V/0778/2008
Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner - Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007
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Berichtsvorlage
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V/0778/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner - Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 Beratungsfolge 29.10.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht Bericht: Anlass Mit dem Ratsbeschluss zur Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes Münster (VEP 2025) vom 10.05.2007 hat der Rat die Verwaltung unter anderem beauftragt, die Vergabe einer Haus- haltsbefragung für 2007 vorzubereiten, in der die typischen Kennzahlen des Verkehrsverhaltens der Münsteraner Wohnbevölkerung erhoben wird. Nachdem die Verwaltung den Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirt- schaft am 11.05.2007 über die eingeholten Angebote zur Durchführung einer Haushaltsbefra- gung Münster informiert hatte, wurde das Ingenieurbüro Helmert aus Aachen mit der Durchfüh- rung der „Haushaltsbefragung Münster 2007“ beauftragt. Nach 1982,1990,1994 und 2001 wurde damit in 2007 zum fünften Mal das Verkehrsverhalten der Münsteraner differenziert erhoben. Ergebnisse Die Ergebnisse dieser Haushaltsbefragung Münster 2007 liegen nun vor. In der Schriftenreihe „Beiträge zur Stadtforschung Stadtentwicklung Stadtplanung 1/2008“ sind die wesentlichen Er- gebnisse der Befragung unter dem Titel „Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münste- raner – Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007“ dokumentiert (Anlage). Nach den vorliegenden Ergebnissen unternimmt jeder Einwohner 3,80 Wege/Tag und benötigt für diese Wege und Fahrten ca. 79 Minuten am Tag. Dies bedeutet, dass die Münsteraner an einem durchschnittlichen Werktag ca. 1.064 Millionen Wege und Fahrten unternehmen und hier- für ca. 370.000 Stunden aufwenden. Von diesem Wegeaufkommen werden 37,6% mit dem Fahr- rad abgewickelt und damit rutscht das Auto mit 36,3% bei der Verkehrsmittelwahl erstmals auf den zweiten Platz. Dies ist nur eins von vielen wichtigen Ergebnissen, dass die Haushaltsbefra- gung den Planern liefert. Vorlagen-Nr.: V/0778/2008 Auskunft erteilt: Herr Renkhoff Ruf: 492 61 52 E-Mail: Renkhoff@stadt-muenster.de Datum: 23.09.2008 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0778/2008 Die Ergebnisse helfen dabei, die Verkehrsinfrastruktur in der Stadt Münster weiter zu optimieren und bilden eine wesentliche Grundlage für die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans Münster 2025. i.V. Schultheiß Stadtdirektor Anlage: Broschüre „Verkehrsverhalten und Verkehrsmi ttelwahl der Münsteraner – Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007“
Anlage
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Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 Beiträge zur Stadtforschung Stadtentwicklung Stadtplanung 1/2008 Impressum Auftraggeber/Herausgeber: Stadt Münster Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Abteilung Verkehrsplanung 48127 Münster Auftragnehmer: Ingenieurbüro Helmert Malmedyer Str. 30 52066 Aachen Durchführung Befragung: V-KON KG, Ingenieurbüro für Verkehrsplanung Max-Planck-Str.10 54296 Trier Bericht: Christoph Helmert Kathrin Henninger Text, Layout und Satz: yph, kreative Rheinstr. 2 48145 Münster Auflage: 1.500, September 2008 Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 Einleitung Nun ist es offiziell: Das Fahrrad ist nachweislich Münsters meistgenutztes Fortbewegungsmittel. 37,6% aller Fahrten erledigen die Münsteraner mit der Leeze, und damit rutscht das Auto bei der Verkehrsmittelwahl erstmals auf den zweiten Platz. Das ist nur eines der spannenden Ergebnisse dieser Studie, mit der das Amt für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung das Verkehrs- verhalten der Münsteraner unter die Lupe genommen hat – nun schon zum fünften Mal seit 1982. Knapp 80 Minuten sind die Bürgerinnen und Bürger im Schnitt jeden Tag unterwegs: Womit, wohin, wie weit, wie lange und wie schnell, das wurde Ende 2007 bei einer repräsentativen Haushaltsbefragung genau erhoben und dokumentiert. Die Ergebnisse helfen dabei, die Verkehrsinfrastruktur in der Stadt weiter zu optimieren; sie sind die Grundlage für die Verkehrsentwicklungspla - nung. Doch auch für Nicht-Verkehrsplaner sind sie durchaus interessant zu lesen: Wie viele Haushalte haben ein Auto (oder sogar mehrere)? Wel- che Strecken werden zu Fuß erledigt, ab welcher Entfernung steigt man lieber aufs Rad? Wie steht’s in Münster um den sogenannten Umwelt - verbund – die Fortbewegung mittels Bahn, Bus, Fahrrad oder Füßen? Wohin sind die Menschen eigentlich unterwegs? Gibt es alters- oder geschlechtsspezifische Unterschiede? Wie lange dauern die Wege zur Arbeit, zum Einkaufen etc. im Schnitt? Und wie schneidet Münster im Vergleich zu anderen Städten ab? Antworten auf diese Fragen finden sich auf den folgenden Seiten: Wir wünschen eine interessante Lektüre! 44 Einleitung Inhalt 1. Wer wurde befragt – und wie? ........................................................ 5 2. Die Mobilitätskennzahlen der Menschen in Münster ........................ 5 3. Welche Fahrzeuge stehen in den Haushalten zur Verfügung? ......... 6 4. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? ..............................7 5. Wie oft sind die Münsteraner unterwegs? ..................................... 12 6. Wie lange sind die Münsteraner unterwegs? ................................. 14 7. Welche Entfernungen legen die Münsteraner zurück? ....................17 8. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? ...................................... 18 9. Zusammenfassung ....................................................................... 23 1. Wer wurde befragt – und wie? | 2. Die Mobilitätskennzahlen der Menschen in Münster 1. Wer wurde befragt – und wie? Die Daten für diese Studie sind im November und Dezember 2007 im Rahmen einer telefonischen Befragung erhoben worden. Die Teilnahme war selbstverständlich freiwillig, ihre Bereitschaft hatten die Befragten zuvor schriftlich erklärt. In 826 Münsteraner Haushalten haben die Menschen für die Daten - sammler ihr Verkehrsverhalten während eines ganz gewöhnlichen Werktags dokumentiert: Insgesamt kamen so Informationen von 1.828 Personen aller Altersgruppen zu - sammen. Das entspricht einem Mikrozensus von 0,65%, und da - mit darf diese zufällige Stichprobe als repräsentatives Ergebnis gelten. Sie wurde außerdem so gezogen, dass sie eine Differenzierung nach Innenstadt und Außenstadtteilen erlaubt – hier sind beim Verkehrs - verhalten schließlich Unterschiede zu erwarten. Stichprobenumfang Personendaten Wegedaten Innenstadt 748 2.921 Außenstadt 1.080 4.026 Münster 1.828 6.947 Ganz durchschnittlich betrachtet, erledigt der Münsteraner an einem Werktag 3,80 Wege bzw. Fahrten: Jeder dieser Wege hat im Schnitt eine Länge von 6,9 km und dauert 19 Minuten. Insgesamt ist man an 2. Die Mobilitätskennzahlen der Menschen in Münster Mobilitätskennzahlen Mittlere Mobilität 3,80 Wege und Fahrten am Tag KFZ 1,38 Fahrten am Tag Bus und Bahn 0,40 Fahrten am Tag Fahrrad 1,43 Fahrten am Tag Fuß 0,59 Wege am Tag Mittlere Reiseweite 6,9 Kilometer Mittlere Wegedauer 19 Minuten Zeitbudget 79,1 Minuten/Tag einem ganz normalen Alltag gut 79 Minuten unterwegs – immerhin gut 5% des aktiven Zeitbudgets ver - bringt man auf dem Weg von hier nach dort oder wieder zurück. 5 3. Welche Fahrzeuge stehen in den Haushalten zur Verfügung? 3. Welche Fahrzeuge stehen in den Haushalten zur Verfügung? In Münster gibt es nur 4% fahrradlose Haushalte – gut 20% haben mindestens einen, über 30% gar vier oder mehr Drahtesel „im Stall“. Und angesichts der Tatsache, dass von 1.828 Personen ins - gesamt 2.183 Leezen gemeldet wurden, darf ein Trend zum Zweitrad nun als „amt- lich“ gelten. Autos hingegen gibt es nur in ca. 82% aller Haushalte: Fast 18% kommen ohne eige- nen PKW aus. Dafür verfügt ein weiteres Fünftel gleich über zwei Autos; mehr leis- tet sich aber kaum jemand. Motorräder gibt es in 14% der Haushalte (o.Abb.). Abb. 1 Fahrradverfüg- barkeit Abb. 2 Kfz-Verfügbarkeit 66 Fuß 15,7% Kfz-Mitfahrer 6,7% Bus und Bahn 10,4% Kfz-Selbstfahrer 29,6% Fahrrad 37,6% 74. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? 4. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? Neben Fahrrad und Auto stehen den Bürgern natürlich noch weitere Optionen offen, von A nach B zu kommen: Die Verkehrsmittelwahl war deshalb ein Schwerpunkt der Befragung. Zusammenfassend betrachtet, kann man dabei den motorisierten Indivi - dualverkehr – als Selbst- oder Mitfahrer im Auto – und den sogenannten Umweltver - bund gegenüberstellen: Letzterer bezeichnet die Fortbewegung mit Bus, Bahn, Fahrrad oder Füßen. Dass das Fahrrad in Münster ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel ist, war klar. Die Zahlen belegen nun, dass es inzwischen definitiv das beliebteste ist: Denn es wird für 37,6% aller Wege ge - nutzt – das Auto nur noch für 35,5%. Abb. 3 Verkehrsmittelwahl Abb. 4 Verkehrsmittelwahl Männer/Frauen Geschlechtsspezifische Unterschiede Männer setzen sich für ein Drittel aller Strecken hinters Steuer, Frauen nur für ein Viertel: Stattdessen erledigen sie noch mehr Wege mit dem Rad – 39% im Gegensatz zu „nur“ 35,8% – und nutzen etwas öfter Bus und Bahn. Im PKW sitzen sie doppelt so oft auf dem Beifahrersitz wie Männer, trotzdem bleiben die Mit - fahrer-Werte deutlich unter 10%: ein Indiz dafür, dass im Individualverkehr häufig nur eine Person im Auto sitzt. Knapp 16% werden zu Fuß erledigt, ein Zehntel per Bus und Bahn zurückge - legt: In der Summe ergibt das erfreuliche 63,7% für den Umweltverbund – fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Altersspezifische Unterschiede Als durchschnittlicher Jugendlicher und junger Erwachsener in Münster legt man die Hälfte aller Wege mit dem Fahrrad zu- rück. Ab dem 25. Lebensjahr wird zwar nur noch ein Drittel aller Wege mit dem Rad erledigt – das bleibt dann aber auch bis ins hohe Alter so. Schon die bis 17jährigen fahren, wenn auch als Beifahrer, auf fast einem Fünftel aller Wege im PKW. In der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren geht die Zahl der Beifahrer dann jedoch deutlich zurück. Mit Erreichen des Führerscheinal- ters sitzt der Münsteraner offenbar lieber selbst hinter dem Steuer – aber nicht je - der frisch gebackene Autofahrer hat auch direkt ein eigenes Auto zur Verfügung. Die Konsequenz: Das Auto verliert in dieser Altersgruppe insgesamt an Bedeutung, sie nutzt dafür den ÖV deutlich intensiver für die Fortbewegung. In der Altersgruppe von 25 bis 65 Jahren wird das Auto für knapp 45% aller We - ge genutzt und damit zum wichtigsten Verkehrsmittel. Mit Erreichen des Renten- alters sinkt dieser Anteil um fast 10%, zu- dem steigt man dann öfter als Beifahrer ein. Im Umweltverbund gewinnt der ÖV in dieser Altersgruppe, vor allem aber erledi- gen Rentner 20,4% ihrer Wege zu Fuß. Abb. 5 Verkehrsmittelwahl Altersgruppen 88 4. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? Unterschiede zwischen Innen- und Außenstadt Die Haushalte im Innenstadtbereich nutzen das Auto für kaum mehr als ein Viertel der Wege: Entsprechend hoch ist der Anteil des Umweltverbundes, insbe - sondere die zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege. Der Vergleich mit Abb. 6 Mobilität und Verkehrsmittelwahl Stadtbezirke den Außenstad tteilen zeigt da deutliche Unterschiede – die Autonutzung liegt hier um 15% höher, der Anteil der geradelten Strecken um 10% niedriger. Dennoch dominiert auch hier der Umweltverbund die Verkehrsmittelwahl. 94. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? Die Verkehrsmittelwahl im Vergleich Der Vergleich mit der letzten Münsteraner Befragung aus 2001 zeigt, dass der Anteil der Autonutzung um 4,2 Prozentpunkte gesunken ist. Gleichzeitig fährt man etwas häufiger als Beifahrer mit. Entsprechend gestiegen ist die Bedeutung des Umweltverbunds. (Siehe Tabelle „Zeit - reihe der Verkehrsmittelwahl.“) Beim Vergleich mit dem Ergebnis der bundesweiten Studie MID 2002 punktet Münster natürlich als Fahrradstadt und in Sachen Um - weltverbund, hat aber auch eine andere Infrastruktur als das Mittel des Bundesgebiets: Deutschlandweit ist nach wie vor der motorisierte In - dividualverkehr das wichtigste Mittel, von A nach B zu kommen; über 60% der Wege werden bundesweit als Selbst- oder Mitfahrer im PKW erledigt. Der Blick auf Städte mit vergleichbarer Größe und Infrastruktur erlaubt ebenfalls nur eine Grobeinschätzung: Auf den ersten Blick hat Münster hier die geringste PKW-Nutzung und im Umweltverbund die Nase vorn – doch die aktuellsten Zahlen wurden 2002 in Karlsruhe erhoben; die Daten aus Freiburg und Bonn sind 10 Jahre alt. Zeiträume also, in denen sich gerade im Verkehrsverhalten einiges ändern kann. Um diese Zahlen besser beurteilen zu können, hilft der Vergleich. Dabei stehen drei Quellen zur Verfügung: Abb. 7 Verkehrsmittelwahl Vergleich 1010 4. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? Dennoch gibt es Auffälligkeiten: An - derswo wird zwar viel weniger Rad ge - fahren, dafür aber weitaus mehr zu Fuß gegangen – Fußwege machen in den Vergleichsstädten den größten Anteil im Umweltverbund aus. Zudem wird dort der ÖV meist häufiger genutzt als in Münster. Ebenfalls bemerkenswert: Der Anteil der Mitfahrten im Auto liegt überall deutlich höher als bei uns. 1982 1990 1994 2001 2007 Kfz-Selbstfahrer 39,2 38,3 28,3 38,4 29,6 Kfz-Mitfahrer - - 9,0 2,1 6,7 Fuß 25,0 21,2 21,5 13,4 15,7 Fahrrad 29,2 33,9 31,7 35,2 37,6 Bus + Bahn 6,6 6,6 9,5 10,9 10,4 Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt erstmals eine signifikante Verände - rung in der Kfz-Nutzung: Der Anteil der Autonutzung hat sich meist um die 40% bewegt, 2007 ist er erstmals deutlicher gesunken. Interessant sind auch die allmählichen Verlagerungen innerhalb des Umweltverbunds: Zu Fuß werden heute 10% weniger Wege zurückgelegt – statt - dessen wird noch mehr Rad gefahren und für gut 4% mehr Wege Bus und Bahn genutzt. Zeitreihe der Verkehrsmittelwahl 114. Welche Verkehrsmittel nutzen die Münsteraner? 5. Wie oft sind die Münsteraner unterwegs? Nach den Verkehrsmitteln stehen nun die Wege im Fokus, die die Münsteraner zu - rücklegen: 3,80 sind es im Durchschnitt an einem Werktag – das ist mehr als in anderen Städten vergleichbarer Größe. In Karls - ruhe erledigten die Menschen 2002 nur 2,9 Wege, in Aachen und Bonn 3,3. Auch bundesweit sind es nur 3,2 Wege. Wie der Zeitreihenvergleich zeigt, waren die Münsteraner allerdings immer schon recht mobil: Von 3,47 Wegen in 1982 ha- ben sie sich stetig weiter gesteigert. Und im Innenstadtbereich liegt die Mobilität mit 3,9 Wegen noch höher als im Außen- stadtbereich (3,7 Wege pro Tag). Abb. 8 Wegehäufigkeit im Zeitvergleich 1212 5. Wie oft sind die Münsteraner unterwegs? Wegehäufigkeit nach Geschlecht und Alter Die Münsteranerinnen legen im Schnitt fast 4, die Männern gut 3,6 Wege zurück: Weshalb und wohin Frauen häufiger unterwegs sind, darüber wird später die Reisezweck-Untersuchung Aufschluss geben. Abb. 9 Einwohner- mobilität Der Blick auf die Altersgruppen zeigt zwischen 18 und 44 Jahren eine deutlich überdurchschnittliche Mobilität. Gut fünf Wege pro Tag legen die Menschen zwi - schen 25 und 44 Jahren zurück, das sind noch mehr als in der unternehmungslu - stigen Gruppe der jungen Erwachsenen bis 24. In den 20 Folgejahren bis zur Ren- te wird man offensichtlich etwas ruhiger; der Ruhestand hingegen trägt seinen Namen zu Unrecht: Denn ab 65 Jahren steigt die Mobilität wieder und liegt dem Durchschnittswert am nächsten. Knapp 80 Minuten Zeit kostet die Mobilität uns täglich. Das liegt unter dem Bundes- durchschnitt von 85 Minuten – und oben- drein schafft man in Münster in diesem Zeitraum mehr Wege. Der Zeitbedarf für die einzelne Strecke liegt in Münster bei 19 Minuten und damit in einem Rah - men, der auch in Freiburg (19,4), Aachen (20) und Bonn (20,3) ähnlich gemessen wurde. Abb. 10 Mobilität nach Altersgruppen Abb. 11 Zeitbudget 135. Wie oft sind die Münsteraner unterwegs? Zeitaufwand 6. Wie lange sind die Münsteraner unterwegs? 19 Minuten, das ist nur der gemittelte Zeitbedarf je Strecke: Aber wie sieht der Aufwand im Detail aus? Verkehrsmittel und Zeitaufwand 67 33 14 14 19 21 19 19 66 31 14 14 20 19 27 19 67 35 16 18 23 20 15 15 0 10 20 30 40 50 60 70 Bahn Bus Fahrrad Fuß Kfz-Mitfahrer Kfz- Selbstfahrer Mot. Zweirad Gesamt Minuten/Weg Gesamt Frauen Männer In der Bahn verbringt der Münsteraner im Schnitt knapp über eine Stunde; Bus - fahrten schlagen im Durchschnitt mit ei - ner guten halben Stunde zu Buche. (Bei beiden sind auch die Wege von und zur Haltestelle oder Bahnhof mit eingerech - net.) Die durchschnittliche Fahrradstrek- ke dauert 13,6 Minuten, zu Fuß ist man ähnlich lange unterwegs. Und für Wege mit Auto oder Motorrad sind um die 20 Minuten zu veranschlagen – inklusive der Wege vom und zum Parkplatz. Im Alter zwischen 25 und 65 Jahren ist man am längsten unterwegs, hier dauern die Wege fast eine halbe Stunde. Erstaunli- cherweise schaffen die 25- bis 44jährigen in dieser Zeit nur 5,7 km, während die Altersklasse darüber deutlich effizienter unterwegs ist: Mit gut zwei Minuten weni- ger Zeitaufwand kommen sie fast 10 km weit. Damit legen die 45- bis 65jährigen übrigens auch die mit Abstand weiteste Strecke zurück; alle anderen liegen näher am Schnitt von 6,9 km. Abb. 12 Wegedauer nach Verkehrsmitteln 1414 6. Wie lange sind die Münsteraner unterwegs? Verkehrsverteilung über den Tag nach Verkehrsmitteln 0 2 4 6 8 10 12 14 16 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Häufigkeit in Prozent Fuß Fahrrad Bahn und Bus Kfz Gesamt Tageszeit Um 5 Uhr morgens geht er los, der Berufsverkehr in Münster, und zwischen sieben und acht erreicht er seine Spitze: Dann finden 14% aller Bus- und Bahn - fahrten statt und zwischen 8% und 10% allen übrigen Verkehrsaufkommens. Auch gegen Mittag gibt es einen leichten Peak, ab 15 Uhr dann eine breite Nach - mittagsspitze. In Bussen und Bahnen bleiben die Höchstwerte jedoch deut - lich unter den Morgenzahlen. Bei den Autos ist das anders, hier sind gegen 18 Uhr wieder ähnlich viele unterwegs wie morgens zwischen sieben und acht Uhr – schon ab 15 Uhr wird es deut- lich voller auf den Straßen. Wer zu Fuß unterwegs ist, scheint das vor allem mittags um kurz vor 12 Uhr und gegen 17 Uhr am Nachmittag zu sein: Mit jeweils um die 10% des gesamten Fuß - verkehrs sind dies die „Rush-hours“ der Fußgänger – die tageszeitlichen Schwan - kungen sind in dieser Kategorie am ex - tremsten. Nach 20 Uhr sind die meisten mit dem Auto unterwegs, Fahrten um diese Zeit machen etwa 3% des Tagesaufkommens aus. Der ÖV erlebt ab 22 Uhr noch einen kleinen Aufschwung. Und zwischen 23 und 24 Uhr kehrt dann Nachtruhe ein auf Straßen, Schienen und Radwegen. Abb. 13 Ta- geszeitliche Verteilung nach Verkehrsmitteln 156. Wie lange sind die Münsteraner unterwegs? 67 33 14 14 19 21 19 19 66 31 14 14 20 19 27 19 67 35 16 18 23 20 15 15 0 10 20 30 40 50 60 70 Bahn Bus Fahrrad Fuß Kfz-Mitfahrer Kfz- Selbstfahrer Mot. Zweirad Gesamt Minuten/Weg Gesamt Frauen Männer 0 5 10 15 20 25 30 35 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Uhrzeit Häufigkeit in [%] Arbeit geschäftlich unterwegs Einkaufen Besorgungen (Arzt,Bank) Studium+Ausbildung Besuch Freizeit Bringen/Holen (zB Kinder) Die Verkehrsverteilung über den Tag nach Reisezwecken erlaubt einen interessanten Einblick in den Tagesablauf der Bürge - rinnen und Bürger. Erwartungsgemäß sind in den Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr die Strecken durch die Wege zu Schule oder Universität, Au sbildungs- oder Arbeitsplatz bestimmt; mehr als 50% der Fahrten werden zu diesen bei - den Zwecken unternommen. Die Bringe- fahrten der Eltern erreichen zu Schul - beginn um 8 Uhr ihren Höhepunkt, dann starten auch die geschäftlich bedingten Touren. Noch ein wenig später beginnen die Besorgungsfahrten der Bürger, um gemeinsam mit den Einkaufstouren ge - gen 10 Uhr den dann größten Teil der Fahrten zu bestimmen – die Anderen sind dann schon bei der Arbeit oder im Unterricht. Um die Mittagszeit herum sind nochmals rund 7% des Verkehrsaufkom - mens beruflich, 20% durch Studium und Ausbildung bedingt – während der letzt - genannte Anteil im weiteren Verlauf des Nachmittags rapide und kontinuierlich sinkt, zieht der Berufsverkehr in diesen Stunden nochmals an. Einkaufs- und Besorgungsfahrten gehen um die Mit - tagszeit zurück, um in den Nachmittags - stunden einen neuerlichen Höhepunkt zu erreichen – Einkaufsfahrten sind auch am frühen Abend noch ein wichtiges Fahrt - motiv. Die Hol- und Bringefahrten lassen einen Rückschluss auf den Aktivitäts - rhythmus der Kinder zu: Um 8 zur Schule, mittags zurück, zwischen 15 und 16 Uhr wieder los, und ab 18 Uhr starten dann die Abholfahrten. Und auch das Besuchs- und Freizeitverhalten spiegelt sich in den Daten wieder: Zur klassischen „Kaffee - zeit“ gegen 15 Uhr sind Besuchsfahrten häufige Reisezwecke. Die Freizeitfahrten beginnen verhalten bereits am frühen Nachmittag, um ab 19 Uhr gemeinsam mit den Besuchsfahrten das Verkehrsauf- kommen zu bestimmen. Und in den spä - teren Abendstunden gegen 22 Uhr enden dann auch die letzten Geschäftstermine. Abb. 14 Tageszeitliche Verteilung nach Reisezwecken Verkehrsverteilung über den Tag nach Reisezwecken 1616 6. Wie lange sind die Münsteraner unterwegs? 7. Welche Entfernungen legen die Münsteraner zurück? Verkehrsmittel Entfernung in [km] Bahn 33,67 Bus 7,46 Kfz 11,17 Mot. Zweirad 8,85 Fahrrad 3,4 Fuß 0,93 Gesamt 6,89 Wer mit der Bahn fährt, legt im Schnitt 33,7 km zurück, mit dem Auto sind es gut 11 km und mit dem Bus immerhin 7,5 km. Die durchschnittliche Distanz einer Rad - strecke in Münster liegt bei 3,4 km – und zu Fuß geht der Münsteraner im Mittel weniger als einen Kilometer. Verkehrsmittelwahl nach Entfernung Sieht man etwas genauer hin, zeigt sich, welche Verkehrsmittel in welchen Ent - fernungsklassen bevorzugt werden. Bis 6 km sind es die des Umweltverbunds, wobei mit jedem Kilometer die Bedeu - tung von Bus und Bahn steigt. Vom dritten bis zum zehnten Kilometer ver - liert das Fahrrad zwar kontinuierlich an Attraktivität, das allerdings auf hohem 60,8 12,7 8,0 5,2 3,9 26,7 58,5 61,7 44,6 38,9 31,1 29,5 29,0 25,8 20,7 16,2 2,4 7,3 9,2 11,0 13,6 18,6 17,9 20,6 20,0 8,4 8,3 19,9 10,1 21,5 21,2 39,2 43,6 49,1 50,8 50,4 54,2 70,4 75,5 78,3 1,91,1 0,5 1,7 0 - 1 1 - 2 2 - 3 3 - 4 4 - 5 5 - 6 6 - 7 7 - 8 8 - 9 9 - 10 10 - 20 > 20 km Prozent Fuß Fahrrad Bus und Bahn Kfz Niveau: Auf Strecken bis 20 km bleibt es stets wichtiger als der ÖV. Der wie - derum verzeichnet bei Entfernungen von 9 bis 20 km einen echten „Einbruch“ – erst ab 20 km konsolidiert er sich wieder auf 20%. Statt mit Bus und Bahn fahren die Münsteraner in der Mitteldistanz offenbar lieber Auto. Abb. 15 Verkehrsmittel nach Entfernungs- klassen 177. Welche Entfernungen legen die Münsteraner zurück? Schule/Ausbildung 4,4% Arbeit 20,8% Einkaufen/Bummeln 20,7%Besorgungen 10,1% Studium 9,1% Freizeit 15,6% Bringen/Holen 7,4%Besuch 8,7% geschäftlich unterwegs 2,4% Reisegeschwindigkeiten Verkehrsmittel Geschwindigkeit in [km/h] Bahn 37,3 Bus 12,5 Kfz 32,7 Mot. Zweirad 27,1 Fahrrad 16,3 Fuß 4,8 Gesamt 21,0 Innerorts Tempo 50? Von wegen: 21 km/h beträgt das durchschnittliche Reisetempo – und am schnellsten reist man mit der Bahn, die 37 km/h erreicht. Mit dem Auto schafft man 32,7 km/h, und mit dem Rad ist man ziemlich genau halb so schnell. Wegen der häufigen Stopps erreicht der Bus im Schnitt nur 12,5 km/h. 8. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? Abschließend stellt sich die Frage, weshalb die Münsteraner 3,8 Fahrten am Tag unternehmen: Wohin geht die Fahrt, und wie wirkt sich das auf die Verkehrsmittelnutzung aus? Neun Reisezwecke wurden abgefragt: Arbeiten und Einkaufen sind mit jeweils gut 20% die wichtigsten Gründe, sich auf den Weg zu machen. Insgesamt die - nen 34,3% des Verkehrs der Ausbildung, dem Studium oder der Arbeit. Einkaufen, Bummeln und Besorgungen machen weitere 30,8% aus. Und das letzte, knap- pe Drittel verbringt man mit der Fahrt zu Besuchen oder Freizeitvergnügen bzw. mit Hol- und Bringefahrten – deren Anteil ist mit 7% erstaunlich hoch. Geschäftlich veranlasste Wege hingegen machen nur 3,2% der Fahrten aus. Abb. 16 Reisezweck- verteilung insgesamt 1818 8. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? 198. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? Zur Arbeit kommen fast genauso viele Münsteraner mit Bus, Bahn und Fahrrad wie mit dem Auto. Zum Einkaufen geht jeder Fünfte zu Fuß. Für Besorgungen, Besuche und Bringefahrten ist das Auto recht wichtig, für den Weg zu Schule, Uni oder Ausbildungsstelle erwartungsgemäß Abb. 17 Verkehrsmittel nach Reise- zwecken Welche Verkehrsmittel für welchen Zweck bevorzugt werden jedoch kaum ein Thema – hier liegt der Anteil des Umweltverbunds bei über 90%. Das Fahrrad ist für alle Reisezwecke ein ähnlich beliebtes Fortbewegungsmittel – einzig zum Geschäftstermin dominiert die Autonutzung. 6,9 6,4 21,0 16,7 6,0 18,3 22,7 13,0 14,5 33,2 19,0 38,1 31,8 62,6 51,7 39,8 32,8 32,4 12,4 8,2 9,3 12,9 22,6 18,6 5,6 10,0 47,5 66,4 31,6 38,5 8,8 11,5 31,8 44,3 50,6 2,6 Arbeit geschäftl. unterwegs Einkaufen Besorgen Schule Studium Freizeit Besuch Bringen/ Holen Prozent Fuß Fahrrad Bus und Bahn Kfz Schule/Ausbildung 4,4% Arbeit 20,8% Einkaufen/Bummeln 20,7%Besorgungen 10,1% Studium 9,1% Freizeit 15,6% Bringen/Holen 7,4%Besuch 8,7% geschäftlich unterwegs 2,4% Wohin geht’s mit dem Bus? Freizeit 9,7% Studium 18,6% Einkaufen 14,5% Arbeit 20,9% Besorgungen 13,5% Schule/Ausbildung 9,0% Bringen/Holen 1,8%Besuch 9,7% geschäftlich unterwegs 2,4% Auch mit dem Bus ist man eher selten zu geschäftlichen Zwecken unterwegs: Dafür aber sehr häufig zur Arbeit, fast ebenso oft zur Uni – und in 9% der Fälle geht’s in die Schule. Für Einkäufe und Der Vergleich zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen sind öfter mit Ein - kaufsfahrten beschäftigt, sie chauffieren häufiger die Kinder und sind seltener geschäftlich unterwegs. Vor allem aber bezieht sich bei ihnen nur jeder fünfte Weg auf die Arbeitsstelle. Bei den Männern ist es dagegen ein Drittel aller Fahrten. Für Freizeit-, Ausbildungs- und Besorgungs - fahrten sind beide Geschlechter ähnlich häufig unterwegs. Besorgungsfahrten nutzen ihn jeweils knapp 15%, für Besuche und Freizeitziele knapp 10%. Hol- und Bringedienste wer - den nur gelegentlich mit dem ÖV erledigt. Abb. 18 Reisezwecke im ÖV Abb. 19 Reisezweck- verteilung Frauen und Männer 2020 8. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? Geschlechtsspezifische Unterschiede 218. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? Abb. 20 Tages- aktivitäten Wohnen 68,3% Einkaufen 2,4% Arbeit 14,0% Ausbildung 5,2% Verkehr 5,3%Freizeit 4,8% Was macht man in Münster überhaupt im Laufe des Tages? In erster Linie: Wohnen, und weil das Schlafen direkt mit eingerechnet wurde, nimmt beides gut zwei Drittel der Zeit in Anspruch. Die 14% des Tages, die bei der Arbeit ver - bracht werden, nehmen sich dagegen recht überschaubar aus. Die Teilnahme am Verkehr beansprucht etwa ebenso viel Zeit, wie für Ausbildung oder Freizeit aufgebracht wird (um die 5%), und das ist durchaus erstaunlich. Einkaufen hingegen geht mit 2,4% deutlich schneller. Freizeit 9,7% Studium 18,6% Einkaufen 14,5% Arbeit 20,9% Besorgungen 13,5% Schule/Ausbildung 9,0% Bringen/Holen 1,8%Besuch 9,7% geschäftlich unterwegs 2,4% Wie lange welche Wege dauern 25 13 17 13 19 21 17 19 31 Arbeit geschäftl. unterwegs Einkaufen/ Bummeln Besorgungen Schule/ Ausbildung/ Studium Freizeit Besuch Bringen/ Holen Gesamt Minuten Der Weg zur Arbeit dauert im Schnitt 25 Minuten, und wenn man geschäftlich unterwegs ist, kostet das im Mittel eine halbe Stunde Zeit. Zum Ausbildungsort und zum Einkaufen kommt man deutlich schneller; beides dauert nur 13 Minuten. Die Dauer der anderen Wege – Besorgun- gen, Bringe- und Holfahrten, Besuche, Freizeitfahrten – bleiben recht nah am Mittelwert von 19 Minuten. Abb. 21 Wegedauer nach Reise- zwecken Wie weit fährt man wofür? Die weitesten Strecken werden zur Arbeit zurückgelegt: Bei den Strecken über 20 km dominiert der beruflich motivierte Verkehr mit über 61%. Die Ausbildung hingegen erfordert selten Anfahrten über 10 km, noch seltener über 20 km Länge. Und Einkaufsfahrten haben bei Entfer - nungen über 20 km nur noch eine sehr untergeordnete Bedeutung. Abb. 22 Reisezwecke nach Entfer- nungen 2222 8. Wohin sind die Münsteraner unterwegs? 239. Zusammenfassung 3,8 Wege legen die Menschen in Münster durchschnittlich am Tag zu - rück – mehr als in vergleichbaren Städten und im Bundesdurchschnitt. Der gesamte Zeitaufwand für Wege ist mit 80 Minuten allerdings trotz - dem nicht höher als anderswo. Die einzelne Strecke kostet im Schnitt 19 Minuten Zeit. Fast 20% der Haushalte in Münster kommen ohne Auto aus, ohne Fahr- rad hingegen nur 4%: Kein Wunder, ist doch das Rad auf durchschnitt- lich 37,6% aller Wege das Verkehrsmittel der Wahl. Am häufigsten wird es für Strecken bis 3 km genutzt, doch auch von den längeren Strecken werden bis 8 km gut 30%, bis 20 km immer noch 16,2% per Leeze bewältigt. Der Nahverkehr erreicht trotz des hohen Fahrradanteils ein beachtliches und konstantes Niveau – bei den 18- bis 24jährigen fast 20%, sonst um die 10%. Nur zu Fuß geht man in Münster deutlich we - niger als anderswo. Insgesamt werden zwei Drittel der Wege in Münster mit den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes zurückgelegt: ein auch im Vergleich durchaus vorbildlicher Wert. Natürlich ist das Auto trotz einer durchschnittlichen Nutzung für „nur“ 36,3% aller Fahrten nach wie vor ein wichtiges Verkehrsmittel; für die 25- bis 65jährigen sogar mit Abstand das Wichtigste: 45% ihrer Strecken fahren sie im PKW, und sie sind auch am längsten und weitesten unterwegs. Dazu tragen die Fahrten zur Arbeitsstelle bei, die im Schnitt 25 Minuten dauern und zudem das Gros der Touren über 20 km ausmachen. Seinen Höhepunkt erreicht der motorisierte Verkehr in der Morgen- und Nachmittagsspitze, zwischen sieben und acht sind ähnlich viele Autos unterwegs wie gegen 18 Uhr. Die Busse sind zwi - schen sieben und neun Uhr am vollsten, nachmittags entzerrt sich die Auslastung. Der Vergleich zwischen Männern und Frauen zeigt keine unerwarteten Auffälligkeiten; Frauen nutzen etwas häufiger die Verkehrsmittel des Um- weltverbundes, machen weniger berufsbedingte und dafür mehr Ein - kaufs-, Hol- und Bringefahrten. Interessanter ist da der Altersvergleich, der eine erstaunliche Mobilität bei den Seniorinnen und Senioren belegt – sie sind häufiger „auf Achse“ als die Altersklasse der 45- bis 65jährigen, viel zu Fuß (20,4%) und noch mehr mit dem Fahrrad unterwegs (32,3%). 9. Zusammenfassung 2424 25 Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung ISSN 0933-9078 TITEL Heft Nr. Verkehrsuntersuchung Roxel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/90 Gutachten Hauptbahnhof / Ostseite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/90 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1990. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/90 Der Grundstücksmarkt in Münster im Jahre 1989 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4/90 Städtebaulicher Rahmenplan Hafen / Halle Münsterland, Vorentwurf. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/91 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1991. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/91 Strukturverbesserungen am Hauptbahnhof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/91 ÖPNV – Förderprogramm Münster 1991 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4/91 Programm fahrradfreundliche Stadt Münster / Begleituntersuchungen: Radfahrer in unechten Einbahnstraßen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/92 Verkehrsmittelwahl im Berufsverkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/92 Zeitbudget und Verkehrsteilnahme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/92 Verkehrsmittelwahl im Einkaufsverkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4/92 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1992. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5/92 Zentrumsplanung Mecklenbeck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/93 Fahrradstraße Schillerstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/93 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1993. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/93 Parkraumuntersuchung Altstadt / Hauptbahnhof Münster/Westf. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/94 Werkstattbericht Stadtentwicklung Münster 2010, Materialien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/94 Dokumentation Kongress „Neue Wege für das Rad“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/94 Radverkehr in Fußgängerzonen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4/94 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1994. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5/94 Verkehrsbericht Münster 1993. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6/94 Verkehrsmittelwahl und ÖPNV-Akzeptanz der Studierenden in Münster. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7/94 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1995. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/95 Programm fahrradfreundliche Stadt Münster / Begleituntersuchung: Gemeinsame Benutzung von Sonderfahrstreifen durch Bus- und Radverkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/95 Haushaltsbefragung Münster 1994, Zeitbudget und Verkehrsteilnahme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/95 Wohnungsbau und Eigenheimbau Wohnwünsche von Wohnungssuchenden und Bauwilligen. . . . . . . . . . . . . . 4/95 Parkraumuntersuchung im Universitätssektor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster . . . . . . . . . . . . . 1/96 Optimierung für den Radverkehr an Lichtsignalanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/96 Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur im Universitätsbereich/Innenstadtbereich Münster . . . . . . . . . . . . . 3/96 mensch.mobil ´96 Forum für humane Mobilität. Kongressdokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/97 Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung – von Rio über Istanbul zur lokalen Agenda . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/97 Zeitstrukturen und Stadt. Das Zeitprofil von Münster – Chance für eine nachhaltige Entwicklung!?. . . . . . . . . . . 1/98 Untersuchung zu Bündelungspotentialen im Wirtschaftsverkehr des Dienstleistungssektors zum Aufbau einer Branchenlogistik in Münster. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/98 Erster Nahverkehrsplan Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/98 Entwicklungskorridor Hauptbahnhof / Albersloher Weg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/99 Funktionale Stärkung von Stadtteilzentren in Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/99 Neues Wohnen im Bestand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2000 Regionaler Wohnungsmarkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/2000 Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung von mobilé – Wahrnehmung und Bewertung der Mobilitätszentrale Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/2000 Großflächiger Einzelhandel in Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4/2000 Wohnbaulandentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2001 Verkehrsbild Münster 2001 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2003 Lokale Agenda – Nachhaltigkeitsbericht 2001 / 2002 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/2003 Einzelhandelskonzept Münster – Leitlinien der räumlichen Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2004 Betriebliches Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2005 Wohnbaulandentwicklung 2005. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2/2005 2. Nahverkehrsplan Stadt Münster. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2006 Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner – Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2008
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Rheinstraße 2
- Albersloher Weg
- Schillerstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0778/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.09.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37