0080/2025
Stadtbibliothek Köln: Aktivitäten und Planungen 2024/2025
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Anlage 1 STBK_Jahresbericht_24_25
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2024 / 2025 Anlage 1 Impressum: Redaktion, Konzeption: Stadtbibliothek Köln Druck: WIR DRUCKEN GmbH & Co. KG Bildnachweis, falls nicht anders angegeben: Stadtbibliothek Köln Stand: Januar 2025 Die Haltung bleibt dieselbe © Stadt Köln Guten Tag! Als neue Direktorin Ihrer Stadtbibliothek schließt sich für mich ein Kreis: In Köln habe ich studiert und hierher kehre ich nach Stationen in München, Karlsruhe, Würzburg und Essen zu- rück. Ein Traum erfüllt sich. Meine geschätzte Vorgängerin Dr. Hannelore Vogt hat ein nati- onal und international mehr als angesehenes Haus hinterlassen. Dafür danke ich ihr und werde ebenfalls mein Bestes geben. Bibliotheken sind demokratische Orte. Sie gehören der gesam- ten Stadtgesellschaft. Wir unterscheiden nicht; unsere Arbeit gilt allen Menschen in der Stadt. Wir wollen Ihnen ein besonderer Ort sein. Ein Ort, an dem Sie willkommen sind, sich begegnen können, Ihren Interessen nachgehen und sich sicher fühlen. Mit dem Übergangsquartier auf der Hohe Straße bieten wir Ih- nen eine „kleine Zentralbibliothek“ , solange das Haus am Josef- Haubrich-Hof saniert und für die Zukunft fit gemacht wird. Ob in der Zentralbibliothek, in den Stadtteilbibliotheken oder der Busbibliothek: Ich kann Ihnen versprechen, wir arbeiten auch in 2025 mit Hochdruck weiter daran, die Zukunft Ihrer Stadtbiblio- thek Köln im besten Sinne für Sie zu gestalten. Anja Flicker, Direktorin der Stadtbibliothek Köln Bye bye my love, mach et joot, bes zom nächste Mol Es ist passiert: Ende Juni 2024 öffneten wir ein letztes Mal die Türen unserer Zentralbibliothek am Josef-Haubrich-Hof. Ab dann startete die Generalsanierung. Doch vorher wollten wir der Zentral bibliothek, die uns in ihrem Gewand seit 1979 ein Zuhause ist, noch einmal Tribut zollen. Und wie hätte dies besser gelingen können, als mit all dem, was diese von Heinrich Böll eröffneten Kuben seither unter ihrem Flachdach beherbergten? Im Juni feierten wir mit verschiedenen Veranstaltungen die Freude am lebenslangen Lernen, am gesellschaftlichen Aus- tausch und an der Musik. Den Auftakt dazu machte die Ahl Kamelle-Band von „Loss mer singe“ . Frei nach dem Motto „Mer trecken öm me´m janze Inventar“ begeisterte die Band mit vielen musikalischen Perlen aus dem kölschen Liederschatz. Eric Pfeil nahm das Publikum mit nach Italien und las aus seinem Buch „Ciao Amore, Ciao“ von herzergreifenden Canzoni und unwiderstehlichen Ohrwürmern. Dabei erzählte er von der Zerrissenheit eines Landes zwischen Dolce Vita und undurch- dringlicher Bürokratie, von der Mafia und der Liebe. Fotos © Jörn Neumann Am letzten Samstag im Juni feierte die gesamte Zentralbibliothek mit allen Mitarbeiter*innen und Bürger*innen. Dabei zeigte sich wieder einmal, was die Stadtbibliothek Köln alles zu bieten hat. Vom Jahres-Brettspiel-Event, über Pen & Paper-Runden, szeni- sche Lesungen, offene Angeboten im Makerspace, Auftritt unseres Bibliotheks-Chors „Kanti“ , bis hin zu einer Live-Radioshow mit DJ-Sets war viel zu entdecken und zu erleben. Den finalen Abschluss machte Johannes Stankowski mit seiner Band am Sonntag. Mit handgemachter Kindermusik begab sich der Künstler samt 200 Kindern und Erwachsenen im Publikum auf eine musikalische Vagabundenreise. Im Erdgeschoss der Zentralbibliothek wurden indes in den letz- ten Wochen vor der Schließung mehrere Wände immer bunter. Zahlreiche Nutzer*innen hielten ihre persönlichen Anekdoten mit Stift auf Tapete fest: „Danke für die Bereitstellung soooo viel Wissens!“ , „Über 30 Jahre warst du mein Kraftort“ , „Kindheits- erinnerungen 1986–2024“ oder „Vielen Dank für viele entspannte Sonntage“ . Und auch wir sagen Danke an unsere Nutzer*innen der Zentralbibliothek, die unseren Bibliotheksalltag jeden Tag bereichert haben. © Jörn Neumann 300.000 Medien auf dem Weg ins Interim Auch beim Umzug der Zentralbibliotheksmedien in den Über - gangsstandort auf der Hohe Straße erlebten wir die großartige Unterstützung unserer Nutzer*innen. Durch die Kampagne #allyoucanread konnten die Kölner*innen bis zu 50 Medien ausleihen und uns dadurch das Kistenpacken erleichtern. Zum Schluss waren unglaubliche 53 % aller Medien der Zentralbibli- othek ausgeliehen. Beim Anblick von zahlreichen, glücklichen Leser*innen, die im Juni die Bibliothek mit Koffern zum Auslei- hen stürmten, war das jedoch nicht wirklich verwunderlich. Viele dieser Medien fanden im Laufe des Herbstes ihren Weg zurück in eine der Stadtteilbibliotheken. Seit November ist das Team der Zentralbibliothek in den Untergeschossen des Übergangsstand- ortes auf der Hohe Straße emsig beschäftigt, diese Medien in die Regale in den Untergeschossen des Ausweichquartiers zu sortie- ren. Nun blicken die Medienregale so ungeduldig wie wir auf den weiteren Baufortschritt. Leider wurden im Bauverlauf Mängel in der Gebäudestatik sicht- bar, die umfangreiche und aufwändige bauliche Maßnahmen zur Betonertüchtigung erfordern. Dies war zum Zeitpunkt der Planung noch nicht absehbar. Die geplante Eröffnung der ersten Stufe vor Weihnachten 2024 musste daher verschoben werden. Mit dem „Eckladen“ eröffnen wir die erste Stufe des Interims- quartiers. Dort sind unsere Kolleg*innen dann wieder zu regelmä- ßigen Öffnungszeiten für Sie da. Auch die Medien der Zentralbib- liothek sind dann wieder zur Ausleihe verfügbar – stehen jedoch noch in unterirdischen Lagerräumen, die nur für Mitarbeitende zugänglich sind. Nach Bestellung durch die Kund*innen werden die Medien vom Team aus den UGs geholt und im Eckladen zur Abholung bereitgestellt. Die kostenlose Bestellung kann vorab online oder direkt vor Ort bei den Mitarbeitenden erfolgen. In der zweiten Stufe der Öffnung sind dann drei Etagen für die Nutzer*innen frei zugänglich: der Eingangsbereich im EG, das Untergeschoss mit Medienbeständen und Funktionsbereichen sowie das 1. OG mit weiteren Medien, der Kinderbibliothek und dem kombinierten Café-, Lese- und Veranstaltungsbereich. Auch Kund*innen-Arbeitsplätze stehen mit Eröffnung der zweiten Stufe wieder zur Verfügung. Die dritte Stufe umfasst dann auch das 2. und 3. Obergeschoss. Mit der Eröffnung dieser Stufe ist der gesamte Übergangsstand- ort an der Hohe Straße für das Publikum zugänglich. So können wir Ihnen für die Übergangszeit eine „kleine Zentralbibliothek“ bieten. Nur zwei Sommermonate dauerte es, die Zentralbibliothek bis auf den letzten Regalboden zu leeren und für die Übergabe an den Generalunternehmer Züblin zur Sanierung vorzubereiten. Alle Regale, jedes Möbelstück, haufenweise Technik: Alles musste raus, auch alle Medien. Zwar haben wir mehrere Tausend Kisten und unzählige Regalmeter an Büchern, CDs, DVDs, Spielen und mehr verpackt – aber dass das so reibungslos funktioniert hat, haben wir auch unseren Nutzer*innen zu verdanken, die mehr als die Hälfte aller Medien ausgeliehen und uns so den Auszug entschieden erleichtert haben. Danke, liebe Kölner*innen! Seitdem läuft die Generalsanierung der Zentralbibliothek nach Plan. Sofort nach dem Auszug wurden Baustellenfläche und Bauzaun eingerichtet, gefolgt von Schadstoffsanierung und Entkernung. 2025 geht es weiter mit Rohbaumaßnahmen. Dann folgen die Instandsetzung der Betonbauteile, die Konstruktion der neuen Gebäudehülle, die Installation der Haustechnik und schlussendlich der Innenausbau. 11.000 Quadratmeter, besenrein 16 Jahre Hanne Vogt — wir verabschieden unsere leidenschaftliche Direktorin Zum 30. Juni beendete Dr. Hannelore Vogt ihre Tätigkeit als Direktorin der Stadtbibliothek Köln, die sie 2008 aufgenommen hatte. Unter ihrer Leitung entwickelten sich die Zentralbibliothek und die Stadtteilbibliotheken zu modernen Wissenszentren mit innovativen Programmangeboten, die Austausch, Experimentie- ren, Entdecken und Teilhabe fördern. In dieser Zeit wurde die Bib- liothek als „Bibliothek des Jahres 2015“ zur deutschlandweit bes- ten Bibliothek gekürt. Dass Hanne Vogt als Kulturmanagerin des Jahres ausgezeichnet wurde und mit der Karl-Preusker-Medaille die höchste Auszeichnung im deutschen Bibliothekswesen erhielt, war nur folgerichtig. Als international tätige Mentorin engagiert sie sich weiterhin für die Zukunft der Bibliotheken – zum Beispiel beim Weltverband IFLA (International Federation of Library Associations and Institu- tions) und der in Brüssel ansässigen NGO Public Libraries 2030, als Mit-Herausgeberin einer bibliothekarischen Fachzeitschrift sowie als Kulturbotschafterin bei Wikimedia. © Jörn Neumann Demokratiebildung — wir machen uns stark! Demokratie ist nicht selbstverständlich und demokratische Pro- zesse sind nicht selbsterklärend. Als Kölns besucherstärkste Bildungs- und Kultureinrichtung leistet die Stadtbibliothek mit ihren Programmen, Beständen und öffentlichen Räumen einen unverzichtbaren Beitrag zur politischen Meinungs- und Willens- bildung und zur Integration aller gesellschaftlichen Gruppen. Ein besonderer Fokus lag im vergangenen Jahr auf Buchpräsen- tationen und Diskussionen wie „Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst“ von Marcus Bensmann (CORRECTIV), „Die verwundbare Demokratie“ mit Maximilian Steinbeis und „75 Jahre Grundgesetz“ mit Gerhard Baum und Kübra Gümüşay. Dies wurde fl ankiert von Workshops mit Schulklassen und Erwach- senen zu Fake News und Recherche- und Medienkompetenzen, mit den Workshops „Kinder haben Recht/e“ als Kooperation mit LeseWelten e.V. und einem lokalen Jugendtheater, und „Rechts- populisten widersprechen“ in Zusammenarbeit mit der VHS. Für das Jahr 2025 sind viele weitere Veranstaltungen geplant, zum Beispiel zur Förderung des Demokratieverständnisses von Vor- und Grundschulkindern mit spielerischen Konzepten. Wundertüte sprachraum — unsere Präsenz am Josef-Haubrich-Hof Auch während der Sanierung hält die Stadtbibliothek Köln am Josef-Haubrich-Hof die Fahne hoch. Dort betreiben wir schon seit vielen Jahren mit dem sprachraum im Erdgeschoss des VHS- Gebäudes einen multifunktionalen Veranstaltungs- und Lernort. Seit dem 1. Juli wurde der Raum, der bisher primär als offener Lernort für Menschen unterschiedlichster Herkunft und als ein Treffpunkt für den interkulturellen Austausch genutzt wurde, pro- grammatisch ausgebaut und inhaltlich erweitert. Im sprachraum findet man aktuelle Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeit - schriften. Man kann arbeiten, lesen, WLAN und einige weitere Serviceangebote nutzen. Auch der neue KI-Kiosk hat hier seinen Platz, flankiert von Workshops und Programmen für Schulklas- sen. Von der E-Reader-Sprechstunde über die beliebte Veran- staltungsreihe Bücherbabys bis hin zu 3D-Drucker-Vorführun- gen kommen hier alle auf ihre Kosten. Auch das abendliche Kulturprogramm sowie die Sonntagsveranstaltungen werden hier durchgeführt. Die Stadtbibliothek Köln setzt sich damit mit anderen Akteuren am Platz für die kulturelle und gesellschaftliche Belebung des Josef-Haubrich-Hofs ein. Social Media-Kampagne #allyoucanbib Mit dem Auszug der Zentralbibliothek am Josef-Haubrich-Hof galt unser Augenmerk verstärkt der Arbeit und dem umfangreichen Angebot, welches in den elf Stadtteilbibliotheken sowie der Bus- bibliothek zur Verfügung steht. Mit der Social-Media-Kampagne #allyoucanbib entstanden gemeinsam mit einer Kölner Kreati- vagentur im Laufe des Sommers 2024 zwölf kurze Videos, die ganz bestimmte Facetten der Sanierung und des Umzugs, vor allem aber die weiteren Standorte der Stadtbibliothek in den Fokus rückten. In den Clips nehmen wir die Follower*innen auf Instagram, Facebook und Co. mit in die fantastische Welt der Kölner Veedelsbibliotheken, zeigen die Schwerpunkte im tägli- chen Angebot, besondere Workshop-Programme und Aktivitäten sowie kuriose und außerordentliche Räume und Architekturen. Denn jeder Standort ist so einzigartig wie die Kölner Veedel selbst. Von Juli bis Oktober durften sich unsere Follower*innen nahezu wöchentlich auf neue Einblicke in die Bibliotheksarbeit freuen und haben sicher so Lust auf Neues bekommen. Wundertüte sprachraum — unsere Präsenz am Josef-Haubrich-Hof Kulturveranstaltungen in der Bibliothek Aktuelle Diskurse und spannende Sachbuch-Neuerscheinungen stehen stets im Mittelpunkt des Kulturprogramms der Stadtbib- liothek Köln. 2024 lag der Fokus auf den Themen Feminismus und Antidiskriminierung. Julia Korbik erkundete mit „Schwestern“ die Macht des weiblichen Kollektivs als politisches Prinzip. Autorin Mirna Funk zeigte acht Theorien der jüdischen Ideengeschich- te auf. Damit eröffnete sie eine neue Perspektive auf politische Debatten, Streitkultur und Persönlichkeitsentwicklung, die wir aus dem jüdischen Leben für den Alltag ableiten und daraus ler- nen können. Dass wir die fehlenden Frauenrechte im Iran nicht aus dem Blick verlieren dürfen, zeigte berührend die Lesung „Im Namen Gottes – Die Unterdrückung der Frauen im Iran“ mit der Autorin Jasmin Taylor. Einen besonderen Kinoabend bescherte uns die Veranstaltung „We Will Not Fade Away / My ne zgasnemo“ mit dem Portrait von fünf Jugendlichen aus der Region Luhansk an der Kriegsfront zum Donbass in der Ukraine. Das anschließende Filmgespräch mit zwei der Protagonist*innen im Film war spannend und emotional zugleich. Für 2025 sind Veranstaltungen unter anderem zu Demo- kratie und Gesellschaftsstrukturen geplant. © Bozica Babic Eine multimediale Präsentation im Foyer — die ACHT BRÜCKEN-Installation „Feine Unterschiede“ war der Rahmentitel des 14. Kölner ACHT BRÜCKEN-Festivals, das vom 4. bis zum 12. Mai an unterschiedlichen Spielorten in der Kölner Innenstadt stattfand. In der Zentralbibliothek am Josef-Haubrich-Hof war dazu im V eranstaltungsbereich im Erdgeschoss eine ganz besondere und imposante Klanginstallation zu entdecken. Mit dem Ensemblewerk „Wald“ des Komponisten Enno Poppe waren auf lebensgroßen Videoscreens vier Streichquartette zu sehen. Violinen, B ratschen, Celli und Kontrabässe konnten so einzeln wahrgenommen oder als ganzes Orchester erlebbar werden: ein K onzert, als audiovisuelle und begehbare Installation insze- niert. Die Kooperation mit dem ACHT BRÜCKEN Festival fand in dieser Form bereits zum zweiten Mal statt. © Jörn Neumann Bereits zum 7. Mal fand in den Herbstferien unsere MINTköln – das MINT-Festival der Stadtbibliothek Köln – mit über 100 kosten- freien Veranstaltungen zu Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik statt. Das Schwerpunktthema „Farben“ zog sich dabei als roter Faden durch das Programm. So erforschte die verrückte Frau Professor Knallbumm gemeinsam mit den Kindern die große Welt der Farben. Auch alle anderen erwartete ein buntes Festival mit Workshops, Lesungen und Prä- sentationen. Das Themenspektrum reichte in diesem Jahr wie- der von der Arbeit mit Naturmaterialien und Programmieren mit farbigen LEDs über Experimente zu erneuerbaren Energien bis hin zu Entdeckung künstlicher Intelligenz. Den Abschluss bildete wie jedes Jahr der MINT-Aktionstag, der mit vielen Ständen zum Experimentieren und Selbermachen zahlreiche Besucher*innen in den sprachraum lockte. MINTköln 2024 — Entdecke, was Farben können „Mama, weißt du, ich hab gar keine Lust auf Schule. Können wir nochmal in diese Bibliothek gehen?“ Fynn, 7 Jahre, war beim MINT-Workshop „Tarnen, Warnen, Locken – Programmieren mit Scratch Jr. “ im sprachraum Die Archive präsentieren sich Die Projekte des Heinrich-Böll-Archiv und des Literatur-in- Köln-Archiv (LiK) waren 2024 geprägt von den Vorbereitungen der Generalsanierung der Zentralbibliothek und dem dadurch bedingten Auszug der Archivbestände in mehrere Außendepots. Auch das Arbeitszimmer Heinrich Bölls, das bislang im Ausstel- lungsbereich auf der 2. Etage präsentiert werden konnte, ist da- von betroffen. In Gänze wird es erst wieder nach der Sanierung in der Zentralbibliothek zu sehen sein. Im Interimsgebäude auf der Hohe Straße werden die Archive jedoch wieder mit kleineren Ausstellungen und Präsentationen sichtbar gemacht. Das Veranstaltungsprogramm musste nach dem Auszug vo- rübergehend in den sprachraum verlegt werden und wird im Interimsgebäude fortgesetzt. Auch 2024 konnten die Archive vielfältige Buchpräsentationen, Lesungen und Gespräche aus- richten. Zu Gast waren u.a. Nicole Seifert und Wiebke Porombka, die über die Autorinnen der Gruppe 47 sprachen. Markus Schwering stellte erfolgreich seine Kölner Literaturgeschichte im Gespräch mit Hajo Steinert und Gabriele Ewenz vor. Ferner gab es wieder eine Teilnahme an der „Poetica“ , dem Festival für Weltliteratur. Erfolgreich konnte auch die Poetik-Reihe „Anderland“ mit Marcel Beyer, Jan Drees, Birgit Kreipe, Ron Padgett, Steffen Popp, Monika Rinck und Jan Röhnert im Herbst und im Frühjahr stattfinden. Anne Storch stellte ihren neuesten Roman im Gespräch mit dem Kölner Autor Peter Rosenthal vor. Im Kontext der Heinrich-Böll-Preisverleihung an Kathrin Röggla erschien der 5. Band der Preisreden in der Schriftenreihe der beiden Archive. Im ersten Halbjahr konnten wir im Rahmen der Ausstellungsreihe „LiK im Fokus“ das Thema „Heinrich Böll und die Musik“ präsentieren. Kooperationen gab es u.a. mit dem Schauspiel Köln anlässlich des 50. Jubiläums von Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ , mit dem Literaturhaus Köln und der Buchhandlung Klaus Bittner. © Stadtbibliothek Köln/Heinrich-Böll-Archiv, Foto: Dörthe Boxberg NAO auf großer Mission Einblicke in neue Technologien und Entwicklungen liegen uns am Herzen. Das möchten wir auch unseren Besucher*innen zeigen. Daher war unser beliebter Roboter NAO 2024 für Groß und Klein im Einsatz und besuchte erstmalig alle Stadtteil- bibliotheken. Dort zeigte er allen Interessierten sein Können und machte so auch außerhalb der Innenstadt Furore. Dokumentiert wurden seine stets gut besuchten Ausflüge über Social Media, indem NAO humorvoll die Highlights der jeweili- gen Stadtteilbibliotheken hervorhob und Modell stand. Natür - lich wird NAO uns auch 2025 begleiten und unter anderem sein neues Zuhause auf der Hohe Straße erkunden. … und sie geht auch nicht mehr weg! Die Stadtbibliothek Köln begleitet diesen vielleicht wichtigsten Medienwandel unserer Zeit mit einer Vielzahl von Angeboten. Denn: Gerade jetzt ist es wichtig, nichtkommerzielle Kontaktflächen zwischen Mensch und Technologie herzustellen, damit wir diesen Entwicklungen gegenüber mündig bleiben. Für einen niedrigschwelligen Erstkontakt mit Bild- und Sprach- modellen wurde die KI-Station eingerichtet: Hier können Bürger*innen ganz ohne Voraussetzungen ausprobieren, was KI eigentlich kann und was nicht. Im didaktischen Bereich gehö- ren Schulveranstaltungen wie etwa das Modul „KI & Du“ zu den beliebten Angeboten. Schüler*innen lernen damit den Sinn und Unsinn von KI als Werkzeug kennen. Es geht jedoch auch um den gesellschaftlichen Diskurs. So sprachen wir mit Dr. Mercedes Bunz, Professorin für Digitale Kultur und Gesellschaft, über eine faire und demokratische KI: Wie können Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenwirken, um KI verantwortungsvoll zu gestalten? Alltäglich ist außerdem der Austausch mit anderen Bibliotheken im In- und Ausland, die mit fachlichem Interesse die Entwicklun- gen in Köln verfolgen. Künstliche Intelligenz ist angekommen … Der Elefant und drei Experten … … waren 2024 die Protagonisten bei der beliebten Programmreihe „Junges Buch für die Stadt“ . Die liebenswerte Geschichte vom Elefanten und seinem Malheur ist ein gelungenes Familien- projekt der Autor*innen Barbara und Dirk Schmidt. In der alljährlich vor den Sommerferien stattfindenden Aktionswoche drehte sich diesmal alles um eine ungewöhnliche Abenteuerge- schichte mit einem verknickten Rüssel und ganz großer Hilfe vieler Freunde. Gemeinsam mit dem Jungen Literaturhaus Köln, dem Kölner Stadt- Anzeiger sowie dem Kunstmann Verlag organisierten wir wieder lustige, szenische Lesungen, durchgeführt von der Schauspielerin Britta Weyers. „Kamfu mir helfen?“ fragten in der Woche die Flie- ge, die Giraffe, die Taube, der Wurm, das Nilpferd, die Katze und der traurige Tiger die Tierärztin Frau Dr. Dr. Felicitas Kippenpoot, die in ihrer mobilen Praxis durch die Stadtteilbibliotheken tour - te. Die Kinder waren mit Enthusiasmus dabei, kamen selbst als Arzthelfer*innen zum Einsatz und halfen mit musikalischer Unter- stützung dem Elefanten bei seiner Verletzung. © Jörn Neumann Nachhaltig mit dem E-Mobil durch Köln In Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz fährt die Stadtbiblio- thek Köln konsequent zweigleisig. Zum einen setzen wir eigene, sehr konkrete Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung um. Dazu haben wir den Diesel-Transporter, der zwischen den Bibliotheks- standorten verkehrt, durch ein Elektrofahrzeug ersetzt. Wenn man bedenkt, wie viel er unterwegs ist, ist das ein bedeutender Schritt. Auch ein Lasten-E-Bike wurde angeschafft, um kleinere Transporte emissionsarm zu erledigen. Nicht zuletzt wird die Sanierung der Zentralbibliothek immense energetische Einspa- rungen mit sich bringen. Zum anderen ist die Stadtbibliothek als wichtige gesellschaft- liche Multiplikatorin natürlich auch Wissensvermittlerin und Vernetzerin. Wir wollen Bewusstsein schaffen! So zog 2024 u. a. unser großes Projekt Floating Green, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde, durch die Stadtteilbibliotheken: mit vielen Informationen und Veranstaltungen rund um den Klimaschutz. Das Projekt Floating Green wurde gefördert vom Die Musikbibliothek präsentiert ihr breites Angebot Viel Musik in Nippes Musikalische Angebote fi nden auch während der Umzugspha- se der Zentralbibliothek statt. So haben der beliebte Flügel aus der Musikbibliothek und der Chor „Kanti“ vorübergehend in der Stadtteilbibliothek Nippes eine neue Heimat gefunden und bieten dort auch weiterhin die Möglichkeit, alleine oder in der Gruppe zu musizieren. Ein neues Highlight für alle Musikbegeis- terten: Die „Musik am Nachmittag“ mit einem offenen Klavier- spiel! Einmal im Monat kann einer/m Musiker*in beim Spielen am Flügel gelauscht werden. Einfach vorbeikommen, Platz nehmen – oder währenddessen in den Regalen stöbern – und genießen. Instrumentenausleihe boomt Apropos Instrumente: Unser Angebot, Musikinstrumente aus- zuleihen, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Zusätzliche analoge und digitale Instrumente ergänzen daher nun den Bestand und machen die Auswahl noch vielfältiger. Ob Anfänger*innen oder Fortgeschrittene, Neugierige oder Experimentierfreudige – bei uns fi nden alle das passende Instrument. Musikveranstaltungen für alle Unterschiedlichste Veranstaltungen bieten einen niedrig- schwelligen Einstieg in die Welt der Musik. Noten, Tonleitern, Vorzeichen und Notenwerte, all das wird in einem Workshop für Einsteiger*innen anschaulich vermittelt. Und wer sich für Streich- instrumente interessiert, bekommt erste Tipps zum richtigen Umgang mit diesen. Die erfolgreichen Kooperationen mit der Kölner Philharmonie und der Oper Köln wurden fortgesetzt und boten die Möglichkeit, in Verbindung mit einem vorangestellten Einführungsworkshop oder Einführungsgespräch Konzerte und Opernaufführungen zu erleben. Ausblick: Weitere Workshops sind in Planung, um auch schon den Kleinsten ein musikalisches Grundverständnis zu vermitteln – mit viel Spaß und Musik. Neu gestaltete Kinder- und Jugendbibliothek in Porz Gleich zum Jahresbeginn durfte die Stadtteilbibliothek Porz ihre neu renovierte Kinderbibliothek einweihen. Beim „Tag der offe- nen Treppe“ waren alle herzlich willkommen, sich die Neuerungen der südwestlichsten Stadtteilbibliothek Kölns bei einer digitalen Schnitzeljagd genauer anzusehen. Unterstützt durch Fördermittel des Landes NRW ist in Porz ein Wohlfühl- und Begegnungsort für Kinder, Jugendliche und Familien entstanden: ein neuer Bodenbelag, farblich gestaltete Zonen für unterschiedliche Altersgruppen, Kreativbereiche, gemütliche Sitzmöbel und zahl- reiche Arbeitsplätze für Schüler*innen geben Entfaltungsraum – ob zum Lernen, zum kreativen Ausleben oder zur Unterhaltung. Die neue Kinder- und Jugendbibliothek ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem attraktiven Zentrum für alle Porzer*innen. Dabei spielen vor allem Aufenthaltsqualität, Wissensvermittlung, Kommunikation und Begegnung eine wichtige Rolle. Die Modernisierung des Kinder- und Jugendbereichs der Stadtteilbibliothek Köln-Porz wurde gefördert vom Neu gestaltete Kinder- und Jugendbibliothek in Porz Porzer*innen gestalten queere Medienkunst Im Zuge des Workshops „(Re)Präsentier dich – Queere Medien- kunst gestalten“ , in Kooperation mit dem lokalen Jugendtheater ImPuls sowie dem Anyway in Köln, ist in der Stadtteilbibliothek Porz eine besondere Fotoserie entstanden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben in einer Brain- storming-Phase erarbeitet, wie sie sich ausdrücken wollen, und haben am Ende eine siebenteilige Fotoserie erstellt, die groß- formatig die Bibliothek als Raum eingenommen und geprägt hat. Sie wurde von den Teilnehmenden „RegenbogenLeben“ getauft. Besonders gefreut hat uns, dass die Bilder mit Hilfe von mitgebrachten Kleidungstücken und mit Gegenständen, Mobi- liar und Deko aus der Bibliothek entstanden sind. Da sieht man mal, wie bunt wir wirklich sind. Dank der Förderung der städtischen LSBTI-Stelle, für die sich das Jugendtheater beworben hatte, konnten die Bilder groß auf- gezogen gedruckt und in der Porzer Bibliothek einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. An dem Wochenende, an dem wir uns – vorübergehend – mit der Zentralbibliothek vom Josef-Haubrich-Hof verabschiedeten, feierte auch unser Förderverein ein rundes Jubiläum. Seit dem 29. Juni 2004 engagiert sich der Förderverein Stadtbibliothek Köln e.V. vielfältig im Bereich der Sprach- und Leseförderung. Der Verein und seine Mitglieder unter den Vorsitzenden Anton Bausinger und Annette Imhoff unterstützen die Arbeit der Stadt- bibliothek mit innovativen Projekten, vor allem bei der Schaffung und Transformation neuer öffentlicher Räume. Mit den einmaligen minibibs hat der Verein überregional beachtete bauliche Klein- ode konzeptionell gestaltet und umgesetzt. Mit ihrer Originali- tät, ihrem Charme und dem freien Zugang ohne jede Bürokratie ergänzt das Konzept der minibib die professionelle Arbeit der Stadtbibliothek. 2023 hat sich der Förderverein mit einer Petition für die Sanierung anstelle eines Abrisses der Zentralbibliothek am Josef-Haubrich- Hof stark gemacht und damit eine breite Öffentlichkeit in der Stadtgesellschaft erreicht. 20 Jahre Förderverein © Jörn Neumann Online-Anmeldung mit der BundID Dauermitglied werden ohne die Bibliothek aufsuchen zu müssen: Passend zu den vielfältigen von zu Hause aus nutzbaren Digital- Angeboten kann jetzt auch der Bibliotheksausweis online bean- tragt werden. Ein neues, mit dem System der BundID verknüpftes Anmeldeformular ermöglicht eine automatische Authentisierung der eingegebenen persönlichen Daten. Mit der nach Bearbeitung durch den Kundenservice per E-Mail verschickten Online- Kennung können E-Medien und Datenbanken sofort genutzt werden, auf Wunsch wird der zugehörige Bibliotheksausweis auch per Post verschickt. 2025 soll diese komfortable Möglichkeit auch für Neumitglieder mit Ermäßigungsanspruch eingerichtet werden. Wir sind T eil der städtischen Recruiting-Kampagne „Mach Köln! Deine Stadt. Dein Job“ ist die groß angelegte Recruiting-Kampagne der Stadt und beweist mit persönlichen Portraits, dass rund 22.000 Kolleg*innen die Stadt schöner, stärker, lebenswerter und bunter machen. Bodo Pohla erzählte stellvertretend für das Team aus seiner Arbeit als Leiter einer Stadtteilbibliothek. Es entstanden ein Youtube- sowie ein kürzeres Socia-Media-Video und Foto- material für Plakate bis hin zu City Lights. Ihr dürft gespannt auf die Ergebnisse sein und wir hoffen, dass wir so bei jungen Menschen Lust auf die Arbeit als Bibliothekar*in oder FaMI wecken können. Deutschlands Bibliotheksleitungen treffen sich in Köln Auch wenn die Zentrale sanierungsbedingt geschlossen hat – die Stadtbibliothek Köln ist immer eine Reise wert! Dies fanden auch die 20 Direktor*innen der größten deutschen Öffentlichen Bibliothe- ken – auch Zürich und Wien waren vertreten – und veranstalteten ihre Herbsttagung in Köln. Unter anderem wurden Zukunftsstrate- gien und die wichtige Rolle von Bibliotheken bei der Stadtentwick- lung diskutiert – die Stadtteilbibliothek Kalk und unser umfangrei- ches Programmangebot dienten hier als anschauliches Beispiel. Natürlich wurde auch das Sanierungs-Interim in der Hohe Straße besichtigt, um zu sehen, wie es für den Bibliotheksbetrieb vorbe- reitet wird. Anja Flicker, die für die Stadtbibliothek Essen teilnahm, erhielt gleichzeitig die schöne Nachricht, dass sie ab 1. Januar 2025 Direktorin der Stadtbibliothek Köln sein wird. So konnte sie ihren Köln-Besuch bereits mit ersten Gesprächen verbinden und sich direkt im Ausschuss für Kunst und Kultur vorstellen. © Stadt Köln Zahlen, Daten, Fakten Das Bibliothekssystem Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek, Musikbibliothek, Makerspace, MINTspace, sprachraum, Heinrich-Böll-Archiv, Literatur-in-Köln-Archiv (LiK), Blindenhörbibliothek, Bibliothek Germania Judaica e.V. (seit 01.07.2024 wegen Sanierung geschlossen) Stadtteilbibliotheken 11 Stadtteilbibliotheken und die minibib in Chorweiler (Die Stadtteilbibliothek Sülz ist zurzeit aufgrund einer Sanierung des Gebäudes geschlossen) Busbibliothek 18 Haltestellen Veranstaltungen Trotz der Zentralbibliotheks-Schließung konnten 2024 im gesamten Bibliothekssystem 2143 Veranstaltungen angeboten werden. Drittmittel Für das Jahr 2024 wurden 398.438,38 Euro an Drittmitteln akquiriert. Die Ausleihrenner 2024 Belletristik Caroline Wahl: 22 Bahnen Sachbuch Anne Fleck: Energy! Kinderbuch Margit Auer: Der Gurkenschurke (Die Schule der magischen Tiere ermittelt, Bd. 5) Hörbuch Elke Heidenreich liest live Frau Dr. Moormann & ich Film Barbie Kinderfilm Paw Patrol - der Mighty Kinofilm Musik-CD Taylor Swift: 1989 - Taylors Version Social Media Instagram 6443 Follower*innen (+866) Facebook 7400 (+/-0) Mastodon (seit März 2023) 844 (+120) Bluesky (seit Oktober 2023) 478 (+253) Team Stellen 158,5 Beschäftigte 246 (davon 46 Aushilfskräfte für samstags und sonntags) Ehrenamtliche 205 © Jörn Neumann
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/43 Vorlagen-Nummer 20.01.2025 0080/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 04.02.2025 Stadtbibliothek Köln: Aktivitäten und Planungen 2024/2025 Der Ausschuss Kunst und Kultur soll über die wesentlichen Planungen für 2025 und die Aktivi- täten der Stadtbibliothek Köln in 2024 informiert werden. Die Übersicht wird den Mitgliedern des Ausschusses Kunst und Kultur als Infobroschüre über den Verteiler sowie in der Sitzung zur Verfügung gestellt. Die neue Direktorin, Anja Flicker, wird dem Ausschuss einen kompakten visualisierten Über- blick - insbesondere über die Planungen - geben. Gez. Charles
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 0080/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.01.2025
- Erstellt
- 08.01.2025 17:16