Mandari Insight

1057/2023

Mitteilung zur Bürgereingabe nach § 24 GO NRW - "Schutz unserer Kinder", AZ.: 192/22

Mitteilung BV 29.03.2023

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung 3 (Lindenthal), Sitzung am 08.05.2023, TOP 11.3.5

Anlage 2 Antwortschreiben

· application/pdf

Ansehen

Mitteilung BV

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1 Eingabe

· application/pdf

Ansehen

Anlage 2 Antwortschreiben

5661 Zeichen

Die Ämter und Dienststellen der Stadtverwaltung finden Sie unter www.stadt-koeln.de. Fragen zu den 
Dienstleistungen der Stadt Köln beantwortet Ihnen montags - freitags von 7 - 18 Uhr das Bürgertelefon unter der 
einheitlichen Behördenrufnummer 115 oder 0221/221-0 
/ 2 
Stadt Köln, 02-1-4, 50605 Köln 
Bürgeramt Innenstadt 
Anregungen und Beschwerden an Rat und 
Bezirksvertretungen  
Bezirksrathaus Innenstadt 
Ludwigstraße 8, 50667 Köln  
www.stadt.koeln 
Auskunft  
Frau Shepperson, Zimmer 507  
T: 0221 221-22072, F: 0221 221-6569933  
geschaeftsstelle-anregungen-beschwerden@stadt-
koeln.de 
Sprechzeiten  
Montag bis Freitag : 08.00 bis 12.00 Uhr 
und nach Vereinbarung 
 
Ihr Schreiben Mein Zeichen Datum 
 192/23 27.02.2023 
Bürgereingabe nach § 24 GO– „Schutz unserer Kinder“ Aktenzeichen 192/22 B 
 
Sehr geehrter, 
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 10. November 2022. Sie schlagen vor, an allen 
Spielplätzen, Schulen und Kindertageseinrichtungen in Köln-Sülz Messungen der 
Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerte vorzunehmen. Werden die von der WHO in 2021 
empfohlenen Grenzwerte überschritten, so sollen die Straßen für den motorisierten, 
dieselbetriebenen Verkehr gesperrt werden.  
Ihr Schreiben wurde durch mehrere Fachämter geprüft. Grundsätzlich wird ein Kon-
zept, das die Luftwerte im gesamten Stadtgebiet inklusive der Spiel- und Aktionsflä-
chen für Kinder und Jugendliche verbessern soll, begrüßt. 
Die Überwachung der Luftqualität in Köln erfolgt durch das Landesamt für Natur, Um-
welt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW). Auf Kölner Stadtgebiet wird die 
Luftqualität mit insgesamt 16 Passivsammlern und vier kontinuierlich betriebenen 
Messstationen überwacht. Damit liegt eine gute Kenntnis der Luftqualität im Stadtge-
biet vor. Um Luftimmissionen fernab der Messstellen zu bewerten, werden außerdem 
Luftschadstoffmodellierungen vorgenommen, 
Aktuell werden die Grenzwerte für die Luftschadstoffe NO2, PM10 und PM 2,5 deut-
lich eingehalten. Seit mehreren Jahren ist eine kontinuierliche Abnahme der Luft-
schadstoffbelastung festzustellen. Ein Vergleich mit den Empfehlungen der WHO 
ergibt, dass die strengen Luftqualitätsleitziele und die empfohlenen Zwischenziele, 
teilweise heute schon an stark belasteten Straßenabschnitten eingehalten werden. 
Dies zeigt die folgende Grafik am Beispiel von Feinstaub (PM10):

- 2 - 
/ 3 
 
 
Die Messung von Ultrafeinstaub wird derzeit vorwiegend aus wissenschaftlichem Inte-
resse in Begleitung von Forschungseinrichtungen und Landesumweltämtern betrie-
ben. Aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen existiert derzeit kein Vergleichswert, 
der eine Beurteilung der durch eine neue, eigene Messstation gewonnenen Daten er-
möglichen würde. Für die Einrichtung und jährliche Analytik einer solchen Dauermess-
station müssten ca. 200.000,- Euro für Anschaffung, Wartung und laufende Kosten 
veranschlagt werden. Die zusätzliche Errichtung von Luftmessgeräten für Stickstoffdi-
oxid sowie Feinstaub PM 2,5 und PM 10 im straßenseitigen Außenbereich von Spiel-
plätzen, Schulen und Kitas in Köln-Sülz bedeutet somit einen nicht leistbaren finanzi-
ellen und auch organisatorischen Aufwand. 
Inwieweit die WHO-Empfehlungen in EU-Recht und in die Bundesgesetzgebung auf-
genommen werden, kann noch nicht abgesehen werden und bleibt abzuwarten. Der 
Verwaltung liegen daher keine Hinweise vor, welche die Forderung zusätzlicher Mess-
punkte gegenüber dem Land rechtfertigen würden. 
Aufgrund der fehlenden Aussagekraft und der Kosten beabsichtigt die Umweltverwal-
tung nicht, neben dem Messnetz des Landes, ein städtisches Messnetz oder eine 
Dauermessstelle für Luftschadstoffe einzurichten. 
Die Messwerte des LANUV NRW können über den folgenden Link eingesehen wer-
den: 
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/berichte-und-trends 
Für die Forderung „bei einer dreitägigen Mittelwertüberschreitung der Grenzwerte 
nach WHO-Empfehlung 2021, die jeweils angrenzenden Straßenbereiche für den die-
selbetriebenen Pkw-Verkehr direkt zu sperren“ existiert keinerlei Rechtsgrundlage.

- 3 - 
 
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie und das Amt für Verkehrsmanagement haben 
sich auch mit Ihrer Anregung befasst und teilen mit, dass Luftwerte gesamtstädtisch 
zu sehen sind - im gesamten Stadtgebiet leben Kinder und halten sich dort auf. Das 
Sperren von Straßen hat zur Folge, dass längere Wege gefahren werden müssen und 
Staus, bei dem ohnehin schon großen Verkehrsaufkommen, entstehen. Hierdurch 
wiederum werden erhebliche Mehrabgase freigegeben, die sich auf das gesamte 
Stadtgebiet auswirken. Es würde lediglich eine Verlagerung passieren, jedoch nicht 
eine Verbesserung. 
Zudem wäre bei Sperrungen der Öffentliche Personennahverkehr (Busse und Bah-
nen) betroffen, so dass gegebenenfalls auch dieser eingestellt werden würde. 
Dadurch wären einige Personen gezwungen anstatt des Öffentlichen Personennah-
verkehrs wieder den privaten Pkw zu nutzen.  
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte. Sollten Sie 
noch Fragen haben, können Sie sich gerne direkt an das Umwelt- und Verbraucher-
schutzamt, Herrn Hartwig unter Telefonnummer: 0221-221/22749 oder per E-Mail: 
umwelt-verbraucherschutz@stadt-koeln.de wenden. 
Die Bezirksvertretung Lindenthal erhält eine Mitteilung Ihrer Bürgereingabe sowie die-
ses Antwortschreiben. 
Sollten Sie eine Beratung der Angelegenheit in der Bezirksvertretung Lindenthal wün-
schen, teilen Sie dies bitte der Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden an 
Rat und Bezirksvertretungen, geschaeftsstelle-anregungen-beschwerden@stadt-
koeln.de mit. 
Mit freundlichen Grüßen 
Im Auftrag 
 
gez. Dr. Ulrich Höver

Mitteilung BV

384 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
I/02/02-1 
 
Vorlagen-Nummer 
 1057/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 08.05.2023 
 
Mitteilung zur Bürgereingabe nach § 24 GO NRW - "Schutz unserer Kinder", AZ.: 192/22 
Die Bürgereingabe und das Antwortschreiben werden der Bezirksvertretung Lindenthal hiermit 
zur Kenntnis gegeben. 
 
gez. Dr. Ulrich Höver

Anlage 1 Eingabe

38167 Zeichen

Anregung nach 824 GO NRW - Schutz unserer Kinder 10.11.2022

Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin Weitekamp,

sehr geehrte Damen und Herren in der Bezirksvertretung Lindenthal,

Kinder sind die zukünftigen Erwachsenen von morgen, Schädigungen ihrer in Wachstum und Reifung
befindlichen Organe können teilweise zeitlebens nicht mehr wettgemacht werden. Diese Aussagen
gelten in Kenntnis zahlreicher Untersuchungen in den vergangenen Jahren, viele davon sind in der
WHO-Publikation „Luftverschmutzung und Kindergesundheit“ vom Oktober 2018 (!) erfasst und
damit seit Jahren bekannt. Studien mit Kindern belegen z.B., dass schon NO2-Konzentration größer
20 ug/m? in der Außenluft zu vermehrten Hospitalisierungen wegen schweren unteren
Atemwegsinfektionen führen, die Folgeerkrankungen der Lunge und Atemwege verursachen. Zudem
erhöht die Exposition mit Luftschadstoffen das Risiko von Kindern, Asthma zu entwickeln.

Leider orientieren sich die gesetzlichen Richtwerte noch immer an veralteten Werten (siehe Anlage
1), welche die Gesundheit aller (jungen) Kölner:innen gefährden. Natürlich hätte jede Kommune
schon seit Jahren die Möglichkeit aktiver gegen diese bekannte Gesundheitsgefährdung unserer
Kinder vorzugehen, aber wir wissen ja, wie das läuft, da wird nur das Notwendigste und nicht das
Sinnvollste unternommen.

Da ich der festen Überzeugung bin, dass wenigstens für die Bezirksvertretung Lindenthal die
Gesundheit ihrer (jungen) Bürger:innen oberste Priorität besitzt, rege ich daher an:

Die Bezirksvertretung Lindenthal möge beschließen, dass im ersten Schritt alle Spielplätze, Schulen
und Kitas in Köln-Sülz zeitnah mit Messgeräten für Stickstoffdioxid sowie Feinstaub PM 2,5 und PM
10 im straßenseitigen Außenbereich ausgestattet werden und bei einer dreitägigen Mittelwert-
Überschreitung der Grenzwerte nach WHO-Empfehlung 2021, die jeweils angrenzenden
Straßenbereiche für den dieselbetriebenen Pkw-Verkehr direkt gesperrt werden. Eine Aufhebung der
Sperrung kann wieder erfolgen, wenn der dreitägige Mittelwert die Grenzwerte nach WHO-
Empfehlung 2021 unterschritten ist.

Die Gesundheit der Kinder (aber auch aller Bürger:innen) bedankt sich für ihre weise
Beschlussfindung. Zwei allgemein verständliche Fachartikel zur Problemstellung füge ich der
Anregung noch an.

Mit freundlichen Grüßen

Anlage 1

Neue WHO Leitlinien (Jahresmittel-Werte)

Luftschadstoff WHO 2005 WHO 2021 EU-Grenzwert

Stickstoffdioxid 40 ug/m? 10 ug/m? 40 ug/m?

PM2,5 10 ug/m? 5 ug/m? 25 ug/m®

PM1O 20 ug/m? 15 ug/m? 40 ug/m?

Pädiatrische Allergologie » 04/2018 » Weitere Themen 37

UMWELTMEDIZIN

Feine und ultrafeine Stäube beeinflussen
wesentlich die Kindergesundheit (Teil 1)

Thomas Lob-Corzilius, Osnabrück

In der von unterschiedlichen Medien rezipierten Pressemitteilung der GPA vom Mai 2017 (‚Kinderärzte und Umweltmediziner fordern
strikte Einhaltung der EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid“ [2]) wurde v. a. auf die Bedeutung der verkehrshedingten Emissionen
für die Kindergesundheit verwiesen. Dieser Artikel befasst sich nun ausführlicher mit den physikochemischen und (patho-)physiologi-
schen Grundlagen der Feinstäube und ultrafeinen Partikel. Er lenkt ferner die Aufmerksamkeit auf andere Feinstaubquellen wie Ammoni-
ak, aber auch Silvesterfeuerwerke, die ebenfalls einen bedeutsamen Beitrag zur Luftschadstoffbelastung national, aber auch europaweit
leisten. In der kommenden Ausgabe sollen dann die gesundheitlichen Auswirkungen sowie weitere, sinnvolle Minimierungsstrategien

diskutiert werden.

Was ist Feinstaub?

Feinstaub besteht aus einem komple-
xen Gemisch fester und flüssiger Parti-
kel unterschiedlicher Größe und Stoffe.
Feinstaub ist ubiquitär verbreitet und
hat teilweise natürliche Quellen wie Pol-
len, Insektenbestandteile, Mineralien
und aufgewirbelten Sand, z.B. aus der
Landwirtschaft, aber auch aus Wüsten

Abbildung 1.3 adınaclie
schiedlichen Quellen

ländlicher Hintergrund
städtisch verkehrsnah
\ städtischer Hintergrund

BE

stammend. Andere Anteile kommen aus
Verbrennungsprozessen und Transport
in Verkehr, Industrie und Haushalt wie
Ruß, Reifen- und Bremsabrieb, Metalle
und Salze.

Entstehen die Partikel durch gasförmige
Vorläufersubstanzen wie z.B. dem Am-
moniak, werden sie als sekundäre Fein-
stäube bezeichnet. Mehr als zwei Drittel

: lausunter-

mit frdl. Genehmigung des Umweltbundesamts, modifiziert nach [3]

D

aller Feinstäube sind sekundärer Natur.
Landwirtschaftliiche Emissionen ma-
chen mit ca. 40% den höchsten relativen
Anteil an der Feinstaubbelastung aus.
Dies wird im Jahresmittel als sog. Hinter-
grundbelastung bezeichnet (Abb. 1).

In wissenschaftlichen Publikationen

werden Feinstäube unterteilt in:

! Lungengängige Stäube mit einer Grö-
Be bis zu 10 um (PM 10), entsprechend
der Größe einer Zelle; sie werden als
Feinstäube bezeichnet,

I Partikel bis zu 2,5 um (PM 2,5), ent-
sprechend der Größe eines Bakte-
riums, werden als Feinststäube be-
zeichnet. Feinststäube können bis in
die terminalen Bronchien und Alveolen
inhaliert werden.

I Schließlich werden noch die ultrafei-
nen Partikel (UFP) mit einer Größe bis
zu 0,1 um (PM 0,1) unterschieden; dies
entspricht in etwa der Größe von Viren
oder noch kleiner. Die UFP's werden
über das alveolokapilläre Interstitium
in die Blutbahn aufgenommen, über
den Kreislauf verteilt und können
somit systemisch wirksam werden.
Möglicherweise sind sie auch in der
Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu über-
winden.

38 Pädiatrische Allergologie » 04/2018 » Weitere Themen

Grenzwerte und Mess-
verfahren

Zum Schutz der menschlichen Gesund-
heit gelten seit dem 1. Januar 2005 für
die europäische Union für die Feinstaub-
fraktion bis PM 10 ein Tagesgrenzwert
von 50 uıg/m?, der nicht öfter als 35-mal
im Jahr überschritten werden darf sowie
ein zulässiger Jahresmittelwert von 40
g/m®. Für die noch kleineren Partikel
PM 2,5 ist seit 1. Januar 2015 ein Zielwert
von 25 ug/m? im Jahresmittel verbind-
lich einzuhalten, ab dem 1. Januar 2020
dürfen die PM 2,5-Jahresmittelwerte
den Wert von 20 ug/m? nicht mehr über-
schreiten.

Die von der WHO schon seit Jahren emp-
fohlenen Richtwerte liegen mit 20 g/m?
für PM 10 und mit 10 ug/m? für PM 2,5
nur bei der Hälfte der Grenzwerte der eu-
ropäischen Union!

Gemessen wird das Gewicht auf Filtern
bezogen auf die Partikelgröße pro m?

Luft. Gegenüber 10 um Partikeln sind
bei gleichem Gewicht >50-mal mehr Teil-
chen mit einer Größe von 2,5 um in der
Luft pro m®, von den ultrafeinen Partikeln
(PM 0,1) sind sogar 10.000-mal mehr.
Entscheidend ist aber deren reaktive
Oberfläche, an die eine Vielzahl toxischer
und auch karzinogener Substanzen wie
die Polyzyklischen Aromate (PAK: Ben-
zol, Phenol etc.) andocken und damit in
den Körper gelangen können. Primäre
UFP's haben eine kurze Lebensdauer
(Minuten bis Stunden) und bilden über
Koagulations- und/oder Kondensations-
reaktionen rasch größere, komplexe Ag-
gregate bis etwa 1 tm. Sie befinden sich
im Allgemeinen in frischen Emissionen
aus Verbrennungsprozessen wie Kraft-
fahrzeugabgasen und photochemischen
Reaktionen in der Luft [5].

Stickoxide, Feinstaub und
UFP

Die wachsende Bedeutung von Feinstaub
und UFP's im Gemisch verkehrsabhängi-

Vergleichsmessungen NOx Dresden Schlesischer Platz (29.01.-05.02.2007)

30.000 ——— — 350 |]
— UFP 20-500 nm
25.000. | Nox 300
% |
© 20000. — —— "
5 |
5 |* | 200 9
E 15.000
S | 1
S | 150 =,
Se | °
5. 10.000 -
E | 0 =
&
5.000 150
ea u ED. ann
Mo. Di. Mi. Do. Fr. Sa. So. Mo.
29.01 30.01 31.01 01.02 02.02 03.02 04.02 05.02
maszen Freistaat 5 Sachsen a ern le

Süchsisches Landesamt für Umwelt und Geologie

mit frdl. Genehmigung von Dr. Holger Gerwig, jetzt beim Umweltbundesamt.

ger Luftschadstoffe wird auch durch die
aktuelle Diskussion um die gesundheit-
lichen Wirkungen von Stickoxiden (NO;)
deutlich. Wissenschaftlich wird intensiv
die Frage diskutiert, inwieweit diese dem
NO, als Gas alleine zuzuschreiben sind
oder ob NO, nicht vielmehr als gut mess-
barer und wesentlicher Indikator für ein
Gemisch verkehrsabhängiger Luftschad-
stoffe, wie ultrafeine Partikel, Ruß (ele-
mentarer Kohlenstoff), PAK etc. dient.

Illustriert wird diese Hypothese z.B.
durch Luftschadstoffmessungen, die im
Rahmen des UFIPOLNET-Projekts mit
dem Ziel einer Dauermessung von Ultra-
feinstaubpartikel-Größenverteilungen in
Dresden erfolgten [6] (Abb. 2). In der Gra-
fik wird eine gute Korrelation zwischen
Stickoxiden (NO,) und der Anzahl ultra-
feiner und feiner Partikel für eine Mes-
sung über 8 Tage im Jahr 2007 gezeigt.
Interpretierbar ist sie nur bei gleicher
Belastungsquelle (hier der Kraftfahr-
zeugverkehr). Mit Einführung der Diesel-
partikelfilter in den letzten 10 Jahren hat
sich dieses Verhältnis geändert. Dazu
gibt es aber bisher keine Folgeuntersu-
chungen.

Im Februar 2018 hat das Umweltbundes-
amt einen ausführlichen Abschlussbe-
richt zur „Quantifizierung von umweltbe-
dingten Krankheitslasten aufgrund der
Stickstoffdioxid-Exposition in Deutsch-
land“ [7] vorgelegt. In der dazu erschie-
nenen Pressemitteilung wird dargelegt,
dass sich „für das Jahr 2014 statistisch
etwa 6.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund
von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf die
NO,-Hintergrund-Belastung im ländlichen
und städtischen Raum zurückführen
lassen, Die Studie zeigt außerdem: Die
Belastung mit Stickstoffdioxid steht im
Zusammenhang mit Krankheiten wie Dia-
betes mellitus, Bluthochdruck, Schlagan-
fall, der chronisch obstruktiven Lungen-
erkrankung (COPD) und Asthma". [8].

Diese klare Zuordnung ist nicht unwider-
sprochen geblieben. So hat Wichmann
in seinem Diskussionsbeitrag „Gesund-
heitliche Risiken von Stickstoffdioxid
im Vergleich zu Feinstaub und anderen
verkehrsabhängigen Luftschadstoffen“
[4] dargelegt, dass „die Datenlage zu Ef-
fekten der Langzeitexposition von NO, we-
niger eindeutig ist. In den quantitativen
Abschätzungen auf die Mortalität sehen
US-Environmental Agency und WHO/EU
die Datenlage zu vorzeitigen Todesfäl-
len und verlorenen Lebensjahren als be-
grenzt an. [..] Die Beweiskraft für Effekte
der Langzeitexposition von Feinstaub (PM
2,5) auf die Mortalität (Gesamtsterblich-
keit) sowie Herz-Kreislauf- und Atem-
wegserkrankungen wird von WHO/EU
und US-EPA als hoch angesehen. [...]
WHO/EU verweist darauf, dass NO,
möglicherweise ein Schadstoffgemisch
repräsentiert und man nicht ausschlie-

un

120%

100%

80%

60% N

Pädiatrische Allergologie » 04/2018 » Weitere Themen 39

ßen kann, dass derartige Abschätzungen
nicht die Wirkungen des NO,-Gases al-
lein wiedergeben.“

Die hier erwähnten, gesundheitlichen
Auswirkungen von Luftschadstoffen
werden ausführlich im Teil 2 der kom-
menden Ausgabe dieses Journals darge-
stellt werden.

Ammoniak als wichtige
Feinstaubquelle

Ammoniak (NH) ist ein giftiges Gas mit
einem stechenden Geruch, das Augen
und Atemwege reizt. Sobald es freige-
setzt wird, reagiert es rasch mit anderen
Luftschadstoffen und bildet Ammoni-
umsulfat sowie -nitrat als Feinststaub-
partikel <PM 2,5. Über 90% der Ammo-
niakemissionen in Europa stammen
aus der Landwirtschaft. Der größte Teil

40%

20%

0%

1990 1995

2000

davon entsteht in der Tierhaltung, meist
bei der Zersetzung von Harnstoff oder
Eiweiß in der Gülle von Nutztieren. Am-
moniumnitrat, das aus der Reaktion von
Ammoniak mit Salpetersäure hervor-
geht, trägt in vielen westeuropäischen
Städten mit einem Anteil von 10-20%
zur Feinstaubbelastung bei. In Regionen
mit intensiver Massentierhaltung, wie
z.B. im westlichen Niedersachsen, liegt
der Anteil noch wesentlich höher. Am-
moniumsulfat und -nitrat verbleiben als
sekundärer Feinstaub für einige Tage,
teilweise sogar bis zu einer Woche in der
Atmosphäre und werden über große Ent-
fernungen transportiert, beeinträchtigen
somit Ökosysteme sowie die Gesundheit
von Menschen in ganzen Regionen [9].

Wie die Abbildung 3 des Umweltbun-
desamts belegt, sind die Ammoniak-
emissionen in Deutschland als einzigem

2010 2015

u Stickstoffoxide
— Staub (Gesamt)

ie Ammoniak

= Staub (PMI0)

—— NMVOC

== Staub (PM2,5)

ui Schwefeldioxid

ir Kohlenmonoxid

Quelle: Umweltbundesamt, Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer
‚Emissionen seit 1990, Emissionsentwicklung 1990 bis 2016 (Endstand 02/2018)

mit frdl. Genehmigung des Umweltbundesamts

40 Pädiatrische Allergologie » 04/2018 » Weitere Themen

1990 1995

2010 2015

WEnergiewirtschaft
a Militär und weitere kleine Quellen

Verkehr; ohne land- und forstwirtschaftlichen Verkehr

Haushalte und Kleinverbraucher: mit Militär und weiteren kleinen

Quellen (u.a. land- und forstwirtschaftlichem Verkehr)

Luftschadstoff in den letzten 25 Jahren
nach anfänglicher leichter Reduktion in
den letzten 5 Jahren noch angestiegen!
Davon stammen um die 95% aus der
Landwirtschaft mit ihrer intensiven Mas-
sentierhaltung (Abb. 4).

Diese Entwicklung erfolgte trotz der
lange bekannten und in der EU verein-
barten, nationalen Emissionshöchst-
menge (NEC) für Deutschland von 550
Kilotonnen pro Jahr. Soweit absehbar
wird dies nach dem Stickoxid die nächs-
te Vertragsverletzungsklage vor dem
Europäischen Gerichtshof nach sich
ziehen.

Minimierungsstrategien

Diese lassen sich prinzipiell in kurz-, mit-
tel- und längerfristige Strategien unter-
scheiden [9].

\

2000 2005
Verarbeitendes Gewerbe WVerkehr
Mindustrieprozesse Landwirtschaft

2 Haushalte und Kleinverbraucher
= Abfall und Abwasser

Quelle: Umweltbundesamt, Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer
Emissionen seit 1990, Emissionsentwicklung 1990 bis 2016 (Endstand 02/2018)

Durch Verkleinerung der offenen

Oberfläche bei der Güllelagerung

können Ammoniakemissionen rasch

reduziert werden. Dazu gehören:

! Abdecken des Güllebehälters
durch einen Deckel, ein Dach oder
eine Plane,

! Zugabe von Schwimmdecken wie
Kunststofffolien, Stroh, Torf oder
Rinde,

ı das Ermöglichen einer natürlichen
Kruste auf der Gülleoberfläche,

ı den Ersatz von Güllegruben durch
abgedeckte Tanks oder offene
Tanks mit größerer Tiefe,

ı Güllesäcke oder Aufbewahrungs-
kisten.

Eine verbesserte Bodendüngung

kann durch andere Ausbringungs-

methoden rasch umgesetzt und da-
durch der Luftkontakt mit Ammoniak

mit frdl. Genehmigung des Umweltbundesamts

vermindert werden, beispielsweise

durch

i Verbreiten der Gülle durch einen
Schleppschlauch oder Schlepp-
schuh,

! Verwenden von Gülle-Injektoren
zum direkten Einspritzen,

! Einarbeiten von Mist und Gülle in
den Boden,

I Verdünnen der Gülle um mindes-
tens 50% durch Niederdruckbe-
wässerungsysteme.

Der Einsatz von eiweißarmem Futter
hat erheblichen Einfluss auf die re-
sultierenden Ammoniakemissionen
und ist zudem eine kostengünstige
Strategie. Dies geschieht durch:
! das Erhöhen des Anteils nicht stär-
"kehaltiger Polysaccharide im Futter,
i die Zugabe von Futterergänzungs-
mittel zur Senkung des pH-Werts.

4. Prinzipiell rasch umsetzbar wäre eine
individuelle Reduktion des Fleisch-
konsums, aber häufig ändert das
Wissen um die Bedeutung von Ver-
änderung nicht zwingend das eigene
Verhalten. Mittel- und langfristig wird
unsere Gesellschaft wie bei ande-
ren Nachhaltigkeitsthemen [1] eine
gezielte Veränderung der landwirt-
schaftlichen Produktionsweise und
Rückbau der intensiven Massentier-
haltung herbeiführen müssen.

ninl £
Dicke Luf
R

t
zum Jahreswechsel

Aber nicht nur die Landwirtschaft setzt
erhebliche Mengen an Feinstäuben frei,
auch die jährlichen Silvesterfeuerwerke
tragen erheblich dazu bei. Dabei werden
rund 5000 Tonnen Feinstaub (PM10) frei
gesetzt, dies entspricht in etwa 17% der
jährlich im Straßenverkehr abgegebenen
Menge.

Wie schnell die Feinstaubbelastung
nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt,
hängt v.a. von den Wetterverhältnissen
ab. Kräftiger Wind hilft, die Schadstoffe
rasch zu verteilen. Bei windschwachen

Pädiatrische Allergologie » 04/2018 » Weitere Themen 4

Wettersituationen mit eingeschränktem
vertikalem Luftaustausch
die Schadstoffe jedoch über viele Stun-
den in der Luft und reichern sich in den

verbleiben

unteren Atmosphärenschichten an. So
wurden zum Jahreswechsel 2016/2017
in Leipzig 1860 g/m? gemessen, Aber
auch in München und Nürnberg lagen
die Konzentrationen über 1000 ug/m?.
In Städten, in denen auch sonst erhöh-
te Feinstaubkonzentrationen gemessen
werden, führt diese Zusatzbelastung
durch Silvesterfeuerwerk oft zu beson-
ders deutlichen Überschreitungen des
Tagesmittelwerts bis hin zu 100 g/m?
[10].

Die optimale Minimierungsstrategie ist
es, den Konsum an Feuerwerksartikeln

schon bei der nächsten Jahreswende zu-
mindest zu reduzieren, wenn nicht ganz
zu vermeiden.

Kinder- und Jugendarzt

Allergologie, Kinderpneumologie, Umwelt-
medizin

Sprecher der WAG Umweltmedizin der GPA
thlob@uminfo.de

Literatur

1 Dehmer R, Lob-Corzilius Th. Der stille Frühling - ein
Leben ohne Insekten. Päd. Allerg. 3/2018, 33-36

2 Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Um-
weltmedizin e.V.: Pressemitteilung. Kinderärzte und
Umweltmediziner fordern strikte Einhaltung der
EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide Mai
2017, 7 www.gpau.de/mediathek/pressemittei-
lungen

3 Lenschow et. al. Some ideas about the sources of
PM10, Atmospheric Environment 2001; 35: S23-
33

4 Wichmann HE. Gesundheitliche Risiken von Stick-
stoffdioxid im Vergleich zu Feinstaub und anderen
verkehrsabhängigen Luftschadstoffen. Umwelt —
Hygiene - Arbeitsmed 2018; 23 (2): 67-71

5 7 https://www.ersnet.org/publications/air-quality-
and-health

6 7 https: //www.umwelt.sachsen.de/umwelt/down-
load/luft/UFIPOLNET_mtk42_070514.pdf

7 A https://www.umweltbundesamt.de/publikatio-
nen/quantifizierung-von-umweltbedingten-Krank-
heitslasten

@ 7 https: //www.umweltbundesamt.de/no2-krank-
heitslasten

9 A https://climpol.iass-potsdam.de/sites/clinpol/
files/wysiwyg/files/fact_sheet_ammoniak_de.pdf

10 7 https://www.umweltbundesamt.de/themen/
dicke-luft-jahreswechsel

42 Pädiatrische Allergologie » 01/2019 » Umweltmedizin

UMWELTMEDIZIN

Feine und ultrafeine Stäube beeinflussen
wesentlich die Kindergesundheit (Teil 2)

Thomas Lob-Corzilius, Osnabrück

Teil 1 des Beitrags über Feinstaub ist in der Ausgabe Pädiatrische Allergologie 04/2018 erschienen und befasst sich mit den physi-
ko-chemischen und (patho-)physiologischen Grundlagen der Feinstäube und ultrafeinen Partikel. Er lenkt neben den bekannten Ver-
kehrsemissionen die Aufmerksamkeit auf andere relevante Feinstaubquellen aus Landwirtschaft und Feuerwerken, die ebenfalls einen
bedeutsamen Beitrag zur Luftschadstoffbelastung national, aber auch europaweit leisten. Im Teil 2 sollen nun weitere Feinstaubquellen
sowie die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Kinder und sinnvolle Minimierungsstrategien analysiert werden. Bewusst wird aber
nicht näher auf die Erkrankungen des Erwachsenenalters eingegangen, wie COPD, Lungenkarzinom, Schlaganfälle, Myokardinfarkte und

Diabetes Typ 2, die durch Feinstaub mit induziert werden. Hierzu sei auf die sehr übersichtliche und komprimierte A Publikation der
Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie und der Schweizerischen Lungenstiftung verwiesen [7].

Aktuelle WHO-Studie _

Im Oktober 2018 hat die WHO die um-
fängliche 71 Studie „Air Pollution and
Child Health: Prescribing clean air“
vorgelegt, in der sie anhand epidemio-
logischer Daten und einer Fülle von
Studien folgende zusammengefasste

Aussagen trifft [15]: Im Jahre 2016 at-
meten weltweit 93% aller Kinder unter
15 Jahren - davon 630 Millionen unter 5
Jahren - ständig verunreinigte Luft mit
Feinstaubkonzentrationen mit PM2,5
oder kleiner ein, die oberhalb der durch
die WHO formulierten Richtwerte für die
Luftqualität lagen. In den armen oder

Schwellenländern der Welt betrifft die
Luftverschmutzung 98% aller Kinder
unter 5 Jahren, in den hochentwickelten
Ländern immerhin noch 52%, also mehr
als jedes 2. Kind (Abb. 1).

Eine Milliarde Kinder unter 15 Jahren v.a.
in Afrika und Asien (Indischer Subkonti-

Abbildung 1. Anteil von Kindern unter 5 Jahren, die ın Regionen leben, in denen die WHO-Richtwerte bzgl. der Luft

D
.

.. .
Population above Air Quality Guidelines (PM, ,)
ER Move s0% Data not avalable
Bl 15-006 DON Notappliabie

5-7
E 10-50%

31 Under 10%

— ———
0 850 1700 3400 Kilometers

mit frdl. Genehmigung der WHO aus [15]

nent, Indochina, China) atmet belastete
Luft ein, die im Haushalt durchs Kochen,
Heizen oder die Beleuchtung mit offener
Verfeuerung von Holz, Bioabfällen und
Kohle oder durch die Verbrennung von
Treibstoff, wie z.B. Kerosin, entsteht.
Zusammen mit der äußeren Luftver-
schmutzung führte diese Belastung 2016
zu mehr als 600.000 Todesfällen von
Kindern unter 15 Jahren. Davon sterben
13% aller Kinder unter 5 Jahren an einer
Pneumonie, jede zweite akute Infektion
des unteren Atemtrakts ist in den armen
oder Schwellenländern durch die Luftver-
schmutzung bedingt.

Erklärbar sind diese Erkrankungen u.a.
durch die Tatsache, dass Neugeborene
und kleine Kinder eine deutlich höhere
Atemfrequenz mit einer dadurch erhöh-
ten inhalativen Depositionsrate haben,
sie in der frühen Wachstumsphase oh-
nehin mehr empfindlich sind und einen
Großteil ihres frühen Kinderlebens bo-
dennah in Hütten, Häusern oder Woh-
nungen verbringen, die gegenüber den
WHO-Empfehlungen mitunter bis zu 100-
fach erhöhte Konzentrationen von PM2,5
enthalten.

In Deutschland gibt es etwa 11,7 Millio-
nen sogenannter Einzelraumfeuerungs-
anlagen. Ihr Einsatz in Wohngebieten
gilt als bedeutsame Feinstaubquelle [14],
wobei die Schadstoffemissionen längst
nicht die Konzentration anderer Länder
erreicht. Meist werden Kamine und Öfen
zusätzlich zur Zentralheizung betrieben
— sei es aus Gründen der Behaglichkeit
oder auch als kostengünstige Alterna-
tive. Allerdings verursacht auch das
sachgerechte Heizen mit Holz deutlich
größere luftverschmutzende Emissionen
von Feinstaub und polyzyklischen aro-
matischen Kohlenwasserstoffen (PAK)
als mit Heizöl oder Erdgas. Davon nicht
betroffen sind emissionsarme Pelletöfen
und -heizkessel.

Pädiatrische Allergologie » 01/2019 » Umweltmedizin 43

Für Einzelraumfeuerungsanlagen gilt seit
2010 die 1. Bundesimmisionsschutzver-
ordnung (BImSchV) mit konkreten Grenz-
werten auch für den Ausstoß an Staub.
Die Einhaltung dieser Werte wird seither
geprüft, bevor ein Gerätetyp auf den Markt
kommt. Staubabscheider für neue Klein-
feuerungsanlagen müssen eingebaut wer-
den, bei alten innerhalb einer Übergangs-
zeit nachgerüstet werden. Dennoch kann
bei winterlichen Inversionswetterlagen die
gesundheitsschädliche Feinstaubbelas-
tung in Wohngebieten ansteigen.

Feinstaubbelastung
der Schwangeren
und die Folgen für das Kind

Über den Einfluss der Feinstaubbelas-
tung während der Schwangerschaft auf
Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit und
frühkindliche Krebserkrankung liegt eine
Reihe von epidemiologische Studien vor,
von denen drei ausführlicher dargestellt
werden sollen.

In einer 2014 publizierten US-amerikani-
schen Studie wurden über 420.000 Ba-
bys eingeschlossen, die 2004 und 2005
in Florida geboren wurden. Über die ge-

“ samte Schwangerschaft konnte schon

bei niedrigen PM2,5-Konzentrationen
zwischen 9,7 und 10,2 1g/m? eine signi-
fikant positive Assoziation zu einem er-
höhten Risiko von niedrigem Geburtsge-
wicht am Termin und Frühgeburtlichkeit

festgestellt werden [4].

In der bislang größten populationsbezoge-
nen kanadischen Studie von 2016 wurden
mehr als 3 Millionen Neugeborene zwi-
schen 1999 und 2008 eingeschlossen und
die mütterliche Exposition mit PM2,5 am
Wohnort während der Schwangerschaft
mittels fixer Messstationen und satelli-
tengestützter Abschätzungen untersucht
[13]. Es fand sich auch hier ein geringer,
aber eindeutiger Zusammenhang zwi-

schen einem Anstieg des PM2,5 um 10 1g/
m? über die gesamte Schwangerschaft
hinweg für „Small for Gestional Age“ (odds
ratio = 1,04; 95% CI 1,01-1,07) und redu-
ziertes Geburtsgewicht am Termin (-20,5
9; 95% CI -24,7 bis -16,4). Allerdings fand
sich keine Signifikanz zwischen einem An-
stieg des PM2,5 und Frühgeburtlichkeit.
Hingegen konnte in einer 2017 publizierten
Metaanalyse gezeigt werden, dass das Ri-
siko für Frühgeburten eindeutig ansteigt,
wenn die Mütter während der Schwanger-
schaft mit PM2,5 belastete Luft durch Die-
selabgase oder offene Holzfeuer in Innen-
räumen einatmen [10].

In einer weiteren kanadischen Studie von
2016 mit einem ähnlichen Design wurde
der mögliche Einfluss von pränataler Luft-
schadstoffbelastung mit PM2,5 auf die
Entwicklung von frühkindlichem Krebs an
mehr 2.350.000 Kindern untersucht, die
zwischen 1988 und 2012 in der Provinz
Ontario geboren wurden [9]. Von diesen
erkrankten 2044 noch in ihrer Kinderzeit
an einem Tumor, was der auch in Deutsch-
land statistischen Wahrscheinlichkeit von
1:1000 Kindern entspricht. Die Exposition
mit PM2,5 über die gesamte Schwanger-
schaft, gemessen mit einer Zunahme des
Interquartilsabstands, war assoziiert mit
einem wachsenden Astrozytomrisiko (HR
pro 3,9 ug/m? = 1,38 (95% Cl: 1,01-1,88).

Insgesamt belegen die zitierten Studien
aus hochentwickelten Industriestaaten,
dass Feinstaubpartikel nach der Einat-
mung über die mütterliche Lunge in die
Blutbahn aufgenommen und im Körper
und die Plazenta verteilt werden, von wo
sie über die Nabelschnur zum Feten ge-
langen und in ihm wirken können. Bedenkt
man ferner, dass die beschriebenen Wir-
kungen schon bei niedrigen PM2,5-Kon-
zentrationen nachweisbar sind, ist die
Aussage der WHO über die armen und
Schwellenländer hochplausibel: Frühge-
burtlichkeit stellt mit einer Todesrate von

44 Pädiatrische Allergologie » 01/2019 » Umweltmedizin

16% weltweit in der Neonatalzeit den wich-
tigsten Faktor für kindlichen Tod bei unter
5-Jährigen dar und übertrifft damit akute
Infektionen der tiefen Atemwege [13].

Einfluss von Feinstaub-
belastung auf die kindliche
Lunge

2007 konnte in einer kalifornischen Me-
taanalyse belegt werden, dass das kind-
liche Lungenwachstum u.a. gemessen
am FEV, über einen Zeitraum von 8 Jah-
ren mit 81 ml bei den Kindern vermindert
war, die innerhalb von 500 m an einer
Hauptverkehrsstraße lebten im Vergleich
zu jenen, die 1500 m oder mehr davon
entfernt lebten [3].

In der 2008 veröffentlichten Münchner
Geburtskohortenstudie konnte eindeutig
die Assoziation zwischen der Feinstaub
PM2,5-Konzentration und dem Risiko
von Kindern, an Asthma zu erkranken,
belegt werden: Mit einem OR von 1,58
stieg dies um 58% an, wenn die Kinder
unmittelbar, also <50 m, an Hauptver-
kehrsstraßen wohnten im Vergleich zu
Kindern; die >1000 m entfernt lebten. Et-
was niedriger, aber noch signifikant, lag
der Inzidenzanstieg bei Pollinosis und
Atopischem Ekzem [11].

In einer Anfang 2016 publizierten Meta-
analyse, in der 15 Studien ausgewer-
tet wurden, konnte diese Beobachtung
bezogen auf den Feinstaub PM2,5 al-
lerdings nicht reproduziert werden [5].
Eine Erklärung dafür könnte sein, dass
die PM2,5-Konzentration Anfang der
2000er Jahre höher lag als nach der ge-
setzlich verpflichtenden Einführung von
Feinstaubfiltern bei den meisten Verbren-
nungsmotoren im Verkehr 10 Jahre später.

In einer anderen Metaanalyse von 2012
wurden 19 Studien eingeschlossen. Hier
fand sich eine geringe, aber positive As-

soziation zwischen Feinstaubkontakt
(PM10) mit erhöhter Inzidenz von pfei-
fender Atmung (Wheezing) bei Kindern
(meta-OR: 1,05, 95% CI: 1,04-1,07) [2].

Anfang 2017 erschien eine weitere Me-
taanalyse, in der 41 weltweit durchge-
führte Studien bewertet wurden: Danach
lag das relative Risiko, Asthma zu entwi-
ckeln, bei 1,48, d.h. ein Anstieg um 48%,
wenn die mittlere jährliche Belastung mit
Stickoxiden über 30 ug/m? lag [8]. Die Be-
obachtung bezieht sich zwar auf Sticko-
xide, allerdings ist eine Koinzidenz des
Auftretens mit gleichzeitig emittierten,
aber nicht gemessenen Ultrafeinparti-
keln (UFP's) sehr wahrscheinlich, sodass
eine Co-Wirkung möglich ist (s. Teil die-
ses Berichts).

Bei den erwähnten Studien und Metaana-
Iysen ist aber grundsätzlich zu beachten,
dass die gemessenen oder in Rechenmo-
dellen verwendeten Feinstaubkonzen-
trationen nicht immer die tatsächliche
Belastung von Babys/Kleinkindern wi-
derspiegeln, wie der im November 2018
in England erschienene Review-Artikel
zeigt [12]. In ihm wird die Luftschad-
stoffbelastung von Babys und Klein-

Veränderung der Immun-
antwort hin zu Allergie =
TH2-Stimulation

|

\

Sensibilisierung

kindern untersucht, die in Kinderwägen
unterschiedlicher Größe und Höhe - als
Einzel- oder Doppelsitzer - entlang von
Verkehrsstraßen geschoben werden.
Erfasst wurden Feinstäube der Größe
PM10, PM2,5 sowie Ultrafeinpartikel
s0,10 um, Kohlenstoff und Stickoxide
mit dem Ergebnis, dass die Babys in
ihren Kinderwägen bis zu 60% mehr
Schadstoffe inhalieren als begleitende
Erwachsene. Denn die Auspuffgase sind
im ersten Meter über der Fahrbahn be-
sonders konzentriert und liegen damit in
der Atemzone (ca, 0,85 m) der im Kinder-
wagen sitzenden Babys.

Die pulmonale Pathophysiologie im Kin-
desalter erklärt sich zum einen durch
eine luftschadstoffinduzierte, bronchi-
ale Schleimhautinflammation als Basis
für ein hyperirritables Bronchialsystem,
sodass andere asthmatische Trigger-
faktoren wirksam werden können; zum
anderen wird die Th2-Immunantwort ak-
tiviert und dadurch die Sensibilisierung
begünstigt als Voraussetzung für eine
mögliche spätere Allergie (Abb. 2).

Ferner bewirken Feinstäube und ins-
besondere die UFP auch an der Lunge

Entzündung der
Atemwegsschleimhäute

Infektionen |
Körperliche
Anstrengung

Bes

Nicht allergisches Asthma

einen oxidativen Stress, der sich nega-
tiv auf das Lungenwachstum und damit
die Lungenfunktion auswirkt und auch
Infektionen des tiefen Atemtrakts be-
günstigt.

Einfluss von Feinstaub

auf die neurologische
vicklung

2016 wurden die Daten der beiden deut-
schen Geburtskohortenstudien GINIplus
and LISAplus publiziert. Im Alter der zum
Zeitpunkt der Erhebung 10- bis 15-jähri-
gen Kinder bzw. Jugendlichen wurde mit
einem OR von 1,14 eine positive Assoziati-
on gefunden zwischen einem Hyperakti-
vitäts- und Aufmerksamkeitsdefizit-Syn-
drom (ADHS) und der PM2,5-Absorption
gemessen am Geburtsort und den Wohn-
adressen im Alter von 10 und 15 Jahren
(mithin eine 14%ige Erhöhung) [1].

In der oben zitierten Kinderwagenstudie
wird ebenfalls auf die Bedeutung von
Verkehrsemissionen - z.B. an Partikel
gebundene toxische Metalle - für mög-
liche Frontallappenschäden sowie Ein-
schränkungen der Kognition und Hirn-
entwicklung hingewiesen [12].

Pädiatrische Allergologie » 01/2019 » Umweltmedizin 45

Die WHO-Studie benennt in ihrer Zusam-
menfassung, dass die Schadstoffbelas-
tung der Luft die neurologische Entwick-
lung der Kinder beeinflusst, erkennbar an
schlechteren Ergebnissen in kognitiven
Tests sowie der geistigen und motori-
schen Entwicklung [7].

Als pathophysiologische Erklärung wird
auf zwei mögliche Aufnahmepfade ver-
wiesen: Zum einen scheinen Feinststäu-
be und UFP nach der inhalativen Aufnah-
me über die Lunge ins Kreislaufsystem
auch die Blut-Hirn-Schranke zu überwin-
den. Zum zweiten wird eine direkte Auf-
nahme über den Riechnerv in das Fron-
talhirn postuliert. Im Gehirn angelangt,
wirken die Feinstäube und UFP als oxida-
tiver Stress auf die Nervenzellen; sie kön-
nen ferner die Regulierungsfunktion des
vegetativen Nervensystems verändern.

Wie in einem Mausmodell der Alzheimer-
Erkrankung des IUF (Leipnitz-Institut
für umweltmedizinische Forschung) da-
rüber hinaus gezeigt werden konnte, be-
schleunigte eine Langzeitinhalation von
Dieselmotorabgasen die Beta-Amyloid-
Plaque-Bildung im Gehirn und ging mit
Beeinträchtigungen der motorischen Fä-

higkeiten der Tiere einher. Die Autoren
schließen:

„Mit unserer toxikologischen Studie schla-
gen wir eine Brücke zu den bestehenden
epidemiologischen Befunden. Unsere Er-
gebnisse weisen darauf hin, dass es einen
kausalen Zusammenhang zwischen Luft-
verschmutzung und Erkrankungen des zen-
tralen Nervensystems gibt.“ [6]

Minimierungsstrategien —

Kinder und Jugendliche sind die Erwach-
senen von morgen, deshalb sind sie in
den sensiblen Phasen ihres Wachstums
besonders schutzbedürftig. Dies gilt, wie
oben ausführlich dargestellt, genauso für
die Pränatalzeit, also für allen Schwan-
geren. Was in dieser Zeit an Entwicklung
versäumt wird, kann später nicht mehr
nachgeholt werden. Die WHO-Publikati-
on spricht deshalb bei entsprechender
Schädigung von einer „lebenslänglichen
Strafe"!

Um diese zu vermeiden, bedarf es wei-

terhin konsequenter regulatorischer

46

Pädiatrische Allergologie » 01/2019 » Umweltmedizin

Strategien auf nationaler und interna-
tionaler Ebene, kurz- und mittelfristig
weltweit einer drastischen Reduktion
und technischen Innovation bei der Ver-
brennung fossiler Energieträger im Ver-
kehr, zum Heizen und zur Produktion von
Lebensmitteln wie anderer Güter und
deren Ersatz durch intensive Förderung
emissionsneutraler regenerativer Ener-
gien. Dies alles würde die notwendige
CO,-Reduktion bewirken, die laut dem
Weltklimarat (IPCC) den globalen Tempe-
raturanstieg auf 1,5°C begrenzen könnte.
Damit ist wirksamer Emissionsschutz
auch nachhaltiger Klimaschutz.

Aus pädiatrisch umweltmedizinischer
Sicht ergeben sich daraus folgende For-
derungen:

I

Wie schon in der 7 Pressemitteilung
der GPA 2017 formuliert, muss die
Einhaltung der EU-Jahresgrenzwerte
für Feinstaub und Stickoxiden von 40
Hg/m? kurzfristig durch geeignete ge-
setzgeberische und verkehrsienkende
Maßnahmen erzwungen werden.

Im Sinne einer primären Verhältnisprä-
vention müssen mittelfristig weltweit
die von der WHO empfohlenen Richt-
werte von 20 g/m? für PM10 und
10 ng/m? PM2,5 als verbindliche
Grenzwerte umgesetzt werden. Hier
kann die „High Tech Region“ Europa
mit gutem Beispiel vorangehen.

Die Schadstoffmessung muss vor
Kinderbetreuungseinrichtungen und
Schulen, die an vielbefahrenen Stra-
ßen liegen, auf „Kindernasenhöhe"er-
folgen.

Staatliche Aufsichtsbehörden sind ge-
fordert, auch in Deutschland sog. Real
driving emissions Messungen (RDE-
Test) für die Neuzulassung von PKW
wie LKW durchzusetzen.

Wie schon in der Schweiz erfolgt,
müssen alle dieselbetriebenen LKW,
Busse und Baufahrzeuge, die vor 2014
zugelassen wurden, eine Nachrüstung

mit Feinstaubfiltern erhalten, um so
die Emission von UFP drastisch zu
reduzieren. Denn zu deren Minderung
reicht die SCR-Katalysatortechnik mit
Adblue nicht aus, da diese alleine (das
allerdings effektiv) die Stickoxidemis-
sion reduziert.

Im Sinne der Verhaltensprävention
sollten Kinderwagenspaziergänge an
vielbefahrenen Straßen auf das Not-
wendigste reduziert werden, genauso
wie die Mitnahme von Kindern auf Rä-
dern bzw. Radanhängern. Man sollte
also lieber einen Umweg in Kauf neh-
men, wenn möglich.

Stoßlüften von Zimmern an vielbefah-
renen Straßen sollte nur vor und nach
dem Berufsverkehr erfolgen.

Literatur

1 Fuertes E et al. Traffic-related air pollution and hy-
peractivity /inattention, dyslexia and dyscalculia in
adolescents of the German GINIplus and LISAplus
birth cohorts. Environment International 2016; 97:
85-92

2 Gasana J, Dillikar D, Mendy A, Forno E, Ramos
Vieira E. Motor vehicle air pollution and asthma in
children: A meta-analysis Environmental Research
2012; 117:36-45

3 Gauderman J, Vora H, McConnell R et al. Effect of
exposure to traffic on lung development from 10 to
18 years of age: a cohort study, Lancet 2007; 369:
535-537

4HaS, Hu H, Roussos-Ross D, Haidong K, Roth J, Xu
X. The effects of air pollution on adverse birth out-
comes. Environ Res. 2014; 134: 198-204

5 Heinrich J, Guo F, Fuertes E (2016) Traffic-Related
Air Pollution Exposure and Asthma, Hayfever, and
Allergic Sensitisation in Birth Cohorts: A Systemat-
ic Review and Meta-Analysis. Geoinfor Geostat: An
Overview 2016; 4: 4.53

6 Hullmann M, Albrecht C, van Berlo D et al. Diesel
engine exhaust accelerates plaque formation in a
mouse model of Alzheimer's disease. Part Fibre
Toxicol 2017; 14: 35. (71 http://www.iuf-duessel-
dorf.de/pm20170913/articles/den-auswirkun-
gen-von-luftverschmutzung-auf-das-gehirn-auf-
der-spur.html)

7Karrer W, Brändli 0. Zum Jahr der Lunge 2010:
Ein Schweizer Modell für Europa, A https://www.
lungenliga.ch/fileadmin/user_upload/LLS/02_
HauptNavigation/O1_LungeSchuetzen/Luft_
und_Gesundheit/air-quality-GER.pdf

ı Das „Wohlfühlheizen" mit Kaminen

und Öfen ist deutlich zu reduzieren,
bei Inversionswetterlagen komplett zu
vermeiden.

! Insbesondere in Städten ist der Sinn

eines fossil betriebenen Individual-
verkehrs täglich zu hinterfragen und
wenn möglich sind Alternativen wie
ÖPNV oder Rad zu nutzen, wozu natür-
lich auch das E-Bike gehört.

Kinder- und Jugendarzt

‚Allergologie, Kinderpneumologie,
Umweltmedizin

Sprecher der WAG Umweltmedizin der GPA
thlob@uminfo.de

— 0 LLIIÜLI(

@ Khreis H, Kelly C, Tate J, Parslow R, Lucas K, Nieu-
wenhuijsen M (2017) Exposure to traffic-related
air pollution and risk of development of childhood
asthma, Environment International 2017, 100: 1-31

9 Lavigne E et al. Maternal exposure to ambient air
pollution and risk of early childhood cancers: Apop-
ulation-based study in Ontario, Canada Environ-
ment International 2016; 100: 139-147

10 Malley © ‚ Kuylenstierna J, Vallack H, Henze D, Blen-
cowe H, Ashmore M. Preterm birth associated with
maternal fine particulate matter exposure: A global,
regional and national assessment. Environment In-
ternational 2017; 101: 173

11 Morgenstern V, Zutavern A, Cyrys J, Brockow I, Koletz-
ko S, et al. Atopic diseases, allergic sensitization, and
exposure to traffic-related air pollution in children. Am
J Respir Crit Care Med 2008; 177: 1331-1337

12 Sharma A, Kumar P. A review of factors surround-
ing the air pollution exposure to in-pram babies and
mitigation strategies, Environment International
2018; 120: 262-278

13 Stieb DM et al. Associations of pregnancy outcomes
and PM2.5 in a national Canadian study. Environ-
mental Health Perspectives 2016; 124: 243-249

14 Umweltbundesamt. Emissionen aus Kleinfeuerungs-
anlagen in Wohngebieten. Meldung vom 24.4.2018
unter 7 https://www.umweltbundesamt.de/the-
men/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-men-
schen/besondere-belastungssituationen/emis-
sionen-aus-kleinfeuerungsanlagen-in#textpart-]

15 WHO (2018) Air Pollution and Child Health, Pre-

scribing clean air, 7 http://www.wha.int/ceh/pub-
lications/air-pollution-child-health/en/

Beratungsverlauf (1)

08.05.2023 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 11.3.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1057/2023
Typ
Mitteilung BV
Datum
29.03.2023
Erstellt
28.03.2023 10:23