2007/0249
Überwachung des ruhenden Verkehrs durch Private
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 09.05.2007 Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat VI Dezernat I Dezernat II Dezernat VI Amt: Bürger- und Ordnungsamt an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Tagesordnung: I II Verteiler: I II VI 32 20 110 Vorlage-Nr. 2007/0249 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Überwachung des ruhenden Verkehrs durch Private Vorlage vom: 20.04.2007 Beschlussvorschlag: Der Magistrat nimmt von anliegendem Bericht des Bürger- und Ordnungsamtes Kenntnis und stimmt einer Verlängerung der Überwachung des ruhenden Verkehrs in der Wissenschaftsstadt Darmstadt durch vier Leiharbeitskräfte der Firma Securitas auf unbestimmte Zeit zu. Die Kosten dieser Maßnahme sind durch zusätzliche Einnahmen bei der Haushaltsstelle 01.1100.260000 (Verwarnungsgelder nach StVG) gedeckt. Die Beteiligungsrechte des Personalrates sind gewahrt. Anlagen: Sachstandsbericht - Überwachung ruhender Verkehr Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung: Durch Beschluss vom 2.6.2004 hat der Magistrat beschlossen, für die Überwachung des ruhenden Verkehrs in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein privates Sicherheitsunternehmen im Umfang von vier Vollzeitpersonen zu beauftragen. Erfolg und Verlauf der Maßnahme sollten fortlaufend kontrolliert werden und durch das Ordnungsamt sollte neun Monate nach Beginn der Überwachung des ruhenden Verkehrs durch private Ordnungskräfte ein Sachstandsbericht vorgelegt werden. Unter dem 25.1.2006 wurde ein entsprechender Sachstandsbericht erstellt. Danach hatte sich die Beauftragung der Firma Securitas, die den Zuschlag erhalten hatte, in wirtschaftlicher und ordnungsrechtlicher Hinsicht bewährt. Auf der Grundlage dieses Sachstandsberichts beschloss der Magistrat am 8.3.2006, den Leistungsvertrag mit der Firma Securitas über die Überwachung des ruhenden Verkehrs um ein weiteres Jahr fortzuführen. Nach Ablauf dieses Verlängerungsjahres sollte das Ordnungsamt erneut berichten. Der erneute Sachstandsbericht ist anliegend beigefügt. Danach hat sich die Maßnahme weiterhin bewährt und soll nunmehr auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Nach dem bestehenden Leistungsvertrag mit der Firma Securitas aus dem Jahr 2005 verlängert sich dieser Vertrag automatisch um jeweils sechs Monate zu den bisherigen Bedingungen, falls er nicht einen Monat vor Vertragsablauf von einer der beiden Parteien gekündigt wird Pro Jahr müssen an die Firma Securitas ca. 220.000,00 Euro an Stundenvergütungen gezahlt werden. Diese Kosten werden durch Mehreinnahmen bei den Verwarnungsgeldern mehr als kompensiert. Darmstadt, 20.4.2007 Der Dezernent I Der Dezernent II Der Dezernent VI Walter Hoffmann Wolfgang Glenz Dipl.-Ing. Dieter Wenzel Oberbürgermeister Bürgermeister Stadtrat
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Nst.: 22 60
Sachstandsbericht
Überwachung des ruhenden Verkehrs durch private Ordnungskräfte
Am 2.6.2004 beschloss der Magistrat, mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs in der Wissenschaftsstadt Darmstadt erneut ein privates Sicherheitsunternehmen im Umfang von vier Vollzeitkräften zu beauftragen. Dem Personalrat der Stadtverwaltung Darmstadt wurde anschließend Gelegenheit gegeben, von seinem Mitwirkungsrecht Gebrauch zu machen. Durch Schreiben vom 20.7.2004 und 17.8.2004 lehnte der Personalrat die Maßnahme ab. Am 1.9.2004 nahm der Magistrat von der ablehnenden Haltung des Personalrats Kenntnis und beschloss die Maßnahme gleichwohl umzusetzen.
Nach erfolgter Ausschreibung wurde die Firma Securitas als wirtschaftlichste Anbieterin mit der Überlassung von vier Leiharbeiternehmer/innen beauftragt. Die Firma überlässt nach dem am 1.3.2005 geschlossenen Leistungsvertrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt von Montag bis Freitag zwischen 6:30 Uhr und 23:30 Uhr vier sowie samstags zwischen 9:30 und 18:00 Uhr zwei entsprechend ausgebildete Leiharbeitnehmer/innen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt zahlt der Firma Securitas hierfür 22,50 Euro pro Stunde in der Früh- und Samstagsschicht bzw. 24,94 Euro in der Spätschicht.
Die Laufzeit des Vertrages begann am 7.3.2005. Der Vertrag wurde zunächst für 12 Monate geschlossen. Er verlängert sich automatisch um jeweils sechs Monate, wenn er nicht einen Monat vor Vertragsablauf von einer der beiden Vertragsparteien gekündigt wird.
Nach Vorstellung und Auswahl der für die Wissenschaftsstadt Darmstadt vorgesehenen Mitarbeiter/innen der Firma Securitas nahmen diese am 7.3.2005 ihren Dienst auf. Seitens des Ordnungs- und Vollzugsdienstes wurde eine stellvertretende Dienstgruppenleiterin ausschließlich zur Anleitung und Betreuung der privaten Überwachungskräfte abgestellt. Diese Maßnahme hat sich sehr bewährt. Überreaktionen und Beschwerden aus der Bevölkerung konnten so von Anfang an in vertretbaren Grenzen gehalten werden. Die privaten Ordnungskräfte wurden vorrangig im erweiterten Innenstadtbereich, in Ausnahmefällen in Absprache mit den dortigen Außenstellen des Ordnungs- und Vollzugsdienstes auch in Arheilgen, Eberstadt und Kranichstein eingesetzt.
In der Zeit vom 7.3.2005 bis zum 31.12.2005 erteilten die privaten Überwachungskräfte 65.822 gültige Verwarnungen. Weitere 55.220 gültige Verwarnungen wurden 2005 von den Bediensteten des Ordnungs- und Vollzugsdienstes erteilt. Die Verwarnungsgeldeinnahmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt stiegen 2005 gegenüber dem Jahr 2004 um knapp 400.000,00 Euro. An die Firma Securitas mussten 2005 aufgrund des geschlossenen Leistungsvertrages Zahlungen in Höhe von ca. 182.000,00 Euro (für knapp 10 Monaten) erbracht werden.
Durch Beschluss vom 8.3.2006 hat der Magistrat der Verlängerung der Überwachung des ruhenden Verkehrs durch vier Leiharbeitskräfte der Firma Securitas um ein weiteres Jahr zugestimmt.
Im Jahr 2006 erteilten die Bediensteten der Firma Securitas insgesamt 69.761 Verwarnungen im ruhenden Verkehr. Weitere 49.568 Verfahren wurden durch die Bediensteten des Ordnungs- und Vollzugsdienstes eingeleitet. Nach vorsichtiger Schätzung dürften die von den privaten Verkehrsüberwachern eingeleiteten Verfahren im Jahr 2006 zu Verwarnungsgeldeinnahmen in Höhe von ca. 600.000,00 ¬ führen. An die Firma Securitas mussten im gleichen Zeitraum aufgrund des abgeschlossenen Leistungsvertrages ca. 220.000,00 ¬ an Stundenvergütungen bezahlt werden.
Die relativ geringe Anzahl von Verwarnungsgeldverfahren, die durch die städtischen Bediensteten eingeleitet wurden, ist auf personelle Engpässe (unbesetzte Stellen, krankheitsbedingte Ausfälle, etc) sowie vor allem auf einen stetigen quantitativen und qualitativen Aufgabenzuwachs beim Ordnungs- und Vollzugsdienst zurückzuführen. Beispielhaft sind hier vor allem die Beteiligung an Sondereinsätzen im Rahmen von Großveranstaltungen, Demonstrationen oder zuletzt Feinstaubkontrollen sowie die Durchführung von Präventivstreifen zu nennen. Auch die Abstellung von immer mehr Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen als sogenannte Kontaktbeamte in den Stadtteilen wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Verwarnungsgeldeinnahmen aus.
Aus ordnungsrechtlicher Sicht ist der Einsatz der privaten Überwachungskräfte weiterhin als Erfolg zu werten. Die Anstrengungen im Bereich der Überwachung des ruhenden Verkehrs konnten auf diese Weise trotz stetigen Aufgabenzuwachses in anderen Bereichen des Ordnungs- und Vollzugsdienstes intensiviert werden. Dies hat sich positiv auf die Verkehrsmoral ausgewirkt. Beobachtungen zeigen beispielsweise, dass Ladezonen und Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt nicht mehr so häufig von unberechtigten Verkehrsteilnehmern blockiert werden.
In Anbetracht des angedeuteten stetigen Aufgabenzuwachses beim Ordnungs- und Vollzugsdienst des Bürger- und Ordnungsamtes und dem hieraus resultierenden Zwang zur Prioritätensetzung, was häufig zu Lasten der Überwachung des ruhenden Verkehrs gehen muss, erscheint es geradezu geboten, weiterhin im bisherigen Umfang ein privates Sicherheitsunternehmen mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs zu beauftragen. Die Zusammenarbeit mit der Firma Securitas hat sich insoweit bewährt. Die seit 2005 unverändert geltenden Leistungsentgelte sind als angemessen und für die Wissenschaftsstadt Darmstadt günstig einzustufen. Käme es zu einer Kündigung des Leistungsvertrages mit der Firma Securitas wäre jedenfalls kurz- und mittelfristig ein erhebliches Überwachungsdefizit im Bereich des ruhenden Verkehrs unvermeidlich. Dies würde sich auch negativ auf die allgemeine Verkehrsmoral auswirken.
Die Beschwerden über die eingesetzten privaten Verkehrsüberwacher halten sich demgegenüber im Rahmen. Nicht zuletzt durch die ständige Betreuung der privaten Verkehrsüberwacher durch eine erfahrene, ehemalige Dienstgruppenleiterin des Ordnungs- und Vollzugsdienstes wurde eventuellen Fehlentwicklungen hier von Anfang an wirksam vorgebeugt.
Insgesamt erscheint die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den privaten Verkehrsüberwachern der Firma Securitas nach derzeitigem Sachstand wirtschaftlich sinnvoll und aus ordnungsrechtlicher Sicht dringend erforderlich.
Appel
Magistratsdirektor
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Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2007/0249
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 20.04.2007
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00