AN/0099/2023
Endometriose als Krankheit bekannter machen
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
SPD Antrag nach § 3
4693 Zeichen
An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Frau Teresa De Bellis-Olinger An Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 18.01.2023 AN/0099/2023 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 06.02.2023 Endometriose als Krankheit bekannter machen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Ausschusses am 06.02.2023 aufzunehmen Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern möge b e- schließen: 1. Die Stadt Köln klärt öffentlich über Endometriose auf und sensibilisiert Multiplika- tor*innen, damit die Krankheit frühzeitiger erkannt wird. Über die durchgeführten Maßnahmen der Aufklärung berichtet die Verwaltung einmal jährlich den Aus- schüssen für Gleichstellung und dem Gesundheitsausschuss. 2. Die Verwaltung schult in regelmäßigen Abständen ihre Mitarbeiternden, insbe- sondere auch die Mitarbeiter*innen in der Schwerbehindertenstelle, bei den Ret- tungsdiensten und beim Gesundheitsamt usw., die K ontakt zu den Betroffenen haben, damit diese nicht erst erklären müssen, an welcher Krankheit sie leiden und wie diese sich auswirkt (Sterilität, chronische Schmerzen usw.). Begründung: Vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose durch einen Arzt vergehen laut Studien mehrere Jahre. Doch die Symptome haben es in sich. Sie reichen von massiven krampfartigen Schmerzen im Unterbauch, Brechanfällen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen bis hin zur Ohn- - 2 - macht und stellen laut einer Studie aus demselben Jahr den Grund für die Unfrucht- barkeit einer von zwei ungewollt Kinderlosen dar. Doch obwohl die Betroffenen jeden Monat parallel zur Regelblutung so sehr unter der Krankheit leiden, werden die Aus- wirkungen häufig als gewöhnliche Regelbeschwerden heruntergespielt. Bei der Endometriose beginnt Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut, an anderen Orten im Körper zu siedeln und unkontrolliert zu wachsen. Beispiele sind die Oberflä- che der Eierstöcke, des Eileiters, des Darms, der Blase oder des Bauchfells. Losge- treten vom monatlichen Zyklus wachsen die Gewebebereiche mit und verursachen so die Beschwerden. Sie können bluten, sich entzünden oder Organe verkleben und diese so in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Bei manchen Betroffenen sind die Schmerzen zudem nicht an den Zyklus gekoppelt. Die Ursache der Erkrankung ist nach wie vor nicht hinreichend erforscht. Die Behandlung konzentriert sich auf die Symptome und kann zumindest temporär, etwa durch operative Entfernung des Ge- webes und durch Hormontherapien, für große Erleichterung sorgen. Es wird geschätzt, dass etwa zehn Prozent aller Frauen an der Wucherung der Ge- bärmutterschleimhaut leiden. Damit ist die Endometriose die zweithäufigste gynäko- logische Erkrankung in Deutschland und etwa doppelt so häufig wie eine Typ-II- Diabetes. Ihre geringe Bekanntheit steht jedoch nach wie vor in keinem Verhältnis zu ihrer großen Verbreitung und den vielen unnötigen Leiden, die Frauen ihretwegen ertragen müssen. Die Endometriose-Vereinigung Deutschland kritisiert, dass in den vergangenen 20 Jahren nur etwa 500.000 Euro an Forschungsgeldern des Bundes für die Erfor- schung der Krankheit aufgewandt wurden. Eine Besprechung zu einem mit der Krankheit in Verbindung stehenden Thema hat es weder im Bundestag noch in ei- nem der Landtage gegeben. Das zeigt beispielhaft, wie gering bisher der Aufwand dafür ist, diese Frauen betreffende Krankheit besser zu verstehen und die Be- schwerden zu lindern. Auch, weil die Endometriose als „Frauenkrankheit“ mit tabuisierten Themen und Kör- perzonen in Verbindung steht, müssen die Gegenmaßnahmen zu einem öffentlichen Anliegen werden. Ergebnisse der Forschung zu geschlechtsabhängigen Ungleichhei- ten im medizinischen Sektor zeigen immer wieder, etwa im sogenannten „gender pain gap“, wie sehr weibliche Leiden und Schmerzen gegenüber männlichen in der Beachtung herabgestuft sind. Damit handelt es sich beim Kampf gegen die Endomet- riose um ein wichtiges Gleichstellungsanliegen, das nur als Querschnittsaufgabe und mit dem entsprechenden politischen Willen wirksam angegangen werden kann. Mit freundlichen Grüßen Gez. Mike Homann SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0099/2023
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 18.01.2023
- Erstellt
- 18.01.2023 12:51