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Annahme von 6 Collagen von Louise Nevelson als Schenkung von Giorgio Marconi

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 3784/2019 vom 08.11.2019

Stand: Am 12.12.2019 im Rat ungeändert beschlossen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 3784/2019 Freigabedatum 08.11.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Annahme von 6 Collagen von Louise Nevelson als Schenkung von Giorgio Marconi Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln nimmt die Schenkung der Collagen von Louise Nevelson von Giorgio Marconi mit großem Dank an. Ausschuss Kunst und Kultur 26.11.2019 Rat 12.12.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung: Louise Nevelson (* 1899 Kiew, + 1988 New York) Ohne Titel, ca. 1963 Karton, Papier, Kunststoff, Collage auf Holzplatte 61 x 48 cm Wert: 25.000 € Ohne Titel, ca. 1965 Karton, Sandpapier, Collage auf Holzplatte 61 x 48 cm Wert: 25.000 € Ohne Titel, ca. 1977 Karton, Farbe, Holz, Collage auf Holzplatte 81 x 51 cm Wert: 27.000 € Ohne Titel, ca. 1980 Karton, verrostetes Metall, Collage auf Holzplatte 81 x 51 cm Wert: 27.000 € Ohne Titel, ca. 1981 Karton, Farbe, Holz, Collage auf Holzplatte 89 x 61 cm Wert: 30.000 € Ohne Titel, ca. 1984 Karton, Farbe, Holz, Collage auf Holzplatte 89 x 61 cm Wert: 30.000 € Louise Nevelson wurde in den 1960er Jahren mit großformatigen Skulpturen bekannt, die sie aus hölzernen Fundstücken zusammensetzte. Anders als ihre Zeitgenossen der Pop Art verwendete sie keine Relikte der Konsumgesellschaft, sondern Holzteile aus Abbruchhäusern oder Holzabfälle aus Schreinereien. Als zusätzlich nivellierendes Element färbte sie alle Teile in Schwarz, Weiß oder Gold ein. Das Museum Ludwig besitzt die großformatige Arbeit Royal Tide IV von 1959/60. In 35 großen Holzkästen sind Holzstücke mit den unterschiedlichsten Bearbeitungsformen – gebrochen, zersägt, gehobelt oder ungehobelt, gedrechselt – zu entdecken. Durch die monochrome Farbigkeit wird die Aufmerksamkeit auf die Komposition jedes einzelnen Kastens und das Zusammenwirken aller Teile gelenkt. Zugleich werden die Fundstücke durch die Farbe Gold nobilitiert. Sie erscheinen als kostbare Relikte mit einer jeweils eigenen Geschichte und regen als solche die Vorstellungskraft an. Bislang war das Werk in der Sammlung des Museum Ludwig ein Solitär. Mit der Schenkung von sechs Collagen ist es möglich, einen weiteren Aspekt des Werkes von Louise Nevelson zu vermitteln. Ab den 1960er Jahren begann die Künstlerin parallel zu ihren Skulpturen Collagen aus Fundstücken zu schaffen, die sie aber entweder nicht oder nur teilweise bemalte. Damit rückt die Farbigkeit der Elemente aus Holz, Furnier, Sandpapier, Karton in den Blick. Sie gewinnt in den Kompositionen eine eigene Bedeutung. Auch wenn die Relikte aus Gebrauchszusammenhängen stammen, erinnern sie in 3 der auf die Bildmitte orientierten formalen Struktur an archaische Relikte. Zwei unterschiedliche Tradi- tionen, die Nevelson von Beginn ihrer künstlerischen Karriere an beeinflussten, können in den Colla- gen wiederentdeckt werden. Zum einen lernte sie auf einer Europareise in München 1931 den Maler Hans Hofmann kennen, bei dem sie nach seiner Emigration in die USA in New York studierte. In ihren Collagen wird der Einfluss von Hofmanns Kompositionsprinzip des „Push and Pull“ besonders deut- lich. Andere Werke der europäischen Avantgarde, zum Beispiel von Pablo Picasso, George Braque, Henri Laurens und Constantin Brancusi, hatte sie schon in den 1920er Jahren in New York beim Stu- dium an der Art Students League kennengelernt. Kubismus und Abstraktion blieben für Nevelson zeit- lebens wichtiger Bezugspunkt. Aber auch die Quellen dieser neuen Kunstrichtung, die Anfang des 20. Jahrhunderts aufkam und sich an der außereuropäischen, ozeanischen und afrikanischen Kunst ori- entierte, wurden für Nevelson Vorbild und Inspiration. Weitere Anregungen bezog sie aus der Kunst der Native American. Alle Einflüsse verarbeitete Nevelson zu einer eigenen Kunst. In dieser bilden die Collagen eine eigenständige Kategorie. Sie dienen nicht als vorbereitende Skizzen zu ihren Skulptu- ren. Vielmehr liegt ihre Eigenständigkeit in dem bewussten Umgang mit der Farbigkeit, die ihnen eine malerische Qualität verleiht. In diesem Sinne stellt die Schenkung auch eine Erweiterung der Samm- lung dar. Das Museum Ludwig begrüßt diese großartige Schenkung von Giorgio Marconi, dem Gründer der Fondazione Marconi, Sammler und ehemaliger Galerist. Giorgio Marconi schenkt die Collagen von Louise Nevelson dem Museum Ludwig, da sich in der Sammlung bereits ein frühes Hauptwerk der Künstlerin befindet, und weil es sich beim Museum Lud- wig um das bedeutendste Museum amerikanischer Kunst des 20. Jahrhunderts in Europa handelt. Die Kunstwerke haben laut vorliegendem Gutachten einen Wert von 164.000,- €. Mit der Annahme der Schenkung ist die Fertigung einer Spendenbescheinigung verbunden.

Beratungsverlauf

  1. 26.11.2019

    Ausschuss Kunst und Kultur

    TOP 6.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  2. 12.12.2019 zuletzt

    Rat

    TOP 2.1, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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