AFO/0021/2024
Beleuchtung auf der Kanalpromenade im Bereich Gelmer
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Originalanfrage der CDU-Fraktion
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AF0/0021/2024 CDU-FRAKTION IN DER BV-OST Kanalpromenade Gelmer Münster, 19.09.2024 Anfrage an die Verwaltung Beleuchtung der Kanalpromenade im Bereich Gelmer Die CDU-Fraktion fordert von der Verwaltung eine Erklärung, warum ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Bei jeder größeren und kostenintensiven Baumaßnahme werden entsprechende Gutachten (z. B. Umweltverträglichkeitsprüfung etc.) im Vorfeld eingeholt. Warum wurde das 1. Gutachten nicht so beauftragt, dass alle Thematiken berücksichtigt und beantwortet wurden? Mit welchen Kosten ist für das zweite Gutachten zu rechnen? Wann liegt das Ergebnis vor? Für die Fraktion Kreisvorsitzender Telefon 0251 41842-0 CDU-SPENDENKONTO: Dr. Stefan Nacke MdB Telefax 0251 41842-44 Sparkasse Münsterland Ost Mauritzstraße 4-6 post@cdu-muenster.de IBAN DE96 4005 0150 0000 1313 18 48143 Münster www.cdu-muenster.de BIC WELADEDIMST
Stellunnahme zur Anfrage AFO/0021/2024
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67 20 0001 i 22.10.2024 Frau Schumann 67 20 Bezirksvertretung Münster-Ost, über Herrn Stadtbaurat Minas Anfrage der CDU - Fraktion BV MS-Ost an die Verwaltung zur Beleuchtung der Kanalpromenade im Bereich Gelmer AFO/0021/2024 Begründung: Hintergrund: Der Dortmund-Ems-Kanal (DEK) mit seinen radwegbegleitenden Gehölzstrukturen ist ein wichtiger Lebensraum für Vögel und insbesondere für Fledermäuse. Für diesen Bereich lagen im Vorfeld der Baumaßnahme zur Kanalpromenade keine faunistischen Untersuchungen vor. Aufgrund der Länge der Kanalpromenade (27. km) und dem damit verbundenen Arbeitsaufwand ist die Erfassung der Artengruppen der Vögel und Fledermäuse auf zwei repräsentativen Teilstrecken durchgeführt (Abschnitt 5 und 6) worden. Auf Grundlage der Artenschutzgutachten sowie einer von Seiten der Stadt Münster durchgeführten Strukturkartierung u.a. zur Erfassung der Dunkelräume entlang des DEKs wurde die Übertragbarkeit der Untersuchungsergebnisse für die Abschnitte 5 und 6 auf die weiteren Abschnitte 1, 2 und 4 der Kanalpromenade überprüft. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Abschaltzeiten, die zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände nach 844 BNatSchG festgelegt wurden, auf die anderen Teilabschnitte übertragbar sind. Eine Ausnahme bildete die Teilstrecke im Abschnitt 1 von der Königsberger Straße bis nach Gelmer. Aufgrund der festgestellten Strukturen und des gesicherten Nachweises von Vorkommen der Mopsfledermaus stellt die Teilstrecke entlang des Vogelschutzgebietes (VSG) eine Besonderheit dar und muss hinsichtlich der Beleuchtung zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Konflikte auch besonders betrachtet werden. Der Einfluss von Beleuchtung auf Fledermäuse und ihre Lebensräume ist sehr vielschichtig und u.a, abhängig von den verwendeten Beleuchtungssystemen, den vorhandenen Lebensräumen, den Vorbelastungen sowie dem vorhandenen Artenspektrum. Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von Beleuchtung und Beleuchtungssystemen und den damit verbundenen Veränderungen müssen auch die Auswirkungen u.a. auf Fledermausvorkommen kontinuierlich mit betrachtet werden. Nachfolgend die Beantwortung der in der Anfrage gestellten Fragen: zu 1) Warum wurde das 1. Gutachten nicht so beauftragt, dass alle Thematiken berücksichtigt und beantwortet wurden? Aufgrund der Länge der Kanalpromenade (27 km) und dem damit verbundenen Arbeitsaufwand ist die Erfassung der Artengruppen der Vögel und Fledermäuse auf zwei repräsentative Teilstrecken (Abschnitt 5 und 6) beschränkt worden. zu 2) Mit welchen Kosten ist für das zweite Gutachten zu rechnen? Für den Abschnitt 1 der Kanalpromenade liegen keine Artenschutzgutachten vor und es sind auch keine beauftragt worden. Es gibt gesicherte Nachweise der Naturschutzverbände und der Biologischen Station Rieselfelder, dass im Bereich des Abschnitts 1 die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus vorkommt. Aktuell wird eine wissenschaftliche Studie zum bedarfsgerechten Beleuchtungsmanagement vom Leibniz- Institut erstellt. Ziel ist die Weiterentwicklung des fledermausfreundlichen Beleuchtungskonzeptes unter Berücksichtigung der Einschaltzeiten für Rad- und Fußverkehr. Die Kosten für die wissenschaftliche Studie betragen 47.280,00.€. 3) Wann liegt das Ergebnis vor? Die Ergebnisse der Studie liegen Ende des Jahres vor. Driesch Anlage: Übersicht der Abschnitte der Kanalpromenade
Ergänzende Fragen der CDU-Fraktion zur Anfrage AFO/0021/2024
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Lebensräume der Mopsfledermaus in MS-Ost „CD U KREISVERBAND MÜNSTER E.V. CDU-FRAKTION IN DER BV-OST Münster, 30. 01. 2025 Betr.: Beantwortung der Anfrage AFO/0021/2024 v. 22. 10. 24 Anfrage 1) In der Beantwortung zu 2) wird u. a. aufgeführt: "Es gibt gesicherte Nachweise der Naturschutzverbände und der Biologischen Station Rieselfelder, dass im Bereich des Abschnitts 1 die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus vorkommt." Zur Verdeutlichung und einer Verstärkung der Akzeptanz in der Bevölkerung zur Einschränkung der Beleuchtung an der Kanalpromenade wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten: - Durch wen und wann wurden die gesicherten Nachweise erstellt? - Wem liegen diese Nachweise vor? - Können sie veröffentlicht werden? 2) In der Beantwortung zu 3) #wissenschaftliche Studie zum bedarfsgerechten Beleuchtungsmanagement wird aufgeführt: "Die Ergebnisse der Studie liegen Ende des Jahres vor." (2024) Die Verwaltung wird gebeten, diese Ergebnisse der BV Ost vorzulegen. Für die Fraktion Kreisvorsitzender Telefon 0251 41842-0 CDU-SPENDENKONTO: Dr. Stefan Nacke MdB Telefax 0251 41842-44 Sparkasse Münsterland Ost Mauritzstraße 46 post@cdu-muenster.de IBAN DE$6 4005 0150 0000 1313 18 48143 Münster www.cdu-muenster.de BIC WELADED1MST
Stellungnahme zu ergänzende Fragen Amt 67
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Stadt Münster Amt für Bürger- und Ratsservice Bezirksverwaltung Ost 29% Juli 2025 j 29.07.2025 6863 67 23.0007 Frau Specht An die Bezirksvertretung Münster-Ost über Herrn Stadtrat Minas Anfrage der CDU - Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Ost zur Beantwortung der Anfrage AFO/0021/2024 v.22.10.24 55 Beantwortung der in der Anfrage gestellten Fragen: 1. „Es gibt gesicherte Nachweise der Naturschutzverbände und der Biologischen Station Rieselfelder, dass im Bereich des Abschnitts 1 die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus vorkommt.“ 1.1 Durch wen und wann wurden die gesicherten Nachweise erstellt? Der NABU Stadtverband (AG Fledertierschutz) hat das Vorkommen der Mopsfledermaus in den Rieselfeldern nachgewiesen. Der erste Nachweis der Art erfolgte im Jahr 2023. Im Jahr 2024 wurde nachgewiesen, dass die Art erfolgreich in den Rieselfeldern reproduziert (Wochenstube mit Jungtieren). 1.2 Wem liegen diese Nachweise. vor? Die Nachweise liegen den Mitarbeitenden des AG Fledertierschutz, der Biologischen Station Rieselfelder e.V. sowie der Stadt Münster vor. 1.3 Können Sie veröffentlicht werden? Bei dem nachgewiesenen Vorkommen handelt es sich um den einzigen Nachweis im Stadtgebiet von Münster. Zum Schutz der Art werden die Daten mit den konkreten Standorten nicht veröffentlicht. Fledermauskartierungen im Vogelschutzgebiet Rieselfelder werden in regelmäßigen Abständen innerhalb des Gebietes durchgeführt. Die wichtigsten Informationen zu der Fledermauserfassung und den Nachweisen werden Sie dem Jahresbericht 2024 der Biologischen Station „Rieselfelder Münster“ entnehmen können. 2. Die Verwaltung wird gebeten, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie zum bedarfsgerechten Beleuchtungsmanagement der BV Ost vorzulegen. Die Studie ist beigefügt. gez. Driesch
Abschlussbericht/Studie
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1 Abschlussbericht Erfassung und Bewertung des akustischen Antwortverhaltens von Fledermäusen auf ein variables bedarfsgerechtes Beleuchtungsmanagement in zwei Zonen (Zone 1 = Siedlungsnah, Zone 2 = siedlungsfern) entlang des regionalen Fahrradwegs am Dortmund-Ems Kanal (Stadt Münster, Nord- Rhein Westfalen) Dr. Christine Reusch und Prof. Dr. Christian C. Voigt Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Str. 17, 10315 Berlin Zusammenfassung Wir untersuchten den Einfluss bewegungs gesteuerter (adaptiver) Beleuchtung auf Fledermäuse an einem Radweg nahe Münster. Beim siedlungsnahen Standort (Zone 1; Osttor) wurde der Effekt des Beleuchtungsintervalls (20s vs. 40s) und beim siedlungsfernen Standort ( Zone 2; Rieselfelder) der Effekt von bernsteinfarbenem Licht auf die Aktivität der Fledermäuse untersucht . Die Reaktion der Fledermäuse wurde über ein akustisches Monitoring erfasst, wobei die Analyse zwischen drei funktionellen Gilden, den Offenraumjägern (Gattungen Nyctalus, Eptesicus und Vespertilio), den Randstrukturjägern (Gattung Pipistrellus) sowie den Engraumjägern (Gattungen Myotis und Plecotus) differenzierte. Mopsfledermäuse (Barbastella barbastellus) konnten an keinem der Standorte in den Untersuchungsnächten akustisch nachgewiesen werden. Am Standort Osttor (Zone 1) konnten wir keinen Effekt verschiedener Beleuchtungsintervalle (20s und 40s) auf die Fledermausaktivität nachweisen. Beide Beleuchtungsweisen führten zu einer tendenziell geringeren Fledermausaktiv ität, die jedoch basierend auf unserer Stichprobe statistisch nicht signifikant war. Eine frühere Untersuchung am selben Standort mit größerer Stichprobe zeigte eine signifikante Meidung der adaptiven Beleuchtung (40s Beleuchtungsintervall) durch Randstrukturjäger und Engraumjäger. Dies lässt darauf schließen, dass der in Zone 1 praktizierte Abschaltzeitraum plausibel ist . Wir empfehlen auf eine wirksame seitliche Abblendung und eine Fokussierung des Lichtstrahls auf den Radweg zu achten. Des Weiteren sollte die Reflektionswirkung der Laternenmasten weiter reduziert werden. Am siedlungsfernen Standort (Zone 2; Rieselfelder) konnten wir keinen Effekt der bernsteinfarbenen Beleuchtung auf die Gilde der Offenra umjäger und nur einen geringen Effekt der bernsteinfarbenen Beleuchtung auf die Randstrukturjäger feststellen. Für die Engraumjäger (Gattungen Myotis und Plectous) konnten wir eine geringere Fledermausaktivität bei eingeschalteter Beleuchtung in den Abendstunden nachweisen. Die geringe Frequentierung des Radwegs durch Radfahrer am Standort Rieselfelder könnte den negativen Einfluss der Beleuchtung auf die Engraumjäger eingrenzen. Bei einer stärkeren Frequentierung des Radwegs durch Radfahrer würde sich vermutlich das Meidungsverhalten der engraumjagenden Fledermäuse verstärken. In der Summe erscheint daher eine vollständige Abschaltung der adaptiven Beleuchtung in der Zone 2 ratsam. Für beide Zonen empfehlen wir Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Lichtverschmutzung durch Lichtquellen jenseits des Radwegs. 2 Einleitung Weltweit nimmt künstliches Licht in der Nacht jährlich um 7 -10 % zu (Kyba et al., 2023). Hält dieser Trend an, werden in Zukunft immer mehr Organismen und Ökosysteme von Lichtverschmutzung betroffen sein (Bennie et al., 2015; Falchi et al., 2016). Lichtsensible Tiere können dadurch Lebensräume verlieren oder unter der Fragmentierung ihrer Lebensräume leiden (Hölker et al., 2010; Korpach et al., 2022). Fledermäuse sind unmittelbar von Lichtverschmutzung betroffen, da sie sich im Laufe der Evolution in einer nächtlichen Nische entwickelt haben (Speakman, 2001). Dies mach t sie gegenüber künstlichem Licht besonders anfällig (Rowse et al., 2016; Stone et al., 2015). Alle Fledermäuse sind in der Lage, Licht bei niedrigen Intensitäten wahrzunehmen (Childs & Buchler, 1981). Die spezifische Reaktion von Fledermäusen auf künstliches Licht variiert jedoch in Abhängigkeit davon, welcher funktionellen Gruppe eine Fledermausart angehört (Voigt et al., 2021). In den gemäßigten Breiten meiden Fledermäuse, die in dichter Vegetation nach Insekten jagen (z.B. Arten der Gattung Myotis), kün stliches Licht unter fast allen Umständen (Voigt et al., 2021). Relativ schnell fliegende Fledermäuse, die ihre Nahrung an Randstrukturen wie Waldrändern (Gattung Pipistrellus) oder im offenen Luftraum (z.B. Gattung Nyctalus) suchen , jagen gelegentlich Insekten an Straßenlaternen (Rydell, 1992). Obwohl die beiden letztgenannten Gruppen oftmals als lichttolerant beschrieben werden, meiden auch diese Arten künstliche Lichtquellen mit hoher Beleuchtungsstärke oder wenn sich die Lichtquellen in der Nähe ihrer Quartiere befinden (Hale et al., 2015; Mariton et al., 2023; Voigt et al., 2020). In Europa wurden Handlungsempfehlungen zur Berücksichtigung des Fledermausschutzes bei Beleuchtungsvorhaben entwickelt, die auf der Hierarchie ‚Vermeiden-Mindern-Kompensieren‘ basieren (Arlidge et al., 2018; Voigt et al., 2018). Eine allgemeine Empfehlung lautet, künstliche Lichtquellen nur dann einzusetzen, wenn es für die menschliche Sicherheit unbedingt erforderlich ist. Ein vielversprechender Ansatz, um die negativen Aus wirkungen von künstlichen Lichtquellen auf Fledermäuse zu reduzieren, ist das Abschalten der Straßenbeleuchtung in einem mehrstündigen Zeitraum in der Mitte der Nacht. Die akustische Erfassung von Fledermäusen an Straßen, die nur am Anfang und am Ende der Nacht beleuchtet wurden, zeigen, dass Fledermäuse artspezifisch auf diese Beleuchtungsregelung reagieren. Die meisten lichtempfindlichen Fledermausarten mi eden weiterhin die beleuchteten Bereiche in den Abend - und Morgenstunden (Azam et al., 2015; Day et a l., 2015). Aktuelle technische Entwicklungen wie die Verwendung einer Beleuchtung, die bewegungsgesteuert durch Spaziergänger oder fahrende Autos und Radfahrer ausgelöst wird (nachfolgend adaptive Beleuchtung genannt), könnten das Ausmaß der Lichtverschmut zung weiter reduzieren (Gagliardi et al., 2020). Kürzlich konnte gezeigt werden, dass eine adaptive Beleuchtung im Vergleich zu Dauerbeleuchtung zwar weniger Insekten anlockt, aber die Fledermausaktivität nur geringfügig beeinflusst (Bolliger et al., 2020). Um den Fledermausschutz zu verbessern, ist es daher notwendig, die adaptive Beleuchtung an das Antwortverhalten der Fledermäuse anzupassen. Hierzu sind detaillierte Untersuchungen nötig. Die Stadt Münster hat entlang eines Radweges am Dortm und-Ems-Kanal eine bedarfsgerechte Beleuchtung eingeführt. In einer früheren Pilotstudie wurde untersucht, wie sich die bedarfsgerechte Beleuchtung auf die Aktivität der lokalen Fledermäuse auswirkt. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie zeigten eine g ildenspezifische Meidungsreaktion der Fledermäuse auf die adaptive Beleuchtung mit Licht Emittierenden Dioden (LED; Heim et al., 2024). Fledermausarten der Gattung Pipistrellus mieden die adaptive LED -Beleuchtung, wobei die Reaktion in den frühen und späten Nachts tunden weniger ausgeprägt war als in der Mitte der Nacht (Heim et al., 2024). Fledermausarten, die im offenen Luftraum (Gattung Nyctalus) oder ab in dichter Vegetation nach Nahrung suchen (Gattung Myotis), mieden die adaptive Beleuchtung besonders spät in der Nacht (Heim et al., 2024). Die AutorInnen der 3 Pilotstudie wiesen darauf hin , dass kürzere Beleuchtungszeiten oder eine wärmere Lichtfarbe den negativen Effekt der Beleuchtung auf Fledermäuse abmildern könnten (Heim et al., 2024). Im vorliegenden Folgeprojekt wurde im Auftrag der Stadt Münster am selben regionalen Fahrradweg untersucht, ob kürzere Beleuchtungs intervalle der bewegungsgesteuerten LED-Beleuchtung dazu beitragen k önnen, die negativen Auswirkungen von künstlichen Lichtquellen auf Fledermäuse zu reduzieren. Die Fledermausaktivität wurde über ein passives akustisches Monitoring quantifiziert. Wir erwarteten, dass bei einer kürzeren Beleuchtungsdauer eine geringere Meidungsreaktion auftritt . Zusätzlich untersuchten wir in einem weiteren Abschnit t des Radweges, der ein ökologisch sensibles Gebiet tangiert, den Einfluss der Lichtfarbe einer adaptiven Beleuchtung auf die Fledermausaktivität. Aufgrund der Lichtfarbe und des geringeren Streuwerts des verwendeten bernsteinfarbenen Lichts erwarteten wir eine geringe Meidungsreaktion der Fledermäuse. Methodik Studiengebiet Die Untersuchungen fanden in zwei Abschnitten entlang eines Fahrradweges in der Nähe der Stadt Münster (Nordrhein-Westfalen) statt (Kanalpromenade: Zone 1, Osttor; Zone 2 Rieselfelder; Abb. 1). Die Kanalpromenade besteht aus einer vier Meter breiten Asphaltstraße, die entlang des Dortmund- Ems-Kanals verläuft. Der Bereich zwischen dem Weg und dem Kanal ist mit Wiesen, Sträuchern und/oder Bäumen bewachsen. Die Zone 1 (im Folgenden Osttor genannt) liegt siedlungsnah und schließt an Wohn - und Industriegebiete an. Die Zone 2 (im Folgenden Rieselfelder genannt) liegt siedlungsfern und verläuft entlang der Rieselfelder, einem Vogelschutzgebiet. Innerhalb der gewählten Abschnitte lagen ähnliche Habitattypen vor, so dass der Einfluss des Habitats auf die Ergebnisse minimiert wurde. Abbildung 1 Foto der Beleuchtung des Radweges in Zone 1 am Osttor (warm -weiß, 2700K ; links) und Zone 2 an den Rieselfeldern (Bernstein 20s; rechts) Studiendesign Zur Erfassung und Bewertung des akustischen Antwortverhaltens von Fledermäusen auf eine bedarfsgerechte variable Lichtsteuerung in den beiden Abschnitten entlang des regionalen Radweges wurde ein passives akustisches Monitoring sowie zeitgleich eine Lichtmessung durchgeführt. Die 4 Datenerfassung erfolgte von Juli bis Anfang Oktober 2024 in zwei direkt aufeinanderfolgenden Nächten pro Monat, sofern dies wetterbedingt möglich war (Juli - 06. und 07.0 7.; August - 02. und 04.08.; Mitte September - 18. und 19.09.; Ende September - 28. und 29.09. (nur Rieselfelder); Anfang Oktober - 03. und 04.10. ). Die akustischen Aufnahmen wurden um den Neumondzeitraum durchgeführt, um den möglichen Einfluss des Mondlichts auf die Fledermausaktivität minimal zu halten. Lediglich im September war dies aufgrund einer längeren Regenperiode nicht möglich. Um vergleichbare Bedingungen zu schaffen und den Einsatz der Technik zu optimieren, wurde darauf geachtet, dass in beiden Nächten ähnliche Wetterbedingungen herrschten und es nicht regnete. In der ersten Nacht waren die Straßenlaternen an allen Standorten ausgeschaltet (dunkel) und in der darauf folgenden Nacht wurden sie entsprechend der unterschiedlichen Beleuchtungsmodi eingeschaltet, um einen Vorher-Nachher-Vergleich durchführen zu können. In der Zeit von 23:00 bis 05:00 Uhr war die Radwegbeleuchtung immer ausgeschaltet. Nahe den Rieselfeldern ( Zone 2; Abb. A1, nachfolgend Rieselfelder genannt) wurden in der zweit en Untersuchungsnacht zwei unterschiedliche Beleuchtungsmodi (inkl. Dunkelkontrolle) untersucht. Die Beleuchtungsmodi basierten auf einer Streulichtminimierung sowie einem gleitenden Auf- und Abstieg des Beleuchtungsintervalls. Die zu prüfenden Beleuchtungsmodi wurden wie folgt definiert: 1) kurze Beleuchtungsdauer: 20 s, Lichtfarbe bernstein (1800 K) 2) Kontrolle (aus) Am Osttor (Zone 1; Abb. A2, nachfolgend Osttor genannt) wurden in der zweiten Versuchsnacht jeweils drei unterschiedliche Beleuchtungsmodi (inkl. Dunkelkontrolle) untersucht. Alle Beleuchtungsmodi basieren auf warmweißen LED (2700 K) und einem sanften Auf - und Abschwellen des Beleuchtungsintervalls. Die zu prüfenden Beleuchtungsmodi wurden wie folgt definiert: 3) Lange Beleuchtungsdauer: 40 s 4) Kurze Beleuchtungsdauer: 20 s 5) Kontrolle (aus) In beiden Abschnitten wurden jeweils 2 Replikate der 3 bzw. 2 Beleuchtungsarten auf Teilstrecken von je 100 m Länge untersucht. An den Rieselfeldern bestand die gesamte zu untersuchende Strecke aus zwei je 200 m langen Replikaten mit den Beleuchtungsweisen 1) und 2) auf je 100 m Länge je Teilabschnitt (Bild 2). Am Osttor bestand die Strecke aus zwei Replikaten von je 300 m Länge mit den Beleuchtungsmodi 3), 4) und 5) mit je 100 m Länge pro Teilabschnitt ( Abbildung 2). Der Abstand zwischen den beiden Replikaten betrug knapp 1 km. Jeder Teilabschnitt umfasste fünf Laternen (nachfolgend Straßenleuchten genannt), wobei die Messungen jeweils an der mittleren Straßenleuchte durchgeführt wurden. Die Beleuchtungsmodi der Teilabschnitte wurden zwischen den Untersuchungszeiträumen (Juli, August, Mitte September und Ende September oder Oktober) abgewechselt (Tab. A1 und A2), um den Einfluss von Standortfaktoren und Beleuchtungsmodus zu trennen. Die Habitattypen wurden möglichst konstant gewählt und es wurde auf die Entfernung zu potentiellen Leitstrukturen (z.B. Brücken) geachtet. Pro Nacht wurden an zehn Straßenlaternen (sechs am Osttor und vier in den Rieselfeldern) ein akustisches Monitoring und gleichzeitig Lichtme ssungen durchgeführt. 5 Abbildung 2 Schematische Darstellung des Versuchsdesigns für die zwei Abschnitte 1 (Zone 2) und 5 (Zone 1) des regionalen Radweges entlang des Dortmund-Ems-Kanals. Die Teststrecken mit den verschiedenen Beleuchtungsweisen ( 20s – warmweißes Licht (2700 K) für 20s bei Auslösung durch Bewegung auf dem Radweg (hellgelb); 40s – warmweißes Licht (2700 K) für 40s bei Auslösung durch Bewegung auf dem Radweg (dunkelgelb); Bernstein – bernsteinfarbenes Licht (1800 K) für 20s bei Auslösung durch Bewegung auf dem Radweg ( orange); aus und dunkel – ausgeschaltet während der gesamten Nacht (grau)). Alle Laternen waren im Zeitraum von 23:00 bis 05:00 Uhr ausgeschaltet. Echoortungsrufaufnahmen, Artidentifikation und Messung von Fledermausaktivität Das passive akustische Monitoring wurde mit Batloggern A+ (Elekon AG, Luzern, Schweiz) durchgeführt, die in 3,5 m Höhe a m jeweiligen Straßenlaternenpfahl befestigt wurden, wobei die omnidirektionalen Mikrofone ungefähr 25 cm über dem Batlogger -Gehäuse angebracht und dem Dortmund-Ems-Kanal zugewandt war. Während aller Aufzeichnungsnächte wurde an jedem Standort zusätzlich die Umgebungstemperatur mit einem Logger (siehe unten) aufgezeichnet. Eine erste automatische Analyse der Fledermausrufe erfolgte mit der Software BatExplorer (Version 2.2.6.0, Elekon AG, Luzern, Schweiz) anhand der Echoortungsrufe, nachdem die Artenbibliothek „Europäische Fledermäuse DE“ des BatExplorers an die lokale Fledermausfauna angepasst wurde (Tabelle A3). Anschließend wurden alle aufgenommenen Dateien manuell überprüft und die Rufe endgültig zugeordnet. Soweit möglich wurden die Rufe bis auf Artniveau bestimmt. Rufe, die aufgrund ähnlicher Rufcharakteristika nicht einer Art zugeordnet werden konnten, wurden der nächstmöglichen Ebene, z. B. der Gattung, zugeordnet. Aufgrund der sehr ähnlichen Echoortungsrufe von Arten der Gattungen Nyctalus, Eptesicus und Vespertilio wurden alle Aufnahmen dieser Arten der Gruppe „NEV“ zugeordnet. Dateien mit weniger als drei aufgezeichneten Rufen wurden im Detail betrachtet und dann entschieden, ob sie zugeordnet werden konnten. Die identifizierten Rufe wurden dann den entsprechenden Funktionsgruppen zugeordnet: Im Offenraum jagende Fledermäuse (OSF ; Engl. ‚Open-Space Forager‘), an Randstrukturen jagende Fledermäuse (ESF; Engl. ‚Edge-Space Forager‘) und in engen Räumen jagende Fledermäuse (NSF; Narrow-Space Forager‘) (Tab. A3). Myotis-Rufe wurden im Gesamten der NSF Gruppe zugeordnet, obschon Teichfledermaus ( Myotis dasycneme ) und Wasserfledermaus (Myotis daubentoni) einer anderen Gilde angehören. 6 Lichtmessungen An jedem Aufnahmeort befestigten wir wenige Zentimeter über dem Batlogger einen Lichts ensor- Logger (HOBO-Lichtsensor; 1 Lux Genauigkeit; Datenlogger-Store, Eichstetten, Deutschland) an einem Straßenlaternenpfahl (im Folgenden Standort genannt). In einer Untersuchungsnacht zeichneten wir mit diesem Lichtsensor-Logger von Sonnenuntergang bis -aufgang die relative Beleuchtungsstärke auf. Die von den Lichtsensoren erfasste Beleuchtungsstärke erfasst sowohl das natürlich e als auch das künstliche Licht. Die Lichtintensität [lux] wurde jede Sekunde durch die Lichtsensoren erfasst. Hierüber ließ sic h für jede jede Aufnahmenacht und für jeden Standort ein Lichtprofil erstellen (siehe beispielhaft Abb. A3). Statistische Analysen Für jede Sekunde einer Untersuchungsnacht wurde dokumentiert, ob ein Mitglied der jeweiligen Fledermausgilde am jeweiligen Standort aktiv war oder nicht. Diese Aktivitätsdaten wurden dann mit den Lichtsensordaten kombiniert, so dass jeder Sekunde, in der eine Fledermaus aktiv war oder nicht, auch ein Wert für die Lichtintensität zugeordnet werden konnte. Alle Zei tpunkte, an denen die Beleuchtung eindeutig auf voller Leistung oder ausgeschaltet war (n = 2.083.043), wurden beibehalten, wobei die volle Leistung erreicht war, sobald die Beleuchtung für mehrere Sekunden (~ 20s oder 40s) ein Plateau erreichte. Zeitpunkt e, die entweder mit Dämmerung oder mit einem Übergangszustand zwischen voller Leistung und ausgeschalteter Beleuchtung verbunden waren, wurden nicht in die Analysen einbezogen (n = 367.357 (15%)). Somit wurde nur der Zeitraum von Dämmerungsbeginn bis 23:00 Uhr und von 5:00 Uhr bis Dämmerungsende betrachtet (n=780.631; siehe Tabelle A5), um den Einfluss des Lichts auf die Fledermausaktivität zu beurteilen. Für die statistische Auswertung wurde das Programm R (R Core Team, 2022, Version 4.2.2) verwendet. Zuerst wurde die Anzahl der Sekunden mit gildenspezifischer Flugaktivität pro 30-Minuten- Intervall gezählt und mit Hilfe von ggplot2 (Version 3.4.0; Wickham, 2016) dargestellt. Zweitens analysierten wir die Effekte von Lichtstatus, Beleuchtungsmodus, Standort, Nachtzeitintervallen (30- Minuten-Intervalle) und verschiedenen Interaktionen auf die gildenspezifische An - und Abwesenheitsaktivität mit linearen Mixed -Effects-Modellen, die mit dem Programmpaket spaMM (Version 4.1.0; Rousset & Ferdy, 2014) erstellt und getestet wurden. Diese Analysen wurden nach der Aggregation der Daten zu einer halbstündlichen An -/Abwesenheit für jede gegebene Nacht, jeden Standort, jede Beleuchtungsart und jeden Beleuchtungszustand (an oder aus) durchgeführt und berücksichtigten den Ef fekt der zeitlichen Autokorrelation. Die Formel des vollständigen Modells lautete wie folgt und wurde für jede Gilde und jeden Abschnitt (Osttor und Rieselfelder) separat erstellt: Anwesenheit/Abwesenheit ~ Licht + Beleuchtungsweise + Standort + Interaktion Licht -Standort + Interaktion Beleuchtungsweise -Standort + 3-fach-Polynom des Zeitintervalls + Interaktion 3 -fach- Polynom des Zeitintervalls – Licht + Interaktion 3 -fach-Polynom des Zeitintervalls – Standort + Interaktion 3 -fach-Polynom des Zeitinterval ls – Beleuchtungsweise + Interaktion Licht - Beleuchtungsweise + (1|Nacht) + (1|Saison) + AR1(1|Zeitintervall %in% Standort-Zeitabschnitt) 7 Ergebnisse Licht- und Temperaturdaten Der prozentuale Anteil der Sekunden mit eingeschaltetem Licht variierte zwischen den Aufnahmezeiträumen und den Standorten (Abb . 3 und 4). Das mit den Lichtsensoren erfasste Beleuchtungsprofile war für die Standorte innerhalb einer Aufnahmeperiode ähnlich. Zu Beginn der Dämmerung und gegen Ende der Dämmerung wurden die Straßen lampen durch die Bewegung von Radfahrern oder Fußgängern am häufigsten eingeschaltet. Am Osttor wurde Mitte September und im August ein relativ hoher Anteil eines 30 -Minuten-Intervalls mit eingeschaltetem Licht (bis zu 96%) beobachtet (Abb. 3). Dagegen lag der Anteil eines 30 -Minuten-Intervalls mit eingeschaltetem Licht nahe den Rieselfeldern meist unter 20%, mit Ausnahme des Standorts der Straßenleuchte 165, die insbesondere Ende September vergleichsweise häufig ausgelöst wurde (Abb . 4). Im Juli umfasste der Überschneidungszeitraum von Dämmerungsbeginn bis 23 Uhr in beiden Abschnitten nur ein halbstündiges Intervall, von 5 Uhr morgens bis Dämmerungsende gab es keine Überschneidungen (Tabelle A5, Abb. 3 und 4). Abbildung 3 Darstellung der Be leuchtungsdauer für die einzelnen Standorte (Laternenmasten) am Standort Osttor in der jeweils zweiten Aufnahmenacht, in der die Laternengruppen entsprechend der Lichtschemata (aus, 20s und 40 s) geschaltet waren. Jeder Standort ist farblich unterschiedlich gekennzeichnet (siehe Legende). Auf der x -Achse sind die Zeitschritte in Stunden der Nacht angegeben, um einen Eindruck der Nachtlänge erkennen zu lassen. Die Beleuchtungsdauer wurde für den Zeitraum von Dämmerungsbeginn bis -ende bestimmt. Von 23 Uhr abends bis 05 Uhr morgens waren die Laternen an allen Standorten abgeschaltet und daher liegt die Beleuchtungsdauer dort konstant bei null Prozent. Jede Grafik stellt einen Aufnahmezeitraum dar (Juli – 07. Juli, August –04. August, Mitte September – 19. September, Oktober – 04. Oktober). 8 Abbildung 4 Darstellung der Beleuchtungsdauer für die einzelnen Standorte (Laternenmasten) am Standort Rieselfelder in der jeweils zweiten Aufnahmenacht, in der die Laternengruppen entsprech end der Lichtsch emata (aus, 20s ) geschaltet waren. Jeder Standort ist farblich unterschiedlich gekennzeichnet (siehe Legende). Auf der x -Achse sind die Zeitschritte in Stunden der Nacht angegeben, um einen Eindruck der Nachtlänge erkennen zu lassen. Die Beleuchtungsdauer wurde für den Zeitraum von Dämmerungsbeginn bis -ende bestimmt. Von 23 Uhr abends bis 05 Uhr morgens waren die Laternen an allen Standorten abgeschaltet und daher liegt die Beleuchtungsdauer dort konstant bei null Prozent. Jede Grafik stellt einen Aufnahmezeitraum im Jahr 2024 dar (Juli – 07. Juli, August – 04. August, Mitte September – 19. September, Ende September – 29. September). Gildenspezifische Aktivität der Fledermäuse Insgesamt wurden im Zeitraum Juli bis Anfang Oktober unter Berücksichtigung der Abschaltzeiten 30.413 Fledermausrufe erfasst (nOsttor=18.601; n Rieselfelder=11.812).Die Zuordnung der Rufe zu den funktionalen Gilden der Fledermäuse zeigte in den beiden Abschnitten unterschiedliche Verteilungsmuster. A m Osttor wurde ein Großteil der Rufe den Randstrukturjägern (~80%; insbesondere Pipistrellus pipistrellus (~70%)) zugeordnet. Am Standort Rieselfelder wurde hingegen ein ausgeglicheneres Muster beobachtet (Tab. 1). Ein ähnliches Muster zeigte sich bei der Zuordnung zur niedrigstmöglichen taxonomischen Ebene (Art-, Gattungs- oder Rufgruppenebene). Dieses Muster war über alle Aufnahmeperioden zwischen den beiden Abschnitten konstant . Es lassen sich jedoch visuell leichte Unterschiede in den Anteilen der funktionalen Gilden innerhalb der Abschnitte erkennen, wenn man die Aufnahmeperioden vergleicht (Abb . 5). Die Art Barbastella barbastellus konnte im betrachteten Zeitraum nicht nachgewiesen werden. 9 Tabelle 1 Anzahl und prozentuale Verteilung der Rufaufzeichnungen auf die funktionalen Gilden sowie niedrigsten identifizierbaren Niveaus an den Standorten Osttor und Rieselfelder der Kanalpromenade über den gesamten Zeitraum von Juli bis Anfang Oktober 2024. Zone 1 – Osttor Zone 2 - Rieselfelder Anzahl Prozent Anzahl Prozent Gesamt 18.601 100 11.812 100 Offenraumjäger (OSF = ‚Open Space Forager‘) 1.432 7,7 4.029 34,1 NEV 1.396 7,5 2.322 19,7 Nyctalus noctula 36 0,2 1.707 14,5 Randstrukturjäger (ESF = ‚Edge-Space Forager‘) 14.796 79,5 5.986 50,7 Pipistrellus spec 1.534 8,2 853 7,2 Pipistrellus pipistrellus 12.959 69,7 4.778 40,5 Pipistrellus nathusii 297 1,6 349 3,0 Pipistrellus pygmaeus 6 0,0 6 0,1 Engraumjäger (NSF = ‘Narrow Space Forager’) 2.373 12,8 1.797 15,2 Myotis spec 1.865 10,0 1.431 12,1 Myotis dasycneme 492 2,6 352 3,0 Plecotus spec 16 0,1 14 0,1 Abbildung 5 Vergleich des prozentualen Anteils der funktionalen Gilden (ESF = Randstrukturjäger (Engl. „E dge-Space Forager“), NSF = Engraumjäger (Engl. „ Narrow-Space Forager“), OSF = Offenraumjäger (Engl. „Open-Space Forager) an den gesamten Rufaufnahmen zwischen den jeweiligen Aufnahmezeiträumen (Jul – 06. und 07. Juli (nOsttor= 1617; nRieselfelder=1400), Aug – 02. und 04. August (nOsttor=6179; nRieselfelder=3143), Mitte Sep – 18. und 19. September (nOsttor=7046; nRieselfelder=3743), Ende Sep – 28. und 29. September (nRieselfelder=3183), Okt – 03. und 04. Oktober (nOsttor=3492)) im Jahr 2024. Die Anteile ergeben insgesamt jeweils 100% pro Zeitraum. Nebengeräusche und nicht zuord enbare Rufe wurden in dieser Darstellung nicht berücksichtigt. Ebenso wurde der Zeitraum von 23 Uhr bis 5 Uhr nicht berücksichtigt. 10 Auswirkung unterschiedlicher Beleuchtungsdauern auf die Fledermausaktivität Am Osttor wurde an sechs Straßenlaternen die Auswirkung unterschiedlicher Beleuchtungsdauern getestet. Für die multivariaten Analysen konnten die zwei Aufnahmenächte im Juli (06. und 07.07.) nicht herangezogen werden, da zum einen in einer Nacht an zwei Standorten (Straßenlaternen) im Überschneidungszeitraum von Beleuchtung und Fledermausaktivität keine Fledermausrufe aufgenommen wurden und zum anderen der Überschneidungszeitraum zwischen eingeschalteter Beleuchtungsweise sowie potentieller Fledermausaktivität zu gering war, um Fledermausaktivität bei ein- und ausgeschaltetem Licht vergleichen zu können (Tabelle A5, Abb. A4). Die halbstündliche Echoortungsrufaktivität der funktionalen Gilden war am Osttor über den betrachteten Zeitraum der Nacht relativ ähnlich (Abb. A4). Die Aktivität der Offenraumjäger und der Randstrukturjäger nahm von etwa 21:30 bis 23:00 Uhr geringfügig zu (Abb. A4A und A4B). Das Modell zum Testen des Effekts der Beleuchtungsdauer umfasste die Aufnahmenächte im August, Mitte September und Anfang Oktober (2 Nächte je Aufnahmezeitraum). Für jede Gilde wurde ein separates Modell berechnet. Es zeigten sich standortspezifische Unterschiede zwischen den Modellen in allen Gilden . Um den Einfluss von Beleuchtungsweise (aus, 20s, 40s , dunkel ) und Lichtstatus (an/aus) unabhängig vom Standort bestimmen zu können, wurde zusätzlich ein Modell ohne Standort als Variable erstellt. Die Ergebnisse zeigen unabhängig von den Standorten keinen signifikanten Unterschied zwischen den Beleuchtungsweisen für die drei untersuchten funktionalen Gilden in dem betrachteten Zeitraum (Abb. 6). Es zeigte sich eine geringere Aktivität der Fledermäuse bei eingeschaltetem Licht . Dies war jedoch aufgrund der großen Konfidenzintervalle für die betrachteten Zeiträume der Nacht nicht signifikant (Abb. 6). Abbildung 6 Darstellung des Einflusses von Beleuchtungsweise sowie ein- oder ausgeschaltetem Licht (gelb - „Licht an“; grau - „Licht aus“) auf die geschätzte halbstündliche Fledermausaktivität am Standort Osttor. Jede Reihe ist einer funktionalen Gilde zugeordnet: A) Offenraumjäger, B) Randstrukturjäger und C) Engraumjäger. Die Linien beschreiben die geschätzte Aktivität, während farblich hinterlegte Bänder das 95% -Konfidenzintervall angeben. Kreuze in der entsprechenden Farbe (siehe Legende) charakterisieren die gemittelten Rohdaten zur halbstündlichen Aktivität. Rote, gestrichelte Linien markieren den Beginn (23 Uhr) und das Ende (5 Uhr) des Abschaltzeitraums aller Laternen. Die Beleuchtungsweisen (20s - Beleuchtungsintervall, 40s-Beleuchtungsintervall, Aus; Dunkel) sin d in einzelnen Plots dargestellt. Gemischte Modelle, die 11 ohne den Faktor „Standort“ angepasst wurden, wurden verwendet, um eine standortunabhängige Darstellung des interaktiven Effekts zwischen Licht und Nachtzeit zu erhalten. Auswirkung bernsteinfarbener Beleuchtung auf die Fledermausaktivität Die halbstündliche Echoortungsrufaktivität der Randstrukturjäger an den Rieselfeldern war über den betrachteten Zeitraum der Nacht relativ ähnlich (Abb. A5B). Die Offenraumjäger zeigten einen deutlichen Anstieg an aktiven Sekunden je 30-Minuten-Intervall von etwa 21:30 bis 23:00 Uhr und in einem geringeren Ausmaß galt das Muster auch für die in engen Räumen jagenden Fledermausarten (Abb. A5A und A5C). Am Standort Rieselfelder wurde an vier Straßenlaternen die Auswi rkung bernsteinfarbener Beleuchtung getestet. Die Beleuchtungsdauer bei Auslösung betrug 20 s. Für die multivariaten Analysen konnten erneut die zwei Aufnahmenächte im Juli (06. und 07.07.) nicht herangezogen werden (siehe Abschnitt 5 – Auswirkung von Beleuchtungsdauern; Tabelle A5, Abb. 4). Daher umfasste das Modell lediglich die Aufnahmenächte im August, September und Oktober (2 Nächte je Aufnahmezeitraum). Für jede funktionale Gilde wurde ein separates Modell berechnet. Die Validierung der Modelle zeigte insbesondere für Offenraumjäger ein Muster in den Residuen, was auf einen potentiellen unbekannten Effekt hindeuten kann. Trotz dieses Faktors zeigten sich standortspezifische Unterschiede in den Modellen für alle Gilden. Um den Einfluss von Beleuchtungsweise (aus, bernstein (20s) sowie dunkel) und Lichtstatus (an/aus) unabhängig vom Standort bestimmen zu können, wurde zusätzlich ein Modell ohne Standort als Variable erstellt. Der Einfluss des Lichtstatus konnte nur für die Beleuchtungsweise mit dem bernst einfarbenen Licht verglichen werden, da dieser bei den beiden Beleuchtungsweisen „aus“ und „dunkel“ nur „aus“ sein konnte . Es zeigte sich eine geringere Fledermausaktivität bei eingeschaltetem Licht, diese war jedoch aufgrund der großen Konfidenzintervalle im Falle von Offenraumjägern nicht signifikant für die betrachteten Zeiträume der Nacht (Abb. 7A). Fledermäuse, die in engen Räumen jagen, und Randstrukturjäger zeigten hingegen einen signifikanten Effekt des Lichtstatus (Abb . 7B-7C). Insbesondere Fledermäuse, die der Gilde der Engraumjäger (Gattung Myotis) zuzuordnen waren, zeigten eine deutlich geringere Aktivität bei eingeschaltetem Bernsteinlicht in den Abendstunden bis 23 Uhr (Abb. 7C). 12 Abbildung 7 Darstellung des Einflusses von Beleuchtungsweise sowie ein- oder ausgeschaltetem Licht (gelb - „Licht an“; grau - „Licht aus“) auf die geschätzte halbstündliche Fledermausaktivität am Standort Rieselfelder. Jede Reihe ist einer funktionalen Gilde zugeordnet: A) Offenraumjäger, B) Randstrukturjäger und C) Engraumjäger. Die Linien beschreiben die geschätzte Aktivität, während farblich hinterlegte Bänder das 95%-Konfidenzintervall angeben. Kreuze in der entsprechenden Farbe (siehe Legende) charakterisieren die gemittelten Rohdaten zur halbstündlichen Aktivität. Rote, gestrichelte Linien markieren den Beginn (23 Uhr) und das Ende (5 Uhr) des Abschaltzeitraums aller Laternen. Die Beleuchtungsweisen (20s - Beleuchtungsintervall, Aus; Dunkel) sind in einzelnen Plots dargestellt. Gemischte Modelle, die ohne den Faktor „Standort“ angepasst wurden, wurden verwendet, um eine standortunabhängige Darstellung des interaktiven Effekts zwischen Beleuchtungsweise, Licht und Nachtzeit zu erhalten. Diskussion Wir untersuchten an einem regionalen Radweg mit adaptivem Beleuchtungskonzept, ob die Beleuchtungsdauer und das bernsteinfarbene Licht einen Einfluss auf die Fledermausaktivität haben. Am siedlungsnahen St andort Osttor konnten wir im Untersuchungszeitraum keinen signifikanten Effekt von Licht und Beleuchtungsdauer auf die Fledermausaktivität feststellen. Dies galt für alle drei Gilden und widerspricht der Ausgangshypothese einer geringeren Meidungsreaktion mit abnehmender Beleuchtungsdauer. Heim et al. (2024) stellten bei Offenraumjägern (Gattungen Nyctalus, Eptesicus und Vespertilio) und Engraumjägern (Gattungen Myotis und Plecotus) in den frühen Abend- und späten Morgenstunden keine oder nur ei ne geringe Meidungsreaktion fest (Heim et al., 2024), was dem in dieser Studie betrachteten Zeitraum bis 23 Uhr und ab 5 Uhr entspricht. Als mögliche Erklärung wurde eine hohe Bedeutung der Nahrungssuche und eine damit verbundene potenziell höhere Lichttoleranz währen d der Nahrungssuche angeführt (Heim et al., 2024). Andere Studien beobachteten eine relativ hohe Lichttoleranz von Zwergfledermäusen (Pipistrellus pipistrellus) während der Nahrungssuche (Hale et al., 2012; Lacoeuilhe et al., 2014; Laforge et al., 2019), aber nicht während der Transferflüge vom Quartier um Jagdlebensraum (Hale et al., 2015). 13 Am siedlungsfernen Standort (Rieselfelder) konnten wir für Engraumjäger (Gattungen Myotis und Plecotus) eine Meidung gegenüber bernsteinfarbenem Licht in den Abendstunden nachweisen. Randstrukturjäger, im Wesentlichen Pipistrellus-Arten, zeigten eine geringfügige Meidung gegenüber bernsteinfarbenen Lichts kurz vor 23 Uhr , während hingegen Offenraumjäger keine signifikante Meidung zeigten. Jonker et al. (2022) fanden ebenfalls keinen klaren Effekt von Bernsteinlicht auf das Verhalten von Zwergfledermäusen ( Pipistrellus pipistrellus ). Die geringere Frequentierung des Radwegabschnittes an den Rieselfeldern durch Radfahrer könnte beitragen, den negativen Effekt der bernsteinfarbenen Beleuchtung auf Fledermäuse gering zu halten. Unsere Erhebungen lieferten wichtige Hinweise darauf, inwieweit sich eine adaptive Beleuchtung auf die Aktivität der Fledermäuse auswirkt. Entgegen unseren Erwartungen konnten wir keinen Effekt der Beleuchtungsdauer auf die Fledermausaktivität feststellen. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass ein solcher Effekt bei einer größeren Anzahl von Untersuchungsnächten nachweisbar gewesen wäre. Insgesamt konnten deutlich weniger E ngraumjäger (Gattungen Myotis und Plecotus) als Offenraum- und Randstrukturjäger nachgewiesen werden. Dies könnte zum einen an der geringeren Aktivität von Engraumjägern vor Ort liegen, zum anderen aber auch daran, dass die hochfrequenten und relativ leise n Echoortungsrufe von Engraumjägern nur über kurze Distanzen erfassbar sind (Voigt et al., 2021). Fledermäuse der beiden anderen Gilden rufen deutlich lauter und sind daher über größere Distanzen erfassbar (Voigt et al., 2021) . Trotz der geringeren Erfassungswahrscheinlichkeit der Engraumjäger konnten wir nachweisen, dass sich bernsteinfarbenes Licht in den frühen Abendstunden negativ auf ihre Aktivität auswirkt. In unseren Analysen konnten wir aufgrund der ähnlichen Rufcharakteristika der Myotis-Arten nich t zwischen Teich - und Wasserfledermäusen sowie anderen Myotis-Arten unterscheiden. Einige Aufnahmen konnten wir allerdings zweifelsfrei der Teichfledermaus zuordnen. Wir gehen davon aus, dass sowohl Teich - als auch Wasserfledermäuse am Dortmund-Ems-Kanal relativ häufig vorkommen. Möglicherweise zeigen diese beiden Arten ein anderes Reaktionsverhalten auf Licht als die anderen, eher vegetationsgebundenen Myotis-Arten. Die statistische Analyse der Daten der NSF Gilde könnte somit durch die fehlende Differenzi erung zwischen den wassergebundenen und vegetationsgebunden en Myotis-Arten beeinflusst worden sein. Mopsfledermäuse (Barbastella barbastellus) konnten wir an den Standorten nicht akustisch dokumentieren. Wir weisen aber darauf hin, dass die Echoortungsrufe dieser Art eine geringe Schallamplitude aufweisen und daher mit automatischen Fledermausdetektoren schwer zu erfassen sind. Ein Vorkommen der Mopsfledermaus und somit die Betroffenheit dieser Art kann daher nicht ausgeschlossen werden. Referenzen Arlidge, W. N. S., Bull, J. W., Addison, P. F. E., Burgass, M. J., Gianuca, D., Gorham, T. M., Jacob, C., Shumway, N., Sinclair, S. P., Watson, J. 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Die Laternen wurden in Gruppen von 5 Laternen eingeteilt und den jeweiligen Lichtschaltungen zugeordnet: 20s – Bernsteinfarbenes Licht (1800 K) für 20s bei Auslösung durch Bewegung auf d em Radweg (gelb hinterlegt); aus – ausgeschaltet während der gesamten Nacht (grau hinterlegt). Zwischen 23:00 – 05:00 waren alle Laternen ausgeschaltet (Abschaltungen). Laternen, an denen passives akustisches Monitoring sowie Lichtmessungen unterhalb des Laternenkopfes durchgeführt wurden, befanden sich zentral in den einzelnen Schaltungsgruppen und sind in der Tabelle mit einem * gekennzeichnet sowie in einem dunkleren Farbton hinterlegt. Mastnummer Einschaltungen Abschaltungen 06.07. 07.07. 02.08. 04.08. 18.09. 19.09. 28.09. 29.09. 132 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 133 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 134* aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 135 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 136 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 137 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 138 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 139* aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 140 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 141 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 163 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 164 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 165* aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 166 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 167 aus aus aus 20s aus Aus aus 20s 23:00-05:00 168 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 169 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 170* aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 171 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 172 aus 20s aus aus aus 20s aus aus 23:00-05:00 17 Tabelle A 2 Schaltplan der Zone 1 (Osttor) der Kanalpromenade in Münster. Die Laternen wurden in Gruppen von 5 Laternen eingeteilt und den jeweiligen Lichtschaltungen zugeordnet: 20s – Warmweißes Licht (2700 K) fü r 20s bei Auslösung durch Bewegung auf dem Radweg (gelb hinterlegt); 40s – Warmweißes Licht (2700 K) für 40s bei Auslösung durch Bewegung auf dem Radweg (dunkelgelb hinterlegt); aus – ausgeschaltet während der gesamten Nacht (grau hinterlegt). Zwischen 23: 00 – 05:00 waren alle Laternen ausgeschaltet (Abschaltungen). Laternen, an denen passives akustisches Monitoring sowie Lichtmessungen unterhalb des Laternenkopfes durchgeführt wurden, befanden sich zentral in den einzelnen Schaltungsgruppen und sind in der Tabelle mit einem * gekennzeichnet sowie in einem dunkleren Farbton hinterlegt. Mastnummer Einschaltungen Abschaltungen 06.07. 07.07. 02.08. 04.08. 18.09. 19.09. 03.10. 04.10. 7 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 8 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 9* aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 10 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 11 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 12 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 13 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 14* aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 15 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 16 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 17 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 18 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 19* aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 20 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 21 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 46 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 47 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 48* aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 49 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 50 aus 40s aus aus aus 20s aus 20s 23:00-05:00 51 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 52 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 53* aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 54 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 55 aus 20s aus 40s aus Aus aus 40s 23:00-05:00 18 56 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 57 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 58* aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 59 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 65 aus aus aus 20s aus 40s aus aus 23:00-05:00 Tabelle A 3 Liste der Fledermausarten in der Bibliothek „European bats DE“ und Klassifizierung auf der Grundlage der lokalen Häufigkeit und der allgemeinen Biologie (übernommen aus Heim et al., 2024) . Abkürzungen: ESF = Randstrukturjäger (Engl. „Edge-Space Forager“), NSF = Engraumjäger (Engl. „Narrow -Space Forager“), OSF = O ffenraumjäger (Engl. „Open -Space Forager) Gattung Art Abkürzungen Verbreitet Weniger verbreitet Abwesend Gilde Barbastella barbastellus BarBar X ESF Eptesicus serotinus EptSer X OSF nilssonii X OSF Hypsugo Savii X ESF Miniopterus schreibersii X OSF Myotis alcathoe X NSF bechsteinii MyoBec X NSF blythii X NSF brandtii MyoBra X NSF capaccinii X ESF dasycneme MyoDas X ESF daubentonii MyoDau X ESF emarginatus MyoEma X NSF myotis MyoMyo X NSF mystacinus MyoMys X NSF nattereri MyoNat X NSF Nyctalus lasiopterus X OSF leisleri NycLei X OSF noctula NycNoc X OSF Pipistrellus kuhlii X ESF nathusii PipNat X ESF pipistrellus PipPip X ESF pygmaeus PipPyg X ESF Plecotus auritus PleAur X NSF austriacus X NSF kolombatovici X NSF macrobullaris X NSF Rhinolophus euryale X NSF ferrumequinum X NSF hipposideros X NSF Tadarida teniotis X OSF Vespertilio murinus VesMur X OSF 19 Tabelle A 4 Metadaten der Aufnahmenächten: Mindesttemperatur (Min Temp), Durchschnittstemperatur (Durchschnitt Temp), Maximaltemperatur (Max Temp), Datum Neumond, Abstand zum Neumond. Zeitraum Nacht Min Temp [°C] Durchschnitt Temp [°C] Max Temp [°C] Datum Neumond Abstand zum Neumond [Tage] Juli 06.07./07.07. 13,2 14,9 15,7 06.07.2024 0 07.07./08.07. 14,3 15,5 16,3 06.07.2024 +1 August 02.08./03.08. 13,9 17,1 18,8 04.08.2024 -2 04.08./05.08. 13,9 15,3 16,4 04.08.2024 0 Mitte September 18.09./19.09. 12,5 15,7 18,1 03.09.2024 +15 19.09./20.09. 11,8 14,2 16,6 03.09.2024 +16 Ende September 28.09./29.09. 4,7 7,0 9,7 02.10.2024 -4 29.09./30.09. 8,5 9,8 11,4 02.10.2024 -3 Oktober 03.10./04.10. 6,7 9,8 11,8 02.10.2024 +1 04.10./05.10. 2,7 6,4 11,2 02.10.2024 +2 Tabelle A 5 Auflistung der Dämmerungszeiten (Dämmerungsbeginn und -ende) der Aufnahmenächte im Jahr 2024. Der Abschaltzeitraum charakterisiert den Zeitraum, indem die Straßenlaternen stets ausgeschaltet waren. „Aufnahmezeit abends“ beschreibt den Überschneidungszeitr aum von Dämmerungsbeginn bis 23:00 Uhr, in der das passive akustische Monitoring lief und die Beleuchtungsweisen angeschaltet waren. „Aufnahmezeit morgens“ charakterisiert hingegen den Überschneidungszeitraum von 05:00 Uhr bis Dämmerungsende, in der das pa ssive akustische Monitoring lief und die Beleuchtungsweisen angeschaltet waren. Aufnahmenacht Dämmerungs- beginn Dämmerungs- ende Abschaltzeit- raum Aufnahmezeit abends Aufnahmezeit morgens 06.07./07.07.24 22:38:30 04:33:15 23:00-05:00 21 min 30 s 0 min 07.07./08.07.24 22:37:42 04:34:24 23:00-05:00 22 min 18 s 0 min 02.08./03.08.24 22:00:07 05:15:31 23:00-05:00 59 min 53 s 15 min 31 s 04.08./05.08.24 21:56:13 05:19:08 23:00-05:00 63 min 47 s 19 min 8 s 18.09./19.09.24 20:13:00 06:38:25 23:00-05:00 167 min 98 min 25 s 19.09./20.09.24 20:10:36 06:40:05 23:00-05:00 169 min 24 s 100 min 5 s 28.09./29.09.24 19:49:13 06:54:57 23:00-05:00 190 min 47 s 114 min 57 s 29.09./30.09.24 19:46:53 06:56:35 23:00-05:00 193 min 7 s 116 min 35 s 03.10./04.10.24 19:37:38 07:03:11 23:00-05:00 202 min 22 s 123 min 11 s 04.10./05.10.24 19:35:20 07:04:50 23:00-05:00 204 min 40 s 124 min 50 s 20 Abbildungen Abbildung A 1 Plan der Zone 2 (Rieselfelder) an der Kanalpromenade in Münster. Der Plan wurde durch die Stadt Münster erstellt und zeigt den Versuchsaufbau sowie die integrierten Straßenlaternen. Die akustischen Aufnahmen erfolgten jeweils an den Straßenlaternen mit den Mastnummern 134, 139, 165 und 170. 21 Abbildung A 2 Plan der Zone 1 (Osttor, siedlungsfern) an der Kanalpromenade in Münster. Der Plan wurde durch die Stadt Münster erstellt und zeigt den Versuchsaufbau sowie die integrierten Straßenlaternen. Die akustischen Aufnahmen erfolgten jeweils an den Straßenlaternen mit den Mastnummern 9, 14, 19, 48, 53 und 58. 22 Abbildung A 3 Darstellung der Lichtintensität in Lux am Beispiel der Laterne 9 in Zone 1 (Osttor, Münster) am 19.09.2024. Der Laternen wurden in dieser Nacht für 20s angeschaltet, sobald sie ausgelöst wurden. Die y-Achse zeigt die Stunden der Nacht von Dämmerungsbeginn bis -ende. Der Lichtsensor (Nummer 997) nahm jede Sekunde einen Lux -Wert auf. Diese wurden jeweils einer der Kategorien unbestimmt (grau - Lampe wird hoch - oder runtergefahren), aus (schwarz - ausgeschaltet) und an (gelb - maximale Lichtintensität der Lampe) zugeordnet. Die graue Box kennzeichnet den Zeitraum von 23:00 bis 05:00, in dem die Laterne ausgeschaltet war. Der vergleichbar hohe Peak von etwa 88 Lux charakterisiert die Synchronisierung der Geräte mit einem Licht- und akustischen Signal. 23 Abbildung A 4 Echoortungsaktivität von Fledermäusen (log -transformierte Anzahl aktiver Sekunden pro 30 -Minuten- Zeitintervall (Zeitschritte; nOSF = 169, nESF = 574 und nNSF = 288) während der Nacht in Zone 1 (Osttor) der Kanalpromenade in Münster. Die blaue Linie in zeigt eine Lößfunktion (als y ~ x), die an die Daten angepasst wurde, während das graue Band die 95%-Konfidenzintervalle darstellt. Bitte beachten Sie, dass die Fledermausaktivität in (a -c) aufgrund der halbstündlichen Aggregation gepulst erscheint, aber kontinuierlich war. Jede Reihe ist einer funktionalen Gilde zugeordnet: A) Offenraumjäger (OSF), B) Randstrukturjäger (ESF) und C) Engraumjäger (NSF). 24 Abbildung A 5 Echoortungsaktivität von Fledermäusen (log -transformierte Anzahl aktiver Sekunden pro 30 -Minuten- Zeitintervall (Zeitschritte; n OSF = 130, n ESF = 357 und n NSF = 2 90) während der Nacht in Zone 2 (Rieselfelder) der Kanalpromenade in Münster. Die blaue Linie in zeigt eine Lößfunktion (als y ~ x), die an die Daten angepasst wurde, während das graue Band die 95% -Konfidenzintervalle darstellt. Bitte beachten Sie, dass die Fledermausaktivität in (a -c) aufgrund der halbstündlichen Aggregation gepulst erscheint, aber kontinuierl ich war. Jede Reihe ist einer funktionalen Gilde zugeordnet: A) Offenraumjäger (OSF), B) Randstrukturjäger (ESF) und C) Engraumjäger (NSF).
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (4)
- Königsberger Straße
- Kanalpromenade
- Mauritzstraße 46
- Osttor
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Details
- Aktenzeichen
- AFO/0021/2024
- Typ
- Anfrage in der BV Ost
- Datum
- 24.09.2024
- Erstellt
- 24.09.2024 12:24