2007/0574
Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
anlage 1
6497 Zeichen
Anlage 1 1 9-Punkte-Programm zum Beitritt in das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland Zweckbestimmung: Das GESUNDE STÄDTE-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen. Die beteiligten Kommunen haben sich mit diesem Netzwerk ein Lern-, Aktions- und Diskussionsinstrument geschaffen, mit dem sie ihre eigene Arbeit im Sinne der GESUNDE STÄDTE-Konzeption „vor Ort“ unterstützen und bereichern können. Für diese Funktion hat der gegenseitige Informations- und Erfahrungsaustausch eine hohe Bedeutung. Alle Mitglieder müssen für die Erfüllung dieser Zweckbestimmung Sorge tragen. Das Leitbild „Gesunde Stadt“ braucht zu seiner Umsetzung die prozeßhafte Verwirklichung von Voraussetzungen, die im Folgenden als „Kriterien für die Teilnahme am Gesunde Städte- Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland“ beschrieben sind: Kriterien für die Teilnahme am GESUNDE STÄDTE-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland Städte, Kreise oder Stadtbezirke, die bereit sind, in ihrer Stadt, ihrem Kreis oder ihrem Bezirk (im folgenden „Städte“) ein GESUNDE STÄDTE-Projekt durchzuführen und sich auf das 9- Punkte-Programm verpflichten, können dem GESUNDE STÄDTE-Netzwerk beitreten. Ein schriftlicher Antrag der beitrittsbereiten Kommune ist an das GESUNDE STÄDTE- Sekretariat in Hamburg zu stellen, in dem folgende Selbstverpflichtungen explizit enthalten sind: Punkt 1: Der Rat der Stadt befürwortet die Gesunde Städte-Konzeption und erklärt sich damit gleichzeitig mit den Zielen und Inhalten der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (1986) einverstanden. Mindeststandard: Es wird für den Beitritt in das Gesunde Städte-Netzwerk eine Beschlussvorlage erarbeitet, der der Rat zustimmt. Der Rat der Stadt beschließt über den Eintritt in das Gesunde-Städte-Netzwerk und über den Austritt. Im Falle des Austritts müssen vor der Entscheidung der Koordinator/die Koordinatorin der Kommune und der Koordinator/die Koordinatorin der Initiativen, Selbsthilfegruppen und selbstorganisierten Projekte gehört werden. Punkt 2: Die Benennung einer für die kommunale Gesunde Städte-Arbeit zuständigen Person hat verbindlich zu erfolgen. Anlage 1 2 Mindeststandard: Die verantwortliche Ansprechperson erfüllt die Aufgaben des kommunalen Koordinators/der kommunalen Koordinatorin der Gesunde Städte-Arbeit. Punkt 3: Eine ressortübergreifende gesundheitsfördernde Politik ist zu entwickeln. Dafür werden die verschiedenen Politikbereiche und Fachämter über die Gesunde Städte-Konzeption informiert. Weitere Institutionen (Krankenkassen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft, Wirtschaft usw.) sowie Bürgerinitiativen sind in diesen Prozess einzubeziehen. Die Einrichtung entsprechender kooperativer Infrastrukturen (Gesundheitsförderungskonferenz) wird für die Umsetzung einer präventiven Gesundheitspolitik empfohlen. Mindeststandard: Intersektorale Kooperationsstrukturen werden genutzt, entwickelt und gestärkt. Punkt 4: Gesundheitsfördernde Inhalte und Methoden sollen bei allen öffentlichen Planungen und Entscheidungen berücksichtigt werden. Dafür sind entsprechende Voraussetzungen zu entwickeln. Mindeststandard: Die für die Gesunde Städte-Arbeit verantwortliche Ansprechperson wird über städtische Planungen, die gesundheitliche Belange berühren, frühzeitig und vollständig informiert. Punkt 5: Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass alle Bürgerinnen und Bürger sich verstärkt an der Gestaltung ihrer Lebens- und Umweltbedingungen beteiligen können. Für diese Mitwirkung wird die Schaffung geeigneter Unterstützungs- und Koordinierungsstrukturen empfohlen. Mindeststandard: Die vorhandenen Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten werden seitens der Kommune den Bürgern transparent gemacht und umgesetzt. Punkt 6: Verständliche und zugängliche Informationen und Daten sollen den Prozess zu einer gesunden Stadt begleiten (Gesundheits- und Sozialberichterstattung). Mindeststandard: Gesundheits- und Sozialberichterstattung muss von der Analyse über die Möglichkeiten der Beratung bis zur konkreten Handlung als kommunale Gemeinschaftsaufgabe begriffen und umgesetzt werden. Anlage 1 3 Punkt 7: Die Teilnahme an gemeinsamen Treffen mit Delegierten der am Netzwerk beteiligten Städte soll den gegenseitigen Austausch und die Weiterentwicklung der gesundheitsfördernden Aktivitäten gewährleisten. Die Teilnahme an der jährlichen Mitgliederversammlung ist zu ermöglichen für je einen Vertreter / eine Vertreterin der Mitglieds-Gebietskörperschaft und je einem Vertreter / einer Vertreterin aus dem Kreis der Selbsthilfegruppen, Bürgerinitiativen, selbstorganisierten Projekten der Mitglieds-Gebietskörperschaft, der / die in der jeweiligen Kommune gewählt wird. Die Beteiligung an weiteren Treffen (z.B. Symposium, Workshops) ist zu unterstützen. Mindeststandards: Die Vertreterin/der Vertreter des Bereichs der Selbsthilfegruppen, Bürgerinitiativen, selbstorganisierten Projekten muss in transparenter Abstimmung ausgewählt werden. Die Kosten für die Teilnahme an der jährlichen Mitgliederversammlung trägt die Kommune. Punkt 8: Erfahrungen, Erkenntnisse und praktikable Modelle zur Gesundheitsförderung sind an das Gesunde Städte-Sekretariat zur Verbreitung im Netzwerk zu übermitteln. Mindeststandard: Die Mitglieder informieren das Gesunde Städte-Sekretariat regelmäßig und umfassend über ihre Aktivitäten, um einen lebendigen Informationsfluss im Netzwerk zu gewährleisten. Punkt 9: Alle 4 Jahre trägt das Gesunde-Städte-Mitglied den anderen Netzwerkmitgliedern seinen Erfahrungsbericht vor, der die Erkenntnisse aus der kommunalen Gesunde-Städte-Arbeit reflektiert. Spätestens nach 4 Jahren werden die zuständigen Gremien in der Stadt (Stadtrat und/oder Fachausschuss/Fachausschüsse) über die kommunale Umsetzung der Gesunde- Städte-Programmatik informiert, um über die weitere Arbeit zu entscheiden. Mindeststandard: Der Erfahrungsbericht baut auf dem 9-Punkte-Programm und den Mindeststandards auf und stellt den Ertrag der Mitgliedschaft im Netzwerk dar. Diese Beitrittskriterien sind auf der Mitgliederversammlung am 24. und 25. Mai 1993 in Greifswald beschlossen worden, Punkt 9 wurde am 7. Juni 2000 in Osnabrück verändert, die Mindeststandards sind auf der Mitgliederversammlung am 11. Juni 1999 in Frankfurt/Main verabschiedet worden.
anlage 2
9624 Zeichen
Anlage 2
1
Gesundheitspolitisches Leitbild für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
Gesundheitsförderung – Gesundheitsbildung – Gesundheitsprävention
Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet in der „Ottawa-Charta“ als grundlegende
Bedingungen von Gesundheit Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung,
Einkommen, ein stabiles Ökosystem, eine sorgfältige Verwendung vorhandener
Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit.
Die Gesundheitspotenziale der Menschen können durch eine implizite Gesundheitspolitik
gestärkt werden, das heißt eine Gesundheitspolitik, die sich über alle Politikfelder erstreckt
und die Primärprävention in ihren Mittelpunkt stellt. Primärprävention umfasst Maßnahmen,
die vor dem Eintritt eines Risikos ansetzen. Sie beinhaltet sowohl den Aspekt der
Risikoreduktion (Prävention) als auch den der Ressourcenstärkung (Gesundheitsförderung).
Wenngleich sich der Fokus des gesundheitspolitischen Leitbildes für Darmstadt auf die
Primärprävention richtet, wird im Kontext einer ganzheitlich-präventiven Herangehensweise
angestrebt, Sekundär- und Tertiärprävention konzeptionell einzubeziehen.
Unser Gesundheitsverständnis folgt dem salutogenetischen Ansatz, danach ist Gesundheit
positiv bestimmt und gesundheitserhaltenden Prozessen gilt die Aufmerksamkeit.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt sich zum Ziel, dem bundesweiten „Gesunde Städte
Netzwerk“ beizutreten und damit Gesundheitsförderung, Gesundheitsbildung und
Gesundheitsprävention als Leitsätze in der Kommunalpolitik zu verankern.
Dafür werden die personellen und fachlichen Voraussetzungen geschaffen.
In Darmstadt gilt als Grundannahme, dass Verhaltensprävention, also die Entwicklung
gesundheitsbewussten Verhaltens und Verhältnisprävention, also die Entwicklung eines
gesundheitsfördernden Lebensumfeldes, nur gemeinsam zu einer effektiven
Gesundheitspolitik führen.
Unter der Prämisse „Wir schaffen in Darmstadt eine gesunde Lebenswelt“ wird der Dreiklang
folgender Aspekte berücksichtigt:
Kompetenzen Strukturen
stärken entwickeln
Beteiligung
sichern
Anlage 2
2
Eine Konkretisierung der nachfolgenden Leitsätze des gesundheitspolitischen Leitbildes für
Darmstadt wird durch die in der Anlage befindliche Auflistung möglicher Handlungsfelder
ersichtlich.
Aufgabe der einzurichtenden Koordinierungsstelle wird es unter anderem sein, die politisch
definierten Ziele eines umfassenden Gesundheitsprogramms für Darmstadt mit den
Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitsbereich umzusetzen und vernetzt fortzuschreiben.
Leitsätze des gesundheitspolitischen Leitbildes der Wissenschaftsstadt Darmstadt
1. Gesundheit ist alles
Gesundheit ist ein grundlegendes Element von Lebensqualität, das die physischen,
psychischen und sozialen Dimensionen des Lebens und des Lebensumfeldes einschließt.
2. Gesundheit für alle
Gesundheitsförderung, Gesundheitsbildung und Gesundheitsprävention müssen allen
Bevölkerungsgruppen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Konfession, sexueller
Orientierung, Bildungsstand und Einkommen zugänglich sein und als kommunale
Aufgabe unter kontrollierten Qualitätsmaßstäben gefördert werden. Es wird eine
Koordinationsstruktur aufgebaut, die sich parteiübergreifend und neutral versteht und die
bestehenden Strukturen aller Gesundheitsaktivitäten in Darmstadt im Rahmen eines
Netzwerkes verbindet und ausbaut. Handlungsstrategien und Visionen einer „Gesunden
Stadt Darmstadt“ sind kontinuierlich weiter zu entwickeln, zu bündeln und das
gesundheitspolitische Leitbild Darmstadt ständig fortzuschreiben.
3. Geschlechtsspezifische Aspekte – Gender Mainstreaming
In allen gesundheitspolitischen Bereichen und Aktionsfeldern sind die unterschiedlichen
Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen, um zur
Verwirklichung des Verfassungsauftrages der Gleichstellung von Frau und Mann
beizutragen. Die möglichen Auswirkungen gesundheitspolitischen Handelns auf die
Geschlechter müssen bereits im Vorfeld und durchgängig im Prozessverlauf analysiert,
beurteilt und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden, um eine
geschlechtergerechte Gesundheitspolitik zu gewährleisten.
Anlage 2
3
4. Integration
Möglichkeiten und Voraussetzungen werden geschaffen, um die Zugangschancen zum
Gesundheitssystem für Migranten und Migrantinnen zu verbessern und eine
gleichberechtigte Teilhabe an Möglichkeiten und Angeboten der Gesundheitsförderung,
Gesundheitsbildung und Gesundheitsprävention zu erreichen.
5. Individuelle Ressourcen stärken – Menschen entwickeln ein aktives Interesse
am Gesundsein
Alle Menschen werden befähigt und gestärkt, persönliche Kompetenzen zu entwickeln,
um ihre gesundheitlichen Potentiale besser und stärker wahrnehmen zu können und
gesundheitsbeeinträchtigenden Aspekten entgegenzuwirken. Die Menschen entwickeln ein
aktives Interesse am Gesundsein.
6. Strukturen und Rahmenbedingungen verbessern –
Lebensraum gesundheitsfördernd gestalten
Die Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen verändern sich laufend. Sie haben
entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. In den Lebensräumen, in denen sich
Menschen im Alltag bewegen sind daher Strukturen zu schaffen, die gesundheitsfördernd
sind. Politik und Verwaltung berücksichtigen bei ihrer Arbeit die Aspekte der Gesundheit.
7. Gesunde Umwelt – gesundes Leben
Umweltpolitische Maßnahmen werden als Bestandteile kommunaler Gesundheitspolitik
verstanden. Hand in Hand arbeiten die Akteurinnen und Akteure des Gesundheits- und des
Umweltsektors mit dem Ziel, gesundheitsschädigende Einwirkungen durch
Umweltbelastungen zu reduzieren. Über Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit
wird regelmäßig informiert. Bürgerinnen und Bürger, Politik, Verwaltung, Einrichtungen und
Unternehmen entwickeln ein „gesundes Umweltverständnis“ und handeln
verantwortungsbewusst sowie umwelt- und ressourcenschonend.
8. Sport und Bewegung
Darmstadt wird sich im Rahmen der Gesundheits- und Daseinsfürsorge für seine
Bevölkerung zu einer sportfreudigen- und bewegungsfreundlichen Stadt entwickeln und
durch die Bereitstellung einer notwendigen und ansprechenden Angebots-, Organisations-
Anlage 2
4
und Infrastruktur dafür Sorge tragen, alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen und
einzubinden.
9. Generationenübergreifende Verantwortung für Gesundheit
Gesundheit in familiaren Lebensformen ist verknüpft mit Familienverantwortung und
Erziehungskompetenz. Alle Familienangehörige müssen befähigt werden,
ressourcenorientiert Schlüssel- und Alltagskompetenzen zu entwickeln, die allen zu gute
kommen.
10. Gesundheit in allen Lebenslagen
Psychosoziale Beratung und Begleitung wird als ein grundlegendes
Unterstützungsinstrument gewährleistet.
11. Vernetzung – Kooperation – Berichterstattung
Politik, städtische Ämter, Verbände, Institutionen und Initiativen wirken zusammen, um
in unserer Stadt die Gesundheit und Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger zu
verbessern. Eine mit Sozialberichterstattung verzahnte Gesundheitsberichterstattung ist
Voraussetzung, um städtische Herausforderungen zu erkennen und Maßnahmen zu
planen – am Bedarf der Bevölkerung orientiert. Im Rahmen einer interdisziplinären
Kooperation werden ressortbezogene Berichterstattungen und Aktionen gebündelt und zu
einer integrierten Berichterstattung bzw. Handlungsebene zusammen geführt. Die
Fachstellen in der Stadt, die im Bereich der Gesundheit agieren, werden ein
abgestimmtes und zielorientiertes Vorgehen hinsichtlich gesundheitsrelevanter
Planungen und Entscheidungen umsetzen.
12. Ehrenamtliches Engagement und Hilfe zur Selbsthilfe
Prinzip und Selbstverständnis
Im Aufbau und der Weiterentwicklung der gesundheitspolitischen Struktur spielt die
Verzahnung professioneller und ehrenamtlicher Angebote eine wichtige Rolle.
Darmstadt bindet bürgerschaftliches Engagement maßgeblich ein in die Gestaltung
gesundheitsfördernder Entscheidungen und Maßnahmen. Nachbarschaftliche,
gemeinwesenorientierte Aktivitäten werden kommunal unterstützt und professionell
begleitet.
Anlage 2
5
Mitwirkende an der Erstellung des Gesundheitspolitischen Leitbildes der
Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Handlungsfeldern:
Federführung: Stadtrat Jochen Partsch, Dezernat V
Projektgruppe
Leitung: Barbara Akdeniz, Dezernat V
Aids-Hilfe Darmstadt, Uschi Linn
Arbeitskreis Frauengesundheit Südhessen, Cornelia Hinrichsen
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Darmstadt-Stadt e.V., Fatma Yilmaz
Gesundheitsamt für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg –
Psychiatriekoordination, Meike Albert
Gesundheitsamt für Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg, Dr. Ingeborg Keim
Paritätischer Wohlfahrtsverband, Selbsthilfebüro Darmstadt, Claudia Kraemer
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Familie, Kinderbetreuung, Sport, Sportberater, Ralf-Rainer Klatt
Amt für Familie, Kinderbetreuung, Sport, Familienzentrum, Familienbildung,
Erziehungsberatung, Annedore Bauer
Dezernat IV, Bernd Fliege
Frauenbüro, Sabine Eller
Interkulturelles Büro, Alp Otman
Hauptamt, Sozialberatung, Karin Schmidt
Sozialverwaltung – Leiterin, Dr. Wilma Mohr
Sozialverwaltung – Beratungs- und ServiceZentrum, Wolfgang Linck
Sozialverwaltung – Sozial- und Jugendhilfeplanung, Markus Emanuel
Sozialverwaltung – Sucht- und Drogenhilfekoordinator, Volker Weyel
Volkshochschule – Fachbereich Gesundheit, Steffen Wachter
Verbraucherzentrale Hessen e.V. Beratungszentrum Darmstadt, Ruth Werbeck
anlage 3
28587 Zeichen
Anlage 3 1 Ausgewählte Handlungsfelder in der Gesundheitspolitik – Konkretisierung der Leitsätze – Nachfolgende Themenbereiche stellen ausgewählte Handlungsfelder in der Gesundheitspolitik Darmstadts vor. Es werden Vorschläge gemacht, wie kommunale Gesundheitspolitik themenspezifisch und/oder projektbezogen umgesetzt werden kann. Dabei ist das Gesundheitspolitische Leitbild als Handlungsstrategie für alle Handlungsfelder Grundlage. In den einzelnen Handlungsfeldern werden Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur aufgeführt, um einen exemplarischen Überblick über vorhandene Ressourcen zu geben. Erst nach Erstellung einer systematischen Bestandsaufnahme der gesundheitspolitischen Infrastruktur kann eine verlässliche Bedarfsanalyse durchgeführt werden. Die ausgewählten Handlungsfelder sind themenspezifisch geordnet und gliedern sich in Verhältnisprävention (Verbesserung gesundheitsfördernder Verhältnisse) und Verhaltensprävention (Verbesserung gesundheitsbewussten Verhaltens) und in Beispiele der kommunalen Angebotsstruktur. 1. Geschlechtsspezifische Aspekte 1. 1 Verhältnisprävention • Unser Gesundheitsverständnis ist lebenswelt- und alltagsorientiert. Gesundheit verändert sich im Lebensalter: Berufliche und familiale Bezüge, spezifische Ressourcen und Belastungen sind berücksichtigt und die Veränderungen der Gesundheitsbedürfnisse im Lebenslauf einbezogen. • Unser Gesundheitsverständnis sieht Gesundheitsförderung in sozialer Verantwortung. Die Auswirkungen einer Ungleichheit der Geschlechter und sozialer Ungleichheit auf die Gesundheit von Frauen und Männer sind berücksichtigt, Gesundheitsförderung zielt auf den Abbau von Diskriminierung, Armut und Chancengleichheit im Zugang zu Ressourcen. • Unser Gesundheitsverständnis bezieht eine kritische Position zur Pathologisierung und Medikalisierung des Frauenkörpers. Auf das kritische historische Bewusstsein der Frauengesundheitsforschung wird Bezug genommen. Mit ihm ist verbunden, Diagnosen und Behandlungsprozesse zu hinterfragen und alternative Ansätze zu prüfen. Bedürfnisgerechtigkeit und die Wirksamkeit von Maßnahmen sind auszuweisen. • Unser Gesundheitsverständnis wird im Wissen um die Geschichte der Frauengesundheitsbewegung formuliert. Neueste Ergebnisse der Frauengesundheitsforschung werden berücksichtigt. • Unser Gesundheitsverständnis berücksichtigt, dass Männer und Frauen sozialisationsbedingt einen unterschiedlichen Zugang zu Gesundheitsvorsorge und Anlage 3 2 Prävention haben. Wir bringen deshalb u. a. gezielte Kampagnen für Jungen und Männer zu Gesundheitsprävention voran. Wie wichtig Körperbewusstsein und Körperverständnis sind, werden wir in geschlechtsspezifisch orientierter Aufklärungsarbeit in allen Bildungsbereichen vermitteln. 1.2 Verhaltensprävention • Unser Gesundheitsverständnis fordert differenzierte Bedürfnisgerechtigkeit. Frauen- und männerspezifische Gesundheitsbedürfnisse sind beachtet, im körperlich- biologischen Bereich, bei Gesundheitsressourcen und -risiken, aber auch auf Sozialisationserfahrungen und Gesundheitsverhalten bezogen. Dabei sind auch die Unterschiede innerhalb der Gruppe der Frauen und Männer im Blick (ethnische Herkunft, sozio-ökonomischer Status, Behinderungen, sexuelle Orientierung). 1.3 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Arbeitskreis Frauengesundheit Südhessen • Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt • Arbeitsgemeinschaft Darmstädter Frauenverbände • Pro Familia Darmstadt: Sexualberatung, Frauennotruf, Männergruppe • Arbeitskreis Selbsthilfegruppen, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Selbsthilfebüro Darmstadt • Frauenselbsthilfegruppen • Männerselbsthilfegruppen • Volkshochschule – Kurse für Männer und Frauen • Netzwerk Prävention und Schutz für Kinder, Jugendliche und Frauen bei sexualisierter und häuslicher Gewalt • Aids-Hilfe Darmstadt e.V. • Amt für Kinderbetreuung, Familie, Sport – Familienzentrum • Sozialverwaltung – Kinder- und Jugendförderung 2. Integration 2.1 Verhältnisprävention • Erfassung der gesundheitlichen Situation von Menschen mit Migrationshintergrund im Rahmen einer stadtweiten und stadtteilbezogenen Gesundheitsberichterstattung • Einbeziehende, partizipative Entwicklung von Gesundheit – Formulierung von konkreten Ansätzen mit Bürgern und Bürgerinnen, Patienten und Patientinnen sowie Migrantenselbstorganisationen • Die interkulturelle Öffnung der Regelversorgung, die sich in der Personal-, Struktur- und Prozessentwicklung der vorhandenen Dienste widerspiegelt. Anlage 3 3 • In einzelnen und besonders begründeten Situationen spezifische Angebote für Migranten und Migrantinnen entwickeln • Zielgruppenspezifische Informationsvermittlung verbessern und ausbauen Verbesserung der Kommunikationswege und -mittel. Anpassung an die Zielgruppen. • Verbesserung der Lebensbedingungen (soziale Determinanten), die sich auf die Gesundheit auch von Migranten und Migrantinnen auswirken • Interkulturelle Ansätze in Pflege und Versorgung verankern (Forderungen im „Memorandum für eine kultursensible Altenhilfe“) • Anonyme Behandlungsangebote für Menschen ohne legalen Aufenthalt sind zu gewährleisten und zu unterstützen • Aus-, Fort- und Weiterbildung für Fachkräfte aus den Gesundheitsberufen mit dem Ziel der Entwicklung und Verankerung der kultursensiblen Kompetenzen. • Fort- und Weiterbildung für Menschen mit Migrationshintergrund zu Vermittlungskräften sind zu unterstützen und weiterzuführen (Gesundheitslotsen/innen; Integrationsassistenten/innen) • Alle Forderungen sind auf die Zielgruppen Kinder- und Jugendliche, Frauen sowie ältere Menschen zu spezifizieren • Stabilisierung der gesundheitlichen, sozialen und materiellen Lebensbedingungen von Migrantinnen und Migranten mit HIV/AIDS durch Kooperation und Koordination mit den Institutionen der sozial-medizinischen und sozialrechtlichen Versorgung. 2.2 Verhaltensprävention • Bewusstsein für Prävention und Gesundheit entwickeln • Inanspruchnahmeverhalten zur Gesundheitsförderung und Prävention ressourcenorientiert entwickeln und stärken. 2.3 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Arbeitskreis „Migration und Gesundheit“ • MiMi-Projekt - Gesundheitslotsen und Gesundheitslotsinnen • Deutsches Rotes Kreuz – Interkulturelle Gesundheitsprojekte – Hegiss-Projekt Kranichstein Qualifikation von Migrant/innen im Pflegehilfsdienst • Interkulturelles Büro – Fortbildungen, Fachtagungen, Geschäftsführung Arbeitskreis • Kindertagesstätten, z. B. Sprachförderung, Intergrationsprojekte, Elternseminare • Malteser Migranten-Medizin – Gesundheitliche Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung (Migranten und Migrantinnen ohne Aufenthaltsstatus) • Start-Projekt – Sport überspringt kulturelle Hürden – Qualifizierte Übungsleiterinnen mit Migrationshintergrund Anlage 3 4 • Scentral – Einsatz von Honorarkräften mit Migrationshintergrund • Einsetzen von mehrsprachigen Informationsblättern im Klinikum • Internationaler Familienverein e.V. – Infoveranstaltungen über Gesundheit • Aids-Hilfe Darmstadt e.V. 3. Sport und Bewegung • Sport oder Bewegung auf oder als Rezept muss in Darmstadt von jedem Menschen eingelöst werden können! • Die in der Sportentwicklungsstudie genannten Maßnahmen im Kontext mit Gesundheit sollen konsequent umgesetzt werden. • Es wird ein Netzwerk „Sport, Bewegung und Gesundheit“ gegründet 3.1 Zielgruppe Kinder 3.1.1 Verhältnisprävention • Eine konzentrierte Aktion zur Bewegungsförderung im Kindesalter durch gezielte Angebote wird entwickelt. • Eine Forcierung von Sport und Bewegung soll in allen Einrichtungen (Kindertagesstätten, Grundschule und letztendlich in den Sportvereinen) erreicht werden. Dazu sind die Kooperationen zwischen Sportvereinen, Kindertagesstätten und Schulen zu intensivieren. • Insbesondere in den Stadtteilen, in denen die Möglichkeiten für Sport und Bewegung für Kinder als „eher schlecht“ beurteilt werden (Stadtplanungsbezirke Mitte und Nord; als Ergebnis aus der Sportverhaltensstudie), sollen zuerst Verbesserungen bzw. Angebote umgesetzt werden. Langfristig sind die Rahmenbedingungen/ Bewegungsangebote flächendeckend einzurichten. • Neben Angebots- und Organisationsmaßnahmen müssen infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen werden wie z.B. die Öffnung und Umgestaltung monofunktionaler Schulpausenhöfe in sport- und bewegungsfreundliche Areale für das freie Spiel und Bewegen oder die Sicherstellung der Zugänglichkeit zu Sporträumen • Zusätzlich zu diesen allgemeinen Maßnahmen sollen spezifische Bewegungsangebote z.B. für übergewichtige oder psychomotorisch auffällige Kinder entwickelt und organisiert werden. Anlage 3 5 3.1.2 Verhaltensprävention • Um das Bewusstsein für sportartübergreifende Angebote in den Vereinen zu schärfen sowie Eltern für die Bedeutung von Spiel und Bewegung im Kindesalter zu sensibilisieren, sollen (vereinsübergreifende) Informationsveranstaltungen durchgeführt bzw. Informations- und Aufklärungsarbeit in den jeweiligen Institutionen geleistet werden. 3.2 Zielgruppe ältere Menschen 3.2.1 Verhältnisprävention • In Darmstadt soll langfristig ein übergreifendes Konzept für den Sport für ältere Menschen entwickelt werden. 3.2.2 Verhaltensprävention • Das Bewusstsein für die Bedeutung von Sport und Bewegung im Alter, auch in Bezug auf die Herstellung sozialer Kontakte, soll entwickelt werden. Daher ist eine breite Informations- und Öffentlichkeitsarbeit anzustreben. 3.3 Weitere zielgruppenspezifische Angebote 3.3.1 Verhältnisprävention • Im Rahmen eines Arbeitskreises, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportvereine, Expert/innen aus dem Behindertensport, Vertreter/innen von Institutionen der Behindertenhilfe (z.B. Lebenshilfe) und dem Hochschulsport sollen integrative Sportangebote für beeinträchtigte Menschen ausgebaut werden. • Damit der Sport die ihm zugesprochene Integrationsfunktion erfüllen kann, wird per se folgende Grundprämisse hinsichtlich der Sportangebote für Migrantinnen und Migranten vorausgesetzt: „Integration vor Separation“. Um das zu gewährleisten, soll in den Sportvereinen Interkulturelle Kompetenz ausgebaut werden. 3.4 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Amt für Kinderbetreuung, Familie und Sport, Abteilung Sport mit Sportberatung • Amt für Kinderbetreuung, Familie und Sport - Familienzentrum • Projekte und Programme in Kindertagesstätten und Schulen zu Bewegung • Dokumentation Sportentwicklungsstudie mit Handlungsempfehlungen (kooperatives Planungsverfahren) • Präventions- und Rehabilitationssportangebote in Sportvereinen/Sporteinrichtungen • Physiotherapeutische und ambulante Therapieeinrichtungen Anlage 3 6 • Sportkreis 33 und Sportkreisjugend Darmstadt • Zahlreiche normierte und nicht-normierte Sport- und Bewegungsräume (Kindertagesstätten, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Seniorentreffs, Altenheime, Bürgerhäuser, Sporthallen, Vereinsportstätten, Lauftreffs usw.) • Magistratskommission „Sport“ der Wissenschaftsstadt Darmstadt • Volkshochschule – Präventionskurse im Bereich Bewegung und Entspannung • Behindertensportgruppen • Gesundheitsamt Darmstadt – sportärztliche Untersuchung • Sportinstitut der TU Darmstadt – Sportwissenschaften • Hochschulsportzentrum mit SportGesundheitsZentrum • Deutsche Olympische Gesellschaft, Kreisgruppe Darmstadt • Darmstädter Sportstiftung 4. Sozial benachteiligte Menschen (auch stadtteilbezogen) 4.1 Verhältnisprävention • Gesundheitsförderung soll vor allem Schwangere und junge Kinder in sozial belasteten Lebenslagen mit frühen, präventiven, niedrigschwelligen, aktivierenden und ortsnahen Leistungen sowie Angeboten erreichen, um eine Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen zu erreichen. • Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen werden darin unterstützt die für ihre Gesundheit notwendigen Angebote und Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Hierzu sind veränderte Versorgungsstrategien sowie eine bessere Vernetzung der gesundheitsrelevanten Akteure von Nöten. Grundlage einer solchen Umsteuerung ist eine Verzahnung von Gesundheits- und Soziaberichterstattung. 4.2 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Stadtteilgesundheitskonferenz Kranichstein • Netzwerk Gesundheit Eberstadt-Süd • Interkulturelle Gesundheitsprävention „Stadtteilnetzwerke Gesundheit“ in Kranichstein und Eberstadt- Süd • Sozialverwaltung – Städtischer Sozialdienst • Gesundheitsprojekt „Teestube (Gesundheitsengel)“ • Gesundheitsprojekt für wohnungslose Menschen Teestube „Krank auf der Strasse“ • Gesundheitsamt Darmstadt – amtsärztliche und zahnärztliche Beratung Anlage 3 7 • Deutsches Rotes Kreuz – HIPPY – Hausunterrichtsprogramm für bildungsferne, sozial benachteiligte Eltern mit Vorschulkindern 5. Ältere Menschen 5.1 Verhältnisprävention • Gesundheitsförderung im Alter hat die unterschiedlichen Lebenslagen im Blick und berücksichtigt gleichzeitig die Ressourcen und die Lebenssituationen der älteren Menschen. Daran orientiert ist die weitere Kooperation und Vernetzung der Institutionen und deren Angebote auszubauen. Hierfür tragen in gleichem Maße alle damit befassten Institutionen und Berufsgruppen Verantwortung. Sie tragen somit Sorge für eine gesundheitsorientierte Vermittlung der unterschiedlichen Interessen. 5.2 Verhaltensprävention • Ältere Menschen werden darin unterstützt sich ein selbst bestimmtes Leben auch mit zunehmendem Alter zu erhalten und dabei partizipativ an der Gestaltung der gesundheitsförderlichen Rahmenbedingungen mitzuwirken und die Vertretung der eigenen Interessen zu gestalten und umzusetzen. Dies gilt unter besonderer Berücksichtigung der Risikogruppen. 5.3 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Sozialverwaltung, Abteilung Altenhilfe und Grundsicherung • BuS – Beratungs- und ServiceZentrum für ältere Menschen – Seniorenprogramm, Seniorenerholung; zugehende Beratung; Besuchsdienst für ältere Menschen; Altenhilfeplanung • Sportberatung • Fachkonferenz Altenhilfe • Seniorenrat e.V. • Sportangebote für ältere Menschen: Seniorensportclub und in Sportvereinen • Städtische Seniorentreffs und Seniorentreffs freier Träger (in den Stadtteilen) • AG Senioren in Kranichstein • Angebote in stationären Pflegeeinrichtungen, Altenwohnheimen, Betreutem Wohnen und z. T. in Seniorenwohnanlagen • Ambulante Pflegeeinrichtungen und Sozialstationen, mobile soziale Hilfedienste; Pflegenotruf, AG ambulante Dienste • Hauswirtschaftliche Dienste • Volkshochschule – Kurse und Seminare 50+ • Akademie 55+ • Angebote für pflegende Angehörige, BuS, Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz u.a. • Generationenübergreifendes Wohnen, z. B. Wohnsinn, AG Wohnen Anlage 3 8 • Demenzforum – Demenz-Wohngemeinschaften • Hospizgruppen in Darmstadt 6. Familien 6.1 Verhältnis- und Verhaltensprävention • Menschen, die in Erziehungs- und Familienverantwortung stehen, werden über Bildung, Beratung und Therapie des Familienzentrums und anderer Einrichtungen ressourcenorientiert Schlüssel- und Alltagskompetenzen vermittelt mit der Zielsetzung, Selbsthilfekräfte zu aktivieren, um die Erziehungsfähigkeit zu stärken und das positive Zusammenleben von allen Familienmitgliedern zu unterstützen. • Schwangere, Säuglings- und Kleinkindeltern im Übergang vom Paar zur Elternschaft werden frühzeitig durch präventive, resilienzfördernde, unterstützende Maßnahmen in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt. 6.2 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Amt für Kinderbetreuung, Familie, Sport – Familienzentrum • Kindertagesstätten • Amt für Kinderbetreuung, Familie, Sport, Abt. Sportberatung • Hausfrauenbund e.V. – Mütterzentrum/Mehrgenerationenhaus • Gesundheitsamt Darmstadt – Ernährungsberatung • Gesundheitsamt Darmstadt – Kinder- und Jugendärztlicher Dienst, zahnärztlicher Dienst • Beratung für Kindergartenkinder, Schulkinder • Mütterberatung • Sprachheilberatung • Gruppe für schwangere Mädchen und Teenagermütter – Caritasverband e.V. • Frühberatungsstelle für entwicklungsgefährdete Kinder – Caritasverband e.V. • Pro Familia, Beratung in allen Lebenslagen, Arbeit mit Schulklassen und Kitas • Elternselbsthilfegruppen • Ehe-, Familien- Lebensberatung Darmstadt e.V. • Junge Menschen in Krisen (Suizidprävention) – Projekt ANNA 7. Suchtprävention und Sucht- und Drogenhilfe 7.1 Verhältnisprävention 7.1.1 Suchtprävention Wir definieren wirksame Suchtprävention als eine Gemeinschaftsaufgabe Wir befähigen alle Erziehungsinstanzen erfolgreiche Konzepte zur Suchtprävention zu entwickeln und fördern exemplarische Projekte und Modelle Wir unterstützen die Erfolgskontrolle und Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen Anlage 3 9 Wir leisten hierzu die notwendige Öffentlichkeitsarbeit und organisieren ein interdisziplinäres Netzwerk zur Suchtprävention 7.1.2 Sucht- und Drogenhilfe Wir organisieren zielgruppenspezifische und schnelle Hilfen aus einer Hand für suchtkranke Menschen Wir stellen die Kooperation aller relevanten Partner im Netzwerk Sucht- und Drogenhilfe sicher und orientieren uns am aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand Wir optimieren diesen Hilfeverbund stetig und schreiben die Konzepte kontinuierlich fort 7.2. Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Koordination Sucht und Drogenhilfe (Sozialverwaltung) • Koordination Suchtprävention (Sozialverwaltung) • Kommunaler Präventionsrat Darmstadt mit seinen Arbeitskreisen, vor allem AG Sucht- und Drogenhilfe (Austausch aller Suchthilfeeinrichtungen, Selbsthilfegruppen, Polizei, Obdachlosenbehörde, ARGE, Therapiezentren etc.) • AG Bambini (Schwangere drogenabhängige Frauen) • Förderverein Prävention e.V. • Team Pfiff Sucht- und Drogenprävention • Aids-Hilfe Darmstadt e.V. • Suchtselbsthilfegruppen 8. Betriebliche Gesundheitsförderung Betriebliche Gesundheitsförderung und der Aufbau eines betrieblichen Gesundheits- managements dient dem Schutz und der Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Betriebliches Gesundheitsmanagement bezieht Gesundheit in das Leitbild, die (Führungs-)Kultur, in die Strukturen und in die Prozesse der Organisation ein, denn qualifizierte, motivierte und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine wichtige Ressource für die Leistungsfähigkeit der Organisation. Betriebliches Gesundheitsmanagement • koordiniert die Einrichtung, Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Bereiche Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung, • regt die aktive Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei an, • richtet den Blick auf die Gesundheit von Frauen und Männern, • gibt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vor allem Führungskräften, Orientierung für gesundheitsförderliches Verhalten. Anlage 3 10 Betriebliches Gesundheitsmanagement integriert: • die Umsetzung des gesetzlich geregelten Arbeits- und Gesundheitsschutzes (Arbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheitsgesetz, arbeitsmedizinische Untersuchungen, Arbeitsschutzverordnungen, Betriebliches Eingliederunsmanagement, Nichtraucherschutz u.v.a.) 8.1 Verhältnisprävention Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Mitarbeiter/innenbefragung, Personalentwicklungsprozesse, Schulung und Umsetzung von gesundheitsorientiertem Führungsverhalten, Dienstvereinbarungen z.B. zum Umgang mit sexueller Belästigung, suchtmittelauffälligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Vereinbarkeit von Beruf und Familie u.v.a. 8.2 Verhaltensprävention (Unterstützung eines gesunden Lebensstils): Sozial- und Konfliktberatung, Betriebssport, Gesundheitstage, Stressbewältigungsseminare, Rücken- schule u.v.a. 8.3 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Sozialberatungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, des Regierungspräsidiums, der TUD, der HSE, der Degussa, der Merck KGaA • Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Stadtverwaltung und anderen Betrieben – Betriebssport – Seminare – Gesundheit in der Mittagspause usw. • Unterstützung der betrieblichen Gesundheitsförderung durch Krankenkassen • Audit berufundfamilie®, Vereinbarkeit von Beruf und Familie • AK Netzwerk gegen Mobbing 9. Bürgerschaftliches Engagement 9.1 Verhältnisprävention • Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Gesundheit in der Stadt ist auch das Anliegen zahlreicher engagierter Bürger/innen, Initiativen, Vereine und freier Träger, die durch ihre intensive Beschäftigung mit diesen Themen Wissen und Kompetenz erworben haben. Dieses zu nutzen und einzubeziehen ist demokratisch und vernünftig: hier ist Erfahrungswissen über die unmittelbaren Probleme des Stadtteils vorhanden, Maßnahmen und Aktionen finden mehr Unterstützung und Akzeptanz vor Ort. Anlage 3 11 • Die Intensivierung von Gesundheitsförderung und Prävention ist nur möglich durch die Zusammenarbeit der Fachressorts der Stadt Darmstadt mit Freien Trägern, Selbsthilfeeinrichtungen, Initiativen und anderen Partnern vor Ort. Dieser Erkenntnis trägt auch das Gesunde-Städte-Netzwerk Rechnung, indem es die Beteiligung der Initiativen an Beratungen und Entscheidungen in seinen Grundsätzen verankert hat. • Die Handlungsprinzipien Sozialkompensation und Prävention verknüpfen sinnvoll die Verbesserung von Gesundheitschancen von sozial Benachteiligten durch Prävention, die frühzeitig die Weichen stellen soll. Gesundheitsfördernde und präventive Projekte, die sozial benachteiligte Gruppen erreichen sollen, spielen nicht nur innerhalb des Sozialsektors, der Kinder– und Jugendhilfe oder der Stadtentwicklung als Teilziel bestimmter Maßnahmen eine essentielle Rolle. Bezogen auf die Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Betrachtungsweise daher dringend erforderlich. • Zur Stärkung der Vernetzung werden Initiativen und Selbsthilfegruppen in die Gremien zur Gesundheitsförderung einbezogen. • Die öffentlichen Institutionen und freien Träger schaffen Vernetzungs- und Kommunikationsstrukturen, die eine breite Einbindung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ermöglichen. • Darmstadt erhält und fördert die unterstützende Infrastruktur für Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement. Hier bietet sich eine Einbeziehung in die Weiterentwicklung der lokalen Gesundheitsförderung und die Aktivitäten des Gesunde-Städte-Netzwerkes an. 9.2 Verhaltensprävention • Eine der wesentlichen Voraussetzungen ist dabei die Beteiligung und Mitwirkung der Betroffenen. Dies betrifft beispielsweise Planungs- und Genehmigungsverfahren, soweit gesundheitliche Belange der Zielgruppe berührt werden. Die aktive Einbeziehung der angesprochenen Zielgruppen in Planung und Durchführung gesundheitsfördernder Maßnahmen verbindet außerdem zwei wichtige Strukturelemente der Verhältnis- und Verhaltensprävention. Hiermit wird befördert, dass die vertrauten „Problemgruppen“ durch Beteiligung sensibilisiert und für Strukturentwicklungsprozesse in Settings aktiviert werden. Partizipation kann eine bedarfsgerechte Lebensumwelt schaffen. • Initiativen und Selbsthilfegruppen fördern die persönliche Kompetenz zur Veränderung von gesundheitsgefährdendem Verhalten und helfen bei der Überwindung von Erkrankungen und Problemen. Anlage 3 12 9.3 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Paritätischer Wohlfahrtsverband – Selbsthilfebüro Darmstadt • Verschiedene Vereine und Verbände, die ehrenamtlich im Gesundheitsbereich agieren – wie z. B. Besuchsdienste, kirchliche Einrichtungen, Grüne Damen, Blaue Damen • Freiwilligenagentur • Patientenfürsprecher/innen in den Krankenhäusern • Offenes Haus, Evangelische Erwachsenenbildung und Kirchenladen • Amt für Kinderbetreuung, Familie, Sport, Abt. Sportberatung 10. Verbraucher/innenschutz 10.1 Verhältnisprävention • Patienten- und patientinnenfreundliche Arztpraxen werden entwickelt und zum Standardangebot in Darmstadt durch eine freiwillige Selbstverpflichtung der Ärtzinnen und Ärzte, dabei werden das Gleichheitsprinzip der Patient/innen und psychosoziale Aspekte berücksichtigt • Darmstadt trägt durch politische Konzepte und umweltbewusstes Verhalten von Bürgerinnen und Bürger zur Luftreinhaltung bei • Gesundes Wohnen wird in Aktionen und Programmen thematisiert und Vermieter/innen und Hauseigentümer/innen sensibilisiert 10.2 Verhaltensprävention • „Sauberhaft Wohlfühlen in der CITY“ zielt nicht nur auf eine saubere Umwelt, sondern fördert darüber hinaus ein spürbar respektvolles Miteinander, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Rücksichtnahme in ÖPNV und im öffentlichen Raum. Programme in den Bereichen: Patenschaften, Erziehung und Bildung, Kontrolle und ggf. Sanktionen, die diesen Zielen förderlich sind, werden umgesetzt. 10.3 Beispiele in der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Verbraucherzentrale Hessen e.V. Beratungszentrum Darmstadt (Beratung von Familien, Senioren zu Ernährung, Recht, Patientenrecht; großes Broschürensortiment zu Gesundheit, Krankenkassen, Ernährung) • Agenda-Büro mit Themengruppen des Agenda-Prozesses • Fluglärmkommission • Bürger/innen-Initativen gegen Lärm und Abgase • LKW-Sperrung für Durchgangsverkehr • Ökologische, klimafreundliche Bauprojekte Anlage 3 13 • Gesundheitsamt Darmstadt – Beratung und Überwachung der Umwelt- und Infektionshygiene 11. Psychische Gesundheit 11.1 Verhältnisprävention Förderung aller Maßnahmen, die dazu beitragen, den und die Einzelne/n in einen Zustand des Wohlbefindens zu versetzen, in dem er/sie seine/ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die alltäglichen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten kann und in der Lage ist, etwas zur Gemeinschaft beizutragen. Förderung der psychischen Gesundheit von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen durch • Verbesserung der Elternkompetenz • Elternschulungen, Elterntrainings • Entwicklung von Projekten zur kompetenten Erziehung • Förderung der Lebenskompetenzen • Soziale Kommunikations- und Beziehungsfähigkeiten • Konflikt- und Problemlösungsfähigkeiten • Gefühlsfähigkeit • Selbstwertgefühl / Selbstreflexion • Entwicklung und Verbesserung eines der psychischen Gesundheit förderlichen Schulklimas und Schulethos Förderung der psychischen Gesundheit von Erwerbstätigen durch • Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten, insbesondere bei Führungskräften • Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Kompetenzen, insbesondere bei Führungskräften • Maßnahmen zur Schaffung eines positiven sozialen Betriebsklimas Förderung der psychischen Gesundheit von älteren Menschen durch • Unterstützung von Angeboten zur Aktivierung von körperlichen, geistigen und sozialen Kompetenzen • Unterstützung von Angeboten des lebenslangen Lernens • Unterstützung von Angeboten zur bewussten Lebensgestaltung 11.2 Verhaltensprävention • Schaffung von Strukturen, die es besonders vulnerablen Gesellschaftsgruppen ermöglichen, Unterstützung und Hilfe in Anspruch nehmen zu können. • Befähigung der von psychischer Erkrankung Betroffenen und Bedrohten zur vollen und gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. • Schaffung von Strukturen, die Stigmatisierung und Diskriminierung vermeiden. Anlage 3 14 11.3 Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt • Psychosozialer Beirat • Psychiatrie-Koordinatorin beim Gesundheitsamt • Sozialpsychiatrischer Dienst beim Gesundheitsamt • Sozialpsychiatrischer Verein – Betreutes Wohnen, Fahrradwerkstatt • Caritasverband e.V. – Tagesstätte für psychisch Kranke, Haus Elim, betreutes Wohnen, Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle, Cafeladen • Psychiatrischer Notdienst Darmstadt e.V. • Psychiatrisches Krankenhaus Elisabethenstift • Psychiatrische Institutsambulanz • Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung bei der Sozialverwaltung • Paritätischer Wohlfahrtsverband • Pro Familia, Psychosoziale Beratung - Traumatherapie • Frühberatungsstelle für entwicklungsgefährdete Kinder – Caritasverband e.V. • Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen • Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Darmstadt • Familienzentrum • Bündnis gegen Depression
2007/0574
5997 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 21.11.2007 Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat V Dezernat I Dezernat II Dezernat IV Amt: Dezernat V an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Öffentlich: Verteiler: Vorlage-Nr. 2007/0574 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Beitritt zum Gesunde Städte-N etzwerk der Bundesrepublik Deutschland Vorlage vom 05.11.2007 Beschlussvorschlag: 1. Der Magistrat stimmt dem Beitritt der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum Gesunde Städte- Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland zu. 2. Der Magistrat nimmt das 9-Punkte-Programm zum Beitritt in das Gesunde Städte-Netzwerk als verbindliche Grundlage der Beitrittsvoraussetzungen zur Kenntnis (Anlage 1) 3. Der Magistrat nimmt das Gesundheitspolitische Leitbild für Darmstadt (Anlage 2) und die ergänzenden Gesundheitspolitischen Handlungsfeldern mit exemplarischer kommunaler Angebotsstruktur (Anlage 3) als Grundlagen für den Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk zur Kenntnis. Anlagen: Anlage 1 Gesunde-Städte-Beitrittskriterien Anlage 2 Gesundheitspolitisches Leitbild Anlage 3 Ausgewählte Handlungsfelder Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk vom 05.11.07 Auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 19. September 2006 wurde der Antrag „Netzwerk „Gesunde Städte“, Beitritt der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ mit dem Wortlaut „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, die Stadt Darmstadt möge dem Netzwerk „Gesunde Städte“ beitreten“ in die geschäftsordnungsgemäße Behandlung gegeben. Damit wurde der gemeinsame politische Wille formuliert, die Weiterentwicklung der kommunalen Gesundheitspolitik im Sinne und unter Berücksichtung der Qualitätsmerkmale des Gesunde Städte- Netzwerks auszurichten (Anlage 1). Auf Initiative des Gesundheitsdezernenten Stadtrat Jochen Partsch und in Abstimmung mit dem Klinikdezernenten, Stadtrat Dr. Dierk Molter wurde – auf der Grundlage der Koalitionsvereinbarung für die Legislaturperiode 2006-2011, verbunden mit der Diskussion um den Antrag, ein FrauenGesundheitsZentrum in Darmstadt einzurichten, eine Projektgruppe mit dem Titel „Gesundes Darmstadt unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte“ gegründet, welche den Beitritt Darmstadts zum Gesunde Städte-Netzwerk vorbereitete. Die Projektgruppe entwickelte das beigefügte „Gesundheitspolitische Leitbild für Darmstadt“ (Anlage 2). Dieses Leitbild besteht aus 12 Leitsätzen, die eine kommunalpolitische Zielsetzung von Gesundheitspolitik vorschlagen. Ziel des Leitbildes ist es, Darmstädter Gesundheitspolitik als Querschnittsaufgabe und wichtiges Element kommunaler Politik zu etablieren. Darüber hinaus wurden von der Projektgruppe ausgewählte erweiterte Handlungsfelder definiert, die relevante Aspekte von Gesundheitspolitik im primärpräventiven Bereich benennen, Beispiele aus der kommunalen Angebotsstruktur in Darmstadt aufzeigen und als Grundlage für die weitere konkrete Arbeit dienen können (Anlage 3). Die Projektgruppe „Gesundes Darmstadt unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte“ empfiehlt den Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk. Gemäß Punkt 2 des 9-Punkte-Programms zum Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk ist verbindlich eine Koordinationsstelle einzurichten. Die Stelle wird im Gesundheitsdezernat angesiedelt und unter Berücksichtigung der Vorgaben des Personalkostenkonsolidierungskonzeptes geschaffen. Das Spektrum der Stelle umfasst folgende Aufgaben: • Geschäftsstelle für die Aktivitäten im Gesunde Städte-Netzwerk • Umsetzung und Fortschreibung des gesundheitspolitischen Leitbildes für Darmstadt • Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu gesundheitsrelevanten Aktivitäten • Unterstützung bei der Gesundheitsberichterstattung (verzahnt mit Sozialberichterstattung) • Kommunale, regionale und bundesweite Netzwerkarbeit • Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Gesundheitsamt und anderen Akteurinnen und Akteure im Gesundheitssektor 3 ... • Fachliche Beurteilung von gesundheitspolitischen Zielrichtungen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und Abgabe von Stellungnahmen für politische Entscheidungsträger/innen in enger Vernetzung mit gesundheitspolitisch Aktiven • Koordination von gesundheitspolitischen Aktionen, Projekten und Maßnahmen in Kooperation mit Akteurinnen und Akteuren • Administrative Tätigkeiten Über das Landesprogramm „Erfahrung hat Zukunft“ wurde die Stelle einer erfahrenen Fachkraft zur Erstellung einer gesundheitspolitischen Bestandsaufnahme beantragt. Sofern sich geeignete Bewerberinnen bzw. Bewerber finden, wird diese Arbeit im Rahmen einer 18-monatigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung für die Stadt kostenfrei an eine Fachkraft übertragen. Dabei ist eine enge Kooperation mit der Projektgruppe „Gesundes Darmstadt“ vorgesehen. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sind zu dokumentieren. Sollte sich keine geeignete Fachkraft finden, wird die Erstellung der Bestandsaufnahme an die Koordinationsstelle übertragen. Im Sinne des WHO-Gesunde Städte-Netzwerkes strebt die Wissenschaftsstadt Darmstadt an, eine Stadt zu werden, in der Gesundheit und Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt von Entscheidungsprozessen stehen. Der Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk und die Umsetzung des gesundheitspolitischen Leitbildes sind wichtige Schritte auf diesem Weg. Darmstadt, den 05.11.2007 Dezernat I Dezernat II Walter Hoffmann Wolfgang Glenz Oberbürgermeister Bürgermeister Dezernat IV Dezernat V Dr. Dierk Molter Jochen Partsch Stadtrat S t a d t r a t
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2007/0574
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 24.09.2007
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00