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V/0538/2024

Zwischenergebnisse des Unterausschusses "Jugendhilfe und Fachkräfte" des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien

Vorlagen 06.09.2024

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 26.09.2024, TOP 7

Anlage A

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Ansehen

Berichtsvorlage

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Ansehen

Anlage A

4738 Zeichen

Anlage A zur V/0538/2024 
Kurzüberblick 
Im Rahmen der Berichtsvorlage werden Ansätze vorgestellt, die im Unterausschuss Fachkräfte 
und Jugendhilfe erörtert wurden. Zum einen geht es um einen Ansatz des geteilten Wohnens, der 
das Problem des knappen und teuren Wohnraums für zuziehende (Nachwuchs-) Fachkräfte ab-
mildern soll und zum anderen um die Einführung von Kita-Sozialarbeit in Coerdes Kitas, um die 
Belastung der Fachkräfte zu reduzieren und dem stadtteilspezifisch besonders ausgeprägten 
Fachkräftemangel so entgegen zu wirken.  
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Der Bundesgesetzgeber hat für den Ausbau von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten in  
Deutschland einen gesetzlichen Rechtsanspruch geschaffen. Dieser Rechtsanspruch auf einen  
Betreuungsplatz gilt seit dem 1. August 2013 für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebens-
jahr. Ab 2026 besteht auch ein Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz. 
 
Die Stadt Münster greift die Pflichtaufgabe zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbe-
treuung in der Produktgruppe 0601 „Förderung von Kindern in Tagesbetreuung“ in zwei Zielen 
auf. Zum einen ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 - 6 
Jahren sicherzustellen und weiterhin sollen Tagesbetreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder 
mit einer Versorgungsquote von bis zu 50 % ausgebaut werden. 
 
Mit dem Erreichen dieser Werte werden die ISM („Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmar-
ketingkonzept Münster“) Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, 
Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit 
höchster Lebens- und Erlebnisqualität mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer 
Balance in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln“ forciert. 
Die Vorlage verfolgt mit der Sicherung der akuten Notbetreuung und der perspektivischen Stabili-
sierung des Systems insbesondere auch die Amtsziele: 
„Prävention“  
Wir gehen frühzeitig auf Kinder, Jugendliche und Familien zu, um ihnen unsere Unterstützung 
anzubieten. Wir wollen Prävention statt Reaktion.  
„Chancengleichheit“ 
Wir setzen uns dafür ein, dass alle Familien gleiche Chancen haben. Wir wollen die Integration 
von benachteiligten Kindern und Jugendlichen fördern. 
„Bildung ermöglichen – Leben lernen“  
Durch Erziehung, Bildung und Betreuung fördern wir Kinder, Jugendliche und Familien. Wir be-
gleiten sie frühzeitig und kontinuierlich in ihren Bildungsbiografien – in der Familie, in der Kinder-
tagesbetreuung, in der Schule sowie in Ausbildung und Beruf. Durch vielseitige Angebote wie 
Eltern-, Familien- und Jugendbildung sichern wir gleiche Bildungschancen von Geburt an.  
 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
x vollständig 
freiwillig 
 
Die Kommune ist dazu verpflichtet, den Rechtsanspruch der Kinder auf Kindertagesbetreuung 
und zukünftig auf OGS-Betreuung zu erfüllen. Dieser Verpflichtung kommt sie durch den kontinu-
ierlichen Ausbau der Kindertagesbetreuung nach. Nun ist das wankende System zu unterstützen, 
damit die vorhandenen Betreuungsplätze möglichst verlässlich und umfassend zur Verfügung 
stehen.

Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen 
städtischen Vorausberechnungen (V/0093/2024) könnte die Bevölkerung bis 2033 333.401 Ein-
wohner steigen. Mit Blick auf die für die Kita relevanten Altersgruppen, wi rd ein Zuwachs im u3-
Bereich prognostiziert. Somit nimmt im u3-Bereich das Wachstum um 7,8 % zu. Die wachsende 
Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster 
stellen muss. 
 
Die demographische Entwicklung d er Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil der Kita -
ausbauplanung. Alle Maßnahmen zum Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder orientieren sich an 
der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine 
familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu tragen insbesondere die bedarfsgerechte 
Schaffung von Plätzen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für ü3-Kinder und der Ausbau von u3-
Plätzen bei.  
 
Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kindertagesbetreuung werden wichtige As-
pekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksich-
tigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der Ausbau 
von Kindertagesbetreuungsangeboten im Einklang mit der Ausrichtung Münsters als führender 
Wirtschaftsstandort.

Berichtsvorlage

35673 Zeichen

V/0538/2024 
V/0538/2024 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Zwischenergebnisse des Unterausschusses "Jugendhilfe und Fachkräfte" des Ausschusses für 
Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   26.09.2024 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
 
1. Einleitung 
 
Der neu gegründete Unterausschuss des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien tagt seit 
September 2023 zum Thema Fachkräftegewinnung für Kitas und OGS einmal im Quartal 1. Zielset-
zung des Gremiums ist es, sowohl wirksame als auch umsetzbare, kommu nale Handlungsstrategien 
zu entwickeln, mit denen Münster dem Fachkräftemangel entschieden entgegentreten kann. Dafür 
bedarf es eines umfassenden Blicks auf die Situation in der Stadt, der die Perspektiven der wesentli-
chen Stakeholder berücksichtigt: Was gibt es schon Gutes, an das angeknüpft werden kann oder das 
erweitert werden kann? Wo könnte etwas reduziert/beendet werden, um Neuem Raum zu geben 
und/oder die Stabilität des laufenden Betriebs zu befördern? Welchen spezifischen Problemlagen 
sehen sich Fac hkräfte, Träger bei der Akquise und Bindung von Personal in Münsters Kitas/OGS 
ausgesetzt? Wie wirkt sich der Mangel auf die Kinder und ihre Familien aus und wie können diese 
Härten möglichst abgefedert werden? Welche Ansätze sind auch kurzfristig umsetzba r und welche 
Ansätze versprechen so hohe Wirksamkeit, dass sie auch bei aktuell schwieriger Haushaltslage fi-
nanzierbar sein müssen?  
 
Nach der konstituierenden Sitzung am 26.09.2023 und der nachfolgenden Sitzung, die der Informati-
onsgewinnung sowie -bewertung und daraus resultierend der Schwerpunktsetzung/Themenrichtung 
des Gremiums gewidmet war, wurde das Schwerpunktthema Wohnen im Rahmen von zwei Sitzun-
gen bearbeitet. Zudem wurde ergänzend über die Situation in Gremmendorf und Coerde gesprochen, 
denn nicht alle Stadtteile Münsters sind vom Fachkräftemangel gleichermaßen betroffen: Besonders 
in Coerde und Gremmendorf besteht ein gravierender Mangel, dort können die meisten Kitaplätze in 
Münster wegen fehlenden Personals nicht belegt werden (vgl. KTBB 2023, S. 10 ff. und 2024, S. 8ff.).  
 
                                                 
1 Sowie mittelfristig/langfristig für andere soziale Berufsfelder, wie stationäre Jugendhilfe oder der Kommunale 
Sozialdienst. 
Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien 
 
13.09.2024  
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Saskia Gellinek/Anja Gerick  
Telefon: 492-5105 
GellinekS@stadt-
muenster.de

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V/0538/2024 
Diese Berichtsvorlage dient dazu, die erarbeiteten Ansätze des neuen Gremiums darzustellen, um sie 
bekannt und ggf. umsetzbar zu machen.  
 
2. Schwerpunktthema Wohnen 
 
Als zentrales Hindernis für das erfolgreiche Anwerben von Fachkräften für Münsters Kitas und Offene 
Ganztagsschulen (OGS) wurden die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt in Münster sowie 
die hohen Mietpreise identifiziert. Der Zuzug von Fachkräften nach Münster ist zwingend notwendig, 
um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Die Abschlussklassen der ansässigen Fachschulen für 
Sozialpädagogik reichen – selbst bei der Annahme, dass alle Absolvent*innen im Beruf UND in Müns-
ter bleiben – nicht, um den Bedarf zu decken. Rückmeldungen von Trägern bestätigen, dass die Lage 
des Wohnungsmarktes für Fachkräfte zu verbessern eine zentrale Stellschraube sein kann, um 
Münster für Fachkräfte attraktiver zu machen2. Aktuelle politische Anträge berücksichtigen dies be-
reits, wie z.B.  Antrag an den Rat Nr. A-R/0031/2023 „Mehr Wohnraum für Fachkräfte – Ein Woh-
nungsgipfel für Münster“ oder Antrag an den Rat Nr. A-R/0037/2023 „Wohnraumoffensive für Angehö-
rige der Erziehungsberufe“.   
 
Aus den Mitgliedern des Unterausschusses gründete sich eine Unterarbeitsgruppe, die die Erarbei-
tung einer tragfähigen Idee zum Thema Wohnen für Münster angesetzt hat. Diese ist angelehnt an 
„Wohnen für Hilfe“3, welches in Münster von Juli 2005 bis Mai 2008 mit Landesförderung hauptamtlich 
geleitet wurde und seit 2009 neu aufgestellt und unter ehrenamtlich er Leitung weitergeführt wurde. 
Der Ansatz ist additiv zur langfristigen Anstrengung in Neubaugebieten gedacht, Wohnungen für 
Fachkräfte zu günstigen Mietkonditionen zu bekommen sowie ein Azubi-Wohnheim zu errichten. Es 
soll dem kurzfristigen Schaffen von bezahlbarem Wohnraum für (Nachwuchs) -Fachkräfte für Müns-
ters Kitas und als Anreiz für den Zuzug nach Münster dienen.  
 
Geteiltes Wohnen  
 
„Wohnen für Hilfe“ ist eine etablierte, ehrenamtlich organisierte Methode der Wohnraumvermittlung in 
Münster. Ziel ist, Seniorinnen und Senioren, die über ausreichend Wohnraum verfügen und Unter-
stützung im Alltag wünschen, mit Studierenden/Auszubildenden, die preiswerten Wohnraum suchen 
und ein soziales Interesse am Zusammenleben mit älteren Menschen haben, in einer Wo hnpartner-
schaft zusammenzubringen. Anstelle von Mietzahlungen sollen ganz oder teilweise Hilfeleistungen 
gewährt werden. Es gilt die Faustregel, dass für einen Quadratmeter Wohnraum eine Stunde Hilfe-
leistung im Monat erbracht wird, d.h. die Miete kann entweder reduziert oder ganz erarbeitet werden, 
so dass das Wohnen kostengünstig oder gar kostenfrei ist. 
 
Das nahe Miteinander in einer Wohnpartnerschaft erfordert vertragliche Regelungen4 und Menschen, 
die zueinander passen. Es werden sowohl mit Vermieterinn en und Vermietern als auch mit Studie-
renden/Azubis vorab ausführliche Gespräche geführt und auch die Wohnung/das Haus zuvor besich-
tigt. Ein Bewerbungsbogen vorab fragt zudem Interessen, Wünsche, Vorlieben und ganz praktische 
                                                 
2 Es ist außerdem davon auszugehen, dass wenn neu zugezogen wir d eine zentrale Wohnlage -  besonders für 
junge Menschen – attraktiver ist. Auch die Nähe zum Arbeitsplatz ist wesentlich ist, da als Fachkraft in einer 
Kita Homeoffice nicht möglich ist.  
 
4 Zwischen den Wohnpartnern wird ein Wohnraumüberlassungsvertrag ge schlossen, in dem die Wohnraumbe-
reitstellung, Mitnutzungsrechte und die jeweiligen Unterstützungsleistungen vereinbart werden. Vor allem Art 
und Umfang der Unterstützung sowie die Höhe der Nebenkosten finden hier Berücksichtigung. Wohnungsan-
bieter*innen und Mitbewohner*innen bekommen hierzu persönliche Beratung und Begleitung.

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Informationen ab, wie zum Beispiel: Gibt es Haustiere? Werden Bad und Küche gemeinsam benutzt? 
Darf ein*e Freund*in auch über Nacht bleiben? Auch die gewünschten Hilfeleistungen werden be-
nannt und definiert. Hilfeleistungen, die erbracht werden, können u.a. sein: Hilfe bei Behördengängen, 
Autofahrten, Einkaufen, Gärtnern, Kochen oder Gesellschaft leisten. Pflegeleistungen sind ausge-
schlossen. Auch nach Vertragsabschluss bleiben die zuständigen ehrenamtlichen Projektleitungen 
Ansprechpartner für beide Parteien. Kosten entstehen dabei keine.  
 
„Wohnpaar auf Zeit“ ist ein ähnliches, hauptamtlich durch das Wohnungsamt Düsseldorf geleitetes 
Projekt. Vermieter*innen verzichten auf Kaltmiete, um im Gegenzug max. 12 Stunden Hilfe im Monat 
zu erhalten. Bei diesem Projekt ist es alternativ möglich,  dass Vermieter*innen, die keine Unterstüt-
zungsleistungen wünschen/brauchen, ihre Mieter*innen für bürgerschaftliches Engagement in der 
Stadt freistellen. Das Projekt ist offen für andere Vermieter*innen außer älteren Menschen (auch Fa-
milien, Alleinerziehende und andere Interessierte können Wohnraum anbieten)5.  
 
Warum ist dieser Ansatz geeignet, der Situation zu begegnen? Die Fachhochschule Münster, Fach-
bereich Sozialwesen hat von 2005 bis 2007 eine Begleitforschung des geförderten Landesprojektes 
für das Amt für Wohnungswesen (damalige Projektleitung) durchgeführt. Die Evaluation ergab, dass 
der Ansatz gewinnbringend für alle Beteiligten ist. Es wurde eine Fortführung und somit eine Über-
nahme des Landesprojektes in den städtischen Haushalt empfohlen. Zudem wurde eine Ausweitung 
auf andere Zielgruppen angeraten. 
 
2023 sind durch die aktuelle, ehrenamtliche Projektkoordination 14 Wohnpartnerschaften vermittelt 
worden.6 Dies sei als guter Wert einzuordnen. Die bestehende ehrenamtliche Leitung sah auf Grund 
fehlender finanzieller und personeller Ressourcen7 keine Möglichkeit, diesen Ansatz auszuweiten, um 
Fachkräfte für Kitas gezielt in den Blick zu nehmen und mit Wohnraum zu versorgen (Nachfrage zu-
ständige Stelle 12.2023). 
 
Vorschlag  
 
Um eine solche Idee weite rzuverfolgen, würden zumindest bis zur Etablierung mehr Ressourcen in 
der Koordination benötigt. Hierdurch könnte eine Ausweitung der Wohnpartnerschaftsvermittlung und 
somit wirksame Unterstützung für zuziehende Fachkräfte erreicht werden.  
Vorteile dieser Idee sind die kurzfristige Umsetzbarkeit/Erweiterbarkeit des Ansatzes sowie die relativ 
geringen Kosten, die sich auf die Einrichtung von 0,5 bis maximal 1 VZÄ und Werbekosten reduzie-
ren. Bei einer Eingruppierung der Stelle in S12 (Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) würden im Jahr 
bei einer Vollzeitstelle ca. 75.940 € Personalkosten inkl. Zuschläge entstehen8.  
Der Ansatz verfolgt und befördert gleichzeitig die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts 
und der intergenerativen Kommunikation. Die Fokussierung auf Fachkräfte in Kitas/OGS könnte zu-
dem ein weiterer Anreiz für potentielle Vermieter*innen darstellen, da sie für sich selbst Unterstützung 
versprechen und parallel einen gesellschaftlich wesentlichen Beitrag mit der Unterbringung einer 
                                                 
5 Vgl. https://www.duesseldorf.de/wohnen/wohnpaar -auf-zeit/ 
6 Insgesamt konnten bei hauptamtlicher Leitung (1 VZÄ) des Projektes 38 Wohnpartnerschaften von Dezember 
2005 bis Januar 20 08 gebildet werden (Anlaufzeit des Projektes muss bei dieser Zahl berücksichtigt werden). 
Die angestrebten primären Zielsetzungen des Projektes, die die Vermittlung von preisgünstigem Wohnraum an 
Studierende einerseits und die Unterstützungsleistungen im A lltag für Seniorinnen und Senioren andererseits 
einbeziehen, sind durchgehend erreicht worden. Dies belegt insbesondere auch der Abschlussbericht der 
Fachhochschule Münster. (vgl. V/0087/2008)  
7 Es wird von der Stadt jährlich ein Budget von 3.500€ zur Verf ügung gestellt, um das Projekt zu ermöglichen. 
Durchgeführt werden die Tätigkeiten von einem Team von Ehrenamtlichen.  
8 Quelle: „Personalkosten 2023 - gesamtstädtischer Durchschnitt“

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Fachkraft leisten. Vorteil ist, dass der Ansatz bereits erprobt ist und sowohl in Münster als auch in 
anderen Kommunen funktioniert. Es besteht in Münster eine umfangreiche Expertise zu der Umset-
zung sowohl ehren- als auch hauptamtlich, auf die bei der weiteren Ausgestaltung des Konzepts zu-
rückgegriffen werden könnte.  
 
Einschränkend muss angemerkt werden, dass es sich hierbei um keine dauerhafte Wohnlösung für 
Nachwuchskräfte handelt, sondern nur für bestimmte Lebensabschnitte denkbar und abhängig vom 
gesundheitlichen Zustand des*der Mitbewohner*in ist. Eine gewisse Zurü ckhaltung könnte auch bei 
den Fachkräften bestehen, die anders als Studierende, nach einem vollen Arbeitstag in dieser Wohn-
form weitere Verpflichtungen zu erfüllen haben.  
 
Eine formlose Befragung in einigen Klassen der Fachschulen für Sozialpädagogik durc h die jeweili-
gen schulischen Abteilungsleitungen in Münster ergab, dass der Ansatz als gute Idee wahrgenom-
men wird. Mietfrei wohnen zu können, wurde als Gewinn bewertet, sowie die Möglichkeit neue Erfah-
rungen zu sammeln. Zudem könne eine solche Wohnform bei einem Karrierewunsch im sozialen Be-
reich durchaus gewinnbringend im Lebenslauf angegeben werden. Die zusätzlichen, verbindlichen 
Verpflichtungen, die diese Wohnform mit sich bringen würde, wurden neben Schularbeit und Neben-
job allerdings als Herausforderung gesehen. Diese würden sich negativ auf Flexibilität und Spontanei-
tät auswirken. Potentiell bestand auch die Sorge, dass die Wohnform auf Grund anderer Interessen 
der jeweiligen Mitbewohner*innen anspruchsvoll sein könnte.  
 
Es zeigte sich, dass für Erz ieher*in-Azubis (konsekutive Form) zum Zeitpunkt der Befragung kein 
hoher Bedarf vorlag. Diese wohnen noch zum Großteil zu Hause. Sie haben entsprechend größten-
teils eine Fachschule in ihrem Wohnort gewählt.  
 
Anders fiel der Bedarf von Schüler*innen aus, die an einer Weiterbildung im Bereich Heilpädagogik 
teilnahmen. Diese sind zum großen Teil lebenserfahrener und zugezogen. In dieser Gruppe wurde 
von einigen Personen Interesse an einer solchen Wohnform geäußert. Ähnliches Interesse wurde 
auch bei den Heilerziehungspfleger*innen-Azubis gezeigt, die ebenso häufig etwas lebenserfahrener 
sind.  
 
Sollte das Projekt „Wohnen für Hilfe“ für (Nachwuchs -) Fachkräfte für Kitas und OGS weiterverfolgt 
werden, sind folgende Empfehlungen der Fachhochschule Münster wesentlich:  
 
 Sorgfältige Auswahl der passenden Besetzung der Koordination für Wohnen für Hilfe 
Die sorgfältige Auswahl der Wohnpartner*innen und eine intensive Begleitung der bestehen-
den Partnerschaften ist die Grundlage für erfolgreiche Gemeinschaften. Die sor gfältige Erfas-
sung der Lebenssituation und der Wünsche der Bewerber*innen, die gezielte Auswahl von 
Wohnpartnerschaften, die Einzelfallberatung, die Hausbesuche zur Klärung der Wohnverhält-
nisse und die Moderation und Begleitung in Problemfällen sind die wichtigsten Garanten für ei-
nen Erfolg des Projekts. Es ist keinesfalls leicht, die passenden Wohnpartnerschaften zusam-
men zu bringen. Solch ein Projekt funktioniert nur, wenn es professionell geleitet wird. (Ab-
schlussbericht 2008, S. 44) 
 
 Umgang mit Zurückhaltung von Senior*innen bei Bewerbung 
Trotz umfangreicher Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit sind die älteren Menschen bei ih-
ren Bewerbungen zurückhaltender. Ähnliche Erfahrungen machen auch die Projektträger in 
anderen Städten, wie z.B. in Köln und Frankfurt. Ein Schwerpunkt bei der künftigen Öffentlich-
keitsarbeit muss deshalb die überzeugende Darstellung des Projektes für Seniorinnen und Se-

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nioren sein. Vor allem aber wird es künftig darauf ankommen, die bestehenden und sich neu 
entwickelnden Wohnpartnerschaften in der Weise zu begleiten, dass sie zum einen gut funkti-
onierende Wohnpartnerschaften bleiben und zum anderen beispielhaft und werbend in die Ge-
sellschaft wirken. 
 
Für eine Konzeptschärfung würden im nächsten Schritt Gespräche zwischen dem Amt fü r Kinder, 
Jugendliche und Familien und dem Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung geführt wer-
den.  
 
Als weitere Idee, die im Unterausschuss besprochen wurde, allerdings noch zu konkretisieren wäre, 
wurde ein Ansatz favorisiert, um Nachwuchskräfte in Kitas/OGS günstigen Wohnraum anbieten zu 
können. Dieser beruht auf der Hypothese, dass Privatvermieter*innen bei dem richtigen (nicht -
monetären) Anreiz dazu bereit wären, einen gesellschaftlichen Beitrag gegen den Fachkräftemangel 
in Kitas zu leisten, i ndem sie Wohnraum günstiger für (neue) Kita/OGS -Fachkräfte zur Verfügung 
stellen. Sie würden dafür eine überschaubare Einbuße bei Mieteinnahmen hinnehmen. Eine vergüns-
tigte Miete könnte entweder fest als Prozentsatz von dem gültigen Mietspiegel der Umgebun g oder 
entsprechend der Vorgaben bei der WBS B -Förderung bedeuten9. Welcher Anreiz dies sein könnte, 
müsste in einer Ansprache der Zielgruppe der Privatvermieter*innen erörtert werden. Denn nur bei 
passgenauem Anreiz, könnte dieser Ansatz wirksam sein. Es ist dementsprechend zentral bei der 
Zielgruppe selbst anzufragen, welcher nicht -monetäre Anreiz, wenn überhaupt, sie dazu bewegen 
könnte, Kitafachkräfte zu begünstigen.  
 
3. Coerde und Gremmendorf: Vom Fachkräftemangel stark betroffen 
 
Coerde und Gremmendorf sind als Stadtteile in Münster am stärksten vom Fachkräftemangel in Kitas 
betroffen. Bereits im Kindertagesbetreuungsbericht 2023 und erneut in 2024 wird dargestellt, welche 
Auswirkungen dieser auf die Versorgung mit Kitaplätzen in den beiden Stadtteilen h at. Im Kitajahr 
2024/2025 können münsterweit insg. 466 Kitaplätze wegen Fachkräftemangel nicht besetzt werden 
(davon 174 u3 Plätze und 292 ü3 Plätze). Allein in Coerde können 39 u3 Plätze und 115 ü3 Plätze 
nicht belegt werden. In Gremmendorf können 21 u3 u nd 51 ü3 Plätze nicht belegt werden. Deshalb 
wurde im Unterausschuss ergänzend von der mangelgeprägten Situation in Gremmendorf und be-
sonders in Coerde berichtet.  
 
Auf Initiative des Gremiums wurden kurzfristig jeweils 40.000 € für die Einrichtung eines Bildungsan-
gebotes für Vorschulkinder ohne Kitaplatz in den beiden Stadtteilen für 2024 in den Haushalt einge-
stellt10. Dabei geht es um eine zeitliche begrenzte Abfederung von Not (vgl. V//0207/2023), nicht um 
die Einrichtung eines dauerhaften Zweitangebots.  
                                                 
9 Für den Bezug einer Sozialwohnung benötigt man einen Wohnberechtigungs schein (WBS). Ein WBS wird 
erteilt, wenn die vom Land NRW vorgegebenen Einkommensgrenzen eingehalten werden. Im WBS wird eine 
für die Anzahl der Haushaltsmitglieder angemessene Wohnungsgröße festgelegt.  Ein Großteil der Wohnungen 
mit WBS wird durch das Amt  für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung vermittelt (Einkommensgruppe A 
für einen WBS A).  Bei einer geringen Anzahl von Wohnungen darf die maßgebliche Einkommensgrenze um bis 
zu 40 % überschritten werden, um einen Wohnberechtigungsschein B (WBS B) zu er halten. Die Miete für diese 
Wohnungen ist dafür allerdings auch erheblich höher als bei den üblichen Sozialwohnungen. Solche Wohnun-
gen werden durch das Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung nicht vermittelt. Sie werden direkt 
von privaten Vermietern oder Wohnungsgesellschaften über Zeitungsinserate oder das Internet angeboten. 
Eine alleinstehende*r Arbeitsnehmer*in darf laut Beispiel bis zu 45.800 € Jahres -Brutto-Einkommen haben. Die 
Miete mit WBS B in 2024 liegt bei 9,00 €/qm (im Vergleich: WBS A in 2024: bei 7,85 €/qm) (vgl. 
https://www.stadt -muenster.de/wohnungsamt/wohnberechtigungsschein -wbs). 
10 Im Rahmen eines HH -Antrages der Fraktionen Bündnis 90/ Die Grünen/ GAL, SPD, Internationale Fraktion 
Die Partei/ ÖDP "Notfalltopf für Kita -Platz Mangel, insbes. Coerde und Gremmendorf“

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In Coerde wird das Angebot durch den Verein FranKo e. V. in den Räumen der Franziskusgemeinde 
durchgeführt. In Gremmendorf wird das Angebot durch den CVJM in der Kinder- und Jugendeinrich-
tung „New York“ umgesetzt. In beiden Gruppen waren zur Einschulung 2024 jeweils sieben Kinder 
regelmäßige Teilnehmer*innen 
 
Vorschlag 
 
Beide Gruppen haben die Zuschüsse bis Dezember 2024 bereits erhalten.  
Um das Angebot in beiden Stadtteilen durchgängig bis zum Ende des Kindergartenjahres 2024/2025 
durchzuführen und den jetzt neu aufzunehmenden Kindern eine wirklich Perspektive zu bieten, ist 
eine Finanzierung der Maßnahme von Januar bis Juli 2025 erforderlich. Für die Vorschulangebote 
werden jeweils und einmalig ca. 28.000 € (insg. 56.000 €) benötigt.  
Nach aktuellem Sta nd ist davon auszugehen, dass durch den Neubau von drei Einrichtungen in 
Gremmendorf sowie einer Einrichtung in Coerde potentiell alle Vorschulkinder ab August 2025 in Kin-
dertageseinrichtungen betreut werden können und ein Angebot für Vorschulkinder voraus sichtlich 
nicht mehr benötigt wird.  
 
Aufgrund der besonderen Situation hat sich in Coerde unabhängig vom Unterausschuss der „Runde 
Tisch Coerde“ gebildet. Dieses Gremium tagte zweimal (Dezember 2023 und März 2024). Um keine 
Parallelstrukturen aufzubauen, wurden Inhalte und Ergebnisse der Sitzungen im Unterausschuss vor-
gestellt.  
 
4. Runder Tisch Coerde 
 
Teilnehmende waren von allen ansässigen Kitas sowohl die Leitungen als auch Trägervertretungen, 
Vertreter*innen der Verwaltung, Bezirksbürgermeister Nord und der Koordinator Frühe Hilfen für Co-
erde. Im Kreise dieser Expertinnen und Experten wurden wesentliche Themen im Zusammenhang mit 
dem Fachkräftemangel in Coerdes Kitas besprochen und passende Antworten diskutiert. Zielsetzung 
des „Runden Tisches Coerde“ war eine Einigung auf eine oder mehrere favorisierte Maßnahmen, um 
Fachkräfte für Coerdes Kitas zu bekommen und bestehendes Kita-Personal zu binden. 
 
Coerde unterscheidet sich von anderen Stadtteilen nicht nur durch die hohe Anzahl an Kitaplätzen, 
die durch d en Fachkräftemangel nicht besetzt werden können, sondern durch die schwerwiegende 
Konsequenz, die ein fehlender Kitaplatz für viele Kinder in Coerde hat. In Coerde wohnen viele Emp-
fänger*innen von Sozialleistungen. Der Stadtteil weist sehr viel mehr SGB -II-Empfänger*innen im 
Alter von 15 bis 64 Jahren an der Gesamtbevölkerung auf, als im Münsteraner Durchschnitt. Dement-
sprechend ist auch der Anteil von Kindern (0 bis 14 Jahre), die SGB II - berechtigt sind, überdurch-
schnittlich hoch. Die Themen Armut und ein e unbefriedigende soziale Lebenslage sind in Coerde 
überdurchschnittlich präsent. Im Stadtteil Coerde wohnen sehr viele Familien und der Anteil der Al-
leinerziehenden ist deutlich erhöht. Das Bildungsniveau im Stadtteil ist relativ gering. Hinsichtlich des 
Gesundheitszustandes sind der Anteil an Kindern mit Übergewicht und der Anteil an Kindern mit 
schlechtem Zahnzustand in Coerde im Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt deutlich höher. 
(Quelle INSEK Coerde)

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Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchu ngen in Coerde in 2022 untermauern den erhöhten, 
außerfamiliären Unterstützungsbedarf vieler Kinder in Coerde. 11 In Coerde wiesen 6,3 % Kinder 
Übergewicht und 12,6 % Adipositas auf (Münster gesamt 5,0 % / 4,6 %). 26,9 % der Kitakinder aus 
Coerde wiesen ein behandlungsbedürftiges Gebiss auf (Münster gesamt 10,5 %). Deutschförderbe-
darf zeigten 58,2 % der Kinder aus Coerde (Münster gesamt 21,8 %). Radfahren ohne Stützräder 
können laut Elternangabe 63,1 % der Kinder in Coerde (Münster gesamt 85,8 %). Die Schwimm fä-
higkeit der Kinder in Coerde fiel laut Elternangabe geringer aus als der münstersche Durchschnitt. 
Nur 5,6 % der Kinder wurden als sichere Schwimmer*innen eingestuft (Münster gesamt 22 %) und 
78,8 % als nicht sichere Schwimmer (Münster gesamt 44,5 %). Au ch der Inklusionsbedarf ist hoch: 
Von den stadtweit 518 Kindern, die im März 2024 einen laufenden Betreuungsvertrag in einer Kita in 
Münster sowie einen vom LWL genehmigten Integrationsantrag hatten, besuchen 71 eine Kita in Co-
erde. In Relation gesetzt zu den 485 Kitaplätzen, die zum Erfassungszeitpunkt in Coerde zur Verfü-
gung standen (wegen Einschränkung nur 485 anstatt 616) haben 15 % aller Kinder mit laufendem 
Betreuungsvertrag in einer Kita in Coerde einen bescheinigten, inklusiven Förderbedarf. Das ist mehr 
als doppelt so viel wie der stadtweite Durchschnitt. 
 
Dies verdeutlicht, dass die Arbeit von Fachkräften besonders anspruchsvoll ist und Fachkräfte – auch 
bei voller Besetzung - zahlreichen Herausforderungen gegenübergestellt sind, z.B. komplexe Prob-
lemlagen in Familien, Elternarbeit mit sprachliche Barrieren , erhöhte Anzahl an Kinderschutzfällen, 
erhöhte Anzahl an Kindern mit inklusivem Förderbedarf. Das heißt aber auch, dass zum Abbau von 
Benachteiligung und der Herstellung von Chancengerechtigkeit die Bildung, Betreuung und Erziehung 
in der Kita für Kinder in Coerde eine zentrale Funktion hat.  
 
Kita-Sozialarbeit 
 
Die Teilnehmenden des „Runden Tisch Coerde“ haben sich in der zweiten Sitzung auf eine favorisier-
te Maßnahme geeinigt, die die spezielle Situation in Coerde am wirkungsvollsten zu verbessern ver-
spricht: Ein (additiv-ergänzender) Einsatz von Sozialarbeiter*innen in Coerdes Kitas, um die Kompe-
tenzen des Personals zu erweitern, dabei die Qualität der Arbeit zu verbessern sowie gleichzeitig die 
Mitarbeitenden im Gruppendienst zu entlasten und so Kapazitäten für die Arbeit mit den Kindern zu 
schaffen. Kita-Sozialarbeit ist ein zusätzliches sozialpädagogisches Angebot, welches Eltern und Kin-
der sowie Fachkräfte unterstützt und begleitet. Zudem soll das pädagogische Personal z. B. in allge-
meinen Fragen zur Orientierung im Sozialraum und in herausfordernden Situationen beraten werden. 
Konkrete Aufgaben können sein: Beratung von Eltern und Begleitung zu weiterführenden Hilfsange-
boten, die Vorbereitung und Begleitung bzw. Durchführung von (schwierigen) Elterngesprächen, Kon-
zeptionierung und Umsetzung von bedarfsgerechten Förderangeboten für Kinder, das Entwickeln von 
konzeptionellen Antworten auf besondere Bedarfe von Eltern, Kindern und Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern. Eine wissenschaftliche Begleitung der Te stphase und eine Evaluation durch eine Hoch-
schule ist angedacht.  
 
                                                 
11 Es ist zu beachten, dass bedingt durch die Corona -Pandemie keine Vollerhebung des Einschulungsjahrgangs 
2022 vorliegt. Gemäß dem Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein -
Westfalen vom 3.6.2020 erfolgte eine Priorisierung der Schuleingangsuntersuchungen mittels verschiedener 
Auswahlverfahren. Bei der Ermittlung von Kindern mit einem erhöhten Bedarf an einer Einschulungsuntersu-
chung wurden zunächst die Kinder der Kitas und Grundschulen  mit einem erfahrungsgemäß erhöhten Belas-
tungsprofil priorisiert. Ergänzend wurden die Leitungen der Grundschulen gebeten, dem Gesundheitsamt dieje-
nigen Kinder zu melden, bei denen sich im Zuge der Schulanmeldung sowie in den ersten Wochen des Schul-
jahres die Notwendigkeit einer schulärztlichen Untersuchung herauskristallisierte.  
Trotz der Einschränkungen durch die Corona -Pandemie konnten 93 % der Kinder des Einschulungsjahrgangs 
2022 untersucht werden.

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Argumente für die Einführung von Kita-Sozialarbeit sind die guten Erfahrungen mit der Schulsozialar-
beit sowie die Erkenntnis, dass soziale und familiäre Problemlagen nicht erst im Schulalter entstehen. 
Die Gemeinsamkeiten von Kita-Sozialarbeit und Schulsozialarbeit bestehen darin, dass sie auf den 
Ausgleich von sozialer Benachteiligung, die Gestaltung von Übergängen sowie Vernetzung abzielen). 
Zu unterscheiden sind aber die Zielgruppe sowie die Strukturen, mit und in denen die Sozialarbei-
ter*innen agieren. Während sich Kita-Sozialarbeit vor allem an die Erziehungsberechtigten sowie die 
Erzieher*innen richtet, fokussiert Schulsozialarbeit neben den Erziehungsberechtigten und den Leh-
rerkräften auch die Arbeit mit Kindern. Zudem ist festzuhalten, dass der Besuch der Kita im Gegen-
satz zur Schule ein freiwilliges Angebot ist. Auch sind die Kontaktmöglichkeiten zu den Erziehungsbe-
rechtigten voneinander zu unterscheiden. Während sich in der Kita durch tägliche Hol- und Bringsi-
tuationen niederschwellige Kontaktmöglichkeiten zu den Erziehungsberechtigten ergeben, sind diese 
in der Schule nicht unbedingt gegeben, beziehungsweise müssen anders gestaltet werden.  
 
Eindeutig abzugrenzen ist die Kita-Sozialarbeit von der pädagogischen Arbeit bzw. dem Auftrag von 
Erzieher*innen. Ebenso zu unterscheiden ist die Fachberatung für Kitas. Die Kita -Fachberatung un-
terstützt Kitas in organisatorischen, pädagogischen und konzeptionellen Fragen. Sie dient als externe 
Beratung für Leitungskräfte und Teams, um die Qualität der pädagogisc hen Arbeit zu sichern und 
weiterzuentwickeln. Kita-Sozialarbeit fokussiert sich auf die soziale Unterstützung von Familien. Sie 
zielt darauf ab, soziale Benachteiligung, Konflikte oder schwierige Lebenslagen zu bewältigen und die 
soziale Integration zu fördern.  
 
Vorschlag 
 
Der Vorschlag wäre, jede Kita mit einer halben Stelle Kita -Sozialarbeit aus kommunalen Mitteln aus-
zustatten und ab der 5. Gruppe jede Kita mit einer vollen Stelle Kita -Sozialarbeit zu versehen. Die 
Kita-Sozialarbeiter*innen würden dabei nicht von den verschiedenen Trägern eingestellt werden, 
sondern – gemäß den Vorstellungen vom Runden Tisch Coerde – einem zentralen Team beim öffent-
lichen Träger zugeordnet sein. Kita-Sozialarbeiter*innen stellen bei diesem additiv-ergänzenden Ein-
satz eine zusätzliche fachliche Ressource für  Kitas dar, sind aber nicht Teil der Institution. Dies ga-
rantiert, dass die Ressource zweckgebunden sowie zielgerichtet und nicht zur Abfederung vom Fach-
kräftemangel im Gruppendienst o.Ä. eingesetzt wird. Zudem sind s o die fachliche Anleitung gemäß 
einheitlicher Qualitätsstandards, der fachliche, bedarfsgerechte Austausch sowie ein einrichtungs-
übergreifendes Vertretungssystem gewährleistet. Dies spricht auch für eine einheitliche Qualifikation 
der Kita -Sozialarbeiter*innen und gegen ein mu ltiprofessionelles Einsatzteam. Multiprofessionelle 
Teams bieten zwar viele Vorteile, wie z. B. die Integration unterschiedlicher Fachkenntnisse und Per-
spektiven. Es gibt jedoch auch mögliche Nachteile, die bei der Arbeit in solchen Teams  auftreten 
können, wie z.  B. Verzögerungen bei Entscheidungen, Rollenunklarheit, Kommunikationsprobleme 
und unterschiedliche Zielsetzungen. Die sinnvolle und faire Aufteilung einer multiprofessionellen Res-
source auf neun Kitas wäre zudem erschwert bzw. nicht möglich. 
 
In Coerde hätten ab 2025 acht von neun Kitas Bedarf: 
 Städt. Kita und Familienzentrum am Edelbach (8 Gruppen) 
 DRK-Kita Meerwiese (8 Gruppen) 
 Katholische Familienzentrum St. Norbert (4 Gruppen) 
 Familienzentrum Evangelischer Andreaskindergarten (4 Gruppen) 
 AWO Kita Marderweg (3 Gruppen) 
 AWO Kita Nerzweg (3 Gruppen) 
 AWO Kita Kiesekampweg (2 Gruppen)

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 Noch ohne Träger: Kita Kiesekampweg (5 Gruppen) (Trägerausschreibung läuft aktuell, Eröff-
nung 2025) 
Die neunte Kita in Coerde ist die ASB Kita Holtmannshof (drei Gruppen), die am Rand von Coerde 
liegt, bis vor wenigen Jahren eine Elterninitiative war und kein direktes Einzugsgebiet aus Coerde hat 
und somit eine geringere Sozialproblematik in den Familien. 
 
Vor diesem Hintergrund wären insgesamt für das Vorhaben. 5,5 Vollzeitäquivalente (drei ganze Stel-
len und weitere fünf halbe Stellen) eingruppiert in S12 (Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) zu emp-
fehlen. Unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Personalressourcen im Rahmen des „Schul-
kindprojektes Rückenwind“ 12, ist davon auszugehen, dass zunächst nur drei Vollzeitäquivalente neu 
eingerichtet werden müssten. Das Modellvorhaben würde auf das Schulkindprojekt Rückenwind set-
zen und dieses weiter ausbauen. Die Mitarbeiter*innen des Schulkindprojektes arbeiten in Coerde 
seit 2019 erfolgreich mit Vorschulkindern und ihren Familien in Kitas zusammen. Sie würden im Zuge 
der ausstehenden Konzeptentwicklung ihre Zielgruppe auf Kita-Kinder allen Alters sowie ihren Fami-
lien und den Fachkräften erweitern. Die Sozialarbeiter*innen verfügen im hohen Maße über Expertise 
in der Arbeit mit Kita-Kindern und ihren Familien im Stadtteil, d.h. sie verfügen über vertiefte, theoreti-
sche Kenntnisse sowie ein hohes Ausmaß an praktischen Erfahrungswerten. S ie haben bereits ver-
trauensvolle Beziehungen zu Familien und Fachkräften aufgebaut und haben im Stadtteil ein 
Standing, das besonderen Wert bei der Akzeptanz und dem Gelingen des vorgeschlagenen Modell-
vorhabens hätte. Eine Vollzeitstelle in der Eingruppier ung kostet jährlich im Durchschnitt 75.940  € 
inkl. Zuschläge. Der Vorschlag würde sich finanziell dementsprechend mit mindestens 227.820 € p.a. 
auswirken. Falls dieser Vorschlag aufgegriffen wird, würde eine konzeptionelle Ausarbeitungsphase 
folgen, in der die genaue, neu benötigte Personalressource in direkter Relation zu den frühkindlichen 
Bildungsbedarfen im Stadtteil eruiert würde 
 
5. Fazit 
 
Der Fachkräftemangel in Sozial- und Erziehungsberufen besteht bundesweit. Viele betroffene Kom-
munen machen sich akti v auf den Weg, etwas dagegen zu unternehmen. Das bedeutet: Nicht nur 
besteht in Münster ein akuter Fachkräftemangel in Kita und OGS, sondern Münster steht bei der An-
werbung neuer Fachkräfte zudem in Konkurrenz mit zahlreichen anderen Kommunen. Münster muss 
sich deshalb als Standort gegenüber der Zielgruppe von Fachkräften besonders hervortun, sodass 
die Stadt nicht nur attraktiv wirken muss, sondern noch attraktiver als die vielen anderen Städte, die 
bei der Suche nach Nachwuchskräften für ihre Kitas und OGS genauso engagiert sind.  
 
Neben der Betonung der positiven Aspekte von Münster (z.B. die große Trägervielfalt, die etablierte 
professionelle Vernetzung, der kulturelle Reichtum, die vielen Naherholungsgebiete oder die lebhafte 
Freizeitszene) müssen parallel Facetten des Lebens und Arbeitens in Münster identifiziert werden, die 
nicht positiv bzw. anziehend wirken, sondern eher abschreckend. Dazu gehören die Schwierigkeit, 
günstigen Wohnraum zu finden sowie die besonderen, beruflichen Herausforderungen und Belastun-
gen in einem Stadtteil wie Coerde, die durch erhöhte familiäre Bedarfe entstehen.  
 
                                                 
12 Das Schulkindprojekt Rückenwind ist dem Amt für Ki nder, Jugendliche und Familien, Fachstelle Jugendsozi-
alarbeit/Jugendhilfe an Schulen zugeordnet. Die Mitarbeiter*innen sind mit fester personengebundener Zustän-
digkeit in sieben Coerder Kitas in der Vorschulkindförderung aktiv. Das Schulkindprojekt richtet  sich an Vor-
schulkinder, die eine Kita in Coerde besuchen, Kinder mit einem Förderbedarf in ihren Vorschulkompetenzen 
und ihrer sozialen Entwicklung und Eltern von Vorschulkindern in Coerde mit einem Unterstützungswunsch und 
hat die Zielsetzung einen gelin genden Übergang von Kita in Schule zu befördern.

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Beide ausgeführten Ansätze bergen eine Möglichkeit, darauf zu reagieren. „Wohnen für Hilfe“ ermög-
licht (Nachwuchs-) Fachkräften den beruflichen Einstieg in Münster, indem es bezahlbaren Wohn-
raum und adäquate Arbeitswege in Aussicht stellt. Gleichzeitig wird ein wichtiger, gesellschaftlicher 
Beitrag geleistet, um (vor allem) älteren Menschen den längeren Erhalt des selbstständigen Wohnens 
und eine Steigerung der Lebensqualität zu ermöglichen. Der Ansatz ist erprobt und ließe sich relativ 
kurzfristig umsetzen. 
 
Kita-Sozialarbeit verspricht, Fachkräfte in Coerde zu entlasten und wirkt somit aktiv gegen Fachkräf-
temangel. Gleichzeitig befördert Kita-Sozialarbeit die Qualität der pädagogischen Arbeit in den Ein-
richtungen, wovon auch die Familien im Stadtteil profitieren würden. Besonders hervorzuheben ist, 
dass die Expertinnen und Experten des Stadtteils im Rahmen des Runden Tisch Coerde selbst die-
sen Ansatz als sinnvoll und vielversprechend erachtet haben. Daher darf davon ausgegangen wer-
den, dass Kita-Sozialarbeit große Akzeptanz in den jeweiligen Kita-Teams erfahren würde. 
 
Zusätzlich dürfen Maßnahmen zur Abfederung von Not nicht ins Hintertreffen geraten. Kinder können 
nicht warten, bis das Fachkräfteproblem gelöst ist. Sie benötigen hier und jetzt ein frühkindliches Bil-
dungsangebot als Nährboden für eine gelingende (Bildungs-)Biografie. Die neu eingerichteten Bil-
dungsangebote für unversorgte Kinder im Vorschuljahr in Coerde und Gremmendorf sind zwar kein 
vollwertiger Ersatz für einen Kitaplatz, aber wesentlich, um den betroffenen Kindern eine reelle Chan-
ce auf einen gelingenden Schulstart zu geben.  
 
Aus Sicht der Verwaltung, des „Unterausschuss Fachkräfte und Jugendhilfe“  sowie des „Runden 
Tisch Coerde“ sind die dargestellten Ideen konkrete Maßnahmen im Rahmen von kommunalen Stra-
tegien gegen den Fachkräftemangel. Dazu bedarf es jedoch finanzieller Mittel, die derzeit nicht zur 
Verfügung stehen und zusätzlich für die kommenden Jahre bereitgestellt werden müssen.  
 
 
 
 
 
i.V. 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtdirektor 
 
Anlagen: 
 Anlage A

Beratungsverlauf (1)

26.09.2024 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Kiesekampweg
  • Edelbach
  • Marderweg
  • Nerzweg

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0538/2024
Typ
Vorlagen
Datum
06.09.2024
Erstellt
29.08.2024 11:34