1333/2026
Zeughaus und Alte Wache für Interimistische Nutzung der Freien Szene öffnen
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/4518 Vorlagen-Nummer 25.06.2026 1333/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 25.06.2026 Zeughaus und Alte Wache für Interimistische Nutzung der Freien Szene öffnen Im Zusammenhang mit dem Beschluss AN/2097/2022 sowie dem vorliegenden Antrag zur in- terimistischen Nutzung des Gebäudeensembles Zeughaus/Alte Wache verfolgt die Verwal- tung weiterhin das Ziel, das historisch bedeutende Areal im Rahmen der bestehenden Mög- lichkeiten kulturell zu aktivieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Kölnische Stadtmuseum hat hierzu in einer Pilotphase erste Veranstaltungen und Aus- stellungsformate im Zeughaus umgesetzt und damit gezeigt, dass unter bestimmten Voraus- setzungen eine temporäre kulturelle Nutzung einzelner Gebäudeteile möglich ist. Dabei ist je- doch ein enges Korsett anzulegen: Jede Nutzung im Sinne der öffentlichen Zugänglichkeit kann ausschließlich unter engen baulichen, sicherheitsrelevanten und organisatorischen Rah- menbedingungen erfolgen. Der bauliche Zustand des Gebäudeensembles lässt derzeit keine umfassende Gesamtnut- zung und auch keine dauerhafte Zwischennutzung zu. Öffentlich nutzbar sind aktuell lediglich einzelne Teilbereiche des Zeughauses sowie der Alten Wache. Jede einzelne dieser Nutzun- gen bedarf der gesonderten Prüfung durch die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln sowie der Abstimmung mit den zuständigen Fachstellen. Die im Jahr 2024 durchgeführte Untersuchung (1100/2024) zur möglichen Zwischennutzung des Gebäudeensembles kommt zu dem Ergebnis, dass verschiedene kulturelle Nutzungen grundsätzlich denkbar sind. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung auf, dass hierfür umfangrei- che bauliche, brandschutztechnische, technische und organisatorische Maßnahmen erforder- lich wären. Hierzu zählen insbesondere Maßnahmen im Bereich Brandschutz, technische Ge- bäudeausrüstung, Barrierefreiheit, Sicherheits- und Alarmtechnik sowie der Umgang mit vor- handenen Schadstoffbelastungen. Eine weitergehende oder eigenständige Nutzung des Gebäudeensembles durch externe Dritte würde zwingend die Schaffung zusätzlicher organisatorischer und personeller Struktu- ren voraussetzen. Neben der baulichen Ertüchtigung wären Fragen der Betreiberverantwor- tung, des Sicherheitsdienstes, der technischen Betreuung, der Reinigung, der Zugangskon- trolle sowie der laufenden Bewirtschaftung dauerhaft zu regeln und zu finanzieren. Hinzu kommt, dass sich weiterhin Sammlungsbestände des Kölnischen Stadtmuseums im Gebäude befinden. Die vorhandenen Depotkapazitäten des Museums sind ausgelastet, so- dass eine Verlagerung dieser Bestände derzeit nicht möglich ist. Für die im Gebäude befindli- chen Sammlungsobjekte trägt das Museum weiterhin die Verantwortung im Hinblick auf Si- cherheit, Zugang, Klima- und Gebäudeschutz. 2 Vor diesem Hintergrund ist eine eigenständige Zwischennutzung des Gebäudeensembles durch externe Kulturakteurinnen und Akteure derzeit nicht realisierbar. Dies ist nicht auf eine grundsätzliche Ablehnung kultureller Nutzungen zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, dass die hierfür notwendigen Investitionen, personellen Ressourcen und organisatorischen Strukturen derzeit nicht zur Verfügung stehen. Die Verwaltung verfolgt daher den Ansatz der schrittweisen und interimistischen Aktivierung des Standortes. Im Vordergrund stehen einzelne, zeitlich begrenzte und mit den zuständigen Dienststellen abgestimmte Nutzungen, die unter Verantwortung des Kölnischen Stadtmuse- ums durchgeführt werden können. Hierzu zählen bereits realisierte sowie geplante Ausstellun- gen, Veranstaltungen und kulturelle Formate, die den Standort wieder sichtbar machen und zugleich wichtige Erfahrungen für zukünftige Nutzungen ermöglichen. Kooperationen mit Akteurinnen und Akteuren der freien Szene sind dabei grundsätzlich mög- lich und ausdrücklich erwünscht. Sie können jedoch gegenwärtig nur im Rahmen solcher Ein- zelmaßnahmen erfolgen, die organisatorisch, finanziell und sicherheitsrechtlich verantwortbar sind und unter der Verantwortung des Museums umgesetzt werden. Die interimistische Nutzung dient somit insbesondere dazu, das Zeughaus schrittweise wieder zu beleben, kulturelle Nutzungsmöglichkeiten zu erproben und den Standort im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, ohne die erheblichen zusätzlichen Investitionen und Ressourcen zu erfordern, die für eine umfassende eigenständige Zwischennutzung des Gebäudeensem- bles notwendig wären. Vor dem Hintergrund der angestrebten grundlegenden Sanierung des Zeughausareals bleibt das Ziel der Verwaltung eine langfristige und nachhaltige Entwicklung des Gebäudeensem- bles als bedeutender Museums- und Kulturstandort der Stadt Köln. Die derzeitigen Nutzungen verstehen sich ausdrücklich als Übergangslösung und nicht als Vorwegnahme einer politi- schen Entscheidung über die langfristige Zukunft des Areals. In jedem Fall ist eine Reihe von Maßnahmen umzusetzen, um einen mehrwöchigen Betrieb zu gewährleisten. Umgesetzte, notwendige und offene bauliche Maßnahmen: umgesetzt Ertüchtigung der Stromversorgung durch Einbau einer neuen Trafoeinheit Der alte Trafo wurde außer Betrieb genommen und der Hausanschluss re- aktiviert. umgesetzt Ertüchtigung der Sanitäranlagen im Foyer umgesetzt Ausbesserungen am Dach der Alten Wache zur Vereidung von Wasser- schäden im Innenraum notwendig Ertüchtigung des Brandschutzes (Es sind nicht alle Bereiche überwacht. Leitungen ohne Brandschutz in Treppenhäusern, fehlende FI-Schalter, etc.): Kostenschätzung ausstehend. notwendig ELA-Anlage (Elektroakustische Anlage; einzelne Lautsprecher sind nicht mehr angeschlossen): Bestandsaufnahme und in der Folge Kostenschät- zung läuft. notwendig Anstricharbeiten Foyer und Alte Wache: Finanzierung offen. notwendig Einbau einer Rampenanlage für Barrierefreiheit: Der techn. Arbeitsschutz fordert eine zusätzliche Rampenanlage im Bereich der Treppenstufen zwi- schen Zeughaus (EG) und Foyer, um einen barrierefreien Zugang zu er- möglichen. offen Eventuell Erneuerung der Lichttechnik; weitere Maßnahmen können erfor- derlich sein. Das Volumen kann erst nach Vorliegen detaillierter Nutzungs- konzepte bestimmt werden. Nach erfolgter Umsetzung sind Ausstellungsprojekte (inkl. Begleit- und Bildungsprogramme) unter Federführung des Kölnischen Stadtmuseums als Betreiber des Zeughauses möglich. Diese erfolgen ausdrücklich unter Beteiligung der freien Szene. Angesichts der Haushaltslage beziehen sich die Planungen derzeit auf den HH 2027/2028. Die Erfahrungen sind dann in die Ideen einer mittelfristigen Bespielung einzubringen. 3 Übersicht der angedachten Projekte im Zeughausareal, die erst nach Einreichung der Nut- zungskonzepte bei 26 einzeln geprüft werden müssen: 01 – 11 27 (inkl. Auf- u. Abbau) Alte Wache Ausstellung Elsbeth Gropp M ittelgroße Ausstellung mit Originalen geplant - Erste umfangreiche Einzelausstellung zu Gropp Sichtbarkeit eines unbekannten Sammlungsbestandes Fotohistorisch und stadtgeschichtlich anspruchsvolle Ausstellung mit hohem Identifikationspotential Im Vorfeld: Herrichtung der Alten Wache zur temporä- ren Präsentation einer monographischen Fotoausstel- lung 01 – 07 27 (inkl. Auf- u. Abbau) Zeughaus (EG) Foyer Internationale Photoszene Das kommende Photoszene-Festival wird vom 14. M ai - 13. Juni 2027 stattfinden Das Kernprogramm des Festivals bildet, wie schon in den Vorjahren, das Programm „Artist Meets Archive“ – diesmal mit folgenden Partner-Institutionen: dem Deut- schen Tanzarchiv, dem Greven Archiv Digital, der Fo- towerkstätte Schmölz, dem LVR-Landesmuseum und Frauenmediaturm Im Rahmen dieses Programms laden die Internationale Photoszene Köln und die am Projekt beteiligten Institu- tionen vier künstlerische Positionen aus Kolum- bien/Berlin, Portugal, der Ukraine und den Niederlan- den nach Köln ein, sich künstlerisch-forschend mit den Beständen dieser Institutionen auseinanderzusetzen, um daraus jeweils eine Ausstellung zum Photoszene- Festivals im M ai 2027 zu entwickeln. Diese vier Ausstellungsprojekte sollen im Zeughaus gezeigt werden, das gemeinsam mit dem KSM (Son- derausstellung zur Kölner Fotografin Elsbeth Gropp in der Alten Wache) als temporäres Festival-Zentrum be- spielt werden soll. Im Vorfeld der Ausstellungen: Herrichtung von Foyer und Zeughaus (EG) zur Präsentation von Fotoausstel- lungen der freien Szene 01 – 11 28 (inkl. Auf- und Abbau) Zeughaus (EG) Alte Wache Foyer „Köln macht Medien“ (Arbeitstitel) 100. Jubiläum der PRESSA Profil: historische Würdigung, Gegenwartsanalyse und Zukunftslabor des M edienstandortes Köln Fokus auf der Rolle Kölns im M ediengeschehen und in der M edienproduktion der Bundesrepublik Breite Spannbreite, von der Rolle von Zeitungen und WDR über subkulturelle Kommunikationsformate bis zur Rolle des Privatfernsehens breite Beteiligung von Kultur- und M edienschaffenden der Freien Szene Im Vorfeld der Ausstellung: technische und logistische Ertüchtigung von Foyer und Zeughaus zur Präsentation einer Großausstellung
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 1333/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.06.2026
- Erstellt
- 05.05.2026 12:17