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1761/2018

Annahme einer Schenkung von Kunstwerken der Künstlerin Candida Höfer und des Künstlers Wolfgang Tillmans an das Museum Ludwig

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 07.06.2018

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 05.07.2018, TOP 2.1

Beschlussvorlage Rat

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Beschlussvorlage Rat

4734 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/4511 
 
Vorlagen-Nummer 
 1761/2018 
Freigabedatum 07.06.2018 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Annahme einer Schenkung von Kunstwerken der Künstlerin Candida Höfer und des Künstlers  
Wolfgang Tillmans an das Museum Ludwig 
Beschlussorgan 
Ausschuss Kunst und Kultur Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat der Stadt Köln nimmt die Schenkung von zwei Werken von Candida Höfer sowie vier Werken 
von Wolfgang Tillmans mit einem Gesamtwert von 68.000 € an das Museum Ludwig mit großem 
Dank an. 
 
Ausschuss Kunst und Kultur 19.06.2018 
Rat 05.07.2018

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 
Begründung: 
Candida Höfer (*1944, Eberswalde, lebt in Köln) 
 
Kino Köln 1982 
c-Print 
18,37,7 x 53,2 cm 
Edition 8/18 
Versicherungswert: 6.500 € 
 
Wartesaal Köln, 1981 
C-Print 
18,36 x 52,3 cm 
Edition 5/18 
Versicherungswert: 6.500 € 
 
Um 1980 beginnt Candida Höfer menschenleere Interieurs zu fotografieren. Es sind öffentliche Räu-
me wie Museen, Bibliotheken, Wartesäle, Zoos und Kinos, die die Fotografin mit den vorgegebenen 
Lichtverhältnissen distanziert und sachlich aufzeichnet. Ihr Eingriff ist der Ausschnitt, der immer so 
gewählt ist, dass der Eindruck entsteht, die Fotografie bilde eine für den Gesamtraum repräsentative 
Sicht ab. Diese Sicht fällt aber nicht unbedingt mit der Repräsentationsfunktion der Räume zusam-
men, die durch die Architektur, Einrichtung und Beleuchtung ausgewiesen ist. Höfer ändert zwar kei-
nes der drei Elemente bei ihrer Arbeit, aber indem sie die Perspektive wechselt, vermeidet sie, die 
Repräsentationsfunktion fotografisch zu wiederholen. Stattdessen deckt sie die Geschichte und die 
heutige Wertschätzung der Orte auf, die an den Gebrauchsspuren abzulesen ist. 
Das Museum Ludwig besitzt zum einen die beiden großen Serien Türken in Deutschland von 1973 
bis 1978 sowie Sammlerräume im Rheinland von 2000. Hinzu kommen einzelnen Motive aus ver-
schiedenen Serien. Hier bilden die beiden Fotografien Kino Köln von 1982 und Wartesaal Köln von 
1981 eine sehr gute Ergänzung. Darüber hinaus handelt es sich bei den beiden Fotografien um ein-
drucksvolle Zeitdokumente des gesellschaftlichen Wandels  in Köln um 1980. 
 
Wolfgang Tillmans (*1968, Remscheid, lebt in Berlin und London) 
 
Cloё Sevigny, 1995 
C-Print 
40,5 x 28 cm (Foto), 40,5 x 30,3 cm (Papier) 
Versicherungswert: 10.000 € 
 
Lutz with Piano, 1993 
C-Print 
31 x 21,5 cm (Foto), 40,5 x 30,3 cm (Papier) 
Versicherungswert: 10.000 € 
 
Strings of Life, 1999

3 
C-Print 
29 x 24 cm (Foto), 40,5 x 30,3 cm (Papier) 
Versicherungswert: 25.000 € 
 
Citrus still life I, 2001 
C-Print 
27,7 x 40,5 cm (Foto), 30,3 x 40,5 cm (Papier) 
Versicherungswert: 10.000 € 
 
Das Museum Ludwig besitzt bereits ein Konvolut von 21 C-Prints, die Wolfgang  
Tillmans 2001 für das Museum Ludwig zu einer festgelegten Hängung, d.h. zu einer Installation zu-
sammenstellte. Sie vermittelt einen Eindruck von der Komplexität des fotografischen Werkes, denn 
neben Porträts und Stillleben sind auch abstrakte Tintenstrahldrucke zu finden, die ohne Kamera ent-
standen sind, und solche bei denen es sich um Unikate handelt. Zugleich bewegen sich Tillmans Ar-
beiten häufig in den noch immer exklusiv wahrgenommenen Bereichen von Mode- und Lifestyle-
Fotografie auf der einen und der künstlerischen Fotografie im Ausstellungsraum auf der anderen Sei-
te. Bekannt wurde Tillmans mit Aufnahmen für populäre Magazine wie i-D, Spex oder The Face, die 
er nutzte, um seine Bilder einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen und immer wieder 
neu zusammenzustellen und zu arrangieren. Aus dem Prinzip der Kombination entwickelte er für 
Ausstellungen eine eigene Präsentationsform: Nicht unter Glas in Rahmen, sondern als Papierabzü-
ge befestigte er seine Motive mit Klebeband und Klammern und verteilte sie in ungleichen Formaten 
über die ganze Wand. In der jeweiligen Zusammenstellung entfalten die Fotografien immer neu ihre 
Wirkung. 
Bei den vier Arbeiten, die als Schenkung die Sammlung des Museum Ludwig bereichern werden, 
handelt es sich um zwei frühe Porträts, für die Tillmans Anfang der 1990er Jahre bekannt geworden 
ist, sowie ein Stillleben und ein abstraktes Bild. Sie können nun auch jenseits der Installation in ver-
schiedene Sammlungspräsentationen integriert werden. 
Das Museum Ludwig begrüßt diese großartige Schenkung des Privatsammlers, Herrn Jörg Engels, 
der als Vorstandmitglied in der Gesellschaft für Moderne Kunst tätig und seit Jahren mit dem Museum 
eng verbunden ist. 
Die Werke haben einen Gesamtwert von insgesamt 68.000 EUR.  
Mit der Annahme der Werke ist die Fertigung einer Spendenbescheinigung verbunden.

Beratungsverlauf (2)

19.06.2018 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 6.1 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
05.07.2018 Rat
TOP 2.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1761/2018
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
07.06.2018
Erstellt
25.05.2018 10:49