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2011/0412

Konzept zur Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe in der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Evaluationsbericht

Magistratsvorlage 23.09.2011

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2011/0412

2984 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
27.09.2011 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Amt für Soziales und 
Prävention 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2011/0412  
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Konzept zur Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt - Evaluationsbericht 
 
Vorlage vom: 23.09.2011 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat nimmt den beigefügten Evaluationsbericht zur Kenntnis und stimmt dem weiteren 
Vorgehen zu. 
 
 
Anlagen: Evaluationsbericht Wohnungslosenhilfe 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 23. September 2011:  
 
Mit Magistratsbeschluss vom 14. Juli 1999 verfügt die Wissenschaftsstadt Darmstadt über eine 
Konzeption zur Obdachlosenversorgung in Darmstadt. 
 
Im Auftrag des damals zuständigen Dezernenten wurde im April 2007 eine Projektgruppe aus 
Vertreterinnen und Vertretern der Träger der Wohnungslosenhilfe sowie der städtischen Verwaltung 
gegründet mit dem Ziel, das Konzept aus dem Jahre 1999 fortzuschreiben und zu aktualisieren. 
 
Der erste Evaluationsbericht wurde mit Magistratsvorlage vom 2.3.2010 für das Jahr 2009 vorgelegt. 
 
Nun liegt der zweite zwischen den Trägern der Obdachlosenhilfe und der Verwaltung  abgestimmte 
Evaluationsbericht für das Berichtsjahr 2010 bis Mitte 2011 vor.   
 
Aus dem Bericht gehen die Aktivitäten der Fachkonferenz Wohnungslosenhilfe und der Projektgruppe 
Obdachlosigkeit hervor. 
 
Ein wesentlicher Faktor für die Anzahl der obdachlosen Menschen in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt ist insbesondere der in Darmstadt nicht ausreichend zur Verfügung stehende Wohnraum, 
um die mit der konzeptionellen Zielsetzung verfolgte Eingliederung der betroffenen Menschen zu 
realisieren. 
 
Es zeigt sich weiter, dass durch die verstärkt auftretende Problematik von Menschen mit psychischen 
Problemen eine höhere Verweildauer in den Einrichtungen zu beobachten ist.   Ebenso ist eine 
verstärkte Anzahl von jungen Hilfesuchenden, insbesondere Frauen, in der Altersstufe unter 25-
Jährige festzustellen. 
 
Derzeit werden zu beiden Problemlagen im Netzwerk Lösungsvorschläge erarbeitet. 
 
Durch das bestehende Netzwerk wird es auch in Zukunft möglich sein, die erforderlichen 
Unterstützungsleistungen und damit auch die Kosten zu steuern. Dies erfordert jedoch eine 
kontinuierliche Weiterentwicklung sowie die Umsetzung der Ziele der Konzeption zur 
Wohnungslosenversorgung in Darmstadt. 
 
 
Darmstadt, den 23.09.2011 
Ak/boe 
 
 
Dezernat V 
 
 
 
 
Barbara Akdeniz 
Stadträtin

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7404 Zeichen

1
Wohnungslosenhilfe in der Wissenschaftsstadt Darmstadt  
2. Evaluationsbericht – Berichtszeitraum 2010/Mitte 2011 
. 
 
• Die Vernetzung der Sucht- und Wohnungslosenhilfe unter Federführung des Suchtkoor- 
dinators wurde intensiviert. Weitere Veranstaltungen und Fortführung des Austausches 
sind nach Bedarf geplant. 
• Es wurde ein Konzept erarbeitet, wonach für suchtkranke Obdachlose eine Clearing-
stelle durch das Diakonische Werk eingerichtet wird. Durch die dann aufsuchende Ar- 
beit in den Unterkünften wird die direkte Hilfe für obdachlose suchtkranke Menschen 
verbessert. Gleichzeitig werden Multiplikatoren/innen beraten und unterstützen.  
• In diesem Zusammenhang wurden die Notschlafplätze des Scentral verlegt. Hier wird 
für suchtkranke Menschen ein integriertes Übernachtungsangebot im Übergangswohn- 
heim des Diakonischen Werkes eingerichtet.  
• Das niedrigschwellige Projekt zur Beratung und Begleitung die der Strassenprostitution 
nachgehenden Personen in der Darmstädter Toleranzzone wurde gut aufgenommen 
und wird mit dem Fokus auf Anti-Gewalt-Arbeit und Zwangsprostitution fortgesetzt. 
• Das Konzept Unterbringung von älteren und gesundheitlich instabilen Männern aus 
dem Bereich der Wohnungslosenhilfe wurde erstellt und befindet sich aktuell in der 
Umsetzung. 
• Anlässlich des Europäischen Jahres gegen Armut und Ausgrenzung wurde auf Initiative 
der Fachberatungsstelle Teestube KONKRET im September ein Aktionstag der BAG-
Wohnen zusammen mit der Stadt Darmstadt und dem Horizont e.V. auf dem Lui- 
senplatz durchgeführt  
• Erstmalig fand ein gemeinsamer Gedenkgottesdienst für verstorbene Wohnungslose 
statt. Zukünftig wird jedes Jahr in einer ökumenischen Feier den Verstorbenen gedacht 
werden. 
• Es wurden Standards im ambulanten betreuten Wohnen festgelegt.

2
 
Aktuelle Bedarfseinschätzung der benötigten Plätze in den Obdachlosenunterkünften  
 
Einrichtung 
Bedarfsein- 
schätzung 
Plätze 
Angebot  
aktuell Plätze 
Problemgruppen 
(Erläuterung s. S. 3)  
 
Büro für Sozial- & Wohnberatung: 
niedrigschwellige Unterbringung 
Container, Gräfenhäuser Str 155 
16 16 
Männer, Frauen von 
Problemgruppen 
2,3,4,5,8,9,10,12 
(keine  Kinder) 
Diakonie: Übernachtung 
Zweifalltorweg 14 
25 plus  
Notbetten 
Männer und Paare 
aus allen Problem- 
gruppen  
1-5, 7-10,12 
Diakonie: Überbrückung 
Zweifalltorweg 14 20 
47 plus 8 Not- 
betten  in Con- 
tainern zu- 
sammen mit 
der Überbrü- 
ckung 
Männer aus allen 
Problemgruppen  
2-5, 8-11,12 
Diakonie: ältere gesundheitlich 
instabile obdachlose Männer 
Zweifalltorweg 14 
5 5  
Diakonie: integriertes Übernachten  
Drogenfreier Raum 
Zweifalltorweg 14 
5 5 
Männer, Frauen aus 
den Problemgruppen 
1,2,3,5,9,10,12 
Diakonie: 
Frauenübergangswohnhaus 
Otto Röhm Str. 26 
17/plus 2 15/plus 2 
Notplätze 
Frauen aus allen 
Problemgruppen  
1-6, 8-11,12 
Horizont : Sucht und psychisch 
auffällige Obdachlose 
Bismarckstr.100 
 
25 25 
Männer, Frauen aus 
den Problemgruppen 
2,3,5,8,9,10,12 
Horizont:  
Alkoholkranke 
Rheinstrasse 312 
19 19 
Männer, Frauen aus 
den Problemgruppen 
3,4,5,8,9,10,12 
Horizont: Familien 
Nieder-Ramstädter Str 61 32 
11 Familien 
Belegung mit 
32 Personen 
mögl. 
Familien aus den 
Problemgruppen 
2,3,4,5,6,7,9,10,12 
Pension: Familien 
Am Ellsee 5 5 8 
Bedarfseinschätzung 171 169  
 
 
 
Die geschätzte Erhöhung der Plätze ergibt sich unter Betrachtung geschlechtsspezifischer  
Aspekte für wohnungslose Frauen.

3
Problemgruppen: 
 
 
1.  Notfallunterbringung aller obdachlosen Menschen mit einem Bedarf an Akutversorgung 
(Obdachlose aus dem Stadtgebiet aus allen Problembereichen) 
 
 
2.  Menschen mit Abhängigkeit von illegalen Drogen 
 
  
3.  Menschen mit Abhängigkeit von legalen Drogen  
 
  
4.  Psychisch kranke bzw. auffällige Menschen 
 
   
5.  Sozialauffälliges Klientel, das wenig Bereitschaft zeigt, Unterstützungsangebote anzu- 
nehmen 
 
   
6.  Alleinstehende Frauen, auch mit Kindern und schwangere Frauen aus allen Problem-
bereichen 
   
7.  Familien aus allen Problembereichen 
 
 
8.  Alleinstehende Personen oder Paare aus allen Problembereichen 
 
 
9.  Körperlich oder psychisch stark abgebaute Menschen, infolge von Alter, Sucht usw. aus 
allen Problembereichen zum Teil mit hauswirtschaftlichem und pflegerischem Bedarf 
 
  
10.  Migranten und Migrantinnen im gesamten Spektrum der Problemlagen, oft mit erhöh- 
ter Verweildauer aufgrund von Sprach- und Verständnisproblemen 
 
 
11.  Durchwanderer und Durchwanderinnen 
 
 
12.  Junge Heranwachsende im Alter von 18 bis ca. 26 Jahre

4
 
Einschätzung der Projektgruppe zu aktuellen Bedarfslagen, um Obdachlosigkeit (mittelfristig) zu 
 reduzieren 
• Verstärkung der Nachhaltigkeit der Hilfen nach § 67 SGB XII im Rahmen eines Ziel- 
nachhaltedialogs zwischen der Verwaltung und den Trägern der Obdachlosenhilfe.  
• Die Mitglieder der Projektgruppe (Betreiber der Einrichtungen der Obdachlosenhilfe) 
stellen fest, dass eine ansteigende Zahl von psychischen Erkrankungen bei den Men- 
schen in den Unterkünften festzustellen ist. Um eine adäquate Betreuung zu ermögli- 
chen und um hygienische Probleme in den Unterkünften zu vermeiden, ist der jeweilige 
Stellenschlüssel der Unterkünfte an die multiplen Probleme der obdachlosen Menschen 
anzupassen. Dadurch kann es zu Mehrkosten kommen. Die Kooperation mit dem Netz- 
werk der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung soll verstärkt werden. Es be- 
steht Einigkeit, dass die bereits bestehende Hilfe des Starthilfeprojektes hier nicht aus- 
reichend ist. Ob es möglich ist dieses Angebot auszubauen, bleibt zu prüfen. 
• Um eine bessere Integration von obdachlosen Menschen zu gewährleisten, sollte eine 
dezentrale Unterbringung in Wohnungen angestrebt werden. In diesen Wohnungen 
muss je nach Bedarf eine Betreuung nach § 67 SGB XII erfolgen. Hierzu ist ein Woh- 
nungskontingent von ca. 10-20 Wohnungen für Alleinstehende und Familien erforder- 
lich.  
• Die städtischen Wohncontainer entsprechen nicht mehr den baulichen und bewohnba- 
ren Anforderungen an eine Unterkunft, eine adäquate Unterbringung ist hier nur noch 
vorübergehend möglich. Aus Sicht der Projektgruppe sollte diese Unterkunft mittelfris- 
tig am Rande der Stadt in eine feste Immobilie übergehen. 
• In allen Unterkünften ist eine hohe  Anzahl von jüngeren obdachlosen Menschen 
(18 - 25 Jahre) festzustellen. Im Durchschnitt handelt es sich um 20% der eingewiese- 
nen Hilfesuchenden. Besonders ist der Anteil der jungen Frauen mit durschnittlich 40 % 
zu nennen. Es wird vorgeschlagen, gemeinsam mit Jugendamt/Städtischer Sozialdienst 
ein Konzept für obdachlose Personen in dieser Altersgruppe zu entwickeln.  
• Das bestehende Netzwerk der Obdachlosenhilfe mit seinen Kooperationspartnern und –
partnerinnen sollte in einer Infobroschüre erfasst und allen am Netzwerk beteiligten 
Trägern sowie insbesondere den wohnungslosen bzw. von Wohnungsnot betroffenen 
Menschen zur Verfügung gestellt werden. Primär ist dabei auf Wohnungssichernde Un- 
terstützung und Beratung hinzuweisen. 
• Die interkulturelle Öffnung der Unterkünfte wird künftig eine noch wichtigere Rolle spie- 
len. Sprachliche und konzeptionelle Anforderungen können beispielsweise durch die 
Beschäftigung von Integrationsassistentinnen weiterentwickelt werden. Eine engere Ko- 
operation der Projektgruppe mit dem Interkulturellen Büro der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt ist notwendig.

Beratungsverlauf (2)

TOP 499 beschließend
TOP 6

Orte (4)

  • Otto-Röhm-Straße 26
  • Bismarckstraße
  • Rheinstraße 312
  • Zweifalltorweg 14

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Details

Vorlagen-Nr.
2011/0412
Typ
Magistratsvorlage
Datum
23.09.2011
Erstellt
29.09.2026 00:00