AN/0581/2017
Saubere Luft für Mülheim – jetzt handeln!
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SPD Antrag nach § 3
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An den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses Bürgermeister Andreas Wolter Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 12.04.2017 AN/0581/2017 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Verkehrsausschuss 02.05.2017 Saubere Luft für Mülheim – jetzt handeln! Sehr geehrter Herr Wolter, sehr geehrte Frau Reker, wir bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung der Sitzung des Verkehrsausschusses am 02.05.2017 aufzunehmen: Präambel: Der Stadtbezirk Mülheim ist Spitzenreiter! Leider trauriger Spitzenreiter, wenn es um die Luftbelastung durch Stickstoffdioxid geht. Nicht nur im Jahr 2015, sondern auch im Jahr 2016 wurde am Clevischen Ring mit 63 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft der höchste Wert in ganz NRW gemessen. Auch an der nahe gelegenen Bergisch-Gladbacher-Straße wird der seit 2010 geltende EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erneut überschrit- ten. Dabei führen erhöhte Stickstoffdioxidbelastungen zu einer Vielzahl an Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Umwelt. Neben Verkehrsverlagerungen durch die Zufahrtsbeschränkungen der Leverkusener Brücke und die Sanierung des Tunnels Grenzstraße ist der Stadtbezirk Mülheim zum Teil erhebli- chen Belastungen durch Durchgangsverkehre des benachbarten Rheinisch-Bergischen- Kreises ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund sind die Aktivitäten der Städte Köln und Bergisch Gladbach zur Ent- wicklung einer gemeinsamen Verkehrsstrategie zu begrüßen, stehen aber leider noch ganz am Anfang des Prozesses und müssen unbedingt beschleunigt werden. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 30.01.2017 haben die beiden Städte einen ersten gemeinsamen Maß- nahmenkatalog mit insgesamt 33 kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Verbesse- rung der Verkehrssituation und Luftbelastung veröffentlicht. Weder im Vorfeld noch im Nach- gang der Veröffentlichung hat bislang eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger des Stadtbezirks respektive der politischen Gremien stattgefunden. - 2 - Beschluss: 1. Der Verkehrsausschuss unterstützt den eingeschlagenen Weg der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Köln und Bergisch Gladbach und fordert die Umsetzung des gemeinsamen Maßnahmenkatalogs. 2. Er beauftragt die Verwaltung, zeitnah eine umfassende Bürgerinformation im Stadtbezirk Mülheim durchzuführen. 3. Mit der Umsetzung der bereits als kurzfristig eingestuften Maßnahmen soll unverzüglich begonnen werden. 4. Darüber hinaus beauftragt der Ausschuss die Verwaltung, folgende Änderungen und Ergänzungen in das gemeinsame Handlungsprogramm einfließen zu lassen: a. Zur Beschleunigung und Verbesserung der Wirksamkeit sollen die als mittelfristig eingestuften Maßnahmen ebenfalls auf ihre kurzfristige Realisierungsmöglichkeit überprüft werden. Dabei sollen insbesondere die Optimierung der Ampelschaltung bzw. die Prüfung von Umweltampeln an der Stadtgrenze zu Bergisch-Gladbach, die Förderung von Mobilstationen sowie die Schaffung einer Radverkehrsanlage auf der Bergisch-Gladbacher-Straße geprüft werden. b. Der LKW-Transitverkehr soll durch eine geänderte Streckenführung mit großräumiger Umfahrung des Stadtbezirks verringert werden. Zur Verringerung des LKW- und Logistikverkehrs aus Bergisch-Gladbach sollen Mög- lichkeiten zur Verlagerung auf das Schienennetz mit der Stadt Bergisch Gladbach er- örtert werden. Daneben soll auch die Realisierung der Ortsumgehung Refrath (sogenannte Bahn- dammtrasse) weiter mit Nachdruck vorangetrieben werden. c. Als zusätzliche Maßnahmen sollen die Verwaltung und die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) zudem zeitnah den Einsatz von E-Bussen im Stadtbezirk Mülheim, die Einrichtung von Busvorrangspuren (z.B. auf dem Clevischen Ring), die Stärkung des Busverkehrs ab 20:00 Uhr, die Einrichtung einer Schnellbusverbindung zwischen Köln und Leverkusen sowie zwischen dem Bahnhof Deutz und dem Bahnhof Mülheim sowie Kapazitätssteigerungen auf der Linie 4 prüfen und ihre Umsetzung vorbereiten. Die Durchfahrt der Linien 3 und 18 bis zur Endhaltestelle Thielenbruch soll zumindest in erweiterten Hauptverkehrszeiten zeitnah realisiert werden. 5. Um den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit an den genannten neuralgischen Punkten des Stadtbezirks zu verbessern, bittet der Ausschuss die Verwaltung zudem um entsprechende Schwerpunkteinsätze des Verkehrsdienstes ggfs. in Zusammenarbeit mit der Polizei. 6. Ein Bericht über den Stand der Umsetzung soll den zuständigen Gremien im vierten Quartal 2017 vorgelegt werden. - 3 - Begründung: Der im Januar 2017 veröffentlichte Maßnahmenkatalog der Städte Köln und Bergisch Glad- bach ist ein erster Schritt zur Entwicklung einer gemeinsamen Verkehrsstrategie über die Stadtgrenzen hinweg und zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im Stadtbezirk Mül- heim. Die zu erwartenden Konsequenzen aufgrund des Vertragsverletzungsverfahrens der EU gegen die Bundesrepublik sowie der Klage der Deutschen Umwelthilfe aufgrund der Über- schreitung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid, erfordern aber ein schnelles Handeln und zeitnah wirksame Maßnahmen. Angesichts des Neubaus der Leverkusener Brücke und der Sanierungen der Zoo- sowie Mülheimer Brücke inklusive der Unterbrechung des Stadtbahn- verkehrs ist zudem mit weiteren erheblichen Verkehrsverlagerungen zu rechnen – hier droht ein Verkehrschaos für den gesamten Stadtbezirk, welches nur durch zeitnahe Maßnahmen verhindert werden kann! Insofern müssen die als kurzfristig eingestuften Maßnahmen, wie z.B. die Anpassung der Ampelschaltungen auf der Bergisch-Gladbacher-Straße zur Einrich- tung von Tempo 30, auch tatsächlich sofort begonnen werden. Auch die aktuell erschienen Messwerte aus 2016 für den Stadtbezirk – und darüber hinaus – belegen, dass der Stadt Köln bislang keinerlei Verbesserung der Situation gelungen ist. Deshalb sind verschärfende Maßnahmen, über die bereits erwogenen Ansätze hinaus, drin- gend notwendig. So weist der vorgelegte Maßnahmenkatalog vor allem Handlungsdefizite hinsichtlich des LKW- und Logistikverkehrs auf, der besonders die Bergisch-Gladbacher-Straße erheblich belastet. Gerade der Wirtschafts- und Logistikverkehr aus Bergisch Gladbach muss dringend auf anderen Verkehrswegen organisiert werden. Ebenso muss das Angebot des ÖPNV im Bereich des Busverkehrs sowie die Kapazitäten der Stadtbahnlinien 3, 4 und 18 als Sofortmaßnahmen adäquat verbessert werden, bis lang- fristige Maßnahmen zum Ausbau des rechtsrheinischen Stadtbahnnetzes wie die Anbindung von Stammheim/Flittard (ggf. bis nach Leverkusen) oder die Verlängerung der Linie 1 bis Kürten-Spitze umgesetzt sind. Parallel gilt es, die Bevölkerung in Mülheim in diesen Prozess einzubinden und umfassend zu informieren. Eine reine Verbreitung des Maßnahmenkatalogs über die lokalen Medien wird dem Anspruch an die Beteiligungskultur in unserer Stadt bei Weitem nicht gerecht. Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im März 2017 mit den Anwohnerinnen und Anwoh- nern sowie den Bürgervereinen und Initiativen wurde der erhebliche Informations- und Betei- ligungsbedarf der Kölnerinnen und Kölner bereits deutlich. Des Weiteren sind seit der Veröffentlichung erneut wertvolle Monate verstrichen, sodass die anvisierten Maßnahmen unverzüglich begonnen werden müssen. Dabei gilt es insbesonde- re, großräumige (Diesel)Fahrverbote für Köln zu vermeiden und Handlungsspielräume zu nutzen, bevor Gerichte diese begrenzen. Die Stadtverwaltung Köln wie auch Bergisch Glad- bach müssen zum Schutz der Bevölkerung nun schnell und entschlossen handeln. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0581/2017
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 12.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27