3989/2024
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft (StEK Wirtschaft)
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Anlage 1 Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
119920 Zeichen
1
Stadtentwicklungskonzept
für die produzierende Wirtschaft
(StEK Wirtschaft)
Foto: Markus Schnabel
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
2
Inhalt
Inhalt ........................................................................................................................... 2
Kurzfassung ................................................................................................................ 3
Einleitung .................................................................................................................... 7
Kölner Branchenmix als Resilienzfaktor .................................................................. 7
Transformativen und flächenbedingten Herausforderungen begegnen .................. 8
Die Notwendigkeit eines Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende
Wirtschaft ................................................................................................................ 9
Erarbeitung im Dialog.............................................................................................. 9
Ausgangslagen ......................................................................................................... 10
Wirtschaftliche Bedeutung der Branchenfelder Industrie, Produktion, Handwerk
und Logistik ........................................................................................................... 10
Vier Handlungsfelder zur Betrachtung der produzierenden Wirtschaft ................. 13
Fläche: Ein knappes Gut ....................................................................................... 14
Profilierung: Mit Profil voran .................................................................................. 17
Gewerbegebiet der Zukunft: Anpassung, Effizienz und Transformation ............... 18
Köln in der Region: Interkommunale Wirtschafts- und Infrastrukturentwicklung ... 20
Der Weg zum Stadtentwicklungskonzept ................................................................. 22
Konzepterarbeitung im Dialog ............................................................................... 22
Abläufe und Kerninhalte des Dialogprozesses ...................................................... 23
Zentrale Erkenntnisse des Dialogprozesses ......................................................... 24
Fazit zum Beteiligungsprozess ............................................................................. 26
Zielsystem für nachhaltige und zukunftsorientierte Wirtschaftsflächen in Köln ......... 28
Leitmaxime und Leitlinien ...................................................................................... 28
Handlungsfeldbezogene Ziele ............................................................................... 29
Maßnahmen ............................................................................................................. 33
Maßnahmensteckbriefe ......................................................................................... 34
Literaturverzeichnis .................................................................................................. 52
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
3
Kurzfassung
Die Branchenfelder Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik sind tragende Säu-
len der Kölner Wirtschaft. Als Branchen der produzierenden Wirtschaft1 erfüllen sie
zentrale städtische Versorgungsfunktionen, sind wesentlich für das Funktionieren der
Stadt und eine wichtige Basis der Gewerbesteuereinnahmen. Die Kölner Leitmärkte
„Produktion“ und „Logistik und Handelsregion“ beschäftigen etwa ein Drittel (rd.
193.000) der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln. Bezogen auf die
Branchen wird das produzierende Gewerbe zusammen mit Groß- und Außenhandel
sowie Verkehr/Postdiensten 2024 voraussichtlich zu knapp einem Viertel der Gewer-
besteuereinnahmen der Stadt Köln beitragen.
Genau diese Branchenfelder stehen aber aktuell unter einem hohen Transforma-
tions- und Anpassungsdruck. Sie befinden sich in starker flächenbezogener Konkur-
renz mit anderen Nutzungen, wie beispielsweise dem Wohnen, Dienstleistungen und
Grünflächen. In der Vergangenheit sind zahlreiche Flächen, deren zuvor gewerbliche
oder industrielle Nutzung brachfiel, in andere Nutzungen umgewidmet worden. Auch
haben sich z. B. durch heranrückende Wohnbebauung die Handlungsspielräume für
bestehende Gewerbe- und Industriebetriebe weiter eingeschränkt.
Die Stadt Köln steht vor der Herausforderung, dass die Nachfrage nach Gewerbe-
und Industrieflächen das Angebot deutlich übersteigt. Das Gewerbe- und Industrieflä-
chengutachten aus dem Jahr 2023 zeigt, dass in Zukunft nur etwa 28 % des Bedarfs
an Gewerbeflächen und 23 % des Bedarfs an Industrieflächen auf dem Stadtgebiet
Kölns gedeckt werden können. Erschwerend kommt der Umstand hinzu, dass nur ein
Teil der Flächenpotenziale in städtischem Besitz ist und der Handlungsspielraum der
Stadt hinsichtlich der Vergabe und Ausgestaltung der Kölner Gewerbe- und Indust-
rieflächen deshalb beschränkt ist.
Deshalb ist es wichtig, die bestehenden Gewerbe- und Industriegebiete zukunftsfähig
zu machen. Dafür müssen weitere Herausforderungen bewältigt werden: Die Schaf-
fung einer bedarfsgerechten digitalen und analogen Infrastruktur, die Anpassung von
Flächen und Gebäuden an die Auswirkungen des Klimawandels, der Umgang mit
den Anforderungen aus der Energie- und der Mobilitätswende sind zentrale Themen.
Das Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft (StEK Wirtschaft) ist
ein strategisches und handlungsorientiertes sektorales Stadtentwicklungskonzept,
das die Ziele der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ bezogen auf die Kölner
Wirtschaftsflächen konkretisiert und den beschriebenen Herausforderungen begeg-
net. Das StEK Wirtschaft stellt dar, wie die Bedürfnisse der produzierenden Wirt-
schaft mit den Zielen der Stadtstrategie und weiterer Konzepte und Gutachten in Ein-
klang gebracht werden können. Es ist ein Konzept, das an den Mehrwerten von In-
dustrie, Produktion, Handwerk und Logistik für die Stadtentwicklung ansetzt und
Maßnahmen als bestmögliche Grundlage zur Weiterentwicklung der Gewerbe- und
Industrieflächen benennt.
1 Der Begriff „produzierende Wirtschaft“ ist im Stadtentwicklungskonzept illustrierend und nicht trenn-
scharf zu verstehen und umfasst die genannten Branchen Produktion, Industrie, Handwerk und Logis-
tik.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
4
Das vorliegende Stadtentwicklungskonzept ist Ergebnis einer Zusammenarbeit von
Vertreter*innen Kölner Unternehmen, Verbänden, Projektentwicklern und der Stadt-
verwaltung. Das bedeutet: Die verankerten Ziele und Maßnahmen der Gewerbe- und
Industriegebietsentwicklung in Köln wurden von den Menschen mit erarbeitet, die ge-
nau in diesen Bereichen wirtschaftlich tätig sind oder die von Seiten der Stadt oder
Verbänden institutionell für Gewerbe- und Industriegebietsentwicklung zuständig
sind. Die Öffentlichkeit war im Rahmen von Informationsveranstaltungen und einer
digitalen Beteiligung in den Prozess eingebunden.
Aus der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ wurden für das StEK Wirtschaft
drei Handlungsfelder abgeleitet: „Fläche“, „Gewerbegebiet der Zukunft“ und „Köln in
der Region“. Sie wurden bereits im Vorfeld des Erarbeitungsprozesses definiert und
strukturierten diesen.
Übersicht der Handlungsfelder mit ihren Kernbotschaften
Das erarbeitete Zielsystem des Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende
Wirtschaft orientiert sich ebenfalls an den drei Handlungsfeldern.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
5
Zielsystem des Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende Wirtschaft
Zur Erreichung der Ziele tragen elf Maßnahmen bei.
Maßnahmen des Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende Wirtschaft
1 Gewerbe- und Industrieflächen sichern: Mit dem zu erarbeitenden Grundsatzbe-
schluss wird festgelegt, dass Gewerbe- und Industrieflächen bei Nutzungsaufgabe
vorrangig eine gewerbliche Nachnutzung erhalten. Darüber hinaus wird die Möglich-
keit geprüft und geeignete Gebiete für die eine Vorkaufsrechtssatzung identifiziert.
Durch diese wird die Nutzung durch produzierendes Gewerbe, Industrie, Handwerk
und Logistik in den Gebieten gesichert.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
6
2 Wissen über die Gebiete verbessern: Derzeit wird bereits eine Realnutzungsana-
lyse erarbeitet. Sie dient als fortschreibungsfähige Informationsgrundlage über die
Nutzungsstruktur in den Gewerbe- und Industriegebieten und ist wichtige Grundlage
für die räumliche Konkretisierung des StEK Wirtschaft.
3 Neue Flächen für Gewerbe aktivieren: Für die bestehenden Flächenpotenziale in
Flächennutzungsplan und (aktuell in Neuaufstellung befindlichen) Regionalplan wird
entsprechend ihrer Eignung Planrecht geschaffen. Hierfür wird das Gewerbeflächen-
bereitstellungskonzept zu einem strategischen Flächenprogramm weiterentwickelt,
das Kriterien und Prioritäten für die Planrechtschaffung formuliert.
4 Bestehende Gebiete nachverdichten: Die Nachverdichtungspotenziale in beste-
henden Gewerbe- und Industriegebieten werden identifiziert und hinsichtlich räumli-
cher Schwerpunkte analysiert. Es wird eine Strategie zur Aktivierung der Flächenei-
gentümer*innen erarbeitet.
5 Flächenpolitik vorausschauend lenken: Für die vorausschauende Flächenpolitik
wird die Transparenz über den Bedarf und das Angebot an Flächen im Stadtgebiet
gestärkt. Neben den Flächenreserven wird auch ein Monitoring der Flächenentwick-
lung bzw. -inanspruchnahme einbezogen. Darüber hinaus werden die Steuerungs-
möglichkeiten der Stadt Köln durch eine aktive Liegenschaftspolitik gestärkt. Hierfür
wird eine langfristige Strategie für den Flächenerwerb erarbeitet.
6 Ansiedlung steuern: Über den Kriterienkatalog für die Vergabe städtischer Grund-
stücke in Gewerbegebieten steuert die Stadt Köln die Ansiedlung von Unternehmen.
Der überarbeitete Katalog wurde im Oktober 2024 bereits vom Rat beschlossen.
7 Gewerbliche Neubauvorhaben lotsen: Um bei gewerblichen Neubauvorhaben
die Abstimmungsprozesse innerhalb der Verwaltung zu beschleunigen, wurde vom
Verwaltungsvorstand beschlossen, eine Koordinierungsstelle für gewerbliche Groß-
vorhaben bei der Stabsstelle Wirtschaftsförderung anzusiedeln.
8 Handwerker-/Gewerbehöfe initiieren: Mit Gewerbe-/Handwerkerhöfen werden in-
nenstadtnahe Flächen für Handwerksbetriebe und kleinere Produktionsbetriebe ge-
schaffen. Es wird eine Machbarkeitsstudie für die Entwicklung und den Betrieb von
Handwerker-/Gewerbehöfen erarbeitet und ein entsprechendes Pilotprojekt initiiert.
9 Klimaschutz und -anpassung der Unternehmen unterstützen: Die vorhandenen
Beratungsangebote der Stadt Köln, KölnBusiness, IHK und Handwerkskammer wer-
den weiterentwickelt und ergänzt.
10 Gewerbe- und Industriegebiete weiterentwickeln: Die bestehenden Gewerbe-
und Industriegebiete haben spezifische Herausforderungen mit Blick auf die Zu-
kunftsfähigkeit (z. B. in Bezug auf Klimaschutz/-anpassung, Anbindung, Energieinfra-
struktur, städtebauliche Qualitäten). Um diesen zu begegnen werden Gebietsdialoge
gestartet, in denen mit den Unternehmen vor Ort Maßnahmen entwickelt werden.
11 Regionale Zusammenarbeit weiterführen: Die regionale Zusammenarbeit wird
in den vorhandenen Netzwerken und Gremien (Metropolregion Rheinland, Köln und
rechtsrheinische Nachbarn, linksrheinisches Stadt-Umland-Netzwerk S.U.N, Region
Köln/Bonn e.V.) weitergeführt. Aspekte regionaler Infrastruktur werden verstärkt the-
matisiert.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
7
Einleitung
Kölner Branchenmix als Resilienzfaktor
Köln ist eine lebenswerte und wachsende Stadt. Die Attraktivität der Stadt begründet
sich unter anderem durch die wirtschaftliche Stabilität, die Köln seit ihrer Entstehung
vor ca. 2000 Jahren als Handelszentrum mit dem Rhein als „Lebensader“ aufbauen
konnte. Mit der Industrialisierung folgte eine bedeutende Geschichte als Industrie-
standort mit Schwerpunkten in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektro-
technik und Chemie. Um die Handels-, Produktions- und Entwicklungsaktivitäten hat
sich in den letzten Jahrhunderten ein ausdifferenziertes „Ökosystem“ entwickelt, wel-
ches noch heute alle Wertschöpfungsstufen vom primären über den sekundären zum
tertiären und quartären Sektor einschließt. Bekannt ist die Stadt heute als bundes-
weit bedeutsamer Medienstandort und als Hotspot der aufstrebenden Games-Indust-
rie, die beide in eine lebendige Kultur- und Kreativwirtschaft eingebunden sind. Zur
Breite der Wirtschaftsstruktur in Köln gehört auch eine innovationsfördernde Wissen-
schafts- und Forschungslandschaft mit über 20 Hochschulen und diversen For-
schungsinstituten sowie eine wachsende IKT-Branche, die die Digitalisierung in der
Stadt vorantreibt. In dieses dynamische „Ökosystem“ der Kölner Wirtschaft sind wei-
tere Branchenfelder eingebettet, die eine wichtige ökonomische Rolle für die Stadt
einnehmen, aber im stadtpolitischen Diskurs häufig nicht im Fokus stehen: Industrie,
Produktion, Handwerk und Logistik.
Köln ist ein bedeutendes Zentrum für die Chemie- und Automobilindustrie. Großun-
ternehmen wie Ford oder Lanxess haben hier wichtige Produktionsstätten bzw. Kon-
zernzentralen. Die chemische Industrie ist besonders stark vertreten mit einer Viel-
zahl von Unternehmen, die in der Produktion von Chemikalien, Pharmazeutika und
Kunststoffen tätig sind. Hinzu kommt ein breiter Branchenmix des produzierenden
Gewerbes, darunter Maschinenbau, Elektrotechnik und Nahrungsmittelproduktion.
Die zentrale Lage und die gute Infrastruktur der Stadt tragen dazu bei, dass Köln ein
attraktiver Standort für die industrielle Produktion ist. Diese Stärken machen die Stadt
auch zu einem wichtigen Logistikknotenpunkt. Sie verfügt über exzellente Verkehrs-
verbindungen, einschließlich eines umfangreichen Autobahnnetzes, einer gut entwi-
ckelten Schieneninfrastruktur und einem der größten Binnenhäfen Europas. Der
Flughafen Köln/Bonn ist eine wichtige Drehscheibe für den internationalen Flugver-
kehr. Zahlreiche Logistikunternehmen haben sich in der Region angesiedelt, darunter
DHL und UPS, die von der optimalen Erreichbarkeit und den effizienten Transport-
möglichkeiten profitieren.
Das Handwerk hat in Köln eine lange Tradition und ist nach wie vor ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor. Handwerksbetriebe in Köln decken das gesamte Spektrum ab, von
traditionellen Handwerken wie Schreiner, Bäcker und Metzger bis hin zu modernen
Handwerken wie IT- und Medientechnik. Darüber hinaus erfüllt das Handwerk wich-
tige Versorgungsfunktionen für die Stadtbevölkerung und andere Unternehmen. Die
Verfügbarkeit von Handwerksleistungen wie die Produktion von Alltagsprodukten, die
Reparatur von Infrastruktur oder die Installation von Anlagen sichert die Funktionsfä-
higkeit der Stadt und trägt dazu bei, dass Köln eine lebenswerte Stadt ist.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
8
Köln bietet ein dynamisches Umfeld, in dem die verschiedenen Branchen sich ergän-
zen und gegenseitig stärken. Dank der strategischen Lage und dem Zugang zu den
wesentlichsten verkehrlichen Infrastrukturen ist Köln ein attraktiver Standort für pro-
duzierende, logistische und industrielle Unternehmen und Handwerksbetriebe. Das
trägt bei zur wirtschaftlichen Stabilität und zum Wohlstand der Region. Diese Be-
triebe sind in Köln genauso zu Hause wie die Kultur- und Kreativwirtschaft, die Versi-
cherungswirtschaft oder die Medienbranche. Die Branchenvielfalt macht Köln stark,
resilient und attraktiv für Arbeitgebende und Arbeitnehmende. Um sie in Köln zu er-
halten, brauchen alle Branchen ihren Platz und passende Rahmenbedingungen in
der Stadt.
Transformativen und flächenbedingten Herausforderungen begegnen
Die Branchenfelder Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik tragen zur wirt-
schaftlichen Stabilität und Krisenresilienz der Stadt Köln bei. Dabei stehen sie unter
einem besonderen Transformations- und Anpassungsdruck. Die Unternehmen müs-
sen nicht nur, wie andere Branchen auch, auf den Fachkräftemangel reagieren, son-
dern ebenso ihre Emissionen reduzieren und zeitgleich auf die zunehmenden Unsi-
cherheiten in den globalen Marktsystemen reagieren, in denen sie als verarbeitendes
Gewerbe durch Zulieferbeziehungen und Absatzmärkte doppelt eingebunden sind.
Zudem stehen sie in direkten Abhängigkeiten zur Mobilitäts- und Energiewende so-
wie zur Modernisierung der (kritischen) Infrastrukturen, über die sie ihre Ressourcen,
Waren, Güter und Vorleistungen beziehen und ihre Produkte auf den Markt bringen.
Zudem gilt es, digitale Innovationen entlang der technologischen Themenfelder wie
unter anderem KI, Robotik, Virtual Reality oder Cyber Security gewinnbringend in die
produktions- und betriebswirtschaftlichen Prozesse der Unternehmen zu integrieren.
Diese Herausforderungen der Transformation gehen mit dem Bedarf an Flächen ein-
her. Einerseits können nicht alle Transformationsprozesse im laufenden Betrieb und
in den bestehenden betrieblichen Anlagen gelöst werden, wodurch zwar mittelfristig
auch Bestandsflächen neuen Nutzungen zur Verfügung gestellt werden können, aber
kurzfristig ein Bedarf an Alternativflächen entsteht. Andererseits gehen die Transfor-
mationsprozesse mit veränderten Anforderungen an die Gewerbe- und Industriege-
biete einher.
Bereits im Status quo stehen den Flächenbedarfen für Gewerbe und Industrie nicht
annähernd ausreichende Flächenpotenziale gegenüber. Die möglichen Standorte
sind dadurch beschränkt, dass Produktion und Industrie aufgrund ihrer Emissionen
vielfach auf Flächen mit Ausweisung als Gewerbegebiet (GE) oder Industriegebiet
(GI) angewiesen sind. Gleichzeitig stehen diese in Konkurrenz mit anderen Stadt-
funktionen wie beispielsweise dem Wohnen, Dienstleistungen, Einzelhandel, sozialer
Infrastruktur und Grünflächen. Als kurzfristige Antwort auf Flächenbedarfe aus ande-
ren sektoralen Bereichen folgt nicht selten eine Umwidmung von Industrie- und Ge-
werbe- zu gemischten Flächen. Auch durch Nutzungen mit einer höheren Rendi-
teaussicht wie Büros und Einzelhandel in den Gewerbegebieten gerät das produzie-
rende Gewerbe durch die damit verbundenen steigenden Bodenpreise unter Druck.
Nicht zuletzt können „heranrückende“ neue Nutzungen (insb. Wohnen) im direkten
Umfeld dazu führen, dass die Emissionen von produzierendem Gewerbe und Indust-
rie zu Konflikten führen.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
9
Die Notwendigkeit eines Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende
Wirtschaft
Die Bedeutung von Produktion, Industrie, Handwerk und Logistik für den Kölner
Branchenmix bei den gleichzeitigen Flächenengpässen und dem zunehmenden
Druck auf die Gewerbe- und Industrieflächen gibt den Anlass, diese Branchen mit
dem Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft2 (StEK Wirtschaft) in
den Fokus zu rücken. Als Stadtentwicklungskonzept stehen räumliche Aspekte im
Vordergrund, wobei der Fokus auf die planungsrechtlich als Gewerbe- und Industrie-
gebiete dargestellten (bzw. als solche geplanten) Flächen gelegt wird. Ziele und
Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung oder des Arbeitsmarktes werden durch den
räumlichen Fokus des Konzeptes ausgeklammert. Auch Fragen der Wirtschaftsver-
kehre stehen im Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft nicht im
Fokus. Die Logistikbranche wird zwar als Flächennachfrager mitbetrachtet, die ver-
kehrsbezogenen Themen sind hingegen Bestandteil des in Arbeit befindlichen Mobili-
tätsplans „Besser durch Köln“ und sollen in einem eigenen strategischen Konzept
noch gesondert untersucht werden.
Bereits die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“, welche 2021 vom Rat der
Stadt Köln beschlossen wurde, zeigt die Herausforderungen von Produktion und In-
dustrie auf. Unter dem Leitsatz 2 „Köln schafft Raum für eine dynamische und nach-
haltige Wirtschaft“ formuliert die Stadtstrategie als Ziele:
Köln stärkt seinen breiten Wirtschafts-Mix (Ziel 2.1).
Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem inhaltlichen
Profil (Ziel 2.3).
Köln optimiert die Flächennutzung der Industrie- und Gewerbegebiete und ver-
bessert ihre Erreichbarkeit (Ziel 2.5).
Wie diese Ziele erreicht werden können und welche Anforderungen hierbei von Sei-
ten der Unternehmen bestehen, wird mit dem Stadtentwicklungskonzept für die pro-
duzierende Wirtschaft weiter konkretisiert. Auf Grundlage eines besseren Verständ-
nisses der oben skizzierten Herausforderungen werden Ziele für die zukunftsfähige
(Weiter-)Entwicklung der Kölner Gewerbe- und Industriegebiete formuliert sowie
Maßnahmen, mit denen diesen begegnet werden kann.
Erarbeitung im Dialog
Das Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft bezieht die Bedarfe
und Sichtweisen der Interessensgruppen mit ein. Hierzu wurde ein Dialogprozess mit
Vertreter*innen von Unternehmen, Verbänden, städtischen Gesellschaften und Ver-
waltung durchgeführt. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für das Konzept
sowohl im Verständnis der bestehenden Herausforderungen als auch in der Ausrich-
tung der Ziele und Maßnahmen.
2 Der Begriff „produzierende Wirtschaft“ ist im Stadtentwicklungskonzept illustrierend und nicht trenn-
scharf zu verstehen und umfasst die genannten Branchen Produktion, Industrie, Handwerk und Logis-
tik.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
10
Ausgangslagen
Die Basis für den Beteiligungsprozess zur Erarbeitung des StEK Wirtschaft bilden in
den letzten Jahren erstellte Studien und Gutachten mit Relevanz für die produzie-
rende Wirtschaft im Allgemeinen sowie spezifisch für Gewerbe- und Industrieflächen
in der Stadt Köln. Neben der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ wurden
viele verschiedene Dokumente gesichtet und systematisch analysiert, so z. B. das
„Gewerbe- und Industrieflächengutachten“ der Stadt von 2023, die Studie „Standort
Köln – Perspektive 2030“ oder das Klimaschutzgutachten „Köln klimaneutral 2035“.3
Wirtschaftliche Bedeutung der Branchenfelder Industrie, Produktion, Handwerk
und Logistik
Das StEK Wirtschaft fokussiert sich auf die Branchenfelder Industrie, Produktion,
Handwerk und Logistik. Die Unternehmen dieser Branchenfelder leisten eine wichtige
Versorgungsfunktion für die Stadt, haben besonders häufig Schwierigkeiten beim
Finden geeigneter Standorte und sind wichtige Arbeitgebende sowie Gewerbesteuer-
zahlende in Köln.
Insbesondere das Handwerk aber auch Produktion und Logistik versorgen Köln mit
wichtigen Gütern und Dienstleistungen. Für die alltägliche Versorgung der Kölner*in-
nen und für die notwendigen Maßnahmen im Zuge der großen Transformationspro-
zesse beim Klimaschutz oder der Digitalisierung sind sie unentbehrlich. Gleichzeitig
stehen die Unternehmen von Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik vor be-
sonderen Herausforderungen, geeignete Standorte zu finden. Insgesamt sind Flä-
chen in der Stadt Köln rar und stehen zwischen konkurrierenden Nutzungsanforde-
rungen. Besonders aber für Unternehmen, die Lärm oder Gerüche verursachen, viel
Platz benötigen oder auf die Erreichbarkeit mit Lkw angewiesen sind, ist die Stand-
ortsuche schwierig. Sie müssen Abstandsregeln zur Wohnbebauung einhalten und
brauchen geeignete Zufahrtswege. Auch planungsrechtlich sind sie – abhängig vom
Grad ihrer Emissionen – nur in ausgewiesenen Gewerbe- bzw. Industriegebieten (GE
bzw. GI) zulässig.
Eingeordnet in die gesamtwirtschaftliche Betrachtung zeigt sich die hohe Bedeutung
der produzierenden Wirtschaft als Arbeitgeberin sowie als eine wichtige Gewerbe-
steuerzahlerin. Die Kölner Leitmärkte „Produktion“ und „Logistik und Handelsregion“
beschäftigen etwa ein Drittel (rd. 193.000) der Sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigten (SvB) in Köln. Der Leitmarkt Produktion4 ist dabei mit 114.000 SvB der größte
der insgesamt acht Leitmärkte.
3 Die Literaturübersicht findet sich im Anhang.
4 Zum Leitmarkt Produktion zählen u. a. die Branchen: Automotive, Chemie, Elektroindustrie, Metall,
Maschinen- und Anlagenbau, Nahrungsmittelindustrie und Handwerk.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
11
Beschäftigte (SvB) in den Kölner Leitmärkten 2023 (Berechnungen der Prognos AG auf Basis von
Daten der Bundesagentur für Arbeit)
Die Betrachtung der absoluten Beschäftigungsentwicklung unterstreicht die Bedeu-
tung der produzierenden Wirtschaft. Der Leitmarkt „Logistik und Handelsregion5“ ist
mit einem Zuwachs von 18.636 SvB der in absoluten Zahlen am drittstärksten wach-
sende Leitmarkt. Auch der Leitmarkt „Produktion“ ist in den letzten Jahren noch im-
mer ein wachsender Arbeitgeber (+7.679).
5 Hier enthalten ist der Groß- und Versandhandel sowie die Handels- und Industrielogistik, nicht aber
der Einzelhandel.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
12
Absolute Beschäftigungsentwicklung (SvB) in den Kölner Leitmärkten, 2008 -2023 (Berechnun-
gen der Prognos AG auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit)
Werden die Gewerbesteuereinahmen nach der Branchenzuteilung der Stadt Köln be-
trachtet, ist das produzierende Gewerbe6 mit 13,9 % nach den Finanzdienstleistun-
gen (31,8 %) der zweitgrößte Gewerbesteuerzahler in Köln. Gemeinsam mit dem
Groß- und Außenhandel sowie Verkehr/Postdiensten wird das produzierende Ge-
werbe 2024 voraussichtlich zu knapp einem Viertel der Gewerbesteuereinnahmen
der Stadt Köln beitragen.
6 In den Daten zu den Gewerbesteuereinnahmen werden unter dem Begriff „produzierendes Ge-
werbe“ Branchen zusammengefasst, die im Wesentlichen zu den Wirtschaftszweigen der amtlichen
Statistik des verarbeitenden Gewerbes und des Baugewerbes gehören. Dadurch sind Industrie und
Handwerk inbegriffen.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
13
(Erwartete) Gewerbesteuereinnahmen 2024 nach Anteil der Branchen (Darstellung Prognos AG
auf Datengrundlage von: Stadt Köln, „Mitteilung – Entwicklung des Anordnungssolls der Gewerbe-
steuer und Branchenaufteilung“ (1959/2024 – Anlage 2a; Stichtag 14.06.2024)
Die Relevanz des produzierenden Gewerbes wird auch hinsichtlich der Bruttowert-
schöpfung deutlich: Während der Dienstleistungssektor für Köln 73.324 € pro Er-
werbstätigen sorgt, liegt der Wert des produzierenden Gewerbes um knapp 30.000 €
pro Erwerbstätigen höher.7
Mit ihrer Versorgungsfunktion sowie der Anzahl und Entwicklung der SvB, den Ge-
werbesteuereinnahmen und der Bruttowertschöpfung pro Erwerbstätigen zeigt sich,
dass die produzierende Wirtschaft eine tragende Säule der Kölner Wirtschaftsstruktur
ist.
Vier Handlungsfelder zur Betrachtung der produzierenden Wirtschaft
Im Rahmen der Vorbereitung des StEK Wirtschaft im Amt für Stadtentwicklung und
Statistik der Stadt Köln wurden vier Handlungsfelder identifiziert, die im Wesentlichen
auf den Inhalten der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ als rahmengeben-
des Zielkonzept für die Stadtentwicklung aufbauen: „Fläche“, „Profilierung“, „Gewer-
begebiet der Zukunft“ und „Köln in der Region“.
Das Handlungsfeld „Fläche“ befasst sich mit Aspekten der Flächenverfügbarkeit für
Gewerbe und Industrie sowie damit verbundenen Zielkonflikten. Das Handlungsfeld
7 Auf Grundlage der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Länder (VGRdL) 2023
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
14
„Profilierung“ analysiert die Möglichkeiten einer (thematischen bzw. branchenspezifi-
schen) Profilierung und (Weiter-)Entwicklung bestehender und neuer Industrie- und
Gewerbeflächen. Das Handlungsfeld „Gewerbegebiet der Zukunft“ untersucht die zu-
künftigen Bedarfe von ansässigen Unternehmen und Ansätze, um bestehende Her-
ausforderungen (wie z. B. den Klimawandel) in den Gebieten anzugehen. Im Hand-
lungsfeld „Köln in der Region“ wird die Rolle, die Köln in der Wirtschaftsregion ein-
nimmt, betrachtet. Die untenstehende Abbildung zeigt die zentralen Fragen, die für
die einzelnen Handlungsfelder bei der Entwicklung des Konzepts im Vordergrund
standen. Sie waren auch leitend für die Auswertung der bestehenden Konzepte und
Studien, deren Ergebnisse im Folgenden dargestellt sind.
Übersicht der Fragestellungen in den vier Handlungsfeldern (Darstellung Prognos AG)
Fläche: Ein knappes Gut
In der Ausgangssituation des Handlungsfelds „Fläche“ zeigen sich die quantitativen
Flächenvoraussetzungen der Stadt Köln. Es wird dargestellt, wie viel Fläche für Ge-
werbe- und Industriegebiete im Kölner Stadtgebiet verfügbar ist, wie hoch der Bedarf
ist und welche anderen Nutzungen mit Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik
um das knappe Gut Fläche konkurrieren. Diese Grundlage belegt die Notwendigkeit,
Antworten dafür zu finden, wie aktuelle und zukünftige Gewerbe- und Industrieflä-
chen in Köln gesichert und effizient genutzt werden können – sowohl für bereits an-
sässige Unternehmen als auch für Unternehmen, die sich am Wirtschaftsstandort
Köln ansiedeln wollen.
Die Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen übersteigt das Angebot
deutlich
Einen Überblick über den Umfang der in Köln verfügbaren Flächen für Gewerbe- und
Industrienutzung liefert das Gewerbeflächenbereitstellungskonzept. Es umfasst alle
Flächenreserven des Flächennutzungsplans mit Gewerbe- (GE) bzw. Industrieaus-
weisung (GI), für die noch kein verbindliches Planungsrecht geschaffen wurde, sowie
alle baureifen, bislang nicht vermarkteten Flächen.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
15
Zum aktuellen Stichtag 31.12.2023 umfasst das Gewerbeflächenbereitstellungskon-
zept knapp 180 ha Reserven an Gewerbe- und Industrieflächen8. Davon sind 93,2 ha
baureif und 34,7 ha davon befinden sich aktuell noch in der Vermarktung. Bei den
übrigen baureifen Flächen handelt es sich um Betriebserweiterungsflächen, solche,
für die andere Nutzungen geplant sind oder geprüft werden (z. B. Büronutzung) so-
wie Flächen, bei denen von Eigentümerseite keine Entwicklungsabsicht besteht.
Das Gewerbe- und Industrieflächengutachten in der Aktualisierung von 2023 zeigt,
dass die Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen das Angebot in Köln deut-
lich übersteigt.9 Bis 2043 geht das Gutachten von einer Nachfrage nach Gewerbe-
und Industrieflächen von insgesamt 709 Hektar aus10. In der differenzierten Betrach-
tung nach dem Flächentyp zeigt sich, dass der Bedarf für zusätzliche Gewerbeflä-
chen bis 2043 bei 475 Hektar liegt. Bezogen auf die im Gewerbeflächenbereitstel-
lungskonzept (zum Stand 31.12.202211) ausgewiesenen Flächen könnten davon ca.
28 Prozent gedeckt werden. Der Bedarf an Industrieflächen in Köln steigt bis 2043
(gegenüber 2023) um 234 Hektar, von denen sich nur ca. 23 Prozent im Gewerbeflä-
chenbereitstellungskonzept rechnerisch abbilden lassen.
Bei dieser Bilanzierung noch nicht einbezogen sind Flächen, die im aktuellen Regio-
nalplan als Gewerbe- und Industriebereiche (GIB) festgelegt sind und noch nicht in
den Flächennutzungsplan der Stadt Köln übernommen wurden. Zudem werden mit
der laufenden Regionalplanneuaufstellung weitere GIB-Flächen hinzukommen, je-
doch auch einzelne entfallen. Im Gewerbe- und Industrieflächengutachten wird ge-
schätzt, dass auf Regionalplanebene ca. 73 ha an Flächenpotenzialen für Gewerbe-
und Industrie bestehen12. Auch diese werden bei weitem nicht ausreichen, um den
genannten Bedarf zu decken.
Weniger als die Hälfte der Gewerbe- und Industrieflächen in städtischem Besitz
Insgesamt ist weniger als die Hälfte der nutzbaren Gewerbe- und Industrieflächen
des Gewerbeflächenbereitstellungskonzeptes im städtischen Besitz. Die Potenzialflä-
chen ohne Baurecht belaufen sich zum Stichtag 31.12.2023 auf 86,7 ha. Davon war
die Stadt Köln im Besitz von 45,7 ha: 30,5 ha Gewerbeflächen und 15,2 ha Industrie-
flächen.13 Zusätzlich befanden sich Ende 2023 baureife Industrie- und Gewerbeflä-
chen im Umfang von 93,2 ha im Stadtgebiet, von denen die Stadt Köln 39,5 ha be-
saß. Nur bei den Flächen im städtischen Eigentum hat die Stadt Köln einen direkten
Einfluss auf die Vergabe bzw. Nutzung.
8 Stadt Köln: Mitteilung 0493/2024.
9 Stadt Köln, Mitteilung 3608/2023 „Aktualisierung der Kurzfassung zum Gewerbe- und Industrieflä-
chengutachten von 2019“, 2023.
10 Berücksichtigt wurde ein von der Bezirksregierung im Regionalplanentwurf 2021 ermittelter Bedarf
von 35,4 ha pro Jahr bezogen auf den Zeitraum 2023-2043. Der Regionalplanentwurf von 2024 geht
von einem höheren Bedarf von 36,2 ha pro Jahr im Zeitraum 2018-2043 aus.
11 Aktuellster Stand zum Zeitpunkt der Aktualisierung des Gewerbe- und Industrieflächengutachtens.
12 Der zweite Regionalplanentwurf von 2024 umfasst Flächenreserven, die noch nicht im Flächennut-
zungsplan dargestellt sind, von 136 ha. Aufgrund des noch laufenden Verfahrens der Regionalplan-
neuaufstellung ist dieser Wert jedoch nicht endgültig.
13 Stadt Köln, Mitteilung 0493/2024 „Gewerbeflächenbereitstellungskonzept (GFBK); Stand
31.12.2023“.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
16
Gewerbe- und Industrieflächen gehen an andere Nutzungen verloren
Wachsende Bevölkerungs- und Beschäftigungszahlen machen deutlich, dass Köln
ein gefragter Standort ist. In einer räumlich „engen“ Stadt, in der bereits viel Fläche
bebaut ist, bestehen Flächenkonkurrenzen, die Verdrängungseffekte von Gewerbe
und Industrie zur Folge haben. Auch andere Nutzungsformen wie z. B. Wohnen, Ge-
meinbedarf oder Grün brauchen Raum – und bekommen ihn oftmals auf Kosten von
Gewerbe- und Industrieflächen: 2023 wurden insgesamt 27,2 ha vorherige Gewerbe-
und Industrieflächen im Flächennutzungsplan überplant bzw. umgewidmet.14 Dahin-
ter stehen jeweils einzelne Standortentscheidungen. Die Überplanungen zugunsten
der Ausweisung gemischter Baufläche (MI) sind mit 16,6 ha am höchsten (ca. 60 %,
siehe Abbildung). Hier werden gemischte Quartiere entstehen, in denen nicht stören-
des Gewerbe und Wohnen entwickelt wird. Nicht erfasst sind bei diesen Zahlen Um-
nutzungen, die ohne Auswirkungen auf den Flächennutzungsplan bleiben. Für diese
liegen keine Informationen zum Umfang vor. Einen Anhaltspunkt hierzu kann die Be-
trachtung der Flächen in Köln nach Art der tatsächlichen Nutzung (unabhängig von
der planungsrechtlichen Ausweisung) liefern. Hier zeigt sich für den Zeitraum von
2016 bis 2022, dass Köln durchschnittlich jährlich 10 ha Gewerbe- und Industrieflä-
chen an konkurrierende Nutzungen verliert.15 Gewerbe- und Industriestandorte ge-
hen also häufig zugunsten von Wohn- und Dienstleistungsstandorten verloren und
stehen dann nicht mehr für die Bedarfsdeckung von produzierendem Gewerbe und
Industrie zur Verfügung.
Umwidmung von Gewerbe- (GE) und Industrieflächen (GI) des Flächennutzungsplans 2023
(Darstellung Prognos auf Grundlage von: Stadt Köln, „Mitteilung - Gewerbeflächenbereitstellungskon-
zept (GFBK)“ (0493/2024), Stand 31.12.2023“)
14 Stadt Köln, Mitteilung 0493/2024 „Gewerbeflächenbereitstellungskonzept (GFBK); Stand
31.12.2023“.
15 IT.NRW, Statistik der Bodenfläche nach der tatsächlichen Nutzung.
ehemals als GI oder
GE ausgewiesene
Flächen
Gemischte
Bauflächen
Grünfläche
Gemein-
bedarf
Wohnen
16,6 ha 0,7 ha
4,1 ha 1,5 ha
Sonderbau-
fläche
4,3 ha
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
17
Flächen werden oft nicht effizient genutzt
Die Industrie- und Gewerbegebiete beherbergen bisher meist sehr flächenintensive
Nutzungen.16 Hierzu führen notwendige Lager-, Abstell- oder Rangierflächen, häufig
aber auch ebenerdige Stellplatzanlagen, geringe bauliche Höhen, Eingeschossigkeit
und ungenutzte bzw. mindergenutzte Flächen. Um Flächenverbrauch und Versiege-
lung zu reduzieren, hat sich die Stadt Köln das Ziel gesetzt, zukünftig Produktion,
Gewerbe und Industrie zu stapeln und somit flächeneffizienter zu gestalten.17 In der
effizienteren Nutzung bereits vorhandener und neuer Gewerbe‐ und Industrieflächen
liegt Potenzial, dem steigenden Flächenbedarf von Gewerbe und Industrie zu begeg-
nen. Als Herausforderung hat sich bei der Betrachtung von überregionalen Beispie-
len gezeigt, dass die Steigerung der Flächeneffizienz häufig mit höheren Kosten
durch spezielle Bauarten und aufwendigere Planverfahren aufgrund fehlender Erfah-
rungen – sowohl auf Seite der Architekturbüros als auch der Verwaltung – verbunden
ist.18 Der besonders hohe Flächendruck in Köln sowie die steigenden Bodenpreise
setzen hier jedoch bereits einen Impuls für eine effizientere Flächennutzung.
Profilierung: Mit Profil voran
Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ formuliert das Ziel, „mithilfe klarer in-
haltlicher Profile Kölns Arbeits- und Produktionsstandorte für die Zukunft zu qualifizie-
ren – auch mit dem Ziel, Köln als Standort für internationale Firmen zu profilieren.“19
Es besteht die Hoffnung, dass durch eine Profilierung internationale Unternehmen
und Fachkräfte angelockt werden können.20 Der Wissens- und Technologietransfer
soll durch die Profilierung gestärkt werden, was attraktiv für Unternehmen sein
könnte.
Der Gebietsname und eine konkrete Ausrichtung sind profilgebend
Die Profilierung eines Gewerbe- oder Industriegebiets kann Vorteile mit sich bringen.
Durch das Schaffen eines sichtbaren, wirtschaftlichen Schwerpunktes kann es Unter-
nehmen oder wichtige Branchenakteure in die Region locken, wenn es gelingt, ein
Cluster auszubilden (z. B. mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, Wasserstoff,
Chipproduktion usw.), das Strahlkraft für andere Akteur*innen im gleichen Feld be-
sitzt.21 Die Profilierung eines Gebiets kann außerdem den Effekt haben, dass es zu
Wissens- und Technologientransfer zwischen Unternehmen kommt22. Deckt das Pro-
fil beispielsweise eine bestimmte Branche ab oder eine Lieferkette, dann kommen
Unternehmen leichter miteinander in Kontakt und profitieren von der gegenseitigen
Expertise. Schließlich kann eine Profilierung (z. B. entlang eines Wertstoffkreislaufes)
dazu beitragen, dass alle Unternehmen gemeinsam klimafreundlicher wirtschaften.23
16 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“. S. 96.
17 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“. S. 96.
18 Deutsche IHK, 2023. „Raum für Entwicklung – Anforderungen an die Wirtschaftsflächen der Zu-
kunft“. S. 4ff.
19 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“. S. 94.
20 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“. S. 94.
21 Region Köln/Bonn e.V. 2023. „Interkommunale Wirtschaftsflächen, Praxishilfe für die Region“. S. 32
– 33.
22 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“. S. 204
23 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“. S. 119, 122, 128.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
18
In Köln gibt es bisher nur wenige Flächen mit einem Gebietsprofil. Einzig bei neu er-
schlossenen Industrie- und Gewerbegebieten wurde teilweise ein Profil entwickelt. In
der Regel ist dann ein Gebietsname profilgebend und unterstützt ein gebündeltes
Gebietsmarketing. Ein Beispiel in Köln ist FUSION Cologne. Es verfolgt das Ziel und
den Anspruch, ein ökologisches Industriegebiet der Zukunft zu sein durch Photovol-
taik-Anlagen für CO2-freie Stromerzeugung, Dach- und Fassadenbegrünung, effizi-
ente Flächennutzung durch Multi-Level-Immobilien, ein klimaneutrales Wärmekon-
zept und einem hohen Anteil an E-Mobilität.24
Hürden und Risiken einer Profilierung
Die gezielte Profilierung eines Gebietes nach bestimmten Branchen setzt voraus,
dass das Gebiet neu entwickelt wird oder sich zumindest nennenswerte Flächen für
Ansiedlungen bzw. eine Veränderungsdynamik vorhanden sind. In bestehenden Ge-
werbe- und Industriegebieten ist das nicht der Regelfall, so dass eine Profilierung
hier nur schwer erreicht werden kann. Auch bei neuen Gewerbeflächen kann die An-
siedlung bestimmter Branchen nur gesteuert werden, wenn es sich um Flächen im
kommunalen Eigentum handelt. Das ist, wie oben bereits erläutert, nur bei rund der
Hälfte der Flächenreserven des Gewerbeflächenbereitstellungskonzeptes der Fall.
Gleichzeitig kann eine Profilierung nach Branchen einschränkend wirken und die Ver-
marktung von Flächen erschweren. Insofern muss eine Profilierung nicht immer sinn-
voll sein.
Gewerbegebiet der Zukunft: Anpassung, Effizienz und Transformation
Das Handlungsfeld „Gewerbegebiet der Zukunft“ behandelt die zukünftige Gestaltung
und Nutzung von Gewerbe- und Industriegebieten vor dem Hintergrund der Transfor-
mation der produzierenden Wirtschaft sowie gesamtgesellschaftlicher Herausforde-
rungen (u. a. Energiewende, Anpassung an die Folgen des Klimawandels). Es wird
analysiert, wie die Gewerbe- und Industriegebiete der Zukunft aussehen werden und
wie die Herausforderungen und Bedarfe, die sich aus den Transformationsprozessen
ergeben, bedient werden können. Es werden internationale und deutschlandweite
Trends und Empfehlungen für das Stärken von Wirtschaftsstandorten und das Besei-
tigen von potenziellen lokalen Schwächen dargestellt.
Klimawandelfolgen sind auf Gewerbe- und Industrieflächen besonders spürbar
Der Klimawandel ist bereits heute spürbar und Extremwetterereignisse wie Hitzewel-
len, Unwetter und Starkregen werden in Deutschland und auch in Köln weiter zuneh-
men. Gewerbe- und Industriegebiete sind darauf aktuell nur bedingt vorbereitet.25
Häufig prägt ein hoher Versiegelungsgrad die Gebiete.26 Großflächige Bauten für
Produktion und Lager, Verkehrswege sowie Parkplätze bestimmen ihre Gestaltung.
Ein hoher Versieglungsgrad erhöht die Spürbarkeit der Auswirkungen des Klimawan-
dels. Bei versiegelten Flächen bilden sich schneller Hitzeinseln und Regenwasser
24 FUSION Cologne, 2024: https://fusion-cologne.de/nachhaltigkeit
25 Wissenschaftsladen (WILA) Bonn, 2019. „Gewerbegebiete im Klimawandel – Leitfaden für Kommu-
nen zur Klimavorsorge“.
26 Schack, Neise & Franz, 2023. „Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Entwicklung von Gewerbegebie-
ten“.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
19
kann schlechter versickern. Gesundheitliche Risiken für die Mitarbeitenden, finanzi-
elle Kosten durch Schäden an Gebäuden und potenzielle Produktionsausfälle sind
die Folge.
Gewerbe- und Industriegebiete bieten hohes Potenzial für die Energiewende
Um effektiven Klimaschutz zu betreiben, müssen sich die Energieeffizienz verbes-
sern und die Energiequellen ändern. Gewerbe- und Industriegebiete haben in dieser
Hinsicht großen Anpassungsbedarf etwa zur Umstellung von Produktionsprozessen
und der energieeffizienten Gestaltung von Gebäuden.
Gleichzeitig stecken in den Gewerbe- und Industriegebieten auch Potenziale zur Be-
gegnung der Energiewende.27 Industrie und Produktion produzieren zum Teil große
Mengen an Abwärme, die im Sinne der Energieeffizienz und Ressourcenschonung
genutzt werden könnte.28 Auch für die Energieerzeugung bieten Gewerbe- und In-
dustriegebiete mit ihren großen Flächen und anfallenden Reststoffen viele Möglich-
keiten. Biomassefeuerung, Blockheizkraftwerke, Solarthermie und Photovoltaik auf
Gewerbegebäuden und Parkplätzen sind einige Ansatzpunkte für das Gewinnen von
erneuerbaren Energien.29
Die Verkehrsinfrastruktur ist ein zentraler Faktor für die Standortqualität
Viele bestehende Gewerbe- und Industriegebiete können die heutigen Anforderun-
gen an die verkehrliche Erschließung nicht erfüllen.30 Doch eine gute Verkehrsanbin-
dung ist für viele Unternehmen ein Katalysator für den wirtschaftlichen Erfolg. Sowohl
in der äußeren als auch in der inneren Erschließung, der Parkplatzsituation und bei
nachhaltigen Mobilitätsformaten sind die Rahmenbedingungen oft nicht befriedigend.
Läuft die An- oder Auslieferung von Waren und Rohstoffen nicht effizient, entstehen
hohe Mehrkosten.31 Sind die Gebiete schlecht angebunden, sinkt die Zufriedenheit
von Mitarbeitenden und die Arbeitgeberattraktivität. Die Gründe für Verkehrsprob-
leme liegen häufig in einem schlechten Infrastrukturanschluss des Gewerbegebie-
tes.32 Die Straßen und Parkplätze reichen nicht für den wachsenden Lieferverkehr
aus, während mangelnde Anschlüsse des öffentlichen Nahverkehrs oder eine feh-
lende Fahrradinfrastruktur eine Verlagerung der Mitarbeiterwege auf den Umweltver-
bund erschweren.33
Es fehlt an Versorgungsangeboten und städtebaulicher Qualität
Versorgungsangebote und eine soziale Infrastruktur wirken sich positiv auf die Situa-
tion der Arbeitnehmenden in Gewerbe- und Industriegebieten aus und erhöhen die
27 Servicestelle der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE ) des DIHK, 2019. „Effi-
zienzmanagement in Gewerbegebieten – Praxisleitfaden“.
28 Ebd.
29 Ebd.
30 IHK Mittlerer Niederrhein, IHK Köln, Niederrheinische IHK Duisburg-Wesel-Kleve 2020. „Zukunftsfä-
higkeit von Gewerbegebieten – Bausteine und Best-Practice-Beispiele“.
31 Servicestelle der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) des DIHK, 2019. „Effi-
zienzmanagement in Gewerbegebieten – Praxisleitfaden“.
32 Ebd.
33 Servicestelle der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) des DIHK, 2019. „Effi-
zienzmanagement in Gewerbegebieten – Praxisleitfaden“.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
20
Attraktivität als Arbeitsstandort.34 Ein gutes gastronomisches Angebot oder Möglich-
keiten, sich in Pausen im Einzelhandel zu versorgen sowie soziale Einrichtungen, die
die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen, gelten als starke Pull-Faktoren
für Fachkräfte und Beschäftigte. Doch vielfach werden die Unternehmensstandorte
diesen Ansprüchen der Beschäftigten nicht gerecht – gastronomische, kulturelle An-
gebote sowie Räume für Begegnung und die Möglichkeit der Kinderbetreuung fehlen
häufig35. Die Schaffung solcher Angebote hätte jedoch nicht nur positive Effekte.
Konflikte aufgrund von Emissionen des Gewerbes und Verdrängungseffekte durch
zahlungskräftigere Nutzungsformen wie beispielsweise dem Einzelhandel, erschwe-
ren Lösungen in diesem Zielkonflikt.
Auch die städtebauliche Qualität ist häufig gering, wenn Gestaltungselemente im öf-
fentlichen Raum wie Grünflächen, Wege und Aufenthaltsflächen für zu Fuß Gehende
und Pausenzeiten in schlechtem Zustand sind oder gar ganz fehlen.
Digitale Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für eine zukunftsfähige Ent-
wicklung
Die IT-Megatrends wie Big Data Analytics, Künstliche Intelligenz, Cloud Services, In-
ternet der Dinge und IT-Sicherheit werden die wirtschaftlichen Tätigkeiten in Zukunft
stark verändern und treiben die Digitalisierung voran.36 Die Verfügbarkeit von Breit-
bandinfrastrukturen und leistungsfähigen Mobilfunknetzen ist dafür eine Grundvo-
raussetzung. Der Status quo der digitalen Infrastruktur unterscheidet sich überregio-
nal betrachtet jedoch stark. Auch in Köln sind einzelne Gebiete noch nicht mit Breit-
band versorgt.37 Damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und Robotik, Virtual
Reality oder Künstlichen Intelligenz für Produktionsprozesse nutzen können, braucht
es die digitale Infrastruktur.
Köln in der Region: Interkommunale Wirtschafts- und Infrastrukturentwicklung
Wirtschaft macht nicht vor den Stadtgrenzen halt. Besonders in einer stark verfloch-
tenen Wirtschaftsregion wie dem Großraum Köln wird das deutlich. In diesem Hand-
lungsfeld geht es daher um die regionale Perspektive des StEK Wirtschaft, um Ko-
operationsstrukturen und -möglichkeiten sowie Aspekte der regionalen Wirtschafts-
entwicklung.
Die Stärkung der regionalen Kooperation in Infrastrukturfragen und in der Ent-
wicklung von Gewerbe- und Industrieflächen ist ein wichtiger Zukunftsfaktor
Köln ist in vielerlei Hinsicht auf eine gut funktionierende regionale Zusammenarbeit
angewiesen. Komplexe Infrastrukturvorhaben, wie beispielsweise ein Wasserstoff-
kernnetz, erfordern eine gute Abstimmung und lassen sich häufig nur in regionaler
Zusammenarbeit meistern. Durch die Bündelung von Ressourcen können Projekte
34 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), 2020. „Nachhaltige Weiterentwicklung
von Gewerbegebieten – Ergebnisbericht zum ExWoSt-Forschungsfeld“
35 IHK Mittlerer Niederrhein, 2020. „Zukunftsfähigkeit von Gewerbegebieten – Bausteine und Best-
Practice-Beispiele“.
36 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), 2020. „Nachhaltige Weiterentwicklung
von Gewerbegebieten – Ergebnisbericht zum ExWoSt-Forschungsfeld“
37 Breitbandprojekt Weiße Flecken Köln - https://www.stadt-koeln.de/artikel/71417/index.html
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
21
außerdem effizienter umgesetzt, Kosten eingespart, Interessen zusammengeführt
und Synergien genutzt werden.
Auch beim Thema Wirtschaftsflächen zeigt sich die Notwendigkeit zur regionalen Ko-
operation. Das Problem knapper Wirtschaftsflächen betrifft die gesamte Region.38
Kommunen wie Köln, die ihre Gewerbeflächennachfrage nicht innerhalb der Stadt-
grenzen decken können, sind auf die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen an-
gewiesen. Ein nachfragegerechtes Gewerbe- und Industrieflächenangebot kann nur
auf Basis einer abgestimmten regionalen Strategie geschaffen werden. Der Region
Köln-Bonn e.V. bietet für diese Art des Austauschs und der Zusammenarbeit das ent-
sprechende Forum und zeigt mit seinem Agglomerationskonzept und Agglomerati-
onsprogramm eine Raumentwicklung für die Zukunft der Region auf. Auch in der
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ ist das Ziel enthalten, die Kooperations-
und Austauschforen auf Unternehmensseite zu intensivieren.39 In einzelnen Bran-
chen wie der Chemie- oder Logistikwirtschaft bestehen bereits stark ausgeprägte Ko-
operationsstrukturen.
Die Entwicklungen im Kölner Umland, insbesondere mit Blick ins Rheinische
Revier, sind für Köln von besonderer Bedeutung
Das Rheinische Revier durchläuft aufgrund der Abkehr von der Kohleverstromung ei-
nen Strukturwandel. Dabei entstehen Standorte und großflächige Gebiete für neue
Nutzungen. Diese Flächen bieten Potenziale für verschiedene, auch großflächige, In-
dustrie- und Gewerbeansiedlungen. In der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ ist deshalb die Unterstützung von Projekten im Rahmen der Strukturstärkung
im Rheinischen Revier mit dem Fokus einer nachhaltigen regionalen Entwicklung
festgehalten. Allerdings ist Köln nicht Teil der Gebietskulisse des Bundes zur Förde-
rung des Strukturwandels im Rheinischen Revier.
Erklärtes Ziel ist außerdem, den Zusammenschluss als Metropolregion Rheinland zu
intensivieren, um als Wachstums- und Wirtschaftsregion im internationalen Wettbe-
werb gemeinsam aufzutreten.40
38 Region Köln/Bonn e.V., 2022. „Interkommunale Wirtschaftsflächen. Praxishilfe für die Region
Köln/Bonn.“ S. 7.
39 Stadt Köln, 2023. „Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+“ S. 137.
40 Ebd.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
22
Der Weg zum Stadtentwicklungskonzept
Konzepterarbeitung im Dialog
Mit dem Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft sollten Zielen
und Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten entwi-
ckelt werden, die von den Unternehmen und der Stadtgesellschaft mitgetragen wer-
den. Es ist ein Konzept entstanden, welches die zentralen Herausforderungen und
Anliegen der Wirtschaftsakteur*innen im Bereich Gewerbe- und Industriegebietsent-
wicklung berücksichtigt und gleichzeitig im Einklang mit bereits bestehenden städti-
schen Strategiepapieren steht (wie z. B. die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“ oder die Strategie Klimaneutrales Köln 2035). Um dies zu erreichen, hat die
Stadt Köln mit Unterstützung der Prognos AG von Januar bis November 2024 einen
umfangreichen Dialog- und Beteiligungsprozess durchgeführt. Er gliederte sich in
zwei Stränge: die Beteiligung der Stakeholder*innen aus Wirtschaft, Verbänden,
städtischen Gesellschaften und Verwaltung und zweitens die Einbeziehung der Öf-
fentlichkeit. Die Startgrundlage für die Diskussionen bildeten die Ergebnisse aus der
Metaanalyse, die im vorherigen Kapitel erläutert wurden.
Zur Einbindung der Stakeholder*innen wurde ein Prozess zur gemeinsamen Erarbei-
tung des Stadtentwicklungskonzeptes entwickelt. Im Anschluss an eine erste allge-
meine Auftakt- und Informationsveranstaltung standen Workshops mit den Stakehol-
der*innen im Fokus des Prozesses. Beteiligt waren Vertreter*innen von Unterneh-
men, Verbänden, Interessensgruppen, städtischen Gesellschaften und der Verwal-
tung.
Die Einbindung der breiten Öffentlichkeit, der Politik und weiterer interessierter Wirt-
schaftsvertreter*innen erfolgte durch eine auf diese Zielgruppe ausgerichtete Auftakt-
veranstaltung im Januar 2024, das Online-Beteiligungsverfahren im März 2024 über
das Beteiligungsportal der Stadt Köln sowie eine Abschlussveranstaltung im Novem-
ber 2024.
Ablauf der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes (Darstellung Prognos AG)
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
23
Abläufe und Kerninhalte des Dialogprozesses
Für den Dialogprozess wurden die Stakeholder nach der Auftaktveranstaltung in zwei
Gruppen aufgeteilt, um unabhängig voneinander klare und eindeutige Positionierun-
gen zur Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten zu identifizieren. In der „in-
stitutionellen Perspektive“ arbeiteten Vertreter*innen der Stadtverwaltung, der Köln-
Business Wirtschaftsförderungsgesellschaft, von Unternehmen des Stadtwerkekon-
zerns sowie weiterer Institutionen und Verbände wie der Industrie- und Handelskam-
mer und der Handwerkskammer zusammen. In der „Unternehmensperspektive“ ka-
men Unternehmensvertreter*innen verschiedener Branchen wie Handwerk, Chemie,
Maschinenbau, Großhandel, Logistik, Life Sciences und Projektentwickler von Ge-
werbeflächen zusammen. In dieser Aufteilung arbeiteten die Teilnehmenden in zwei
Workshopreihen an Zielen und Handlungsansätzen für die zukunftsgerechte Gestal-
tung und Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten für die produzierende
Wirtschaft und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Im Anschluss wurden die Beteilig-
ten beider Perspektiven in einem weiteren Workshop gemeinsam eingeladen.
Dadurch wurde der direkte Austausch zwischen den Akteursgruppen ermöglicht und
gemeinsam die entwickelten Handlungsansätze konkretisiert.
Workshopprozess zur Erarbeitung des Konzeptes
Workshopreihe I: Zukunftstrends und Anforderungen an Gewerbe- und Indust-
riegebiete
Die erste Workshopreihe diente dazu, die unterschiedlichen Perspektiven der ver-
schiedenen Stakeholder*innen in Form ihrer Bedarfe, Notwendigkeiten und Anforde-
rungen Gewerbe- und Industriegebiete in Köln sichtbar zu machen. Dabei sollten
nicht nur aktuelle Rahmenbedingungen, sondern gezielt auch zukünftige Anforderun-
gen berücksichtigt werden. Die Diskussion orientierte sich daher an Zukunftstrends.
Hierbei galt es die Bedeutungen, Chancen und Herausforderungen von Trendthemen
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
24
für die Gestaltung und Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten herauszuar-
beiten.41
Während im Workshop der „institutionellen Perspektive“ die jeweiligen Auswirkungen
auf den Flächenbedarf im Fokus stand, diskutierten die Teilnehmenden der „Unter-
nehmensperspektive“ die mit den Zukunftstrends verbundenen Anforderungen an
Gewerbegebiete in Form eines Geschäftsmodells für ein Gewerbegebiet der Zukunft.
Charakteristiken und Nutzungsstrukturen wurden dabei ebenso einbezogen wie die
Gestaltung und Infrastruktur der Gebiete.
Workshopreihe II: Ziele und Handlungsansätze
Die Aufbereitung und Analyse der Ergebnisse aus Workshopreihe I ermöglichten das
Aufstellen erster Zielformulierungen für das Stadtentwicklungskonzept. Entsprechend
war der Gegenstand der zweiten Workshopreihe das Überprüfen und Konkretisieren
der erarbeiteten Zielrichtungen einerseits und andererseits das Sammeln geeigneter
Handlungsansätze. Neben ihrem Beitrag zur Zielerreichung stand dabei auch im Fo-
kus, welche Voraussetzungen für eine Wirksamkeit geschaffen werden müssen.
Workshop III: Konkretisierung der Handlungsansätze
Die bis hierhin entwickelten Erkenntnisse wurden in vorläufigen Steckbriefen für 24
Handlungsansätze festgehalten und den Teilnehmer*innen des Beteiligungsprozes-
ses im letzten Workshop zur Diskussion vorgelegt. Alle Teilnehmenden hatten im
Rahmen des Workshops die Gelegenheit, verschiedene Steckbriefe zu diskutieren
und letzte Impulse und Änderungswünsche mit in den Finalisierungsprozess des
StEK Wirtschaft zu geben.
Zentrale Erkenntnisse des Dialogprozesses
Durch den Dialogprozess konnten die bereits vorhandenen Kenntnisse zu bestehen-
den Herausforderungen und Zielsetzungen (siehe Kapitel „Ausgangslagen“) vertieft,
priorisiert und hinsichtlich der spezifischen Situation in Köln konkretisiert werden. Da-
bei sind insbesondere folgende Aspekte hervorgetreten:
Die weiteren Möglichkeiten zur Ansiedlung und Expansion von Unternehmen
aus Produktion, Industrie, Handwerk und Logistik haben eine zentrale Bedeu-
tung. Das Stadtentwicklungskonzept muss daher einen Schwerpunkt im Hand-
lungsfeld „Fläche“ mit entsprechenden Maßnahmen setzen42. Gleichzeitig sind
41 Die zur Verfügung gestellten Trendbeschreibungen umfassten folgende Themen: Deindustrialisie-
rung und neue Geschäftsmodelle, Green Economy und zirkuläre Wertschöpfungssysteme, Wandel
der Arbeitswelten, Strukturwandel & Energiewende, Mobilitätswende, Urbanisierung und De -Funktio-
nalisierung, abnehmende Rohstoff- und Energieverfügbarkeit, Klimawandelfolgen für Wirtschaft und
Gesellschaft, Dekarbonisierung, Virtual Reality, Künstliche Intelligenz, Robotik in der Industrie, Büro-
kratisierung und zunehmende Regulierung, politische Unsicherheit, Wandel demographischer und so-
ziokultureller Strukturen.
42 Auch in der Online-Beteiligung lag ein Schwerpunkt auf dem Handlungsfeld „Fläche“ insbesondere
mit Blick auf eine Erhöhung der Flächeneffizienz.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
25
die Hürden angesichts knapper Flächenreserven aber auch bei der Erhöhung
der Flächeneffizienz43 deutlich geworden.
Besonderer Handlungsbedarf besteht bei Flächen für das Handwerk. Diese
finden in der vorhandenen Angebotsstruktur kaum passende und finanzier-
bare Grundstücke. Gleichzeitig hat das Handwerk eine wichtige Versorgungs-
funktion für die Stadt.
Angesichts des Fachkräftemangels nimmt die Attraktivität der Gewerbe- und
Industriegebiete als Arbeitsumgebung an Bedeutung zu. Dies bezieht sich vor
allem auf die Erreichbarkeit, Versorgungsmöglichkeiten, soziale Infrastruktur
(insb. Kitas) und die Gestaltung.44
Klimaneutralität und Klimawandelanpassung müssen für die Zukunftsfähigkeit
der Gewerbe- und Industriegebiete angegangen werden, auch wenn sich dies
wirtschaftlich derzeit noch nicht rechnet. Die Versorgung mit klimaneutraler
Energie sowie der Schutz vor Extremwetter stand in den Diskussionen im Fo-
kus.
Für viele Handlungsbedarfe ist eine kleinräumige Betrachtung notwendig. Die
Gewerbe- und Industriegebiete unterscheiden sich in ihrer Ausgangssituation
stark, so dass kein einheitlicher Maßnahmenkatalog für alle Gebiete definiert
werden kann.
In den einzelnen Gebieten wären ein engerer Austausch und eine Vernetzung
der Unternehmen und Nutzer vor Ort sinnvoll. Ebenso sollte der Dialog mit
den städtischen Dienststellen und der Politik gestärkt werden.
Die Profilierung von Gewerbegebieten hinsichtlich einzelner Branchenschwer-
punkte ist in der Abwägung zwischen entstehenden Vorteilen (Synergien und
Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft, Markenbildung, Fachkräftegewinnung)
und den einschränkenden Wirkungen (Ausschluss anderer Branchen) ambiva-
lent zu sehen und gleichzeitig in bestehenden Gebieten kaum umzusetzen. In-
haltliche Aspekte einer Profilierung beziehen sich hingegen vor allem auf The-
men, die parallel in den anderen Handlungsfeldern diskutiert wurden (z. B.
Nachhaltigkeit, Flächeneffizienz).45
Der Wirtschaftsstandort umfasst nicht nur Köln, sondern die Region. Diese
wirtschaftlichen Verflechtungen sollen sich auch weiterhin in der Zusammenar-
beit zwischen den Kommunen und Wirtschaftsförderungen widerspiegelt. Von
Bedeutung sind dabei die regionalen infrastrukturellen Voraussetzungen, die
letztlich – etwa bei der Energieversorgung – Einfluss bis in die einzelnen Ge-
werbe- und Industriegebiete hinein haben.
Die erarbeiteten Ergebnisse wurden im Nachgang des Dialogprozesses weiter ge-
schärft. Ergebnis ist eine Neustrukturierung der Handlungsfelder. Diese greift die am-
bivalenten Bewertungen zum Handlungsfeld Profilierung auf sowie dessen Über-
schneidungen mit den anderen Handlungsfeldern (Fläche und Gewerbegebiet der
Zukunft). Profilierung versteht sich aus dieser Betrachtung heraus lediglich als ein zu
43 Neben der Tatsache, dass sich die bestehenden Gewerbeflächen ganz überwiegend in privatem
Eigentum befinden und damit die Einflussmöglichkeiten beschränkt sind, wurde auch über Hürden dis-
kutiert, die einen „gestapelten“ Gewerbebau erschweren bzw. verteuern.
44 Dies wurde auch in der Online-Beteiligung genannt.
45 Auch in der Online-Beteiligung wurde die Profilierung kritisch bewertet.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
26
behandelnder Teilaspekt. Aufgrund dieser Entscheidung ist im weiteren Verlauf des
Berichts und auch in den vorgestellten Maßnahmen nur noch von drei Handlungsfel-
dern (Fläche, Gewerbegebiet der Zukunft, Köln in der Region) die Rede.
Übersicht der neustrukturierten Handlungsfelder mit zentralen Aussagen
Fazit zum Beteiligungsprozess
Abschließend lässt sich im Rückblick auf alle drei Veranstaltungsblöcke zum Stadt-
entwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft festhalten, dass der Dialogpro-
zess mit den Stakeholder*innen neben den erzielten Arbeitsergebnissen mindestens
zwei wichtige Entwicklungen bewirkt hat. Zum einen wurde durch die Workshops ein
Dialog zwischen den verschiedenen Akteur*innen der Kölner Wirtschaft angestoßen,
der zu einem gegenseitigen Verständnis beigetragen und die jeweils anderen Hand-
lungs- und Entscheidungsparameter nachvollziehbar gemacht hat. Zum anderen hat
es der Beteiligungsprozess über alle Veranstaltungen hinweg ermöglicht, Ziele und
Schwerpunkte des StEK Wirtschaft bedarfsgerecht zu entwickeln. Die unterschiedli-
chen Perspektiven der Stakeholder*innen lieferten wertvolle Impulse, boten die Mög-
lichkeit, mögliche Handlungsansätze hinsichtlich Chancen und Hürden auf den Prüf-
stand zu stellen und schärften die Schwerpunkte des vorliegenden Konzeptes.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
27
Einblicke in die Veranstaltungen (Fotos: Sabine Große-Wortmann)
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
28
Zielsystem für nachhaltige und zukunftsorientierte
Wirtschaftsflächen in Köln
Leitmaxime und Leitlinien
Das Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft zeigt, wie auf die
Herausforderungen in Bezug auf die Flächenknappheit und die notwendigen Trans-
formationsprozesse für Produktion, Industrie, Handwerk und Logistik reagiert werden
soll. Dafür bedarf es klarer Zielsetzungen, die auf dem Weg zum Stadtentwicklungs-
konzept herausgearbeitet wurden – aus der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven
2030+“, der Analyse der Ausgangslagen in den Handlungsfeldern und dem Dialog
mit den Stakeholder*innen.
Aus den im Prozess gezogenen Schlussfolgerungen lässt sich folgende Leitmaxime
ableiten, die für das gesamte Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirt-
schaft gilt:
„Entwicklung von nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaftsflächen in Köln
für Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik“
Die Leitmaxime sowie ihre Leitlinien dienen als Rahmen für den zielführenden Ein-
satz der Maßnahmen zur flächenbedingten Weiterentwicklung von Industrie, Produk-
tion, Handwerk und Logistik.
Leitlinien des Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende Wirtschaft
Branchenvielfalt erhalten: Mit der Produktion in der Stadt die Resilienz des
Wirtschaftsstandorts stärken
Eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur mit Industrie und Produktion als wichtigem
Standbein schafft nicht nur ein breites Angebot an Arbeitsplätzen, sondern ist auch
ein zentraler Resilienzfaktor. Hinzu kommen Versorgungsfunktionen, insbesondere
durch das Handwerk, das nicht nur Leistungen für Privathaushalte und Unternehmen
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
29
erbringt, sondern auch mit Blick auf die mit der ökologischen Transformation erfor-
derlichen Umbauprozesse ein wichtiger Akteur ist. Diese Diversität gilt es daher zu
erhalten.
Infrastruktur fokussieren: Die Infrastruktur für Energie, Mobilität und Digitales
ist ein Schlüsselfaktor für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort
Die vorhandene Infrastruktur, beispielsweise der Anschluss an das Glasfasernetz o-
der die Erreichbarkeit für die Mitarbeitenden, spielt für Betriebe eine entscheidende
Rolle bei der Ansiedlung. Eine leistungsfähige Infrastruktur ist Voraussetzung für die
Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Köln. Technische Infrastruktur, die
verkehrliche Erschließung und Mobilitätsangebote der Gebiete müssen deshalb zu-
kunftsorientiert verbessert werden. Die jeweilige Ausgangs- und Bedarfslage muss
hierbei gebietsbezogen betrachtet und angegangen werden.
Vorausschauend und antizipativ agieren: Zukunftstrends in den Blick nehmen
und regelmäßig prüfen
Für die bedarfsgerechte Bereitstellung von Gewerbeflächen ebenso wie für mögliche
Transformationsprozesse ist es wichtig, vorausschauend Entwicklungen zu erken-
nen, um frühzeitig agieren zu können. Alle Fragestellungen rund um Wirtschaftsflä-
chen müssen deshalb regelmäßig vor dem Hintergrund der Auswirkungen von aktu-
ellen Trends neu bewertet werden, um Köln als zukunftsfähigen Standort zu gestal-
ten.
Wirtschaftsflächen integrativ denken: Wahrnehmung und Wertschätzung für
die produzierende Wirtschaft erhöhen
Die erfolgreiche Sicherung und Weiterentwicklung der Kölner Gewerbestandorte
hängt nicht nur von der Verfügbarkeit der Flächen ab, sondern auch von der Akzep-
tanz für diese Nutzungen. Hierzu ist es wichtig, die Wirtschaftsflächen als integralen
Bestandteil des gesamten städtischen Gefüges zu betrachten und in diesem Sinne
weiterzuentwickeln. Sie sind nicht nur Standort von Unternehmen als Gewerbesteu-
erzahlende, sondern müssen wie der Rest der Stadt den Ansprüchen an städtebauli-
che Qualität, Aufenthaltsqualität (mit besonderem Blick auf die dort arbeitenden Per-
sonen), Anbindung und Wegeverbindungen für unterschiedliche Verkehrsmittel, Kli-
maschutz und Klimaanpassung gerecht werden.
Handlungsfeldbezogene Ziele
Die Leitmaxime und Leitlinien dienen der übergeordneten strategischen Ausrichtung.
Konkretisiert werden sie durch die im Folgenden formulierten Ziele. Diese beziehen
sich auf die Herausforderungen in den Handlungsfeldern (siehe Kapitel Ausgangsla-
gen) und sollen durch die im nachfolgenden Kapitel vorgestellten Maßnahmen er-
reicht werden.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
30
Ziele für das Handlungsfeld „Fläche“
1. Schaffung von Erweiterungs- und Ansiedlungsflächen für Industrie, Pro-
duktion, Handwerk und Logistik
Auch in Zukunft sollen Kölner Unternehmen die Möglichkeit zur Erweiterung haben
und Neuansiedlungen realisiert werden können. Auch bei einer großen Konkurrenz
mit anderen Nutzungsansprüchen müssen ausreichend Industrie- und Gewerbeflä-
chen zur Verfügung stehen. Zusätzlich zur Bestandssicherung und Bestandsentwick-
lung ist es wichtig, neue gewerbliche Potenzialflächen nutzbar zu machen und zu
vermarkten. Um den Bedarfen schnellstmöglich nachzukommen, müssen die Pla-
nungsprozesse effizienter gestaltet werden. Ziel ist es, neue Gewerbe- und Industrie-
flächen schnell nutzbar zu machen.
Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund transformationsbedingter Herausforde-
rungen, die mit einem Flächenbedarf einhergehen – etwa dem umfassenden Umstieg
auf erneuerbare Energieträger. Langfristig ist wahrscheinlich, dass heute genutzte
Flächen zum Teil wieder frei werden, da sie aufgrund veränderter Produktionsweisen
nicht mehr benötigt werden, wenn die Digitalisierung und Automatisierung von Pro-
duktionsprozessen das Produzieren auf kleinerer Fläche ermöglicht.
2. Gewerbe- und Industrieflächen erhalten und sichern
Um ausreichend Flächen zur Verfügung zu stellen, müssen bestehende Industrie-
und Gewerbeflächen vor der Umnutzung durch andere Nutzungsformen geschützt
werden. Entgegen dem erkennbaren Trend in der Stadt Köln darf der Bestand an
Flächen für Industrie und produzierendes Gewerbe in Summe nicht kleiner werden.
Aktiver Bestandsschutz für Wirtschaftsflächen muss vorrangiges Ziel der Stadtent-
wicklung sein. Neben der Umnutzung müssen bestehende Gewerbe- und Industrie-
flächen auch vor heranrückender Wohnbebauung geschützt werden. Mögliche Erwei-
terungen des bestehenden Gewerbes oder eine veränderte gewerbliche Nutzung
sind dabei in den Abständen zur Wohnbebauung zu berücksichtigen.
3. Flächen von Gewerbe- und Industriegebieten effizienter nutzen
Die knappen vorhandenen Flächen machen eine sehr viel effizientere Nutzung von
Flächen erforderlich, z. B. indem Produktionsprozesse gestapelt werden. So erhöht
sich die Wertschöpfung pro Quadratmeter versiegelter Grundfläche. Darüber hinaus
sollten bestehende Gewerbe- und Industrieflächen beispielsweise durch die Beseiti-
gung bestehender Mindernutzungen und Nachverdichtung flächeneffizienter genutzt
und die dort bestehenden Flächenpotenziale dadurch aktiviert werden.
Ziele für das Handlungsfeld „Gewerbegebiet der Zukunft“
1. Gewerbe- und Industriegebiete in Köln mit zukunftsgerechten Infrastruktu-
ren für Energie, Mobilität und Digitales ausstatten
Die Zukunftsfähigkeit der Gewerbe- und Industriestandorte hängt wesentlich von ih-
rer Infrastrukturausstattung ab. Um weiterhin attraktive Standorte für Unternehmen
aus Produktion, Industrie, Handwerk und Logistik zu bieten, gilt es die Infrastruktur
bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dabei sind nicht nur die aktuellen Bedarfe zu be-
rücksichtigen. Zukunftstrends wie die zunehmende Digitalisierung der Produktion und
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
31
die Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern müssen bereits bei den infrastruktu-
rellen Rahmenbedingungen mitgedacht werden. Derzeitiger Zustand und infrastruktu-
relle Lücken unterscheiden sich zwischen den Kölner Gewerbe- und Industriege-
biete. Entsprechend müssen jeweils individuelle Lösungen gefunden werden.
2. Gewerbe- und Industriegebiete klimaneutral und klimaangepasst gestalten
Die Aufgaben Klimaschutz und Klimaanpassung betreffen alle Bereiche der Gesell-
schaft. Für das Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft ist das ge-
samtstädtische Klimaschutzgutachten „Klimaneutrales Köln 2035“ rahmengebend.
Die Erreichung der Klimaneutralität bis 2035 ist dementsprechend auch eine zentrale
Aufgabe bei der Entwicklung und Umgestaltung von Wirtschaftsflächen. Um den
Wirtschaftsstandort Köln zukunftssicher zu gestalten, wird eine klimafreundliche,
nachhaltige Gebietsentwicklung gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen im
Sinne grüner und klimaneutraler Gewerbegebiete verfolgt. Für das Erreichen der Kli-
maneutralität müssen die Anlagen sowie die Infrastruktur zur lokalen Erzeugung und
Nutzung regenerativer Energien in die gewerbliche Flächenentwicklung integriert
werden. Bei der klimaneutralen Energieversorgung kommt besonders den energiein-
tensiven Unternehmen eine wichtige Rolle zu.
Eine klimaangepasste Gestaltung von Gebieten wird zudem in Zukunft mit Blick auf
die Arbeitsbedingungen (insb. Hitze) und die Sicherung von Betriebsanlagen (Stark-
regen, Sturm) ein wichtiger Standortfaktor sein.
3. Gewerbe- und Industriegebiete zu attraktiven (Arbeits-)Standorten machen
Eine attraktive Arbeitsumgebung wird immer mehr zum Faktor für Fachkräftegewin-
nung und -sicherung. Gewerbe- und Industriegebiete sind gegenwärtig häufig Orte
mit geringer Aufenthaltsqualität. Die Gewerbegebiete müssen als Stadträume begrif-
fen werden, die sowohl für die Mitarbeitenden vor Ort als auch die Stadtgesellschaft
insgesamt eine städtebauliche Qualität aufweisen sollen. Ein Fokus liegt dabei auf
der Gestaltung des öffentlichen bzw. gemeinsam genutzten Raums in Gewerbe- und
Industriegebieten (wie beispielsweise Grün- und Freiflächen) und bedarfsgerechten
Versorgungsangeboten, wie Kinderbetreuung oder Kantinen.
4. Die Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit von Gewerbe- und Industriege-
bieten verbessern
Zurzeit sind viele Gebiete mit dem ÖPNV oder dem Rad nur schwer erreichbar. Für
eine erfolgreiche Umsetzung der notwendigen Verkehrs- und Mobilitätswende ist
eine optimierte Erreichbarkeit von Gewerbe- und Industriegebieten durch Verkehrs-
mittel des Umweltverbunds erforderlich. Dabei geht es nicht nur um die Erreichbar-
keit für die Mitarbeitenden, sondern auch um die optimierte Erschließung der Gebiete
für den Warenverkehr. Die Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes für die pro-
duzierende Wirtschaft ist daher in Bezug zu setzen mit dem Mobilitätskonzept „Bes-
ser durch Köln“ sowie dem geplanten Konzept für den Bereich Logistik.
Ziele für das Handlungsfeld „Köln in der Region“
1. Unternehmen in der Region halten
Beim Thema Gewerbeansiedlung betrachten Kommunen vorrangig ihr eigenes Stadt-
gebiet. Im Fokus stehen dabei die zu erwartenden Steuereinnahmen, die möglichst
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
32
in den eigenen kommunalen Haushalt fließen sollen. Mehr und mehr spielt sich der
Standortwettbewerb jedoch nicht mehr zwischen einzelnen Kommunen, sondern zwi-
schen Wirtschaftsregionen ab. Für die Kommunen der Region Köln sollte deshalb
das Ziel darin bestehen, Unternehmen in der Region zu halten bzw. hier anzusiedeln
2. Köln bringt sich als zentrale Metropole der Wirtschaftsregion in deren Stär-
kung ein
Die Stadt Köln ist Kern der Metropolregion Rheinland und stärkt als Wachstumsmotor
diesen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Um den Herausforderungen, die mit der
nachhaltigen Transformation von Infrastruktur und Wirtschaft im Zuge der Energie-
und Ressourcenwende, Klimaschutz und Klimawandelanpassung, Mobilitätswende
und Digitalisierung einhergehen, zu begegnen, ist eine intensivere regionale Vernet-
zung und Zusammenarbeit als Wirtschaftsregion notwendig. Die Stadt Köln als Met-
ropole und funktionales Oberzentrum hat hier eine besondere Verantwortung für eine
gemeinsame Wirtschaftsentwicklung.
3. Zukunftsfähige regionale Infrastrukturen für Industrie, Produktion, Hand-
werk und Logistik fokussieren
Das Erneuern und der Ausbau von grundlegender Infrastruktur ist für die Transforma-
tion der Kölner Wirtschaft zentral. Für die Realisierung größerer Infrastrukturprojekte,
wie überregionale Verkehrsmaßnahmen oder Wasserstoff-Kernnetze, müssen Kom-
munen zusammenarbeiten. Dadurch können sie gemeinsam gegenüber Land und
Bund argumentieren oder Fördermöglichkeiten nutzen, regionale Wirtschaftsakteure
sinnvoll unterstützen und eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung umsetzen.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
33
Maßnahmen
Mit dem Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft werden Maßnah-
men identifiziert, die dazu beitragen, die oben beschriebenen Ziele zu erreichen. Sie
werden in ihrer Zielrichtung und Funktionsweise im Folgenden beschrieben. Im Rah-
men der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes werden die Maßnahmen weiter
konkretisiert und räumlich verortet.
Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt im Handlungsfeld „Fläche“, dem eine beson-
dere Bedeutung für den Kölner Wirtschaftsstandort zukommt. Acht der elf Maßnah-
men tragen wesentlich zur Erreichung der Ziele des Handlungsfeldes bei. Zwei Maß-
nahmen sind dem Handlungsfeld „Gewerbegebiete der Zukunft“ und eines dem
Handlungsfeld „Köln in der Region“ zugeordnet.
Übersicht der Maßnahmen und Ziele des Stadtentwicklungskonzeptes
Schaffung von Erweiterungs- und
Ansiedlungsflächen
Gewerbe- und Industrieflächen erhalten und
sichern
Flächen von Gewerbe- und Industriegebieten
effizienter nutzen
Gewerbe- und Industriegebiete in Köln mit
zukunftsgerechten Infrastrukturen austattten
Gewerbe- und Industriegebiete klimaneutral
und klimaangepasst gestalten
Gewerbe- und Industriegebiete zu attraktiven
(Arbeits-) Standorten machen
Die Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit von
Gewerbe- und Industriegebieten verbessern
Unternehmen in der Region halten
Köln bringt sich als zentrale Metropole der
Wirtschaftsregion in deren Stärkung ein
Zukunftsfähige regionale Infrastrukturen
fokussieren
1 Gewerbe- und Industrieflächen sichern
2 Wissen über die Gebiete verbessern
3 Neue Flächen für Gewerbe aktivieren
4 Bestehende Gebiete nachverdichten
5 Flächenpolitik vorausschauend lenken
6 Ansiedlung steuern
7 Gewerbliche Neubauvorhaben navigieren
8 Handwerker- / Gewerbehöfe initiieren
9 Klimaschutz- und Klimaanpassung der
Unternehmen unterstützen
10 Gewerbe- und Industriegebiete
weiterentwickeln
11 Regionale Zusammenarbeit weiterführen
Fläche Gewerbegebiet der
Zukunft Köln in der Region
Ziele
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
34
Maßnahmensteckbriefe
Maßnahme 1: Gewerbe- und Industrieflächen sichern – Grundsatzbeschluss
und Vorkaufsrecht
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Die starke Flächenkonkurrenz in Köln führt dazu, dass Gewerbe- und Industrieflä-
chen vielfach zu gemischten Gebieten oder durch Wohnungsbauprojekte umgenutzt
werden. Dies ist in den Kölner Transformationsgebieten ein gewünschter Prozess der
Stadtentwicklung, etwa im Deutzer Hafen, der Parkstadt Süd und dem Mülheimer Sü-
den. Er betrifft jedoch auch weitere, teilweise kleinteilige Gewerbestandorte innerhalb
Kölns, wodurch Flächen für Handwerk, Gewerbe und Industrie unwiederbringlich ver-
loren gehen. Ebenso geraten bestehende Gewerbenutzungen durch heranrückende
Wohnbebauung unter Druck. Hinzu kommt, dass Gewerbeflächen vielfach durch
nicht-störendes Gewerbe genutzt werden (Einzelhandel, Büronutzung), die durch hö-
here Renditeaussichten die Bodenpreise steigen lassen.
Angesichts der knappen Flächen für Gewerbe und Industrie sollen diese gesichert
und vorrangig für Branchen genutzt werden, die (insb. aufgrund von Emissionen) auf
eine solche Ausweisung angewiesen sind. Hierbei werden zwei Ansätze verfolgt:
In einem Grundsatzbeschluss wird festgelegt, dass auf zuvor gewerblich ge-
nutzten Flächen vorrangig eine gewerbliche Nachnutzung erfolgen soll. Im
Einzelfall soll bei konkreten Vorhaben (etwa des Wohnungsbaus) der Belang
des Erhalts der Fläche für die Gewerbenutzung innerhalb der Abwägung ge-
stärkt werden.
Als zweiter Ansatz soll für ausgewählte Gewerbe- und Industriegebiete eine
Vorkaufsrechtssatzung erlassen werden. Ziel ist es, eine Eingriffs- und Steue-
rungsmöglichkeit zu erhalten, mit der Gebiete, die bislang durch produzieren-
des Gewerbe, Industrie und Handwerk geprägt sind, gesichert und vor ver-
drängenden Nutzungen geschützt werden. Notwendige Grundlage ist die For-
mulierung von Zielen der städtebaulichen Entwicklung für die Gebiete, in de-
nen die Nutzung durch das (emittierende) Gewerbe verankert wird. Die Stadt
Köln erhält dann bei Grundstücksverkäufen, die dieser Zielsetzung entgegen-
laufen, ein Vorkaufsrecht. Verpflichtet sich der neue Eigentümer zu einer Ent-
wicklung entsprechend der Satzungsziele, wird das Vorkaufsrecht nicht aus-
geübt.
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
35
Beispiel: Vorkaufsrechtssatzung Stadt Düsseldorf
Die Stadt Düsseldorf hat 2022 eine Vorkaufsrechtssatzung für einen Großteil der Ge-
werbe- und Industriegebiete im Stadtgebiet erlassen. Grundlage ist die „Flächenstra-
tegie für produktions- und handwerksgeprägte Branchen – Gewerbe- und Industrie-
kernzonen“ (2018 als städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen). Darin wur-
den alle Gebiete aufgrund ihrer Struktur und Nutzung vier Gebietstypen (Kategorien
A bis D) zugeordnet und kartografisch abgegrenzt. Für die einzelnen Gebietstypen
wurden Ziele formuliert, um sie für bestimmte Nutzungen zu sichern. Die Vorkaufs-
rechtssatzung greift diese Gebietstypen und Stadtentwicklungsziele auf. Begründet
wird das Vorkaufsrecht mit dem bestehenden Flächenbedarf, dem Umwandlungs-
druck und der Spekulation auf dem gewerblichen Grundstücksmarkt in Verbindung
mit hohen Grundstückspreisen, den ansonsten fehlenden Steuerungs- und Ankaufs-
möglichkeiten und dem vom Markt nicht umgesetzten Ziel der Schaffung von mehr-
geschossigen Gewerbebauten. Die Zielsetzungen für die einzelnen Gebietskatego-
rien werden als Planungsziele festgelegt. Die Gebietskategorie D ist nicht Bestandteil
der Vorkaufsrechtssatzung. Hier werden Gebiete abgegrenzt, für die zukünftig eine
stärkere Nutzungsmischung angestrebt wird. 46
Notwendige Schritte
Der Grundsatzbeschluss wird vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik mit Be-
teiligung der Stabsstelle Wirtschaftsförderung erarbeitet und auf Grundlage des
StEK Wirtschaft als Beschlussvorlage eingebracht.
Für den Erlass einer Vorkaufsrechtssatzung ist zu klären, für welche Gebiete eine
solche zielführend sein kann. Im Fokus stehen hierbei Gebiete, die (noch) durch
emittierendes Gewerbe, Industrie und Handwerk geprägt sind und deren Prägung
durch eine Vorkaufsrechtssatzung erhalten bzw. gestärkt werden kann. Eine entspre-
chende Analyse wird durch das Amt für Stadtentwicklung und Statistik auf Grund-
lage der Realnutzungsanalyse (siehe Maßnahme 2) durchgeführt. Für die Gebiete
werden gemeinsam mit der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und der KölnBusi-
ness Entwicklungsziele formuliert und in Abstimmung mit dem Amt für Liegen-
schaften, Vermessung und Kataster eine Vorkaufsrechtssatzung erarbeitet.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Erarbeitung und Beschluss von Grundsatzbeschluss
Anwendung des Grundsatzbeschlusses bei konkreten Vorhaben
Prüfung möglicher Gebiete für eine Vorkaufsrechtssatzung
Formulierung von Entwicklungszielen für die identifizierten Gebiete
Beschluss einer Vorkaufsrechtssatzung
Anwendung der Vorkaufsrechtssatzung
46 Landeshauptstadt Düsseldorf (2021): Beschlussvorlage APS/165/2021 sowie Landeshauptstadt
Düsseldorf (2018): Gewerbe- und Industriekernzonen.
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
36
Maßnahme 2: Wissen über die Gebiete verbessern – Realnutzungsanalyse
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Als Grundlage für die Sicherung und Weiterentwicklung der vorhandenen Gewerbe-
und Industriegebiete wird eine bessere Informationsgrundlage über die Nutzungs-
strukturen in den Gebieten benötigt. Die bestehende Realnutzungskartierung ist ver-
altet und bietet hierfür keine belastbare Basis. Durch die Weiterentwicklung zur Real-
nutzungsanalyse soll eine Datengrundlage entstehen, die – durch die Nutzung ver-
schiedener Geo- und Fachdaten – ohne Kartierung mit vertretbarem Aufwand regel-
mäßig fortgeschrieben wird. Mit der Realnutzungsanalyse können Aussagen über die
in den Gebieten ansässigen Branchen und (auch nicht gewerblichen) Nutzungsstruk-
turen getroffen werden. Ergänzend sollen minder- und ungenutzte Flächen- und ggf.
Gebäudepotenziale in den Gewerbe- und Industriegebieten dargestellt werden. Die
Realnutzungsanalyse ist damit eine zentrale Grundlage, um die Maßnahmen des
StEK Wirtschaft räumlich zu konkretisieren (siehe Maßnahmen 1, 5, 10).
Notwendige Schritte
Die Methodik der Realnutzungsanalyse wird derzeit im Amt für Stadtentwicklung
und Statistik erarbeitet. Die Informationsbedarfe für die Umsetzung des StEK Wirt-
schaft werden dabei bereits einbezogen. Die ersten Analyseergebnisse können für
die räumliche Konkretisierung des StEK Wirtschaft genutzt werden. Die Erarbeitung
erfolgt im Abstimmung mit der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, dem Stadtpla-
nungsamt und der KölnBusiness.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Erarbeitung der Methodik für die Realnutzungsanalyse
Erstellung der Realnutzungsanalyse
Auswertung der Realnutzungsanalyse hinsichtlich der Informationsbedarfe der
Maßnahmen aus dem StEK Wirtschaft
Regelmäßige Fortschreibung der Realnutzungsanalyse
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
37
Maßnahme 3: Neue Flächen für Gewerbe aktivieren – planungsrechtliche Vo-
raussetzungen
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
In Köln besteht ein hoher Bedarf an Gewerbe- und Industrieflächen für die Expansion
und Neuansiedlung von Unternehmen. Durch die Umsetzung der Maßnahme wird si-
chergestellt, dass Flächen für Betriebserweiterungen oder Neuansiedlungen für In-
dustrie, produzierendes Gewerbe, Handwerk und Logistik zur Verfügung stehen und
damit auch Arbeitsplätze im produzierenden und gewerblichen Bereich geschaffen
und gesichert werden.
Die noch vorhandenen Flächenpotenziale für gewerbliche Nutzungen müssen ent-
sprechend ihrer Eignung hierfür zügig durch die Schaffung von Planungsrecht nutz-
bar gemacht werden. Dazu können zum einen die Flächenpotenziale aus dem der-
zeit in Aufstellung befindlichen Regionalplan in den Flächennutzungsplan übernom-
men werden und zum anderen für die entsprechenden Flächen Bebauungspläne auf-
gestellt werden. Im Rahmen des Gewerbeflächenbereitstellungskonzeptes (Stichtag
31.12.2023) wurden auf Basis des Flächennutzungsplans 86,7 ha ermittelt, für die
eine Bauleitplanung notwendig ist. Darüber hinaus sind im Regionalplanentwurf der
Bezirksregierung Köln weitere Flächen für Gewerbe und Industrie festgelegt, die es
nun in die vorbereitende und verbindliche Bauleitplanung zu übernehmen gilt. Ziel
muss es sein, dass die Planungsprozesse und die damit verbundenen Hürden bis zur
Erschließung und Vermarktung der Reserveflächen zügig durchlaufen werden.
Die Schaffung von verbindlichem Planungsrecht für gewerbliche Flächen erfolgt im
Wesentlichen vorhabenbezogen. Dabei soll die Planungsrechtschaffung dennoch
den Zielen und Prioritäten der Stadt Köln folgen. Entsprechend benötigt es hierfür
über das rein informative Gewerbeflächenbereitstellungskonzept hinaus Kriterien und
eine programmatische Zielsetzung für die Prioritäten der Planrechtschaffung. Neben
einer Priorisierung der Flächen werden dabei auch Qualitätsvorgaben für die Ent-
wicklung der Flächen thematisiert, die bei der Planungsrechtschaffung bzw. in ergän-
zenden städtebaulichen Verträgen festgelegt werden können. Diese betreffen z. B.
Aspekte der Flächen- und Klimaeffizienz sowie der Grünausstattung und städtebauli-
che Qualitäten. Zudem kann durch eine Bauverpflichtung erreicht werden, dass das
Baurecht zeitnah umgesetzt wird.
Notwendige Schritte
Für die planerische Entwicklung der vorhandenen Flächenreserven wird ein strategi-
sches Vorgehen erarbeitet, bei dem die Priorisierung einzelner Flächen im Sinne ei-
nes Flächenprogramms festgelegt sowie mögliche einheitliche Qualitätsvorgaben ge-
prüft werden. Ausgangspunkt ist das Gewerbeflächenbereitstellungskonzept, das
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
38
entsprechend weiterentwickelt wird. Dies erfolgt in Abstimmung u.a. zwischen dem
Amt für Stadtentwicklung und Statistik, dem Stadtplanungsamt, der Stabsstelle
Wirtschaftsförderung und KölnBusiness.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Überprüfung von Potenzialen in bestehenden GE/GI-Gebieten und Aufnahme
von GIB-Bereichen des Regionalplans in das Gewerbeflächenbereitstellungskon-
zept
Weiterentwicklung des Gewerbeflächenbereitstellungskonzeptes zu einem Flä-
chenprogramm für das produzierende Gewerbe und weitere wirtschaftliche Nut-
zungen
Erarbeitung von Qualitätskriterien für gewerbliche Bebauungspläne
Planrechtschaffung für die vorhandenen Flächenpotenziale anhand der erarbeite-
ten Priorisierung und Qualitätskriterien
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
39
Maßnahme 4: Bestehende Gebiete nachverdichten – Aktivierung von Flächenei-
gentümern
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Neben den Potenzialflächen im Flächennutzungsplan und Regionalplan ergibt sich
ein weiteres Potenzial durch die Erhöhung der Flächeneffizienz in den bestehenden
Gewerbe- und Industriegebieten, z. B. durch Neu- oder Anbauten sowie mehrge-
schossigen Gewerbebau. Damit verbunden ist die Erhöhung der Wertschöpfung pro
Fläche. Der Umfang dieses Flächenpotenzials ist bislang nicht bekannt. Wahrschein-
lich ist jedoch, dass rechnerisch Teile des bestehenden Flächenbedarfs gedeckt wer-
den können.
Über die Erhebung der Flächenpotenziale (Weiterentwicklung des städtischen Flä-
chenprogramms, inkl. Nacherhebung der Flächenpotenziale in den bestehenden
GE/GI-Gebieten, sowie Identifizierung weiterer Nachverdichtungspotenziale an Ge-
bäuden sowie von mindergenutzten Flächen) sowie durch die Realnutzungsanalyse
sollen die Bereiche in der Stadt identifiziert werden, welche gute Rahmenbedingun-
gen für eine Nachverdichtung der Gewerbegebiete im Sinne der mehrfachen Innen-
entwicklung bieten.
Die Flächen, die für eine Nachverdichtung in Frage kommen, befinden sich voraus-
sichtlich überwiegend nicht im Eigentum der Stadt Köln. Die Stadt Köln kann daher
nur aktivierend auf die Grundstückseigentümer*innen zugehen. Wie dies sinnvoll er-
folgen kann, ist davon abhängig, wie sich die Nachverdichtungspotenziale räumlich
über die vorhandenen Gebiete verteilen, welche Restriktionen bestehen und wie die
jeweilige Eigentümerstruktur und -interessen gelagert sind. So kann bei größeren
Flächen einzelner Eigentümer*innen eine direkte Ansprache erfolgen. In anderen
Fällen kann die Aktivierung von Nachverdichtungspotenzialen Teil eines Gebietsdia-
logs (siehe Maßnahme 10) sein oder im Einzelfall kann eine intensivere Betrachtung
der Potenziale in einem zusammenhängenden Gebiet zielführend sein.
Neben der Aktivierung der Eigentümer*innen schafft die Stadt Köln die entsprechen-
den planungsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Nachverdichtung. Für konkrete
Vorhaben sind im Einzelfall die vorhandenen Ermessensspielräume bzw. notwendige
Anpassungen für eine Realisierung zu prüfen.
Notwendige Schritte
Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik identifiziert Nachverdichtungspotenzi-
ale wie ungenutzte Teilflächen auf Betriebsgrundstücken, untergenutzte Grundstücke
und Grundstücksteile etc.
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
40
Aufbauend auf den analysierten Potenzialen und deren räumlichen Schwerpunkten
erarbeitet das Amt für Stadtentwicklung und Statistik gemeinsam mit der KölnBu-
siness, der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und dem Stadtplanungsamt eine
Strategie zur Aktivierung der Flächen bzw. der entsprechenden Eigentümer*innen.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Georeferenzierte Identifizierung weiterer Flächen- und Nachverdichtungspotenzi-
ale und Aufnahme der Ergebnisse in das Flächenprogramm sowie in die Realnut-
zungsanalyse
Analyse der räumlichen Schwerpunkte der Nachverdichtung
Erarbeitung einer Strategie zur Aktivierung der Flächeneigentümer
Umsetzung der Aktivierung der Flächeneigentümer
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
41
Maßnahme 5: Flächenpolitik vorausschauend lenken – Aktive Liegenschaftspo-
litik und Steuerung
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Für Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik sollen langfristig ausreichend Flä-
chen in Köln bereitstehen. Daher ist es notwendig strategische Ansätze zur Flächen-
entwicklung verknüpft zu betrachten und voranzubringen. Dazu zählt, neben kurzfris-
tigen Ansiedlungsvorhaben und Planungsrechtsschaffungen den langfristigen Flä-
chenbedarf und mögliche zukünftige Flächenpotenziale in den Blick zu nehmen. Zu-
dem gilt es, die Handlungs- und Steuerungsmöglichkeiten der Stadt Köln in Bezug
auf die Flächenentwicklung zu stärken. Eine aktive Liegenschaftspolitik und ein stra-
tegischer Flächenankauf in Kombination mit dem Kriterienkatalog für die Vergabe
von Gewerbe- und Industrieflächen (siehe Maßnahme 6) schaffen wichtige Voraus-
setzungen zur Erreichung der Ziele des StEK Wirtschaft. Beim gezielten Flächenan-
kauf tritt die Stadt als Käuferin insbesondere von strategisch relevanten Flächen
(z. B. Potenzialflächen, mindergenutzte Flächen oder Brachflächen) auf. Im An-
schluss kann die Stadt als Eigentümerin die Nutzung der Flächen gezielt steuern,
Mindernutzungen verhindern und so die gewerbliche Nutzung sichern.
Die vorausschauende aktive Flächenpolitik ist jedoch nicht nur auf die Neuentwick-
lung von Flächen zu beziehen. Es gilt darüber hinaus, Veränderungen in bestehen-
den Gebieten zu antizipieren und dadurch die Einflussmöglichkeiten der Stadt zu
stärken. Dies reicht von frühzeitiger Sondierung von Nachnutzungsmöglichkeiten bei
Betriebsaufgaben bis hin zum Ankauf brachfallender Flächen.
Notwendige Schritte
Für die vorausschauende Flächenpolitik wird die Transparenz über den Bedarf und
das Angebot an Flächen im Stadtgebiet gestärkt. Hierzu wird das Gewerbeflächenbe-
reitstellungskonzept vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik zu einem Flä-
chenprogramm weiterentwickelt und regelmäßig fortgeschrieben. Neben den Flä-
chenreserven wird auch ein Monitoring der Flächenentwicklung bzw. -inanspruch-
nahme einbezogen. Ziel ist ein stärkeres Verständnis dafür, welche Flächen wann in
Nutzung kommen und insb. welche Flächen aus welchen Gründen nicht nachgefragt
werden. Die höhere Transparenz dient der langfristigen bedarfsgerechten Flächen-
bereitstellung.
Um frühzeitige Veränderungen in den bestehenden Gewerbe- und Industriegebieten
zu erkennen, ist der direkte Kontakt der KölnBusiness zu den Unternehmen ele-
mentar. Zu prüfen ist, inwiefern auch Veranstaltungs- und Gesprächsformate zwi-
schen Verwaltung und Unternehmen gestärkt werden sollten, wie sie zur Erarbeitung
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
42
des Stadtentwicklungskonzeptes durchgeführt wurden und mit dem Branchenforum
Industrie punktuell bereits langjährig bestehen.
Für die erfolgreiche Umsetzung einer aktiven Liegenschaftspolitik müssen die zu-
ständigen Ämter (Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster, Amt für
Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, Stabsstelle Wirtschaftsför-
derung) der Stadt sowie die KölnBusiness eine langfristige Strategie für den Flä-
chenerwerb entwickeln. Wesentlich sind dabei die Zielsetzungen bzw. die Kriterien
eines Flächenerwerbs sowie darauf aufbauend die Identifizierung der relevanten Flä-
chen und Grundstücke. Datengrundlagen sind die aktuell erarbeitete Realnutzungs-
analyse und das weiterzuentwickelnde Gewerbeflächenbereitstellungskonzept.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Weiterentwicklung des Gewerbeflächenbereitstellungskonzepts zu einem Flä-
chenprogramm für das produzierende Gewerbe und weitere wirtschaftliche Nut-
zungen inkl. Monitoring
Erarbeitung einer Strategie für den Ankauf von Gewerbeflächen
Identifizierung von Flächen für den Ankauf
Ankauf von Flächen und Vergabe nach formulierten Kriterien
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
43
Maßnahme 6: Ansiedlung steuern – Kriterienkatalog für die Vergabe von städti-
schen Gewerbe- und Industrieflächen
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Bei der Vergabe städtischer Gewerbe- und Industrieflächen hat die Stadt Köln die
Möglichkeit, Ansiedlungen gezielt zu steuern und Einfluss auf die Grundstücksnut-
zung zu nehmen. Hierfür kommt ein Kriterienkatalog bei der Vergabe zum Einsatz,
der Transparenz für alle Kaufinteressenten schafft und qualitative Ziele der Stadt für
die Vergabe formuliert. Der Kriterienkatalog wurde kürzlich überarbeitet und politisch
beschlossen. Er enthält drei Prüfphasen:
1. Prüfung der generellen Eignung des Unternehmens hinsichtlich der Mindest-
anforderungen in den Bereichen Finanzierung, Photovoltaik, effiziente Bau-
weise, Flächeneffizienz sowie Arbeitsplätze.
2. Bewertung der baulichen Ausnutzung des Grundstücks (Flächeneffizienz), der
Anzahl der Arbeitsplätze, des Ausbildungsangebots sowie der zu erwartenden
Gewerbesteuereinnahmen unter Berücksichtigung der Festsetzungen des Be-
bauungsplans und der Grundstücksgröße.
3. Punktevergabe für ergänzende Betriebsmerkmale (z. B. Zugehörigkeit zu Köl-
ner Leitbranche oder Versorgungsfunktion des Unternehmens) und geplante
(bauliche) Maßnahmen am Standort.
Um die Kriterien bestmöglich zu erfüllen, können sich Unternehmen für die Bewer-
bung auf die Flächen zusammentun. Durch entsprechendes „Matching“ können Ko-
operationspartner zusammengeführt werden, die sich gegenseitig bei der Erfüllung
der Vergabekriterien unterstützen. Hier leistet KölnBusiness entsprechende Unter-
stützung.
Es gilt den überarbeiteten Kriterienkatalog stringent anzuwenden. Bei verstärktem
Ankauf von Flächen durch die Stadt Köln im Zuge der aktiven Liegenschaftspolitik
(siehe Maßnahme 5) kann der Katalog bei der Wiederveräußerung der Grundstücke
vermehrt zur Anwendung kommen.
Notwendige Schritte
Der aktualisierte Kriterienkatalog für die Vergabe von städtischen Gewerbe- und In-
dustrieflächen wurde am 01.10.2024 vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Nun folgt
die Phase der Anwendung. Dabei ist es wichtig, die Kriterien regelmäßig auf ihre
Zielgenauigkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Federführend
ist hierbei die KölnBusiness in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Wirtschafts-
förderung.
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
44
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Anwendung des Kriterienkatalogs bei der Vergabe
Überprüfung und Fortschreibung des Katalogs
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
45
Maßnahme 7: Gewerbliche Neubauvorhaben navigieren – Koordinierungsstelle
für gewerbliche Großvorhaben
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Sowohl für Unternehmen mit kleineren als auch mit größeren Bauvorhaben ist der
Genehmigungsprozess mit einem hohen bürokratischen und zeitlichen Aufwand ver-
bunden. Lange Planungs- und Genehmigungsprozesse schaffen Unsicherheit und
verursachen Kosten. Bei komplexen Vorhaben mit besonders hohem Abstimmungs-
bedarf innerhalb der Verwaltung soll eine bei der Stabsstelle Wirtschaftsförderung
angesiedelte Koordinierungsstelle dazu beitragen, die Prozesse zu beschleunigen
und so Flächenpotenziale zu aktivieren.
Während die KölnBusiness weiterhin erste und zentrale Anlaufstelle für Unternehmen
ist, übernimmt die Koordinierungsstelle die Abstimmung und Koordination innerhalb
der Verwaltung. Dafür arbeitet die Koordinierungsstelle eng mit den zuständigen Äm-
tern und KölnBusiness zusammen.
Die Koordinierungsstelle wird bei ausgewählten größeren bzw. komplexeren Vorha-
ben aktiv. Diese werden in Abstimmung mit der KölnBusiness identifiziert.
Notwendige Schritte
Der Beschluss zur Einrichtung der Koordinierungsstelle (personell und finanziell) in-
nerhalb der Stabsstelle Wirtschaftsförderung wurde bereits im Verwaltungsvor-
stand der Stadt Köln gefasst, so dass sich die Koordinierungsstelle im Aufbau befin-
det, die entsprechende Personalstellen jedoch noch nicht vollständig besetzt sind.
Die Koordinierungsstelle hat ihre Arbeit in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung be-
reits aufgenommen. Für die Auswahl der zu betreuenden Vorhaben werden zwischen
der Koordinierungsstelle und der KölnBusiness qualitative und quantitative Krite-
rien formuliert.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Erreichen der personellen Zielausstattung der Koordinierungsstelle
Kriterienkatalog zur Auswahl der Vorhaben an personelle Ressourcen anpassen
Etablierung der Koordinierungsstelle und Steuerung der beteiligten Verwaltungs-
stellen
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
46
Maßnahme 8 Handwerker- / Gewerbehöfe initiieren – Konzeptionelle Grundla-
gen einer kommunalen Betreibergesellschaft
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Gerade für kleine und mittlere Handwerksbetriebe, die auf die Nähe zu ihren Kunden
angewiesen sind, ist es eine große Herausforderung, geeignete und bezahlbare Ge-
werbeflächen im städtischen Raum zu finden, zumal das Handwerk (und andere klei-
nere Produktionsbetriebe) in der Regel nicht so zahlungskräftig ist wie die in innen-
stadtnahen Lagen angesiedelten Dienstleistungen. Dies ist nicht nur für die Unter-
nehmen problematisch. Eine drohende Verdrängung des Handwerks aus der Stadt
führt auch für deren Kundschaft zu höheren Kosten aufgrund der längeren Anfahrts-
wege bis hin zu Versorgungsproblemen bei haushaltsnahen Handwerksleistungen.
Handwerker-/Gewerbehöfe bieten kleinen und mittleren Betrieben die Möglichkeit ei-
nes innenstadt- und damit kundennahen Standortes. Kleinteilige Produktionsflächen
ermöglichen es, in attraktiver Lage in der Stadt präsent zu sein. Durch die Bereitstel-
lung einer entsprechenden Gebäudeinfrastruktur wird die Möglichkeit geschaffen,
auch mehrgeschossig zu produzieren und eine hohe Flächeneffizienz wird erreicht.
Nicht nur aufgrund der höheren Renditeaussichten anderer gewerblicher Nutzungen,
entsteht am Markt kein ausreichendes Angebot an Handwerker-/Gewerbehöfen die-
ser Art. Es fehlt zudem an Investoren, die als Bestandshalter Mietflächen für kleinere
Handwerks- und Produktionsbetriebe entwickeln. Eine kommunale Gesellschaft zur
Entwicklung und zum Betrieb von Handwerker- bzw. Gewerbehöfen kann einen Bei-
trag leisten, diese Angebotslücke zu schließen und trägt dazu bei, dass kleine und
mittlere Unternehmen sich in Köln innenstadtnah ansiedeln oder erweitern können.
Handwerker- und Gewerbehöfe können zudem in Gewerbegebieten, für die eine stär-
keren Mischung mit Handwerk, Dienstleistungen und Kreativwirtschaft angestrebt
wird, ein Modell zur Verankerung des produzierenden Gewerbes darstellen.
Beispiel: Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft mbH
(MGH)
Die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft mbH (MGH) ist
eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt München. Ziele
der Gesellschaft sind die Unterstützung und der Erhalt von kleinen und mittleren
Handwerksbetrieben sowie die Förderung von Existenzgründer*innen. Dazu baut
und betreibt die MGH Gewerbehöfe, in denen die Betriebe passende Räumlichkeiten
vorfinden.
Etwa 485 Betriebe sind derzeit in Münchner Gewerbehöfen auf insgesamt 106.000
m² Fläche eingemietet. Den überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen des
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
47
Handwerks und des produzierenden Gewerbes bietet die gestapelte Bauweise Vor-
teile wie eine hohe Deckenbelastbarkeit, Lastenaufzüge, breite Erschließungsflächen
im Gebäude und Anlieferzonen. Außerdem gehört zur MGH das Münchner Technolo-
giezentrum (MTZ), das junge Unternehmen und Existenzgründer*innen unterstützt.
Die MGH wurde 1981 durch die Stadt und die IHK sowie die HWK für München und
Oberbayern gegründet. Der erste Gewerbehof wurde 1983 als Pilotprojekt eröffnet.
Der Erfolg der Gewerbehöfe veranlasste den Stadtrat 1993 ein Gewerbehofpro-
gramm zu beschließen, das laufend fortgeschrieben wird und dessen Aufgabe es ist,
ein flächendeckendes Netz an Gewerbehöfen im Stadtgebiet aufzubauen. Die Finan-
zierung der Gewerbehöfe geschieht bei Investitionen insb. über den Haushalt der
Stadt München sowie die Wirtschaftsförderungspauschale. Darüber hinaus erhält die
MGH Einnahmen aus den Mietverträgen. Der Aufsichtsrat besteht aus Stadträtinnen
und Stadträten und den Geschäftsführern der IHK und HWK München und Oberbay-
ern. Den Vorsitz hat der Referent für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München. Das
Modell wurde von einigen Städten im In- und Ausland kopiert. Im Rahmen des EU-
Projekts EUGEN (Europäisches Gewerbehof-Netzwerk) wurden die Münchner Erfah-
rungen aufbereitet und europaweit „exportiert“.47
Notwendige Schritte
Für die Entwicklung und den Betrieb von Handwerker- bzw. Gewerbehöfen sind un-
terschiedliche Modelle denkbar. Zu klären sind Aspekte des Volumens und der kon-
kreten Ausrichtung ausgehend von der Bedarfslage, der Zuständigkeiten und des
Vorgehens bei der Entwicklung sowie der Organisations- und Finanzierungsstruktu-
ren. Hierfür wird in einem ersten Schritt in Federführung der KölnBusiness und der
Stabsstelle Wirtschaftsförderung ein Modell erarbeitet. Erster Schritt ist hierfür
eine Machbarkeitsuntersuchung. Es bietet sich an, zunächst ein Pilotprojekt zu initiie-
ren, anhand dessen getestet werden kann, wie das Angebot angenommen wird. Die
Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer sind hierbei wichtige
Partner.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Durchführung einer Machbarkeitsuntersuchung
Erarbeitung eines Finanzierungs- und Organisationsmodells
Schaffung einer geeigneten Rechtsform (z. B. städtische Gesellschaft)
Umsetzung eines Pilotprojektes
47 Siehe https://www.mgh-muc.de/
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
48
Maßnahme 9: Klimaschutz- und Klimaanpassung der Unternehmen unterstüt-
zen – Stärkung der Beratungsangebote
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Die Stadt Köln hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden.
Damit kommt auch auf die Gewerbe- und Industriegebiete ein großer Transformati-
onsprozess zu. Hinzu kommen die Anforderungen für die Anpassung an den Klima-
wandel. Diese muss auch in den Gebäuden und auf den Betriebsflächen der Unter-
nehmen umgesetzt werden. Um Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpas-
sung umsetzen zu können, benötigen Unternehmen Unterstützung. Mit der Förde-
rung von Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen im Rahmen des Projektes
„Grün hoch 3“ wurde in Köln bereits ein Anfang gemacht. Weitere Beratung und Un-
terstützung von Unternehmen ist jedoch notwendig. Entscheidend für die Erreichung
der Kölner Klimaziele ist neben den Beratungsangeboten auch die proaktive Anspra-
che von Unternehmen, um für die Ergreifung von Maßnahmen zu werben und gute
Beispiele aufzuzeigen.
Neben der Klimaanpassung (z. B. durch Retentionsflächen oder die Schaffung von
Grünflächen) und dem Klimaschutz (z. B. durch die Verwendung klimafreundlicher
Baustoffe oder die Nutzung regenerativer Energien) kann auch der Erhalt der Bio-
diversität durch die Schaffung von Habitatstrukturen in Gewerbegebieten erreicht
werden. Nicht zuletzt ergeben sich durch Maßnahmen für Klimaschutz und Klima-
wandelanpassung auch positive Effekte für die Aufenthaltsqualität in den Gewerbe-
und Industriegebieten.
Für die Beratungsangebote und die Umsetzung konkreter Maßnahmen durch Unter-
nehmen besteht in der gesamten Stadt Bedarf. Dennoch ist es auch als zentrales
Thema für die Weiterentwicklung einzelner Gebiete mitzudenken (siehe Maßnahme
10).
Notwendige Schritte
KölnBusiness, Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer sind
durch ihren direkten Kontakt zu den Unternehmen die zentralen Akteure für die Infor-
mation und Beratung zum Thema Klimaneutralität und Klimaanpassung und über-
nehmen diese Aufgabe zum Teil bereits. Sie sollten aufeinander abgestimmte Ange-
bote zur Information, Aktivierung und Beratung erarbeiten bzw. weiterentwickeln.
Die städtischen Vertreter*innen in den Landes- bzw. Bundesnetzwerken (z. B. Deut-
scher Städtetag) werden Bedarfe für entsprechende Landes- oder Bundesförderun-
gen aufzeigen.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Ergänzung von Informations-, Aktivierungs- und Beratungsangeboten
Kommunikation des Förderbedarfs gegenüber Land und Bund
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
49
Maßnahme 10: Gewerbe- und Industriegebiete weiterentwickeln –
Gebietsdialoge und gebietsbezogene Projekte
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Heutige Gewerbe- und Industriegebiete stehen vor der Herausforderung, den viel-
schichtigen Transformationsanforderungen durch Klimawandel, Digitalisierung, de-
mografischen Wandel und veränderte Produktionsbedingungen gerecht zu werden.
Die Ausgangssituation und die Bedarfe sind dabei von Gebiet zu Gebiet unterschied-
lich und können diverse Themen betreffen, z. B.
Klimaschutz- und Klimaanpassung,
Infrastruktur (insb. für Energie und Internet),
Mobilität und Erreichbarkeit,
Aufenthaltsqualität und städtebauliche Qualität,
Versorgungsmöglichkeiten und Angebote für die Mitarbeitenden.
Diese Bedarfe umfassen sowohl Maßnahmen der öffentlichen Hand als auch der Un-
ternehmen, wobei sich zum Teil Handlungsmöglichkeiten und Synergien durch die
Kooperation mehrerer Unternehmen eines Gebietes ergeben. Die Unternehmen in
den Gewerbegebieten sind vielerorts jedoch wenig vernetzt.
Vor diesem Hintergrund sollen mit den Gebietsdialogen die Unternehmen vor Ort so-
wie Zuständige der Verwaltung in den Dialog gebracht, vernetzt und Synergien geho-
ben werden. Ziel ist es, bestehende Gewerbegebiete kooperativ weiterzuentwickeln
und entsprechend den sich wandelnden Anforderungen der Unternehmen, ihrer Mit-
arbeitenden sowie weiterer Akteure zukunftsfähig zu gestalten.
Gebietsdialoge können ein Ausgangspunkt für die Aufwertung von Gebieten und die
Optimierung der Flächennutzung sein. Durch die Vernetzung der Unternehmen im
Gebiet werden unternehmensübergreifende Potenziale gehoben und die Profilierung
bestehender Gebiete gefördert. Die Identifikation mit dem Gebiet erhöht die erfolgrei-
che und motivierte Zusammenarbeit. Über Gebietsdialoge kann eine Zusammenar-
beit der Unternehmen zu verschiedenen Themen wie Versorgungsangebote, Kinder-
betreuung, Mobilitätsangebote, gemeinsame Flächennutzung oder Zwischennutzun-
gen initiiert werden. Gleichzeitig werden infrastrukturelle Bedarfe und Mängel im öf-
fentlichen Raum adressiert.
Welche Themen aufgegriffen und welche Projekte erarbeitet werden können, hängt
einerseits von den bestehenden Bedarfen in den Gebieten und andererseits von den
Interessen und der Bereitschaft der Unternehmen ab. Der Dialogprozess ist daher im
Einzelfall an die Begebenheiten anzupassen. Definierte Prozessbausteine (z. B. Ab-
lauf von Kick-off zur Vertiefung und Umsetzung, mögliche inhaltliche Impulse, Infor-
mations- und Gesprächsformate), die herangezogen werden können, bieten hierfür
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
50
eine Orientierung. Während in einzelnen Gebieten ggf. ein erstes Angebot zur Ver-
netzung bereits wesentliche Impulse setzen kann, werden in anderen Gebieten kon-
krete Projekte erarbeitet, die auf die Bedarfe zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung
einzahlen. Dies sind sowohl Projekte, die von den Unternehmen vor Ort umgesetzt
werden als auch solche der öffentlichen Hand. Im Ergebnis soll ein konkreter „Pro-
jektfahrplan“ vereinbart werden.
Beispiel: Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach Frankfurt
a.M.
Ziel des Pilotprojekts „Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach“ in
Frankfurt war es, einen Industrie- und Gewerbestandort im Sinne der Nachhaltigkeit
sozial weiterzuentwickeln und dadurch die Attraktivität des Standorts ganzheitlich zu
steigern. Das integrierte Vorhaben beinhaltete Maßnahmen im Bereich Soziales und
Vernetzung (z. B. Standortmarketing, Verbesserung der Nahversorgung), Ökonomie
(z. B. Erstellung eines Verkehrskonzeptes) und Ökologie (z. B. Grundstücksaufwer-
tung durch Begrünung, Energieeffizienz-Beratungskampagne). Unter der Federfüh-
rung der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH wurde in dem Pilotprojekt das städti-
sche Know-how mit dem der Akteure vor Ort verknüpft. Ein von der Wirtschaftsförde-
rung eingesetztes Standortmanagement koordinierte, moderierte und organisierte
alle laufenden Prozesse. Ein Teilprojekt war die Entwicklung eines Klimaschutzkon-
zeptes für das Gebiet.
Für die Laufzeit des gesamten Pilotprojektes (2016-2020) stellte die Stadt Frankfurt
Eigenmittel in Höhe von rd. 1,3 Mio. € zur Verfügung, von denen u.a. das Standort-
management und das Klimaschutzmanagement finanziert wurden. Darüber hinaus
standen Fördermittel aus dem Programm ExWoSt und aus dem Programm Nachhal-
tige Transformation urbaner Räume zur Verfügung. Aufgrund der erfolgreichen Arbeit
in den ersten fünf Jahren wurde die Verlängerung des Pilotprojektes beschlossen.48
Notwendige Schritte
Für die Gebietsdialoge werden von der KölnBusiness Prozessbausteine definiert,
die (Gesprächs)Formate, mögliche Themen sowie die Einbindung weiterer Dienst-
stellen skizzieren.
Auch wenn eine stärkere Vernetzung in allen Gebieten einen Mehrwert haben kann,
werden für die Dialogprozesse prioritär Gebiete ausgewählt, in denen ein deutlicher
Bedarf gesehen wird und gleichzeitig eine hohe Mitwirkungsbereitschaft der ansässi-
gen Unternehmen zu erwarten ist. Die Auswahl der Gebiete erfolgt durch die Köln-
Business in Abstimmung mit der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und dem Amt
für Stadtentwicklung und Statistik.
Die Umsetzungsschritte zusammengefasst:
Definition von möglichen Prozessbausteinen für die Gebietsdialoge
Auswahl von ersten Gebieten
Initiierung erster Gebietsdialoge
48 siehe https://frankfurter-osten.de/standort-projekt/
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
51
Maßnahme 11: Weiterführung der regionalen Zusammenarbeit – Vorhandene
Kooperationen nutzen
Handlungsfelder und Ziele
Fläche
Gewerbegebiet der Zukunft
Köln in der Region
Beschreibung
Durch eine aktive Zusammenarbeit mit der Region kann neben dem Informationsaus-
tausch auch ein gemeinsames regionales Vorgehen erreicht werden, so dass inter-
kommunale Konkurrenzsituationen um Wirtschaftsflächen abgebaut und Unterneh-
men in der Region gehalten werden können.
Die Stadt Köln arbeitet in unterschiedlichen Kontexten zu wirtschaftlichen Themen
wie der Infrastrukturentwicklung und Standortfaktoren mit der Region zusammen. Die
Metropolregion Rheinland stärkt die Region als Wirtschafts- und Investitionsstandort.
In den Umlandverbünden „Köln und rechtsrheinische Nachbarn“ (K&RN) sowie dem
linksrheinischen Stadt-Umland-Netzwerk (S.U.N.) werden Fragen einer abgestimm-
ten Wirtschaftsflächenentwicklung thematisiert. Verankert ist das Thema zudem im
Agglomerationskonzept und -programm und den Arbeitsgremien des Region
Köln/Bonn e.V.
Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung müssen Aspekte der regionalen Infra-
struktur – insbesondere hinsichtlich der Energiewende – zukünftig verstärkt betrach-
tet werden. Einerseits, da größere Infrastrukturprojekte Dritter, wie z. B. Wasserstoff-
pipelines, nicht nur einzelne Kommunen, sondern die gesamte Region und darüber
hinaus betreffen. Andererseits ermöglicht die Zusammenarbeit im Bereich des Infra-
strukturmanagements ein gemeinsames und abgestimmtes Auftreten gegenüber der
Bundes- und Landespolitik. Die Metropolregion Rheinland ist hierbei wichtiger Part-
ner.
Notwendige Schritte
Die regionale Zusammenarbeit soll weitergeführt und Aspekte regionaler Infrastruktur
dabei gestärkt werden. Hierfür werden die vorhandenen Netzwerke und Gremien ge-
nutzt.
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3 Ziel 4
Ziel1 Ziel 2 Ziel 3
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
52
Literaturverzeichnis
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2020): Nachhaltige Weiter-
entwicklung von Gewerbegebieten – Ergebnisbericht zum ExWoSt-For-
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chenstrategie für produktions- und handwerksgeprägte Branchen
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gemäß §25 Baugesetzbuch für die Gewerbe- und Industriekernzonen der Ka-
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Region Köln/Bonn e.V. (2019): Agglomerationskonzept
Region Köln/Bonn e.V. (2023): Agglomerationsprogramm Region KölnBonn
Region Köln/Bonn e.V. (2023): Interkommunale Wirtschaftsflächen – Praxishilfe für
die Region KölnBonn.
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wicklung von Gewerbegebieten.
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Stadt Köln (2022): Strategie Klimaneutrales Köln. Vorlage 2547/2022.
Stadt Köln (2023): Aktualisierung der Kurzfassung zum Gewerbe- und Industrieflä-
chengutachten von 2019. Mitteilung 3608/2023.
Stadt Köln (2024): Gewerbeflächenbereitstellungskonzept (GFBK); Stand
31.12.2023. Mitteilung 0493/2024.
Stadt Köln (2024): Entwicklung des Anordnungssolls der Gewerbesteuer und Bran-
chenaufteilung. Mitteilung 1959/2024.
Wissenschaftsladen (WILA) Bonn (2019): Gewerbegebiete im Klimawandel – Leit-
faden für Kommunen zur Klimavorsorge
Darüber hinaus wurden weitere Konzepte, Vorlagen und Studien ausgewertet.
Beschlussvorlage Rat
8475 Zeichen
Dezernat, Dienststelle IX/151/1 Vorlagen-Nummer 3989/2024 Freigabedatum 14.01.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft (StEK Wirtschaft) Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat der Stadt Köln nimmt das erarbeitete Stadtentwicklungskonzept für die produzie- rende Wirtschaft zur Kenntnis. 2. Die erarbeiteten Ziele des Stadtentwicklungskonzeptes für die produzierende Wirtschaft werden als handlungsleitend für die zukünftige Stadtentwicklung und für die Entwicklung von Wirtschaftsflächen beschlossen. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Maßnahmen umzusetzen und in den Ausschüssen regelmäßig zu berichten. Wirtschaftsausschuss 23.01.2025 Liegenschaftsausschuss 27.01.2025 Stadtentwicklungsausschuss 06.02.2025 Rat 13.02.2025 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Die Branchenfelder Industrie, Produktion, Handwerk und Logistik sind tragende Säulen der Kölner Wirtschaft. Sie erfüllen zentrale städtische Versorgungsfunktionen, sind wesentlich für das Funktionieren der Stadt und eine wichtige Basis der Gewerbesteuereinnahmen. Die ge- nannten Branchen fassen wir unter dem Begriff „produzierende Wirtschaft“ zusammen, wobei für das Konzept nicht deren trennscharfe Abgrenzung verfolgt wird, sondern allgemein Unter- nehmen im Fokus stehen, die auf Standorte in Gewerbe- und Industriegebieten angewiesen sind. Die Nachfrage nach solchen Gewerbe- und Industrieflächen übersteigt das vorhandene Flächenangebot deutlich. Zudem stehen die genannten Branchen in starker Flächenkonkur- renz zu anderen Nutzungen wie Wohnen, Dienstleistungen, Einzelhandel und Infrastrukturein- richtungen. Vor diesem Hintergrund beantwortet das StEK Wirtschaft die Fragen, wie mit der Knappheit von Gewerbe- und Industrieflächen umgegangen werden kann und wie angesichts bestehender Transformationsprozesse und den Herausforderungen des Klimawandels die Kölner Gewerbe- und Industriegebiete zukunftsfest weiterentwickelt werden können. Das StEK Wirtschaft setzt dabei an den Bedürfnissen der produzierenden Wirtschaft ebenso wie an den Zielen der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ und weiterer Konzepte und Gutachten (z. B. Köln Klimaneutral 2035) an. Prozess Die Erarbeitung erfolgte in einem intensiven Dialogprozess, der im Januar 2024 mit einer öf- fentlichen Veranstaltung sowie einer Auftaktveranstaltung für Stakeholder (Unternehmen, Ver- bände, Stadtverwaltung) begonnen hat. In Workshops mit den Stakeholdern wurden im ersten Halbjahr 2024 die bestehenden Herausforderungen, Ziele und Handlungsansätze für die Ent- wicklung der Kölner Gewerbe- und Industrieflächen diskutiert (siehe Vorlagennummer 1278/2024). Den Abschluss des Prozesses bildete die öffentliche Abschlussveranstaltung am 05.11.2024, in der die Inhalte, Ziele und Maßnahmen vorgestellt wurden. Inhalte des StEK Wirtschaft Das StEK Wirtschaft umfasst die Handlungsfelder „Fläche“, „Gewerbegebiet der Zukunft“ und „Köln in der Region“. Das Handlungsfeld „Fläche“ befasst sich mit Aspekten der Flächenver- fügbarkeit für Gewerbe und Industrie. Das Handlungsfeld „Gewerbegebiet der Zukunft“ unter- sucht die zukünftigen Bedarfe von ansässigen Unternehmen und wie bestehende Herausfor- derungen (wie z. B. der Klimawandel) in den Gebieten angegangen werden können. Im Hand- lungsfeld „Köln in der Region“ wird die Rolle, die Köln in der Wirtschaftsregion einnimmt, be- trachtet. Aufbauend auf dem Dialogprozess wird im StEK Wirtschaft ein Zielsystem formuliert, dessen Struktur in der folgenden Abbildung dargestellt ist: 3 Zur Erreichung der Ziele wurden elf Maßnahmen erarbeitet. Dabei handelt es sich um neue Maßnahmen sowie zum Teil um solche, die derzeit bereits umgesetzt werden. Die Maßnah- men sind überwiegend verwaltungsintern sowie in Zusammenarbeit mit der KölnBusiness und punktuell weiteren Partnern umzusetzen. 1 Gewerbe- und Industrieflächen sichern: Mit dem zu erarbeitenden Grundsatzbeschluss wird festgelegt, dass Gewerbe- und Industrieflächen bei Nutzungsaufgabe vorrangig eine ge- werbliche Nachnutzung erhalten. Darüber hinaus wird die Möglichkeit geprüft und geeignete Gebiete für die eine Vorkaufsrechtssatzung identifiziert. Durch diese wird die Nutzung durch produzierendes Gewerbe, Industrie, Handwerk und Logistik in den Gebieten gesichert. 2 Wissen über die Gebiete verbessern: Derzeit wird bereits eine Realnutzungsanalyse erar- beitet. Sie dient als fortschreibungsfähige Informationsgrundlage über die Nutzungsstruktur in den Gewerbe- und Industriegebieten und ist wichtige Grundlage für die räumliche Konkretisie- rung des StEK Wirtschaft. 3 Neue Flächen für Gewerbe aktivieren: Für die bestehenden Flächenpotenziale in Flä- chennutzungsplan und (aktuell in Neuaufstellung befindlichen) Regionalplan wird entspre- chend ihrer Eignung Planrecht geschaffen. Hierfür wird das Gewerbeflächenbereitstellungs- konzept zu einem strategischen Flächenprogramm weiterentwickelt, das Kriterien und Prioritä- ten für die Planrechtschaffung formuliert. 4 Bestehende Gebiete nachverdichten: Die Nachverdichtungspotenziale in bestehenden Gewerbe- und Industriegebieten werden identifiziert und hinsichtlich räumlicher Schwerpunkte analysiert. Es wird eine Strategie zur Aktivierung der Flächeneigentümer*innen erarbeitet. 5 Flächenpolitik vorausschauend lenken: Für die vorausschauende Flächenpolitik wird die Transparenz über den Bedarf und das Angebot an Flächen im Stadtgebiet gestärkt. Neben den Flächenreserven wird auch ein Monitoring der Flächenentwicklung bzw. -inanspruch- nahme einbezogen. Darüber hinaus werden die Steuerungsmöglichkeiten der Stadt Köln durch eine aktive Liegenschaftspolitik gestärkt. Hierfür wird eine langfristige Strategie für den Flächenerwerb erarbeitet. 6 Ansiedlung steuern: Über den Kriterienkatalog für die Vergabe städtischer Grundstücke in Gewerbegebieten steuert die Stadt Köln die Ansiedlung von Unternehmen. Der überarbeitete Katalog wurde im Oktober 2024 bereits vom Rat beschlossen. 4 7 Gewerbliche Neubauvorhaben lotsen: Um bei gewerblichen Neubauvorhaben die Abstim- mungsprozesse innerhalb der Verwaltung zu beschleunigen, wurde vom Verwaltungsvorstand beschlossen, eine Koordinierungsstelle für gewerbliche Großvorhaben bei der Stabsstelle Wirtschaftsförderung anzusiedeln. 8 Handwerker-/Gewerbehöfe initiieren: Mit Gewerbe-/Handwerkerhöfen werden innenstadt- nahe Flächen für Handwerksbetriebe und kleinere Produktionsbetriebe geschaffen. Es wird eine Machbarkeitsstudie für die Entwicklung und den Betrieb von Handwerker-/Gewerbehöfen erarbeitet und ein entsprechendes Pilotprojekt initiiert. 9 Klimaschutz und -anpassung der Unternehmen unterstützen: Die vorhandenen Bera- tungsangebote der Stadt Köln, KölnBusiness, IHK und Handwerkskammer werden weiterent- wickelt und ergänzt. 10 Gewerbe- und Industriegebiete weiterentwickeln: Die bestehenden Gewerbe- und In- dustriegebiete haben spezifische Herausforderungen mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit (z. B. in Bezug auf Klimaschutz/-anpassung, Anbindung, Energieinfrastruktur, städtebauliche Quali- täten). Um diesen zu begegnen werden Gebietsdialoge gestartet, in denen mit den Unterneh- men vor Ort Maßnahmen entwickelt werden. 11 Regionale Zusammenarbeit weiterführen: Die regionale Zusammenarbeit wird in den vorhandenen Netzwerken und Gremien (Metropolregion Rheinland, Köln und rechtsrheinische Nachbarn, linksrheinisches Stadt-Umland-Netzwerk S.U.N, Region Köln/Bonn e.V.) weiterge- führt. Aspekte regionaler Infrastruktur werden verstärkt thematisiert. Die Maßnahmen sind im Konzept genauer beschrieben (siehe Anlage S. 33-51). Dort werden jeweils die nächsten Schritte sowie die umsetzenden und zu beteiligenden Akteure genannt. Auswirkungen auf den Klimaschutz Im StEK Wirtschaft wird die klimaneutrale Gestaltung von Gewerbe- und Industriegebieten als Ziel formuliert. Mit Umsetzung der Maßnahmen entstehen positive Effekte durch die Beratung von Unternehmen zu Klimaschutzmaßnahmen (Maßnahme 9). Ebenso liegt bei der Weiterent- wicklung der Gewerbe- und Industriegebiete (Maßnahme 10) ein Fokus auf Aspekten des Kli- maschutzes. Anlagen Anlage 1 - Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
1110 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
IX/151/1
Vorlagen-Nummer
3989/2024
Stand: 16.09.2025
Sachstandsbericht
Stadtentwicklungskonzept für die produzierende Wirtschaft (StEK Wirtschaft)
Beschluss:
(An dieser Stelle w ird der vom Entscheidungsgremium gefasste Beschluss durch die
Schriftführung hinterlegt.)
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Für die im StEK Wirtschaft beschlossenen Maßnahmen wurden die notwendigen Umset-
zungsschritte konkretisiert und die jeweils federführenden und beteiligten Dienststellen identifi-
ziert. In einem Kick-Off Termin fand ein erster Austausch der Dienststellen zur anstehenden
Umsetzung statt. Die Maßnahmenumsetzung erfolgt jeweils durch die federführenden Dienst-
stellen. (Stand September 2025)
Nächste Schritte:
Die einzelnen Maßnahmen werden durch die federführenden Dienststellen weiter umgesetzt.
Ein weiterer Austausch der Dienststellen zum Umsetzungsstand ist geplant.
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
Es ist eine ca. jährliche Berichterstattung geplant. Der nächste Sachstandsbericht erfolgt
2026.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: ohne Votum behandelt
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3989/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 14.01.2025
- Erstellt
- 17.12.2024 09:26