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Monitoringbericht 2020: allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs, bildungsstatistische Analysen und kommunale Steuerungsansätze
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Übersicht Maßnahmen Integration in erfolgreichen Bildungsverlauf
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Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Angebote und Maßnahmen, mit denen die Stadt, Land und private Träger die (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf unterstützen. Alle Angebote enthalten auch Elemente eines Coachings: Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Schulamt für die Stadt Köln Konzept zur Schulpflichtüberwa- chung u.a. „Dokumentationsbogen Schulabsentismus“ für weiterführende Schulen: dokumentiert erfolgte Schritte und Maßnahmen NEIS_ Regionales Bil- dungsbüro Praxisleitfaden zur Intervention bei Schulabsentismus Mit diesem Praxisleitfaden erhalten Pädagogen und Pädagoginnen in Schule und Jugendhilfe eine Über- sicht der aktuell gültigen Verfahren zur Intervention bei Schulabsentismus sowie Zugang zu den Unterla- gen – als erste Hilfe und als verlässliche Grundlage für gemeinsames Handeln. Schulpsychologischer Dienst der Stadt Köln Beratung Einzelfallberatungen für SchülerInnen und Eltern, wie auch Qualifizierungen für Schulleitungen und Leh- rerInnen, um das System Schule im Umgang mit dem Phänomen „Schulverweigerung“ zu beraten und zu stärken. Amt für Schulentwick- lung Schulsozialarbeit Schulsozialarbeit an Schulen aller Schulformen sprechen präventiv und intervenierend Schüler und Schülerinnen an, die nach der Einwanderung in den Unterricht integriert werden, sich der Teilnahme zeitweise entziehen und/ oder abbruchgefährdet sind. 95 Stellen an Grundschulen bei freien Trägern der Jugendhilfe 69 Stellen bei der Stadt Köln an weiterführenden Schulen und Förderschulen Ca. 41 Stellen beim Land an Hauptschulen Gesamtschulen und Berufskollegs 16 Stellen beim Land im „Multiprofessionellen Team zur Integration durch Bildung für neu zuge- wanderte Schülerinnen und Schüler“ Amt für Kinder Jugend und Familie der Stadt Köln und Kölner Schu- len Kooperations- und Kinder- schutzvereinbarung zwischen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln und den Kölner Schulen im jeweiligen Stadtbezirk, um Abläufe der Verfahren im Rahmen des Kin- derschutzes zu regeln. Die Vereinbarung hat zum Ziel, ein gemeinsames fachliches Verständnis zur Erfüllung der Aufgaben be- zogen auf Kinder und Jugendliche in schwierigen Bildungs- und Lebenssituationen zu entwickeln. Die Vereinbarung beschreibt konkret und transparent die Aufgaben von Jugendamt und Schule im Einzelfall und insbesondere hinsichtlich der Verfahren im Rahmen des Kinderschutzes. Auch Schulversäumnisse können ein Hinweis auf einen Beratungs- oder Hilfebedarf von Kindern und ihren Eltern sein, unter bestimmten Umständen können sie auch ein Hinweis auf eine Kindeswohlgefähr- dung sein. Schule und Jugendamt schreiben in der Vereinbarung verbindliche Handlungsabläufe in die- sen Fällen in der jeweiligen Institution und in der Kooperation miteinander fest. Der Vereinbarungstext wurde gemeinsam von Vertreter/innen des Jugendamtes und der Schule aktuali- siert und im Herbst 2018 allen Akteuren zugänglich gemacht. Gesundheitsamt der Stadt Köln „Kinder- und Jugendpsychiatri- sche Beratungsstelle-KJP“ Therapeutisch ausgerichtetes Beratungs- und Coachingangebot mit dem Ziel, über Vermittlung in statio- näre oder ambulante Therapie oder in sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) langfristig Lern - und Schulfähigkeit wieder herzustellen. Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 2 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln in Kooperation mit der Fachstelle für Gewalt- prävention des Arbei- terwohlfahrt Kreisver- bandes Köln e.V. und dem Jobcenter Köln Einzelcoaching für Jugendliche, die aus den Regelsystemen von Schule wie auch von SGB II, III und VIII herausfallen – „entkoppelte oder von Entkoppelung bedrohte Jugendliche“ Seit dem 01.03.2017 sind jedem Stadtbezirk zwei Streetworker*innen als verbindliches Tandem zuge- ordnet: 1 Koordinationsstelle Streetwork bei der Stadt Köln 8 Streetworkstellen bei der Stadt Köln; 10 Streetworkstellen bei der Arbeiterwohlfahrt im Kreisverband Köln e.V. Amt für Kinder, Jugend und Familie in Koope- ration mit dem Schul- amt für die Stadt Köln und verschiedenen Trägern der freien Ju- gendhilfe Schulmüdeneinrichtungen: ämterübergreifend abgestimmtes Verfahren zum Wechsel von sog. „schulmüden“ Jugendlichen im vor- letzten oder letzten Schulbesuchsjahr an einen „außerschulischem Lernort“, um dort den Erwerb des Hauptschulabschlusses unter veränderten Bedingungen zu ermöglichen. „Schulmüdenprojekte“ sind gemeinsame Angebote des Amtes für Kinder, Jugend und Familie und des Schulamtes der Stadt Köln in Beteiligung von Trägern der freien Jugendhilfe. Sie richten sich an schulpflichtige Schülerinnen und Schüler, die in der Regelschule nicht mehr erreicht werden und dort keine Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss haben. Es handelt sich um ein ämterübergreifend ab- gestimmtes Verfahren zum Wechsel von sog. „schulmüden“ Jugendlichen in den beiden letzten Schul- besuchsjahren an einen „außerschulischem Lernort“, um dort den Erwerb des Hauptschulabschlusses unter veränderten Bedingungen zu ermöglichen. Neben der Verbesserung der Schulfähigkeit zielen die Projekte auf die persönliche Stabilisierung der Jugendlichen und der Vermittlung berufsorientierender Grundlagen und berufspraktischer Fertigkeiten ab. Die Projekte werden von Jugendwerkeinrichtungen und außerschulischen Lernorten in Kooperation mit Hauptschulen, einer Gesamtschule und Förderschulen umgesetzt und beinhalten neben der intensiven sozialpädagogischen Begleitung einen werkpraktischen und einen schulischen Teil, der die Schulpflicht erfüllt. Der Unterricht wird von Lehrkräften der jeweiligen Kooperationsschulen erteilt. Die Werkpraxis vermitteln Werkanleiterinnen und Werkanleiter aus den jeweiligen Gewerken. Bei entsprechender schulischer Vo- raussetzung und erfolgreicher Teilnahme am Unterricht und an der Werkpraxis erhalten die Teilnehme- rinnen und Teilnehmer zu Projektende den Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Jugendwerkstatt Mülheim, Jugend- hilfe Köln e.V. Jugendwerkstatt Stegerwaldsied- lung, Internationa- ler Bund Jugendwerkstatt Kalk, Jugendhilfe Köln e.V. MotiviaWerkstatt- Schule/InVia e.V. Handwerkerinnen- haus Köln Jugendwerkeinrichtungen Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 3 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf Amt für Kinder, Jugend und Familie in Koope- ration mit verschiede- nen Trägern der freien Jugendhilfe Jugendwerkstatt Mülheim, Ju- gendhilfe Köln e.V. Jugendwerkeinrichtungen sind gemeinsame Angebote des Amtes für Kinder, Jugend und Familie und Trägern der freien Jugendhilfe. Sie richten sich an berufsschulpflichtige Jugendliche, die die Regelschul- pflicht erfüllt haben, noch nicht ausbildungsreif sind und/ oder bisher noch keinen Schula bschluss er- reicht haben. Neben der Verbesserung der Berufsorientierung und Ausbildungsreife durch praktischen Unterricht in verschiedenen Gewerken zielen die Projekte auf die persönliche Stabilisierung der Jugendlichen ab. Die Berufsschulpflicht wird durch den Besuch eines entsprechenden Berufskollegs erfüllt. Dort kann der Hauptschulabschluss erreicht werden. Einige Jugendwerkeinrichtungen führen in ihren Häusern auch sogenannten Schulmüdenprojekte (s.o.) oder andere flankierende Angebote zur Intervention und Prävention von Schulverweigerung (z.B. JWK Klettenberg Weggefährten, Schule XXL) durch. Jugendwerkstatt Stegerwald- siedlung, Internationaler Bund Jugendwerkstatt Kalk, Jugend- hilfe Köln e.V. Jugendwerkstatt Ehrenfeld, Ju- gendhilfe Köln e.V. Jugendwerkstatt Klettenberg, JWK gGmbH - Jugendwerk Köln Jugendwerkstatt Krefelder Straße, Drogenhilfe Köln gGmbH Jugendwerkstatt Porz, Jobwerk Porz gGmbH Jugendwerkstatt Chorweiler, Ju- gendfreizeitwerk Köln e.V. Jugendwerkstatt Nippes, Netz- werk e.V. Amt für Kinder, Jugend und Familie ggfls. in Kooperation mit ver- schiedenen Trägern der freien Jugendhilfe Jugendberatungsstellen 1) Clearingstelle für sog. schulmüde Jugendliche, Schulmüdenberatung und Vermittlung in Projekte, Beratung im Übergang Schule-Beruf linksrheinisch, 2) Beratung und Begleitung im Übergang Schule-Beruf 3) Schulmüdenberatung und Vermittlung in Projekte, Beratung im Übergang Schule-Beruf rechtsrheinisch Jugendberatungsstelle für Ar- beits- und Berufsfragen, Stadt Köln Jugendberatungsstelle Coach e. V. Jugendberatungsstelle "Kumm Erinn"/ Sozialpädagogische Be- ratungsstelle für Berufsanfän- ger, Internationaler Bund Kooperation der Bun- desagentur für Arbeit, dem Jobcenter Köln, dem Amt für Kinder, Kompetenzagenturen Beratung und Begleitung im Übergang Schule-Beruf Vermittlung in Angebote des Jobcenters Kompetenzagentur Mülheim, Ju- gendhilfe Köln e.V. (gefördert durch ESF-Mittel) Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 4 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf Jugend und Familie und verschiedenen Trägern der freien Ju- gendhilfe Kompetenzagentur Ost, Interna- tionaler Bund Kompetenzagentur Rodenkri- chen, Jugendhilfe Köln e.V.; - plus Zweigstelle Meschenich, Jugendhilfe Köln e.V. Kompetenzagentur Innenstadt, IN VIA Träger der freien JH; Träger der beruflichen Weiterbildung; Stiftun- gen in unterschiedli- chen Kooperationen und Finanzierungen Projekte – tw.verstetigt Beratung und Betreuung im Übergang Schule – Beruf Unterstützung bei der Berufswahl, Vermittlung in die Arbeitswelt Berufsorientierung an Förder-, Haupt- und Gesamtschulen in Köln (für SuS mit Migrationshinter- grund) Berufsorientierung für lernschwache Schüler*innen und Geflüchtete Berufswahlvorbereitung mit Theaterprojekt Berufsorientierung bei gefährdetem Schulabschluss Seeberger Treff Chorweiler, Dia- konie Michaelshoven Joblinge gAG Rheinland BO-Projekte: "Kooperationsma- nagement Schule-Wirtschaft", "job future 4.0", ConAction e.V. Berufschance, Eigenart e.V. "Der Weg in eine sichere Zu- kunft", Planet Kultur e.V. Präventionsprojekt GS Hol- weide, Internationaler Bund Regelangebote in unterschiedlichen Kooperationen und Fi- nanzierungen Regelangebote für arbeitslose Jugendliche mit Migrationshin- tergrund Lernförderung und Unterstützung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beim Übergang in Ausbil- dung Coach e. V. Ehrenfeld und Hö- henberg OT Pegasus, Chorweiler Runder Tisch Buchforst Jugendberatungsstelle Media- park Rom e.V. in Kooperation mit der Stadt und dem Schul- amt für die Stadt Köln „Amaro Ker“ „Amen Ushta“ Angle Dikhas, seit 2020 in der Regelförderung Integration von Kindern und Jugendlichen aus Romafamilien in schulische Regelsysteme Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 5 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf Apeiros e.V. Hilfestellungen für jugendliche Schulverweigerer Digitale Erfassung von Fehlzeiten; Einzelfallhilfe Der aktuelle Stand ist zur Zeit unklar Amt für Schulentwick- lung Bildungsberatung Schullaufbahnberatung im Übergang zur Sekundarstufe II, zu Bildungsgängen der Berufskollegs und zum Nachholen von Schulabschlüssen, für Schüler*innen und Eltern, für Lehrkräfte und andere Bera- tende, um Abbrüche zu vermeiden. Landesprogramm für junge Geflüchtete: Durchstarten in Ausbildung und Arbeit – Aktueller Sachstand zum Programm: https://www.ki-koeln.de/projekte/durchstarten/ „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ richtet sich an junge Menschen – im Alter von 18 – 27 Jahren, – mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung, – die keinen oder einen nur eingeschränkten Zugang zu Integrationskursen und Angeboten der Arbeitsförderung habe n. Die Teilnehmenden werden dabei unterstützt, ihre Kompeten- zen zu erkennen, weiterzuentwickeln und somit ihre Chancen auf eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Maßnahmen im Baustein ‚Jobcoaching‘: Niederschwellige, individuelle Beratung und Betreuung der Teilnehmenden für Teilhabe am Arbeitsmarkt. Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Caritasverband für die Stadt Köln e.V. Bickendorf / Mesche- nich (Ehrenfeld) Berufliche Orientierung und Perspektiventwick- lung Unterstützung im Bewer- bungsverfahren, Nachbe- treuung Individuelles Coaching systemische Beratung Empowerment Anbindung an Projekt Chance+ Beratungssprachen: Deutsch, Kurdisch, Arabisch Ceno & Die Paten e.V. Bezirk Innenstadt, an- sässig in Deutz Coaching und Unterstützung bei Bewerbungen und im Be- werbungsprozess durch systemische Beratung/Coaching Einzelfallarbeit sowie Gruppenangebote zur Förderung persönlicher Kompetenzen 1:1 Begleitung durch Ausbildungspatenschaft, zusätzlich zum hauptamtlichen Coaching Nutzung der Ressourcen von Ehrenamtlichen Beratungssprachen: Deutsch, Türkisch, Englisch Persisch Übersetzung auf Anfrage möglich Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 6 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf Hauptamtliche sowie ehren- amtliche Ausbildungspatinnen und –paten. Internationaler Bund Rolshover Str. 87-91, 51105 Köln (Kalk) und Siegburger Str. 215, 50679 Köln (Deutz) Coaching geduldeter Flücht- linge im Alter von 18-27 Jah- ren zur beruflichen Orientie- rung, Aktivierung und Motivie- rung mit dem Ziel der Vermitt- lung in Ausbildung oder Arbeit Erkennung, Entwicklung, Förderung von Schlüssel-Kompetenzen, wie persönlichen, sozialen, beruflichen Kompetenzen Informationen zum Berufs- und Ausbildungssystem Hilfestellung im Bewerbungsverfahren Vermittlung in Praktika und berufsorientierende Maßnahmen Betreuung nach der Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit Anbindung an den JMD, an ein Wohnprojekt für geflüchtete Frauen, an die Kompetenzagentur, an Un- terkünfte für Geflüchtete Beratungssprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch IN VIA Köln e.V. Stolzestraße 1a, 50674 Köln (Innen- stadt) Coaching, Kompetenzfeststel- lung; Berufliche Orientierung, Perspektiventwicklung, Casemanagement, individuelle Förderplanung Unterstützung im Bewerbungsprozess, Arbeitsmarktintegration sowie Empowerment Beratungssprachen: Englisch, Deutsch, Portugiesisch JWK gGmbH - Ju- gendwerk Köln Rhöndorfer Str. 6, 50939 Köln Stabilisierung und Entwicklung von (beruflichen) Perspektiven individuelles Coaching, Trainingsangebote Sprache und Jobforum, bei Bedarf auch Betriebsbesu- che, Netzwerkarbeit, Projekt TBS – Zukunftswerkstatt transnational Beratungssprachen: Englisch, Deutsch, Migrafrica e.V. Braunstraße 21, 50933 Köln (Lindenthal) Berufliche Orientierung, Perspektiventwicklung, Ar- beitsmarktintegration Vernetzung mit Pat*in- nen/Vorbildern mit ähnli- cher Flucht- und Migrati- onsgeschichte Individuelles Coaching, Mehrsprachige, kultursensible Beratung Erstellen von Bewerbungsunterlagen, Unterstützung bei Vorbereitung auf Bewerbungsgespräch Schulung von IT-Kenntnissen Projekt WorkKompass Migrantische Organisation, sprachliche und kulturelle Nähe zu afrikanischen Geflüchteten Beratungssprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Amharisch, Tigrinya, Foula, Bambara, Sousou, Pullar, Malinke/Maninka Rheinflanke gGmbH Wörthstraße 30, 50668 Köln Stärkendes Coaching Partizipativer Ansatz/ Ganzheitlicher Prozess über die Erstellung der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Ausbildungsbegleitung Begleitung zu wichtigen Terminen Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 7 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf Andocken an integrative Sportangebote der RheinFlanke möglich (Fußball, Boxen, Tanzen, etc.) Beratungssprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Grundkenntnisse in Arabisch, Französisch, Pol- nisch Coach e.V. – Kölner Initiative für Bildung und Integration junger Migranten Oskar-Jäger- Str.139, 50825 Köln (Ehren- feld) Berufsorientierung Perspektivberatung Bewerbungshilfen Hilfen beim Übergang Schule/Beruf Individuelles Coaching Erstellen von Bewerbungsunterlagen Unterstützung bei Vorbereitung auf Einstellungstests und Vorstellungsgespräche Hilfen zur Digitalen Teilhabe Berufsinformationsveranstaltungen Angegliederte Lernförderung für schulische Hilfen Beratungssprachen: Deutsch, Französisch, Englisch (durch Jobcoach selbst), Türkisch, Arabisch, Kurmanci, Kroatisch (Vorabsprache erforderlich) Maßnahmen im Baustein ‚Schul-, Ausbildungs- und Berufsvorbereitende Kurse sowie Jugendintegrationskurse‘ – stärken die Schul- beziehungsweise Aus- bildungsreife oder Studierfähigkeit Caritasverband für die Stadt Köln e.V. Sülz/Lindenthal/ Zollstock/Innenstadt Sprachunterricht und Kompe- tenztrainings fortlaufender Sprachunter- richt mit ¼-jährlicher Ein- stiegsmöglichkeit Alphabetisierung Kompetenztrainings (z.B. Bewerbungstraining, Stär- kung Sprachkompetenz, soziale und persönliche Kompetenzen Methoden zur Alphabetisierung und Sprachförderung differenzierender Unterricht im Lesen, Schreiben und Sprechen gemeinsame Entwicklung von Lernmethoden, die sich am Bedarf orientieren theaterpädagogische Elemente (Stärkung der Sprachkompetenz) persönliche und soziale Kompetenzen erarbeiten, um Teilhabe am sozialen Geschehen zu erreichen sportliche oder kulturelle Events und Workshops ggf. an Wochenenden oder zu anderen flexiblen Zei- ten JWK gGmbH - Ju- gendwerk Köln Standort: Florastraße 55-57, 50733 Köln (Nippes), Ausbildungsbegleitung und berufliche Orientierung Sprachtraining und Schlüsselkompetenztrai- ning Netzwerkarbeit Trainingsangebote (Sprache, Jobforum, Schlüsselkompetenzen, ggf. EDV) Kompetenzfeststellung, Gender und Beruf etc Kooperation mit Projekt Handicraft Beratungssprachen: Deutsch. Englisch Regionales Bildungsnetzwerk - Bildungsbüro Köln Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Seite 8 von 8 Angebote und Maßnahmen zur (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf DTVK – Deutsch-Tür- kischer Verein Köln e. V. in Kooperation mit Integrationshaus e.V. Kölner Norden (See- berg / Chorweiler) und Kalk Niederschwellige Sprachkurse (Deutsch A1/A2/B1), mit den Schwerpunkten: Sprache für den Beruf/die Ausbildung und Handlungsfähigkeit im Be- rufsleben Prüfungstraining, Förde- rung der Lese- und Schreibfertigkeiten Workshops zum Thema Empowerment Bewerbungstrainings EDV-Kurse mit den Schwerpunkten: Grund- kenntnisse im Umgang mit dem PC, Deutschkurse (angelehnt an die DaZ-Curricula der Integrationskurse weitere Angebote (ausgerichtet am Empowermentkonzept) Angebote in Kooperation mit dem Integrationshaus e. V. Durchführung der Prüfung „Deutsch-Test für Zuwanderer“ und „Leben in Deutschland Beratungssprachen: Deutsch, Türkisch, Englisch, Französisch, Lettisch, Russisch, polnisch, Farsi, ara- bisch, spanisch, italienisch Die Umsetzung des Bausteins ‚Teilhabemanagement‘ hat der Rat der Stadt Köln bereits in seiner Sitzung vom 7. November 2019 beschlossen . Seit Anfang 2020 unterstützen vier Teilhabemanager*innen die Teilnehmenden im Rahmen eines umfassenden Case Managements unter anderem dab ei, ihre Ressourcen und Potenziale zu erkennen und vermitteln diese in die passenden Angebote von „Durchstarten“ sowie weitere Angebote im Kölner Hilfesystem. . In Köln wird das Teilha- bemanagement unter dem Namen KOKIP geführt. KOKIP bedeutet Kooperation zur Klärung rechtskreisüberg reifender Integrationsprozesse. Die Koordination des Projekts KOKIP erfolgt über die Stadt Köln, im Amt für Integration und Vielfalt. Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas für die Stadt Köln e.V., Internationaler Bund (IB) Katholische Jugend- agentur (KJA), Hilfe zur Selbsthilfe Aktivieren und Koordinie- ren der richtigen, pass- genauen Angebote für die Zielgruppe Beraterinnen und Berater unterstützen bei Fragen zur Lebenssituation, beruflichen Orientierung, Weg in Ausbildung oder Beschäftigung, Suche nach dem passenden Sprachkursangebot, Anerkennung von Zeugnissen und Abschlüssen im Umgang mit Behörden, Bildungsträgern, Arbeitgeb ern, Schulen und vielen anderen Einrichtun- gen.
Monitoringbericht allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs (2020)
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1
Monitoringbericht (2020):
bildungsstatistische Analysen und kommunale Steuerungsansätze
(allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs)
2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ...................................... ................................................................................................... 4
2 Zusammenfassung, Handlungsansätze, Maßnahmen .... ................................................................. 5
2.1 Quantitative Schulentwicklungsplanung: Einflussfaktoren und Herausforderungen ................... 5
2.2 Qualitative Schulentwicklungsplanung: kommunale Handlungsansätze ...................................... 8
3 Allgemeinbildende Schulen ....................... .................................................................................... 16
3.1 Schülerzahlen, Schulformen, Ganztag, sonderpädagogische Förderung .................................... 16
3.1.1 Schülerzahlen (Jahrgangsstufen 1 bis 13) ............................................................................ 16
3.1.2 Schulformbesuchsquote (Jahrgangsstufen 5 bis 13) ............................................................ 18
3.1.3 Schulformbesuchsquote (Jahrgangsstufen 5, 7 und 9) ........................................................ 21
3.1.4 Ganztagsquote (Jahrgangsstufen 1 bis 10) ........................................................................... 22
3.1.5 Sonderpädagogische Förderung (Jahrgangsstufen 1 bis 10) ................................................ 24
3.2 Klassengröße ............................................................................................................................... 29
3.2.1 Durchschnittliche Klassengröße (Jahrgangsstufen 1 bis 10) ................................................ 29
3.2.2 Durchschnittliche Klassengröße (Jahrgangsstufen 5 und 7) ................................................. 31
3.2.3 Überschreitung des Klassenfrequenzhöchstwertes ............................................................. 32
3.3 Verweildauer, Übergänge und Schulformwechsel ...................................................................... 34
3.3.1 Verweildauer ........................................................................................................................ 34
3.3.2 Übergang: Grundschule in die Sekundarstufe I .................................................................... 36
3.3.3 Schulformwechsel innerhalb des Regelschulsystems (Jahrgangsstufen 5 bis 10) ............... 39
3.3.4 Schulformwechsel zwischen Regel- und Förderschulen (Jahrgangsstufen 1 bis 10). .......... 41
3.3.5 Übergang: Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II .............................................................. 41
3.3.6 Übergang in die Sekundarstufe II: tagesaktuelle Daten aus Schüler-Online ........................ 47
3.4 Abschlüsse ................................................................................................................................... 49
3.4.1 Abgangsquoten nach Abschlussart (mit Weiterbildungskollegs) ......................................... 49
3.4.2 Abgangsquote ohne Hauptschulabschluss ........................................................................... 50
3.4.3 Verbleib der Abgänge ohne und mit Hauptschulabschluss .................................................. 52
3.5 Bildungsbenachteiligung an Kölner Schulen ............................................................................... 54
3.5.1 Indikatoren im Kontext von Bildungsbenachteiligung ......................................................... 54
3.5.2 Unterschiede der Lernausgangslagen an Kölner Schulen .................................................... 56
3.5.3 Ausblick: schulscharfer Sozialindex NRW ............................................................................. 58
4 Berufskollegs ................................... .............................................................................................. 59
4.1 Allgemeine Bemerkungen ........................................................................................................... 59
3
4.2 Schülerzahlen, Schulformen und Abschlussarten ....................................................................... 60
4.3 Zugänge in die Berufsbildungsteilsysteme (ohne Weiterbildung) .............................................. 61
4.4 Einmündungen nach Schulabschluss (ohne Weiterbildung) ....................................................... 62
4.5 Verweildauer im Übergangssystem ............................................................................................ 64
4.6 Erfolgsquote der Bildungsgänge .................................................................................................. 65
5 Weiterbildungskollegs (allgemeinbildende Schule, zweiten Bildungsweg) ....................................... 66
5.1 Allgemeine Bemerkungen ........................................................................................................... 66
5.2 Studierendenzahlen .................................................................................................................... 67
5.3 Zugänge nach schulischer Vorbildung ......................................................................................... 68
4
1 Einleitung
Kommunales Bildungsmonitoring stellt steuerungsrelevante Daten zum lebenslan-
gen Lernen bereit. Der vorliegende Bericht fokussiert auf den Ausschnitt des Lernens
an allgemeinbildenden Schulen und Berufskollegs.
Im Rahmen des Bundesprogramms „Lernen vor Ort“ wurde ein Anwendungsleitfaden
zum Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings erstellt und als Orientierungsrah-
men zur Verfügung gestellt
1. Auswahl und Bildung der Kennzahlen für den vorlie gen-
den Bericht wurde in Anlehnung hieran vorgenommen und bei Bedarf und nach Mög-
lichkeit angepasst und ergänzt.
Der vorliegende Bericht beschreibt anhand von Kennzahlen zu Bildungsstrukturen,
-prozessen und -ergebnissen das Kölner Schulsystem und gibt Hinweise auf den
Einfluss von Armut und Familiensprache auf die Bildungschancen Kölner Schü-
ler*innen . Zeitreihen und Städtevergleiche, die die zehn ein wohnerstärksten Städte
Nordrhein-Westfalens mit Stand 31.12.2019
2 umfassen, ermöglichen die Einordnung
der Berichtswerte aus dem Schuljahr 2019/20.
Merkmale zur Migrationsgeschichte (nichtdeutsche Fa miliensprache, eigene Zuwan-
derung, Zuwanderung von mindestens einem Elternteil) waren nach Auskunft des Sta-
tistischen Landesamtes im Jahr 2014 (Information un d Technik Nordrhein-Westfalen,
kurz IT.NRW) nicht für schulscharfe Vergleiche geeignet, weil die Angaben der Schu-
len teilweise sehr stark variierten. Eine Studie aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergeb-
nis, dass die Angaben aufgrund der schlechten Datenqualität auch für andere Verglei-
che nicht geeignet waren
3. Die Tatsache, dass Daten zu Familiensprache und eigener
Zuwanderung nunmehr in den schulscharfen Sozialindex des Landes NRW einfließen
werden, lässt auf eine zwischenzeitlich gute Datenq ualität schließen, weshalb diese
Merkmale künftig auch im Kölner Bildungsmonitoring betrachtet werden.
Die Autoren der nationalen Bildungsberichterstattung bezeichnen die Corona-Pande-
mie als temporären Schock für das Bildungswesen, die n icht nur neue Problemlagen
schafft, sondern auch langjährige Entwicklungen in einem neuen Licht erscheinen las-
sen wird. So ist davon auszugehen, dass die befürch tete Zunahme von Bildungsun-
gleichheit in Zeiten des Fernunterrichts bei der Au swertung der bildungsstatistischen
Kennzahlen auf der Grundlage künftiger Schulstatistiken sichtbar werden wird.
1 Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; Deutsches Institut für Erwachsenen-
bildung, unter Mitarbeit der Statistischen Landesämter (2018): Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines ko m-
munalen Bildungsmonitorings
2 Landesbetrieb Statistik IT.NRW (2018): Top Ten der größten Städte am 31.12.2019, Düsseldorf, abrufbar un-
ter: https://www.it.nrw/statistik/eckdaten/top-ten-der-groessten-staedte-am-3112-935 (Stand: 14.10.2020)
3 Groos, Thomas (2016): Schulsegregation messen, Sozialindex für Grundschulen, Arbeitspapiere wissenschaftli-
che Begleitforschung „Kein Kind zurück lassen!“ Werkstattbericht, Bertelsmann-Stiftung und Zentrum für inter-
disziplinäre Regionalforschung der Ruhr-Universität Bochum (Hg),Güterloh, Seite 46
5
Ausgehend von der dargestellten Datenlage werden Fr agen und Handlungsansätze
formuliert, die von relevanten Akteuren bei der Erö rterung von strategischen Zielset-
zungen aber auch bei der konkreten Maßnahmenplanung verwertet werden können.
Einige Maßnahmen, die Verbindungslinien aufweisen u nd sich bereits in der Umset-
zung befinden, werden benannt. Dabei wird weder ein Anspruch auf Vollständigkeit
erhoben noch ist mit der Nennung konkreter Maßnahmen eine Priorisierung von Akti-
vitäten verbunden.
Sofern bei den Grafiken und Tabellen im Bericht nicht anders angegeben, wurden als
Datenquellen für eigene Auswertungen zu Köln der Gemeindedatensatz Köln (über
das Data Warehouse des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln), zu
Städtevergleichen die Online-Landesdatenbank NRW vo n IT.NRW
4 und zu Entwick-
lungen in anderen Bundesländern die Online-Datenbank des Statistischen Bundesam-
tes (Statistik der allgemeinbildenden und der beruflichen Schulen) 5 herangezogen.
2 Zusammenfassung, Handlungsansätze, Maßnahmen
2.1 Quantitative Schulentwicklungsplanung: Einflussfaktoren und Heraus-
forderungen
Die Schülerzahlen an Grund- und weiterführenden Schulen steigen seit Jahren
und unter anderem die Zunahme der Geburtenzahlen bis 2016 weist darauf hin, dass
sich die Entwicklung noch einige Jahre weiter fortsetzen wird. Zudem beansprucht die
Zunahme der Verweildauern zusätzliche Schulplätze: so wird ab dem Schuljahr
2026/27 an Gymnasien ein zusätzlicher Platzbedarf f ür einen kompletten Jahrgang
benötigt werden, weil der erste G9-er Jahrgang 6 in die Jahrgangsstufe 13 wechselt
anstatt, wie bei G8, die Schule zu beenden (Rückkehr zu G9, 3.1.1). Auch erhöhen die
4Landesdatenbank des Statistischen Landesamtes NRW; https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/on-
line/ https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online?operation=previous&levelin-
dex=0&step=0&titel=&levelid=1611679838280&acceptscookies=false
5 GENESIS-Online Datenbank des Statistischen Bundesamtes, https://www-genesis.destatis.de/genesis/online
6 Einführung von G8 (achtjähriger Bildungsgang an Gymnasien, Jahrgänge 5 bis 12) im Schuljahr 2005/06 und
Rückkehr zu G9 (neunjähriger Bildungsgang an Gymnasien, Jahrgänge 5 bis 13) im Schuljahr 2019/2020. Sie um-
fasst die Jahrgänge 5 und 6 des Gymnasiums, also auch die Kinder, die zum Schuljahr 2018/2019 im Gymnasium
aufgenommen wurden.
Die Bedarfsplanung von Schulplätzen an Kölner Schulen erfolgt auf der Grundlage
prognostizierter Schülerzahlen. Bei der Erstellung der Prognosen gilt es, Annahmen
über die Entwicklung von Geburten, Zu- und Fortzügen, Verweildauern, Schulform-
wechsel, Schulformpräferenzen, angestrebte Bildungs niveaus und bildungspoliti-
sche Rahmenbedingungen zu treffen.
6
Zunahmen von Klassenwiederholungen und der Inanspruchnahmen des dritten Schul-
besuchsjahres in der Schuleingangsphase die Verweil dauern der Schüler*innen
(3.3.1) und verstärken steigende Förderquoten in Verbindung mit der Begrenzung
der Klassengrößen im Gemeinsamen Lernen den Druck auf das Schulplatza ngebot
(3.1.5).
Die Kölner Schulformstruktur (Jahrgänge 5 bis 13) verändert sich in Abhängigkeit
des Schulplatzangebots, des angestrebten Bildungsni veaus und der Schulformpräfe-
renzen weiter. Der nunmehr seit 10 Jahren andauernde Schülerzahlanstieg hat sich in
erster Linie im Gesamtschulsystem bemerkbar gemacht , während das gegliederte
Schulsystem bei nahezu unveränderter Zahl der Schüler*innen insgesamt einen nach-
haltigen Strukturwandel durchlaufen hat. Dieser Strukturwandel, der vor allem mit der
Bedeutungszunahme der Gymnasien auf 49,2% und der B edeutungsabnahme der
Hauptschulen auf 7,5% im Berichtsjahr verbunden war, hat in den letzten fünf Jahren
an Tempo verloren. Das Gymnasium bleibt die am stär ksten frequentierte Schulform,
auch wenn die Schulformbesuchsquote in den vergange nen zwei Jahren erstmalig
leicht und die Zahl der Gymnasiasten*innen insgesamt erstmalig im Schuljahr 2019/20
gesunken sind. Die Schulformbesuchsquote der Gesamt schulen (24,2%) übersteigt
seit dem Schuljahr 2015/16 die Schulformbesuchsquote der Realschulen (19,1%) und
hat bezogen auf die gymnasiale Oberstufe zugenommen , bei insgesamt nahezu un-
veränderter Schülerzahl in der Oberstufe der Gesamtschulen und Gymnasien (3.1.2).
Die Entwicklung der Übergangsquoten in die Sekundarstufen I und II deutet darauf
hin, dass der Strukturwandel in der Sekundarstufe I noch nicht abgeschlossen ist und
der Trend zur Allgemeinen Hochschulreife zugunsten von mehr dualer Ausbildung in
den letzten zwei Jahren unterbrochen wurde. So sink en die Übergangsquoten in die
Sekundarstufe I der Haupt- und Realschulen und stei gen die Übergangsquoten der
Gesamtschulen weiter an. Lediglich die Übergangsquote der Gymnasien sinkt seit drei
Jahren (3.3.2).
Beim Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekund arstufe II zeigt sich, dass die
Übergangsquote in die gymnasiale Oberstufe an einem (beruflichen) Gymnasium oder
an einer Gesamtschule in den letzten zwei Jahren deutlich weniger stark zugenommen
hat, während die Zugangsquote in die duale Ausbildu ng erstmals wieder gestiegen
ist
7. Möglicherweise deutet sich hier auch für Köln an, was von der Autorengruppe
Bildungsberichterstattung für Deutschland festgestellt wurde, dass der „als unaufhalt-
sam erscheinende Trend zu höherer Bildung an seine Grenzen gekommen ist“ 8. Die
Schulformstruktur der gymnasialen Oberstufe ändert sich, was anhand der steigenden
Schulformbesuchsquoten der Gesamtschulen (19,1%) un d beruflichen Gymnasien
7 Auch die Gesamtzugänge in die duale Ausbildung, einschließlich der Jugendlichen mit Hochschulzugangsb e-
rechtigung und der Nicht-Kölner*innen, hat zugenommen (4.3).
8 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland (2020), Seite 148
7
(6,8%) und der sinkenden Schulformbesuchsquoten der Gymnasien sichtbar wird
(3.3.5).
Schulformwechsel sind charakteristisch für gegliederte Schulsysteme. Die Wechsel
während der Sekundarstufe I finden überwiegend hin zu Schulformen statt, die zu ei-
nem geringer qualifizierenden Bildungsabschluss führen. Dabei entsprechen an Real-
schulen die Aufnahmen von Gymnasien in etwa den Abg aben an Hauptschulen
(3.3.3). Dementsprechend steigt in den höheren Jahr gängen der Platzbedarf an
Hauptschulen, sinkt an Gymnasien und bleibt an Real schulen nahezu unverändert
(3.1.3). Schulformwechsel mit der Absicht, einen hö her qualifizierenden Bildungsab-
schluss zu erreichen, finden überwiegend beim Übergang in die Sekundarstufe II statt
(3.3.5).
Die Unsicherheiten, mit denen die Prognosen behafte t sind, die große Bandbreite
denkbarer schulstruktureller Modelle, die der Blick in andere Städte und Bundesländer
sichtbar werden lässt (3.1.2), und die sehr eingeschränkte Flexibilität bei der Schaffung
von Schulplätzen im Kontext steigender Schülerzahle n, ausgelasteter Schulraumka-
pazitäten und knapper Flächen sind mitverantwortlich für Differenzen zwischen Nach-
frage und Angebot von Schulplätzen, die sich unter anderem in hohen Ablehnungs-
zahlen der Gesamtschulen, teils sehr großen Klassen vor allem an Gymnasien wäh-
rend der Erprobungsstufe (3.2.2), der Bildung von M ehrklassen, die eine Überbean-
spruchung der betroffenen Standorte bedeuten, und einer Konzentration von Jugend-
lichen mit hohen bildungsbiografischen Risiken an Hauptschulen (3.5) äußern.
Eine weitere Schwierigkeit zeigt sich darin, dass d as Angebot für Schulplätze im Ge-
meinsamen Lernen an Haupt-, Real- und Gesamtschulen aufgrund der stetig zuneh-
menden Bedarfe und der Entscheidung, Gymnasien nicht als Orte des Gemeinsamen
Lernens zu betrachten, immer knapper wird, was die Einhaltung von Qualitätsstan-
dards, wie die Begrenzung der Klassengrößen und der Schülerzahl mit sonderpäda-
gogischem Unterstützungsbedarf im Durchschnitt pro Klasse, zunehmend schwieriger
werden lässt.
Ein kommunaler Konsens in Köln in Bezug auf die Fra ge, welche Schulstruktur den
Anforderungen für eine gute individuelle Förderung bestmöglich gerecht wird, wäre
eine strategische Zielgröße, auf deren Grundlage die Planung und Umsetzungssteue-
rung erfolgen könnte und negative Folgen eines unge steuerten Strukturwandels ge-
mildert werden könnten.
Ein schulpolitischer Konsens in Bezug auf eine wüns chenswerte Schulstruktur ist
eine zentrale Grundlage für die Schulentwicklungspl anung und würde negative Ef-
fekte eines „ungesteuerten Strukturwandels“ auf die Qualität der Bildung an Kölner
Schulen reduzieren helfen.
8
Die nach 2009 und 2012 erneute Abfrage der Schulfor mpräferenzen im Rahmen der
für 2021 geplanten Elternbefragung könnte in diesem Zusammenhang ein erster
wichtiger Schritt sein. Eltern und Schüler*innen berücksichtigen bei der Schulwahlent-
scheidung ihre Kenntnisse und Annahmen über die akt uellen Rahmenbedingungen
wie zum Beispiel Schulformen, Klassengrößen, sozioökonomische Merkmale der Ler-
nenden und ziehen hieraus Rückschlüsse auf die Bild ungschancen. Eine Schulwahl-
entscheidung im Kontext der aktuellen Kölner Rahmenbedingungen kann sich jedoch
von der Wahl unterscheiden, die innerhalb einer alt ernativen Schulstruktur getroffen
worden wäre. Vor diesem Hintergrund wäre eine Abfra ge der Präferenzen in Bezug
auf schulstrukturelle Modelle wie zum Beispiel Zwei-Säulen-Modell, traditionelle s
System und erweitertes traditionelles System und ei ne Abfrage der Schulformpräfe-
renzen innerhalb der schulstrukturellen Modelle hilfreich.
2.2 Qualitative Schulentwicklungsplanung: kommunale Handlungsansätze
Der Anteil der Schüler*innen im Ganztag hat in den vergangenen Jahren außer an
Hauptschulen (Anteil rückläufig) und an Gesamtschul en (Anteil konstant bei rund
100%) deutlich zugenommen und liegt außer bei Haupt - (unterdurchschnittlich) und
Gesamtschulen (durchschnittlich) über dem NRW-Lande sdurchschnitt (3.1.4). Ent-
scheidungen zum Ausbau von Ganztagsangeboten berück sichtigen gleichstellungs-
und bildungspolitische Zielsetzungen. Eine Priorisi erung des quantitativen und quali-
tativen Ausbaus an Grundschulen mit hoher Armutsbelastung und unterdurchschnittli-
cher Ganztagsquote, an allen Hauptschulen als bildungspolitisch in besonderer Weise
herausgeforderte weiterführende Schulform und an einzelnen besonders herausgefor-
derten Realschulen und Gymnasien könnte vor dem Hintergrund der empirischen Be-
funde im Zusammenhang mit bildungspolitischen Zielsetzungen verstärkt in den Blick
genommen werden.
Beispielsweise werden derzeit Grundschulstandorte mit höheren SGB II-Quoten
und geringen Ganztagsquoten von der Verwaltung in den Blick genommen. Weil häufig
die räumlichen Rahmenbedingungen für geringe Ganztagsquoten verantwortlich sind,
wird an den betreffenden Standorten die Raumsituati on, das pädagogische Konzept,
die Verpflegungssituation, die Entwicklung der Schülerzahlen und die Lage im Sozial-
raum daraufhin geprüft, mit welchen Modifizierungen eine noch effektivere Nutzung
der vorhandenen Schulräume ermöglicht werden kann u nd ob eine Anmietung von
außerschulischen Räumlichkeiten in Frage kommt.
Schul- und schulformspezifische Unterschiede in Bez ug auf den Anteil der Schü-
ler*innen im Ganztag werfen die Frage nach einer Pr iorisierung des (quantitativen
und qualitativen) Ausbaus auf.
9
Unabhängig von vorhandenen Ganztagsstrukturen sind kommunale Angebote der
außerschulischen, informellen Bildung, die den Ausgleich von Bildungsbenachtei-
ligung unterstützen, relevante Bildungsressourcen i n einem komplexen Unterstüt-
zungsnetzwerk für Schüler*innen (siehe hierzu auch Anlage Angebote und Maßnah-
men, mit denen die Stadt und private Träger die (Re -) Integration gefährdeter Kinder
und Jugendlicher in einen erfolgreichen und abschlussorientierten Bildungsverlauf un-
terstützen.
Die Schulaufsichtsbehörden des Landes NRW stellen f ür immer mehr Lernende an
Regelschulen Beeinträchtigungen der Entwicklungs- u nd Lernmöglichkeiten fest, die
ein so erhebliches Maß annehmen, dass für die Teilnahme am Unterricht eine beson-
dere, sonderpädagogische Unterstützung entschieden wird. Die steigende Inklusions-
quote führt bei unveränderter Exklusionsquote zu ei nem Anstieg der Förderquote.
Setzt sich die Dynamik der letzten Jahre fort, wird in absehbarer Zeit für jedes 10. Kind
eine fehlende Passung zwischen individueller Lernau sgangslage und dem Bildungs-
system diagnostiziert werden (3.1.5).
Diese Dynamik und die Annahme komplexer Unterstützu ngsbedarfe bei einigen der
Betroffenen lässt die Beauftragung einer systematischen Analyse der Ursac hen
durch das Land NRW zunehmend wünschenswert werden. Dabei würde eine s truk-
turell verankerte Ergänzung der sonderpädagogischen Expertise um die Expertisen
weiterer Professionen, zu denen auch kommunale Bild ungsangebote wie der Schul-
psychologie, der Sozialarbeit oder der gesundheitli chen Dienste zählen, der Komple-
xität der Lebenssituationen und Unterstützungsbedar fe gerecht werden und zu einer
Etablierung eines multiprofessionellen Diagnose- un d Unterstützungssystems beitra-
gen.
Erkenntnisse zu den Gelingensbedingungen multiprofessioneller Arbeit an Schu-
len beabsichtigt die Verwaltung im Rahmen eines Projek tes zu gewinnen, das plane-
risch in der kommunalen Inklusionsplanung (2018) verortet ist und nunmehr in der Fe-
derführung des Regionalen Bildungsbüros an zwei besonders herausgeforderten Köl-
ner Grundschulen umgesetzt wird. Damit liegen die konzeptionelle und operative Um-
setzung des Projektes sowie das Projektmonitoring i n der Verantwortungsgemein-
schaft der kommunalen und landesseitigen Akteure de s Lenkungsreises Regionales
Bildungsnetzwerk.
Die zunehmende Einschätzung einer fehlenden Passung zwischen individueller
Lernausgangslage und dem Bildungssystem (Förderquote) wirft die Frage nach den
individuellen und systemimmanenten Ursachen dieser Entwicklung auf; Kenntnisse
dazu bilden die Grundlage für die Konzeption geeigneter Maßnahmen.
10
Die durchschnittlichen Klassengrößen (ohne Vorberei tungsklassen 9) an Gymnasien
und Realschulen überschreiten den Richtwert von 27 Lernenden pro Klasse. Zudem
liegt die Klassengröße an Kölner Gymnasien (mit Vor bereitungsklassen) auch über
dem Durchschnittswert für NRW und ähnlich hoch wie in den Städten Düsseldorf, Bonn
und Bielefeld. Kölner Gesamt- und Hauptschulklassen unterschreiten den Richtwert
und den Durchschnittswert für NRW. An Grundschulen lernen durchschnittlich 23,7
Kinder (3.2.1).
Außer an Hauptschulen sind Klassen, in denen Schüle r*innen mit sonderpädagogi-
schem Unterstützungsbedarf lernen, im Durchschnitt kleiner als Klassen ohne förder-
bedürftige Lernende (3.2.1). An den weiterführenden Schulen bewirken Schulform-
wechsel und Klassenwiederholungen während der Sekun darstufe I eine Annäherung
der Klassengrößen an den jeweils geltenden Klassenfrequenzrichtwert (3.2.2).
Der Durchschnittswert „verschweigt“, dass viele Regelklassen selbst den Klassenfre-
quenzhöchstwert noch überschreiten (34,4% der Gymnasialklassen, 23,2% der Real-
schulklassen und 11,3% der Gesamtschulklassen). An Real- und Gesamtschulen ver-
teilen sich diese Klassen auf alle Jahrgänge, währe nd an Gymnasien in erster Linie
Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 betroffen sind. Die teils sehr großen Klassen an
Real- und Gesamtschulen sind auch eine Folge von der Begrenzung der Klassengrö-
ßen im Gemeinsamen Lernen trotz knapper Raumkapazitäten (3.2.3).
Unabhängig von der Frage, welchen Einfluss die Klassengröße auf den Lernerfolg hat,
Studien kommen hier zu unterschiedlichen Ergebnisse n, stellt sich die Frage, welche
Maßnahmen ergriffen werden können, um gezielt in se hr großen Klassen an beson-
ders herausgeforderten Schulen in die individuelle Förderung zu investieren.
Der Anteil der Schüler*innen, deren Verweildauer im Schulsystem sich durch die Wie-
derholung einer Klasse oder den Besuch des dritten Jahres der flexiblen Schulein-
gangsphase erhöht, nimmt nach einem Rückgang bis zu m Schuljahr 2010/11 erneut
9 Kinder und Jugendliche, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht in Regelklassen unterrichtet wer-
den können, werden Vorbereitungsklassen zugewiesen.
Die Existenz teils sehr großer Klassen wirft die Fr age auf, mit welchen kurzfristig
wirksamen Maßnahmen eine tendenziell ungünstige Leh rkraft/Schüler*in Relation
kompensiert werden kann.
Zunehmende Verweildauern werfen die Frage nach geei gneten Unterstützungs-
maßnahmen für die betroffenen Schüler*innen auf.
11
zu. Im Schuljahr 2019/20 belief sich der Platzbedarf für Lernende mit verlängerter Ver-
weildauer rechnerisch auf 50 Klassen an Grundschulen und 50 Klassen an weiterfüh-
renden Schulen. Hinzu kommt der personelle Mehraufwand.
Für die betroffenen Schüler*innen entsteht ein zeitlicher Mehraufwand dem ein zusätz-
licher Nutzen in Bezug auf die weitere bildungsbiog rafische Entwicklung gegenüber-
stehen sollte. Das gilt auch für den Besuch des dritten Jahres der Schuleingangs-
phase, der nicht dadurch begründet sein darf, die f ormalen Antragsvoraussetzungen
für die Eröffnung eines AO-SF-Verfahrens im Förderschwerpunkt Lernen zu erfüllen
(3.3.1). Zum Schuljahr 2019/20 sind insgesamt 2,3 % der Gymnasiasten*innen (459
Lernende) und 2,1% der Realschüler*innen (249 Lernende) an eine Realschule oder
an eine Hauptschule gewechselt; mehr als die Hälfte der Wechsel fand im Anschluss
an die 6. Klasse statt. Nach deutlichen Rückgängen bis zum Schuljahr 2014/15 steigen
die Wechsel von Realschülern*innen an eine Hauptschule und von Gymnasiasten*in-
nen an eine Realschule erneut an. Das „Wechselverha lten“ Kölner Schüler*innen ist
mit dem landesweiten Wechselgeschehen vergleichbar (3.3.3).
Grundsätzlich geht das Prinzip des gegliederten Schulsystems von der Annahme aus,
dass sich die bildungsbiografische Entwicklung von Viertklässlern*innen ausreichend
gut prognostizieren lässt, um eine Trennung der Ler nenden gemäß der erwartenden
Leistungsentwicklung ab der Jahrgangsstufe 5 auf Ha upt-, Realschulen und Gymna-
sien vorzunehmen. Dieser für das gegliederte Schuls ystem charakteristische Selekti-
onsmechanismus beim Übergang in die Sekundarstufe I wird im Zusammenhang mit
späteren Entwicklungsprognosen ergänzt um den Schulformwechsel während der Se-
kundarstufe I. Insofern steht der Anspruch nach einer Kultur des Behaltens im Wi-
derspruch zum gegliederten Schulsystem und seinen Selektionsmechanismen und
ist der Schulformwechsel als Qualitätsindikator ungeeignet.
Gesamtschulen führen zu allen allgemeinbildenden Schulabschlüssen; ein Schulform-
wechsel erscheint grundsätzlich unnötig und der Ans pruch nach einer Kultur des Be-
haltens vor diesem Hintergrund angemessen. Dieser A nspruch wird eingelöst, da an
Kölner Gesamtschulen Schulformwechsel nahezu keine Rolle spielen.
Die Bewertung von Schulformwechseln als Indikator für die Umsetzung einer Kultur
des Behaltens sollte mit der Frage verbunden werden, ob die dem Wechsel zugrun-
deliegenden Selektionsmechanismen nicht als systemimmanent in einem geglieder-
ten Schulsystem akzeptiert werden müssen.
12
Der Anteil der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss ist von 8,3% oder 815 Ab-
gängen im Jahr 2015 auf 4,6% oder 450 Abgänge im Jahr 2017 gesunken und seither
wieder angestiegen auf 6% oder 590 Abgänge im Jahr 2019 (3.4.2). Ursächlich für den
neuerlichen Anstieg ist die Zunahme der Abgänge ohne Abschluss (dies sind 60% aller
Abgänge ohne Hauptschulabschluss), die eine Regelschule nach der Klasse 9 verlas-
sen haben. 40% der Abgänge ohne Hauptschulabschluss haben einen Abschluss in
einem sonderpädagogischen Bildungsgang (Lernen, gei stige Entwicklung) überwie-
gend an einer Förderschule erworben. Wie sich der j üngste Anstieg von Lernenden
mit dem Förderschwerpunkt Lernen (3.1.5) weiterentw ickelt und auf die Gesamtent-
wicklung auswirkt, bleibt abzuwarten.
Der Anteil der Abgänge mit Hauptschulabschluss ist von 22,7% oder 1.935 Abgän-
gen im Jahr 2005 auf 15,7% oder 1.441 Abgänge im Jahr 2019 gesunken.
Über eine Auswertung der Angaben aufnehmender Beruf skollegs können Hinweise
auf den Verbleib dieser Abgänge gewonnen werden. Die Aussagekraft dieser Auswer-
tungen ist für die Übergänge ohne Abschluss oder mit Hauptschulabschluss hoch und
deutlich geringer für Abgänge mit sonderpädagogisch en Abschlüssen, weil Förder-
schüler*innen vergleichsweise selten an ein Berufsk olleg wechseln. Auch der Tatbe-
stand Ruhen der Schulpflicht ist schulstatistisch nicht abgebildet (3.4.3). Mit dem Ziel,
das Übergangsgeschehen von Jugendlichen, die ohne Abschluss die Schule nach
der Klasse 9 beenden oder eine Förderschule besucht haben, zukünftig genauer
betrachten und kurzfristig besser steuern zu können, soll die statistische Erfassung der
Schulabgänger*innen ohne Anschluss in Schüler-Online (bisher Jahrgangstufe 10)
entsprechend ausgeweitet werden.
Kölner Lernende ohne oder mit Hauptschulabschluss, die an ein Berufskolleg wech-
seln, münden in einem erheblichen Umfang in das Übergangssystem ein. Dies waren
im Schuljahr 2019/20 insgesamt 90% der Zugänge ohne Hauptschulabschluss und
63% der Zugänge mit Hauptschulabschluss. Für viele dieser jungen Menschen
schließt sich unmittelbar daran keine berufliche Perspektive an. Dafür spricht, dass im
Schuljahr 2019/20 insgesamt 27% der Jugendlichen si ch bereits im Vorjahr im Über-
gangssystem befunden haben (4.5). 70% der Kölner Zu gänge in das Übergangssys-
tem verfügten bereits über einen Hauptschulabschlus s (60,1%) oder die Fachober-
schulreife (9,9%) und weitere 30% sind ohne Hauptschulabschluss eingemündet. Seit
dem Schuljahr 2016/17 (84,1%) ist der Anteil der Zugänge mit Schulabschluss bereits
gesunken und es stellt sich die Frage mit welchen Maßnahmen sich diese Entwicklung
gezielt fortführen lässt.
Auf den Übergang von Kölner Jugendlichen ohne oder mit Hauptschulabschluss ist
ein besonderes Augenmerk zu legen, weil für sie der direkte Übergang in eine be-
ruflich vollqualifizierende Ausbildung häufig schwierig ist.
13
Für einen Teil der Jugendlichen verbessert die Einmündung in das Übergangssystem
nachweislich die Möglichkeit der Aufnahme einer Aus bildung während sie für einen
anderen Teil den Beginn eines problematischen Verlaufs einleitet oder einen prob-
lematischen Verlauf fortsetzt, der sie vom Ausbildu ngssystem zunehmend entfernt 10 .
Die Autorengruppe Bildungsberichterstattung stellt hierzu fest, dass deutschlandweit
26% der Schulentlassenen mit maximal einem mittlere n Schulabschluss in einen be-
sonders unsicheren Übergangsprozess im Übergangssektor einmünden und sich nach
24 Monaten fast zur Hälfte in ungelernter Erwerbstä tigkeit oder Arbeitslosigkeit befin-
den. 11
In Köln werden diese Jugendlichen seit vielen Jahre n durch die „Unversorgtenbera-
tung“ für Schulabgänger*innen der Hauptschulen und seit dem letzten Schuljahr auch
der Realschulen in den Blick genommen, die federfüh rend von der unteren Schulauf-
sicht und der Jugendberufshilfe in Kooperation mit außerschulischen Beratungsinsti-
tutionen organisiert wird. Dabei erhalten die Schüler*innen ein Beratungsangebot kurz
vor Ende des Schuljahres. Diese Praxis wird mit den Maßnahmen der Akteursgemein-
schaft der Landesinitiative kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA) bestehend aus den
Schulen, Agentur für Arbeit, Bildungs- und Jugendbe ratung, Handwerkskammer, In-
dustrie- und Handelskammer, Jobcenter und andere verknüpft.
In der Anlage befindet sich eine Übersicht zu den Angeboten und Maßnahmen , mit
denen die Stadt und private Träger die (Re-) Integration gefährdeter Kinder und
Jugendliche in einen erfolgreichen, abschlussorientierten Bildungsverlauf unter-
stützt.
Grundsätzlich stellen deutliche Zeichen für problembelastete Situationen von Jugend-
lichen in schulischen Übergangssituationen eine unmittelbare Handlungsgrundlage im
Rahmen von Jugendsozialarbeit/Jugendberufshilfe gemäß § 13 SGB VIII (beispiel-
weise in Jugendwerkstätten, einschlägigen Beratungs stellen und Schulmüdenprojek-
ten, siehe Anlage) dar. Die im Bericht dargestellte n Problematiken im Rahmen des
Übergangs bestätigen die rein qualitative Einschätz ung der pädagogischen Fachpra-
xis, welche eine zunehmende Anzahl psychischer Problemlagen bei jungen Menschen
wahrnimmt. Um dem entgegen zu wirken, wird aktuell beispielsweise die Implementie-
rung niedrigschwelliger und flexibler Unterstützungsangebote für die Zielgruppe
der bis 27-Jährigen in den Einrichtungen der Jugendberufshilfe angestrebt.
Weitere kommunale Stellschrauben im Übergang Schule und Beruf lassen sich aus
der Rolle der Stadt Köln als Arbeitgeberin, als Ausbilderin und als Auftragsgeberin
von Behindertenwerkstätten und Inklusionsbetrieben ableiten.
12
10 Bundesministerium für Bildung und Forschung, Attra ktivität des dualen Ausbildungssystems aus Sicht der Ju-
gendlichen, Band 17 der Reihe Berufsbildungsforschung (2014), Seite 3
11 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2020, Seite 166
12 Siehe hierzu auch den Inklusionsbericht 2019 der Stadt Köln, https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/con-
tent/pdf11/inklusionsbericht_2019_barrierefrei.pdf
14
Weil in Deutschland die sozioökonomische Herkunft einen maßgeblichen Einfluss auf
die individuellen Bildungschancen hat 13 und es deutliche Hinweise dafür gibt, dass dies
– trotz verschiedener Ansätze für eine sozialindizierte Steuerung von Bildungsressour-
cen – weiterhin auch auf Köln zutrifft (3.5.1), gil t es weiter die ungenutzten Potentiale
junger Menschen zu finden und auszuschöpfen.
Dabei ist die schulscharfe SGB II-Quote ein wichtiges Instrument für die Identifikation
von armutsinduzierten Bedarfslagen an Schulen und w eist eine hohe Relevanz auch
für die Handlungsfelder Inklusion (75% der Lernenden mit sonderpädagogischem För-
derbedarf stammen aus prekären Herkunftsfamilien) u nd Integration (ausländische
Schüler*innen sind überproportional von Armut betroffen) auf (3.5.2).
Bei Lernenden mit Migrationsgeschichte kann sich zudem eine nichtdeutsche Fami-
liensprache negativ auf die Bildungschancen auswirken, wenn ei nem hieraus resul-
tierenden Sprachförderbedarf nicht entsprochen wird . Sind die Schüler*innen selbst
zugewandert , dann können aus einem Mangel an interkultureller Kompetenz am Lern-
ort Schule individuelle Benachteiligungen für die Schüler*innen entstehen. Die Anzahl
der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen geis-
tige, körperliche und Entwicklung der Sinne kann Hinweise auf Teilhabehemm-
nisse für die betroffenen Lernenden geben.
Nachdem die Datenqualität für ausreichend gut befun den wurde, wird das Merkmal
nichtdeutsche Familiensprache der Schulstatistik al s Indikator für das Vorliegen von
Sprachförderbedarfen, intensiv auf konkrete Verwert ungszusammenhänge zu über-
prüfen sein.
Unabhängig davon, hat die Einschätzung von Sprachfö rderbedarfen in
Kindertagesstätten oder bei der Schuleingangsunters uchung einen ungleich höheren
Nutzen, weil hier der Bedarf unmittelbar und frühze itiger benannt wird. Ziel muss es
daher bleiben, diese Daten einrichtungsscharf verfügbar zu machen.
Die Verwaltung nutzt die verfügbaren Indikatoren, v erzichtet aber aktuell auf eine In-
dexbildung mit der Absicht, ein hohes Maß an Transp arenz zu erhalten. Vorgesehen
13 Bundeszentrale für politische Bildung, Bildungsarmut - Auswirkungen, Ursachen, Maßnahmen (2007);
http://www.bpb.de/apuz/30383/bildungsarmut-auswirkungen-ursachen-massnahmen?p=all (abgerufen am
18.02.2021)
Die sozioökonomische Herkunft beeinflusst die Bildungschancen Kölner Schüler*in-
nen. Mit geeigneter Steuerung von Bildungsressource n (Bedarfe erkennen und
wirksame Bildungsressourcen auf dieser Grundlage zielgerichtet steuern) kann Bil-
dungsbenachteiligung aufgrund von Armut, Herkunft s owie von geistigen, körperli-
chen oder Sinnesbeeinträchtigungen vermieden oder kompensiert werden.
15
ist ein Abgleich der Ergebnisse Kölner Bedarfsanalysen mit den Ergebnissen, die sich
bei Anwendung des Sozialindex NRW ergeben, sobald dieser vorliegt.
Eine sozialindizierte Steuerung von Bildungsressourcen, die die teils enormen Unter-
schiede zwischen den Kölner Schulen in Bezug auf die Lernausgangslagen der
Schüler*innen berücksichtigt (3.5.2), hilft ungenut zte Bildungschancen von jungen
Menschen zu identifizieren.
Ergänzend zur Bedarfsfeststellung gilt es, die Mechanismen von Bildungsbenachteili-
gung, die im Zusammenhang mit Armut, Herkunft sowie geistigen, körperlichen und
Sinnesbeeinträchtigungen entstehen können, zu verstehen und auf dieser Grundlage
entsprechende Konzeptionen für bedarfsgerechte Angebote zu entwic keln . Für
die Fortschreibung der kommunalen Inklusionsplanung an Kölner Schulen ist zu über-
legen, ob eine explizite Trennung der Maßnahmen zum Abbau von Inklusionshemm-
nissen für lern- und entwicklungsbeeinträchtigte Sc hüler*innen mit überwiegend ar-
mutsinduzierten Bildungsbenachteiligungen auf der einen Seite sowie geistig, körper-
lich und sinnesbeeinträchtigte Schüler*innen auf de r anderen Seite sinnvoll sein
könnte. Folgende Aspekte sind für die Wirksamkeit entsprechender Konzeptionen för-
derlich:
Kommunale Bildungsressourcen gemeinsam planen . Damit Synergien von sich
aufeinander beziehende Bildungsressourcen
14 besser genutzt, die multiprofessionelle
Zusammenarbeit bei der Förderung von Schülern*innen weiter gefördert und Finan-
zierungsfragen im Gesamtkontext (Reduzierung von „V erteilungskonflikten“) erörtert
werden können, sollten sich intrakommunale Planunge n stärker vernetzen und aufei-
nander beziehen. Die Optimierung intrakommunaler Sc hnittstellen wäre außerdem
dazu geeignet, das Schulmanagement bei der Konzeption und Organisation zu unter-
stützen, das durch die Heterogenisierung der Lerngr uppen enorm an Bedeutung und
Komplexität gewonnen hat. Vor diesem Hintergrund soll die Verzahnung von kommu-
naler Bildungs- und Jugendförderplanung, die beispielsweise für die kommunale Inklu-
sionsplanung bereits einen hohen Stellenwert einnimmt, in Zukunft intensiviert werden.
Abstimmung mit dem Einsatz von Bildungsressourcen des Landes . Schulen und
Schulaufsicht sind gemäß § 3 Absatz 3 SchulG zur ko ntinuierlichen Qualitätsentwick-
lung und Qualitätssicherung verpflichtet, was die g esamte Bildungs- und Erziehungs-
arbeit der Schule umfasst. Hier wäre eine Verbindun g der Bildungsressourcen von
Stadt und Land denkbar zum Beispiel im „Referenzrah men Schulqualität und Schul-
entwicklung“ der als Orientierungsrahmen für Schulen und bei der Qualitätsanalyse an
14 In diesem Zusammenhang zu nennen sind beispielsweise: kommunale Schulpsychologie und Erziehungsbera-
tung, Ganztag, kommunale Schulsozialarbeit, Angebote kultureller Bildung und der Bildungsberatung, Ange-
bote aus dem Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit, des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes
sowie der Jugendsozialarbeit, Hilfen zur Erziehung, kommunale Mittel für Lehrmittel, Stellenanteile für Schul-
sekretariate und Schulhausmeister.
16
Schulen dient, im Prozess der Qualitätsanalyse selb st oder auch der Erörterung von
individuelle Lern- und Förderempfehlung für Schüler*innen.
Standards in Bezug auf Inhalte und strukturelle Abs icherung : Es sind Standards
erforderlich, die die vom Gesetzgeber vorgesehenen Möglichkeiten kommunaler Ein-
flussnahme inhaltlich klären (zum Beispiel die inha ltliche Ausgestaltung der Koopera-
tionsvereinbarungen im offenen Ganztag) und die Ein bindung nicht-schulischer Bil-
dungsressourcen am Lernort Schule strukturell absichern.
Projekte und Konzeptionen wie zum Beispiel „Familiengrundschulzentren“, „Qualitäts-
offensive Ganztag“ (Session 2445/2019), „Übergangsmanagement Kita-Grundschule“
und das „Modellvorhaben „Multiprofessionalität an inklusiven Schulen“ 15 zielen auf die
Vermeidung und Kompensation von Bildungsbenachteili gung und werden unter dem
Dach der Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken! – 184 Tausend junge Chancen för-
dern (Session 3437/2019; Umsetzung der Landesinitia tive Kommunale Präventions-
ketten) koordiniert.
3 Allgemeinbildende Schulen
3.1 Schülerzahlen, Schulformen, Ganztag, sonderpädagogische Förderung
3.1.1 Schülerzahlen (Jahrgangsstufen 1 bis 13)
Eine Differenzierung der Schülerzahlentwicklung nac h Primarstufe, Sekundarstufe I
und II gibt Hinweise auf den Platzbedarf an Grundsc hulen, an weiterführenden Schu-
len und in der gymnasialen Oberstufe. Sie wird beeinflusst von der Anzahl der Gebur-
ten (Abbildung 1), den Zu- und Fortzügen, der Verwe ildauer (3.3.1), der Anzahl der
Jahrgänge in der Sekundarstufe I, Schulformwechseln (3.3.3 und 3.3.4) und der Über-
gangsquote in die Sekundarstufe II (3.3.5).
Die Anzahl der Geburten ist im Zeitraum von 2006 bis 2016 gestiegen und entwickelt
sich seither rückläufig (Abbildung 1).
Die Anzahl der Grundschüler*innen steigt seit dem Schuljahr 2010/11 und die Anzahl
der Lernenden in der Sekundarstufe I steigt seit dem Schuljahr 2015/16 erneut an.
Bei den weiterführenden Schulen verzeichnet das Ges amtschulsystem steigende
15 Einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung kommunaler Bildungsförderung leistet u.a. die kommunale Inklusions-
planung für Kölner Schulen (Session 2500/2019), die das Thema Multiprofessionalität im Rahmen einer mo dell-
haften Bearbeitung an zwei Kölner Grundschulen mit hoher Armutsbelastung vorsieht. Die Umsetzung erfolgt in
der Federführung des Regionalen Bildungsbüros, so dass kommunale Akteure und Akteure der Schulaufsichtsbe-
hörden den Entwicklungsprozess unter Berücksichtigu ng aller relevanten Professionen gemeinsam betreibe n
können.
17
Schülerzahlen, während das gegliederte Schulsystem bestehend aus Haupt-, Real-
schulen und Gymnasien bei nahezu unveränderter Gesamtschülerzahl einen nachhal-
tigen Strukturwandel erlebt.
Die Anzahl der Lernenden in der Sekundarstufe II ist seit dem Schuljahr 2013/14 na-
hezu unverändert.
Die Einführung von G8 im Jahr 2015 hat einen Rückgang der Schülerzahlen an Gym-
nasien im Abgangsjahr 2013 verursacht. Zunächst ist im Schuljahr 2010/11 die Schü-
lerzahl in der Sekundarstufe I dauerhaft (Wegfall des 10. Jahrgangs) gesunken und ist
die Anzahl der Lernenden in der Sekundarstufe II für die Dauer von drei Jahren gestie-
gen, weil zwei Jahrgänge gleichzeitig (der letzte G9-Jahrgang nach Klasse 10 und der
erste G8-Jahrgang nach Klasse 9) in die gymnasiale Oberstufe gewechselt sind. Im
Abgangsjahr 2013 ist die Anzahl der Gymnasiasten*innen insgesamt gesunken, nach-
dem zwei Jahrgänge (der letzte G9-Jahrgang nach Kla sse 13 und der erste G8-Jahr-
gang nach Klasse 12, sogenannter doppelter Abiturja hrgang) die gymnasiale Ober-
stufe beendet haben. Der strukturbedingte Einbruch der Schülerzahl im Jahr 2013 ist
inzwischen durch die demografische Entwicklung vollständig kompensiert.
Die Zahl der Förderschüler*innen hat sich bis zum Schuljahr 2017/18 rückläufig ent-
wickelt und ist zum Schuljahr 2018/19 um 22 Lernend e und zum Schuljahr 2019/20
um 9 Lernende angestiegen.
Anmerkungen: Sekundarstufe I im Schuljahr 2010/11: Wegfall der Jahrgangsstufe 10 aufgrund der Umstellung
auf G8; Gymnasiasten*innen im Schuljahr 2013/14: Doppelter Abiturjahr in 2013 aufgrund der Umstellung auf G8
18
3.1.2 Schulformbesuchsquote (Jahrgangsstufen 5 bis 13)
Die Schulformbesuchsquote wird als Quotient aus der Anzahl der Schüler*innen der
jeweiligen Schulform (Zähler) und der Anzahl der Sc hüler*innen an weiterführenden
Schulen insgesamt (Nenner) berechnet und gibt Ausku nft über die Verteilung der
Schüler*innen auf die weiterführenden Schulformen.
Die Ausprägung der Kennzahl wird bei gegebenem Schulplatzangebot und gegebener
Anzahl schulformspezifischer Jahrgangsstufen von de n Schulformpräferenzen beim
Übergang in die Sekundarstufe I (siehe 3.3.2) sowie den schulformspezifischen Ver-
weildauern (siehe 3.3.1) und Schulformwechseln (siehe 3.3.3) beeinflusst.
Wenn Schulformpräferenzen aufgrund von fehlenden Sc hulplatzangeboten nicht ent-
scheidungswirksam werden, ist die Aussagekraft der Kennzahl in Bezug auf den be-
nötigten Schulplatzbedarf und das angestrebte Bildungsniveau eingeschränkt .
Dies trifft auf Köln zweifellos zu, worauf die hohe Zahl der Ablehnungen hindeutet, die
von Gesamtschulen trotz zunehmender Gesamtschulkapa zitäten seit Jahren ausge-
sprochen werden müssen; zum Schuljahr 2021/22 waren es 695 Ablehnungen. Gleich-
wohl sensibilisiert die Kennzahl für die Dynamik des Strukturwandels.
Im Schuljahr 2019/20 wurden in Köln 62.797 Schüler* innen an den vier weiterführen-
den Schulformen Hauptschule und Realschule in den J ahrgangsstufen 5 bis 10, an
einem Gymnasium in den Jahrgangsstufen 5 bis 12 und an einer Gesamtschule in den
Jahrgangsstufen 5 bis 13 unterrichtet; davon besuchten 49,2% ein Gymnasium, 24,2%
18,5%
20,7%
44,6%
16,2%
8,5%
50,1%
7,5%
19,1%
49,2%
24,2%
Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschule
Abb. 2: Schulformbesuchsquoten (Jahrgangsstufen 5 bis 13)
- Verteilung der Schüler*innen auf die Schulformen -
2005/06 2010/11 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 (100%=62.797)
19
eine Gesamtschule, 19,1% eine Realschule und 7,5% e ine Hauptschule (Abbildung
2).
Der Zeitvergleich der Schulformquoten macht den anh altenden Strukturwandel der
Kölner Schullandschaft sichtbar und zeigt Veränderungen von Entwicklungstrends.
Eine Fortsetzung des Trends zeigt sich für Real- und Gesamtschulen . So setzt sich
der moderate aber kontinuierliche Rückgang der Real schulbesuchsquote von 20,7%
im Schuljahr 2005/06 auf 19,1% im Schuljahr 2019/20 fort. Die Gesamtschulbesuchs-
quote steigt weiter auf 24,2% im Schuljahr 2019/20.
Demgegenüber ist für Hauptschulen nach einem deutlichen Rückgang vom Schuljahr
2005/06 (18,5%) bis zum Schuljahr 2015/16 (8,5%) eine Abschwächung der Entwick-
lung in den darauffolgenden Jahren feststellbar (Sc huljahr 2019/20: 7,5%). Die Gym-
nasialquote entwickelt sich in Köln nach langen Jahren des Anstiegs seit dem Schul-
jahr 2017/18 (50,1%) leicht rückläufig (Schuljahr 2019/20: 49,2%).
Städtevergleich: Im Vergleich mit dem landesweiten Durchschnitt ist in Köln , ähnlich
wie in Düsseldorf, Essen, Bonn und Münster , das mehrgliedrige Schulsystem
stärker (Summe der Schulformbesuchsquoten von Haupt-, Real schule und Gymna-
sium; 75,8%; NRW: 66,1%) und das Gesamtschulsystem schwächer (24,2%; NRW:
28,2%) ausgeprägt. Diese fünf Städte weisen zudem ü berdurchschnittlich hohe gym-
nasiale Schulformbesuchsquoten bei sehr unterschiedlichen Haupt- und Realschulbe-
suchsquoten auf.
Für Duisburg, Wuppertal und Bochum zeigen sich vergleichsweise hohe Gesamt-
schulbesuchsquoten (33% bis 47%) und große Unterschiede zwischen den Be-
suchsquoten der Schulformen des mehrgliedrigen Systems. In Bielefeld und Duisburg
läuft die Schulform Hauptschule aus.
Tab. 1: Städtevergleich NRW: Schulformbesuchsquoten (Jahrgänge 5 bis 13) im Schuljahr 2019/20 16
16 Primusschulen : Seit 2013/14 wird an fünf PRIMUS-Schulen ein Schulversuch zum längeren gemeinsamen Ler-
nen durchgeführt. Mit dem Schulversuch sollen unter wissenschaftlicher Begleitung Erkenntnisse gewonnen
werden, ob Schüler*innen durch längeres gemeinsames Lernen von Klasse 1 bis 10 ohne Schulwechsel zu be s-
seren Abschlüssen geführt werden können.
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Hauptschule 4,9% 7,1% 2,0% 3,9% 7,9% 5,5% 7,5% 5,4% 1,6% 4,2% 8,2%
Realschule 17,7% 20,4% 8,8% 21,2% 22,8% 13,8% 19,1% 16,4% 26,8% 15,7% 21,8%
Gymnasium 43,4% 53,9% 34,7% 49,4% 36,6% 58,8% 49,2% 58,6% 43,1% 40,6% 41,8%
Gesamtschule 28,2% 18,6% 47,0% 22,8% 32,8% 21,9% 24,2% 14,7% 25,4% 35,0% 26,9%
Sekundarschule 5,3% - 7,6% 2,6% - - - 2,2% 3,2% 4,5% 1,2%
PRIMUS-Schule 0,2% - - - - - - 2,7% - - -
Gemeinschaftsschule 0,3% - - - - - - - - - -
Insgesamt 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 10 0%
Haupt-, Realschule, Gymnasium 66,1% 81,4% 45,4% 74,6% 67,2% 78,1% 75,8% 80,4% 71,5% 60,5% 71,8%
20
Darauf, dass der Strukturwandel in NRW und in Köln noch nicht abgeschlossen ist,
weist die Entwicklung der Übergangsquoten in die Sekundarstufe I hin (3.3.2).
Deutschland: Deutschlandweit sind in den letzten beiden Jahrzehn ten immer mehr
Länder dazu übergegangen, nach der Grundschulzeit n eben dem Gymnasium nur
noch eine Schulform vorzuhalten, die mehrere Bildungsgänge (Hauptschul- und Real-
schulbildungsgang und teilweise auch die gymnasiale Oberstufe) unter einem Dach
vereinen. Die Autorengruppe Bildungsberichterstattu ng spricht von einem Trend zur
Verschlankung des Schulformangebots in Richtung unterschiedlich akzentuierter
2-Säulen-Modelle, der sich gegenwärtig zu konsolidieren scheint.17 Dabei unterschei-
det die Autorengruppe drei schulstrukturelle Ländergruppen:
zweigliedrige Schulsysteme in sechs Bundesländern : neben dem Gymnasium existiert
nur noch eine weitere Schulform mit drei Bildungsgä ngen und in Sachsen mit zwei
Bildungsgängen (Berlin, Bremen, Hamburg, Saarland, Schleswig-Holstein und Sach-
sen)
zweigliedrig erweiterte Schulsysteme in fünf Bundes ländern : neben dem Gymnasium
existieren nur noch Schulformen mit zwei oder drei Bildungsgängen (Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz)
erweiterte traditionelle Schulsysteme in fünf Bundesländern : das fortbestehende drei-
gliedrige Schulsystem (Hauptschule, Realschule, Gym nasium) wird ergänzt durch
Schulformen mit mehreren Bildungsgängen (Baden-Würt temberg, Bayern, Hessen,
Niedersachen, Nordrhein-Westfalen )18 Auch innerhalb dieser Ländergruppe sind die
schulstrukturellen Unterschiede erheblich.
Tab. 2: Ländergruppe „erweiterte traditionelle Schulsysteme“: Schulformbesuchsquoten (Jahrgangsstufe
5 bis 13) im Schuljahr 2019/20
Sekundarschulen : Die Sekundarschule ergänzt seit dem 20. Oktober 2011 als integrierte Schulform das Ange-
bot der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen und bereitet sowohl auf eine berufliche Ausbildung als auch
auf die Allgemeine Hochschulreife vor. In der Doppeljahrgangsstufe 5 / 6 wird das gemeinsame Lernen der
Grundschule in möglichst heterogenen Klassenverbänden mit Binnendifferenzierung fortgeführt. Ab der Klasse
7 gibt es unterschiedliche Organisationsformen.
17 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2020, Seite 148
18 Ebenda, Seite 108
Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschule Schularten mit
mehreren Bildungsgängen
Baden-Württemberg 7,0% 30,8% 42,5% 19,7% -
Bayern 26,6% 31,1% 42,0% 0,3% -
Hessen 5,5% 17,5% 54,4% 18,3% -
Niedersachsen 4,7% 12,8% 45,2% 16,9% 20,5%
Nordrhein-Westfalen 5,0% 17,7% 43,4% 28,7% 5,3%
21
3.1.3 Schulformbesuchsquote (Jahrgangsstufen 5, 7 und 9)
Die Kennzahl wird als Quotient aus den Lernenden eines Jahrgangs und einer Schul-
form (Zähler) und allen Lernenden eines Jahrgangs ( Zähler) berechnet und gibt Aus-
kunft über jahrgangsspezifische Unterschiede der Bi ldungsteilnahme. Die Kennzahl
wird beeinflusst vom Schulwahlverhalten beim Überga ng in die Sekundarstufe I
(3.3.2), von der Verweildauer (3.3.1) und von Schulformwechseln (3.3.3 und 3.3.4).
Im Schuljahr 2015/16 haben 6,7% der Fünftklässler*innen eine Hauptschule besucht.
Zwei Jahre später, im Schuljahr 2017/18, lernten 10 ,3% der Siebtklässler*innen an
einer Hauptschule und wieder zwei Jahre später, im Schuljahr 2019/20 waren es
11,3%. Insgesamt ist festzustellen, dass an Hauptschulen die Jahrgangsstärken in den
höheren Jahrgängen aufgrund der Aufnahme von Realsc hülern*innen und Klassen-
wiederholungen zunehmen (Abbildung 3).
Auch an Realschulen lernen in der 7. Jahrgangsstufe mehr Schüler*innen als in der
5. Jahrgangsstufe, weil auch hier Klassenwiederholu ngen in einem relevanten Aus-
maß stattfinden und weil mehr Gymnasiasten*innen au fgenommen werden als Real-
schüler*innen an Hauptschulen wechseln. Allerdings fällt der Anstieg der Jahr-
gangstärke geringer aus als an Hauptschulen.
Demgegenüber sinkt die Jahrgangsstärke an Gymnasien vor allem im Anschluss an
die Erprobungsstufe deutlich, während sich die Gesamtschul besuchsquoten in den
höheren Jahrgängen nahezu nicht verändern. Schulfor mwechsel spielen für diese
Schulform keine Rolle.
6,7%
22,1%
48,4%
22,8%
10,3%
24,3%
43,9%
21,6%
11,3%
23,5%
42,9%
22,3%
Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschule
Abb. 3: Schulformbesuchsquoten der Jahrgangsstufen 5, 7 und 9
- Verteilung der Schüler*innen dieser Jahrgangsstufen auf die Schulformen -
Jahrgang 5 im SJ 2015/16 (100%=8.258) Jahrgang 7 im SJ 2017/18 (100%=8.981) Jahrgang 9 im SJ 2019/20 (100%=9.026)
22
3.1.4 Ganztagsquote (Jahrgangsstufen 1 bis 10)
Die Ganztagsquote wird als Quotient aus der Anzahl der Lernenden, die einen Ganz-
tagsplatz in Anspruch nehmen (Zähler), und der Anza hl der Lernenden insgesamt
(Nenner) berechnet und gibt Hinweise auf das Erreic hen von gleichstellungs- und
bildungspolitischen Zielsetzungen . Letztere sind vor allem im Zusammenhang mit
der Kompensation von Bildungsbenachteiligung von Interesse. Der offene Ganztag im
Primarbereich kann freiwillig gewählt werden. Die Teilnahme am Ganztag an einer ge-
bundenen weiterführenden Ganztagsschule ist hingegen verpflichtend.
Im Schuljahr 2019/20 haben stadtweit 78% der Grunds chüler*innen den Ganztag be-
sucht. An den weiterführenden Schulen wird die höch ste Ganztagsquote bei den Ge-
samtschulen erreicht (100%) (Abbildung 4). Deutlich geringere Ganztagsquoten sind
für die übrigen Schulformen festzustellen: Gymnasien mit 62%, Realschulen mit 51%
und Hauptschulen mit 46%.
Die Entwicklung der Kennzahl in den vergangenen Jah ren zeigt, dass sich die Ganz-
tagsquoten der Grundschulen, Realschulen und Gymnas ien deutlich erhöht haben.
Lediglich für Hauptschulen entwickelt sich die Quote seit dem Schuljahr 2015/16 rück-
läufig, weil von den nachfragebedingten Schließungen der letzten Jahre ausschließlich
Standorte mit Ganztagsangebot betroffen waren.
Anmerkung: Die Ganztagsquote der Gesamtschulen liegt im Schuljahr 2019/20 unterhalb von 100%, weil die 2019
gegründete Gesamtschule Lindenthal den Ganztagsbetrieb noch nicht aufgenommen hatte..
Im Kontext bildungspolitischer Zielsetzungen wäre wünschenswert, dass Grundschu-
len mit hoher Armutsbelastung höhere Ganztagsquoten auf weisen als Grundschulen
53%
40%
13%
18%
99%
78%
46%
51%
62%
99%
Grundschule Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschu le
Abb. 4: Ganztagsquoten (Jahrgangsstufen 1 bis 10)
- Anteil der Schüler*innen im Ganztag von allen Lernenden differenziert nach Schulform -
2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
23
mit niedriger Armutsbelastung (positiver statistisc her Zusammenhang). Tatsächlich
zeigt sich aber ein mittlerer negativer Zusammenhang (r=-0,35; zu Korrelationsberech-
nungen und Interpretation siehe 3.5.2). 18 Grundsch ulen mit einer SGB II-Quote von
mindestens 40% erreichten nur eine unterdurchschnit tliche Ganztagsquote in Höhe
von 69%. Demgegenüber belief sich die Ganztagsquote der 73 Grundschulen, die
SGB II-Quoten von höchstens 20% aufwiesen, auf einen überdurchschnittlichen Wert
von 84%. Eine Erklärung hierfür könnten empirische Befunde sein, die einen positiven
Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss und der Teilnahme am Ganztag
zeigen. 19
Grundschulstandorte mit höheren SGB II-Quoten und geringen Ganztagsquoten wer-
den derzeit von der Verwaltung in den Blick genomme n. In erster Linie aus bildungs-
politischen Erwägungen, aber auch zur Vorbereitung des Rechtsanspruchs auf ganz-
tägige Betreuung ab 2025, ist eine erhebliche Verbe sserung der Ganztagsquoten an
diesen Standorten vorgesehen. Ursächlich für die sc hlechten Ganztagsquoten sind
häufig die räumlichen Rahmenbedingungen. Die betroffenen Schulen werden deshalb
unter Beteiligung der Ganztagsträger und der Schull eitungen im Hinblick auf die
Raumsituation, das pädagogische Konzept, die Verpfl egungssituation, die Entwick-
lung der Schülerzahlen, die Lage im Sozialraum sowie die bereits vorgesehenen Bau-
maßnahmen sehr kleinteilig betrachtet und bewertet. Hierbei wird auch geprüft, ob Mo-
difizierungen des pädagogischen Ganztagskonzeptes oder des Verpflegungssystems
eine noch effektivere Nutzung aller vorhandenen Schulräume ermöglichen. Dabei wird
auch die Anmietung von außerschulischen Räumlichkeiten für die Zwecke des Ganz-
tages in Erwägung gezogen.
Bei den weiterführenden Schulen fällt auf, dass die Ganztagsquote der Hauptschulen ,
die als eine besonders herausgeforderte Schulform in Bezug auf die bildungsbiografi-
schen Risiken ihrer Schüler*innen bezeichnet werden kann, deutlich niedriger ausfällt
als Ganztagsquote der Gymnasien.
Städtevergleich: Im Vergleich mit dem NRW-Durchschnitt zeigt sich, d ass Köln vor
allem an Gymnasien aber auch an Grund- und Realschu len vergleichsweise hohe
Ganztagsquoten erreicht, während die Ganztagsbesuch squote der Hauptschulen un-
ter dem Landesdurchschnitt liegt.
Tab. 3: Städtevergleich NRW: Ganztagsquoten (Jahrgänge 1 bis 10) im Schuljahr 2019/2020
19 Bildungsbericht Ganztagsschule NRW 2018, http://www.forschungsverbund.tu-dortmund.de/fileadm in/u-
ser_upload/BiGa_2018_Webversion.pdf , Seite 12 (abgerufen am 27.01.2021)
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Grundschule 48% 66% 38% 47% 36% 67% 78% 66% 59% 51% 54%
Hauptschule 61% 60% 0% 36% 19% 73% 46% 70% 100% 100% 52%
Realschule 25% 23% 0% 16% 19% 36% 51% 14% 71% 42% 7%
Gymnasium 28% 43% 27% 20% 12% 18% 62% 22% 34% 7% 21%
Gesamtschule 99% 100% 100% 100% 100% 99% 99% 100% 85% 100% 100%
24
Deutschland: Die Bundesländer Hamburg, Berlin, Thüringen und Nor drhein-Westfa-
len haben im letzten Jahrzehnt eine vergleichbare G anztagsstrategie in der Primar-
stufe verfolgt, die sich auf den Ausbau schulische Ganztagsangebote konzentriert und
bestehende Hortangebote entsprechend überführt oder nahezu abgeschafft hat 20 . Der
für NRW ab 2025 geplante Rechtsanspruchs auf ganztä gige Bildung im Grundschul-
alter lässt erwarten, dass die aktuell im Vergleich mit diesen Ländern sehr niedrige
Ganztagsbesuchsquote für NRW künftig ansteigen wird.
Tab. 4: Bundesländer mit vergleichbarer Ganztagsstrategie: Ganztagsquoten im Schuljahr 2018/2019
3.1.5 Sonderpädagogische Förderung (Jahrgangsstufen 1 bis 10)
Sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf kann geltend gemacht werden, wenn die
Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so beeinträchti gt sind, dass der Lernende dem
Unterricht nur mit besonderer Unterstützung folgen kann.
Die Förderquote wird als Quotient aus der Anzahl der Lernenden, für die ein sonder-
pädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wurde (Zähler), und der Anzahl aller
Lernenden (Nenner) berechnet und informiert über da s Ausmaß des festgestellten
sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs nach AO-SF NRW .
Die Förderschulbesuchsquote (= Exklusionsquote ) wird als Quotient aus der Anzahl
der Lernenden, die eine Förderschule besuchen (Zähler), und der Anzahl aller Lernen-
den (Nenner) berechnet und informiert über das Ausmaß der exklusiven Beschu-
lung .
Die Inklusionsquote wird als Quotient aus der Anzahl der Lernenden an einer Regel-
schule, für die ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wurde (Zäh-
ler), und der Anzahl aller Lernenden an einer Regel schule (Nenner) berechnet und
informiert über das Ausmaß der inklusiven Beschulung .
Die Förderquote errechnet sich als Summe von Exklusions- und Inklusionsquote.
In Anlehnung an die Festlegungen der Deutschen UNES CO-Kommission e.V. bezie-
hen sich die Kennzahlen auf die Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 bis 10.
3.1.5.1 Förderquote
Zuständig für das Feststellungsverfahren ist die Schulaufsichtsbehörde des Landes
NRW . Dies sind als unmittelbare Schulaufsichtsbehörden für Köln das Schulamt für
die Stadt Köln für Grund- und Hauptschulen sowie die Bezirksregierung für alle ande-
ren Schulformen. Sie entscheiden über den Förderschwerpunkt und die Notwendigkeit
zieldifferenter Förderung (§ 10 AO-SF NRW).
20 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung i n Deutschland 2020, Seite 121
Hamburg Thüringen Berlin Nordrhein-Westfalen
Ganztagsquote (Primarstufe) 92% 85% 70% 47%
25
Im Schuljahr 2019/20 hatten 7.886 Lernende einen so nderpädagogischen Unterstüt-
zungsbedarf; darunter drei Viertel aufgrund einer Lern – und Entwicklungsbeein-
trächtigung (Abbildung 5). Hierzu zählen die Förderschwerpunkte Lernen, emotionale
und soziale Entwicklung sowie Sprache, die sich häu fig gegenseitig bedingen oder
wechselseitig verstärken können. Häufig wachsen die Betroffenen in familialen Risi-
kolagen auf, für die Armut in Verbindung mit sozialer Benachteiligung, große Distanz
zu Bildungs- und Erziehungseinrichtungen sowie Entw icklungsverzögerungen auf-
grund von fehlenden Anregungen und verlässlichen Bindungen charakteristisch sind. 21
Die Förderquote belief sich auf 8,7% und ist seit dem Schuljahr 2005/06 (6,1%) kon-
tinuierlich gestiegen. Der stärkste Anstieg hat zum Schuljahr 2019/20 stattgefunden
(plus 0,5 Prozentpunkte oder plus 458 Lernende).
Seit dem Schuljahr 2005/06 haben die Förderquoten u nd Schülerzahlen aller Förder-
schwerpunkte außer „Lernen“ und „Sehen“ zugenommen (Abbildung 6). Die stärksten
Zuwächse zeigen sich in den Förderbereichen emotionale und soziale Entwicklung
mit einem Anstieg der Förderquote von 1,1% auf 2,5% (plus 1.231 Lernende) und
Sprache mit einer Verdoppelung von 0,8% auf 1,6% (plus 726 Lernende). Ferner wer-
den deutlich mehr Lernende aufgrund einer geistigen Entwicklungsbeeinträchti-
gung gefördert (plus 350 Lernende).
21 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Lande s Nordrhein-Westfalen, Sonderpädagogische Förder-
schwerpunkte in NRW, Ein Blick aus der Wissenschaft in die Praxis (2016), Seiten 11 und 41, https://broschue-
ren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/ msb/sonderpaedagogische-foerderschwerpunkte-in-
nrw/2240 (abgerufen am 03.09.2020)
Lernen; 27,8%
Emotionale und soziale
Entwicklung; 29,0%
Sprache; 18,4%
Körperliche und
motorische
Entwicklung; 8,9%
Geistige
Entwicklung;
10,6%
Hören und
Kommunikation; 4,3%
Sehen; 1,0%
Abb. 5: Schüler*innen nach Förderschwerpunkt im Schuljahr 2019/20
(100%=7.886)
26
Im Vergleich mit dem Vorjahr verdient im Schuljahr 2019/20 der Zuwachs im Förder-
schwerpunkt Lernen besondere Beachtung (plus 237 Lernende). Dieser Ans tieg hat
ausschließlich an Regelschulen stattgefunden, mit einem Anteil von 70% überwiegend
an weiterführenden Schulen. An den Gesamtschulen si nd fast ausschließlich auslän-
dische Lernende vom Anstieg betroffen; an den Hauptschulen sind mehr ausländische
Lernende und an Realschulen mehr deutsche Lernende betroffen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Anteil der Schül er*innen im Bildungsgang Lernen
in Zukunft entwickelt und sich auf die Abgangsquote ohne Hauptschulabschluss
auswirkt. 2019 hatten rund 28% der Abgänge ohne Hau ptschulabschluss (165 von
590) einen Abschluss im zieldifferenten Bildungsgang Lernen erworben (3.4.1).
Die Frage nach den Ursachen einer Entwicklung, in der für immer mehr Schüler*innen
eine fehlende Passung zwischen individueller Lernmöglich keit und dem Bil-
dungssystem festgestellt wird, wird drängender. Gemäß der Zustä ndigkeit für das
Verfahren wären hier in erster Linie das Land als o berste Schulaufsichtsbehörde und
als Arbeitgeber der begutachtenden Expertise aus dem Bereich der Sonderpädagogik
sowie die unmittelbaren Schulaufsichtsbehörden gefragt. Die Ergebnisse könnten als
Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen verwend et werden, die Stigmatisie-
rung vermeiden hilft und die Einbettung sonderpädag ogischer Expertise in ein multi-
professionelles Unterstützungssystem vorantreibt.
Der Anstieg der Förderquote ist auch im Zusammenhang mit der teils prekären Raum-
situation an Kölner Schulen relevant, solange der Schulträger im Einvernehmen mit
2,7%
1,1%
0,8%
0,6%
0,5%
0,2%
0,1%
2,4%
2,5%
1,6%
0,8%
0,9%
0,4%
0,1%
LE ES SQ KM GG HK SE
Abb. 6: Förderquote nach Förderschwerpunkt
2005/06 2009/10 2013/14 2017/18 2018/19 2019/20
Vergleich mit
SJ 2005/06
Vergleich mit
Vorjahr
LE 2.467 1.955 2.192 -275 237
ES 1.054 2.208 2.285 1.231 77
SQ 722 1.381 1.448 726 67
KM 582 697 703 121 6
GG 484 789 834 350 45
HK 216 320 342 126 22
SE 87 78 82 -5 4
insg. 5.612 7.428 7.886 2.274 458
Anzahl der Lernenden mit Unterstützungsbedarf
SJ 2019/20
SJ 2005/06 SJ 2018/19
27
den Schulleitungen einer Begrenzung der Klassengröß en im Gemeinsamen Lernen
zustimmt.
3.1.5.2 Exklusions- und Inklusionsquote
Seit dem Schuljahr 2005/06 hat sich die Inklusionsquote bis auf 4,6% vervielfacht
(2005/06: 0,8% oder 1,2% im Schuljahr 2010/11) mit einer unterschiedlich starken Be-
teiligung der einzelnen Förderschwerpunkte.
Die Exklusionsquote ist bis zum Schuljahr 2017/18 auf 4% gesunken (2005/06: 5,3%
oder 5,6% im Schuljahr 2010/11) und verharrt seit 3 Jahren auf diesem Niveau. Dies
entspricht einem Rückgang der Förderschüler*innen um 1.163 Lernende oder um 24%
seit dem Schuljahr 2010/11. Der Rückgang der Exklus ionsquote betraf in erster Linie
den Förderbereich Lernen (Abbildung 7). Ebenfalls, wenn auch deutlich weniger stark,
sind die Exklusionsquoten in den Förderschwerpunkten Sprache, körperlich-motori-
sche Entwicklung und Sehen gesunken.
In den übrigen Förderbereichen, sind die Exklusions quoten in den Vergleichsjahren
2019/20 und 2010/11 identisch, was aufgrund der ste igenden Gesamtschülerzahlen
mit einer Zunahme der Lernenden an den Förderschulen verbunden war: emotio-
nale und soziale Entwicklung (plus 111 Lernende oder plus 12%), geistige Entwick-
lung (plus 48 Lernende oder plus 9,7%), Hören und Kommunikation (plus 19 Lernende
oder plus 9,4%).
2,3%
0,3%
1,1%
0,4%
0,9%
0,2%
0,5%
0,2%
0,6%
0,1%
0,2%
0,1%
0,9%
1,5%
1,1%
1,4%
0,7%
0,9%
0,4%
0,4%
0,6%
0,3%
0,2%
0,1%
0,05% 0,04%
EQ IQ EQ IQ EQ IQ EQ IQ EQ IQ EQ IQ EQ IQ
LE ES SQ KM GG HK SE
Abb. 7: Exklusions (EQ)- und Inklusionsquoten (IQ) nach Förderschwerpunkt
2010/11 2014/15 2018/19 2019/20
Vergleich mit
SJ 2010/11
Vergleich mit
Vorjahr
Förderschule 1.961 1.257 802 806 -1.155 4
Regelschule 256 607 1.153 1.386 1.130 233
Förderschule 901 863 991 1.012 111 21
Regelschule 334 987 1.217 1.273 939 56
Förderschule 733 730 663 650 -83 -13
Regelschule 199 429 718 798 599 80
Förderschule 462 402 375 380 -82 5
Regelschule 142 268 322 323 181 1
Förderschule 497 509 539 545 48 6
Regelschule 71 144 250 289 218 39
Förderschule 202 194 221 221 19 0
Regelschule 18 78 99 121 103 22
Förderschule 66 45 44 45 -21 1
Regelschule 8 17 34 37 29 3
Förderschule 4.822 4.000 3.635 3.659 -1.163 24
Regelschule 1.028 2.530 3.793 4.227 3.199 434
GG: geistige
Entwicklung
HK:
Hören/Kommunikation
SE: Sehen
Insg.
LE: Lernen
ES: emotionale-soziale
Entwicklung
SQ: Sprache
KM: körperliche-
motorische Entwicklung
SJ 2019/20
2010/11 2014/15 2018/19
Lernende nach Förderschwerpunkt und Lernort
28
Im Vergleich mit dem Vorjahr ist die Zahl der Lerne nden an Förderschulen um insge-
samt 24 Schüler*innen gestiegen (Abbildung 8).
Von den 3.659 Förderschülern*innen besuchten 810 Le rnende (oder 22%) eine För-
derschule des Landschaftsverbandes Rheinland (Sprache Sekundarstufe I, körperlich-
motorische Entwicklung und Sinnesbeeinträchtigungen). Im Vergleich mit dem Vorjahr
sank die Schülerzahl an den Förderschulen des Landschaftsverbandes Rheinland um
insgesamt 10 Lernende.
Zunehmende Schülerzahlen mit Unterstützungsbedarf an Regelschulen, die teils weit
über den Rückgang der Schülerzahlen an Förderschule n hinausgehen, werden auch
deutschlandweit beobachtet. Als Gründe für diese En twicklung werden zum Beispiel
diskutiert:
• Mehr Lernende sind den Anforderungen der Regelschu le nicht gewachsen.
• Wenn Schulen mehr diagnostizierte Lernende melden, erhalten sie mehr Res-
sourcen (Ressourcen-Etikettierungs-Dilemma).
• Die Diagnosekompetenzen von Lehrkräften haben sich verbessert.
• Diagnosen wirken in Zeiten der Inklusion weniger s tigmatisierend.
22
22 Hollenbach-Biele, Nicole und Klemm, Klaus, Inklusi ve Bildung zwischen Licht und Schatten: Eine Bilanz nach
zehn Jahren inklusiven Unterrichts, Bertelsmann-Sti ftung (Hg), Seite 13 f. https://www.bertelsmann-stif-
tung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePubl ikationen/20200625_Inklusive-Bildung-Zwischen-Licht -
und-Schatten_ST-IB.pdf (abgerufen am 18.08.2020)
2.276
793
649
476 440
201
80
806
1.012
650
380
545
221
45
Lernen emotionale und
soziale
Entwicklung
Sprache körperliche und
motorische
Entwicklung
geistige
Entwicklung
Hören und
Kommunikation
Sehen
Abb. 8: Schüler*innen an Förderschulen nach Förderschwerpunkt
2005/06 2010/11 2014/15 2017/18 2018/19 2019/20
29
Weitere Informationen zur Inklusionsentwicklung an Kölner Schulen können dem Mo-
nitoringbericht „Inklusionsentwicklung an Kölner Schulen – Schülerinnen und Schüler
mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf“; Stand Schuljahr 2019/20 (Session
3210/2020) entnommen werden.
Städtevergleich: Die Exklusionsquote in Köln liegt unterhalb des lan desweiten Wer-
tes von 4,3% und wird lediglich von Bonn (3,5%) unt erschritten. Die höchste Exklusi-
onsquote erreicht Essen (5,7%).
Tab. 5: Städtevergleich NRW: Exklusionsquoten im Schuljahr 2019/2020
Deutschland: Im Schuljahr 2018/19 lag die Exklusionsquote in NRW mit 4,6% über
dem deutschlandweiten Wert von 4,2%. Die niedrigsten Quoten wurden in Bremen mit
0,9% und Schleswig-Holstein mit 2,2% erreicht und die höchsten Quoten in Sachsen-
Anhalt mit 6,1% und Mecklenburg-Vorpommern mit 5,7%.
Tab. 6: Deutschland, Bundesländer: Exklusionsquoten in den Schuljahren 2008/09 und 2018/19
3.2 Klassengröße
3.2.1 Durchschnittliche Klassengröße (Jahrgangsstufen 1 bis 10)
Die Kennzahl gibt Auskunft über die Zahl der Lernen den je Klasse und kann zur Be-
schreibung der Unterrichtssituation herangezogen werden. Tendenziell kann in
kleineren Klassen eine intensivere Betreuung der Le rnenden durch die Lehrkräfte
stattfinden, jedoch steigen mit kleinen Klassengrößen die Kosten.
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Lernende Jg. 1 bis 10 1.638.620 52.400 45.185 50.870 33. 065 32.415 91.135 26.255 31.795 30.030 52.090
Lernende an Förderschulen 69.855 2.140 2.140 2.880 1.475 1.150 3.690 1.115 1.530 1.530 2.545
Exklusionsquote 4,3% 4,1% 4,7% 5,7% 4,5% 3,5% 4,0% 4,2% 4,8% 5,1% 4,9%
2008/09 2018/19 Differenz in
Prozentpunkten
Rheinland-Pfalz 3,8 4,2 0,4
Baden-Württemberg 4,5 4,8 0,3
Bayern 4,5 4,7 0,2
Saarland 4,0 4,0 0
Hessen 3,9 3,4 -0,5
Nordrhein-Westfalen 5,1 4,6 -0,5
Schleswig-Holstein 3,1 2,2 -0,9
Niedersachsen 4,4 3,2 -1,2
Sachsen 6,9 5,6 -1,3
Brandenburg 5,4 4,0 -1,4
Berlin 4,2 2,4 -1,8
Hamburg 4,9 2,9 -2
Sachsen-Anhalt 8,7 6,1 -2,6
Mecklenburg-Vorpommern 8,9 5,7 -3,2
Bremen 4,6 0,9 -3,7
Thüringen 7,5 3,7 -3,8
Deutschland 4,8 4,2 -0,6
Quelle: Inklusive Bildung zwischen Licht und Schatt en: Eine Bilanz nach zehn Jahren
inklusiven Unterrichts, Bertelsmann Stiftung (Hrsg. ), Seite 11
30
Zusätzlich wird die durchschnittliche Anzahl der Lernenden mit sonderpädagogi-
schem Unterstützungsbedarf in der Klassengemeinschaft als Indikator für die Hete-
rogenität der Lerngruppen betrachtet.
Im Schuljahr 2019/20 lernten in Köln 37.809 Grundsc hüler*innen in 1.597 Regelklas-
sen (23,7 Lernende pro Klasse) und 48.068 Lernende der Jahrgangsstufen 5 bis 10 in
1.798 Regelklassen. Die durchschnittliche Klassengröße variiert zwischen den
Schulformen : Hauptschule: 21,7 Lernende, Realschule: 27,4 Lernende, Gymnasium:
27,8 Lernende und Gesamtschule: 26,7 Lernende.
Die größten Klassen ohne förderbedürftige Mitschüler*innen
23 wurden an Gymna-
sien gebildet (27,9 Lernende), dicht gefolgt von Gesamtschulklassen (27,7 Lernende)
und Realschulklassen (27,5 Lernende). An Hauptschulen lernten lediglich 21,3 Schü-
ler*innen in einer Klasse und an den Grundschulen 23,9 (Abbildung 9).
Außer an Hauptschulen (hier liegen die Klassengrößen im Durchschnitt unterhalb des
Richtwerts) lernten in Klassen mit förderbedürftigen Lernenden weniger Schüler*innen
als in Klassen ohne förderbedürftige Lernende.
23 Aus Vereinfachungsgründen ist im Folgenden von „Kl assen mit/ohne förderbedürftige Lernende“ die Rede,
wenn mindestens ein/e Mitschüler*in mit einem festg estellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf zur
Klassengemeinschaft zählt.
23,9
21,3
27,5 27,9 27,7
23,3
21,8
27,3
26,2 26,3
2,7 3,3 2,8
1,7
3,6
Grundschule
(40% der Klassen mit
förderbedürftigen SuS)
Hauptschule
(78% der Klassen mit
förderbedürftigen SuS)
Realschule
(50% der Klassen mit
förderbedürftigen SuS)
Gymnasium
(8% der Klassen mit
förderbedürftigen SuS)
Gesamtschule
(73% der Klassen mit
förderbedürftige SuS)
Abb. 9: Durchschnittliche Klassengröße ohne/mit förderbedürftigen Schülern*innen
(SuS) und Anzahl förderbedürftiger SuS pro Klasse in den Jahrgangsstufen 1 bis 10
(SJ 2019/20)
SuS pro Klasse (ohne förderbedürftige SuS) SuS pro Klasse (mit förderbedürftigen SuS) förderbedürftige SuS pro Klasse
31
In 40% der Grundschulklassen wurde mindestens ein förderbedürftiges Kind unter-
richtet. Im Durchschnitt lernten an Grundschulen 2,7 Kinder mit sonderpädagogischem
Förderbedarf in Klassen mit durchschnittlich 23,3 Lernenden.
In 78% der Hauptschulklassen und in 73% der Gesamts chulklassen gehörte mindes-
tens ein förderbedürftiger Lernender zur Klassengem einschaft. In Hauptschulklassen
lernten im Durchschnitt 3,3 förderbedürftige Lernen de in Klassen mit durchschnittlich
21,8 Lernenden. Im Vergleich mit den Hauptschulen l ernten an Gesamtschulen mehr
förderbedürftige Lernende (3,6 Lernende) in größeren Klassen (26,3 Lernende).
An 50% der Realschulklassen wurde mindestens ein fö rderbedürftiger Lernender un-
terrichtet. Im Vergleich mit Haupt- und Gesamtschul en lernten im Durchschnitt aller
Realschulen weniger förderbedürftige Lernende (2,8 Lernende) in größeren Klassen-
gemeinschaften (27,3 Lernende).
Städtevergleich: Die Kennzahl „Klassenfrequenz“ im Städtevergleich s chließt die
Vorbereitungsklassen ein, während sie in den für Kö ln dargestellten Berechnungen
aufgrund der geringen Schülerzahl unberücksichtigt bleiben. Dementsprechend über-
steigen die Kölner Klassenfrequenzen (Hauptschule: 21,7; Realschule: 27,4; Gymna-
sium: 27,8; Gesamtschule: 26,7) die Werte im Städtevergleich.
Die durchschnittliche Größe Kölner Gymnasialklassen liegt über dem NRW-Durch-
schnittswert und befindet sich im Städtevergleich i n etwa auf dem Niveau der Städte
Düsseldorf, Bonn und Bielefeld . Die Klassengrößen an Kölner Grund- und Real-
schulen entsprechen in etwa dem NRW-Durchschnitt, während die Klassengrößen an
Haupt- und Gesamtschulen unterhalb des NRW-Durchschnittswertes liegen.
Tab. 7: Städtevergleich NRW: Klassengrößen (einschließlich Vorbereitungsklassen) im Schuljahr 2019/20
Vorbereitungsklassen: Kinder und Jugendliche, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht in Regelklas-
sen unterrichtet werden können, werden Vorbereitungsklassen zugewiesen
3.2.2 Durchschnittliche Klassengröße (Jahrgangsstufen 5 und 7)
Die Kennzahl gibt Auskunft über die Veränderung der Klassengröße von der Jahr-
gangsstufe 5 zur Jahrgangsstufe 7 als Folge der schulformspezifischen Einflüsse von
Klassenwiederholungen und Schulformwechseln.
Im Schuljahr 2017/18 wurden die im Durchschnitt größten Eingangsklassen mit einem
Wert von 28,5 Lernenden pro Klasse an Gymnasien gebildet (Abbildung 10). Hier zeigt
sich, dass Gymnasien grundsätzlich keine Lernenden abweisen, was aufgrund der
knappen Raumkapazitäten nur mit einer Überschreitungen der Bandbreiten in den Ein-
gangsklassen und der Einrichtung von insgesamt 108 Mehrklassen in den Schuljahren
2013/14 bis 2019/30 zu bewerkstelligen war. An Real schulen lernten durchschnittlich
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Grundschule 23,4 25,0 23,7 24,3 24,6 24,0 23,5 24,0 23,2 24,0 23,6
Hauptschule 21,1 21,3 20,5 21,3 22,2 23,3 20,9 21,4 17,3 21,8 21,0
Realschule 26,9 28,2 27,2 27,6 27,7 27,0 26,9 26,9 26,5 28,2 26,1
Gymnasium 26,5 27,2 25,6 26,6 26,7 27,4 27,5 26,9 27,7 26,9 25,9
Gesamtschule 27,0 25,9 27,1 27,4 27,5 27,1 26,5 27,4 26,7 25,8 26,8
32
26,4 Schüler*innen in den fünften Klassen, an Gesamtschulen 26,7 und an Hauptschu-
len 20,1.
Jeweils rund 65% der Schulformwechsel, die von Gymnasien an Realschulen und von
Realschulen an Hauptschulen während der Sekundarstu fe I stattfinden, erfolgen bis
zur Jahrgangsstufe 7 (siehe hierzu 3.3.3). Dementsprechend sinken die durchschnitt-
lichen Klassengrößen der Jahrgangsstufen 7 im Schuljahr 2019/20 an Gymnasien auf
26,9 Lernende und steigen an Realschulen auf 27,1 L ernende und an Hauptschulen
auf 23,3 Lernende.
Insgesamt bewirken die Schulformwechsel eine Annähe rung der Klassengrößen an
den Klassenfrequenzrichtwert von 27 Lernenden pro K lasse (oder von 24 Lernenden
pro Hauptschulklasse). Die Gesamtschulen bleiben hiervon nahezu unberührt.
3.2.3 Überschreitung des Klassenfrequenzhöchstwertes
Die Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schul gesetz regelt im § 6 die Klas-
senbildungswerte. Hiernach darf die Zahl der Lernenden einer Klasse den Klassenfre-
quenzhöchstwert nicht überschreiten. Geringfügige A usnahmen können von der
Schulleitung in besonderen Ausnahmefällen zugelassen werden.
Für die Verteilung der Klassen nach Klassengröße wurden folgende Kategorien gebil-
det:
„Richtwert konforme Klassen“: Schülerzahl erreicht maximal den Richtwert von 27
Lernenden (oder 24 Lernenden an Hauptschulen)
20,1
26,4
28,5
26,7
23,3
27,1 26,9 27,0
Hauptschule (plus 8 Klassen) Realschule (plus 6 Klas sen) Gymnasium (minus 2 Klassen) Gesamtschule
Abb. 10: Klassengröße zu Beginn und im Anschluss an die Erprobungsstufe
nach Schulform
Jahrgangsstufe 5; 2017/18 Jahrgangsstufe 7; 2019/20
33
„große Klassen “: Schülerzahl liegt über dem Richtwert und erreicht m aximal den
Höchstwert (28 und 29 Lernende oder 25 bis 30 Lernende an Hauptschulen)
„den Höchstwert übersteigende Klassen “: Schülerzahl übersteigt den Höchstwert
von 29 Lernenden (oder 30 Lernenden an Hauptschulen)
Was der Durchschnittswert der Klassengrößen verbirg t, wird anhand der Verteilung
der Klassen auf die drei Kategorien deutlich (Abbildung 11). Obwohl sich die Werte für
die durchschnittlichen Klassengrößen aller Schulfor men weit unterhalb des Klassen-
frequenzhöchstwerts befinden, sind die schulformspezifischen Anteile der Klassen, die
den Höchstwert überschreiten, zum Teil beachtlich: 34,4% der Gymnasialklassen,
23,2% der Realschulklassen und 11,3% der Gesamtschulklassen.
Den Höchstwert übersteigende Klassen treten an Gymnasien besonders in den Jahr-
gangsstufen 5 und 6 auf. An Realschulen und Gesamtschulen verteilen sie sich etwas
gleichmäßiger auf alle Jahrgangsstufen.
In 57% der den Höchstwert übersteigenden Realschulk lassen und 67% der den
Höchstwert übersteigenden Gesamtschulklassen werden keine Schüler*innen mit son-
derpädagogischem Unterstützungsbedarf unterrichtet. In den übrigen den Höchstwert
übersteigenden Real- und Gesamtschulklassen werden überwiegend nur ein bis zwei
Lernende mit Unterstützungsbedarf unterrichtet.
75,9%
47,3%
36,2%
58,6%
22,6%
29,5% 29,3% 30,1%
1,5%
23,2%
34,4%
11,3%
Hauptschule (199 Klassen) Realschule (431 Klassen) Gy mnasium (709 Klassen) Gesamtschule (459 Klassen)
Abb. 11: Verteilung der Regelklassen auf die Klassengrößen (SJ 2019/20)
max. Richtwert (27 SuS; HS: 24) über Richtwert und max. Höchstwert über Höchstwert (29 SuS; HS: 30)
34
3.3 Verweildauer, Übergänge und Schulformwechsel
3.3.1 Verweildauer
Klassenwiederholungen und der Besuch der Schuleinga ngsphase im dritten Jahr be-
einflussen die Verweildauer der Schüler*innen im Sc hulsystem und erfordern perso-
nelle und sächliche Mehraufwendungen . Es ist dafür Sorge zu tragen, dass den Ler-
nenden hieraus ein angemessener Nutzen für die weitere Entwicklung entsteht.
3.3.1.1 Primarstufe
Die Quote der Schüler*innen mit einer verlängerten Verweildauer wird aus der Anzahl
der Lernenden, die eine Klasse wiederholen, zuzügli ch der Lernenden, die das dritte
Schulbesuchsjahr der Schuleingangsphase besuchen, ( Zähler) und der Gesamtzahl
der Lernenden (Nenner) berechnet.
Grundschüler*innen besuchen das dritte Jahr der Schuleingangsphase, wenn sie laut
Beschluss der Versetzungskonferenz für den Besuch der Klasse 3 nicht geeignet sind.
Schüler*innen, die nicht versetzt worden sind, erhalten zum Ende des Schuljahres eine
individuelle Lern- und Förderempfehlung (Ausbildungsordnung Grundschule, § 7, Ab-
satz 4).
Der Anteil der Grundschüler*innen, die länger als vier Jahre in der Primarstufe lernen,
an allen Grundschülern*innen hat sich deutlich von 0,8% im Schuljahr 2005/06 auf
3,6% im Schuljahr 2019/20 erhöht (Abbildung 12).
462
190
27
1.162
0,8%
3,6%
0,0%
0,5%
1,0%
1,5%
2,0%
2,5%
3,0%
3,5%
4,0%
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
Abb. 12: Grundschüler*innen, die länger als vier Jahre die Primarstufe
besuchen
Anzahl Wiederholer*innen
Anzahl Lernender im 3. Schulbesuchsjahr der Schuleingangsphase
Summe in Prozent von allen Grundschülern*innen
35
Ursächlich hierfür ist der Anstieg der Kinder, die die flexible Schuleingangsphase im
dritten Jahr besuchen, von 27 im Schuljahr 2005/06 auf 1.162 im Schuljahr 2019/20.
Die überwiegende Mehrheit dieser Schüler*innen (87% ) hat keinen sonderpädagogi-
schen Förderbedarf.
Ein Erklärungsansatz für die dargestellte Entwicklu ng könnte der Anstieg der Schü-
ler*innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen an Regel schulen in Verbindung mit der
Antragsvoraussetzung nach § 12 SO-SF sein, die den Besuch der Schuleingangs-
phase im dritten Jahr vorsieht. Für diesen Erklärun gsansatz spricht, dass auf der
Ebene der Schulen ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Anteil der Lernen-
den im dritten Jahr der Schuleingangsphase und dem Anteil der Lernenden mit dem
Förderschwerpunkt Lernen in den Klassen 3 und 4 fes tstellbar ist (Korrelationskoeffi-
zient: 0,64).
3.3.1.2 Sekundarstufe I
Die Quote der Klassenwiederholungen (freiwillige un d unfreiwillige) wird aus der An-
zahl der Lernenden, die eine Klasse wiederholen, (Z ähler) und der Gesamtzahl der
Lernenden (Nenner) berechnet.
Der Anteil der Lernenden, die im Verlauf der Sekundarstufe I eine Klasse wiederholen,
differiert deutlich zwischen den Schulformen (Abbildung 13).
An Hauptschulen haben im Schuljahr 2019/20 rund 8% der Lernenden eine Klasse
wiederholt, an den Realschulen 4,3%, an den Gymnasi en 1,6% und an den Gesamt-
36
schulen 0,9%. Bezogen auf den Richtwert von 27 Lern enden pro Klasse (Hauptschu-
len: 24) werden für Klassenwiederholungen rechneris ch räumliche Kapazitäten für
15,9 Hauptschulklassen, 19 Realschulklassen, 11,6 G ymnasialklassen und 4,2 Ge-
samtschulklassen beansprucht.
Nachdem sich der Anteil der Klassenwiederholungen a n Haupt-, Realschulen und
Gymnasien bis zum Schuljahr 2010/11 rückläufig entwickelt hatte, sind seither erneut
Zunahmen zu beobachten. An Gesamtschule schwankt der Anteil zwischen 1,5% und
0,9%.
3.3.2 Übergang: Grundschule in die Sekundarstufe I
Die Übergangsquote wird als Quotient aus der Anzahl der Übergänge an eine weiter-
führende Schule (aus Sicht der abgebenden Grundschulen) und der Anzahl der Grund-
schüler*innen, die im Vorjahr die 4. Klasse besucht haben, (Nenner) berechnet. Die
Summe der Übergangsquoten addiert sich nicht zu 100 %, weil im Nenner der Kenn-
zahl der Anfangsbestand der Abschlussklassen verwendet wird.
Die Ausprägung der Kennzahl wird bei gegebenem Schulplatzangebot von den Schul-
formpräferenzen der Viertklässler*innen beeinflusst. Wenn Schulformpräferenzen auf-
grund von fehlenden Schulplatzangeboten nicht entscheidungswirksam werden (siehe
Gesamtschulabweisungen in Köln), ist die Aussagekra ft der Kennzahl in Bezug auf
das angestrebte Bildungsniveau der Kölner Viertklässler *innen und den Schul-
platzbedarf eingeschränkt .
13,6%
22,3%
16,9%
42,1%
0,4% 0,8%
48,0%
4,8%
19,7%
26,9%
45,5%
0,9%
Hauptschule Realschule Gesamtschule Gymnasium Fördersch ule
Abb. 14: Übergangsquoten Kölner Grundschüler*innen
- aus Sicht der abgebenden Grundschulen -
2006/07 2010/11 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
37
Im Schuljahr 2019/20 sind insgesamt 8.763 Kölner Viertklässler*innen an eine weiter-
führende Schule gewechselt. Bezogen auf den Anfangs bestand der Abschlussklasse
im Vorjahr (8.947 Lernende) wechselte mit 45,5% der größte Anteil der Lernenden auf
ein Gymnasium, 26,9% wechselten auf eine Gesamtschu le, 19,7% auf eine Real-
schule und 4,8% auf eine Hauptschule (Abbildung 14) . Der Zeitvergleich der Über-
gangsquoten macht deutlich, dass der Strukturwandel der Kölner Schullandschaft
noch nicht abgeschlossen ist und gibt Hinweise auf Veränderungen von Entwicklungs-
trends.
Eine Fortsetzung von Trends zeigt sich für Real- und Gesamtschulen . Der Rückgang
der Übergangsquote an Realschulen seit dem Schuljahr 2009/10 (24,4%) hat sich bis
auf einen Wert von 19,6% im Schuljahr 2018/19 und 19,7% im Schuljahr 2019/20 wei-
ter fortgesetzt. Auch die deutlichen Zunahmen der Übergangsquoten an eine Gesamt-
schule dauern an und erreichen im Schuljahr 2019/20 den Wert von 26,9%.
Demgegenüber sinkt die gymnasiale Übergangsquote nach einem jahrelangen
Trend deutlicher Zunahmen bis zum Schuljahr 2016/17 (48%) bis auf 45,5% im Be-
richtsjahr. Der Rückgang der Übergänge an eine Hauptschule setzt sich fort, aller-
dings seit dem Schuljahr 2014/15 deutlich langsamer.
In NRW erhalten die Eltern mit dem Halbjahreszeugni s der Klasse 4 eine Schulform-
empfehlung für das Gymnasium, die Realschule oder d ie Hauptschule. Die Schulfor-
men Gesamtschule und Sekundarschule sind immer zu n ennen. Weicht der Eltern-
wunsch von der Schulformempfehlung ab, bieten die w eiterführenden Schulen Bera-
tungsgespräche an. Letztlich entscheidet aber im Ra hmen der vorhandenen Aufnah-
mekapazitäten der Elternwille.
Wie bereits in den Vorjahren zeigt sich auch für da s Schuljahr 2019/20, dass sich die
tatsächlichen Übergänge überwiegend an den Schulformempfehlungen orientie-
ren (Abbildung 15).
81,6% der Fünftklässler*innen an Kölner Gymnasien h atten eine entsprechende
Schulformempfehlung, außerdem 76,2% der Realschüler *innen (darunter 8,1% mit
eingeschränkter Gymnasialempfehlung) und 95,1% der Hauptschüler*innen (darunter
7,9% mit eingeschränkter Realschulempfehlung).
66,2% der Fünftklässler*innen an Kölner Gesamtschul en wechselten mit einer Real-
schulempfehlung (darunter 17,7% mit einer eingeschr änkten Gymnasialempfehlung).
22,4% der Lernenden wechselten mit einer Hauptschulempfehlung (darunter 9,7% mit
eingeschränkter Realschulempfehlung) und 11,4% mit einer Gymnasialempfehlung.
38
Städtevergleich: Auch für NRW ist ein Rückgang der Übergangsquoten a n eine
Hauptschule um 0,3 Prozentpunkte sowie eine Zunahme der Übergangsquoten an
eine Gesamtschule um 0,9 Prozentpunkte seit dem Schuljahr 2016/17 zu beobachten.
In den Städten mit einem hohen Schüleranteil im meh rgliedrigen Schulsystem (Düs-
seldorf, Essen, Bonn, Köln, Münster, siehe 3.1.2) i st zumeist auch die Summe der
Übergangsquoten an Haupt-, Realschulen und Gymnasie n höher als in Städten mit
einem vergleichsweise größeren Gesamtschulsystem (D uisburg, Wuppertal, Bo-
chum).
Tab. 8: Städtevergleich NRW: Übergangsquote in die Sekundarstufe I im Schuljahr 2019/20
Deutschland: Die Autorengruppe Bildungsberichterstattung stellt für Deutschland
eine Stagnation der gymnasialen Übergangsquoten fes t. Dabei ist ein Rückgang in
einigen Ländern mit zweigliedrigem oder zweigliedrig erweitertem Schulsystem zu be-
obachten, während in Ländern mit erweitertem tradit ionellem System der Trend zum
Gymnasialbesuch weiter anhält. In diesen Ländern schlägt sich der Ausbau von Schu-
len mit mehreren Bildungsgängen vorrangig in rückläufigen Übergangsquoten auf die
Hauptschule; 87,2%
Hauptschule; 7,7% Hauptschule; 12,7%
Hauptschule
(bedingt Realschule);
7,9%
Hauptschule
(bedingt Realschule);
14,5%
Hauptschule
(bedingt Realschule);
9,7%
Realschule; 68,1%
Realschule; 5,0%
Realschule; 48,5%
Realschule
(bedingt Gymnasium);
8,1%
Realschule
(bedingt Gymnasium);
13,2%
Realschule
(bedingt Gymnasium);
17,7%
Gymnasium; 81,6%
Gymnasium; 11,4%
Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschule
Abb. 15: Schulformempfehlungen der Fünftklässler*innen (SJ 2019/20)
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Hauptschule 3,5% 4,6% 0,7% 2,9% 8,4% 5,0% 4,8% 5,3% - 3,0% 4,8%
Realschule 20,3% 24,3% 9,2% 24,7% 25,9% 15,0% 19,7% 21,3% 27,9% 19,6% 23,9%
Gymnasium 40,1% 50,5% 32,7% 44,0% 32,3% 53,4% 45,5% 49,5% 39,2% 39,7% 39,7%
Gesamtschule 28,0% 18,1% 44,7% 22,5% 29,5% 23,8% 26,9% 16,6% 24,6% 32,6% 26,7%
Sekundarschule 5,3% 0,1% 8,1% 3,4% 0,5% - 0,2% 2,9% 7,0% 2,8% 1,2%
PRIMUS-Schule 0,04% - - - - - - 0,8% - - -
Gemeinschaftsschule 0,3% - - - - - - 0,2% - - -
Sonstige Schulen 0,8% 0,2% 1,0% 1,2% 0,5% 0,5% 0,9% 0,6% 0,5% 0,7% 1,0%
Insgesamt 98% 98% 96% 99% 97% 98% 98% 97% 99% 99% 97%
Haupt-, Realschule, Gymnasium 63,8% 79,4% 42,6% 71,7% 66,6% 73,4% 70,0% 76,1% 67,1% 62,3% 68,5%
39
Hauptschule (Baden-Württemberg) oder auf die Haupt- und Realschule (Hessen, Nie-
dersachsen, Nordrhein-Westfalen) nieder.24
3.3.3 Schulformwechsel innerhalb des Regelschulsystems (Jahrgangsstufen 5 bis 10)
Die Kennzahl wird als Quotient aus der Anzahl der Übergänge von der Herkunftsschul-
form zur Zielschulform (Zähler) und der Anzahl der Lernenden, die im vergangenen
Jahr die Herkunftsschulform besucht haben (Nenner), jeweils bezogen auf die Sekun-
darstufe I berechnet. Sie gibt Auskunft über das Au smaß, in dem Schüler*innen die
mit dem Übergang in die Sekundarstufe I begonnene Schullaufbahn noch während der
Sekundarstufe I verändern.
Zum Schuljahr 2019/20 wechselten 459 Gymnasiasten*i nnen im Verlauf der Sekun-
darstufe I zu einer Realschule und 249 Realschüler* innen zu einer Hauptschule, das
heißt, dass 2,3% der Gymnasiasten*innen und 2,1% der Realschüler*innen voraus-
sichtlich einen geringer qualifizierenden Bildungsabschluss erreichen werden, als beim
Übergang in die Sekundarstufe I vorgesehen war (Abbildung 16).
Nach deutlichen Rückgängen bis zum Schuljahr 2014/1 5 ist eine Trendumkehr fest-
stellbar. Seither steigen die Wechsel von Realschülern*innen an eine Hauptschule und
von Gymnasiasten*innen an eine Realschule erneut an.
58% der ehemaligen Gymnasiasten*innen wechselten be im Übergang in die Jahr-
gangsstufe 7 (oder 55% der ehemaligen Realschüler*i nnen) und weitere 32% beim
24 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung i n Deutschland 2020, Seite 110 f und Seite 148
1,8%
2,1%
2,3%
0,0%
0,5%
1,0%
1,5%
2,0%
2,5%
3,0%
2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 20 13/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
Abb 16: Schulformwechsel von Realschülern*innen an eine Hauptschule
und von Gymnasiasten*innen an eine Realschule, Jahrgangsstufen 5 bis 10
Wechsel von Realschülern*innen an eine Hauptschule
Wechsel von Gymnasiasten*innen an eine Realschule
40
Übergang in die Jahrgangsstufen 8 und 9 (oder 33,4% der ehemaligen Realschüler*in-
nen).
Tab. 9: Köln: Anteil der Schulformwechsel differenziert nach Jahrgängen im Schuljahr 2019/20
Wechsel zu einer Schulform mit höher qualifizierend en Schulabschlüssen oder
zu einer Gesamtschule spielen während der Sekundarstufe I nahezu keine Rolle .
So wechselten zum Schuljahr 2019/20 nur 49 Haupt- u nd Realschüler*innen zu einer
Schulform mit höher qualifizierenden Schulabschlüssen und 41 Lernende wechselten
zu einer Gesamtschule (24 Gymnasiasten*innen, 13 Realschüler*innen, 4 Hauptschü-
ler*innen). Die bildungsbiografische Orientierung von Haupt- und Realschülern*innen
zugunsten von höher qualifizierenden Schulabschlüssen werden beim Übergang in die
Sekundarstufe II sichtbar (siehe hierzu 3.3.5).
Städtevergleich: In der Landesdatenbank erfolgt bei der Ermittlung der Kennzahl eine
Beschränkung auf die Klassenstufen 7 bis 9. Dies ist aus Gründen der interkommuna-
len Vergleichbarkeit sinnvoll, da in einigen Bundes ländern die Grundschule die Klas-
senstufen 1 bis 6 umfasst und beim 8-jährigen Gymna sialjahrgang die Klassenstufe
10 bereits zur Oberstufe gezählt wird. Im Schuljahr 2019/20 haben rund 89% der
Schulformwechsel in Köln in diesen Klassenstufen stattgefunden.
Das „Wechselverhalten“ der Kölner Schüler*innen ist mit dem landesdurchschnittli-
chen Wechselgeschehen vergleichbar. So wechselten 3,8% der Kölner Gymnasias-
ten*innen (NRW: 3,5%); dies bedeutet eine Zunahme s eit dem Schuljahr 2016/17
(Köln: 2,7%, NRW: 2,6%). Außerdem wechselten 3,9% d er Kölner Realschüler*innen
(NRW: 3,7%); dies bedeutet eine Zunahme seit dem Sc huljahr 2016/17 (Köln: 2,9%,
NRW: 3,4%). Dagegen wechselten Kölner Hauptschüler* innen (0,7%) seltener als im
Landesdurchschnitt (1,1%).
Allerdings sind die interkommunalen Unterschiede be i den Wechselquoten der Real-
schulen und Gymnasien groß: Realschule: 1,2% und 6, 3%; Gymnasium: 1,4% und
5,2%. Hauptschüler*innen wechseln in allen Städten vergleichsweise selten und für
Gesamtschulen spielt der Schulformwechsel nahezu ke ine Rolle. Ursächlich für die
hohen Wechselquoten der Hauptschüler*innen in Duisb urg und Bielefeld könnte die
Auflösung dieser Schulform sein.
Tab. 10: Städtevergleich NRW: Schulformwechsel (Jahrgangsstufen 7 bis 9) nach Herkunftsschulform im
Schuljahr 2019/20
Jg. 6 Jg. 7 Jg. 8 Jg. 9 Jg. 10
Wechsel der Realschüler*innen an eine Hauptschule 10 ,8% 54,6% 16,5% 16,9% 1,2%
Wechsel der Gymnasiasten*innen an eine Realschule 6, 5% 58,2% 15,3% 16,6% 3,5%
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Hauptschulen 1,1% 0,7% 2,4% 1,2% 0,4% 1,2% 0,7% 1,5% 4,3% 0,0% 0,3%
Realschulen 3,7% 4,2% 4,6% 5,0% 2,4% 4,1% 3,9% 6,3% 1,2% 3,5% 4,9%
Gymnasien 3,5% 3,4% 2,5% 3,6% 3,9% 1,4% 3,8% 2,0% 3,2% 5,2% 4,7%
Gesamtschulen 0,5% 0,3% 0,3% 0,3% 0,7% 0,9% 0,5% 0,4% 0,4% 0,3% 0,7%
41
3.3.4 Schulformwechsel zwischen Regel- und Förderschulen (Jahrgangsstufen 1 bis 10).
Vom Schuljahr 2008/009 bis zum Schuljahr 2014/15 ha t sich die Zahl der Wechsel
von einer Förderschule zu einer Regelschule auf 132 Wechsel verdoppelt und
schwankt seither zwischen 89 und 124 . Bezogen auf die Anzahl der Lernenden an
Förderschulen schwankt der Anteil der Wechsel an ei ne Regelschule zwischen 2,4%
im Schuljahr 2016/17 und 3,1% zum Beispiel im Schul jahr 2014/15. Die Wechsel an
eine Regelschule finden überwiegend beim Übergang in die Sekundarstufe I statt;
seit dem Schuljahr 2014/15 im Durchschnitt mit einem Anteil von 59,2%.
Die Zahl der Wechsel von einer Regelschule zu einer Förderschule hat sich bis
zum Schuljahr 2014/15 auf 155 Wechsel halbiert. Sei tdem schwankt die Zahl der
Wechsel zwischen 219 im Schuljahr 2017/18 und 281 i m Schuljahr 2019/20. Bezieht
man die Wechsel an eine Förderschule auf die Zahl der Lernenden im Gemeinsamen
Lernen schwankt der Anteil der Wechsel an eine Förd erschule zwischen 6,7% im
Schuljahr 2017/18 und 9,3% im Schuljahr 2015/16. Die Wechsel an eine Förderschule
haben im Schuljahr 2014/15 zu 56,8% während der Primarstufe (Tendenz sinkend)
stattgefunden; dieser Anteil ist bis zum Schuljahr 2019/20 auf 36,3% gesunken.
Tab. 11: Köln: Wechselquoten Regelschule und Förderschule, Zeitreihe
3.3.5 Übergang: Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II
Mit der Schulstatistik werden keine Daten zum Überg ang in die Sekundarstufe II aus
der Sicht der abgebenden Schulen analog zum Übergang in die Sekundarstufe I erho-
ben. Ersatzweise können Angaben der aufnehmenden Sc hulen, die über die Her-
kunftsschulformen und Schulabschlüsse der Zugänge g emacht werden, ausgewertet
werden. Im Folgenden bleiben Zugänge mit Hochschulz ugangsberechtigung unbe-
rücksichtigt, um auf die Schüler*innen im Übergang von der Sekundarstufe I in die
Sekundarstufe II zu fokussieren.
Eine Gegenüberstellung der Zugänge in die Sekundarstufe II und der Anzahl der Schü-
ler*innen in den Abschlussklassen der Sekundarstufe I (Hauptschulen: Abgänge) auf
der Schulformebene begründet die Vermutung, dass si ch mit diesem Vorgehen
brauchbare Hinweise für das Übergangsgeschehen gewi nnen lassen. So war die
Summe der Zugänge in den vergangenen sieben Jahren außer bei den Schulformen
Hauptschule und Förderschule nahezu identisch mit d er Summe der Schüler*innen,
die im Vorjahr die Abschlussklassen der Sekundarstu fe I besucht haben (die Abwei-
chungen beliefen sich auf maximal plus oder minus 4%). Die Summe der Zugänge aus
Hauptschulen übersteigt die Anzahl der Schüler*innen in den Abs chlussklassen des
2008/09 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
Anzahl Lernende an Förderschulen im Vorjahr 4.835 4.1 92 4.000 3.749 3.676 3.623 3.635
Wechsel zu einer Regelschule 66 132 124 89 104 111 103
Wechselquote an eine Regelschule
(Wechsel an Regelschule zu Anzahl Förderschüler*innen) 1,4% 3,1% 3,1% 2,4% 2,8% 3,1% 2,8%
Anzahl Lernende mit Förderbedarf an einer Regelschule im Vorjahr 727 2.097 2.625 3.039 3.291 3.614 3.793
Wechsel zu einer Förderschule 319 155 245 231 219 265 281
Wechselquote an eine Förderschule
(Wechsel an Förderschule zu Anzahl Lernende an Regelschule) 43,9% 7,4% 9,3% 7,6% 6,7% 7,3% 7,4%
42
Vorjahres, weil ein beträchtlicher Anteil der Haupt schüler*innen die Schule nach der
Klasse 9 ohne Abschluss beendet; dies waren zum Bei spiel 21,4% im Schuljahr
2019/20. Dementsprechend belief sich die Summe der Zugänge aus Hauptschulen in
etwa auf die Summe der Abgänge (die Abweichungen beliefen sich in den letzten sie-
ben Jahre auf maximal minus 7% und plus 18%). Bei Förderschulen besteht eine
beträchtliche Lücke zwischen den Schülern*innen der Abgangsklassen und den Zu-
gängen in die Sekundarstufe II einer allgemeinbildenden oder beruflichen Schule.
Die Kennzahl wird als Quotient aus der Anzahl der Zugänge ohne Hochschulzugangs-
berechtigung in die Bildungsgänge der Sekundarstufe II von Gesamtschulen (gymna-
siale Oberstufe), Gymnasien (gymnasiale Oberstufe) und Berufskollegs (Übergangs-
system, Schulberufssystem, duale Ausbildung, gymnas iale Oberstufe an beruflichen
Gymnasien) (Zähler) und der Summe der Zugänge ohne Hochschulzugangsbe-
rechtigung in die Sekundarstufe II an Gesamtschulen , Gymnasien und Berufs-
kollegs (Nenner) berechnet.
Die Ausprägung der Kennzahl wird bei gegebenem Schulplatzangebot und Qualifizie-
rungsniveau vom angestrebten Bildungsniveau und der Attraktivität der beruflich
vollqualifizierenden Bildungsgänge beeinflusst und gibt Hinweise auf den Schul-
platzbedarf in der Sekundarstufe II.
Zum Schuljahr 2019/20 sind rund 8.600 (100%) Kölner Schüler*innen von einer Haupt-
schule (11,7%), einer Realschule (22,4%), einem Gymnasium (43,1%), einer Gesamt-
schule (19,8%) oder einer Förderschule (3%) im Ansc hluss an die Sekundarstufe I in
die Sekundarstufe II eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder eines Berufskollegs
gewechselt. Nachfolgend werden das Übergangsverhalten der Jugendlichen differen-
ziert nach der Herkunftsschulform sowie Veränderungen in den letzten Jahren darge-
stellt.
54,6% der Hauptschüler*innen , die zum Schuljahr 2019/20 in die Sekundarstufe II
eingemündet sind, lernen in einen Bildungsgang im Übergangssystem der Berufskol-
legs, das berufsvorbereitende Fertigkeiten vermittelt und die Möglichkeit bietet, einen
Hauptschulabschluss nachzuholen oder die mittlere Reife zu erwerben (Abbildung 17).
Weitere 34,7% strebten einen Berufsabschluss an; davon duale Ausbildung: 28,8%
und Schulberufssystem: 5,9% (darunter 0,4% doppeltqualifizierend
25 ). 7,2% beabsich-
tigen den Erwerb der Fachhochschulreife an einem Berufskolleg und 3,9% den Er-
werb der Allgemeinen Hochschulreife: Gesamtschule: 2,6%, Gymnasium 0,3% und
berufliches Gymnasium: 1% (darunter 0,4% doppeltqualifizierend).
Realschüler*innen strebten mit einem Anteil von 28,6% den Erwerb der Fachschul-
reife an einem Berufskolleg und mit einem Anteil von 31,9% der Erwerb der Allgemei-
nen Hochschulreife an: Gesamtschule: 11,5%; Gymnasium: 10,9%, berufli ches
25 Die gymnasiale Oberstufe führt zum Erwerb der Allg emeinen Hochschulreife an einer Gesamtschule, einem
Gymnasium oder einem beruflichen Gymnasium und ist zum Teil doppeltqualifizierend
43
Gymnasium: 9,5% (darunter 2,6% doppeltqualifizieren d). Für das Ziel, einen Berufs-
abschluss zu erwerben, haben sich rund 31,6% entschieden; davon duale Ausbil-
dung: 17,7% und Schulberufssystem: 13,9% (darunter 2,6% doppeltqualifizierend).
10,5% sind in das Übergangssystem eingemündet.
15,3% der Gesamtschüler*innen beabsichtigten den Erwerb der Fachhochschul-
reife an einem Berufskolleg und 43,3% den Erwerb der Allgemeinen Hochschul-
reife: Gesamtschule: 40,6%, Gymnasium: 0,6%, berufliches G ymnasium: 2,6% (da-
runter 1,3% doppeltqualifizierend). Einen Bildungsg ang, der zum Erwerb eines
Berufsabschlusses führt, wählten 24%; davon duale Ausbildung: 14,6% und Schul-
berufssystem: 9,4% (darunter 1,3% doppeltqualifizierend). In das Übergangssystem
mündeten 18,2% der Gesamtschüler*innen ein.
Gymnasiasten*innen wechselten überwiegend in die Sekundarstufe II eines Gymna-
siums (92,5%). Dieser Anteil ist in den vergangenen drei Jahren gesunken (Schuljahr
2016/17: 95,3%), während der Anteil der Übergänge a n ein berufliches Gymnasium
auf einen Wert von 2,3% (Schuljahr 2016/17: 1,4%), darunter 0,8% doppeltqualifizie-
rend, zugenommen hat.
Abkürzungen: AHR= Allgemeine Hochschulreife, GE=Gesamtschule, GY: Gymnasium, BK=Berufskolleg, Jg:
Jahrgangsstufe, SuS=Schüler*innen
Förderschüler*innen wechselten im Anschluss an die Sekundarstufe I in die Berufs-
bildungsstufe an Förderschulen für geistige Entwick lung (25,4%), in das Übergangs-
system (32,2%) oder in eine duale Ausbildung (9,2%). Ferner haben Förderschüler*in-
Berufsbildungsstufe an
Förderschulen GG;
25,4%
AHR (GY); 10,9%
AHR (GY); 92,5%
AHR; 3,5% (GE,GY,BK)
AHR (GE); 11,5%
AHR (GE); 40,6%
AHR (BK); 6,9%
AHR (BK); 1,5%
AHR (BK); 1,3%
FHR (BK); 7,2%
FHR (BK); 28,6%
FHR (BK); 15,3%
duale Ausbildung; 28,8%
duale Ausbildung; 17,5% duale Ausbildung; 14,6%
duale Ausbildung; 9,2%
Schulberufssystem (AHR); 2,6%
Schulberufssystem (AHR); 1,3%
Schulberufssystem; 5,5%
Schulberufssystem; 11,3%
Schulberufssystem; 8,1%
Übergangssystem; 54,6%
Übergangssystem; 10,5%
Übergangssystem; 18,2%
Übergangssystem; 32,2%
31,1%
Differenz zur Anzahl der
SuS in der Klasse 10 des
Vorjahres: Übergang in
kooperative und integrative
Ausbildungsformen;
Schulpflicht ruht
Hauptschule
(100%=1.003 SuS)
Realschule
(100%=1.926 SuS)
Gymnasium (GY)
(100%=3.712 SuS)
Gesamtschule (GE)
(100%=1.702 SuS)
Förderschule
(100%=370 SuS, Jg.10
Vorjahr;
Zugänge=255 SuS)
Abb. 17: Übergang Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II, Schuljahr 2019/20
- Zugänge ohne Hochschulzugangsberechtigung in den Eingangsklassen der Sekundarstufe II an Gymnasien,
Gesamtschulen, Förderschulen und Berufskollegs nach Herkunftsschulformen
44
nen die Möglichkeit eine kooperative 26 oder integrative Ausbildung 27 , die in Koopera-
tion mit Bildungsträgern, die auf die Ausbildung be hinderter Menschen spezialisiert
sind, zu beginnen oder eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen
(WfbM) aufzunehmen. Der Wechsel an eine Hauptschule für entsprechend qualifizierte
Förderschüler*innen spielt nahezu keine Rolle. Über die zuletzt genannten Übertrittop-
tionen ebenso wie über die Anzahl der Förderschüler*innen, bei denen die Schulpflicht
im Anschluss an den Besuch der Sekundarstufe I ruhe nd gestellt wird, kann anhand
der Schulstatistik keine Aussage gemacht werden. Fü r eine ungefähre Einschätzung
der Größenordnung der schulstatistisch nicht abgebi ldeten Übertritte wurde die Diffe-
renz zwischen der Anzahl der Förderschüler*innen der Jahrgangsstufe 10 des Vorjah-
res und der Summe der Zugänge an ein Berufskolleg u nd der Übergänge in die Be-
rufsbildungsstufe herangezogen.
Im Schuljahr 2019/20 übersteigt bei Haupt, Real- und Gesamtschülern*innen der Anteil
der Übergänge in die gymnasiale Oberstufe deutlich den Anteil entsprechender
Grundschulempfehlungen (einschließlich der eingeschränkten Gymnasialempfe h-
lungen), mit denen dieser Jahrgang im Schuljahr 2012/13 in die Jahrgangsstufe 5 einer
Haupt-, Real- oder Gesamtschule gewechselt ist: Hauptschüler*innen: 3,9% Übergang
im Vergleich mit 0% Empfehlung, Realschüler*innen: 31,9% Übergang im Vergleich
mit 7% Empfehlung, Gesamtschüler*innen: 44,1% Überg ang im Vergleich mit 21%
Empfehlung. Gemessen am Übergangsverhalten in die S ekundarstufe II hat die
Grundschulempfehlung nur eine begrenzte Vorhersagekraft für die weitere bildungsbi-
ografische Entwicklung der Viertklässler*innen.
Für den Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Fachhochschulreife oder All-
gemeine Hochschulreife) ohne Berufsausbildung entschieden sich beim Übergang
in das Schuljahr 2019/20 insgesamt 10,7% der Haupts chüler*innen und jeweils rund
58% der Real- und Gesamtschüler*innen (Abbildung 17 ). Dabei wählten Haupt- und
Realschüler*innen häufiger den Weg an ein Berufskolleg mit dem Ziel, die Fachhoch-
schulreife zu erwerben, während Gesamtschüler*innen mit der Absicht, die Allgemeine
Hochschulreife zu erwerben, häufiger an ihrer Schulform geblieben sind.
26 Die oder der Auszubildende schließt dabei den Ausb ildungsvertrag mit der Bildungseinrichtung ab. Dies e
übernimmt den theoretischen Teil der Ausbildung und ist für den notwendigen Stütz- und Förderunterrich t so-
wie die sozialpädagogische Begleitung verantwortlic h. Die praktische Ausbildung findet teilweise oder ganz im
Betrieb statt.
27 Bei der integrativen Ausbildung findet auch der pr aktische Teil der Ausbildung zum größten Teil beim Bil-
dungsanbieter statt. In Köln bietet zum Beispiel da s Berufsförderungswerk der Diakonie Michaelshoven i ntegra-
tive Ausbildungsstellen an.
45
Die Zeitreihe (Abbildung 18) zeigt, dass der langjährige Trend bis zum Schuljahr
2016/17 zugunsten des Erwerbs der Allgemeinen Hochs chulreife zugenommen
hat während gleichzeitig die Anzahl der Lernenden in der dualen Ausbildung gesunken
ist.
Zum Schuljahr 2017/18 wurde dieser Trend durch den Rückgang des Anteils der
Schüler*innen, die im Anschluss an die Sekundarstuf e I in die gymnasiale Oberstufe
an ein Gymnasium, eine Gesamtschule oder ein berufl iches Gymnasium wechseln,
von 58,5% auf 57% unterbrochen . In den darauffolgenden zwei Jahren hat sich der
Anstieg zwar erneut fortgesetzt, allerdings deutlich schwächer ausgeprägt. Ursächlich
hierfür sind die seit dem Schuljahr 2016/17 sinkend en Zugänge von Realschülern*in-
nen (von 34,2% auf 31,9%) und von Gymnasiasten*inne n (von 96,5% auf 94,9%) in
die gymnasiale Oberstufe. In Bezug auf die Schulformstruktur der gymnasialen
Oberstufe zeigt sich seit dem Schuljahr 2011/12 ein Bedeutun gszuwachs der Ge-
samtschule (von 16,8% auf 19,1%) und des berufliche n Gymnasiums (von 4,8% auf
6,8%) zu Lasten der Gymnasien (78,4% auf 74,1%). Eine Zunahme der Übergänge an
ein berufliches Gymnasium ist bei Real-und Gesamtsc hüler*innen sowie auch bei
Gymnasiasten*innen zu beobachten.
Im Schuljahr 2018/19 sind die Zugänge von Haupt- un d Realschülern*innen in eine
vollqualifizierende berufliche Ausbildung (duale Ausbildung oder Schulberufssys-
tem) erneut angestiegen. Entsprechend weist der Monitoringbericht Übergang-Schule
Beruf der Stadt Köln (Session 2184/2020) darauf hin , dass die Zahl der neu abge-
schlossenen Ausbildungsverträge in NRW von 2016 bis 2018 und in Köln von 2017
46
bis 2019 gestiegen ist. Ob es sich hierbei um eine Konsolidierung der Übergangsquo-
ten vor allem in die duale Ausbildung und die gymnasiale Oberstufe handelt oder sich
sogar eine Trendwende ankündigt, bleibt abzuwarten.
Der Anteil der Einmündungen in das Übergangssystem ist bis zum Schuljahr 2015/16
gesunken und belief sich im Schuljahr 2019/20 auf 1 4,3% gesunken (Abbildung 18).
Dies waren rund 1.220 Kölner Jugendliche, von denen bereits 70% über einen Haupt-
schulabschluss (60,1%) oder die Fachoberschulreife (9,9%) und 30% über keinen
Hauptschulabschluss verfügten (Abbildung 19). Seit dem Schuljahr 2016/17 (84,1%)
sinken die Anteile der Zugänge mit Hauptschulabschluss oder mit Fachoberschulreife.
Ursächlich für den sprunghaften Rückgang des Anteil s der Zugänge mit Fachober-
schulreife in das Übergangssystem im Schuljahr 2015 /16 ist die Reform der Ausbil-
dungs- und Prüfungsordnung für Berufskollegs im Jah r 2014, die unter anderem die
Abschaffung der einjährigen Berufsfachschule für Sc hüler*innen mit Fachoberschul-
reife vorsah, weil diese Jugendlichen direkt eine d uale Ausbildung oder einen weiter-
führenden Bildungsgang beginnen können.
* Abkürzungen: FOR=Fachoberschulreife, HSA=Hauptschulabschluss
Städtevergleich: Der Städtevergleich fokussiert den Übergang in die gymnasiale
Oberstufe an Gesamtschulen und Gymnasien. Berufskol legs bleiben hier unberück-
sichtigt. Die Übergangsquote wird als Quotient aus der Anzahl der Wechsel in die Se-
kundarstufe II einer Gesamtschule oder eines Gymnas iums (Zähler) und der Anzahl
19,6% 15,7% 13,4% 18,9% 15,9%
22,6% 25,8% 28,7% 30,0%
46,0% 51,8% 55,7% 48,3%
66,7%
61,3% 60,4% 55,5%
60,1%
34,4% 32,5% 30,8% 32,8%
17,4% 16,1% 13,8% 15,8% 9,9%
2011/12
(1.703)
2012/13
(1.627)
2013/14
(1.453)
2014/15
(1.437)
2015/16*
(1.198)
2016/17
(1.248)
2017/18
(1.330)
2018/19
(1.329)
2019/20
(1.221)
Abb. 19: Zugänge in das Übergangssystem nach schulischer Vorbildung
Zugänge mit FOR
Zugänge mit HSA
Zugänge ohne HSA
47
der Lernenden in den Abschlussklassen des Vorjahres (Nenner) berechnet. Abwei-
chungen z u den Quoten in Abbildung 17 kommen aufgrund der unterschiedlichen Nen-
ner 28 zustande.
Der Städtevergleich zeigt, dass vor allem die Überg angsquoten von Real- und Ge-
samtschülern*innen sehr unterschiedlich ausfallen. Ins Auge fällt Münster mit sehr ge-
ringen Übergangsquoten der Realschüler*innen (9%) und sehr hohen Übergangsquo-
ten der Gesamtschüler*innen (63%). In Wuppertal lie gen die Übergangsquoten für
beide Schulformen deutlich über dem Durchschnitt.
Tab. 12: Städtevergleich NRW: Übergangsquoten in die gymnasiale Oberstufe (Gymnasium, Gesamt-
schule) im Schuljahr 2019/20
3.3.6 Übergang in die Sekundarstufe II: tagesaktuelle Daten aus Schüler-Online
Schüler-Online ist ein Bewerbungsportal im Internet, das Schülern*innen aus den Ab-
schlussklassen der Sekundarstufe I (Klassen 10 oder Klassen 9 an Gymnasien), Eltern
und Lehrkräften einen aktuellen Überblick über das Bildungsangebot der Sekundar-
stufe II von Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs bietet.
Auf der Grundlage der Datensätze zur Schulpflichtüb erwachung der abgebenden
Schulen und der Anmeldedatensätze der aufnehmenden Schulen wird die Über-
gangssituation tagesaktuell sichtbar. Individual- und Leistungsdaten werden ni cht
abgebildet. Der tagesaktuelle Blick auf die noch unversorgten Schüler*innen stellt eine
wichtige Grundlage für die Steuerung des Übergangs in die Sekundarstufe II dar.
So hat die Akteursgemeinschaft von Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA) in Bezug
auf die Zahl der Schulabgänger*innen ohne Anschluss bereits Handlungsbedarf iden-
tifiziert und Strategien entwickelt, wie beispielsweise ein Beratungskonzept für Schü-
ler*innen, das abgestimmt zwischen Schulen, Agentur für Arbeit, Bildungs- und Ju-
gendberatung, Handwerkskammer, Industrie- und Hande lskammer und Jobcenter im
letzten Schuljahr stattfindet. Interessierte Jugend liche werden gezielt angesprochen
und in den Schulen durch Fachkräfte der Agentur für Arbeit oder der Kammern über
die Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung bera ten. Außerdem findet jährlich ein
„Tag der neuen Perspektive“ statt, an dem Jugendliche ohne Anschlussperspektive
Informationen zur dualen Ausbildung erhalten und Beratungstermine vermittelt bekom-
men. 29
28 Der Unterschied macht sich vor allem bei den Haupt schulen bemerkbar, weil die Abgänge nach der Klasse 9
in Abbildung 17 berücksichtigt sind nicht aber im S tädtevergleich.
29 1. Monitoring-Bericht Übergang Schule-Beruf für di e Stadt Köln, Jahresbericht 2019, Session 2184/2020 , Seite
7 f.
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Hauptschulen 3,7% 3,5% 0,0% 5,0% 5,4% 4,0% 4,1% 2,2% 5,7% 4,1% 5,7%
Realschulen 21,7% 28,4% 29,0% 26,3% 33,7% 24,9% 24,1% 9,0% 23,3% 34,0% 20,2%
Gymnasien 93,6% 93,3% 83,5% 93,0% 92,1% 97,5% 92,1% 101,0% 100,2% 93,3% 93,0 %
Gesamtschulen 38,4% 30,8% 32,3% 41,8% 43,4% 40,1% 39,9% 62,7% 35,7% 36,4% 34,8%
Sekundarschulen 11,1% n.v. n.v. 38,2% n.v. n.v. n.v. 29,9% 5,4% 10,3% n.v.
48
Zudem konnte die Stadt Köln als Schulträger in 2020 auf der Grundlage der aus Schü-
ler-Online generierten Daten alle Schüler*innen, die zu diesem Stichtag keinen doku-
mentierten Anschluss hatten, mit einem persönlichen Anschreiben auf ihre Schulpflicht
und geeignete Beratungsangebote hinweisen.
Laut Monitoring-Bericht „Übergang Schule – Beruf fü r die Stadt Köln, Jahresbericht
2019“ (Session 2184/2020) hat die Zahl der jungen Menschen in den Abschlussklas-
sen städtischer Haupt-, Real- und Gesamtschulen, die zum Stichtag 31. Oktober noch
keine Anschlussperspektive hatten (Unversorgte), in den Jahren 2017 (631 Jugendli-
che) bis 2019 (344 Jugendliche) abgenommen und ist 2020 (419 Jugendliche) erneut
angestiegen.
Tab 13: Köln: Lernende der 10. Klasse ohne Anschlussperspektive (Unversorgte), absolut und in % von
allen Lernenden der 10. Klasse differenziert nach Schulform, Zeitreihe );
Für die Gruppe der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss , die überwiegend die
Regelschulen nach der Klasse 9 ohne Schulabschluss oder eine Förderschule mit ei-
nem sonderpädagogischen Schulabschluss beenden, wär e zu prüfen, ob zusätzlich
zur Abfrage der Zehntklässler*innen eine tagesaktuelle Abfrage der Neuntklässler*in-
nen , die voraussichtlich ohne einen Abschluss die Schu le verlassen werden, und der
Förderschüler*innen möglich und geeignet wäre, um den Übergang dieser Gruppe
statistisch genauer abbilden zu können.
Vor allem die Übergänge der Förderschüler*innen lassen sich anhand der Schulstatis-
tik nur sehr rudimentär darstellen und nur für die Schüler*innen, die an ein Berufskolleg
oder in die Berufsorientierungsstufe der Förderschulen für geistige Entwicklung wech-
seln (siehe 3.3.5 Abbildung 17).
Auf der Maßnahmenebene werden diese Jugendlichen se it vielen Jahren durch die
„Unversorgtenberatung“ für Schulabgänger*innen der Hauptschulen und seit dem letz-
ten Schuljahr auch der Abgänger*innen der Realschul en in den Blick genommen, die
federführend von der unteren Schulaufsicht und der Jugendberufshilfe in Kooperation
mit außerschulischen Beratungsinstitutionen organisiert wird. Dabei erhalten die Schü-
ler*innen ein Beratungsangebot kurz vor Ende des Schuljahres. Diese Praxis wird wei-
ter durchführt und mit den KAoA-Aktivitäten verknüpft. In der Anlage befindet sich eine
Übersicht zu den Angeboten und Maßnahmen, mit denen die Stadt und private Träger
die (Re-) Integration gefährdeter Kinder und Jugend liche in einen erfolgreichen, ab-
schlussorientierten Bildungsverlauf unterstützt.
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in %
Hauptschule 89 11,7% 53 7,0% 83 7,8% 52 8,1%
Realschule 321 15,0% 171 8,8% 144 11,4% 232 11,7%
Gesamtschule 221 13,4% 206 11,7% 117 6,7% 135 7,8%
Insgesamt 631 13,9% 430 9,6% 344 7,8% 419 9,6%
2017 2018 2019 2020
49
3.4 Abschlüsse
Die erreichten Schulabschlüsse liefern Hinweise auf die erworbenen Kompetenzen,
die eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Bildungs- und Erwerbsbiografie
darstellen, und darauf, inwiefern das Schulwesen im ersten Bildungsweg sein e
Qualifikationsfunktion erfüllt . A llgemeinbildende Schulabschlüsse können an Be-
rufskollegs oder auf dem 2. Bildungsweg an Weiterbildungskollegs nachgeholt werden.
2019 sind insgesamt 9.912 Schüler*innen von einer allgemeinbildenden Schule abge-
gangen; darunter 930 von einer Hauptschule, 1.941 v on einer Realschule, 3.958 von
einem Gymnasium, 1.973 von einer Gesamtschule, 72 v on einer Waldorfschule, 410
von einer Förderschule und 628 von einem Weiterbildungskolleg.
3.4.1 Abgangsquoten nach Abschlussart (mit Weiterbildungskollegs)
Die Abgangsquoten werden als Quotient aus der Anzahl der Abgänge nach Abschluss
(Zähler) und allen Abgängen von allgemeinbildenden Schulen (Nenner) ermittelt. Die
Summe der Quoten für ein Berichtsjahr beläuft sich auf 100%.
Der Anteil der Jugendlichen, die die Allgemeine Hochschulreife an einer allgemeinbil-
denden Schule erreichen, ist von 29,8% im Abgangsjahr 2005 auf 43,1% im Abgangs-
jahr 2019 gestiegen. Der Trend hat sich in den letzten drei Jahren deutlich verlangsamt
(Abbildung 20).
Sinkende Übergangsquoten in die Sekundarstufe I eines Gymnasiums (3.3.2) und sin-
5,5%
17,2%
35,2%
4,1%
29,8%
2,4%
5,8% 4,7%
11,0%
30,9%
4,3%
43,1%
2,4% 3,6%
HSA (Klasse 9) HSA (Klasse 10) FOR FHR AHR sond.päd. Abs chl.
(LE, seit 2014: GG)
ohne Abschluss
Abb. 20: Abgänge von allgemeinbildenden Schulen
nach Abschluss
(2013: doppelter Abiturjahrgang G9/G8)
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
50
kende Übergangsquoten von Realschülern*innen in die Sekundarstufe II eines Gym-
nasiums (die stärker ausfallen, als die Zunahme des Übergangs an berufliche Gymna-
sien; 3.3.5) deuten darauf hin, dass der langjährig e Trend mit jährlich deutlichen Zu-
nahmen der Abgangsquoten mit Allgemeinen Hochschulr eife vorerst zum Abschluss
gekommen sein könnte.
Die Anteile der Abgänge mit Hauptschulabschluss und mit Fachoberschulreife sind bis
zum Schuljahr 2019/20 gesunken auf 4,7% mit Hauptsc hulabschluss nach Klasse 9,
11% mit Hauptschulabschluss und 30,9% mit Fachoberschulreife.
3.4.2 Abgangsquote ohne Hauptschulabschluss
Zu den Schulabgängen ohne Hauptschulabschluss werden Schüler*innen ohne Schul-
abschluss oder mit einem Abschluss in den sonderpäd agogischen Bildungsgängen
Lernen und geistige Entwicklung gezählt. Der Erfolg kommunaler Interventionen, die
auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses abzielen, setzt bei Lernenden mit sonder-
pädagogischem Unterstützungsbedarf voraus, dass die mit diesen Bildungsgängen
verbundene zieldifferente Förderung, die den Erwerb von allgemeinbildenden Ab-
schlüssen ausschließt, beendet wird.
Im Abgangsjahr 2019 verließen 590 Kölner Schüler*in nen eine allgemeinbildende
Schule ohne Hauptschulabschluss (Plus 26 Abgänge im Vergleich zum Vorjahr).
Das entspricht einem Anteil von 6% von allen Abgängen (Plus 0,1 Prozentpunkte im
Vergleich zum Vorjahr). Dieser Anteil ist von 2005 (8,3% oder 815 Abgänge) bis 2017
(4,6% oder 450 Abgänge) gesunken und steigt seither wieder an (2018: 5,9% oder
564 Abgänge und 2019: 6% oder 590 Abgänge).
40% der Abgänge ohne Hauptschulabschluss
30 haben einen Abschluss in einem
sonderpädagogischen Bildungsgang erlangt; davon 30% im Förderschwerpunkt
geistige Entwicklung und 70% im Förderschwerpunkt L ernen. 82% der Abgänger*in-
nen mit einem sonderpädagogischen Abschluss haben z uvor eine Förderschule be-
sucht.
60% der Abgänge ohne Hauptschulabschluss haben die Schule ohne Abschluss be-
endet; darunter hat die Hälfte der Lernenden zuvor eine Hauptschule besucht. Diese
Schüler*innen sind ohne erfolgreichen Abschluss der 9. Klasse von der Schule abge-
gangen.
Die Abgangsquote ohne Hauptschulabschluss belief sich bei Förderschulen auf 53,7%
(220 Abgänge, überwiegend mit sonderpädagogischem A bschluss) und bei Haupt-
schulen auf 20,6% (192 Abgänge, überwiegend ohne Abschluss).
Die Zeitreihen der Abgangsentwicklung differenziert nach Abgangsart (Abbildung 20)
machen deutlich, dass der Rückgang der Gesamtquote bis zum Abgangsjahr 2017
30 Seit dem Abgangsjahr 2014 schwankt dieser Anteil z wischen 38% und 55%.
51
sowie der erneuter Anstieg von der Entwicklung der Abgänge ohne Abschluss verur-
sacht ist. Abzuwarten bleibt, ob sich der deutliche Anstieg der Schüler*innen im Bil-
dungsgang Lernen zum Schuljahr 2019/20 fortsetzt (3.1.4) und wie sich diese Entwick-
lung auf Zahl und Anteil der Lernenden ohne Hauptschulabschluss auswirkt.
Der Rückgang der Abgänge ohne Abschluss bis 2017 (Abbildung 20) hat in erster
Linie an Förder- und Hauptschulen stattgefunden. Demgegenüber waren am Anstieg
in den vergangenen zwei Abgangsjahren 2018 und 2019 alle Schulformen beteiligt
(Abbildung 21). Diese Entwicklung ist bei deutschen wie ausländischen Absolven-
ten*innen festzustellen und kann dementsprechend nicht ausschließlich auf das
fluchtbedingte Zuwanderungsaufkommen 2015 und 2016 zurückgeführt werden.
Allerdings fällt der Anstieg bei ausländischen Absolventen*innen stärker aus und kon-
zentriert sich überwiegend auf Hauptschulen.
Deutschland: Die Autorengruppe Bildungsberichterstattung stellt auch deutschland-
weit eine Umkehr des langjährigen Positivtrends und steigende Abgangsquoten ohne
Hauptschulabschluss bei deutschen und ausländischen Absolventen*innen fest 31 .
31 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung i n Deutschland 2020, Seite 144
60
10
16
29
12
82
5 5
84
13
21
131
4
30
74
26
47
29
21
103
20
12
16
7
Hauptschule Realschule Gesamtschule Gymnasium Fördersch ule Hauptschule Realschule Gesamtschule Gymnasium Förder schule
deutsche Abgänger*innen ausländische Abgänger*innen
Abb. 21: Abgänge ohne Abschluss nach Schulform und Herkunft
2016 (insg.: 222) 2017 (insg.: 200) 2018 (insg.: 349) 2019 (insg.: 355)
52
Städtevergleich: In Nordrhein-Westfalen ist die Abgangsquote ohne Ha uptschulab-
schluss von 5,3% (2016) auf 6% (2019) gestiegen. Außer in Düsseldorf und Bonn ha-
ben die Quoten in allen großen Städten zugenommen; am stärksten in Duisburg (plus
4,1 Prozentpunkte) und Wuppertal (plus 2,5 Prozentpunkte).
Tab. 14: Städtevergleich NRW: Abgangsquote ohne Haup tschulabschluss und SGB II-Quote der unter 15-
Jährigen, 2016 und 2019
Im Abgangsjahr 2019 weisen Düsseldorf (5,4%) und Bo nn (3,9%) vergleichsweise
niedrige Anteilswerte bei vergleichsweise günstigen Rahmenbedingungen (SGB II-
Quote der unter 15 Jährigen) auf: Düsseldorf: 18,6% und Bonn: 19,9%. Auffallend sind
die Werte für Münster mit einer etwas über dem Durchschnitt liegenden Quote (6,2%)
trotz sehr geringer Armutsbelastung.
Umgekehrt weisen Städte mit deutlich höheren Abgang squoten ohne Hauptschulab-
schluss (wie zum Beispiel Duisburg: 9,8%, Essen: 8% und Dortmund: 8,2%) auch hö-
here Armutsbelastungen (29% und mehr) auf.
3.4.3 Verbleib der Abgänge ohne und mit Hauptschulabschluss
Analog zum Vorgehen in Kapitel 3.3.5 „Übergang: Sek undarstufe I in die Sekundar-
stufe II“ können Erkenntnisse über den Verbleib von Schülern*innen ohne oder mit
Hauptschulabschuss auf der Grundlage der Zugangsdat en der aufnehmenden Schu-
len – in Betracht kommen Berufskollegs - gewonnen werden, in dem die Zugangsdaten
auf die näher zu betrachtenden Schulabschlüsse eingegrenzt werden.
Es wurde ein Abgleich mit den Angaben der abgebende n Schulen zu den Abgängen
ohne und mit Hauptschulabschluss vorgenommen, um die Abgänge nach Klasse 9 mit
in den Blick zu nehmen. Dabei belief sich der Antei l der Zugänge ohne Abschluss an
den Abgängen ohne Abschluss in den Schuljahren 2018/19 auf 99% und 2019/20 auf
86% und der Anteil der Zugänge mit Hauptschulabschluss in den Schuljahren 2018/19
auf 88% und 2019/20 auf 80%. Am kleinsten war die Ü bereinstimmung der Zu- und
Abgänge mit sonderpädagogischem Schulabschluss (Sch uljahre 2018/19: 25% und
2019/20: 42%) aufgrund von Übertrittsoptionen der F örderschüler*innen, die mit der
Schulstatistik nicht erhoben werden (siehe hierzu 3.3.5).
Die Daten sind dementsprechend mit Vorsicht zu interpretieren und als ein erster
Versuch zu betrachten, den Übergang von bildungsben achteiligten Jugendlichen
schulstatistisch abzubilden.
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Abgänge ohne Haupt-
schulabschluss in %
6,0% 5,4% 9,8% 8,0% 7,0% 3,9% 6,0% 6,2% 6,7% 7,8% 8,2%
SGB-II-Empfänger
unter 15 Jahre in % (1)
18,2% 18,6% 29,8% 33,2% 29,2% 19,9% 21,2% 15,0% 21,3% 26,4% 29,7%
Abgänge ohne Haupt-
schulabschluss in %
5,3% 6,2% 5,7% 6,6% 4,5% 4,0% 4,9% 5,3% 4,8% 5,8% 6,3%
SGB-II-Empfänger
unter 15 Jahre in % (1)
18,2% 19,9% 29,7% 32,5% 28,3% 20,0% 21,7% 15,3% 22,3% 25,5% 30,2%
2019
2016
(1) Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktmonitor, Faktencheck zum Arbeitsmarkt
53
Im Abgangsjahr 2019 haben 590 Kölner Jugendliche di e Schule ohne Hauptschulab-
schluss beendet und sind 405 Jugendliche, die im Vo rjahr eine Kölner Schule ohne
Hauptschulabschluss beendet haben, auf ein Berufskolleg gewechselt. Zudem haben
1.431 Kölner Jugendliche die Schule mit Hauptschulabschluss beendet und sind 1.158
Jugendliche, die im Vorjahr eine Kölner Schule mit einem Hauptschulabschluss been-
det haben, auf ein Berufskolleg gewechselt.
Es zeigt sich, dass Jugendliche, die ohne Abschluss oder mit einem sonderpädagogi-
schen Abschluss an ein Berufskolleg wechseln, überwiegend in das Übergangssystem
einmünden. Dies waren 93% der Zugänge ohne Abschluss, 84% der Zugänge mit son-
derpädagogischem Abschluss und 63% der Zugänge mit Hauptschulabschluss (Abbil-
dung 22).
Die Autorengruppe Bildungsberichterstattung betrachtet in ihrem aktuellen Bericht Da-
ten des Nationalen Bildungspanels
32 , der erstmals Daten zu individuellen Übergangs-
verläufen von Jugendlichen mit maximal einem mittle ren Schulabschluss für einen
Zeitraum von maximal 24 Monaten nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule be-
reit stellt. Dabei stellt die Autorengruppe fest, dass 26% der Schulentlassenen mit ma-
ximal einem mittleren Schulabschluss Übergangsprozesse durchlaufen haben, die von
besonders hoher Unsicherheit geprägt waren: lange V erweildauer im Übergangssys-
tem (im Durchschnitt 22,5 Monate); 20% der Jugendli chen durchlaufen mindestens
zwei Maßnahmen im Übergangssystem; Phasen im Übergangssystem wechseln sich
32 https://www.neps-data.de/Datenzentrum/Daten-und-Dok umentation/Startkohorte-Klasse-9/NEPS-SC4-
ADIAB (Stand 18.02.2021)
432
51
974
724
70
284
23
82
16
734
336
67
Übergangssystem duale Ausbildung Übergangssystem duale Ausbildung Übergangssystem duale Ausbildung Schulberu fssystem
Zugänge ohne Abschluss Zugänge mit sonderpädagogisch em
Abschluss
Zugänge mit Hauptschulabschluss
Abb. 22: Zugänge ohne oder mit Hauptschulabschluss an ein Berufskolleg
2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
Zugänge im Schuljahr 2019/20 im Vergleich mit Abgängen 2019:
ohne Abschluss: 307 Zugänge und 355 Abgänge (86%)
mit sonderpäd. Abschluss: 98 Zugänge* und 235 Abgän ge (42%)
mit Hauptschulabschluss: 1.158 Zugänge und 1.431 Ab gänge (81%)
*bis auf wenige Ausnahmen mit Förderschwerpunkt Lern en
71% hat zuvor eine Förderschule besucht
54
mit Phasen in Arbeitslosigkeit, ungelernter Erwerbstätigkeit und/oder betrieblicher Aus-
bildung ab; hohe Abbruchquoten aus einer vollqualif izierenden Ausbildung; lediglich
6% der Jugendlichen befinden sich 24 Monate nach Ve rlassen der Schule im dualen
oder Schulberufssystem. Fast die Hälfte (etwa 49%) befindet sich am Ende des Be-
obachtungszeitraums entweder in ungelernter Erwerbstätigkeit oder in Arbeitslosigkeit
und ist damit nicht mehr in institutioneller Bildun g eingegliedert, mit der Aussicht auf
einen Berufsbildungsabschluss. 33
3.5 Bildungsbenachteiligung an Kölner Schulen
3.5.1 Indikatoren im Kontext von Bildungsbenachteiligung
Eine Analyse der PISA-Daten des Institut der deutsc hen Wirtschaft zeigt, dass ein
niedriger Bildungsstand der Eltern , eine Migrationsgeschichte, die damit verbunden
ist, dass zu Hause nicht deutsch gesprochen wird, und die Bildungsferne der El-
tern (verfügbare Bücher im Haushalt und Einkommen) einen starken negativen Ein-
fluss auf die Lernergebnisse der Kinder haben 34 .
Der Bezug von Sozialgeld gibt Auskunft über das Einkommen der Eltern und wi rd
daher häufig als Indikator für die Bildungsferne de r Eltern und als Prädiktor für Bil-
dungsbenachteiligung verwendet. Eine vollständige A bbildung von Armutsrisiken ge-
lingt mit dem Sozialgeldbezug nicht.
Vor diesem Hintergrund berechnet die Verwaltung die schulscharfe SGB II-Quote für
städtische Schulen mittels einer Verknüpfung von Wohnortdaten und kle inräumigen
Armutsdaten. Die Quote gibt Auskunft über das gesch ätzte Armutsrisiko der Schü-
ler*innen einer Schule und wird als wichtiger Indikator für armutsinduzierte Bedarfsla-
gen an Kölner Schulen verwendet.
Weil Schüler*innen mit Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen (dies sind 75% der
Lernenden mit sonderpädagogischem Unterstützungsbed arf) häufig aus sozioökono-
misch prekären Herkunftsfamilien stammen und auslän dische Schüler*innen
35 über-
proportional von Armut betroffen sind (SGB II-Quote der unter 15-Jährigen im Dezem-
ber 2019: insgesamt: 21%; deutsche Lernende: 15,8%; ausländische Lernende:
52,4%)36 ist der Bezug von Sozialgeld außerdem relevant für die Handlungsfelder
Inklusion und Integration .
33 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung i n Deutschland 2020, Seite 164 ff.
34 Bundeszentrale für politische Bildung, Bildungsarm ut - Auswirkungen, Ursachen, Maßnahmen (2008),
https://www.bpb.de/apuz/30383/bildungsarmut-auswirkungen-ursachen-massnahmen?p=1
35 Merkmal „Ausländer*in“ laut amtlicher Schulstatisti k: Lernende, die über keinen deutschen Pass verfüge n
36 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; St adt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik ( Eigene
Berechnungen)
55
Bei Lernenden mit Migrationsgeschichte kann sich zudem eine nichtdeutsche Fami-
liensprache negativ auf die Bildungschancen auswirken, wenn ei nem hieraus resul-
tierenden Sprachförderbedarf nicht entsprochen wird . Sind die Schüler*innen selbst
zugewandert , dann können individuelle Benachteiligungen für di e Schüler*innen die
Folge sein, wenn möglichen Bedarfen nach interkultu reller Kompetenz nicht entspro-
chen wird.
Die Autorengruppe Bildungsberichterstattung weist darauf hin, dass der Migrationssta-
tus selbst nicht Ursache für Schwierigkeiten beim B ildungserfolg ist, sondern die in
dieser Bevölkerungsgruppe kumulierenden sozioökonomischen Härten.
37
So zeigt sich auch für Köln ein starker positiver Z usammenhang zwischen der schul-
scharfen SGB II-Quote auf der einen Seite und dem A nteil ausländischer Schüler*in-
nen (Grundschulen: r=0,75, weiterführende Schulen: r=0,71), dem Anteil der Lernen-
den mit nichtdeutscher Familiensprache (Grundschule n r=0,8 und weiterführende
Schulen: r=0,86) sowie dem Anteil der Lernenden mit eigener Zuwanderung (alle
Schulen: r=0,64). Der Zusammenhang zwischen der schulscharfen SGB II-Quote und
dem Anteil der Schüler*innen, die Lern- und Entwick lungsbeeinträchtigungen aufwei-
sen (Grundschulen: r=0,49, weiterführende Schulen: r=0,64), ist weniger stark ausge-
prägt, wofür die zum Teil großen Unterschiede in Be zug auf die Haltung der Schulen
bei der Einschaltung des AO-SF-Verfahrens ursächlich sein könnten.
Die nachfolgend dargestellten Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass Herkunft
(Tabelle 15) und Armut (Korrelationsberechnungen) auch die Bildungsbiografien
der Kölner Schüler*innen beeinflussen . Besonders deutlich wird dies für die Gruppe
der ausländischen Schüler*innen, die überdurchschni ttlich stark von Armut betroffen
sind, weil eine Differenzierung der bildungsstatistischen Kennzahlen nach dem Merk-
mal Ausländerstatus möglich ist. Für Lernende mit n ichtdeutscher Familiensprache
und eigener Zuwanderung ist dies aufgrund der Daten lage nur sehr eingeschränkt
möglich.
Tab. 15: Köln: bildungsstatistische Kennzahlen differenziert nach Herkunft (Ausländerstatus, nichtdeut-
sche Familiensprache, eigene Zuwanderung) im Schuljahr 2019/20
37 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung i n Deutschland 2020, Seite 45
Lernende
insgesamt
deutsche
Lernende
ausländische
Lernende
Lernende mit
nichtdeutscher
Familiensprache
Lernende mit
eigener
Zuwanderung
Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen nach AO-SF 6,5% 5,8% 10,2% 7,5% 8,4%
Übergangsquote Hauptschule 4,8% 3,8% 11,0% n.v. n.v.
Übergangsquote Gymnasium 45,5% 49,8% 20,8% n.v. n.v.
Schulformbesuchsquote (Jahrgangsstufen 5 bis 13)
* Förderschule 3,8% 3,3% 6,5% 5,2% 6,1%
* Hauptschule 7,2% 4,5% 23,0% 13,5% 22,7%
* Realschule 18,4% 17,4% 24,1% 26,3% 21,6%
* Gymnasium 47,4% 51,5% 23,1% 29,7% 26,0%
* Gesamtschule 23,3% 23,3% 23,3% 25,3% 23,6%
Wiederholung (Jahrgangsstufen 5 bis 10 an Regelschulen) 2,7% 2,2% 5,5% n.v. n.v.
Wechsel vom Gymnasium an eine Realschule 2,3% 2,1% 4,4% n.v. n.v.
Wechsel von Realschule an eine Hauptschule 2,1% 1,8% 3,2% n.v. n.v.
Abgänge ohne Hauptschulabschluss 6,0% 4,4% 14,2% n.v. n.v.
Zugänge in das Übergangssystem in % von Zugängen an ein Berufskolleg 31,2% 26,8% 47,0% n.v. n.v.
56
Doppelzählungen sind möglich, weil einer Schüler*innen ein oder mehrere Herkunftsmerkmale aufweisen kann.
Es wurden Regel- und Förderschulen berücksichtigt.
Der SGB II-Bezug wird im Rahmen der Schulstatistik nicht erhoben, weshalb eine Dif-
ferenzierung der Kennzahlen nach diesem Merkmal nic ht möglich ist. Ersatzweise
kann der Zusammenhang zwischen Armut und Bildungsbenachteiligung mittels statis-
tischer Zusammenhänge ( Korrelationen ) auf der Ebene der Schulen zwischen SGB
II-Quote und diversen bildungsstatistischen Kennzahlen betrachtet werden.
Der Korrelationskoeffizient „r“ gibt Auskunft über den Zusammenhang zwischen zwei
Merkmalen und kann Werte zwischen 0 und 1 für einen positiven Zusammenhang und
Werte zwischen 0 und -1 für einen negativen Zusamme nhang annehmen. Zu den
meistverwendeten Interpretationsregeln des Korrelat ionskoeffizienten zählen die Re-
geln von Cohen (1988): kleiner Effekt: 0,1; mittlerer Effekt: 0,3; großer Effekt: 0,5.
Das Vorliegen eines statistischen Zusammenhangs kann ein Hinweis für einen kausa-
len Zusammenhang sein.
Es zeigt sich für die städtischen Kölner Regelschulen, dass je höher die SGB II-Quote
einer Schule ist, desto höher ist der Anteil der Lernenden
• mit Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen in Pr ozent von allen Schülern*in-
nen (Primarstufe: r=0,49 und Sekundarstufe I: r=0,64)
• mit verlängerter Verweildauer in Prozent von allen Schülern*innen (Primarstufe:
r=0,59 und Sekundarstufe I: r=0,53)
• die mit einer Empfehlung für eine Hauptschule in d ie Sekundarstufe I wechseln
in Prozent von allen Viertklässlern*innen (r= 0,62)
• die ohne Schulabschluss die Schule beenden in Proz ent von allen Abgängen
(r=0,5)
• die in das Übergangssystem eines Berufskollegs wec hseln in Prozent von allen
Zugängen an ein Berufskolleg (r=0,57).
Je geringer die SGB II-Quote einer Schule ist, desto höher ist der Anteil der Viertkläss-
ler*innen mit einer Gymnasialempfehlung von allen Viertklässlern*innen (r=0,8).
3.5.2 Unterschiede der Lernausgangslagen an Kölner Schulen
Armut ist regional ungleich auf das Kölner Stadtgebiet verteilt (Mindestwert: Hah-
nenwald: 0,2% und Höchstwert: Finkenberg: 59,8%), w as sich im Primarbereich,
Grundschulen werden überwiegend wohnortnah besucht, in großen Unterschieden bei
den schulscharfen SGB II-Quoten niederschlägt (Mind estwert: 1,5% und Höchstwert:
59,4%, siehe Tabelle 16).
Hinzu kommen Selektionsmechanismen mehrgliedriger Schulsysteme , die unter
anderem beim Übergang auf die weiterführende Schule wirksam werden und aufgrund
von objektiven und subjektiv antizipierten Bildungs chancen ursächlich für die Unter-
schiede der schulformspezifischen SGB II-Quoten sin d (Hauptschulen: 32,7% und
57
Gymnasien: 15,8%, siehe Tabelle 16). Stünden ausrei chende Unterstützungsange-
bote auch Kindern aus ressourcenärmeren Familien zu r Verfügung, müssten weder
Eltern noch Lehrkräfte die meist vorurteilsbehafteten Prognosen in Bezug auf die mög-
lichen Bildungsverläufe anstellen. 38
Die großen Unterschiede zwischen den Kölner Schulen und Schulformen in Bezug
auf ihre Lernausgangslagen (Armut, Sprachförderbedarf, eigene Zuwanderung und
mit Einschränkungen die Anzahl der Schüler*innen mit festgestelltem sonderpädago-
gischem Förderbedarf) macht Tabelle 16 deutlich.
Tab. 16: Köln: Heterogenität von Lernausgangslagen an Schulen (Jahrgangsstufen 1 bis 10) im Schuljahr
2019/2020; SGB II-Quote: Stand: Dezember 2019
Abkürzungen: sonderpädagogische Förderschwerpunkte: LES: Lernen, emotionale und soziale Entwicklung,
Sprache; GG: geistige Entwicklung; KM: körperliche und motorische Entwicklung; HK: Hören und Kommunikation;
SE: Sehen
Eine sozialindizierte Steuerung von Bildungsressour cen, die regionale und institutio-
nelle Unterschiede in Bezug auf die Bildungschancen berücksichtigt, hilft ungenutzte
Bildungschancen von jungen Menschen zu aktivieren. Die erforderlichen Ausgaben
haben gesamtgesellschaftlich die Qualität einer Inv estition, weil Folgekosten von ge-
sellschaftlicher Desintegration vermieden und das B ildungsniveau der Bevölkerung
verbessert wird. In der Anlage befindet sich eine Ü bersicht zu den Angeboten und
Maßnahmen, mit denen die Stadt und private Träger die (Re-) Integration gefährdeter
Kinder und Jugendliche in einen erfolgreichen, absc hlussorientierten Bildungsverlauf
unterstützt.
Die schulscharfe SGB II-Quote wird zum Beispiel bei der Einsatzsteuerung der kom-
munalen Schulsozialarbeit, der Ausweitung der Teilnahme am offenen Ganztag in der
38 Bundeszentrale für politische Bildung, Schule ohne Diskriminierung: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
(2016); https://www.bpb.de/apuz/221585/schule-ohne-diskrimi nierung (abgerufen am 26.01.2021)
Anzahl
Schulen
Anzahl
Lernende
SGB-II
Quote
Anteil
ausländische
Lernende
Anteil Lernende
mit nichtdeutscher
Familiensprache
Anteil Lernende
mit eigener
Zuwanderung
Anzahl
Lernende
LES
Anzahl
Lernende
GG
Anzahl
Lerndende
KM, HK, SE
Grundschulen 141 37.402 22,2% 15,5% 36,4% 13,1% 1.329 173 227
… Maximum 521 59,4% 64,8% 91,5% 42,4% 56 16 20
… Minimum 100 1,5% 1,4% 0,9% 0,9% 0 0 0
Hauptschulen 15 4.614 32,7% 46,7% 63,1% 39,9% 498 9 2
… Maximum 510 42,3% 72,7% 85,7% 64,7% 51 4 1
… Minimum 302 23,0% 14,6% 45,9% 24,5% 3 0 0
Realschulen 20 11.244 26,8% 19,5% 49,1% 15,0% 562 2 50
… Maximum 813 38,2% 35,5% 77,3% 29,4% 57 2 14
… Minimum 389 12,8% 8,6% 14,8% 4,0% 0 0 0
Gymnasien 31 17.512 15,8% 7,0% 25,5% 6,7% 67 0 24
… Maximum 901 34,9% 18,8% 60,9% 15,9% 22 0 7
… Minimum 413 4,4% 1,8% 0,1% 0,0% 0 0 0
Gesamtschulen 15 11.612 22,1% 15,5% 39,1% 13,8% 946 62 131
… Maximum 1.461 37,8% 26,5% 73,2% 23,4% 117 22 44
… Minimum 538 11,9% 7,8% 19,7% 7,3% 6 1 1
Insgesamt 222 82.384 17.799 13.661 31.070 11.194 3.402 246 4 34
58
Primarstufe, der Digitalisierung an Schulen, der St ellenbemessung für Schulsekre-
täre*innen und bei der Verteilung von pädagogischen Landesstel len durch die Schul-
aufsicht (Sonderpädagogik, Stellen gegen Unterrichtsausfall) verwendet.
Die Weiterentwicklung der schulscharfen SGB II-Quote von 2017 sowie Empfehlungen
der Verwaltung, die sozialindizierte Steuerung auf dieser Grundlage konsequent weiter
zu verfolgen (zum Beispiel: „Monitoringbericht 2018“, Session 3779/2018; „Konzeptio-
nelle Überlegungen zur Ausbauplanung der Schulsozia larbeit an Regelschulen unter
Berücksichtigung der besonderen sozialen Lagen an S chulen“, Session 3014/2019)
werden im Ratsbeschluss „Schulsozialindex weiterent wickeln und breit anwenden“
(TOP 3.1.4 der 49. Sitzung des Rates am 21.05.2019) und im Verwaltungshandeln
aufgegriffen (zum Beispiel „Ausbau der Schulsozialarbeit 2020, S ession 1462/2020;
„Digitale Sofortausstattung im Rahmen des Digital Pakt Schule“, Session 2282/2020) .
3.5.3 Ausblick: schulscharfer Sozialindex NRW
Das Ministerium für Schule und Bildung NRW plant die Einführung eines schulscharfen
Sozialindex zum Schuljahr 2021/22, um die Belastungssituation an den Schulen mög-
lichst exakt abzubilden und die Ressourcensteuerung zukünftig noch zielgerichteter
vornehmen zu können (Landtag NRW, Vorlage 17/3933 vom 29.09.2020).
Folgende Unterschiede zeigen sich beim Vergleich mit dem Kölner Vorgehen:
Das Landesministerium NRW sieht eine Indexbildung auf der Grundlage der Indika-
toren SGB II-Quote (Indikator für Kinder- und Jugendarmut), nichtdeutsche Famili-
ensprache (Indikator für sprachliche Kompetenz), eigene Zuwanderung (Indikator
für sprachliche Kompetenz und weitere Ursachen individueller Benachteiligungen) so-
wie Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen (Indikator für Herausforderung der
Schule durch Inklusionsaufgaben) vor.
Nachdem die Zweifel an der Datenqualität der Angabe n zur Migrationsgeschichte of-
fenbar ausgeräumt sind, werden die Merkmale nichtdeutsche Familiensprache und ei-
gene Zuwanderung auch im Kölner Bildungsmonitoring als wichtige Indikatoren für das
Vorliegen individueller Benachteiligung und kommunaler Handlungsanlässe betrachtet
werden. Der Verlust an Transparenz, der mit einer I ndexbildung in Bezug auf die Re-
levanz der einzelnen Indikatoren einhergeht, spricht für eine differenzierte Betrachtung
der Indikatoren auf der kommunalen Ebene.
An Kölner Schulen, die vergleichsweise hohen Armuts belastungen ausgesetzt sind,
lernen auch viele ausländische Schüler*innen, viele Schüler*innen mit nichtdeutscher
Familiensprache und tendenziell mehr Schüler*innen mit festgestellten Lern- und Ent-
wicklungsbeeinträchtigungen, worauf die Ergebnisse der Korrelationsberechnungen
hindeuten (siehe 3.5.1).
Die Eignung des Merkmals festgestellte Lern- und En twicklungsbeeinträchtigung als
Indikator für die Herausforderung der Schulen durch Inklusion in Verbindung mit der
59
Verteilung von Ressourcen ist aufgrund der sehr unt erschiedlichen Haltungen der
Schulen in Bezug auf die Einleitung eines AO-SF-Verfahrens zumindest fraglich.
Ein weiterer Unterschied bezieht sich auf die Methode zur Ermittlung der SGB II-
Quote: Das Kölner Verfahren bietet einerseits einen Genauigkeitsvorteil, weil die SGB
II-Quoten mit den Schülerwohnortdaten verknüpft werden, während das Verfahren
zur Ermittlung des Sozialindex NRW eine Verknüpfung der SGB II-Quoten mit den
geschätzten Einzugsgebieten der Schulen vornimmt.
Einen Genauigkeitsnachteil hat das Kölner Verfahren seit 2018 in Bezug auf die Ver-
fügbarkeit kleinräumiger SGB II-Daten . Aus Datenschutzgründen stellt die Agentur
für Arbeit den Kommunen seitdem keine SGB II-Daten auf Blockebene (Köln: 19.902
Wohnblöcke) mehr zur Verfügung, so dass die Kölner Quote nunmehr auf der Ebene
der statistischen Quartiere (Köln: 570) ermittelt werden muss. Für den Sozialindex
NRW werden die SGB II-Quoten auf der Blockebene zur Verfügung gestellt.
Das Ministerium beabsichtigt zunächst die Stellen in den Blick zu nehmen, die derzeit
noch über den Kreissozialindex gesteuert werden. Zum Schuljahr 2019/20 waren dies
insgesamt 4.410 Stellen (1.265 Stellen für Grundschulen und Hauptschulen gegen Un-
terrichtsausfall und für besondere Förderaufgaben, 1 .745 Stellen für sozialpädagogi-
sche Fachkräfte in der Schuleingangsphase an Grundschule, 400 Stellen für multipro-
fessionelle Teams in der Sekundarstufe I und 1.000 Integrationsstellen).
4 Berufskollegs
4.1 Allgemeine Bemerkungen
Der Besuch eines Bildungsgangs am Berufskolleg setzt in der Regel die Erfüllung der
Vollzeitschulpflicht voraus, die sich in der Regel auf zehn Schulbesuchsjahre erstreckt.
Eine duale Ausbildung darf vorher begonnen werden. Die zentrale Bedeutung der Be-
rufskollegs liegt in der Kombination von allgemeiner und beruflicher Bildung, das heißt
sie ermöglichen eine zeitgleiche Qualifizierung im berufsbildenden (zu den beruflichen
Qualifikationen zählen: berufliche Kenntnisse, berufliche Grund- und Fachbildung, be-
rufliche Weiterbildung und Berufsabschlüsse) und im allgemeinbildenden Bereich (Ab-
schlüsse der Sekundarstufe I können nachgeholt und Abschlüsse der Sekundarstufe
II können erworben werden).
Das Berufsbildungssystem lässt sich nach fünf große n Teilsystemen differenzieren:
das duale Ausbildungssystem (beruflich vollqualifizierende betriebliche und sc huli-
sche Unterweisung), das Schulberufssystem (beruflich vollqualifizierende vollzeit-
schulische Unterweisung), das Übergangssystem (Vermittlung berufsvorbereitender
Kompetenzen, beruflich nicht vollqualifizierend), d as Teilsystem „ Erwerb der Hoch-
schulzugangsberechtigung “ (beruflich nicht vollqualifizierend) und die berufliche
Weiterbildung (höher qualifizierender Berufsabschluss).
60
4.2 Schülerzahlen, Schulformen und Abschlussarten
An 29 Kölner Berufskollegs wurden im Schuljahr 2019/20 insgesamt 40.974 Schü-
ler*innen unterrichtet. Davon lernten rund 91% oder 37.340 Lernende an einem der
17 städtischen Berufskollegs.
Insgesamt strebten rund 73% der Schüler*innen einen Berufsabschluss an; 64,9%
im Rahmen einer dualen Ausbildung an einer Berufsschule und 8,3% im Rahmen des
Schulberufssystems an einer (höheren) Berufsfachsch ule oder an einem beruflichen
Gymnasium.
10,5% der Schüler*innen beabsichtigen im Rahmen des Teilbereichs „Erwerb der
Hochschulzugangsberechtigung “ zusätzlich zum Erwerb beruflicher Kenntnisse
den Erwerb der Allgemeinen oder der Fachhochschulre ife an den hierfür vorgesehe-
nen Bildungsgängen der höheren Berufsfachschulen, d er Fachoberschulen oder der
beruflichen Gymnasien.
Im Übergangssystem der Berufs- und der Berufsfachschulen erwarben 7,5% der
Schüler*innen berufsvorbereitende Fertigkeiten und holten Abschlüsse der Sekundar-
stufe I nach.
8,8% der Schüler*innen lernten im Teilsystem der beruflichen Weiterbildung .
Tab. 17: Köln: Schüler*innen an Berufskollegs nach Teilbereich, Schulform, angestrebten Abschlüssen
und Trägerschaft im Schuljahr 2019/20
(1) In den Bildungsgängen der Ausbildungsvorbereitung sind die Internationalen Förderklassen verortet, kurz:
IFK. Im Schuljahr 2019/20 besuchten 19% der Lernenden in Ausbildungsvorbereitung eine IFK
(2) Hier können die Abschlüsse „Kinderpflege“ und „Sozialassistenz“ erworben werden.
Die Entwicklung der Schülerzahlen der letzten zehn Jahre zeigt: Insgesamt sinkt die
Zahl der Schüler*innen an Kölner Berufskollegs seit dem Schuljahr 2010/11
(45.583 Lernende) auf 40.926 im Schuljahr 2018/19; in erster Linie, weil deutlich
weniger junge Menschen eine duale Ausbildung beginn en . Im gleichen Zeitraum
haben sich etwas mehr Jugendliche für einen Bildung sgang in den Teilbereichen
Schulberufssystem und „Erwerb der Hochschulzugangsb erechtigung“ entschieden
(Tabelle 18).
städtisch privat abs. in %
Berufsschule /AV (1) HSA 9 1.927 17 1.944 4,7%
HSA 10 417 0 417 1,0%
FOR / Berecht. zur gym. Oberst. (kann) 716 0 716 1,7%
Duale Ausbildung Berufsschule / Dual Berufsabschlussp rüfung (Kammer) je nach Vorbildung 26.269 338 26.607 64, 9%
Berufsfachschule (2) FOR / Berecht. zur gym. Oberst. (kann) 292 364 656 1,6%
FHR 1.186 664 1.850 4,5%
keiner 105 70 175 0,4%
Berufliches Gymnasium AHR 487 219 706 1,7%
Höhere Berufsfachschule (erweiterte) berufliche Kenn tnisse FHR 2.583 153 2.736 6,7%
FHR 248 35 283 0,7%
keiner 92 43 135 0,3%
keiner AHR 138 0 138 0,3%
Berufliches Gymnasium berufliche Kenntnisse AHR 953 44 997 2,4%
Fachschule Berufsabschluss (staatl. gepr.) FHR (kann) 1.600 750 2.350 5,7%
Fachschule für Sozialwesen Berufsabschluss (staatl. anerk.) FHR (kann) 327 937 1.264 3,1%
37.340 3.634 40.974 100%
Erwerb der HZB Fachoberschule berufliche Kenntnisse
Berufliche
Weiterbildung
Insgesamt:
Insgesamt
Übergangssystem berufliche Kenntnisse Berufsfachschule
Schulberufssystem Berufsabschluss (Landesrecht) Höhere Berufsfachschule
Teilbereich Schulform beruflicher Abschluss schulische r Abschluss nach Trägerschaft
61
Beim Vergleich des Schuljahres 2019/20 mit dem Vorjahr fällt auf, dass die rückläufige
Entwicklung bei den Schülerzahlen in der dualen Aus bildung zum zweiten Mal unter-
brochen wurde: plus 210 Lernende oder plus 0,8%. Bereits im Schuljahr 2017/18 war
eine leichte Zunahme feststellbar: plus 4 Lernende.
Tab. 18: Köln: Schüler*innen an Berufskollegs nach Teilsystem und Schulform, Zeitreihe
Städtevergleich: Insgesamt sind in NRW die Schülerzahlen in der dualen Ausbildung
beim Vergleich des Schuljahres 2016/17 mit dem Höch ststand der Schülerzahlent-
wicklung im Schuljahr 2008/09 um 13,1% gesunken. Die Spannweite des prozentualen
Schülerzahlrückgangs (Vergleich Schuljahr 2016/17 mit dem jeweiligen Höchststand)
reicht von -3,5% in Münster bis zu -20,5% in Duisbu rg 39 . Seither werden außer in Es-
sen erneut Zunahmen der Schülerzahlen verzeichnet.
4.3 Zugänge in die Berufsbildungsteilsysteme (ohne Weiterbildung)
Im Schuljahr 2019/20 haben 18.219 Lernende einen Bi ldungsgang an einem Kölner
Berufskolleg begonnen; darunter 1.438 berufserfahrene Erwachsene eine Fachschule,
um sich beruflich weiterzubilden, die nachfolgend n icht weiter betrachtet werden.
16.781 Zugänge (100%, ohne Weiterbildung) haben sic h auf das Übergangssystem
(18,1%), die duale Ausbildung (60%), das Berufsschu lsystem (8,3%) oder einen Bil-
dungsgang zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (13,6%) verteilt.
Der Anteil der Schülern*innen, die im Vorjahr eine allgemeinbildende Kölner Schule
besucht haben, von allen Zugängen differiert zwischen den Teilsystemen: duale Aus-
bildung: 29,3%; Schulberufssystem: 54,8%; Erwerb de r Hochschulzugangsberechti-
gung: 76,2%; Übergangssystem 66,2% und Weiterbildung: 26,4%.
Die Zeitreihe zeigt die Verteilung der Zugänge auf die Teilsysteme (ohne berufliche
Weiterbildung) für den Zeitraum der Schuljahre 2010 /11 bis 2019/20 (Abbildung 23).
Bis zum Schuljahr 2017/18 zeigen sich die Trends si nkender Zugangsanteile in die
duale Ausbildung und steigender Zugangsanteile in d as Teilsystem zum Erwerb der
Hochschulzugangsberechtigung. Für die beiden darauf folgenden Jahre werden ge-
genläufige Entwicklungen sichtbar: Anstieg der Zugä nge in die duale Ausbildung und
39 Monitoringbericht 2018, Session 3779/2018 , Seite 32
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in %
Duale Ausbildung 30.241 66,3% 27.555 64,5% 26.397 64,5% 26.607 64,9%
Übergangssystem 3.657 8,0% 3.127 7,3% 3.194 7,8% 3.077 7,5%
Schulberufssystem 3.170 7,0% 3.375 7,9% 3.367 8,2% 3.387 8,3%
… davon Berufsfachschule 508 1,1% 564 1,3% 641 1,6% 656 1,6 %
… davon Höhere Berufsfachschule 2.121 4,7% 2.161 5,1% 2. 067 5,1% 2.025 4,9%
… davon Berufliches Gymnasium 541 1,2% 650 1,5% 659 1,6% 7 06 1,7%
Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung 4.076 8,9% 4.317 10,1% 4.300 10,5% 4.289 10,5%
… davon Höhere Berufsfachschule 2.423 5,3% 2.619 6,1% 2. 709 6,6% 2.736 6,7%
… davon Fachoberschule 984 2,2% 887 2,1% 651 1,6% 556 1,4%
… davon Berufliches Gymnasium 669 1,5% 811 1,9% 940 2,3% 9 97 2,4%
Berufliche Weiterbildung 4.439 9,7% 4.317 10,1% 3.668 9,0% 3.614 8,8%
Insgesamt 45.583 100% 42.691 100% 40.926 100% 40.974 100%
SJ 2014/15 SJ 2018/19 SJ 2019/20 SJ 2010/11
62
Rückgang der Zugänge in das Teilsystem zum Erwerb der Hochschulzugangsberech-
tigung.
Die Beobachtung einer möglichen Trendumkehr bei den Zugängen in die Teilsysteme
duale Ausbildung und Erwerb der Hochschulzugangsber echtigung korrespondiert mit
den Ergebnissen, die für die Kölner Schüler*innen von Haupt-, Real- und Gesamtschu-
len beim Übergang von der Sekundarstufe I in die Se kundarstufe II (Kapitel 3.3.5) er-
mittelt wurden. Die in Kapitel 4.3 betrachteten Zugangszahlen berücksichtigen die Zu-
gänge von Nicht-Kölnern*innen und von Gesamtschülern*innen und Gymnasiasten*in-
nen mit Hochschulzugangsberechtigung.
4.4 Einmündungen nach Schulabschluss (ohne Weiterbildung)
Die Verteilung der Zugänge nach Schulabschluss (unb erücksichtigt bleiben 532 Zu-
gänge, bei denen der Abschluss noch unbekannt war, und 94 aus dem Ausland zuge-
zogene Zugänge mit sonstigen Qualifikationen) auf d ie Teilsysteme macht deutlich,
dass die schulischen und beruflichen Anschlussmöglichkeiten in der Sekundarstufe II
mit der schulischen Vorbildung variieren.
Zugänge mit Hochschulzugangsberechtigung münden gan z überwiegend in eine be-
ruflich vollqualifizierende Ausbildung (Schuljahr 2019/20: 96%) ein und bleiben bei den
nachfolgenden Betrachtungen unberücksichtigt.
Im Unterschied zu den Betrachtungen in Kapitel 3.4. 3 (Zugänge Kölner Schulabgän-
ger*innen von allgemeinbildenden Schulen) werden hi er außerdem die Zugänge von
Nicht-Kölnern*innen, Zugänge von jungen Erwachsenen, die bereits im Vorjahr einen
63
Bildungsgang an einem Berufskolleg besucht haben (25% aller Zugänge im Schuljahr
2019/20) sowie die Zugänge mit „sonstiger Herkunft“, dies sind sonstige Schule, Be-
rufstätigkeit, Hochschule/Universität, Wehrdienst“ (28% aller Zugänge im Schuljahr
2019/20, unter anderem Lernende der Internationalen Förderklassen, die im Vorjahr
keine Kölner Schule besucht haben), berücksichtigt.
Im Schuljahr 2019/20 mündeten von insgesamt 1.132 Zugängen ohne Hauptschul-
abschluss (100%) 74% in das Übergangssystem und 26% in eine beruflich vollquali-
fizierende Ausbildung, überwiegend in eine duale Au sbildung und nur in Ausnahme-
fällen in das Schulberufssystem, ein (Abbildung 24) . Vom Schuljahr 2005/06 bis zum
Schuljahr 2014/15 hat die Einmündung in eine beruflich vollqualifizierende Ausbildung
(duales Berufsausbildungssystem oder Schulberufssystem) tendenziell zugenommen
und sinkt seither erneut. Die Zugänge in das Übergangssystem haben sich gegenläufig
entwickelt.
Abkürzungen : ÜS=Übergangssystem, DA=duale Ausbildung, SBS=Schulberufssystem, SJ=Schuljahr
Von den insgesamt 3.302 Zugängen mit Hauptschulabschluss sind 43% in das
Übergangssystem und 56% in eine beruflich vollqualifizierende Ausbildung eingemün-
det. Seit dem Schuljahr 2011/12 zeigt sich eine lei cht abnehmende Tendenz der Ein-
mündungen in eine beruflich vollqualifizierende Ausbildung und entsprechend eine Zu-
nahme der Einmündungen in das Übergangssystem.
Von insgesamt 6.680 Zugängen mit Fachoberschulreife , ist der Anteil, der in das
Übergangssystem einmündet, über den gesamten Zeitraum bis auf 3% gesunken. Die
85%
15%
55%
45%
13%
61%
26%
74%
26%
43%
56%
3%
66%
31%
ÜS DA, SBS ÜS DA, SBS ÜS DA, SBS Erwerb der HzB
ohne Hauptschulabschluss
(SJ 2019/20: 100%=1.132)
mit Hauptschulabschluss
(SJ 2019/20: 100%=3.302)
mit Fachoberschulreife
(SJ 2019/20: 100%=6.680)
Abb. 24: Einmündung der Zugänge nach Schulabschluss
2005/06 2011/12 2014/15 2019/20
64
Einmündungen zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung sind seit dem Schul-
jahr 2012/13 bis zum Schuljahr 2018/19 bis auf 33,6 % (Schuljahr 2019/20: 31%) und
die Einmündung in eine beruflich vollqualifizierend e Ausbildung seit dem Schuljahr
2015/16 bis auf 66% im Schuljahr 2019/20 gestiegen.
Städtevergleich: Der Städtevergleich zeigt große Unterschiede in Bez ug auf die In-
tegration von Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss und mit Hauptschulabschluss
in eine vollqualifizierende berufliche Ausbildung.
Besonders ins Auge fällt Münster mit weit überdurchschnittlichen Werten; so gelang in
Münster zum Schuljahr 2019/20 insgesamt 61% der Zug änge ohne Hauptschulab-
schluss der Übergang in eine duale Ausbildung. Im Durchschnitt der letzten acht Jahre
lag der Wert bei 63%. Zudem mündeten 64% der Zugäng e mit Hauptschulabschluss
in eine vollqualifizierende Ausbildung (duale Ausbi ldung, Schulberufssystem); im
Durchschnitt der letzten acht Jahre waren es 65%.
Auch in Bonn wurde ein sehr hoher Anteilswert für d ie Zugänge ohne Hauptschulab-
schluss (63%) erzielt. Allerdings lagen die Werte in den Vorjahren mit einer Ausnahme
deutlich niedriger.
Tab. 19: Städtevergleich NRW: Anteil der Zugänge mit niedrigem Schulabschluss in eine beruflich voll-
qualifizierende Ausbildung von allen Zugängen mit niedrigem Schulabschluss an ein Berufskolleg im
Schuljahr 2019/20
4.5 Verweildauer im Übergangssystem
Eine Berechnung der Verweildauer ist nicht möglich. Jedoch gibt die Schulstatistik mit
der Information über Zugänge, die sich bereits im Vorjahr im Übergangssystem befun-
den haben, Hinweise darauf, für welchen Anteil der Jugendlichen sich offenbar zu-
nächst nur eine Anschlussperspektive im Übergangssystem gefunden hat.
Im Schuljahr 2019/20 sind insgesamt 3.031 Jugendlic he in das Übergangssystem ei-
nes Kölner Berufskollegs eingemündet; davon 63% in die Ausbildungsvorbereitung (in
der auch die Internationalen Förderklassen (IFK) ve rortet sind; 19% der Zugänge in
die Ausbildungsvorbereitung entfielen auf die IFK, dies waren 365 junge Menschen)
mit dem Ziel, zusätzlich zu den beruflichen Kenntni ssen den Hauptschulabschluss
Klasse 9 nachzuholen, 14% an eine Berufsfachschule mit dem Ziel, zusätzlich zu be-
ruflichen Kenntnissen einen Hauptschulabschluss nac h Klasse 10 zu erwerben, und
23% an eine Berufsfachschule mit dem Ziel, zusätzlich zu beruflichen Kenntnissen die
Fachoberschulreife zu erwerben.
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Zugänge ohne Hauptschulabschluss , die in duale
Ausbildung einmünden, an allen Zugängen ohne
Hauptschulabschluss
33,3% 25,2% 25,1% 48,4% 24,1% 63,1% 26,1% 61,3% 44,2% 26,0% 38,7%
darunter Ausländer*innen 20,8% 22,6% 9,3% 14,7% 17,9% 38,3% 16,8% 51,4% 28,3% 14,7% 22,2%
Zugänge mit Hauptschulabschluss , die in duale
Ausbildung oder Schulberufssystem einmünden, an allen
Zugängen ohne Hauptschulabschluss
47,8% 51,8% 39,7% 34,2% 40,9% 51,3% 54,3% 64,0% 60,2% 40,3% 49,0%
darunter Ausländer*innen 33,8% 38,0% 24,4% 19,4% 27,0% 36,8% 42,9% 63,2% 40,7% 27,9% 24,1%
65
Von diesen Jugendlichen haben sich 27% bereits im Vorjahr im Übergangssystem
befunden, darunter 67% in einem Bildungsgang zur Au sbildungsvorbereitung und
24,1% an der Berufsfachschule.
Ein Teil der Jugendlichen verbleibt im Übergangssys tem, mit dem Ziel zusätzlich zu
den beruflichen Kenntnissen weitere schulische Absc hlüsse zu erwerben. So können
Jugendliche, die im Vorjahr den Hauptschulabschluss Klasse 9 in der Ausbildungsvor-
bereitung erworben haben, an der Berufsfachschule d en Hauptschulabschluss nach
Klasse 10 erwerben und Jugendliche, die im Vorjahr den Hauptschulabschluss Klasse
10 an der Berufsfachschule erworben haben, die Fach oberschulreife erwerben. Für
einen anderen Teil der Lernenden steht bei Nichterr eichen des Hauptschulabschlus-
ses nach Klasse 9 auch eine andere Klasse der Ausbildungsvorbereitung als Option
zur Verfügung.
Es wurden keine Berechnungen zum Städtevergleich vorgenommen, weil die Landes-
datenbank eine Differenzierung der Neuzugänge nach Herkunftsschulform nicht vor-
sieht.
4.6 Erfolgsquote der Bildungsgänge
Die Erfolgsquote beim Abschluss von Bildungsgängen an Berufskollegs wird aus dem
Quotient der Anzahl der Absolventen*innen mit erfolgreichem Abschluss (Zähler) und
der Gesamtzahl der Absolventen*innen der Berufskoll egs (Nenner) ermittelt. Die
Kennzahl gibt Hinweise auf das Ausmaß des Ausbildungsabbruchs und das Potential
an erfolgreichen Absolventen*innen und ist eine Ken nzahl für die Effizienz der ange-
botenen Bildungsgänge an Berufskollegs.
2019 haben in Köln 67,3% der Absolventen*innen eines Berufskollegs ihren Bildungs-
gang mit einem erfolgreichen Abschluss beendet. Die höchste Erfolgsquote ist an den
Fachschulen für berufliche Weiterbildung (78,5%) feststellbar. Vergleichsweise gering
erscheint die Erfolgsquote an den Berufsfachschulen (60,2%). Die Kölner Erfolgsquo-
ten der Berufsschulen und der Fachschulen liegen üb er den landesweiten Durch-
schnittswerten und die Erfolgsquoten der Berufsfachschulen, der beruflichen Gymna-
sien und der Fachoberschulen liegen unter den landesweiten Durchschnittswerten.
Städtevergleich: Bemerkenswert im Städtevergleich NRW ist das überdurchschnittli-
che abschneiden der Stadt Münster bei allen Schulfo rmen und die vergleichsweise
große Spannweite zwischen den Städten; zum Beispiel ist für Duisburg eine Erfolgs-
quote für die Berufsschulen von nur 53,4% ausgewies en, während in Münster 77,2%
der Absolventen*innen die Schule mit Erfolg beenden . Vergleichbare Ergebnisse zei-
gen die Daten für die vorausgegangenen vier Jahre.
66
Tab. 20: Städtevergleich NRW: Erfolgsquoten beim Abschluss von Bildungsgängen an Berufskollegs im
Schuljahr 2019/20
5 Weiterbildungskollegs (allgemeinbildende Schule, zweiten Bil-
dungsweg)
5.1 Allgemeine Bemerkungen
Die Bildungsgänge des Weiterbildungskollegs bieten Studierenden, die ihre Schul-
pflicht erfüllt haben, die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachträglich zu erwerben, und
eröffnen damit Wege zu höherer Qualifizierung. Das Weiterbildungskolleg umfasst die
Bildungsgänge der Abendrealschule, des Abendgymnasiums und des Kollegs (Institut
zur Erlangung der Hochschulreife), die eigenständig angeboten werden.
Studierende mit unterschiedlich umfangreichen beruf lichen Vorerfahrungen oder die
ihre Zugangsvoraussetzungen zu einer Berufsausbildu ng oder qualifizierenden Be-
rufspraxis verbessern wollen, können im Bildungsgan g der Abendrealschule den
nachträglichen Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I erreichen.
Der Bildungsgang des Abendgymnasiums führt Erwachsene, die Berufstätigkeit und
schulische Ausbildung zeitgleich miteinander verbin den, zur allgemeinen Hochschul-
reife.
Der Bildungsgang des Kollegs führt Erwachsene, die nach Berufsausbildung oder Be-
rufstätigkeit ihre schulische Ausbildung wieder auf nehmen, ohne eine geregelte Be-
rufstätigkeit auszuüben, zur allgemeinen Hochschulreife 40 .
Es gibt vielfältige Gründe für Erwachsene, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, aber das
Angebot der Jugendschulen nicht ausreichend nutzen konnten, einen allgemeinbilden-
den Schulabschluss nachträglich zu erwerben. Neben dem Wunsch nach Verände-
rung, Perspektivwechsel sowie beruflichem und sozialem Aufstieg sind die häufigsten
Gründe familiäre Zerrüttungsprozesse, Krankheit, Un fälle, soziale Integrationsprob-
leme von Zuwandererfamilien, Sprachprobleme, frühe Mutterschaft und Familiengrün-
dung, Drogensucht, Kriminalität und psychische Probleme 41 .
In Köln gibt es vier Weiterbildungskollegs. Drei de r Weiterbildungskollegs befinden
sich in städtischer Trägerschaft: die Abendrealschu le, Dagobertstraße mit Unterricht
40 Verordnung über die Ausbildung und Prüfung in den Bildungsgängen des Weiterbildungskollegs (Ausbil-
dungs- und Prüfungsordnung Weiterbildungskollegs – APO-WBK) vom 23. Februar 2000, zuletzt geändert am
10. Juli 2011, § 1 Ziel des Weiterbildungskollegs, Geltungsbereich
41 Gemeinsame Darstellung der Weiterbildungskollegs f ür den Schulentwicklungsplan (5. März 2013)
NRW Düsseldorf Duisburg Essen Wuppertal Bonn Köln Münster B ielefeld Bochum Dortmund
Berufsschulen 63,6% 65,9% 53,4% 66,1% 60,6% 62,9% 67,8% 77, 2% 64,9% 65,9% 64,7%
Berufsfachschulen 63,4% 66,4% 57,2% 60,6% 44,1% 68,2% 60,2 % 70,3% 62,0% 63,1% 64,3%
Berufliche Gymnasien 73,9% 71,3% 62,5% 69,2% 53,6% 73,0% 6 9,8% 84,4% 65,3% 52,8% 69,4%
Fachoberschulen 73,0% 67,7% 51,9% 72,9% 66,7% 83,3% 68,9% 8 7,3% 60,0% 54,3% 65,0%
Fachschulen 77,9% 78,6% 69,3% 77,6% 82,2% 76,9% 78,5% 95,0% 63,8% 75,0% 74,2%
Insgesamt 65,5% 67,4% 55,4% 66,4% 58,4% 65,7% 67,3% 78,1% 64 ,2% 65,0% 65,5%
67
im Abendbereich, das Abendgymnasium, Gereonsmühleng asse mit Unterricht im
Abendbereich und das Köln-Kolleg, Judenkirchhofsweg mit Unterricht im Tagesbe-
reich. Die Tages- und Abendschule (TAS) ist ein staatlich anerkanntes Weiterbildungs-
kolleg (Abendrealschule und Abendgymnasium bis zur Fachhochschulreife) in privater
Trägerschaft.
Der Unterricht wird statt in Schuljahren in Semestern (Schulhalbjahren) organisiert, so
dass zweimal jährlich Studierende aufgenommen werde n und Abschlüsse vergeben
werden.
5.2 Studierendenzahlen
Im Schuljahr 2019/2020, das heißt im Wintersemester 2019 und im Sommersemester
2020, besuchten insgesamt 2.502 Studierende einen B ildungsgang am Weiterbil-
dungskolleg; davon lernten rund 41,7% an der Tages- und Abendschule (TAS), 26,8%
am Abendgymnasium, 17,2% am Kolleg und 14,3% an der Abendrealschule (Abbil-
dung 25).
Insgesamt sind die Schülerzahlen an den Kölner Weit erbildungskollegs seit dem
Schuljahr 2005/06 um insgesamt 25% (minus 812 Studi erende) gesunken; betroffen
sind alle Bildungsgänge.
Vom Schuljahr 2005/06 bis zum Schuljahr 2014/2015 b elief sich der Anteil ausländi-
scher Studierender an Weiterbildungskollegs auf insgesamt 25%.
515
1.023
582
1.194
359
670
431
1.042
Abendrealschule Abendgymnasium Kolleg (städtisch) Koll eg (privat; TAS)
Abb. 25: Lernende an Weiterbildungskollegs
2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
68
Seit dem Schuljahr 2015/16 hat ihr Anteil zugenomme n bis auf insgesamt 43% (oder
1.064 Lernende) im Schuljahr 2019/20. Die Unterschiede zwischen den Bildungsgän-
gen sind nach wir vor ausgeprägt: Abendrealschule: 67%, privates Kolleg: 56%, städ-
tisches Kolleg: 25% und Abendgymnasium: 19%.
Ursächlich für die Zunahmen der betrachteten Anteilswerte – außer am Abendgymna-
sium - ist der Anstieg der Anzahl ausländischer Stu dierender und der Rückgang der
Studierendenzahlen insgesamt. Nur am Abendgymnasium ist der Anstieg des Anteils
ausländischer Studierenden (von 15% auf 19%) vergle ichsweise gering ausgefallen
und überwiegend durch den Rückgang der Zahl deutscher Studierender verursacht.
5.3 Zugänge nach schulischer Vorbildung
29,3% (oder 270 Neuzugänge) der insgesamt 923 Neuzu gänge an Kölner Weiterbil-
dungskollegs verfügten zum Schuljahr 2019/20 über keinen Hauptschulabschluss. Am
höchsten war dieser Anteil mit rund 50% am privaten Kolleg (TAS) (Abbildung 26).
29,3%
24,4%
8,1%
49,7%
36,5%
71,9%
39,5%
8,1%
31,5%
30,6%
3,7%
52,7%
67,6%
18,8%
3,7% 7,3%
16,2%
insgesamt Abendrealschule Abendgymnasium Kolleg (städt isch) Kolleg (privat, TAS)
Abb. 26: Zugänge an Weiterbildungskollegs nach schulischer Vorbildung
Schuljahr 2019/20
Fachhochschulreife
Fachoberschulreife
Hauptschulabschluss
ohne Abschluss
Mitteilung Ausschuss
1419 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 31.05.2021 1058/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 07.06.2021 Jugendhilfeausschuss 15.06.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 21.06.2021 Integrationsrat 24.08.2021 Monitoringbericht 2020: allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs, bildungsstatistische Analysen und kommunale Steuerungsansätze Kommunales Bildungsmonitoring stellt steuerungsrelevante Daten zum lebenslangen Lernen bereit. Der Monitoringbericht 2020 fokussiert auf den Ausschnitt des Lernens an allgemeinbildenden Schulen und Berufskollegs und leistet einen datenbasierten Beitrag zu mehr Transparenz in Bezug auf schuli- sche Strukturen, Prozesse und Ergebnisse. Das Thema Bildungsbenachteiligung wird im Abschnitt 3.5 übergreifend für alle bildungsstatistischen Kennzahlen behandelt. Zum Zeitpunkt der Berichter- stellung lagen die schulstatistischen Daten bis zum Schuljahr 2019/20 vor. Zuletzt wurde dem ASW am 28.01.2019 (Session 3779/2018) auf der Grundlage der Schulstatistik 2017/18 berichtet. Im Anschluss an das einleitende Kapitel 1, werden in Kapitel 2 die zentralen Ergebnisse zusammen- gefasst und in den Kontext möglicher Handlungsansätze und konkreter Maßnahmen gestellt. In den Kapiteln 3 bis 5 erfolgt eine ausführliche Darstellung der Auswertungen. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1058/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 31.05.2021
- Erstellt
- 18.03.2021 09:38