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2867/2023

Hinweistafeln Friedrich Ludwig Jahn

Beschlussvorlage Ausschuss 29.11.2023

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Anlage 3- Aufstellalternative 1

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Anlage 2 - Texttafel 2

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Anlage 4 - Aufstellalternative 2

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Anlage 1 - Texttafel 1

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Beschlussvorlage Ausschuss

4070 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
IV/52/520/3 
 
Vorlagen-Nummer 
 2867/2023 
Freigabedatum 28.11.2023 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Aufstellen von Hinweistexten am Jahn-Denkmal Köln-Müngersdorf  
Beschlussorgan 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt die durch die Verwaltung erstellten Texte zur Person 
Friedrich Ludwig Jahn gemäß Anlagen 1 und 2 zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, 
diese Texte in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jahndenkmal oberhalb der Jahnwiesen in 
Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz bzw. dem Stadtkonservator gemäß Anlage 4 
aufzustellen.  
 
Alternative: 
Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt die durch die Verwaltung erstellten Texte zur Person 
Friedrich Ludwig Jahn zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, diese Texte in unmittelba-
rer Nachbarschaft zum Jahndenkmal oberhalb der Jahnwiesen in Abstimmung mit dem Amt 
für Denkmalschutz bzw. dem Stadtkonservator gemäß Anlage 3 aufzustellen. 
. 
 
Sportausschuss 30.11.2023 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 04.12.2023

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Die Bezirksvertretung Lindenthal hat die Verwaltung mit der Erstellung einer Informationstafel 
am Denkmal des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn an den Jahnwiesen in Köln Müngersdorf 
beauftragt. Die Darstellung der Ambivalenz Jahns zwischen dem Begründer der Turnbewe-
gung, dem Sport als Mittel der Fitness für die deutsche Jugend, um als Soldat im Kampf ge-
gen Frankreich zu gehen, seine Ausgrenzung von Frauen und Juden und sein Nationalismus 
und Antisemitismus sollte durch Historiker*innen erarbeitet werden. Dazu sollte die Zusam-
menarbeit mit der Fachstelle im NS-Dokumentationszentrum „m² miteinander mittendrin – Für 
Demokratie gegen Antisemitismus und Rassismus“ erfolgen. 
Auf dieser Basis wurden durch das NS-Dokumentationszentrum die als Anlage angefügten 
Texte erarbeitet. Aus Sicht des NS-Dokumentationszentrums mit der Fachstelle m² ist es not-
wendig, die historische Einordnung Friedrich Ludwig Jahns in zwei Perspektiven anzubieten. 
Zum einen sollte eine fundierte Information zur Person Jahns erfolgen, die sowohl sein sport-
bezogenes Wirken als auch seine politische –nationalistische und judenfeindliche Haltung be-
leuchtet (s. Text Anlage 1). Zum anderen erscheint es notwendig, sich am Ort des Jahn-Denk-
mals mit der Rezeptionsgeschichte und damit mit dem Erinnern an Jahn auseinanderzuset-
zen. Dazu dient der zweite Textentwurf (s. Text Anlage 2). 
Aus Sicht des NS-Dokumentationszentrums ist es erforderlich, das Jahn-Denkmal mit Texten 
zu beiden Perspektiven zu umrahmen. Dies kann in einer größeren Tafel (Anlage 4) oder in 
zwei gestalterisch aufeinander bezogenen Tafeln (Anlage 3) passieren. Eine ganzheitliche 
Kontextualisierung der Person Jahn sowie des Gedenkens an ihn bietet die Chance einer mul-
tiperspektivischen Auseinandersetzung mit diesem hervorstechenden Denkmal. 
Eine erste Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege ergab zwei Möglichkeiten für eine 
Aufstellung der Informationen (Anlagen 3 und 4). Aus Sicht der Sportverwaltung bietet es sich 
an, die Informationen in Form eines tiefen, leicht schräg stehenden Tisches nebeneinander zu 
präsentieren (Anlage 4). 
Die endgültigen Kosten für die Umsetzung können erst nach der abschließenden Entschei-
dung über die Art der Präsentation ermittelt werden. 
 
Begründung der Dringlichkeit: 
Aufgrund der tiefgreifenden historischen Relevanz und gesellschaftlichen Tragweite des 
Denkmals ist es dringend erforderlich entsprechende Hinweistafeln aufzustellen. 
Nur so kann auch die langfristige Erhaltung und Wertschätzung dieses bedeutenden kulturel-
len Erbes mit den entsprechenden Informationen sichergestellt werden. 
Aufgrund umfangreicher verwaltungsinterner Vorarbeiten und Abstimmungsprozesses war 
eine frühere Vorlage nicht möglich. 
 
Anlagen

Anlage 3- Aufstellalternative 1

218 Zeichen

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Anlage 2 - Texttafel 2

3228 Zeichen

Anlage 2Anla 
Anlage 2 
Texttafel 2 
 
Friedrich Ludwig Jahn war bereits zu Lebzeiten keineswegs unumstritten, blieb aber weit 
über seinen Tod hinaus in Sport, Politik und Öffentlichkeit eine wichtige Bezugsperson. 
Verschiedene Gruppen beriefen sich auf Jahns Ideen, wobei er vor allem in Kreisen der 
politischen Rechten als Vorbild betrachtet wurde. Dabei standen oft nicht seine 
pädagogischen Ideen und die Rolle als „Turnvater“ im Vordergrund, sondern seine 
politischen Äußerungen und Absichten. Betont wurde Jahns Rolle als Streiter für einen 
selbst- und machtbewussten Nationalstaat, „Kämpfer“ gegen „Fremdherrschaft“ und 
deutscher „Volkserzieher“. 
Im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich entwickelte sich ein regelrechter „Jahn- 
Mythos“. Mit weit über hundert Denkmälern gehörte Jahn zu den öffentlich am häufigsten 
geehrten Personen. Auch in der Weimarer Republik gab es - vor dem Hintergrund von 
Kriegsniederlage, Gebietsverlusten und Besatzungszeit - eine rege Auseinandersetzung 
mit seinen Ideen. Der NS-Staat knüpfte daran an, entwickelte aber ein eigenes Bild, das 
Jahn vor allem als Gewährsmann nationalsozialistischer Formierung und Vordenker 
„völkischer Weltanschauung“ präsentierte. Nach 1945 bemühte man sich in der 
Bundesrepublik darum, wieder an ältere Deutungen Jahns anzuknüpfen; auch die DDR 
nahm den „Turnvater“ in ihren Traditionsbestand auf. Eine kritischere Sichtweise Jahns 
entwickelte sich in Westdeutschland erst schrittweise seit Ende der 1960er-Jahre. 
Das Kölner Jahn-Denkmal wurde im Juli 1928, anlässlich des 150. Geburtstages Jahns, 
errichtet. Der Festakt bildete den Auftakt zum 14. Deutschen Turnfest und betonte Kölns 
Rolle als „Sportstadt“. Das vom Kölner Stadtbaudirektor Adolf Abel entworfene Denkmal 
wurde freistehend auf der Südseite der Jahnwiese errichtet, an herausgehobener Stelle 
des Kölner Stadionkomplexes. Es war in der Gestaltung durchaus modern: eine 15 Meter 
hohe Säule aus Eisenbeton, an der Spitze das aus vier „Fs“ zusammengesetzte 
Turnerkreuz, das auf das Motto der Deutschen Turnerschaft verweist - „Frisch, Fromm, 
Fröhlich, Frei“. 
Inhaltlich blieb die Denkmalsetzung aber weitgehend traditioneller Jahn-Wahrnehmung 
verpflichtet. Das Turnfest war als „Kundgebung“ für den deutschen Gedanken und die 
deutsche Einheit“ gedacht und stand unter dem Motto „Deutsch bleibt der Rhein, frei 
bleibe Deutschlands Schicksalsstrom“. Bei der Einweihung des Jahndenkmals würdigte 
der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer Jahn als einen „Manne, der einem 
niedergebrochenen, am Boden liegenden Volke, einer dumpfen, untätigen Jugend neue 
Impulse, neues Leben, neue Ideale gab“. 
1949 erhielt das Jahn-Denkmal eine ergänzende Plakette des Deutschen Arbeitsaus-
schusses Turnen, der sich als Nachfolger der 1935 aufgelösten Deutschen Turnerschaft 
verstand und Vorläufer des 1950 gegründeten Deutschen Turner-Bundes war. Anlass war 
die im August 1949 in Köln veranstaltete, zum ersten Mal seit 1943 wieder ausgerichtete 
Deutsche Turn- und Spielmeisterschaft. Mit der Anbringung der Plakette versuchte man, 
wenige Monate nach Gründung der Bundesrepublik, wieder an die vermeintlich 
unbelastete Turn- und Sportbewegung derzeit vor 1933 anzuknüpfen.

Anlage 4 - Aufstellalternative 2

312 Zeichen

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Anlage 1 - Texttafel 1

2172 Zeichen

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Anlage 1 
Texttafel 1 
 
Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) gilt als „Gründervater“ der deutschen Turnbewegung 
und wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung des Vereinssports. Unter seiner Leitung 
entstand 1811 in der Berliner Hasenheide ein öffentlicher Turnplatz, auf dem Jugendliche 
und Erwachsene regelmäßig zu „Leibesübungen“ zusammenkamen. Seine sportlichen 
Vorstellungen hielt Jahn in dem 1816 zusammen mit Ernst Eiselen verfassten Buch 
„Deutsche Turnkunst“ fest, das zahlreiche Anregungen von Pädagogen wie Johann 
GutsMuths aufgriff. 
Jahns Initiative stieß besonders in bürgerlichen Kreisen auf große Resonanz, in der Folge 
entstanden in ganz Deutschland weitere Turnplätze und -vereine. Obwohl das Turnen 
zwischen 1820 und 1842 in Preußen und anderen deutschen Staaten verboten war, blieb 
die von Jahn initiierte Turnbewegung auch im späteren 19. und gesamten 20. Jahrhundert 
einflussreich. 
Jahn betrachtete das Turnen nicht nur als körperliche „Ertüchtigung“, sondern als Kern 
einer deutschen Nationalerziehung. Zu seinen zentralen politischen Zielen gehörten 
neben der Überwindung ständisch-feudaler Beschränkungen, einer neuen Verfassung 
und erweiterten staatsbürgerlichen Rechten die „Einigkeit“ und „Freiheit“ Deutschlands. 
Dabei stand der „Kampf1 gegen die Vorherrschaft Frankreichs unter Napoleon Bonaparte 
im Mittelpunkt. Seine 1810 erschienene Schrift „Deutsches Volkstum“ erklärte 
Deutschland nicht nur zur entscheidenden Kraft der „Menschheitsgeschichte“, sie sprach 
sich auch für eine Stärkung des „Volksgefühls“ und die „Verbannung“ jeder „Ausländerei“ 
aus. Als Mittel hierfür betrachtete er neben der Brauchtumspflege das Turnen. Die 
Turnbewegung sollte zu Aktivität und Gemeinschaftssinn erziehen, zu „Wehrtüchtigkeit“ 
und „vaterländischer Gesinnung“. 
Jahns aggressiver Nationalismus zeigte sich in einem ausgesprochenen „Franzo-
senhass“. Zudem äußerte er sich judenfeindlich. Seine Vorstellungen von „Volkstüm-
lichkeit“ und „Deutschheit“ schlossen Jüdinnen und Juden aus. Auch Frauen wurde keine 
gleichberechtigte Rolle zugestanden. Jahns Turnbewegung verstand sich in erster Linie 
als „Erziehung zur Männlichkeit“.

Beratungsverlauf (2)

29.01.2024 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 9.1.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: Alternative beschlossen

Zur Sitzung
01.02.2024 Sportausschuss
TOP 4.2 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2867/2023
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
29.11.2023
Erstellt
05.09.2023 10:39