Mandari Insight

AHI/0001/2026

Gesundheit für alle-Sicherung der allgemeinmedizinischen Versorgung und Aufbau eines Gesundheitskiosks/ Stadtteilgesundheitszentrums, insbesondere in Berg Fidel

Anregung BV Hiltrup an die Verwaltung 18.02.2026

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Hiltrup, Sitzung am 26.02.2026, TOP 6.6

Anregung der Bezirksvertretung Hiltrup an die Verwaltung der Stadt Münster

· application/pdf

Ansehen

Anregung der Bezirksvertretung Hiltrup an die Verwaltung der Stadt Münster

6818 Zeichen

Anregung der Bezirksvertretung Hiltrup an die 
Verwaltung der Stadt Münster 
Gesundheit für alle – Sicherung der allgemeinmedizinischen Versorgung und Aufbau 
eines Gesundheitskiosks / Stadtteilgesundheitszentrums, insbesondere in Berg Fidel 
 
Beschlusspunkte 
1. Sachstandsbericht zur allgemeinmedizinischen Versorgung 
Die Verwaltung wird beauftragt, von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-
Lippe (KVWL) einen Sachstandsbericht zur Sicherstellung der 
allgemeinmedizinischen Versorgung in Berg Fidel zu fordern. 
Dabei ist die KVWL auf ihre gesetzliche Sicherstellungsverantwortung gemäß § 75 
SGB V hinzuweisen. Zugleich ist deutlich zu machen, dass eine formale 
Überversorgung eines Planungsbereichs – wie der Stadt Münster – das Entstehen 
tatsächlicher lokaler Versorgungslücken nicht rechtfertigt. 
Die KVWL ist aufzufordern, 
o die Versorgungslage transparent und differenziert auf Stadtteilebene zu prüfen, 
o drohende lokale Versorgungslücken frühzeitig zu kommunizieren sowie 
o geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung zu entwickeln und 
umzusetzen, 
insbesondere vor dem Hintergrund der unmittelbar bevorstehenden Versorgungslücke 
in Berg Fidel. 
Im Weiteren ist darzulegen, welche Kapazitäten und Erreichbarkeiten zu einer 
alternativen hausärztlichen Versorgung im Umfeld des Stadtteils Berg Fidel 
vorhanden sind.  
Konzept für einen Gesundheitskiosk / ein Stadtteilgesundheitszentrum 
Die Bezirksvertretung Hiltrup regt an, unter Berücksichtigung des Antrags an den Rat 
der Stadt Münster Nr. A-R/0028/2022 ein Konzept zur Einrichtung und einer 
möglichen Finanzierung eines Gesundheitskiosks bzw. eines Stadtteilgesundheits-
zentrums in Berg Fidel zu erstellen. Prüfenswert ist auch ein mobiler Ansatz, der auf 
andere Stadtteile übertragbar wäre. 
Die Vorlage eines Konzeptes wäre zum 3. Quartal 2026 wünschenswert.

Begründung 
1. Sicherung der allgemeinmedizinischen Versorgung – insbesondere in 
Berg Fidel 
Die hausärztliche Versorgung ist die zentrale erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. 
Sie ist insbesondere für ältere Menschen, chronisch Erkrankte sowie sozial 
benachteiligte Bevölkerungsgruppen von grundlegender Bedeutung. In Stadtteilen mit 
besonderen sozialen Herausforderungen wie Berg Fidel kommt ihr eine herausragende 
Rolle zu, da hier der Unterstützungsbedarf häufig erhöht ist und gleichzeitig 
Zugangsbarrieren zum Gesundheitssystem besonders stark wirken. 
In Berg Fidel ist absehbar, dass sich die allgemeinmedizinische Versorgung in naher 
Zukunft erheblich verschlechtern wird. Die derzeitige hausärztliche Praxis – die 
einzige fußläufig erreichbare hausärztliche Anlaufstelle im Quartier – wird zum 31. 
März 2026 schließen. Als Gründe für die Aufgabe des Standortes wurden seitens der 
KVWL eine geringe Patientenzahl sowie eine wirtschaftliche Unrentabilität benannt. 
Nach Kenntnis der Bezirksvertretung Hiltrup liegen derzeit keine Bewerbungen auf 
den ausgeschriebenen kassenärztlichen Sitz vor, die sich auf den Standort Berg Fidel 
beziehen. 
Alternative hausärztliche Praxen in anderen Stadtteilen sind für viele Menschen nur 
eingeschränkt erreichbar – insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, 
Menschen mit geringem Einkommen oder mit sprachlichen Barrieren. Ohne eine 
hausärztliche Praxis vor Ort besteht zudem die begründete Sorge, dass auch die 
Apotheke im Stadtteil perspektivisch nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann, 
was die Versorgungslage weiter verschärfen würde. 
Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch in anderen Stadtteilen ab. So ist bekannt, 
dass beispielsweise in Coerde in den kommenden Jahren mehrere kassenärztliche Sitze 
frei werden. Diese Entwicklung ist insgesamt als äußerst besorgniserregend 
einzuschätzen. Vor diesem Hintergrund sind kurzfristig tragfähige Lösungen für Berg 
Fidel zu entwickeln; zugleich muss das Thema seitens der KVWL grundsätzlicher und 
strategischer betrachtet werden. 
Die Einstufung des Planungsbereichs Münster als formal überversorgt bildet die 
tatsächliche Versorgungssituation in einzelnen Stadtteilen wie Berg Fidel nicht 
hinreichend ab. Lokale Versorgungslücken können trotz rechnerischer 
Überversorgung entstehen und führen faktisch zu einer Unterversorgung der 
betroffenen Bevölkerung. Eine verlässliche Sicherstellung der hausärztlichen 
Versorgung erfordert daher eine differenzierte Betrachtung auf Stadtteilebene sowie 
ein frühzeitiges Gegensteuern bei absehbaren Versorgungsengpässen. 
Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, die KVWL im Rahmen ihrer gesetzlichen 
Sicherstellungsverantwortung frühzeitig einzubinden und konkrete Maßnahmen zur 
Aufrechterhaltung und Stabilisierung der hausärztlichen Versorgung in Berg Fidel 
sowie in weiteren Stadtteilen mit besonderem Handlungsbedarf einzufordern. Hier 
sind kreative und wirksame Lösungen gefragt. 
Best-Practice-Beispiele aus anderen Städten können dabei als Orientierung dienen. So 
wurden in anderen Kommunen Anpassungen der Planungs- und Steuerungsstrukturen 
vorgenommen, um lokale Versorgungsbedarfe besser abzubilden. Berlin hat 
beispielsweise sein System neu strukturiert, um lokale Ungleichheiten zu reduzieren. 
Solche Ansätze sind auch für Münster – in angepasster Form – zu prüfen.

2. Warum ein Gesundheitskiosk / ein Stadtteilgesundheitszentrum? 
Mit dem Antrag an den Rat der Stadt Münster (Nr. A-R/0028/2022) wurde bereits das 
Ziel formuliert, niedrigschwellige und quartiersnahe Gesundheitsangebote 
insbesondere in Stadtteilen mit besonderem Handlungsbedarf zu stärken. Der 
vorliegende Antrag knüpft an diese Zielsetzung an und konkretisiert sie vor dem 
Hintergrund der sich zuspitzenden Versorgungslage in Berg Fidel. 
Gesundheitskioske bzw. Stadtteilgesundheitszentren können die hausärztliche 
Versorgung nicht ersetzen, stellen jedoch eine wichtige ergänzende Struktur dar. Sie 
bieten Orientierung im Gesundheitssystem, verbessern den Zugang zu 
Gesundheitsinformationen, Prävention und Beratung und können bestehende 
Versorgungslücken abfedern. 
Gerade in sozial benachteiligten Quartieren wie Berg Fidel ermöglichen solche 
Angebote, Zugangsbarrieren abzubauen, vulnerable Gruppen gezielt zu erreichen und 
die gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern. Gleichzeitig können sie die 
Attraktivität des Standorts für ärztliche Interessentinnen und Interessenten erhöhen 
und damit indirekt zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung beitragen. 
  
 
CDU   Bündnis90 / Die Grünen SPD   FDP 
Astrid Bühl   Christiane Schwab  Annette Ulrich  Klaus Theißing 
Nicolas Fell   Carsten Peters   Emily Zlateva  Volt 
Sebastian Lieske  Petra Gericke   Friedhelm Schade Martin Grewer 
Götz Raisner   Dr. Hauke Enno Helling     Die Linke  
Franjo Stemmer         Andreas Harms 
Jürgen Krichel           
Melanie Haider           
Mark Lütke Schürmann

Beratungsverlauf (1)

26.02.2026 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 6.6 Anregung
Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AHI/0001/2026
Typ
Anregung BV Hiltrup an die Verwaltung
Datum
18.02.2026
Erstellt
18.02.2026 08:57