot im jeweiligen Bezirk, 
 erhöhte Unterstützung von Familiengrundschulen in ihrer Lotsen-Funktion für die Familien, Nach-
hilfeangebote und Lernförderung, verstärkte Elternarbeit, 
 Stärkung der Jugendsozialarbeit in der Übergangsgestaltung von der Schule in den Beruf, eine 
Ausbildungsgarantie für Jugendliche, Unterstützung von Betrieben,  
 Ausbau der Schulsozialarbeit und/oder sonstige schulische Lernunterstützung, 
 mehr Unterstützung im Übergang Schule-Beruf (Praktika und Ausbildungsplatzsuche). 
 
 
Seitens des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln werden die beschriebenen Studien-
ergebnisse in der Praxisarbeit bestätigt. In Köln leben rund 65.000 Kinder im Alter von 0-6 Jahren und 
rund 57.000 Kinder im Alter von 6-18 Jahren. Die Fachkräfte des Kinder- und Jugendhilfesystems 
nehmen in allen Bereichen eine Zunahme der psychischen Belastung bei den Kindern und Jugendli-
chen -jedoch auch bei den Sorgeberechtigten- wahr. Dadurch wurde sichtbar, dass die Kinder und 
Jugendlichen, die bereits vor der Corona-Pandemie unter benachteiligten Umständen aufwuchsen, 
weitaus größere Defizite als nur im schulischen Bereich zu erwarten haben. Die häusliche Atmosphä-
re wird vielerorts durch die Folgen der Pandemie als belastend beschrieben, u.a. weil Ausbildungs-
plätze, Praktika, schulische Angebote sowie Therapieplätze bei psychischen Belastungen fehlen und 
notwendige Bewegungs- und Hilfsangebote durch die Corona-Schutzverordnungen wegfallen muss-
ten. 
 
Analog zu den Ergebnissen der wissenschaftlichen Studien wurde aus allen Bereichen der Jugend-
verwaltung eine psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen aufgrund folgender Schwer-
punkthemen beschrieben: Ausgrenzung von Jugendlichen, fehlender Kontakt zu Gleichaltrigen, Ver-
lust von Tagesstruktur, Antriebslosigkeit, allgemeine Orientierungslosigkeit und Perspektivlosigkeit, 
multiple Problemlagen bei der Umsetzung des Homeschooling, Bildungs- und Lernrückstände, man-
gelnde berufliche Orientierung, erschwerte Vermittlungen in Ausbildungsbetriebe, Sprach- und Ver-
ständnisprobleme bei Jugendlichen mit Migrationsgeschichte und ausufernde Mediennutzung.  
Dies führte zu einer Zunahme von telefonischen Kontakten besorgter Eltern sowie einer steigenden 
Anzahl von Beratungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen/Auffälligkeiten in den entspre-
chenden Fachbereichen.  
Vormals verlässliche Strukturen in Familie, Schule, Sportvereinen und den Jugendzentren brachen 
weg. Die somit zunehmende Unsicherheit, Zukunftsangst und Sorgen spiegelten sich somit auch bei 
den Kindern und Jugendlichen. Das dynamische Pandemiegeschehen gestaltete die fachliche Arbeit 
mit den jungen Menschen mit den immer wieder veränderten Rahmenbedingungen gem. Corona-
Schutzverordnung extrem herausfordernd.  
Eine umfassende Beantwortung aus den verschiedenen Bereichen findet sich in der beigefügten An-
lage, auf die vorliegenden Fragen wird zusammenfasst Stellung genommen.  
 
 
1. Frage: 
 
Der partizipative Austausch mit Kindern und Jugendlichen ist ein gelebtes Grundprinzip der Arbeit in 
allen Bereichen der Kölner Kinder- und Jugendhilfe. Es bestanden in allen Bereichen weiterhin Kon-
taktangebote, die aufgrund pandemiebedingter Vorgaben teilweise nur digital möglich waren. Vormals 
bereits schwer erreichbare Kinder und Jugendliche haben diese Angebote jedoch nicht angenommen, 
zumal durch digitalen Unterricht aus verschiedenen Bereichen eine Art medialer Überdruss festge-
stellt wurde.

3 
 
Über Mitarbeiter*innen des Gefährdungsmeldungs-Sofort-Dienstes und in Jugendzentren bestand 
neben den digitalen Angeboten aller Einrichtungen im Rahmen der geschützten und genehmigten 
Ausnahme im Rahmen des Kinderschutzes face-to-face-Kontaktmöglichkeiten in Notfällen. Neben 
Einzelgesprächen im Freien oder „Fenstergesprächen“ sowie weiteren auf Flexibilität basierenden 
Maßnahmen, wurden etliche Fachkräfte des Allgemeinen Sozialen Dienstes und in der Kinder- und 
Jugendarbeit mit Diensthandys ausgestattet, um auf digitalem Weg Beziehungen aufrecht zu erhal-
ten.  
Familienhebammen und weitere Fachkräfte der Frühen Hilfen haben einen engen Kontakt per Telefon 
gehalten und versucht, Treffen im Freien zu organisieren.  
In den Bereichen der Jugendberufshilfe bestand während der gesamten Zeit ein regelmäßiger telefo-
nischer sowie digitaler Austausch mit Jugendlichen und Trägern der Jugendberufshilfe. 
Seitens der an über 150 Schulen tätigen Schulsozialarbeitender wurde trotz Zeiten des Distanzunter-
richts der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gehalten; die Aufgabe der hierzu geschulten 
Fachkräfte ist es, eine Sensibilisierung bezüglich LSBTI-Themen in der Schule herbeizuführen.  
Neben fest verorteten Angeboten bestand über das aufsuchende Streetwork-Angebot Kontakt zur 
Zielgruppe mittels partizipativer Einzelgespräche innerhalb des Lebensraumes de Kinder- und Ju-
gendlichen. Jedoch wurde seitens der Streetwork-Mitarbeiter*innen in Köln ein deutlicher Rückgang 
von Jugendlichen im öffentlichen Raum zugunsten eines verstärkten medialen Konsums zu Hause in 
einer virtuellen Welt festgestellt. 
 
Trotz der allerseits erlebten Schockstarre reagierten alle Akteure in der Kölner Kinder- und Jugendhil-
fe-landschaft mit einer schnellen Anpassung und Umstellung Ihrer Angebote. Seit Ausbruch der 
Corona-Pandemie, der ersten Corona-Schutzverordnung sowie erstmaliger Schließung der Einrich-
tungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) im März 2020 besteht ein enger Austausch 
zwischen den jeweiligen Akteuren und Bezirksjugendpflegern, über den mit den jeweiligen Akteuren 
im Sozialraum die aktuell gültigen Einschränkungen und Möglichkeiten der Arbeit diskutiert werden. 
Dabei standen die Bedürfnisse und Belange der Kinder und Jugendlichen stets im Vordergrund und 
sie wurden über den partizipativen Ansatz der Befragung (per Brief, über WhatsApp-Gruppen, Face-
book, Instagram, usw.) aufgefordert, ihre Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen, damit die Jugend-
zentren ihre analoge und digitale Angebotsstruktur angleichen konnten. Die daraus generierten An-
gebote wurden fortlaufend modifiziert und angepasst.  
Aufgrund der beschriebenen Problematiken und der „digitalen Müdigkeit“ stellt es derzeit eine große 
Herausforderung dar, die jungen Menschen weiterhin zu motivieren, aktiv an der Gestaltung der An-
gebote zu partizipieren. Dennoch ist es weiterhin Ziel und Aufgabe der Fachkräfte, dies in allen Berei-
chen weiterhin zu ermöglichen. 
 
 
2. Frage: 
 
Aufgabe der Kinder- und Jugendarbeit ist es, in einem stetigen Prozess aktuellen Themen und Le-
bensbedingungen zu begegnen, um den Belastungen von Kindern und Jugendlichen entgegenzuwir-
ken. In den bestehenden Strukturen/Maßnahmen wurde dies in der aktuellen Pandemie-Situation 
durch bestmögliche Anpassungen berücksichtigt.  
Direkt mit Beginn des ersten Lockdown hat das Amt für Kinder, Jugend und Familie Vorkehrungen 
getroffen, den Schutz der Kinder und Jugendlichen -soweit es eben ging- sicherzustellen. Dazu zählte 
u.a.: 
- Abstimmung mit allen Kindertagesstätten und Schulen in Köln zur Aufnahme von „gefährdeten 
Kindern“ im Rahmen der Notbetreuung,  
- Festlegung von Mindestarbeitsstandards für die Bereiche des Allgemeinen Sozialen Dienstes, 
des Pflegekinderdienstes, JGH, UMA-Erstaufnahme und Amtsvormundschaft, um den Kontakt zu 
den dem Jugendamt bekannten Familien aufrechtzuerhalten, 
- Ausstattung des Gefährdungsmeldung-Sofort-Dienstes (GSD) mit Schutzausrüstung, um einen 
nahtlosen „Rund um die Uhr - Dienst“ ohne Einschränkung aufrechtzuerhalten, 
- Bewilligung von Helferstunden für Integrationshelfer an Schulen,  
- Schaffung einer zusätzlichen Notaufnahmegruppe, um auch an Covid 19 erkrankte bzw. unter 
Quarantäne stehende Kinder und Jugendliche in Krisensituationen betreuen zu können, 
- Absprachen mit den Fach- und Familienberatungsstellen zur Umstellung der Arbeitsabläufe auf 
Online-Kontakte, um den Kontakt zu Eltern und deren Kindern aufrecht zu erhalten,

4 
 
- Beziehungsarbeit und Teilnehmerbindung, Beratungsangebote und Umsetzung von Homeschoo-
ling über zusätzliche Angebote und Formate, 
- Umstellung der Angebote zum Beziehungserhalt über 1.1-Kontakte im Freien, Video– bzw. Tele-
fonkonferenzen und WhatsApp-Austausch in den möglichen Bereichen, 
- Fortlaufende Entwicklung und Anpassung von Notfallplänen zur Nutzung aller Möglichkeiten und 
Anpassung von Angeboten unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Corona-Schutz-
Verordnungen, 
- verstärkter Fachkräfteaustausch und Gestaltung von Kooperationsbeziehungen. 
Der vermehrten Forderung der jungen Menschen, die sich in der Corona-Schutzverordnung nicht 
mehr ausreichend berücksichtigt finden, wird durch fortwährende Anpassungen gemäß den Wün-
schen und (vermuteten) Bedarfen der Kinder und Jugendlichen Folge geleistet. Nach aktuell wieder-
einsetzendem Präsenzunterricht ist es Aufgabe der Schulsozialarbeit, wahrzunehmen, wie und ob 
Schüler*innen in den Schulalltag zurückkehren und Angebote zu gestalten, die auf deren Bedürfnisse 
eingehen. 
 
 
3. Frage 
 
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die bestehenden Strukturen gem. des Aufgabenbereiches der §§ 
11-14 SGB VIII der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Streetwork, Schulsozialarbeit und Jugendbe-
rufshilfe/ Jugendsozialarbeit sowie der Hilfen zur Erziehung der Kinder- und Jugendhilfe gem.§§ 27 ff. 
mit ihren partizipativ ausgerichteten Angeboten bereits die beschriebene Zielgruppe in ihren Aufga-
benbereichen im Blick haben und im Rahmen ihrer Ressourcen daran arbeiten, weiteren negativen 
Langzeitfolgen entgegenzuwirken.  
 
Daher gilt es diese Ressourcen zu stärken und insbesondere den Ausbau bzw. die Wiederaufnahme 
präventiver Angebote zu fördern, um die Beratungsarbeit in den vorhandenen Strukturen zu intensi-
vieren und um dem Unterstützungsbedarf von Familien und deren Kindern entsprechen zu können. 
Notwendig ist dafür vor allem die aktuelle Öffnung des offenen Bereichs in den Kinder- und Jugend-
zentren.  
 
Die vorhandenen Strukturen sind insgesamt als gut zu bewerten und konnten die aktuellen Probleme 
weitestgehend auffangen. Perspektivisch sollten die Verlinkungen und Kooperation mit Spezialdiens-
ten für psychische Unterstützung und Diagnostik sowie allen entsprechenden Stellen im Hinblick einer 
besseren Gestaltung von Übergängen betrachtet werden. 
 
Gez. Voigtsberger

Beratungsverlauf (1)

15.06.2021 Jugendhilfeausschuss
TOP 7.1.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2036/2021
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
10.06.2021
Erstellt
27.05.2021 13:41