3777/2022
Präsentation zum 20. Statusbericht zum Ausbau der Kindertagesbetreuung
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 23.11.2022 3777/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 29.11.2022 Präsentation zum 20. Statusbericht zum Ausbau der Kindertagesbetreuung Im Nachgang zur Präsentation des 20. Statusbericht zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Köln (TOP 1.3 der Sitzung vom 25.10.2022) gab es folgende Nachfragen: 1) Frau Kessing bedankt sich für den Vortrag und erklärt, dass noch viel zu tun sei. Sie weist auf die nachholbedürftigen Stadteile hin, in welchen es soziale und bildungsmäßige Benachteiligungen gebe. Sie fragt, ob Ideen vorhanden seien, wie in diesen Veedeln durch naheliegende Angebote nachgesteuert werden könne und nennt als Beispiel die Großtagespflege. Des Weiteren möchte sie gern wissen, wie sich die dargestellten Prognosen errechnen und welche Annahmen diesen zugrunde liegen. Sie weist darauf hin, dass es einen Mix von 41 Prozent Kitas, welche von Trä- gern betrieben werden, 31 Prozent städtischen Kitas sowie 23 Prozent Kitas in kirchlicher Trä- gerschaft gebe. Diesen Mix erachte sie als nicht unwichtig. Sie erklärt abschließend, dass erfah- rungsgemäß bestimmte Annahmen auf Dauer nicht realistisch seien, da Angebote weitere Bedar- fe schaffen. Sie vermute daher, dass der Bedarf an U3-Betreuung noch weiter steigen werde und erkundigt sich, ob die Zielquote, welche derzeit zugrunde liege geeignet sei, dauerhaft den Be- darf abzudecken. 2) Herr Gümüs bestätigt, dass im Rechtsrheinischen oder in Chorweiler die Zahlen hinterherhinken. Er erkundigt sich, ob es dazu einen Plan gebe und bittet darum, den Fokus auf diese Stadteile zu legen. 3) Frau Riedmann bedankt sich für die Präsentation und schlägt vor, eine verstetigte Arbeitsgruppe zum Thema Fachkräftemangel zu bilden (analog dem Arbeitskreis der seitens der Landesregie- rung gebildet wurde). Sie erklärt, dass die Erhöhung der Ausbild ungskapazitäten nicht ausrei- chen werde und erkundigt sich, wie die Bedarfsdeckung definiert werde: ob es sich dabei um den tatsächlichen Bedarf oder um die Versorgung mit Plätzen handele. Sie weist darauf hin, dass man sich in Bezug auf die Betreuungszeiten im Rückstand befinde und fragt, ob der Ausbau der Plätze mit Fachkräften unterfüttert werden könne, gerade im Hinblick auf die benachteiligten Stadtgebiete. 4) Frau Schalla dankt für den Bericht. Sie legt ebenfalls den Fokus auf Chorweiler und wünscht, dass den Bürgern vor Ort eine konkrete Planung bezüglich Kitas an die Hand gegeben werde. Sie bittet ergänzend darum, das Bevölkerungswachstum in den Stadtteilen Chorweiler, Kalk und Mülheim im Hinblick auf die Versorgungsquote zu berücksichtigen. 5) Frau Volland-Dörmann erklärt, dass sie sich auf das anstehende Fachgespräch freue, da das Thema zu komplex sei, um es im Ausschuss zu diskutieren. Es sei problematisch, dass Stellen nicht besetzt werden können, da Dienstleistungen deswegen nicht so erbracht werden können, wie sich die Träger das vorstellen. Sie beschreibt, dass es gut wäre, wenn die freien Träger wei- ter ausbauen könnten und auch die entsprechenden finanziellen Mittel dafür bekämen. Sie regt 2 ein Zusammentreffen an, um finanzielle Zusetzungsmöglichkeiten zu prüfe n, bestenfalls vor 2025. Sie wünscht, auch mit Blick auf den kommenden Rechtsanspruch, einheitliche Qualitäts- standards bei den Pflichtaufgaben in der Jugendhilfe. Als Beispiel nennt sie das Essensgeld. 6) Frau Schmerbach fragt, was die Fachkräfteoffensive konkret bedeute und führt aus, dass im LVR Überlegungen angestellt werden, Kitahelfer*innen in den Kitas einzusetzen. Des Weiteren be- schreibt sie, dass finanzielle Mittel bei bilingualen Kitas nicht abgerufen worden seien. Sie erkun- digt sich, inwieweit hierüber eine Absicherung erfolgen könne. Antwort der Verwaltung: Die Verwaltung begrüßt die Diskussion zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Köln, welche die Wich- tigkeit der Themen rund um die Kindertagesbetreuung noch einmal herausstellt. Die Verwaltung erkennt den Bedarf an einem weiteren quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung, der perspektivisch über die aktuell festgelegte, gesamtstädtische Zielversorgungsquote von 52% hinaus- reichen wird. Es wird erwartet, dass die gesellschaftliche Akzeptanz der öffentlichen Kindertagesbetreu- ung auch sehr junger Kinder unter 3 Jahren sukzessive weiter ansteigen wird. Gegenwärtig erfolgen in Köln differenzierte Auswertungen der konkreten, in LITTLEBIRD erfassten Nachfrage nach Betreuungs- plätzen, um einen aktualisierten Blick auf die teilräumliche Bedarfs - und Nachfragesituation in Köln zu erhalten. Eine neue repräsentative Elternbefragung zum Bedarf U3 ist gegenwärtig (noch) nicht vorge- sehen, aber auch nicht undenkbar. Es soll zunächst geprüft werden, inwieweit sie ggf. durch Auswertun- gen von LITTLEBIRD ersetzt werden kann. Zielsetzung der Verwaltung ist nach wie vor eine möglichst nahe Anpassung der Stadtteile und Bezirke an eine bedarfsgerechte und gleichmäßige Versorgung. Fehlende Flächen, der Fachkräftemange l und das in den Bezirken unterschiedlich hohe Angebot an Plätzen in der Kindertagespflege erschweren die Zielerreichung. Um dem entgegenzustehen und den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ge- recht zu werden, wird von Seiten der Verwaltung intens iv an Lösungen gearbeitet und in dem Zusam- menhang einige neue Planungsprozesse angestoßen. Durch die Teilnahme an dem Bundesprogramm „Kita -Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ wird beispielsweise ein niederschwelliges Angebot gefördert, das den Zugang zu Kindertagesbetreuung vor- bereiten und unterstützend begleiten. So kann ein erleichterter Einstieg in die Kindertagesbetreuung in den Stadtteilen gefördert werden, wo die Nachfrage nach Betreuungsplätzen nach wie vor unterdurch- schnittlich ist. Zudem wi rd die Umsetzung verschiedenster Betreuungsformen wie z.B. die „Kinderstu- ben“ geprüft, die neben den bestehenden Betreuungsmöglichkeiten einen Beitrag zu einer bedarfsge- rechten Kindertagesbetreuung leisten könnten. Durch die Teilnahme an den Förderprogramm en plus- KITA und Familienzentren werden stadtteilspezifische Problemlagen erkannt und entsprechende Unter- stützungen für die Familien angeboten. Auch der gewünschte Ausbau der Kindertagespflege, der unter anderem durch das Förderprogramm, welches 2020 durc h den Jugendhilfeausschuss (Vorlagen Nummer: 2226/2020) beschlossen wurde, vorangetrieben wird, kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bedarfsgerechte Betreuungsangebote zu schaffen und durch gezielte Steuerungsmöglichkeiten die Versorgung der Kölner S tadtteile zu ver- bessern. Die Planung aller Kindertagesstätten muss auf Grund der langen Bauzeiträume und der Bevölkerungs- entwicklung langfristig angelegt sein. Grundlage für die Planung der Kindertagesstätten ist die Bevölke- rungsentwicklung, bestehende Plätze in Bestandkitas, geplante Plätze in gesicherten neuen Kitaprojek- ten und die Elternbedarfe. Die Planung ist auf einen langfristigen Zeitraum angelegt, wird jedoch jährlich anhand der aktuellen Daten fortgeschrieben. Die zum Ende dieses Jahres erwartete Bevölkerungsprog- nose wird entsprechend stadtteilspezifisch in der Ausbauplanung berücksichtigt. Hierin gehen vor allem Annahmen und Vorausberechnungen zu Fertilität und Wanderungsbewegungen ein, sowie projektierte Wohnbauprojekte in Köln. Bei allen neu e ntstehenden Wohnbaugebieten wird die Jugendhilfeplanung frühzeitig an den Planungsprozessen beteiligt und meldet die neu entstehenden Bedarfe an, sodass diese direkt in den Projekten berücksichtigt werden können. Die Problematik des Fachkräftemangels wur de seitens der Verwaltung bereits aufgenommen und ent- sprechende Arbeitsgruppen gebildet, um neben der Erweiterung der Ausbildungskapazitäten auch die 3 anderen Thematiken zu behandeln. Konkrete Ergebnisse der Arbeitsgruppen im Zusammenhang mit der Fachkräfteoffensive werden zu gegebener Zeit im JHA vorgestellt. Auf der Grundlage einer Personalbe- darfsprognose in Anlehnung an ein Modell des Deutschen Jugendinstituts und der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik der TU Dortmund ist davon auszugehen, dass es einen Ersatz- und Neubedarf an Fachkräften in Kindertageseinrichtungen in Köln geben wird, der sich auf ca. 1.400 Stellen aufsum- miert. Vor diesem Hintergrund und angesichts des mittlerweile auch in Köln aktuell schon zu konstatie- renden Fachkräftemangels setzt sich die Verwaltung intensiv mit Handlungsoptionen auseinander, die- sem Fachkräftemangel verstärkt zu begegnen. Ein Mosaikstein ist zum Beispiel die in der Schulbau- maßnahme hochpriorisierte, deutliche Ausweitung der Kapazitäten für die Ausbildung v on Erzie- her*innen durch eine Erweiterung des Berufskollegs Weinsbergstraße in Ehrenfeld. Hierfür soll zeitnah ein Teilstandort in einer anzumietenden Büroimmobilie gebildet werden. Die Verwaltung weist darauf hin, dass sie gegenwärtig eine aktualisierte Jugendhilfeplanung zur quanti- tativen und qualitativen Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung vorbereitet, hierbei die anerkann- ten Träger der freien Jugendhilfe frühzeitig beteiligen wird und die Einbringung einer neuen Rahmenpla- nung in die politischen Gremien in 2023 vorsieht. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3777/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 23.11.2022
- Erstellt
- 09.11.2022 11:09