Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021
Mitteilung Ausschuss 1734/2022 vom 20.06.2022
Stand: Am 18.08.2022 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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KSN_18_2021_Methodendokumentation_zur_Corona_Umfrage
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Kölner Statistische Nachrichten Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Methodendokumentation Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 2 Kurzdarstellung Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat im Sommer 2021 eine Bevölkerungsumfrage zur Corona- Krise in Köln durchgeführt. Diese Umfrage beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Leben, die Einstellungen und Verhaltensweisen der Kölner Bevölkerung. Es wurden rund 76 700 repräsentativ nach dem Zufallsprinzip aus dem Einwohnermelderegister ausgewählte Kölnerinnen und Kölner im Alter von 18 bis 80 Jahren angeschrieben und um Teilnahme an der Umfrage gebeten. Befragungsthema Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln Befragungsmethode Online-Befragung (mit Option zur Papier-Teilnahme = Papier-Bogen auf Nach- frage zugesendet) Befragungszeitraum 26. Juli bis 20. August 2021 Erinnerungsaktion keine Grundgesamtheit Kölner*innen im Alter von 18 bis 80 Jahren (mit Haupt- oder Nebenwohnsitz) Stichprobe disproportional geschichtete Zufallsstichprobe nach Alter und Nationalität Stichprobengrundlage Einwohnermelderegister, 845 002 Personen (Stand: 30.03.2021) Bruttostichprobe (= angeschriebene Personen) 76 689 neutrale Ausfälle (= verzogen, verstorben) 4 791 (6,2 % der Brutto-Stichprobe) Nettostichprobe (ohne neutrale Ausfälle) 71 898 auswertbare Interviews insgesamt 8 291; davon 8 068 Online-Teilnahmen (97,3 %), 223 Papier-Teilnahmen (2,7 %) Beteiligungsquote 11,5 % der Nettostichprobe Genauigkeit der Stichprobenergebnisse +/– 0,549 %-Punkte bei einem Anteil von 50 % +/– 0,476 %-Punkte bei einem Anteil von 25 % mit jeweils 95 % Wahrscheinlichkeit Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 3 Inhalt Seite Kurzdarstellung ............................................................................................................... 2 1. Grundgesamtheit und Stichprobenkonzept .....................................................................4 1.1. Grundgesamtheit der Befragungspersonen ....................................................................4 1.2. Stichprobenkonzept .......................................................................................................4 2. Befragungskonzept ................................................................................................... 4 2.1. Erhebungsmethode ........................................................................................................4 2.2. Befragungsinhalte ...........................................................................................................4 2.3. Fragebogenprogrammierung .........................................................................................5 2.4. Pretest .............................................................................................................................5 2.5. Pseudonymität der Umfrage ...........................................................................................5 3. Feldphase ................................................................................................................. 5 3.1. Feldzeit ...........................................................................................................................5 3.2. Durchschnittliche Ausfülldauer der Online-Teilnahme ....................................................5 3.3. Akzeptanz / Antwortbereitschaft ....................................................................................6 4. Aussagekraft und Repräsentativität der Befragungsergebnisse .................................. 6 4.1. Neutrale Ausfälle .............................................................................................................6 4.2. Beteiligungsquote ...........................................................................................................8 4.3. Strukturvergleich der Befragtengruppe mit der Grundgesamtheit .............................. 11 4.4. Bildungsbias ................................................................................................................. 12 4.5. Genauigkeit der Stichprobenergebnisse ...................................................................... 13 4.6. Aussagekraft der Befragungsergebnisse ...................................................................... 13 5. Anhang: Fragebogen ............................................................................................... 14 Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 4 1. Grundgesamtheit und Stichprobenkonzept 1.1. Grundgesamtheit der Befragungspersonen Die Grundgesamtheit der „Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021“ (im Folgenden „Corona- Umfrage“ genannt) umfasst zum Stichtag 30.03.2021 845 002 Kölnerinnen und Kölner. Diese setzt sich zusammen aus in Privathaushalten lebenden Personen zwischen 18 und 80 Jahren (d eutsche und ausländische Bevölkerung, mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Köln). 1.2. Stichprobenkonzept Für die Befragung hat das Amt für Stadtentwicklung und Statistik eine Zufallsauswahl aus den Meldedaten der oben benannten Grundgesamtheit gezogen.1 Es wurde eine disproportional-geschichtete Zufallsstichprobe gezogen: Die Verteilungsparameter Alter und Nationalität wurden überquotiert, um erfahrungsgemäß niedrige Beteiligungsquoten bestimmter Bevölkerungsgruppen auszugleichen (= „ Oversampling“2) und ausreichende Fallzahlen für differenzierte Auswertungen zu generieren. Ziel war eine Annäherung der Zusammensetzung der Befragtengruppe an die reale Zusammensetzung der Grundgesamtheit gemäß der genannten Verteilungs - parameter. Ein Abgleich der Befragungsteilnehmenden mit der Grundgesamtheit wird im Kapitel 4 ab Seite 8 beschrieben. Letztendlich wurde aus der Grundgesamtheit der 845 002 Personen eine Stichprobe von 76 689 Kölnerinnen und Kölnern gezogen. Dies entspricht 9,1 Prozent der Grundgesamtheit. 2. Befragungskonzept 2.1. Erhebungsmethode Bei der freiwilligen Befragung handelt es sich um eine „online first“-Umfrage. Um auch diejenigen Bevölkerungs- gruppen besser zu erreichen, die entweder nicht über die entsprechende Technik verfügen oder lieber über einen Papierfragebogen teilnehmen wollen, konnte auf Nachfrage (über Telefon oder E-Mail) ein Papierfrage- bogen erbeten werden („paper on demand“). Insgesamt wurden 290 Papierfragebögen angefragt. 2.2. Befragungsinhalte Die Umfrage beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Leben der Kölner Bevölkerung sowie deren diesbezügliche Einstellungen und Verhaltensweisen. Im Detail umfasst der Fragebogen folgende Themenbereiche (siehe Anhang): • Belastungsempfinden durch die Corona-Krise insgesamt sowie in einzelnen Bereichen • Auswirkungen der Corona-Krise auf die Erwerbstätigkeit • Corona und Homeoffice • Corona und Homeschooling • Bedeutung von Parks und Grünflächen in Corona-Zeiten • Bedeutung des Internet-Handels in Corona-Zeiten • Einschätzung der Herausforderungen der Corona-Krise für Politik und Verwaltung • Fragen zur Wohnsituation • Fragen zur Person • Fragen zur Haushaltszusammensetzung • Fragen zur Einkommenssituation der Haushalte 1 Basis war ein Datenabzug des kompletten aktiven Bevölkerungsbestandes, den das Meldewesen der Stadt Köln zum Stichtag 30.03.2021 zur Verfügung gestellt hat. 2 Quotierungsfaktoren: deutsch: 18-34 Jahre: 1,6; 35-59 Jahre: 1,3; 60-80 Jahre: 1,4 ausländisch: 18-34 Jahre: 1,3; 35-59 Jahre: 1,5; 60-80 Jahre: 1,6 Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 5 2.3. Fragebogenprogrammierung Der Fragebogen wurde vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik entwickelt und in ein feldfähiges Erhebungs- instrument überführt, das die systeminterne Umsetzung entsprechender Hybrid-Befragungen, also die parallele Online- und Papierteilnahme, ermöglicht.3 2.4. Pretest Im Rahmen eines Pretests wurden Fragebogen und Befragungstool geprüft. Im Ergebnis wurden kleinere Überar- beitungen am Fragenset vorgenommen (Formulierungen). 2.5. Pseudonymität der Umfrage Bei der Corona-Umfrage handelte sich um eine pseudonyme Befragung. Allen Befragten wurde eine eindeutige, zufallsgenerierte Buchstabenfolge zugeteilt (Pseudonym). Dies es diente der Organisation des Fragebogen- versandes sowie der datenschutzgemäßen Verarbeitung der Fragebogenangaben. Über das Pseudonym wurde die Beteiligung an der Umfrage registriert, was eine Mehrfachteilnahme verhindert . Das Pseudonym wurde nach Abschluss der Überprüfung des Befragungsdatensatzes auf Plausibilität gelöscht und der Datensatz damit vollständig anonymisiert. Das Verfahren wurde mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Köln abgestimmt. 3. Feldphase 3.1. Feldzeit Die Befragung fand vom 26. Juli bis 20. August 2021 statt. Die Befragungspersonen konnten über zwei Zugangsmöglichkeiten zum Fragebogen gelangen: Ü ber eine spezielle URL-Adresse sowie über einen QR-Code. Letzterer war nicht personalisiert und diente lediglich der automatisierten Öffnung des Befragungsportals. Dort erfolgten der Zugang und die Authentifizierung mittels der individuellen Zugangskennung. Das Ausfüllen des Fragebogens konnte jederzeit unterbrochen werden. Mittels der individuellen Zugangskennung konnte die Befragungsperson an der Stelle, an der unterbrochen wurde, das Ausfüllen fortsetzen. Nach Abschluss der Feldphase wurden die eingegangenen ausgefüllten Papierfragebögen per Scanverfahren maschinenlesbar gemacht, verifiziert und den Online-Antworten zugespielt. 3.2. Durchschnittliche Ausfülldauer der Online-Teilnahme Die durchschnittliche Ausfülldauer aller 7 739 online ausgefüllten – und auch final abgeschickten 4 – Fragebögen betrug 17,4 Minuten. Die Standardabweichung betrug 15,3 Minuten. Die Ausfülldauer reichte von weniger als einer Minute (7 Fälle) bis über zwei Stunden (38 Fälle). Diese Spannbreite kommt zustande, da hier Fragebögen enthalten sind, bei denen nur wenige Fragen überhaupt beantwortet wurden – hierbei wurde der Fragebogen vermutlich „durchgeklickt“ und mit wenigen beantworteten Fragen abgeschickt. Nach einer gewissen Ausfüllzeit abgebrochen und nicht final abgeschickt wurde der Fragebogen in 329 Fällen. Diese Fragebögen können ebenfalls ausgewertet werden. A uch enthalten sind Fragebögen, deren Ausfüllen ein- oder mehrfach unterbrochen wurde. 3 Genutzt wurde die Software QuestorPro der Firma BlubbSoft. 4 Die Software protokolliert die Ausfülldauer der Online-Teilnahme – dies aber nur, wenn der Fragebogen am Ende durch Klicken der Schaltfläche „Absenden“ final abgeschickt wurde. Dies war bei 7 739 Fragebögen der Fall. Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 6 Daraus ergibt sich folgende gruppierte Online-Ausfülldauer: Etwas mehr als ein Drittel der Online-Teilnehmenden (37,8 %) benötigte zwischen 10 und 15 Minuten für das Ausfüllen. Weniger Zeit brauchten 19 Prozent. Ein weiteres Fünftel benötigte zwischen 15 und 20 Minuten. 7,6 Prozent brauchten eine halbe Stunde oder länger für das Ausfüllen. Es ist zu vermuten, dass ein Großteil der Befragten, die das Ausfüllen ein - oder mehrmals unterbrochen haben, in dieser Gruppe zu finden ist. Grafik 1 Ausfülldauer bei der Online-Teilnahme (gruppiert, in %) Befragtengruppe: n = 7 739 (final abgeschickt, also ohne abgebrochene Fragebögen) Quelle: Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 3.3. Akzeptanz / Antwortbereitschaft Nach Durchsicht der Antworten auf die Fragen konnte festgestellt werden, dass die Antwortbereitschaft – auch bei sensiblen Fragen (wie zum Beispiel dem Einkommen) – den Erfahrungen entsprechend hoch war. 4. Aussagekraft und Repräsentativität der Befragungsergebnisse Eine Frage, die mit Blick auf den Aussagegehalt der Befragungsergebnisse von Bedeutung ist, ist die der Repräsentativität der ermittelten Ergebnisse: Inwieweit bilden die gegebenen Antworten die Meinung der Grundgesamtheit ab? 4.1. Neutrale Ausfälle Von den insgesamt 76 689 Einladungsschreiben kamen 4 7915 als nicht zustellbar zurück (6,3 % der versendeten Schreiben). Diese hohe Zahl nicht zustellbarer Einladungsschreiben erklärt sich vorrangig durch den organisatorisch bedingten langen Zeitraum von vier Monaten zwischen dem Datenabzug aus dem Meldewesen und dem Start der Feldphase. Da der Versandumschlag mit dem Hinwe is „Nicht nachsenden. Bei Umzug mit neuer Adresse zurück“ versehen war, ist davon auszugehen, dass die Menge der zurückgekommenen Schreiben in etwa der Zahl an Angeschriebenen entspricht, die zwischenzeitlich verzogen oder verstorben sind. Hierin sind auch fehlerhafte Adressen aufgrund einer verzögerten Bearbeitung von Umzugs- oder Sterbefällen im Meldewesen enthalten. 5 Stand: 04.10.2021 19,0 37,8 21,3 9,5 4,8 7,6 weniger als 10 Minuten 10 bis unter 15 Minuten 15 bis unter 20 Minuten 20 bis unter 25 Minuten 25 bis unter 30 Minuten 30 Minuten und länger Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 7 Die neutralen Ausfälle weisen im Vergleich zur Grundgesamtheit strukturelle Besonderheiten auf. 6 Von den Einladungsschreiben an die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen kam jedes zehnte Schreiben (9,1 %) als nicht zustell- bar zurückkam. Auch von den Schreiben an die Bevölkerung ausländischer Nationalität kam jedes zehnte Schreiben zurück (9,6 %), bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund waren es immer noch 6,1 Prozent. 7 Damit wird die nicht erreichte Personengruppe durch die se tendenziell mobileren Bevölkerungsgruppen dominiert: Sind in der Grundgesamtheit 31,2 Prozent jünger als 35 Jahre alt , beträgt dieser Anteil in der Gruppe der neutralen Ausfälle 60,0 Prozent. Der Anteil der Menschen mit potenziellem 8 Migrationshintergrund beziehungsweise ausländischer Staatsangehörigkeit ist mit 53,0 beziehungsweise 45,6 Prozent in der Gruppe der neutralen Ausfälle ebenfalls deutlich höher als in der Grundgesamtheit. Um eine saubere Berechnungsgrundlage für die reale Rücklaufquote zu generieren, wurden die 4 791 neutralen Ausfälle von der Bruttostichprobe abgezogen. Hieraus ergibt sich eine bereinigte Nettostichprobe von 71 898 angeschriebenen Personen als Basis für die Berechnung der Rücklaufquote. Grafik 2 Strukturelle Zusammensetzung der neutralen Ausfälle (= nicht zustellbar) nach Alter, Migrationshintergrund und Nationalität (in %) Grundgesamtheit: n = 845 002; neutrale Ausfälle: n = 4 791 Quelle: Meldewesen der Stadt Köln Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 6 Die im Begleitschreiben genannten persönlichen Zugangskennungen wurden eingescannt, im Data Warehouse mit den ausgewählten Personendaten verknüpft und in aggregierter Form zu Analysezwecken bereitgestellt. 7 Die Merkmale „Migrationshintergrund (ja/nein)“ sowie „Nationalität (deutsch/ausländisch)“ wurden nicht über die Umfrage ermittelt sondern dem Datensatz über das Pseudonym (siehe Seite 5) zugespielt. 8 Da der Migrationshintergrund auf der Basis der Melderegistereinträge zur Staatsangehörigkeit, zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit, zum Geburtsort beziehungsweise Geburtsland sowie zu Merkmalen von Haushalts- mitgliedern konstruiert wird, kann vorab nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob ein Migrationshintergrund vorliegt (= potenzieller Migrationshintergrund). 9,8 15,3 21,4 44,718,3 18,4 27,2 13,6 23,3 8,1 Grundgesamtheit nicht zustellbar Alter 18 bis 24 Jahre 25 bis 34 Jahre 35 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis 80 Jahre 62,9 47,0 37,1 53,0 Grundgesamtheit nicht zustellbar Migrationshintergrund mit Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund 79,2 54,4 20,8 45,6 Grundgesamtheit nicht zustellbar Nationalität deutsch ausländisch Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 8 4.2. Beteiligungsquote Insgesamt 8 123 Mal wurde der Online-Fragebogen aufgerufen. In 55 Fällen wurde der Fragebogen zwar auf - gerufen, aber keine einzige Frage beantwortet – diese Fälle wurden aus dem Datensatz gelöscht. Dies ergibt 8 068 auswertbare Online-Fragebögen. 223 Befragte haben über einen Papierfragebogen teilgenommen. In der Summe liegen 8 291 auswertbare Fragebögen vor.9 Die Beteiligungsquote, das heißt der Anteil ausgefüllter Fragebögen an der Nettostichprobe, beträgt 11,5 Prozent. Diese Quote mag auf den ersten Blick niedrig erschei nen. Allerdings muss man in Betracht ziehen, dass es sich hier um eine „online first“-Befragung handelt, bei der ein Papierfragebogen nur auf Nachfrage (per Telefon oder E-Mail) zur Verfügung gestellt wurde. Zudem ging die Umfrage – aus organisatorischen Gründen – in der zweiten Hälfte der Sommerferien ins Feld. Es wurde auch keine Erinnerungsaktion durch- geführt, die erfahrungsgemäß zu einer höheren Beteiligung beiträgt. Alter und Geschlecht Betrachtet man die altersspezifische Beteiligung, erkennt man deutliche Unterschiede zwischen den Altersgrup- pen. So steigt die Teilnahmebereitschaft mit zunehmendem Alter deutlich an: Konnte von den unter 25-Jährigen nur etwa jede*r 17te (6,1 %) erreicht werden, hat mit 15,3 Prozent knapp jede siebte angeschriebene Person im Alter zwischen 60 und 80 Jahren an der Umfrage teilgenommen (siehe Grafik 3). Frauen und Männer haben sich in annähernd gleichem Maße an der Umfrage beteiligt (Frauen: 11,8 %; Männer 11,1 %). Allerdings sind insbesondere von Männern unter 35 Jahren deutlich unterdurchschnittliche Rückläufe zu verzeichnen, während Männer mit beginnendem Rentenalter (60 Jahre und älter) – auch im Vergleich zu gleich- altrigen Frauen – eine durchweg höhere Beteiligungsquote aufweisen. Unterschieden nach Geschlecht zeigt sich bei den jüngeren Altersgruppen eine stärkere Beteiligung bei den Frauen, wohingegen bei den älteren Altersgruppen eine stärkere Beteiligung der Männer zu verzeichnen ist. Grafik 3 Beteiligungsquote nach Geschlecht und Alter (in %) Befragtengruppe: n = 8 291 Quelle: Meldewesen der Stadt Köln; Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 9 Dies entspricht knapp einem Prozent (0,89 %) der Grundgesamtheit von 845 002. 5,1 9,2 10,6 13,8 16,1 6,1 10,1 10,9 14,0 15,3 7,1 10,9 11,2 14,3 14,6 18 bis 24 Jahre 25 bis 34 Jahre 35 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis 80 Jahre Männer insgesamt Frauen Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 9 Nationalität / Migrationshintergrund Personen mit Migrationshintergrund gelten in der Regel als schlechter erreichbar für freiwillige Umfragen als Menschen ohne Migrationshintergrund.10 Neben möglicher sprachlicher und kultureller Hürden erklärt sich die niedrigere Teilnahmebereitschaft der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zum einen dadurch, dass sie im Durchschnitt jünger ist als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (siehe vorangegangener Abschnitt 11) und zudem auch grundsätzlich schlechter erreichbar ist. Grafik 4 Beteiligungsquote nach Migrationshintergrund (in %) Befragtengruppe: n = 8 291 Quelle: Meldewesen der Stadt Köln; Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Stadtbezirke Die Beteiligungsquote variiert über die neun Kölner Stadtbezirke zwischen 16,8 Prozent in Lindenthal und 7,5 Prozent in Kalk. Damit ist die Quote im Stadtbezirk mit der besten Beteiligung mehr als doppelt so hoch als im Bezirk mit der geringsten Beteiligung. Mit einer Beteiligung von 14,6 Prozent ist die Quote im Stadtbezirk Innenstadt ebenfalls überdurchschnittlich hoch (siehe Grafik 5). Neben Kalk ist die Beteiligung an der Umfrage auch in den Stadtbezirken Chorweiler und Mülheim mit jeweils weniger als 10 Prozent deutlich unterdurchschnittlich. Hierbei handelt es sich um Stadtbezirke, in denen der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich hoch ist: So hat in Kalk, dem Stadtbezirk mit der niedrigsten Beteiligungsquote, mehr als jede*r Zweite in der Grundgesamtheit einen Migrationshinter- grund (52,0 %). Auch in Chorweiler und Mülheim ist der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Grundgesamtheit mit 49,1 beziehungsweise 41,4 Prozent überdurchschnittlich hoch. Der Zusammenhang zwischen der Beteiligungsquote je Stadtbezirk und dem Anteil Personen mit Migrationshintergrund in den Stadt- bezirken an der Bevölkerung der Grundgesamtheit ist hoch (siehe Grafik 6) : Je höher der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund in den Stadtbezirken an der Bevölkerung der Grundgesamtheit ist, desto niedriger fällt die Teilnahme an der Umfrage aus. 10 Zur Definition Migrationshintergrund siehe Fußnote 7 auf Seite 7. 11 Siehe Blohm, M. und C. Diehl (2001): Wenn Migranten Migranten befragen. Zum Teilnahmeverhalten von Einwanderern bei Bevölkerungsbefragungen. In: Zeitschrift für Soziologie, 30 (3): 223-242 sowie Koch, A. (1997): Teilnahmeverhalten beim ALLBUS 1994. Soziodemographische Determinanten von Erreichbarkeit, Befragungsfähigkeit und Kooperations- bereitschaft. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 49(1): 99-122 9,1 14,7 18,8 22,1 21,9 3,0 4,3 4,3 4,8 5,6 18 bis 24 Jahre 25 bis 34 Jahre 35 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis 80 Jahre ohne Migrationshintergrund mit Migrationshintergrund Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 10 Grafik 5 Beteiligungsquote nach Stadtbezirk (in %) Befragtengruppe: n = 8 291 Quelle: Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Grafik 6 Zusammenhang zwischen Beteiligungsquote in den Stadtbezirken und Anteil Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Grundgesamtheit (jeweils in %) Grundgesamtheit: n = 845 002; Befragtengruppe: n = 8 291 Quelle: Meldewesen der Stadt Köln; Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 7,5 8,7 9,4 10,9 11,5 11,7 12,2 13,1 14,6 16,8 Kalk Chorweiler Mülheim Porz Gesamtstadt Ehrenfeld Nippes Rodenkirchen Innenstadt Lindenthal 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 Ausschöpfungsquote (in %) Anteil Personen mit Migrationshintergrund in der Grundgesamtheit (in %) Lindenthal Innenstadt Chorweiler Mülheim PorzKöln Ehrenfeld NippesRodenkirchen Kalk Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 11 4.3. Strukturvergleich der Befragtengruppe mit der Grundgesamtheit Aufgrund des unterschiedlichen Response-Verhaltens verschiedener Bevölkerungsgruppen ergeben sich strukturelle Unterschiede zwischen der Befragtengruppe und der Grundgesamtheit. Alter Wie die folgende Grafik 7 zeigt, repräsentiert die Alterszusammensetzung der Befragtengruppe die der Grund - gesamtheit recht gut. Die Unterschiede sind nur minimal und noch am ehesten bei den jüngeren Altersgruppen erkennbar. Migrationshintergrund / Nationalität Die altersabhängig unterschiedliche Beteiligung sowie die deutlich geringere Beteiligung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (hier vor allem die der Befragten ausländischer Nationalität) führen dazu, dass trotz einer Überquotierung der entsprechenden Bevölkerungsgruppen 12 die Zusammensetzung der Befragtengruppe sicht- bare Abweichungen zu der Zusammensetzung der Grundgesamtheit aufweist und die angestrebte annähernde Gleichverteilung der Befragtengruppe mit der Grundgesamtheit in diesem Punkt nicht erreicht werden konnte. So beträgt der Anteil Menschen mit Migrationshintergrund in der Grundgesamtheit zum Zeitpunkt des Daten - abzugs 36,0 Prozent. In der Befragtengruppe liegt dieser Anteil bei lediglich 17,2 Prozent und ist damit nur halb so hoch. Hinsichtlich des Merkmals Nationalität ist der Unterschied noch deutlicher: hier steht einem Anteil von 20,8 Prozent Menschen ausländischer Nationalität in der Grundgesamtheit ein entsprechender Anteil von 7,6 Prozent in der Befragtengruppe gegenüber – also nur etwas mehr als ein Drittel (siehe Grafik 7). Grafik 7 Zusammensetzung der Befragten und der Grundgesamtheit nach Alter, Migrationshintergrund und Nationalität (in %)* * zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung Quelle: Meldewesen der Stadt Köln, Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 12 Zur Überquotierung siehe Kapitel 1 Grundgesamtheit und Stichprobenkonzept, Seite 4. 9,8 7,4 21,4 24,4 18,3 15,5 27,2 29,9 23,3 22,9 Grundgesamtheit Befragtengruppe Alter 18 bis 24 Jahre 25 bis 34 Jahre 35 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis 80 Jahre 62,9 82,5 37,1 17,5 Grundgesamtheit Befragtengruppe Migrationshintergrund mit Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund 79,2 92,4 20,8 7,6 Grundgesamtheit Befragtengruppe Nationalität deutsch ausländisch Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 12 Stadtbezirk Mit der Befragung konnte die in der Grundgesamtheit vorhandene Bevölkerungsverteilung über die neun Stadt- bezirke gut repräsentiert werden. Aufgrund der unterschiedlich hohen Beteiligungsquoten kommt es zu einer etwas stärkeren Überrepräsentierung des Stadtbezirks Lindenthal (+2,6 % -Punkte) sowie zu leichteren Über- repräsentierungen der Stadtbezirke Innenstadt (+1,1 %-Punkte) und Ehrenfeld (+0,9 %-Punkte). Die geringere Beteiligung in den Stadtbezirken Mülheim, Kalk und Chorweiler fü hrt zu einer entsprechenden Unterrepräsentierung. Aufgrund der Überquotierung der Personen ausländischer Nationalität (siehe Seite 4 ), die in diesen Stadtbezirken überdurchschnittlich vertreten ist, kommt es hier nur zu geringfügigen Abweichungen (zwischen -0,7 und -1,9 %-Punkten). Tabelle 1 Verteilung der Bevölkerung / der Befragten über die neun Stadtbezirke (in %) Quelle: Meldewesen der Stadt Köln; Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 4.4. Bildungsbias Der in der Umfrageforschung hinlänglich bekannte „Bildungsbias “ findet sich auch in der Corona-Umfrage wieder. Hierbei handelt es sich um eine grundsätzliche höhere Teilnahmebereitschaft höher gebildeter Bevölkerungsgruppen an Umfragen. 13 Dies zeigt der Vergleich des höchsten allgemeinen Bildungsabschlusses aus der Corona-Umfrage mit Daten der Statistik: Laut Mikrozensus 2019 (IT.NRW) verfügen in Köln 54,7 Prozent der 18- bis 80-Jährigen über die Fachhochschulreife oder Abitur. In der Umfrage liegt dieser Anteil mit 75,7 Prozent deutliche 21 Prozentpunkte darüber (siehe Grafik 8). Entgegengesetzt ist die Bevölkerung mit niedrigem allgemeinen Bildungsabschluss deutlich unterrepräsentiert: Haben in der Bevölkerung (18 – 80 Jahre) 19,1 Prozent einen Haupt- oder Volksschulabschluss, sind es in der Befragtengruppe nur 7,2 Prozent. Diese deutlichen Abweichungen weisen darauf hin, dass sich formal höher gebildete Menschen in deutlich stärkerem Umfang an der Umfrage beteiligt haben als Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen und in der Umfrage deutlich überrepräsentiert sind. 13 Zum Bildungs- oder auch Mittelschichtsbias siehe Hartmann, P.H. und Schimpl-Neimanns, B. (1992): Zur Repräsentativität soziodemographischer Merkmale des ALLBUS - Multivariate Analysen zum Mittelschichtbias der Umfrageforschung. ZUMA Arbeitsbericht 92/01, S. 14ff aktuellere Quelle Anteile (in %) absolut Anteile (in %) absolut Innenstadt 13,0 109 627 14,1 1 166 +1,1 Rodenkirchen 9,9 83 323 9,9 817 0,0 Lindenthal 14,1 118 960 16,7 1 384 +2,6 Ehrenfeld 10,4 87 703 11,2 932 +0,9 Nippes 10,8 91 568 10,2 844 -0,7 Chorweiler 7,3 61 287 6,5 543 -0,7 Porz 10,1 85 682 10,1 840 0,0 Kalk 10,9 92 133 9,6 793 -1,3 Mülheim 13,6 114 719 11,7 972 -1,9 Köln insgesamt 100 845 002 100 8 291 Verteilung der Bevölkerung / der Befragten über die neun Stadtbezirke in der… Abweichung der Anteile (in %-Punkten)GrundgesamtheitStadtbezirk Befragtengruppe Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 13 Grafik 8 Höchster allgemeinbildender Schulabschluss in Köln insgesamt und in der Umfrage zur Corona- Krise 2021 (in %) Quellen: Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021; IT.NRW: Mikrozensus 2019 (eigene Berechnungen) Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 4.5. Genauigkeit der Stichprobenergebnisse Auch ohne die dargestellte Unter- oder Überrepräsentierung bestimmter Bevölkerungsgruppen in einer Befragung bilden diese Stichproben die Realität selten zu 100 Prozent genau ab. Auch Zufallsschwankungen spielen bei Abweichungen eine Rolle. In der Stichprobentheorie hat sich der sogenannte „Stichprobenfehler“ 14 als statistische Zahl zur Messung der Genauigkeit der Stichprobenresultate (sprich: Befragungsergebnisse) etabliert. Dieses Maß sagt etwas darüber aus, wie stark die Abweichungen zwischen einem mit der Umfrage gemessenen Antwortanteil und dem anzunehmenden Anteil in der Grundgesamtheit sind. Für die vorliegenden Befragungsergebnisse betragen diese statistischen Schwankungsbreiten • bei einem Anteilswert von 50 Prozent: maximale Abweichung von +/– 0,55 %-Punkten, das heißt der „wahre“ Wert“ liegt mit 95 %iger Wahrschein- lichkeit zwischen 49,5 und 50,5 Prozent • bei einem Anteilswert von 25 Prozent: maximale Abweichung von +/– 0,48 %-Punkten, das heißt der „wahre“ Wert“ liegt mit 95 %iger Wahrschein- lichkeit zwischen 24,5 und 25,5 Prozent. 4.6. Aussagekraft der Befragungsergebnisse Trotz der in diesem Bericht genannten Einschränkungen kann die Aussagekraft der Ergebnisse der Umfrage zur Corona-Krise in Köln als hoch eingestuft werden. Sie liefert eine Vielzahl an Informationen zur subjektiven Wahr- nehmung der Belastung durch die Corona-Krise, die aus der amtlichen Statistik nicht zu entnehmen sind und für Verwaltung und Politik einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der Folgen der Corona -Krise in Köln leisten. In den Berichterstattungen zu den Umfrageergebnissen werden gesamtstädtische Ergebnisse, für die ein signifikanter Zusammenhang mit Strukturmerkmalen – die in der Befragtengruppe eine Verzerrung aufweisen – nachgewiesen werden kann, entsprechend ausgewiesen. Einzelergebnisse für die entsprechenden Bevölkerungs- gruppen sind von dieser Verzerrung in ihrem Aussagegehalt nicht betroffen. 14 Der Stichprobenfehler ist ein Streuungsmaß. Es handelt sich um den Parameter der mittleren quadratischen Abweichung, bei dem die Summe der Quadrate der Abweichungen der Merkmalswerte von einem Bezugswert (dem hier geschätzten arithmetischen Mittel) gebildet und durch ihre Anzahl (beziehungsweise die um 1 verminderte Anzahl) dividiert wird. 7,6 0,7 1,3 0,2 19,1 7,2 17,1 16,2 54,7 75,7 Mikrozensus 2019* Corona-Umfrage 2021 ohne Schulabschluss noch in schulischer Ausbildung Haupt-/ Volksschulabschluss Realschul- oder gleichwertiger Abschluss Fachhochschulreife/Abitur * Bevölkerung 18 - 80 Jahre in Privathaushalten am Hauptwohnort Köln Kölner Statistische Nachrichten 18/2021 Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation Seite 14 5. Anhang: Fragebogen Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise Dieser Bogen wird maschinell ausgewertet - der Barcode am unteren Ende des Fragebogens ermöglicht die maschinelle Erfassung der Antworten. Markieren Sie eine Antwort bitte in der folgenden Weise: . Wenn Sie eine Antwort korrigieren möchten, füllen Sie bitte das "falsch" markierte Feld und noch etwas darüber hinaus aus, ungefähr so: . Ziffern sollen ungefähr so aussehen: ; Korrekturen so: Bitte verwenden Sie zum Ausfüllen des Fragebogens nur einen blauen oder schwarzen Stift - bitte keinen Bleistift und kein Rot oder Grün verwenden. Bitte füllen Sie den Fragebogen möglichst vollständig aus. Falls Sie keine Antwort geben können, lassen Sie das entsprechende Feld unausgefüllt. Betroffenheit von Corona 1. Kommen wir zunächst einmal zu der Frage, wie stark Sie von der Corona-Pandemie betroffen sind: Hatten Sie selbst oder Personen in Ihrem Umfeld bereits eine Corona-Infektion? Bitte alles Zutreffende auswählen ja, ich selbst ja, andere Person in meinem Haushalt / meiner WG ja, enge Bezugspersonen außerhalb meines Haushaltes (z.B. Eltern, Kinder, enge Freund*innen) ja, Personen im näheren Arbeitsumfeld (Kolleg*innen, Kund*innen) ja, sonstige Personen in meinem näheren privaten Umfeld (z.B. Nachbar*innen, Bekannte, Freund*innen) nein, weder noch Auswirkungen der Corona-Krise überhaupt nicht eher nicht mittelmäßig eher stark sehr stark 2. Schauen Sie bitte einmal auf die komplette Zeit der Corona-Krise seit März 2020 zurück: Wie stark fühlten Sie sich bislang – alles in allem – durch die Krise belastet? 3. Und wie stark fühlten Sie sich bislang durch die folgenden Begleiterscheinungen und Umstände der Corona-Krise belastet? Existenz / wirtschaftliche Lage überhaupt nicht belastet eher gering belastet mittelmäßig belastet eher stark belastet sehr stark belastet trifft nicht zu (Angst vor) Verlust des Arbeitsplatzes, der Existenzgrundlage / Firmenpleite (Angst vor) Kurzarbeit (Angst vor) finanziellem Verlust Schwierigkeiten, die Miete / den Kredit zu bezahlen; Angst, die Wohnung zu verlieren 8 Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.1 Seite 1 von Persönliche Situation / Lebensführung überhaupt nicht belastet eher gering belastet mittelmäßig belastet eher stark belastet sehr stark belastet trifft nicht zu eingeschränkte Freizeit- / Feriengestaltung (Sport, Kultur, Reisen usw.) Familie / Freundeskreis nicht sehen können / Kontaktbeschränkungen Kinderbetreuungssituation / Stress durch Doppelbelastung Arbeit und Kinder berufliche Belastung / Überlastung (z.B. Arbeit im Gesundheitswesen) Einsamkeit / Isolation Homeoffice häusliche Enge Angst vor eigener Krankheit / Tod Angst vor Krankheit / Tod Angehöriger Versorgungslage überhaupt nicht belastet eher gering belastet mittelmäßig belastet eher stark belastet sehr stark belastet trifft nicht zu Angst, dass eigene Versorgung nicht gesichert ist (Lebensmittel, Medikamente usw.) Gesellschaft überhaupt nicht belastet eher gering belastet mittelmäßig belastet eher stark belastet sehr stark belastet trifft nicht zu Unvernunft der Menschen / halten sich nicht an Maßnahmen Sorgen um Deutschlands Wirtschaft / Wohlstand Sorgen um Zusammenhalt der Gesellschaft 4. Gibt es neben den Einschränkungen und Belastungen auch Positives, das Sie aus der Corona-Krise mitnehmen? Tragen Sie bitte Ihre Antwort in Stichworten ein. 5. Waren Sie vor der Corona-Krise erwerbstätig (auch geringfügige Beschäftigung)? ja nein Wenn Sie "nein" gewählt haben, bitte weiter mit Frage 7 Seite 2 von 8 Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.2 6. Welche der folgenden Auswirkungen hatte die Corona-Krise auf Ihre Erwerbstätigkeit beziehungsweise auf Ihre Einkommensquelle? Bitte alles Zutreffende auswählen Kurzarbeit mit Lohnfortzahlung freigestellt ohne Lohnfortzahlung freigestellt meine Anstellung / meinen (Neben)Job verloren eine neue Arbeit / einen neuen (Neben)Job gefunden selbstständig / freiberuflich tätig: weniger Aufträge selbstständig / freiberuflich tätig: (so gut wie) gar keine Aufträge mehr Überstunden selbstständig / freiberuflich tätig: mehr Arbeit / Aufträge als vor der Krise keine derartigen Auswirkungen 7. Sind Sie derzeit erwerbstätig (auch geringfügige Beschäftigung)? ja nein Wenn Sie "nein" gewählt haben, bitte weiter mit Frage 11 8. Haben Sie während der Corona-Krise (auch teilweise) im Homeoffice gearbeitet? Hinweis: Wenn in den folgenden Fragen von Homeoffice die Rede ist, ist damit auch das mobile Arbeiten gemeint. Ja und ich habe das schon vor der Corona-Krise getan. Ja, aber ich habe das vor der Corona-Krise noch nicht getan. Nein Ich war während der Corona-Krise noch nicht erwerbstätig. 9. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie zu, wenn Sie an Homeoffice denken? Bitte alles Zutreffende auswählen In meinem Tätigkeitsfeld ist Homeoffice grundsätzlich nicht möglich. → Bitte weiter mit nächster Frage Ich möchte zukünftig (mehr) im Homeoffice arbeiten. Homeoffice erlaubt mir ein ungestörteres / effizienteres Arbeiten. Ich gewinne Zeit durch Wegfall des Pendelns. Ich kann Privatleben und Beruf besser vereinbaren. Der Kontakt zu / Austausch mit Kolleg*innen fehlt mir. Ich möchte grundsätzlich nicht im Homeoffice arbeiten. Meine Arbeitgeber unterstützt / erlaubt Homeoffice nicht. Privatleben und Beruf lassen sich nicht gut trennen. Homeoffice ist in meinem Berufsfeld schon länger üblich. 10. Haben Sie aufgrund Ihrer Tätigkeit / Ihres Berufsfeldes Interesse, zukünftig an einem sogenannten Coworking-Platz zu arbeiten? Hinweis: Damit ist das Arbeiten in gemeinsam genutzten und dafür eingerichteten Büroräumlichkeiten gemeint. Bitte nur eine Antwort auswählen Nein, das passt nicht zu meiner (Berufs)situation. Nein, kommt für mich nicht infrage. Ja, eventuell. Ja, würde ich gerne machen. Ich nutze bereits einen Coworking-Arbeitsplatz. Seite 3 von 8 Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.3 11. Wie viele Personen in Ihrem Haushalt – Sie eingerechnet – arbeiteten während der Corona-Krise (teilweise) im Homeoffice? keine 1 2 3 und mehr Wenn Sie "keine" gewählt haben, bitte weiter mit Frage 13 12. Welche Rahmenbedingungen für Homeoffice gibt es bei Ihnen im Haushalt? Wie sehr treffen die folgenden Aussagen zu? Alle Personen mit (teilweise) Homeoffice haben … trifft gar nicht zu trifft teilweise zu trifft zu ein eigenes Arbeitszimmer einen ruhigen Arbeitsplatz in Gemeinschaftsräumen (z.B. Küche, Wohnzimmer) einen eigenen PC / Laptop / Tablet ausreichenden Zugang zu einem geteilten PC / Laptop / Tablet 13. Wie viele Kinder in Ihrem Haushalt waren im Homeschooling? keine 1 2 3 und mehr Wenn Sie "keine" gewählt haben, bitte weiter mit Frage 15 14. Welche der folgende Aussagen trifft auf Ihren Haushalt zu? Alle Kinder mit Homeschooling haben ... trifft gar nicht zu trifft teilweise zu trifft zu einen ruhigen Arbeitsplatz in Gemeinschaftsräumen (z.B. Küche, Wohnzimmer) ein eigenes (Arbeits)zimmer einen eigenen PC / Laptop / Tablet ausreichenden Zugang zu einem geteilten PC / Laptop / Tablet Parks und Grünflächen im Wohnumfeld 15. Wie weit ist der nächste Park / die nächste Grünfläche von Ihrer Wohnung zu Fuß entfernt? weniger als 5 Minuten 5 bis unter 15 Minuten 15 bis unter 30 Minuten 30 Minuten und mehr 16. Wie häufig nutzen Sie die für Sie zu Fuß erreichbaren Parks und Grünflächen? täglich einmal im Monat mehrmals die Woche seltener einmal die Woche nie mehrmals im Monat Wenn Sie "nie" ausgewählt haben, bitte weiter mit Frage 20 17. Aus welchen Gründen nutzen Sie diese Parks und Grünflächen? Bitte alles Zutreffende auswählen spazieren gehen Sport treiben / mich bewegen vom Alltag abschalten Zeit mit der Familie, den Kindern, den Freunden verbringen mal aus der Wohnung herauskommen unter anderen Menschen sein meiner Gesundheit etwas Gutes tun mit dem Hund rausgehen die Natur beobachten und erleben können Sonstiges Seite 4 von Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.4 deutlich seltener seltener gleich häufig häufiger deutlich häufiger 18. Nutzen Sie seit Beginn der Corona-Krise diese fußläufigen Parks und Grünflächen häufiger oder seltener als vor der Corona-Krise? sehr unzufrieden eher unzufrieden teils-teils eher zufrieden sehr zufrieden 19. Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand und der Pflege dieser Parks und Grünflächen? sehr unzufrieden eher unzufrieden teils-teils eher zufrieden sehr zufrieden 20. Wie zufrieden sind Sie grundsätzlich mit dem Angebot an Parks und Grünflächen in Köln? Online-Einkauf 21. Wie häufig kaufen Sie seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 über das Internet ein? mehrmals pro Woche etwa einmal im Vierteljahr etwa einmal pro Woche etwa einmal im halben Jahr etwa einmal pro Monat (so gut wie) gar nicht 22. Was trifft auf Sie zu? viel seltener seltener etwa gleich oft öfter viel öfter Ich kaufe heute online […] ein als vor Beginn der Corona-Krise. 23. Was meinen Sie: Werden Sie nach der Corona-Krise so einkaufen wie früher – also vor der Corona-Krise – oder denken Sie, dass sich Ihr Einkaufsverhalten dauerhaft ändern wird? Bitte nur eine Antwort auswählen Ich werde Online-Shopping nach der Krise mehr nutzen als vor der Corona-Krise. Ich werde nach der Krise weniger online shoppen als vor der Corona-Krise. Ich denke, ich werde mich nach der Krise genauso verhalten wie vorher. Ich weiß (noch) nicht. Städtische Herausforderungen 24. Mit Blick in die Zukunft: Wie sehr stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? Die Möglichkeit, auch von zu Hause aus zu arbeiten, sollte auch nach der Corona-Krise verstärkt in der Arbeitswelt angeboten werden. stimme überhaupt nicht zu stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme voll und ganz zu habe hierzu keine Meinung Nicht zuletzt durch die Corona-Krise ist es für mich wichtiger geworden, eine Wohnumgebung mit attraktiven Plätzen, Grünflächen und Straßen zu haben. stimme überhaupt nicht zu stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme voll und ganz zu habe hierzu keine Meinung Seite 5 von Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.5 Ich würde gerne auch nach der Corona-Krise in den Kölner Geschäften die Möglichkeit des "click & collect" – also online oder telefonisch bestellen und im Laden abholen – nutzen wollen. stimme überhaupt nicht zu stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme voll und ganz zu habe hierzu keine Meinung Es ist wichtig, dass Fahrrad- und Fußwege weiter ausgebaut werden und die Qualität vorhandener Wege verbessert wird. stimme überhaupt nicht zu stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme voll und ganz zu habe hierzu keine Meinung Nachbarschaftskontakte und Zusammenhalt in den Veedeln sollten stärker gefördert werden. stimme überhaupt nicht zu stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme voll und ganz zu habe hierzu keine Meinung Geschäfte für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs sollten fußläufig erreichbar sein. stimme überhaupt nicht zu stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme voll und ganz zu habe hierzu keine Meinung Wohnsituation 25. In was für einem Gebäude wohnen Sie? Ein- oder Zweifamilienhaus Mehrfamilienhaus (= Geschosswohnungsbau) anderer Gebäudetyp 26. Wie groß ist die bewohnbare Wohnfläche Ihrer Wohnung / Ihres Hauses – in m²? Hinweis: Bitte gerundeten Wert (ohne Komma) eingeben. Bei Wohngemeinschaften bitte die Wohnfläche der gesamten Wohnung eintragen. m² 27. Wie viele Räume ab 6 m² (ohne Bad, WC und Flur) hat Ihre Wohnung / Ihr Haus? Räume 28. Haben Sie Zugang zu einer privaten Freifläche (Balkon, Garten)? Bitte alles Zutreffende auswählen ja, Balkon ja, Garten (auch Schreber- /Gemeinschaftsgarten) nein, nichts davon Angaben zur Person und zum Haushalt Wichtig ist, dass wir Ihre bisherigen Angaben auch nach einzelnen Gruppen auswerten können. Deshalb haben wir abschließend noch ein paar Fragen zu Ihrer Person und Ihrem Haushalt. 29. Welches Geschlecht haben Sie? männlich weiblich nicht-binär / divers 30. Wie alt sind Sie? Jahre Seite 6 von Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.6 31. Welchen höchsten allgemeinen Schulabschluss haben Sie? Hinweis: Ordnen Sie bitte im Ausland erworbene Abschlüsse einem gleichwertigen deutschen Abschluss zu. zurzeit noch Schüler*in Hauptschulabschluss (auch Volksschule) Mittlerer Schulabschluss (Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss / Polytechnische Oberschule o. ä.) Fachhochschulreife / Abitur (Hochschulreife) Schule beendet ohne Abschluss 32. Welchen höchsten beruflichen Bildungsabschluss haben Sie? zurzeit noch in Ausbildung / im Studium abgeschlossene Lehre, Berufsausbildung im dualen System Fachschulabschluss (Meister / Techniker oder gleichwertiger Abschluss) (Fach-)Hochschulabschluss, Promotion einen anderen Berufsabschluss Lehre ohne Abschluss, Anlernausbildung, ohne beruflichen Abschluss 33. Was ist Ihr derzeitiger offizieller Erwerbsstatus? Hinweis: Bitte kreuzen Sie nur eine Antwort an, die Ihrer Situation am ehesten entspricht. Ich bin ... in Vollzeit erwerbstätig mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35 Stunden und mehr in Teilzeit erwerbstätig mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von weniger als 35 Stunden in betrieblicher Ausbildung / Lehre / Umschulung in Erziehungsurlaub, Elternzeit, Mutterschutz im freiwilligen Wehrdienst in Altersteilzeit (Ruhephase, Arbeitszeit gleich Null) geringfügig oder unregelmäßig beschäftigt (z.B. Minijob) arbeitslos gemeldet: mit Bezug von Arbeitslosengeld I arbeitslos gemeldet: mit Bezug von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) Hausfrau / Hausmann Rentner*in, Pensionär*in Schüler*in, Student*in, im freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr o.ä. Wenn Sie nicht erwerbstätig sind (z.B. arbeitslos, Hausfrau/Hausmann, im Ruhestand, Schüler*in/Student*in o.ä.) gehen Sie bitte weiter zu Frage 35. 34. Was trifft auf Sie zu? Hinweis: Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen: Beziehen Sie sich hier bitte auf Ihr Hauptbeschäftigungsverhältnis. angestellt in der freien Wirtschaft angestellt oder verbeamtet im öffentlichen Dienst selbstständig tätig (gewerblich) selbstständig tätig (freiberuflich) mithelfendes Familienmitglied 35. Wie viele Personen leben ständig in Ihrer Wohnung – Sie selbst mitgezählt? 1 4 2 5 und mehr 3 Wenn Sie "1" angegeben haben, bitte weiter mit Frage 39 Seite 7 von Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.7 36. Leben Sie in einer Wohngemeinschaft (einer sog. WG)? nein ja 37. Welche Personen leben noch mit Ihnen in der Wohnung? Hinweis: Bitte machen Sie hier Angaben für in der Wohnung lebende Personen – abgesehen von Ihnen. Bitte behalten Sie die Reihenfolge der Personen bei der nachfolgenden Frage bei. Partner*in eigenes Kind, Kind der Partnerin / des Partners eigener Elternteil, Elternteil der Partnerin / des Partners andere Person (z.B. WG- Mitbewohner*in) 1. Person 2. Person 3. Person 4. Person 5. Person 6. Person 38. Bitte geben Sie noch für jede Person in Ihrer Wohnung das Alter an – abgesehen von Ihnen. 1. Person 2. Person 3. Person 4. Person 5. Person 6. Person 39. Wenn Sie Ihre Einkünfte bzw. die Einkünfte Ihres Haushaltes einmal zusammenrechnen: Wie hoch ist Ihr monatliches Haushalts-Nettoeinkommen – also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben? Hinweis: Wenn Sie in einer WG wohnen, geben Sie bitte nur Ihre eigenen Einkünfte an. Sollte Ihr monatliches Haushalts-Nettoeinkommen variieren, geben Sie bitte einen Durchschnittswert an. unter 250 Euro 3 000 bis unter 3 500 Euro 250 bis unter 500 Euro 3 500 bis unter 4 000 Euro 500 bis unter 750 Euro 4 000 bis unter 4 500 Euro 750 bis unter 1 000 Euro 4 500 bis unter 5 000 Euro 1 000 bis unter 1 250 Euro 5 000 bis unter 6 000 Euro 1 250 bis unter 1 500 Euro 6 000 bis unter 7 000 Euro 1 500 bis unter 2 000 Euro 7 000 bis unter 9 000 Euro 2 000 bis unter 2 500 Euro 9 000 bis unter 11 000 Euro 2 500 bis unter 3 000 Euro 11 000 Euro und mehr 40. Hat sich das monatliche Netto-Einkommen Ihres Haushaltes durch die Corona-Krise verändert im Vergleich zu der Zeit vor der Krise ? Das Haushaltseinkommen ist … stark gesunken gestiegen gesunken stark gestiegen gleich geblieben Es hat sich verändert, aber nicht durch die Corona-Krise. Seite 8 von Abbabeikab Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise 16.8 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy - Brandt- Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de Internet: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/12.2022 -
KSN_8_2022_Kurzinformation_Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln
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Kurzinformation: Umfragen Ausgabe 8/2022 01.04.2022 Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Allgemein hohe Belastung durch Corona-Pandemie – verstärkt bei Jüngeren und Familien mit Kindern Die immer noch vorherrschende Corona-Pandemie stellt als unmittelbares Gesundheitsrisiko, aber auch durch die sie begleitenden politischen Maßnahmen eine Belastung des alltäglichen Lebens dar. In der Bevölkerungsumfrage der Stadt zur Corona-Krise in Köln gaben sechs von sieben Befragten an, über den kompletten Zeitraum von März 2020 bis zum Zeitpunkt der Umfrage im Sommer 2021 belastet gewesen zu sein (86,5 %). Knapp die Hälfte dieser Gruppe fühlte sich sogar eher stark bis sehr stark belastet (41,7 % aller Befragten).1 1 Vereinzelte Abweichungen in den Summen lassen sich hier und in allen folgenden Darstellungen auf das Runden der Einzelwerte zurückführen. Dass sich rund 42 Prozent der befragten Kölner*innen eher stark oder sehr stark durch Corona belastet fühlten, deckt sich zum Beispiel mit einer repräsentativen Studie der Techniker Krankenkasse, in der ebenfalls 42 Prozent eine starke subjektive Belastung durch die Pandemie angegeben haben (siehe Meyer, Zill, Schuhmann 2021: Arbeitssituation und psychische Belastung nach einem Jahr Coronapandemie. Abrufbar unter: https://www.tk.de/resource/blob/2110096/11c10b8be736a0f2b70e40c01cadba63/2021-tk-gesundheitsreport-data.pdf). 36,9 44,5 27,9 35,9 43,0 51,3 61,0 31,8 40,6 46,7 44,3 59,4 38,9 43,7 41,7 47,2 43,4 57,0 48,4 42,3 38,4 31,9 53,2 45,0 41,2 42,7 31,1 44,5 45,4 44,8 15,9 12,1 15,1 15,7 14,7 10,3 7,1 15,1 14,4 12,1 13,1 9,5 16,5 10,9 13,5 0 20 40 60 80 100 Corona = abstrakte Bedrohung Corona = konkrete Erfahrung Hauhalte mit Personen ab 65 Jahren Paare ohne Kind(er) Alleinlebende Paare mit Kind(ern) Alleinerziehende 60 - 80 Jahre 45 - 59 Jahre 35 - 44 Jahre 25 - 34 Jahre 18 - 24 Jahre Männer Frauen Insgesamt sehr stark / eher stark mittelmäßig eher nicht / überhaupt nicht Schauen Sie bitte einmal auf die komplette Zeit der Corona-Krise seit März 2020 zurück: Wie stark fühlten Sie sich bislang – alles in allem – durch die Krise belastet (Anteile in %; Fallzahl (N) insgesamt = 8 238) Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Starken Belastungen sahen sich insbesondere Alleinerziehende und Paare mit minderjährigen Kindern ausgesetzt: Ewas über 60 Prozent der Alleinerziehenden, welche mit 72 Prozent überwiegend Frauen sind, geben an, während der Corona -Pandemie stark belastet gewesen zu sein. Bei den Paarhaushalten mit minderjährigen Kindern gibt jede*r zweite Befragte an, sich stark belastet gefühlt zu haben. Auffällig ist auch, dass insbesondere die jüngeren Kölner*innen unter 25 Jahren angeben, besonders unter den Einschränkungen gelitten zu haben: Nahezu 60 Prozent erlebten die Corona- Ausnahmesituation als eher starke oder sehr starke Belastung. Personen, die zum Zeitpunkt der Befragung nach eigenen Angaben selbst oder in ihrem Umfeld bereits eine Corona-Infektion hatten – Corona also eine konkrete Erfahrung darstellt – weisen zudem vergleichsweise hohe Anteile starker Belastung auf. Kontaktbeschränkungen, Kinderbetreuungssituation und Einschränkung der Freizeitgestaltung belasten am meisten Die Befragten äußerten eine unterschiedlich stark empfundene Belastung bezogen auf diverse Begleiterscheinungen und Umstände der Corona-Zeit. Insbesondere jene Maßnahmen, die das alltägliche Leben des Großteils der Bevölkerung am stärksten auf unmittelbare Weise beeinflussten, führten zu den höchsten Belastungswerten: zwei Drittel der Befragten fühlten sich durch die Kontaktbeschränkungen 2, die Kinderbetreuungssituation beziehungsweise Doppelbelastung durch Arbeit und Kinder sowie die eingeschränkte Freizeit- und Feriengestaltung zusammengenommen sehr stark oder eher stark belastet. 2 Auch in anderen kommunalen Bevölkerungsumfragen zum Themenkomplex Corona wurden die Kontaktbeschränkungen als große Belastung genannt. Etwa in der Bürgerumfrage der Stadt Augsburg empfanden knapp drei Viertel (74,5 %) der Befragten die Kontaktbeschränkungen am stärksten als Einschränkung. Der etwas höher ausfallende Anteil dürfte auch dadurch erklärbar sein, dass in dieser Befragung lediglich zwischen einer starken oder schwachen Einschränkung gewählt werden konnte (siehe Stadt Augsburg, Amt für Statistik und Stadtforschung (2022): Bürgerumfrage 2021 der Stadt Augsburg – Erste Ergebnisse. Abrufbar unter: https://www.augsburg.de/fileadmin/user_upload/buergerservice_rathaus/rathaus/statisiken_und_geodaten/statistiken/buergerumfrage/KM_2022_01_BU20 21_Erste_Ergebnisse.pdf). 7,3 9,0 11,3 13,9 18,0 18,3 21,7 26,6 32,8 32,9 35,1 39,1 52,0 57,1 66,5 67,6 68,7 15,4 8,1 8,6 11,9 22,8 14,6 19,1 23,0 28,1 23,3 36,1 28,4 31,5 27,7 24,3 15,1 22,0 77,3 82,9 80,1 74,2 59,3 67,0 59,2 50,5 39,1 43,8 28,8 32,5 16,5 15,2 9,3 17,3 9,3 0 20 40 60 80 100 Angst, dass eigene Versorgung nicht gesichert ist Schwierigkeiten, die Miete/ den Kredit zu bezahlen; Angst, die Wohnung zu verlieren* (Angst vor) Kurzarbeit (nur Erwerbstätige)** (Angst vor) Verlust des Arbeitsplatzes, der Existenzgrundlage/ Firmenpleite (nur Erwerbstätige) Angst vor eigener Krankheit/ Tod (Angst vor) finanziellem Verlust** häusliche Enge** Homeoffice (nur wenn selbst (teilweise) im Homeoffice) Einsamkeit/ Isolation berufliche Belastung/ Überlastung (nur Erwerbstätige)* Sorgen um Deutschlands Wirtschaft/ Wohlstand Angst vor Krankheit/ Tod Angehöriger Sorgen um Zusammenhalt der Gesellschaft Unvernunft der Menschen/ halten sich nicht an Maßnahmen eingeschränkte Freizeit-/ Feriengestaltung Kinderbetreuungssituation/ Stress durch Doppelbelastung Arbeit und Kinder (nur wenn Kind(er) unter 18 J. im HH) Familie/ Freundeskreis nicht sehen können/ Kontaktbeschränkungen sehr stark / eher stark mittelmäßig eher gering / überhaupt nicht* "trifft nicht zu" >15% ** "trifft nicht zu" >10% Und wie stark fühlten Sie sich bislang durch die folgenden Begleiterscheinungen und Umstände der Corona-Krise belastet? (Anteile in %; Fallzahl (N) insgesamt = 8 125) Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Diese drei Aspekte sowie die Belastung durch Einsamkeit oder Isolation hängen einzeln für sich genommen auch am stärksten mit der allgemeinen Belastungserfahrung durch die komplette Corona -Zeit zusammen. Je größer demnach das subjektive Belastungsempfinden einer Person in einem dieser vier Bereiche, desto höher auch ihre allgemeine Belastung – alles in allem – durch die Krise.3 Hervorzuheben ist, dass die Kinderbetreuungssituation beziehungsweise der Stress durch die Doppelbelastung durch Arbeit und Kinder von fast der Hälfte aller Eltern als sehr starke Belastung genannt wird (44,7 % sehr stark belastet, 22,8 % eher stark belastet, zusammengenommen 67,6 %). Auch auf abstrakterer Ebene, das gesellschaftliche Zusammenleben betreffend, beeinflusste die Situation das subjektive Empfinden der befragten Kölner*innen erheblich. Mehr als die Hälfte bewertete die unzureichende Anwendung der Maßnahmen durch andere kritisch und fühlte sich durch ihre vermeintliche Nichteinhaltung stark belastet (57,1 %) oder fühlte sich aufgrund von Sorgen um den Zusammenhalt der Gesellschaft beeinträchtigt (52,0 %). Beim Arbeiten im Homeoffice gab die eine Hälfte der Befragten an, davon belastet zu sein, die andere nicht. Weitere Analysen zeigen, dass häusliche Enge den größten Einfluss darauf hat, dass das Arbeiten von zu Hause während der Corona-Krise als belastend empfunden wurde.4 Als eher weniger belastende Begleiterscheinung werden zum Beispiel finan zielle Einbußen beziehungsweise die Angst davor 5 genannt. Vor dem Hintergrund, dass mit rund 19 Prozent der Befragten nur ein vergleichsweise geringer Teil auch tatsächlich unter coronabedingten Einkommensverlusten zu leiden hatte, ist dieses Ergebnis erklärbar.6 Bestimmte Belastungen gehäuft bei Jüngeren, Frauen und den 60- bis 80-Jährigen Unter Jüngeren, Frauen und älteren Personen zwischen 60 und 80 Jahren sind die Anteile starker Belastung in einzelnen Bereichen häufiger vorzufinden als bei den restlichen Befragten: 7 3 Dies zeigen Zusammenhangsanalysen (sogenannte Korrelationen), in denen die Stärke der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Belastungen statistisch untersucht wurde. Nachfolgend wurden nicht-parametrische Korrelationen mit dem dafür üblichen Koeffizienten „Spearmans Rho (=r)“ durchgeführt. Ein perfekter Zusammenhang liegt vor bei r = 1. Ein Bereich 0,3 < 0,5 gilt als mittlerer/ moderater, Werte ab 0,5 als starker Zusammenhang. Im konkreten Fall ergeben sich folgenden Korrelationskoeffizienten für die Zusammenhänge der spezifischen Belastungen und der allgemeinen Belastung durch Corona: „eingeschränkte Freizeit-/ Feriengestaltung: r=0,46 (p<0,001; N = 8 094)“; „Kinderbetreuungssituation/ Stress durch Doppelbelastung Arbeit und Kinder: r=0,47 (p<0,001; N = 1 489)“; „Kontaktbeschränkungen: r=0,44 (p<0,001; N = 8 092)“; „Einsamkeit/ Isolation: r=0,46 (p<0,001; N = 7 687)“. 4 Siehe dazu ausführlicher Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (2022): Homeoffice in der Corona-Krise: Wohl für die einen, Belastung für die anderen. Kölner Statistische Nachrichten 2/2022. Abrufbar unter: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/umfragen 5 Bei den beiden Antworten „(Angst vor) finanziellem Verlust“ und „häusliche Enge“ wird vermutlich der Anteil der Nicht-Belasteten sogar noch etwas unterschätzt („trifft nicht zu“ bei finanziellem Verlust 14,5 % und bei häuslicher Enge 12,9 % aller Befragten). 6 Dies zeigen gesonderte Analysen: siehe Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (2022): Corona-Pandemie führte auch in Köln zu Einkommensverlusten. Kölner Statistische Nachrichten 1/2022. Abrufbar unter: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/umfragen 7 Die Aspekte sind jeweils absteigend nach den höchsten Anteilswerten der starken Belastung sortiert. Für die drei Subgruppen gilt: mindestens die Hälfte der Befragten jeder Subgruppe ist mindestens mittelmäßig belastet und weist signifikant höhere Anteile starker Belastung auf als die anderen Altersgruppen oder Männer. Dies wurde mittels statistischer Signifikanztests geprüft (Chi²-Test; p<0,001; außer Kinderbetreuungssituation hier: p<0,05). Unter 25-Jährige Frauen 60- bis 80-Jährige eingeschränkte Freizeit-/ Feriengestaltung (gilt ebenso für Menschen zwischen 25 und 34 Jahren) Familien/ Freundeskreis nicht sehen können/ Kontaktbeschränkungen Unvernunft der Menschen/ halten sich nicht an Maßnahmen Familien/ Freundeskreis nicht sehen können/ Kontaktbeschränkungen (gilt für Menschen bis ins mittlere Alter: 18 bis unter 45 Jahre) Kinderbetreuungssituation/ Stress durch Doppelbelastung Arbeit und Kinder Sorge um Deutschlands Wirtschaft/ Wohlstand (gilt ebenso für Menschen zwischen 45 und 59 Jahren) Unvernunft der Menschen/ halten sich nicht an Maßnahmen Angst vor Krankheit/ Tod Angehöriger Angst vor eigener Krankheit/ Tod Einsamkeit/ Isolation berufliche Belastung/ Überlastung Angst vor Krankheit/ Tod Angehöriger Homeoffice häusliche Enge Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Unter den jüngsten Befragten ist starke Belastung durch Einschränkungen in der Freizeitgestaltung sowie Einsamkeit deutlich häufiger Für die jüngeren Kölner*innen –typischerweise in einer Lebensphase, geprägt durch viele soziale Kontakte, Begegnungen und Aufenthalte außer Haus – stellte erwartungsgemäß die eingeschränkte Freizeit- und Feriengestaltung die stärkste Belastung dar. Knapp 80 Prozent fühlten sich hiervon zumindest zeitweise stark belastet (dies gilt sowohl für Befragun gsteilnehmende von 18 bis 24 als auch 25 bis 34 Jahren).8 Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil ab, verbleibt aber auf hohem Niveau. So beträgt er für die ältesten Befragten zwischen 60 und 80 Jahren noch 53 Prozent. Darauf folgt die starke Belastung durch Kontaktbeschränkungen, die sowohl Familienkontakte als auch jene zu Freund*innen, Bekannten, Mitstudierenden und weitere Beziehungen betrafen. Da dies eine der zentralsten Einschränkungen des privaten Miteinanders darstellte, verwundern die allgemein hohen Anteile starker Belastung von den jüngsten Befragten bis ins mittlere Alter nicht. Auch Gefühle von Einsamkeit und Isolation sind unter den Jüngsten besonders stark ausgeprägt. Sozusagen als Folge der eingeschränkten sozialen Kontakte außerhalb des eigenen Haushaltes. Unter allen Befragten fällt der Anteil starker Belastung durch Einsamkeit oder Isolation mit rund 33 Prozent vergleichsweise moderat aus, unter den 18- bis unter 25-Jährigen geben dies hingegen 54 Prozent an. Im Vergleich zu den älteren Befragungsteilnehmenden fühlten sich die jüngsten der Stichprobe außerdem in größerer Zahl von einer (möglichen) Erkrankung Angehöriger, dem Homeoffice sowie der häuslichen Enge stark belastet. Frauen häufiger von Kontaktbeschränkungen und Kinderbetreuungssituation stark belastet Auch Frauen weisen gegenüber Männern höhere Anteile der starken Belastung in einzelnen, durch die Pandemie beeinträchtigten, Lebensbereichen auf. Zum Teil gibt es hierbei Überschneidungen mit den jüngeren Befragten, aber auch eigene Besonderheiten. So ist eine starke Belastung durch die Kinderbetreuungssituation beziehungsweise Stress durch Doppelbelastung Arbeit und Kinder sowie eine berufliche Belastung oder Überlastung nur unter den weiblichen Befragten häufiger zu finden. Beides könnte in einem Zusammenhang stehen, da Frauen in weiten Teilen der Gesellschaft nach wie vor in größerem Umfang für die Kinderbetreuung zuständig sind, was insbesondere für Mütter in Erwerbstätigkeit mit zusätzlichen Belastungen verknüpft sein dürfte. 9 Mutmaßliche Nichtbeachtung der Maßnahmen gehäuft stark belastend für die Ältesten Die älteren Befragten zwischen 60 und 80 Jahren fühlen sich – ebenso wie die jüngsten Personen der Stichprobe –bezogen auf eine mutmaßliche Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen durch andere stark belastet. Rund 62 Prozent äußerten dies. Scheinbar sind die jüngsten und ältesten Personen der Stichprobe deutlich skeptischer gegenüber dem coronabezogenen Verhalten ihrer Mitmenschen als die restlichen Befragten : Unter Kölner*innen mittleren Alters ist dieser Anteil geringer. Darüber hinaus ist die Sorge um Deutschlands Wirtschaft und Wohlstand häufiger vertreten sowie die Angst vor einer eigenen Corona-Erkrankung. 8 Im Anhang dieses Berichts lassen sich die betreffenden Anteilswerte detailliert einsehen. 9 Dem zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung geht hervor, dass Frauen täglich durchschnittlich 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit als Männer aufwenden, wozu unter anderem Arbeiten im Haushalt, die Pflege und Betreuung von Kindern und Erwachsenen zählen (siehe Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2017): Zweiter Gleichstellungsbericht - Eine Zusammenfassung. Abrufbar unter: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/zweiter-gleichstellungsbericht-eine-zusammenfassung-deutsch-122402). Der Rückstand von Frauen bei der durchschnittlichen Erwerbsarbeitszeit (Gender Time Gap) nahm zumindest in den Hochphasen der Pandemie zu, weil damals vor allem Mütter ihre Arbeitszeit im Job reduzierten, um bei geschlossenen Schulen und Kitas Kinder zu betreuen (siehe Zucco/ Lott (2021): Stand der Gleichstellung. Ein Jahr mit Corona. WSI Report Nr. 64. Abrufbar unter: http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_64_2021.pdf). Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Original-Stimmen zu negativen Auswirkungen der Corona-Krise Auf die offen gestellte Frage, ob die Befragten neben den Einschränkungen und Belastungen auch Positives aus der Krise ziehen können (siehe dazu ausführlicher die nächsten Seiten), erfolgten sehr vereinzelt kritische beziehungsweise negativ formulierte Nennungen (siehe Link zur Grundauszählung mit allen gegebenen Antworten am Ende dieses Berichts). Zur Verdeutlichung werden vier dieser Zitate wiedergegeben. Frau, zwischen 18 und 24 Jahre, sonstiger Mehrpersonenhaushalt Ehrlich gesagt nicht. Die Krise hat die Probleme und Organisationslücken der Politik offenbart . Einige wenige Politiker sind kompetent daraus hervorgegangen, die meisten haben jedoch sehr versagt. Außerdem haben sich sehr viele Menschen nicht b eachtet oder versorgt gefühlt. Vor allem Studenten, Azubis und Schüler wurden wenig bis gar nicht beachtet und vernachlässigt. Dahinge hend hat die Corona-Politik komplett versagt. Mir persönlich sind die ständigen Änderungen und Auf und Abs der Regelungen sehr auf die Psyche geschlagen. Und nicht nur mir, vielen Freunden und Bekannten geht es so. Mann, zwischen 45 und 59 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kind(er) Nein nur Negatives. Es wurden während der Krise Menschen mit Behinderung nicht berücksichtigt. Genauer gesagt diejenigen, die zu Hause von ihren Angehörigen betreut/ gepflegt werden. Genauso wie in diesem Fragebogen. Frau, zwischen 45 und 59 Jahre, sonstiger Mehrpersonenhaushalt Vereinsamung der Älteren, Einschränkung der Aktivitäten der Jüngeren, zu viel Arbeit für die, die in sozialen Berufen arbeiten (Krankenhaus, Pflege usw.). Mann, zwischen 35 und 44 Jahre, Paar-Haushalt mit Kind(ern) Aus der Corona-Krise kann man leider überhaupt nichts Positives heraus mitnehmen. Meine Frau und ich sind selbstständig und viele aus unserem Bekanntenkreis auch. Viele unserer Bekannten mussten in die Insolvenz, konnten ihre Betriebe nicht mehr retten; Pacht, Mitarbeiter usw. nicht mehr zahlen!!!! Wir alle mussten von unserem Ersparten, was für die Rente gedacht war, die ganzen Lockdown- Phasen überbrücken und wir sind alle gebeutelt und soweit finanziell am Ende. Wie soll das noch weitergehen??? Hilfe erhält man leider keine!!! Positives aus der Krise Die Corona-Pandemie geht mit nachweislich hohen und vielfältigen Belastungen einher. Auf die offen gestellte Frage, ob die Befragten auch Positives aus der Krise mitnehmen können, formulierten dennoch rund 5 600 Personen eine positive Antwort. Dies sind zwei Drittel aller Befragungsteilnehmenden (67,6 %). Etwas häufiger sind hierunter Frauen (56,4 %) als Männer (43,6 %) vertreten. Die Antworten umfassen in der Regel mehrere Aspekte (rechnerisch 1,85 Aspekte pro gültige Antwort). Diese wurden im Zuge der Auswertung zu Kategorien zusammengefasst. Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Top 3-Positivnennungen: Zusammenhalt und Wertschätzung sozialer Beziehungen, Homeoffice-Möglichkeit sowie Reflexion Kategorie Erläuterung Zusammenhalt+Beziehungen Zusammenhalt und Wertschätzung sozialer Beziehungen Homeoffice Homeoffice-Möglichkeit und Vorteile daraus / veränderte Arbeitsbedingungen Reflexion Reflexion und Wertschätzung "Vor-Corona-Zeit" / "Normalzustand" Entschleunigung Entschleunigung Zeitgewinn mehr Zeit Umweltschonung weniger Umweltbelastungen / Entschleunigung Kölns / Erholung Natur Freizeitumgestaltung veränderte Freizeitgestaltung Digitalisierungsschub Digitalisierung / Digitalisierungsschub Selbstentwicklung persönliche Weiterentwicklung AHA-Regeln AHA-Regeln positiv und grundsätzlich sinnvoll Daseinsfürsorge Wertschätzung der Versorgung, Infrastruktur und Wissenschaft in Deutschland Krisenmanagement Krisenmanagement Politik und Gesellschaft / Krise als Chance Einspareffekte Geld gespart durch Corona-Maßnahmen / Lockdown Virtual-Kontakte virtuelle Kontakte / Austausch auf Distanz Gesellschaftsveränderung gesellschaftliche Veränderung KölnEntdecken Erkundung Köln und Umgebung Veedelsorientierung Bedeutung Lokales / "Veedel" Wort-Wolke: Schriftgröße illustriert die Häufigkeit der genannten Kategorien Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Mit 26 Prozent (rund 1 500 Nennungen) gaben die Befragten am häufigsten Antworten, die sich auf den Zusammenhalt im persönlichen Umfeld bezogen – etwa im Kreise der Familie oder Partnerschaft, dem Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder dem Arbeitskontext – oder eine vor allem zu Beginn der Pandemie erlebte allgemeine Solidarität, Hilfsbereitschaft und Rücksichtname zum Beispiel gegenüber vulnerablen Gruppen umfassten. Auch eine bewusste Wertschätzung sozialer Beziehungen sowie eine Neubewertung oder Bestätigung der nicht verzichtbaren Beziehungen, die vor allem vor dem Hintergrund der eingeschränkten Kontakte an Bedeutung gewannen, fällt unter diese Kategorie. 10 An zweiter Stelle folgt die Möglichkeit von Homeoffice beziehungsweise der deutliche Schub des mobilen Arbeitens im Zuge der Pandemie (23,5 %). Neben der grundsätzlichen Option, in zahlreichen Branchen remote seiner Arbeit nachkommen zu können, der weitestgehend geglückten Erprobung dieser Arbeitsweise sowie eine teilweise höhere Produktivität und Effizienz, äußerten Befragte auch damit einhergehende Vorteile für ihr Privatleben, etwa mehr Fr eizeit durch Wegfall des Pendelns oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Daran schließt sich mit rund 21 Prozent das Thema Reflexion an. Für viele Befragte stellte die Pandemie insbesondere in Lockdown-Phasen ein notgedrungenes Innehalten dar. In zahlreichen Fällen wurde dies als positive Gelegenheit wahrgenommen, die individuelle Situation sowie den persönlichen Fokus im Leben zu reflektieren, aber auch wertzuschätzen, welche Vorzüge mit dem Vor-Corona-Zustand beziehungsweise „Normalzustand“ verbunden sind (zum Beispiel Freund*innen treffen, ins Kino gehen, Restaurantbesuche). Entschleunigung (18,5 %) und ein allgemeiner Zeitgewinn (16,7 %) kommen an vierter sowie fünfter Position. Insbesondere während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 und damit verbundenen temporären Kontaktverboten (Lockdown) empfanden zahlreiche Befrage ein Gefühl genereller Entschleunigung, mehr Ruhe, weniger Hektik und soziale Verpflichtungen. Außerdem war der Aspekt Zeit – allgemein mehr Zeit zur freien Verfügung gehabt, diese vermehrt für sich oder das Umfeld aufgebracht oder längst Aufgeschobenes in Angriff genommen zu haben – Bestandteil von rund 900 Antworten. Über 10 Prozent der Befragten gaben zudem Antworten, die den Bereichen Umweltschonung (unter anderem geringere Umweltbelastungen, weniger motorisierter Verkehr und mehr Ruhe in Köln), Freizeitumgestaltung (zum Beispiel neue Hobbys, gesündere Ernährung, vermehrt Aktivitäten in der Natur) und Digitalisierungsschub (in der Arbeitswelt, in Schulen, Universitäten, bei öffentlichen Stellen oder im Einzelhandel) angehören. Die restlichen positiven Begleiterscheinungen der Pandemie gruppieren sich zu Kategorien zusammen, die jeweils von weniger als 10 Prozent genannt wurden.11 10 Die Prozentuierung ergibt sich als Anteil der jeweils genannten positiven Kategorie an der Menge aller Befragten, die etwas Positives äußerten. Dem Anhang dieses Berichts können die Anteile der Kategorien vollständig entnommen werden. 11 Zahlreiche Aspekte, die die Kölner*innen in der städtischen Umfrage als positive Begleiterscheinung der Pandemie angeben, finden sich auch in einer Studie von Barbara Rothmüller über positive Nebeneffekte der Covid-19-Pandemie wieder. Zu den am häufigsten wahrgenommenen, positiven Nebeneffekten gehören laut dieser Studie die Vertiefung von Vertrauensbeziehungen inklusive der Wertschätzung von Bezugspersonen, ein genereller Zeitgewinn, mehr Selbstsorge begleitet von Selbstreflexion, „Lockdownaktivitäten“ (etwa Bewegung im Freien, Brettspiele, kreative Arbeiten) und Veränderungen, die als „Werteverschiebungen“ tituliert werden (Aufwertung introvertierten Verhaltens, von Autonomie und Alleinsein) (siehe Rothmüller (2021): Aufblühen trotz Corona? Psychosozial 44. Jg. Heft IV (Nr. 166), S. 50–66). Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Original-Stimmen zu positiven Begleiterscheinungen der Corona-Krise Frau, zwischen 35 und 44 Jahre, Alleinlebend In der Zeit des 1. Lockdowns hat man die freie Zeit genossen, war viel draußen, kein Verkehr, die Luftverbesserung, das alles konnte man auch genießen oder zumindest schätzen. Die positiven Folgen für die Umwelt/ Natur haben mich sehr froh gestimmt. Außerdem weiß man die Nähe und das Zusammensein mit Familie und Freunden nun noch mal mehr zu schätzen. Mann, zwischen 25 und 34 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kind(er) Technische Fortschritte in der Digitalisierung - Höhere Akzeptanz für digitale Lösungen im privaten, beruflichen Umfeld und bei öffentlichen Stellen - Bewusstere Priorisierung in der eigenen Freizeit durch Reduktion der Auswahlmöglichkeiten - Anstoß für Gespräche über die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen. Mann, zwischen 45 und 59 Jahre, Paar-Haushalt mit Kind(ern) Die Arbeit im Homeoffice hat sich als große Hilfe im Zuge der Kinderbetreuung herausgestellt und die Arbeit in diesem Format funktioniert für mich (im IT-Bereich tätig) fast genauso gut wie im Büro vor Ort. Zudem hat die Corona-Situation hier zu einer Verstärkung dieses Arbeitsformats bei meinem Arbeitgeber geführt. Dadurch wir d sich auch nach Corona die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie für mich nachhaltig verbessern! Frau, zwischen 45 und 59 Jahre, sonstiger Mehrpersonenhaushalt Ruhe in einer großen Stadt wie Köln, weniger Müll in den Partyzonen und Parks, vermehrt diszipliniertes Verhalten bei vielen Menschen zu beobachten, das Zuhause intensiver genießen, Umweltschutz durch Flug-Einschränkungen, die Wichtigkeit vieler Berufsgruppen rückt in den Fokus. Mann, zwischen 60 und 80 Jahre, Haushalt mit Personen ab 65 Jahren Es waren sehr schöne Abendessen mit Aperitif und vielen neuen Rezepten. Ich hatte viel Zeit, um Musik zu machen, Neues auszuprobieren und aufzunehmen. Wir haben viel Geld gespart. Frau, zwischen 25 und 34 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kind(er) Digitalisierung (mehr Dienstleistungen, Möglichkeiten online/ per Video etc. möglich): Online-Fortbildungen, die ich vor Ort wegen der Entfernung nicht besucht hätte; -Erweiterter Service der Stadtbibliothek mit tollen Online-Angeboten. -Zumindest aktuell höhere Wertschätzung, was das Leben mir für Möglichkeiten bietet und Dankbarkeit für die Gesundheit meiner Angehörigen und mir. - Weniger Freizeitstress. -mehr Verständnis für sich ändernde Pläne und Flexibilität - Homeoffice in meinem näheren Umfeld als akzeptierte Arbeitsmöglichkeit. Mann, zwischen 45 und 59 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kind(er) Gerade zu Beginn gab es große und breite Hilfsbereitschaft v ieler Menschen untereinander. Während unserer COVID Erkrankung/ Quarantäne sind wir hervorragend von unseren Nachbarn und Freunden versorgt und moralisch unterstützt worden! Mann, zwischen 35 und 44 Jahre, Alleinlebend Dinge, die vor der Krise als selbstverständlich erachtet wurden (z um Beispiel Familienbesuche, Freunde treffen, Kino- und Theaterbesuche, Musikveranstaltungen etc.), habe ich wieder zu s chätzen gelernt. Frau, zwischen 25 und 34 Jahre, Wohngemeinschaft Wertschätzung von sozialem Kontakt, Bedeutung von Gesten der Freundlichkeit (Lächeln, Zuhören) auch unbekannter Personen. Mann, zwischen 25 und 34 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kind(er) Persönlich könnte ich mich an vielbesuchten öffentlichen Orten daran gewöhnen, auch außerhalb der Pandemie eine Maske zu tragen, um zum Beispiel jährliche Grippewellen abzumindern. Auch hoffe ich, dass Hygieneregeln wie häufiges Händewaschen von Vielen beibehalten werden, und dass der während der Pandemie spürbare soziale Zusammenhalt bleibt. Weiterhin halte ic h weitverbreitetes Home Office aus vielen Gründen (Work-Life-Balance, Entlastung der Infrastruktur/ Umwelt etc.) für absolut notwendig und viele Arbeitgeber sind deutlich flexibler geworden. Kölner Statistische Nachrichten Belastungen, aber auch Positives – Erfahrungen in der Corona-Krise in Köln Dat engrundlage: Bevölkerungsumfrage des Amts für Stadtentwickl ung und Statistik der Stadt Köln zur Corona-Krise in Köln Befragungsmethode Online-Befragung (mit Option zur Papier-Teilnahme = Papier-Bogen auf Nachfrage zugesendet) Befragungszeitraum 26. Juli bis 20. August 2021 Grundgesamtheit Kölner*innen im Alter von 18 bis 80 Jahren (mit Haupt- oder Nebenwohnsitz) Stichprobe disproportional geschichtete Zufallsstichprobe nach Alter und Nationalität Stichprobengrundlage Einwohnermelderegister, 845 002 Personen (Stand: 30.03.2021) Bruttostichprobe (= angeschriebene Personen) 76 689 neutrale Ausfälle (= verzogen, verstorben) 4 791 (6,2 % der Brutto-Stichprobe) Nettostichprobe (ohne neutrale Ausfälle) 71 898 auswertbare Interviews insgesamt 8 291; d avon 8 068 Online-Teilnahmen (97,3 %), 223 Papier-Teilnahmen (2,7 %) Beteiligungsquote 11,5 % der Nettostichprobe Die ausführliche Beschreibung der Methodik und eine Grundauszählung der Befragungsdaten finden Sie im Bericht: “Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation“ Kontakt/Impressum Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/04.2021 -
KSN_1_2022_Kurzinformation_Corona_Pandemie_fuehrte_auch_in_Koeln_zu_Einkommensverlusten
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Kurzinformation: Umfragen Ausgabe 1/2022 12.01.2022 Kölner Statistische Nachrichten Corona-Pandemie führte auch in Köln zu Einkommensverlusten Großteil der Befragten kommt finanziell gleichbleibend durch die Pandemie Die coronabedingten Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt blieben für die Mehrheit der befragten Kölner*innen ohne finanzielle Konsequenzen. So gaben in der Bevölkerungs - umfrage der Stadt zur Corona-Krise in Köln knapp 63 Prozent an, bis zum Zeitpunkt der Umfrage im Sommer 2021, keine Veränderungen ihres Haushaltseinkommens durch die Pandemie erlebt zu haben. Dem gegenüber berichtet eine von fünf befragten Personen (18,9 %), durch die Entwicklungen in der Pandemie Einkommensverluste erlitten zu haben. 1 Wer war eher von Einkommensverlusten betroffen? Insbesondere Kölner*innen in selbständiger Tätigkeit hatten ein signifikant höheres Risiko, von pandemiebedingten Ein- kommensverlusten betroffen zu sein. Das zeigt eine Berech- nung (sogenannte logistische Regression), bei der mehrere mögliche Einflussfaktoren zur Erklärung von coronabedingten Einkommenseinbußen untersucht wurden. Vor allem das Be- schäftigungsverhältnis der befragten Person beeinflusst die Einkommensentwicklung in der Pandemie: Verglichen mit an- gestellten Personen in der freien Wirtschaft hatten Befragte in selbständiger Tätigkeit – egal ob freiberuflich oder gewerblich 1 Aufgrund von stichprobenbedingten Verzerrungen ist allerdings davon aus- zugehen, dass die Gruppe derjenigen, die coronabedingte Einkommens- einbußen angegeben haben, in der vorliegenden Befragung unterrepräsentiert ist, was jedoch für die folgenden Auswertungen nicht weiter relevant ist. Besonders häufig haben höher gebildete Bevölkerungsgruppen, insbesondere Kölner*innen mit Fachhochschulreife oder Abitur, an der Umfrage teil- genommen. Sie sind in der Befragung anteilig häufiger vertreten als unter allen Kölner*innen. Ein höherer Bildungsabschluss geht in der Regel mit einer tätig – häufiger mit Einbußen des Haushaltseinkommens zu rechnen. Dabei greift dieser Einfluss etwa unabhängig von Geschlecht, Alter oder dem beruflichen Bildungsabschluss. Umgekehrt wirkte eine Anstellung oder Verbeamtung im öffentlichen Dienst, und damit vergleichsweise stabilen und tarifvertraglich abgesicherten Beschäftigungsbedingungen, Einkommensverlusten entgegen. Für diese Gruppe greift sozu- sagen eine Art „Schutzeffekt“, sodass ihr Risiko für finanzielle Verluste statistisch geringer ausfiel. Auf Basis der Ergebnisse der logistischen Regression lassen sich die Stärken dieser Effekte beziffern. So ist das Risiko, Einkommenseinbußen zu erleiden, für Selbstständige 6,2 Mal so groß wie für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Auch gegenüber Angestellten in der freien Wirtschaft besteht ein erhöhtes, wenngleich schwächer ausfallendes Risiko: verglichen mit ihnen beträgt das Risiko für Einkommens- verluste von selbstständigen Personen das 2,7-fache. Ebenfalls von Relevanz ist die persönliche Einkommens- situation. Es ist insbesondere die Gruppe mit den (nunmehr) besseren Position auf dem Arbeitsmarkt einher. Daher dürfte der Anteil von 19 Prozent mit coronabedingten Einkommenseinbußen in der Befragung die tatsächliche Situation in Köln unterschätzen. So ermitteln etwa Hövermann und Kohlrausch (2020) mit Daten der Erwerbspersonenbefragung der Hans- Böckler-Stiftung einen Anteil von 31,8 Prozent der Befragten, die im April oder Juni 2020 angaben, Einbußen beim Einkommen durch Corona hingenommen zu haben. Betrachtet wird hierbei allerdings das persönliche Einkommen und nicht das des gesamten Haushaltes (siehe https://www.wsi.de/data/wsi- mit_2020_06_hoevermann.pdf). 4,3 14,6 62,9 5,8 0,6 11,8 stark gesunken gesunken gleich geblieben gestiegen stark gestiegen verändert, aber nicht durch Corona-Krise Hat sich das monatliche Netto-Einkommen Ihres Haushaltes durch die Corona-Krise verändert im Vergleich zu der Zeit vor der Krise? Das Haushaltseinkommen ist ... Hat sich das monatliche Netto-Einkommen Ihres Haushaltes durch die Corona-Krise verändert im Vergleich zu der Zeit vor der Krise? Das Haushaltseinkommen ist ... (Anteile in %; Fallzahl (N) = 7 841) Statistisch signifikanter Einfluss Effekt auf Einkommensverluste Selbstständig (gewerblich oder freiberuflich) 1 + Angestellt/ verbeamtet im öffentlichen Dienst 1 - Äquivalenzeinkommen der unteren 25 Prozent (bis 1 500 Euro)2 + Berufsausbildung (Lehre, Meister/ Techniker) 3 + Haushaltsgröße + Migrationshintergrund + Alter (in Jahren) - 1 Referenzkategorie: angestellt in der freien Wirtschaft 2 Referenzkategorie: Äquivalenzeinkommen der restlichen Befragten (ab 1 500 Euro) 3 Referenzkategorie: (Fach-)Hochschulabschluss, Promotion Fallzahl im Modell: N = 3 582 Signifikanzniveau: p<0,05 (außer Migrationshintergrund und Alter, hier p<0,1) Kölner Statistische Nachrichten Corona-Pandemie führte auch in Köln zu Einkommensverlusten geringsten Einkommen2, die aufgrund der Pandemie Einkommenseinbußen zu verzeichnen hatte. Ihr Risiko für Ein- kommensverluste durch Corona ist 2,2 Mal höher als das der besser Verdienenden. Die Corona-Pandemie verursachte also häufiger negative Einkommensveränderungen bei den ohne- hin eher Geringverdienenden, wodurch sich deren finanzielle Situation noch verschärft haben dürfte. Darüber hinaus steigt das Risiko von coronabedingten Ein- bußen des Einkommens für größere Haushalte, Befragte mit einer Berufsausbildung (Lehre, Meister oder Techniker) im Gegensatz zu jenen mit einem Hochschulabschluss sowie Personen mit Migrationshintergrund. Auch das Alter der Befragten übt einen Einfluss aus: mit dessen Zunahme verrin- gert sich das Risiko für Einkommenseinbußen durch Corona. Für diese Merkmale fallen die Effekte allerdings geringer aus als beim Beschäftigungsverhältnis oder dem Einkommen. 3 In der Gesamtschau aller im Rechenmodell berücksichtigten Einflussfaktoren lässt sich ermitteln, mit welcher Wahrschein- lichkeit mit coronabedingten Einkommenseinbußen zu rechnen ist. So zeigt das Modell, dass beispielsweise Männer mittleren Alters mit Migrationshintergrund und Kindern im Haushalt, die der untersten Einkommensgruppe angehören und selbstständig tätig sind, mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 Prozent von coronabedingten Einkommenseinbußen betroffen sind. Im Gegensatz hierzu wirkt insbesondere das Zusammenspiel eines höheren Einkommens mit einer Beschäftigung im öffentlichen Dienst und einem Hochschulabschluss – wie das dritte Fallbeispiel illustriert – mit einer Wahrscheinlichkeit von nur rund acht Prozent abfedernd. Dass zwischen diesen beiden deutlichen Gegensätzen weitere Szenarien verortet werden können, verdeutlicht das zweite Fallbeispiel. Erwartungsgemäß hängen Kurzarbeit oder Job-Verlust mit Einkommenseinbußen zusammen Diese Einkommenseinbußen treten – wenig überraschend – vor allem im Zusammenhang mit Kurzarbeit sowie dem Verlust der Anstellung oder des (Neben)Jobs auf. Der Zusammenhang fällt hier jedoch eher moderat aus. 4 2 Zugrunde gelegt ist hier das Nettoäquivalenzeinkommen. Dieses gewichtete Pro-Kopf-Einkommen trägt dem Umstand unterschiedlicher Haushaltsformen in Größe und Struktur Rechnung und macht diese untereinander vergleichbar (siehe https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/So- zialberichterstattung/Glossar/oecd-skala.html). Im Modell werden die 25 Pro- zent der Befragten mit dem geringsten Einkommen den restlichen Befragten gegenübergestellt. 3 Zwischen dem Migrationshintergrund oder dem Alter und Einkommens- verlusten durch Corona ist der statistische Zusammenhang weniger intensiv als bei den anderen berichteten Faktoren (p<0,1). Darüber hinaus zeigt das Modell auch einen schwach signifikanten Zusammenhang für Befragte, die geringfügig oder unregelmäßig beschäftigt sind und Einkommensverlusten im Vergleich zu Voll- oder Teilzeit Erwerbstätigen. Allerdings lassen sich aufgrund sehr geringer Fallzahlen hier lediglich Tendenzen und keine vergleichsweise stabilen Effekte ableiten. Im Modell wurden zudem die Erklärungsvariablen Kurzarbeit sowie der, möglicherweise nur kurzzeitige, Verlust der Anstellung oder des (Neben)Jobs bei der befragten Person allein erklären also nicht unweigerlich alle Einkommens- verluste, die Kölner Haushalte im Zuge der Corona-Pandemie verzeichnet haben. Die Beschäftigtensituation weiterer zum Haushaltseinkommen beitragender Haushaltsmitglieder wirken hier wahrscheinlich dämpfend auf die Einkommens- verluste. Die hier skizzierten Ergebnisse verdeutlichen, dass die Einflüsse der pandemiebedingten Maßnahmen auf die Einkommenssituation der Haushalte komplex sind und sich hier nur im Ansatz untersuchen lassen. Wesentliche umfang- reichere Daten sind notwendig, um das Zusammenwirken von zum Beispiel Einkommenseinbußen, staatlichen Unter- stützungsleistungen für Selbständige, Kurzarbeitergeld oder der Wegfall von Nebentätigkeiten zu beleuchten. Einkommensverluste verstärken das Belastungsempfinden Die Einkommenssituation beeinflusst eindeutig die Wahr- nehmung der Pandemie: Befragte mit Einkommenseinbußen nehmen die Zeit seit dem Frühjahr 2020 häufiger als sehr stark belastend wahr. Bei Befragten ohne pandemisch bedingte Einkommensveränderungen überwiegt ein mittleres Belastungsempfinden. 5 Befragte mit Einkommensverlusten auch in Bezug auf wirt- schaftliche Lage deutlich stärker belastet Im Einzelnen fühlen sich die Befragten mit coronabedingten Einkommenseinbußen auch hinsichtlich der spezifischeren Sorgen und Ängste stärker belastet. Ihre bereits eingetretenen finanziellen Verluste gehen mit einer hohen Belastung durch diese einher. Jede*r Zweite dieser Gruppe fühlt sich eher stark oder sehr stark belastet. Geschlecht sowie Kinder unter 18 Jahren im Haushalt berücksichtigt. Da diese Faktoren jedoch keinen statistisch signifikanten Einfluss ausüben und somit keine zusätzliche Erklärungskraft im multivariablen Vergleich besitzen, wurden sie hier nicht gesondert berichtet. Die Ergebnisse des Modells decken sich teil- weise mit anderen Befunden. So können Hövermann und Kohlrausch (2020) mit den Daten der eingangs zitierten Studie – neben anderen Effekten – eben- falls einen Einfluss von selbständiger Tätigkeit, geringem Einkommen sowie des Migrationshintergrunds auf das Eintreten von coronabedingten Einkommenseinbußen nachweisen. 4 Korrelationskoeffizient für Kurzarbeit und Einkommensverluste: r = 0,26 (p<0,001; N = 4 906); für Anstellung/ (Neben)Job verloren und Einkommens- verluste: r = 0,24 (p<0,001; N = 4 906); perfekter Zusammenhang: r = 1. 5 Die Anteilswerte zwischen den beiden Einkommensgruppen unterscheiden sich hierbei statistisch signifikant voneinander (Cramers V = 0,22; p<0,001; N = 6 393). 1,0 6,3 35,1 33,7 23,9 1,8 13,1 47,5 28,6 9,0 überhaupt nicht eher nicht mittelmäßig eher stark sehr stark Haushaltseinkommen (stark) gesunken Haushaltseinkommen gleich geblieben Schauen Sie bitte einmal auf die komplette Zeit der Corona-Krise zurück: Wie stark fühlten Sie sich bislang – alles in allem – durch die Krise belastet? Fallzahl (N) = 1 483 Fallzahl (N) = 4 910 (Anteile in %) Fallbeispiele für das Gesamtmodell (logistische Regression) Wahrscheinlichkeit coronabedingter Einkommensverluste Mann, 40 Jahre, Vierpersonenhaushalt, Kind(er) unter 18 Jahren, Migrationshintergrund, Äquivalenzeinkommen bis 1 500 Euro, Berufsausbildung (Lehre, Meister oder Techniker), selbständig tätig, in Vollzeit oder Teilzeit erwerbstätig 74,0% Mann, 25 Jahre, Einpersonenhaushalt, keine Kinder, ohne Migrationshintergrund, Äquivalenzeinkommen bis 1 500 Euro, Berufsausbildung (Lehre, Meister oder Techniker), in der freien Wirtschaft angestellt, in Vollzeit oder Teilzeit erwerbstätig 41,1% Frau, 50 Jahre, Zweipersonenhaushalt, keine Kinder, ohne Migrationshintergrund, Äquivalenzeinkommen über 1 500 Euro, (Fach-)Hochschulabschluss oder Promotion, angestellt oder verbeamtet im öffentlichen Dienst, in Vollzeit oder Teilzeit erwerbstätig 7,7% Kölner Statistische Nachrichten Corona-Pandemie führte auch in Köln zu Einkommensverlusten Die vergleichsweise hohen Belastungswerte führen sich in den weiteren Begleiterscheinungen der Pandemie – wie etwa der Angst, die Existenzgrundlage zu verlieren oder (erneuter) Kurz- arbeit – fort, wenn auch in abgeschwächter Ausprägung. 6 Ganz anders gestaltet sich die Situation für Personen mit einem unveränderten Haushaltseinkommen, das war mit 63 Prozent die Mehrheit der Befragten. Unter ihnen ist die Angst vor möglichen Einkommenseinbußen gering. Gerade einmal rund neun Prozent fühlen sich stark belastet in Bezug auf mögliche finanzielle Verluste. Auch die weiteren, betrachteten Auswirkungen der Pandemie auf die eigene wirtschaftliche Lage beziehungsweise Existenz werden durch- gehend nicht als starke Belastung empfunden. Somit scheinen die Befragten ohne Einkommensverluste durch Corona zumindest in dieser Hinsicht emotional gefestigter durch die Krise zu kommen als Personen mit finanziellen Verlusten. Da die Befragung im Sommer 2021 mit vergleichsweise geringen Inzidenzwerten für Deutschland durchgeführt wurde, dürften die im Zusammenhang mit Corona stehenden Sorgen und Belastungen mit einer Verschärfung der Corona-Lage aller- dings an Intensität gewinnen. Datengrundlage: Bevölkerungsumfrage des Amts für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln zur Corona -Krise in Köln Befragungsmethode Online-Befragung (mit Option zur Papier-Teilnahme = Papier-Bogen auf Nachfrage zugesendet) Befragungszeitraum 26. Juli bis 20. August 2021 Grundgesamtheit Kölner*innen im Alter von 18 bis 80 Jahren (mit Haupt- oder Nebenwohnsitz) Stichprobe disproportional geschichtete Zufallsstichprobe nach Alter und Nationalität Stichprobengrundlage Einwohnermelderegister, 845 002 Personen (Stand: 30.03.2021) Bruttostichprobe (= angeschriebene Personen) 76 689 neutrale Ausfälle (= verzogen, verstorben) 4 791 (6,2 % der Brutto-Stichprobe) Nettostichprobe (ohne neutrale Ausfälle) 71 898 auswertbare Interviews insgesamt 8 291; davon 8 068 Online-Teilnahmen (97,3 %), 223 Papier-Teilnahmen (2,7 %) Beteiligungsquote 11,5 % der Nettostichprobe Die ausführliche Beschreibung der Methodik und eine Grundauszählung der Befragungsdaten finden Sie im Bericht: “Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation“ Impressum / Kontakt Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ 6 Die befragten Kölner*innen konnten die Stärke ihrer Belastung nicht nur be- züglich der hier berichteten Aspekte der wirtschaften Lage, sondern auch wei- terer Begleiterscheinungen der Pandemie angeben. Um dem Umstand Rech- nung zu tragen, dass die vielfältigen coronabedingten Folgen nicht für alle Köl- ner*innen mit ihren diversen Lebenssituationen gleichermaßen zutreffen kön- nen, wurde zusätzlich zu den fünf Antwortoptionen von „überhaupt nicht be- lastet“ bis „sehr stark belastet“ die Antwortmöglichkeit „trifft nicht zu“ ange- boten. Die Auswertungen der Ergebnisse zeigen allerdings Inkonsistenzen im Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/01.2022 Antwortverhalten. So überschneiden sich die Antwortoptionen „überhaupt nicht belastet“ und „trifft nicht zu“ bei einem Teil der Befragten in ihrer inhaltli- chen Bedeutung. Dies gilt insbesondere bei Fragen, die per se nur für spezifi- sche Lebensabschnitte/ Situationen Gültigkeit besitzen (zum Beispiel die be- rufliche Belastung oder die Doppelbelastung durch Arbeit und Kinder). In der Folge dürften die Anteile für die Kategorie „überhaupt nicht belastet“ tenden- ziell unterschätzt werden. 5,9 6,1 8,8 37,3 43,1 52,0 (Angst vor) Kurzarbeit (nur Erwerbstätige) (Angst vor) Verlust des Arbeitsplatzes, der Existenzgrundlage/ Firmenpleite (nur Erwerbstätige) (Angst vor) finanziellem Verlust Anteil eher oder sehr stark belastet Haushaltseinkommen (stark) gesunken Haushaltseinkommen gleich geblieben Und wie stark fühlten Sie sich bislang durch die folgenden Begleiterscheinungen und Umstände der Corona-Krise belastet? (Anteil eher stark oder sehr stark belastet, in %) Fallzahl (N) = 1 391 Fallzahl (N) = 3 999 Fallzahl (N) = 1 062 Fallzahl (N) = 3 207 Fallzahl (N) = 847 Fallzahl (N) = 3 063 1 2 3 2 1 3 -
KSN_2_2022_Homeoffice_in_der_Corona_Krise_Wohl_für_die_einen_Belastung_für_die_anderen
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Kurzinformation: Umfragen Ausgabe 2/2022 18.01.2022 Kölner Statistische Nachrichten Homeoffice in der Corona-Krise: Wohl für die einen, Belastung für die anderen Die eine Hälfte der Befragten durch Home-Office belastet, die andere nicht Das (zumindest teilweise) Arbeiten von zu Hause während der Corona-Pandemie wurde von den befragten Kölnerinnen und Kölnern konträr erlebt: So gab die eine Hälfte der Befragten an, sich davon unbelastet oder eher unbelastet zu fühlen. Für die andere Hälfte dagegen stellte Homeoffice eine mittelmäßige 1 bis starke Belastung da.2 Hochschulabsolvent*innen am häufigsten im Homeoffice Die Homeoffice-Quote variiert nach den schulischen Bildungs- abschlüssen: Je höher der allgemeine Schulabschluss, desto größer sind die Anteile derjenigen, die während der Corona- Krise von zu Hause aus arbeiteten. 1 Basis war eine 5-stufige Antwortskala. Für diese Darstellung und weitere Ana- lysen wurde die Belastungsvariable dichotomisiert – mittelmäßige Belastung wurde dabei „belastet“ zugeordnet. 2 Die befragten Kölner*innen konnten die Stärke ihrer Belastung nicht nur be- züglich des hier berichteten Aspektes „Homeoffice“, sondern auch weiterer Begleiterscheinungen der Pandemie angeben. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die vielfältigen coronabedingten Folgen nicht für alle Kölner*in- nen mit ihren diversen Lebenssituationen gleichermaßen zutreffen können, wurde zusätzlich zu den fünf Antwortoptionen von „überhaupt nicht belastet“ bis „sehr stark belastet“ die Antwortmöglichkeit „trifft nicht zu“ angeboten. Die Auswertungen der Ergebnisse zeigen allerdings Inkonsistenzen im Ant- wortverhalten. So überschneiden sich die Antwortoptionen „überhaupt nicht Entsprechende Unterschiede zeigen sich ebenfalls bei den beruflichen Bildungsabschlüssen: Befragte mit (Fach)hoch- schulabschluss/Promotion waren statistisch signifikant häufiger im Homeoffice (82,8 %) als jene mit einer Berufs- ausbildung (49,9 %). Dieses Muster traf bereits vor der Corona- Krise zu, wenngleich die Homeoffice-Anteile in den einzelnen Gruppen während der Pandemie größer geworden sind. Es ist davon auszugehen, dass mit höheren formalen Bildungs- abschlüssen eine Jobsituation mit einem Büroarbeitsplatz – und somit auch die grundsätzliche Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten zu können – wahrscheinlicher ist. Darüber hinaus ist aber auch die Tätigkeit beziehungsweise die Branche we- sentlicher Einflussfaktor für die Höhe des Homeoffice-Anteils. Entsprechende Daten wurden in dieser Umfrage jedoch nicht erhoben.3 belastet“ und „trifft nicht zu“ bei einem Teil der Befragten in ihrer inhaltlichen Bedeutung. Für die Analysen wurden daher jene Fälle entfernt, die eine Angabe zur Belastung enthielten, obwohl die Befragten nicht im Homeoffice arbeite- ten. Umgekehrt gab es einige wenige Befragte mit Homeoffice, die „trifft nicht zu“, anstatt eines Belastungsgrades wählten, was zu einer leichten Unterschät- zung der Antwortkategorie „nicht belastet“ führt. Aufgrund der geringen Fall- zahl wird die Gesamtaussage dadurch jedoch nur unwesentlich beeinflusst. 3 Zahlen zu Homeoffice-Anteilen in verschiedenen Branchen siehe https://www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=9209. 23,0 24,4 16,0 26,0 10,6 belastet unbelastet sehr stark eher stark mittelmäßig 50,4 eher gering überhaupt nicht 49,6 Wie stark fühlten Sie sich bislang durch "Homeoffice" als Begleiterscheinung der Corona-Krise belastet? (gültige Angaben in %; Fallzahl (N)=3928) Abschlussart Ja, und auch schon vor der Corona-Krise Ja, aber noch nicht vor der Corona-Krise Gesamt Hauptschulabschluss 8,7% 11,9% 20,6% Mittlerer Schulabschluss 15,7% 28,4% 44,1% Fachhochschulreife/Abitur 27,9% 47,8% 75,7% Lehre/Berufsausbildung 17,7% 32,2% 49,9% (Fach-)Hochschulabschluss, Promotion 31,8% 51,0% 82,8% Haben Sie während der Corona-Krise (zumindest teilweise) im Homeoffice gearbeitet? Fallzahl (N) allgemeine Schulabschlüsse: 5 899; Fallzahl (N) berufliche Bildungsabschlüsse: 5 877 Kölner Statistische Nachrichten Homeoffice in der Corona-Krise: Wohl für die einen, Belastung für die anderen Pandemiebedingt zwei Drittel aller Befragten zumindest teilweise im Homeoffice Mit gut zwei Dritteln (68,9 %) hat ein großer Teil der befragten erwerbstätigen Kölner*innen während der Corona-Krise bis zum Sommer 2021 zumindest teilweise im Homeoffice gearbeitet. Der größere Teil davon (43,5 %) hat dabei pandemiebedingt erstmalig von zu Hause aus gearbeitet. Für etwa jede vierte befragte Person (25,5 %) gehörte die (teilweise) Arbeit im Homeoffice jedoch auch schon vor Beginn der Pandemie zum beruflichen Alltag. Da besonders häufig höher gebildete Bevölkerungsgruppen, insbesondere Kölner*innen mit Fachhochschulreife oder Abitur, an der Umfrage teilgenommen haben, sind sie in der Befragung anteilig stärker vertreten als unter allen Kölner*innen. Daher dürfte der Anteil von Kölner*innen im Homeoffice mit 69 Prozent die tatsächliche Situation in Köln überschätzen. 4 Befragte, die gar nicht im Homeoffice waren (31,1 %), gaben als Hauptgrund dafür an, dass dies im eigenen Tätigkeitsfeld grundsätzlich nicht möglich sei (74,8 %). Zeitgewinn durch Pendelwegfall am meisten geschätzt Am Homeoffice am meisten geschätzt wird der Zeitgewinn durch den Wegfall des Pendelns: Mit 70 Prozent stimmte ein großer Teil der befragten Kölner*innen, die während der Corona-Pandemie zumindest teilweise im Homeoffice waren, dieser Aussage zu. In etwa die Hälfte gab an, durch die Home- office-Situation Privatleben und Beruf besser vereinbaren zu können. Ebenso viele waren der Meinung, von zu Hause unge- störter beziehungsweise effizienter arbeiten zu können. Kontakt und Austausch mit Kolleg*innen am häufigsten vermisst Ein Hauptnachteil des Arbeitens von zu Hause aus liegt für die Befragten im sozialen Miteinander: Der überwiegenden Mehr- heit (63,7 %) fehlten Kontakt und Austausch mit Kolleg*innen. Während, wie bereits erwähnt, am Homeoffice von der Hälfte der Befragten die gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben 4 In bundesweiten Studien wie zum Beispiel von der Hans-Böckler-Stiftung (Emmler und Kohlrausch 2021) liegt der maximale Homeoffice-Anteil während der Corona-Krise (März 2020) bei 44 % (darunter 27 % ausschließlich/überwie- gend im Homeoffice, 17 % wechselnde Arbeitssorte), vor der Krise lag der Homeoffice-Anteil bei 17 % (darunter 4 % ausschließlich/überwiegend im Homeoffice, 13 % wechselnde Arbeitssorte (siehe https://www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=9209). 5 Im Modell wurden zudem die Erklärungsvariablen Alter, Haushaltsgröße, Kin- der unter 18 Jahren im Haushalt, Wohnfläche pro Person, eigenes Arbeitszim- mer sowie Nettoäquivalenzeinkommen berücksichtigt. Da diese Faktoren je- geschätzt wird, hat etwa jede vierte Person (26,3 %) die Erfah- rung gemacht, dass sich Privatleben und Beruf dabei nicht gut trennen lassen. Wann wird Homeoffice zur Belastung? Häusliche Enge, soziale Isolation und Stress durch Doppel - belastung von Arbeit & Kindern sind Hauptursachen 5 Nehmen Befragte ihre Wohnsituation als beengend wahr , so ist die Wahrscheinlichkeit, dass Homeoffice eine Belastung für sie darstellte, signifikant erhöht. Häusliche Enge hat den größten Einfluss darauf, dass das Arbeiten von zu Hause während der Corona-Krise als belastend empfunden wurde. Diesen Zusammenhang zeigt ein logistisches Regressions- modell, mit dem der Einfluss verschiedener individueller Rahmenbedingungen und Lebensumstände auf die Wahr- scheinlichkeit einer Belastungssituation im Homeoffice unter- sucht wurde (sogenannte logistische Regressionsanalyse). Einen deutlichen Einfluss hat zudem auch, ob sich Befragte bedingt durch die Corona-Ausnahmesituation einsam beziehungsweise isoliert fühlen. 6 Auf der anderen Seite kann auch eine Lebenssituation mit stärkerer familiärer Einbettung Stress im Homeoffice begünstigen. Befragte Kölner*innen, die von der Kinderbetreuungssituation beziehungsweise durch die Doppelbelastung von Arbeit und Kindern belastet waren, litten signifikant häufiger unter dem Arbeiten von zu Hause aus. Gab es im Haushalt noch weitere Personen, die von zu Hause arbeiteten oder Kinder mit Corona bedingtem Home- schooling, so wird auch dadurch eine belastende Homeoffice - Situation wahrscheinlicher. Diese individuellen Rahmen- bedingungen für Homeoffice im Haushalt haben unter Kontrolle der bereits berichteten Faktoren einen etwas geringeren aber eigenständigen Effekt. Schließlich hängt auch das Geschlecht der Befragten mit dem Belastungsgrad zusammen: Weibliche Beschäftigte haben gegenüber männlichen Arbeitnehmenden, unabhängig von den untersuchten Faktoren, ein höheres Risiko, Homeoffice als Belastung zu erleben. Interessanterweise sind Frauen seit der doch keinen statistisch signifikanten Einfluss ausüben und somit keine zusätzli- che Erklärungskraft im multivariaten Vergleich besitzen, wurden sie hier nicht gesondert berichtet. 6 Der Belastungsgrad hängt mit dem Alter der Beschäftigten zusammen: Jün- gere Beschäftigte fühlen sich deutlich stärker als Ältere durch eine Home- office-Situation belastet – beispielsweise sind die 18- bis 24-Jährigen fast dop- pelt so belastet wie die Altersgruppe 60plus. Da junge Menschen auch ver- stärkt unter Einsamkeit und Isolation leiden, hat das Alter im multivariaten Mo- dell unter Kontrolle der anderen Faktoren allerdings keinen eigenständigen statistisch signifikanten Effekt. 26,3 63,7 49,7 51,6 70,1 Privatleben und Beruf lassen sich nicht gut trennen Kontakt/Austausch mit Kolleg*innen fehlt Homeoffice erlaubt mir ungestörtes/effizienteres Arbeiten Privatleben und Beruf besser vereinbar Zeitgewinn durch Wegfall des Pendelns Welcher der folgenden Aussagen stimmen Sie zu, wenn Sie an Homeoffice denken? (Angaben in %; Fallzahl (N)=4 100) Statistisch signifikanter Einfluss Effekt auf Homeoffice- Belastung häusliche Enge1 + Einsamkeit/Isolation1 + Kinderbetreuung/Stress Doppelbelastung Arbeit & Kinder 1 + Kinder mit Homeschooling im Haushalt1 + Anzahl Personen mit Homeoffice im Haushalt2 + Frauen3 + 1 Erklärende Variablen sind dichotomisiert 0/1 (0=nein; 1=ja) 2 Personen mit Homeoffice im Haushalt sind dichotomisiert 0/1 (0=1 Person; 1= 2 und mehr Personen) 3 Geschlecht ist dichotomisiert 0/1 (0=Männer; 1=Frauen) Fallzahlen im Modell: N=1 681 Signifikanzniveau: p<0,05 Kölner Statistische Nachrichten Homeoffice in der Corona-Krise: Wohl für die einen, Belastung für die anderen Krise signifikant häufiger im Homeoffice als Männer, vor der Krise hingegen war dies umgekehrt der Fall. Unter Einbeziehung aller im Modell berücksichtigten Einfluss- faktoren lässt sich ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit mit einer belastenden Homeoffice-Situation zu rechnen ist.7 So zeigt sich, dass beispielsweise Frauen, die in einem Haushalt mit Kindern im Homeschooling sowie einer weiteren Person mit Homeoffice leben, eine Doppelbelastungssituation durch Arbeit und Kinder haben und unter häuslicher Enge leiden, mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent durch Homeoffice belastet sind (Fallbeispiel 1). Im Gegensatz dazu, beträgt die Wahrscheinlichkeit bei jenen Personen ohne als belastend identifizierte Rahmenbedingun- gen, das heißt – die keine Kinder im Homeschooling bzw. keine Doppelbelastung durch Kinderbetreuung haben, ohne weitere Personen mit Homeoffice im Haushalt leben und nicht unter häuslicher Enge oder Isolation leiden – bei Frauen 21 Pro- zent und bei Männern 17 Prozent (siehe Fallbeispiel 2). Aber auch ohne eine Doppelbelastungssituation durch Kinder- betreuung und Arbeit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit das Arbeiten von zu Hause als belastend zu empfinden, wenn sich Frauen oder Männer einsam bzw. isoliert fühlen – wie Fall- beispiel 3 veranschaulicht. Hälfte der Befragten wünscht auch zukünftig (mehr) Homeoffice Jede zweite befragte Person, die während der Corona-Krise im Homeoffice war, möchte auch zukünftig gerne (mehr) von zu Hause arbeiten. 8 Zahlreiche offene Kommentare auf die Frage nach positiven Begleiterscheinungen der Krise verdeutlichen diesen Wunsch ebenfalls: „Mobiles Arbeiten (Homeoffice) wurde erheblich ausgebaut und läuft inzwischen besser als die Arbeit beim Unternehmen vor Or t. Für mich bedeutet das mehr Freizeit (u.a. Anfahrt gespart) und eine entspanntere Arbeitsatmosphäre.“ 7 Das Regressionsmodell für die Berechnungen der Wahrscheinlichkeiten ent- hält nur die unabhängigen Variablen mit signifikantem Einfluss. Die Hauptef- fekte bleiben gegenüber dem Modell mit allen Variablen in ihrer Relation un- tereinander stabil, die Regressionskoeffizienten und Odds Ratio unterscheiden sich nur geringfügig. 8 Basis: Befragte mit Homeoffice-Erfahrung. Dieser Befund deckt sich in etwa mit Ergebnissen der Studie der Hans-Böckler-Stiftung (Emmler und Kohlrausch „Eine offene Homeoffice-Regelung wird weiterhin bleiben. Das war schon länger mein Wunsch.“ „Homeoffice wurde neu eingeführt, dadurch Flexibilität bei der Kinderbetreuung.“ „Mein Arbeitgeber hat durch die Aufforderung am Homeoffice teil- zunehmen festgestellt, dass es der Firma möglich ist, Homeoffice anzubieten und in der Zukunft auf 2 Tage beizubehalten.“ „Als Berufspendlerin konnte ich durch vermehrtes Arbeiten im Homeoffice eine deutlich verbesserte Balance zwischen Arbeit und Privatleben erreichen und verstetigen.“ Grundsätzlich abgelehnt wird Homeoffice nur von einem deutlich geringeren Anteil Befragter, etwa jeder zehnten befragten Person (9,3 %). Die Höhe dieses Anteils scheint relativ unabhängig davon, ob eine Person Homeoffice- Erfahrungen hat oder nicht (8,8 % mit versus 10,4 % ohne Homeoffice). Eine ablehnende Haltung gegenüber Homeoffice auf Seiten der Arbeitgebenden berichtet lediglich ein sehr kleiner Teil der befragten Personen (4 %). Die Befragungsergebnisse zeigen, dass es perspektivisch Regelungen brauchen wird für mehr Flexibilisierung der Arbeit – diese sollten die Vor- und Nachteile des Arbeitens von zu Hause bei deren Ausgestaltung im Blick behalten. 2021). Hier geben zwischen 54-62 Prozent der Befragten mit Homeoffice wäh- rend der Corona-Krise an, nach der Krise gerne gleichhäufig im Homeoffice ar- beiten zu wollen, wie während der Krise (siehe https://www.wsi.de/de/faust- detail.htm?sync_id=9209). Frauen Männer 2 Personen im Haushalt mit Homeoffice, mit Kindern im Homeschooling, häusliche Enge, Doppelbelastung durch Arbeit & Kinder, keine Einsamkeit/Isolation 67,8% 60,9% 1 Person im Haushalt mit Homeoffice, keine Kinder im Homeschooling, keine häusliche Enge, keine Doppelbelastung durch Arbeit & Kinder, keine Einsamkeit/Isolation 21,4% 16,8% 1 Person im Haushalt mit Homeoffice, keine Kinder im Homeschooling, mit häuslicher Enge, keine Doppelbelastung durch Arbeit & Kinder, mit Einsamkeit/Isolation 67,3% 60,3% Wahrscheinlichkeit von Homeoffice-BelastungFallbeispiele für das Gesamtmodell (logistische Regression) Kölner Statistische Nachrichten Homeoffice in der Corona-Krise: Wohl für die einen, Belastung für die anderen Datengrundlage: Bevölkerungsumfrage des Amts für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln zur Corona -Krise in Köln Befragungsmethode Online-Befragung (mit Option zur Papier-Teilnahme = Papier-Bogen auf Nachfrage zugesendet) Befragungszeitraum 26. Juli bis 20. August 2021 Grundgesamtheit Kölner*innen im Alter von 18 bis 80 Jahren (mit Haupt- oder Nebenwohnsitz) Stichprobe disproportional geschichtete Zufallsstichprobe nach Alter und Nationalität Stichprobengrundlage Einwohnermelderegister, 845 002 Personen (Stand: 30.03.2021) Bruttostichprobe (= angeschriebene Personen) 76 689 neutrale Ausfälle (= verzogen, verstorben) 4 791 (6,2 % der Brutto-Stichprobe) Nettostichprobe (ohne neutrale Ausfälle) 71 898 auswertbare Interviews insgesamt 8 291; davon 8 068 Online-Teilnahmen (97,3 %), 223 Papier-Teilnahmen (2,7 %) Beteiligungsquote 11,5 % der Nettostichprobe Die ausführliche Beschreibung der Methodik und eine Grundauszählung der Befragungsdaten finden Sie im Bericht: “Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 – Methodendokumentation“ Impressum / Kontakt Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/01.2022 -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/15/153 Vorlagen-Nummer 30.05.2022 1734/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 02.06.2022 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.08.2022 Wirtschaftsausschuss 18.08.2022 Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln 2021 Im Sommer 2021 führte die Abteilung Statistik und Informationsmanagement im Amt für Stadtentwick- lung und Statistik eine Bevölkerungsumfrage zur Corona-Krise in Köln durch. Diese Umfrage beschäf- tigte sich mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Leben, die Einstellungen und Verhaltens- weisen der Kölner Bevölkerung. Knapp 8.300 Kölner*innen haben sich an der Befragung beteiligt. Die wesentlichen Ergebnisse der Befragung sind in drei Kurzberichten zu den Themen Einkommens- verluste, Belastungen und Homeoffice–Erfahrungen zusammengefasst. Ergänzt werden die Berichte durch eine umfassende Methodendokumentation, die auch eine Grundauszählung aller gestellten Fragen enthält. Weniger als 20 Prozent der befragten Kölnerinnen und Kölner gaben an, dass ihr Haushaltseinkom- men im Kontext der Corona-Pandemie gesunken ist. Die große Mehrheit der Befragten (63 %) war bis zum Sommer 2021 finanziell unbeschadet durch die Pandemie gekommen. Aufgrund von stichpro- benbedingten Verzerrungen ist allerdings davon auszugehen, dass Personen mit gesunkenem Haus- haltseinkommen in der vorliegenden Befragung unterrepräsentiert sind.1 1 Siehe dazu ausführlicher in der Anlage: Kölner Statistische Nachrichten 1/2022, Kurzinformation Umfragen: Corona - Pandemie führte auch in Köln zu Einkommensverlusten . 2 Vor allem das Beschäftigungsverhältnis der befragten Person beeinflusste die Einkommensentwick- lung in der Pandemie. Selbstständig zu sein erhöhte das Risiko für Einkommensverluste am stärksten. So war bei- spielsweise das Risiko, Einkommenseinbußen zu erleiden, für die Selbstständigen unter den Befragten 6,2 Mal so groß wie für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Es traf darüber hinaus insbesondere die Gruppe mit den geringsten Einkommen, die aufgrund der Pandemie Einkommenseinbußen zu verzeichnen hatte. Ihr Risiko für Einkommensverluste durch Corona war 2,2 Mal höher als das der besser Verdienenden. Konsequenterweise nahmen Befragte mit Einkommenseinbußen die Zeit seit dem Frühjahr 2020 häu- figer als sehr stark belastend wahr als diejenigen, deren Einkommen nicht durch die Pandemie ver- ringert wurde. Grundsätzlich empfand der Großteil der Befragten eine hohe Belastung durch die Corona-Pandemie: Sechs von sieben Befragten gaben an, über den kompletten Zeitraum von März 2020 bis zum Zeit- punkt der Umfrage im Sommer 2021 durch die Corona-Krise belastet gewesen zu sein (86,5 %). Be- sonders starken Belastungen sahen sich insbesondere Alleinerziehende, Paare mit minderjährigen Kindern sowie jüngere Kölner*innen unter 25 Jahren ausgesetzt. Gefragt nach den konkreten Maßnahmen und Umstände der Pandemie, die als besonders belastend wahrgenommen wurden, benannten zwei Drittel der Befragten die Kontaktbeschränkungen, die Kinderbetreuungssituation beziehungsweise Doppelbelastung durch Arbeit und Kinder sowie die eingeschränkte Freizeit- und Feriengestaltung. Die Befragungsergebnisse zeigen an dieser Stelle sehr deutlich, dass die Belastungswahrnehmungen gruppenspezifisch variieren. Während Frauen insbesondere durch die Doppelbelastung durch Berufs- tätigkeit und Kinderbetreuung zu leiden hatten, beklagten jüngere Befragte häufiger die Einsamkeit und Isolation durch die Kontaktbeschränkungen. Interessant ist, dass sich jüngere Befragte (18- bis unter 25-Jährige) und Ältere (60- bis 80-Jährige) stärker durch die Unvernunft anderer, sich nicht an die Corona Auflagen gehalten zu haben, belastet fühlten, als Befragte in den anderen Altersgruppen. Auch wenn die Pandemie mit nachweislich hohen Belastungen verbunden ist, lässt sich dieser Zeit aus Sicht der Befragten dennoch auch Positives entnehmen. Auf die offen gestellte Frage, ob die Befragten neben den Einschränkungen und Belastungen auch Positives aus der Krise ziehen können, formulierten rund zwei Drittel eine positive Antwort. So wurden beispielsweise der gesellschaftliche Zusammenhalt, der Digitalisierungsschub und die Nutzung des Homeoffice und die daraus resultie- renden Vorteile geänderter Arbeitsbedingungen als positive Erfahrungen genannt. Konkreter befragt nach den Homeoffice-Erfahrungen zeigt sich, dass die Option, von zu Hause aus arbeiten zu können, sehr stark vom formalen Bildungshintergrund abhängt: Je höher der allgemeine Schulabschluss, desto größer waren die Anteile derjenigen, die während der Corona-Krise (zumin- dest teilweise) von zu Hause aus arbeiteten. Bei Hochschulabsolvent*innen lag der Anteil bei 82 %, während lediglich 21 % der Befragten mit Hauptschulabschluss ihrer Berufstätigkeit aus dem Home- office heraus nachgehen konnten. 3 Bei genauerer Betrachtung brachte Homeoffice sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich und hatte Auswirkungen auf das Belastungsempfinden der Befragten: Am Homeoffice am meisten geschätzt wurde der Zeitgewinn durch den Wegfall des Pendelns (Zustimmung 70 %). In etwa die Hälfte gab an, durch die Homeoffice-Situation Privatleben und Beruf besser ver- einbaren zu können. Ebenso viele waren der Meinung, von zu Hause ungestörter bezie- hungsweise effizienter arbeiten zu können. Ein Hauptnachteil des Arbeitens von zu Hause aus lag für die Befragten im sozialen Miteinan- der: Der überwiegenden Mehrheit (63,7 %) fehlten Kontakt und Austausch mit Kolleg*innen. Die eine Hälfte der Befragten war durch das zumindest teilweise Arbeiten im Homeoffice be- lastet, die andere nicht. Insbesondere die häusliche Enge, die soziale Isolation und die Kinderbetreuungssituation wurden als Gründe für eine eher belastende Homeoffice-Erfahrung benannt. Befragt wurden die Kölnerinnen und Kölner auch zu anderen Themen, beispielsweise zu ihrem Ein- kaufsverhalten. Hier stand die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die verstärkte Nutzung des Online- Shoppings zu einer dauerhaften Veränderung der Einkaufsgewohnheiten führt. Fast 47 % haben an- gegeben, in der Pandemie öfter virtuell eingekauft zu haben als vor der Pandemie; aber lediglich 19 % der Befragten gingen davon aus, auch nach der Krise den Online-Handel dem stationären Han- del vorzuziehen. Ein weiterer Themenkomplex der Befragung bezog sich auf die Nutzung von Grün- flächen und Parkanlagen. Hierzu gaben 47 % der Befragten an, seit Beginn der Corona-Pandemie fußläufig erreichbare Parks häufiger aufgesucht zu haben als vor der Corona-Krise. 56 % der Befrag- ten äußerten sich grundsätzlich zufrieden mit dem Angebot an Parks und Grünflächen und lediglich 17 % waren mit dem Zustand und der Pflege der Anlagen unzufrieden. Die Befragungsergebnisse zum Einkaufsverhalten und zu Grünflächennutzung wurden nicht in Be- richtsform, sondern in detaillierten, tabellarischen Sonderauswertungen den Fachdienststellen zur Verfügung gestellt und fließen in deren Arbeit ein. Gez. Greitemann Anlagen
Beratungsverlauf
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02.06.2022
TOP 18.8, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
18.08.2022
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.9, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
18.08.2022 zuletzt
TOP 11.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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