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2010/0146

Biodiversität - Biologische Vielfalt in Kommunen

Magistratsvorlage 23.03.2010

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2010/0146

2933 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
31.03.2010 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Umweltamt 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2010/0146 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Biodiversität - Biologische Vielfalt in Kommunen  
 
Vorlage vom: 23. 3.2010  
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat stimmt der Unterzeichnung der Deklaration zum Erhalt der biologischen Vielfalt in 
Kommunen zu. 
 
 
 
Anlagen: Deklaration 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 23.03.2010  
 
Weltweit sterben in rasant ansteigendem Tempo Tier- und Pflanzenarten aus – auch in Deutschland! 
So wurde das Jahr 2010 zum internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ernannt. 
 
Den Kommunen kommt bei uns eine große Rolle zu, Arten und Lebensräume zu erhalten. 
So haben im Februar 2010 30 Kommunen, das Bundesamt für Naturschutz und die Deutsche Umwelthilfe 
eine Deklaration erarbeitet, die das Ziel hat, zum Artenschutz beizutragen. 
Dabei ist klargestellt worden, dass entsprechende Aktivitäten nur mit finanzieller Hilfe der Länder und des 
Bundes möglich sind. 
 
Erste Kommunen haben zugesagt, diese Deklaration zu unterzeichnen, weitere sollen und werden 
hinzukommen. 
Auch Darmstadt mit seiner ausgezeichneten und sehr vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt bemüht sich seit 
langer Zeit, den Erhalt der Biodiversität  zu fördern. 
      
Es bestehen zahlreiche Naturdenkmale, Naturschutz- und FFH- Gebiete, Naturschutzverbände sind aktiv und 
auch das städtische Umweltamt trägt seinen Teil durch Kartierungen, Koordination von Exkursionen für die 
Bevölkerung sowie der Schaffung und der Pflege von Lebensräumen bei.  
 
In Absprache mit den anderen Akteuren sollen im Jahr der Biodiversität weitere Möglichkeiten zur Information 
der Bürger erarbeitet werden, um den großen Wert der biologischen Vielfalt und ihre Bedrohung darzustellen. 
Hierzu ist unter Federführung des Umweltamtes ein Arbeitskreis aus Verbänden und Institutionen gegründet 
worden. 
 
Am 22. Mai 2010, dem internationalen Tag der biologischen Vielfalt, soll eine Pressemitteilung veröffentlicht 
werden, in der alle Kommunen aufgenommen sind, die die oben genannte Deklaration unterzeichnet haben. 
 
Im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens wird angeregt, die Deklaration zur biologischen Vielfalt in Kommunen 
ebenfalls zu unterzeichnen. 
 
Darmstadt, 25.03.2010 
Aktenz.: UNB Dr.ju 
 
 
Dezernent I Dezernent VI 
 i. V. 
 
 
 
Walter Hoffmann Wolfgang Glenz 
Oberbürgermeister Bürgermeister

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8111 Zeichen

Dialogforum 
„Biologische Vielfalt in Kommunen“
 
1 
 
 
Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ 
Veröffentlicht am Internationalen Tag der Biodiversität 
am 22. Mai 2010 
 
Die biologische Vielfalt ist bedroht 
 
Die biologische Vielfalt, d. h. die Vielfalt innerh alb der Arten, zwischen 
den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme, bildet d ie existenzielle 
Grundlage für menschliches Leben und für die Möglic hkeiten wirtschaftli- 
cher, sozialer und kultureller Entfaltung. 
Die biologische Vielfalt ist bedroht. Weltweit werden fast zwei Drittel aller 
Ökosysteme und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten als gefährdet einge- 
stuft. Dazu kommt ein großer Verlust an genetischer  Vielfalt mit unab- 
sehbaren Auswirkungen auf künftige Generationen (z.  B. Ernährung und 
Gesundheit). Auch in Deutschland sind über 70 Proze nt der Lebensräu- 
me bedroht.  
Die internationalen und nationalen Bemühungen, den weltweiten Verlust 
der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu verl angsamen bzw. zu 
stoppen, waren bisher nicht ausreichend. Daher beda rf es verstärkter 
Anstrengungen aller Akteure auf allen Ebenen für de n Erhalt der biologi- 
schen Vielfalt.  
Städten und Gemeinden kommt dabei eine wichtige Bed eutung als Ak- 
teure zu, da sie die politische Ebene repräsentiere n, die den Menschen 
am nächsten steht. Sie spielen angesichts ihrer umf assenden Aufgaben 
in Planung, Verwaltung und Politik und der damit ve rbundenen Entschei- 
dung über den Umgang mit Natur und Landschaft vor O rt eine wichtige 
Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt und hab en die Möglichkeit, 
das öffentliche Bewusstsein zur Bedeutung der biolo gischen Vielfalt zu 
stärken. Darüber hinaus führen Aktivitäten auf komm unaler Ebene zu 
konkreten Ergebnissen, die anderen Akteuren als Vor bild dienen und 
wichtige Impulse an höhere politische Ebenen senden können.

Dialogforum 
„Biologische Vielfalt in Kommunen“
 
2 
 
 
Kommunen für biologische Vielfalt 
 
Der Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfal t ist für Städte und 
Gemeinden eine aktuelle Herausforderung und hat für  die unterzeich- 
nenden Kommunen eine hohe Bedeutung bei Entscheidungsprozessen. 
Anlässlich des Internationalen Jahres der biologisc hen Vielfalt nehmen 
die unterzeichnenden Kommunen diese Herausforderung  an und sehen 
die Notwendigkeit, die biologische Vielfalt vor Ort  gezielt zu stärken. As- 
pekte der biologischen Vielfalt werden als eine Gru ndlage nachhaltiger 
Stadt- und Gemeindeentwicklung berücksichtigt. Die Anforderungen, die 
die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor Ort ste llt, werden bewusst in 
die Entscheidungen auf kommunaler Ebene einbezogen.  
Die Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf kommunaler Ebene 
können die Städte und Gemeinden gerade angesichts i hrer finanziellen 
Situation nur mit Unterstützung der Bundes- und Lan desebene erreichen 
und setzen deshalb auf ein kooperatives Vorgehen. D ie unterzeichnen- 
den Kommunen wirken darauf hin, dass  finanzielle R ahmenbedingun- 
gen und fachliche Grundlagen (z. B. Indikatorensets) geschaffen werden, 
um biologische Vielfalt gezielt erhalten zu können. 
Die Kommunen setzen sich dafür ein, im Rahmen ihrer  Möglichkeiten 
 
Maßnahmen im Sinne der Erhaltung und Stärkung der b iologischen Viel- 
falt in folgenden Bereichen zu ergreifen und erwart en ein entsprechen- 
des Handeln von Bund und Ländern:

Dialogforum 
„Biologische Vielfalt in Kommunen“
 
3 
 
 
I. Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich 
 
/square4 Entwicklung intelligenter städtebaulicher Konzepte , die kompakte 
Bauweisen, d.h. eine angemessene Siedlungsdichte un d eine 
wohnumfeldnahe Durchgrünung, integrieren, 
/square4 Festlegungen zur Begrenzung des Siedlungsflächenwa chstums; Bo- 
den- und Freiraumschutz durch kommunales und interk ommunales 
Flächenmanagement. Reaktivierung von Brachflächen u nter Berück- 
sichtigung ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung zur Begrenzung des 
Siedlungswachstums auf „der grünen Wiese“, 
/square4 Erhalt von naturnahen Flächen im Siedlungsbereich und Nutzung be- 
stehender Potenziale zur  Schaffung von naturnahen Flächen und Na- 
turerlebnisräumen innerhalb des Siedlungsraumes auc h im Hinblick 
auf die Anpassung an den Klimawandel, 
/square4 Naturnahe Pflege öffentlicher Grünflächen u. a. mi t weitgehendem 
Verzicht auf Pestizide und Düngung und Reduktion de r Schnittfre- 
quenz (Ökologisches Grünflächenmanagement), 
/square4 Ausschließliche Verwendung von heimischen und gebi etsspezifischen 
Arten auf naturnahen Flächen und Naturerlebnisräume n im Sied- 
lungsbereich, 
/square4 Verbindung von Hochwasserschutz, Naturschutz und E rholungsfunk- 
tion, z.B. durch Maßnahmen der Wasserrückhaltung (R etentionsflä- 
chenausweisung). 
 
II. Arten- und Biotopschutz 
 
/square4 Mitarbeit beim Ausbau von Biotopverbundsystemen un d Schutzge- 
bietsnetzen, 
/square4 Konkrete Beiträge zum Artenschutz und zur Erhaltun g der geneti- 
schen Vielfalt der Arten in einem kommunalen Artenschutzprogramm,

Dialogforum 
„Biologische Vielfalt in Kommunen“
 
4 
 
 
/square4 Schutz ökologisch sensibler Gebiete vor dem Einflu ss gentechnisch 
veränderter Kulturpflanzen und schädlicher Stoffeinträge, 
/square4 Verbesserung bestehender Gewässermorphologie, z.B.  durch Rena- 
turierung von Fließgewässern und Wiederherstellung der Durchgän- 
gigkeit.  
 
III. Nachhaltige Nutzung 
 
/square4 Förderung umweltverträglicher Formen der Land- und  besonders der 
kommunalen Forstwirtschaft (naturnahe Waldbewirtsch aftung von 
Kommunalwald), 
/square4 Entwicklung von Konzepten zur nachhaltigen Nutzung  nachwachsen- 
der Rohstoffe (z.B. Energieholz) auf regionaler Ebene, die in Einklang 
mit den Anforderungen des Naturschutzes stehen, 
/square4 Schutz von Gewässern vor schädlichen stofflichen E inträgen, z.B. 
durch Einrichtung ausreichender Gewässerrandstreifen, 
/square4 Entwicklung intelligenter ÖPNV-Konzepte und damit Vermeidung der 
Ausweitung von Verkehrsflächen, die die Zerschneidu ng siedlungsin- 
terner und siedlungsnaher Naturräume zur Folge hat. 
 
IV. Bewusstseinsbildung und Kooperation 
 
/square4 Beiträge zur Bewusstseinsbildung über die Zusammen hänge zwi- 
schen der Erhaltung der biologischen Vielfalt im ur banen Raum 
 und 
einer nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung u nd Kulturland- 
schaftspflege auch im ländlichen Raum, 
/square4 Förderung naturnaher Tourismuskonzepte,  
/square4 Unterstützung von kommunalen Nachhaltigkeitsprozes sen bzw. Betei- 
ligung der Bürgerschaft an Maßnahmen zum Natur- und Klimaschutz,

Dialogforum 
„Biologische Vielfalt in Kommunen“
 
5 
 
 
/square4 Verstärkung der Bildungsarbeit und des Information sangebotes zur 
biologischen Vielfalt vor Ort, z.B. durch Waldkinde rgärten, Schulgär- 
ten und Naturlehrpfade in städtischen Grünanlagen, 
/square4 Verstärkte Ausrichtung der Kommunen auf die interk ommunale Zu- 
sammenarbeit zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung biologischer 
Vielfalt in der Region, 
/square4 Überregionale und europäische Zusammenarbeit von P artnerregio- 
nen, mit der Zielsetzung der Stärkung der biologischen Vielfalt. 
 
Bündnis für biologische Vielfalt 
 
Die unterzeichnenden Städte und Gemeinden beabsichtigen, sich in ei- 
nem „Bündnis für biologische Vielfalt“ zusammenzuschließen. Gemein- 
sam werden Wege gesucht, die biologische Vielfalt zu erhalten. In die- 
sem Bündnis können Erfahrungen und Strategien zum Thema biologi- 
sche Vielfalt ausgetauscht und gemeinsame Wege in der Öffentlichkeits- 
arbeit gefunden und begangen werden.   
Das „Bündnis für biologische Vielfalt“ wird den unt erzeichnenden 
Städten und Gemeinden die Chance eröffnen, durch Erfahrungsaus- 
tausch und Kooperation entscheidende Schritte in Richtung der Er- 
haltung der biologischen Vielfalt zu gehen. 
 
Unterzeichnet durch eine bevollmächtigte Vertreterin oder einen 
bevollmächtigten Vertreter der Kommune  
 
Name der Kommune:_________________________________________ 
 
Funktion der Unterzeichnenden/des Unterzeichners:________________ 
 
__________________________________________________________ 
Ort, Datum, Unterschrift

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Details

Vorlagen-Nr.
2010/0146
Typ
Magistratsvorlage
Datum
23.03.2010
Erstellt
29.09.2026 00:00