Mandari Insight

3861/2024

Jahresbericht 2023 der Naturschutzwacht Bezirk 7 (Nord)

Mitteilung BV 06.01.2025

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung 7 (Porz), Sitzung am 30.01.2025, TOP 10.2.4

Jahresbericht 2023 Nawa Bezirk 7 Nord

· application/pdf

Ansehen

Mitteilung BV

· application/pdf

Ansehen

Jahresbericht 2023 Nawa Bezirk 7 Nord

8840 Zeichen

1 
 
JAHRESBERICHT NATURSCHUTZWACHT Köln 2023     Bezirk 7 Nord       Jonas 
 
 
Im letzten Jahr befuhr ich wieder regelmäßig meinen Bezirk und machte wenn nötig Meldungen, 
wenn Probleme aufgetreten waren. Ich kontrollierte die Naturschutz-Beschilderungen und 
informierte, wie jedes Jahr, über das verdrehte LB-Schild am Alten Deutzer Postweg, welches von der 
Straße aus nicht mehr lesbar ist. Auch meldete ich zwei besprühte LSG-Schilder an der Kiesgrube 
Alberty, welche daraufhin ersetzt wurden. 
 
Ich kümmerte mich wieder um umweltschädlichen Müll oder um Abfälle in Schutzgebieten. 
Besonders erwähnenswert waren vier große Säcke (insgesamt 6 qm) mit Mineralwolle, die am 
Steinweg illegal abgekippt worden waren. Laut Aufschrift auf den Säcken war der Inhalt 
krebserregend (Lungen). Dies meldete ich natürlich, und die Säcke wurden entsorgt. 
Am NSG Albertysee waren große Mengen zerschlitzter Autoreifen und Metalldraht-Plastikhüllen 
abgeladen worden, die von dort schwer zu entfernen waren. Sie wurden erst Monate später von der 
Bürger-Aktionsgruppe K.R.A.K.E. abtransportiert. Ein mir bekannter Seebesucher erzählte mir, die 
Verantwortlichen zu kennen; demnach kamen diese, wie auch er selbst, aus einem Wohnprojekt am 
Ensener Weg. 
Ich beteiligte mich auch an der Beseitigung von Sperrgut-Abfällen aus dem LSG Albertysee 
(McDonalds-Kinderstuhl, Autoreifen, Matratze, Angelgerät zur Fischwilderei usw.) sowie an einer 
Aktion im NSG Albertysee, bei welcher weit verstreute Abfälle wieder auf unseren zentralen Haufen 
zusammengetragen wurden. Es gab auch Müllsammelaktionen mir unbekannter Bürger im LSG 
Albertysee, denen es gelang, das in Säcke verpackte Material von den zuständigen Betrieben abholen 
zu lassen. 
Im Spätsommer fand noch einmal eine große, gründliche Aktion der K.R.A.K.E. mit einigem 
logistischen Aufwand an beiden Teilseen statt. Ich konnte aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen, 
wurde aber von einer Bürgerin auf dem Laufenden gehalten und erhielt sogar Fotos eingesetzter 
Fahrzeuge und abholbereit gelagerter Säcke am Schwarzen Weg. Ein Organisator gab an, bei den 
zuständigen Betrieben telefonisch anfragen zu wollen, warum diese auf mich und auf andere Bürger 
nicht reagierten, wenn Anfragen bezüglich einer Beseitigung der zusammengetragenen Müllhaufen 
eingingen. 
 
Ein weiteres Tätigkeitsfeld war der Artenschutz. Im NSG Albertysee fand ich den Käfer Valgus 
hemipterus, eine weitere auf Totholz angewiesene Art. Ein ungewöhnlicherer Fund war eine 
Kamelhalsfliege, deren Art ich aber leider nicht bestimmen konnte; dazu hätte ich sie mitnehmen 
müssen. Erneut entdeckte ich je ein Exemplar des Hornissenschwärmers und des Großen 
Schillerfalters. Aus einem austrocknenden Tümpel fing ich Teichmolchlarven und setzte sie im nahen 
See aus. 
Ein mir bekannter Bürger berichtete mir, dass er eine zahme Albino-Maus im NSG gefangen habe. Er 
hatte sie dann mit nach Hause genommen, wo sie eine neue Heimat fand und sich sogar mit seinen 
Katzen vertrug. 
Die stark gefährdete Flechte Cladonia foliacea, die bisher nur an einer Stelle vorkam, zeigte sich 
diesen Sommer an einem weiteren Fundpunkt. Auch das stark gefährdete Moos Racomitrium 
canescens hatte sich noch weiter ausgebreitet.

2 
 
 
Eine Bürgerin zeigte mir ein ca. dreijähriges Gehölz, welches sich spontan durch Keimung in einem 
Brombeerstrauch angesiedelt hatte, und bat mich um Artbestimmung. Es stellte sich heraus, dass es 
sich um eine Aprikose handelte. Die Art war nicht nur für das NSG neu, sondern als wild vorkommend 
auch für das Kölner Stadtgebiet bislang unbekannt. Ich meldete den Fund daher der UNB und dem 
Landesvorsitzenden des BUND, der die Artenliste für das NSG ständig aktualisiert. Ganz in der Nähe 
steht auch der Pfirsich, der sich langsam vom Vandalismus der vergangenen Jahre erholt hatte; aber 
schon wieder wurde er, diesmal durch Abknicken des noch dünnen Haupttriebes, Ende Mai 
beschädigt. Wir richteten einen Seitentrieb auf, stützten ihn so gut es ging und sorgten für bessere 
Belichtung durch Rückschnitt einer Späten Traubenkirsche. Nun hoffen wir, dass daraus wieder ein 
Baum heranwächst. 
Auch außerhalb des NSG gab es Beobachtungen und Tätigkeiten im Artenschutz. Das im Vorjahr 
gefundene Zottige Herzgespann musste ich im Sommer nochmals mit Gießwasser versorgen. Zudem 
pflanzte ich zwei aus geernteten Samen gekeimte Pflanzen in meinen Vorgarten. Somit gibt es jetzt 
mindestens drei Exemplare davon in Köln. 
Ich stellte fest, dass es in Porz-Ensen noch einen versteckten Teich gibt, in dem Erdkröten ablaichen, 
was ich der Biostation Köln meldete. Ich überlegte auch, ob der Teich als Laichgewässer für die nicht 
weit von hier gefundenen Feuersalamander infrage kommen könnte, falls diese zu einer Population 
gehören. Ich weiß es nicht, muss es aber eigentlich für unwahrscheinlich halten.  
Der Biostation meldete ich auch eine Zauneidechse, die ich beim Überqueren einer Landstraße 
gesehen hatte. 
Während der warmen sommerlichen Trockenperiode fand ich auf dem Alten Deutzer Postweg an 
einem Wochenende drei überfahrene Ringelnattern. Weil der Landesvorsitzende des BUND ebenfalls 
solche Funde gemacht hatte, waren es insgesamt sieben überfahrene Nattern innerhalb von zehn 
Tagen. Da wir die Populationsgröße nicht kennen, können wir die Bedeutung dieses Aderlasses nicht 
abschätzen. Ich informierte die UNB und die Biostation Köln. Um endlich ein Vorkommen der 
Ringelnatter im NSG Albertysee nachzuweisen und die Artenliste zu vervollständigen, suchte ich 
einmal bei geeignetem Wetter das gesamte Ufer ab, hatte aber keinen Erfolg. 
 
Im Gelände führte ich einige Arbeiten durch oder beteiligte mich daran. Die Müllaktionen wurden 
bereits erwähnt. Im NSG Albertysee entfernte ich den Rest des kontaminierten Sandes einer 
Feuerstelle; im Vorjahr hatte ich damit angefangen. Jetzt ist die Stelle wieder lückig mit 
Sandrasenarten bewachsen und sieht aus wie vorher. Während der Trockenperiode trug ich Wasser 
zu den von uns angelegten Tümpeln, zeitweise unterstützt von Helfern. So hangelten wir uns 
sozusagen von einem Gewitterregen zum nächsten, denn wir konnten nur das Nötigste zum 
Verhindern der Austrocknung tun. Dann fiel ich wegen Krankheit aus, und die Helfer machten weiter 
bis zum Ende der Trockenzeit. Immerhin waren wir erfolgreich, und die Molchlarven überlebten. 
Auch beteiligte ich mich wieder an den Einsätzen des BUND zur Erhaltung der Sandrasen im NSG. Wir 
führten dabei nochmals eine Erfassung der beseitigten Robinien durch (Anzahl der gefundenen 
Austriebe bzw. Keimlinge), um die Einsätze auch quantitativ zu dokumentieren. Wir wollen 
versuchen, entgegen der oft geäußerten Meinung über die Unmöglichkeit der vollständigen 
Entfernung von einmal etablierten Robinien, dies dennoch zu erreichen und sehen auch bereits 
Erfolge. Keimlinge werden allerdings immer ein Problem bleiben. Immerhin sind die im Vorjahr aus 
Samen entstandenen Keimlinge fast alle wieder verschwunden.

3 
 
 
Die Deutsche Bahn als Grundstückseigentümer ließ herangewachsene Balsampappeln am Zaun 
neben den Gleisen fällen. Sie wurden auf die Sandrasenböschung hinabgeworfen. Bei einem 
Arbeitseinsatz des BUND entfernten wir dieses Totholz, um die Sandrasen zu schützen, und stapelten 
es an ökologisch weniger sensiblen Stellen. 
 
Besonders kümmerte ich mich um die Kiesgrube Alberty. Ich wies Besucher auf den Schutzstatus und 
das Betretungsverbot hin. Einer Polizeistreife gab ich auf Nachfrage Infos zur Müllsituation und dem 
Problem des verbotenen Zeltens. 
Die beiden Teilseen werden immer mehr zur Feier-Location für Jugendliche. Man findet Feiernde und 
Zeltende zu allen Tages- und Nachtzeiten. Oft wird vom nahen Haltepunkt der Bahn der kurze Weg 
über die Gleise genommen und der Stahlgitterzaun zerschnitten oder aufgesägt. Vermehrt werden 
entwendete Einkaufswagen benutzt, um das nötige Material an entlegene Stellen zu schaffen. Sie 
bleiben anschließend im Gebüsch liegen. Auch Mitglieder des Angelvereins campen und übernachten 
oft im NSG. Dabei wurde auch ein dicker Totholzstamm beseitigt. 
Der Abbruch der Brücke über die Autobahn wurde auf 2024 verlegt. Darüber informierte ich die UNB 
und das Ordnungsamt. 
 
Um die Gefährdung von Pflanzenarten aktuell beurteilen zu können, kaufte ich mir die neueste Rote 
Liste für NRW. 
 
Im Spätsommer und Herbst gab es noch einige Arbeitseinsätze im NSG Albertysee und ein Treffen 
der Amphibien- und Reptiliengruppe Köln des NABU. An all dem nahm ich aber nicht mehr teil. 
Aufgrund einiger schwerer Infekte lag ich insgesamt vier Wochen im eigenen Bett und zweieinhalb 
Wochen in Krankenhausbetten, und auch während der Erholungsphasen dazwischen war ich jeweils 
erst nach einiger Zeit wieder ganz fit. Erst mit Dezemberbeginn konnte ich mich dann aber wieder um 
meinen Bezirk kümmern.

Mitteilung BV

1958 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VIII/57/571 
 
Vorlagen-Nummer 
 3861/2024 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 27.01.2025 
Bezirksvertretung 7 (Porz) 30.01.2025 
 
Jahresbericht 2023 der Naturschutzwacht Bezirk 7 (Nord) 
In der Anlage erhalten Sie den Jahresbericht 2023 der Naturschutzwacht, Herr Jonas, für den 
Bezirk 7 (Nord). 
 
Stellungnahme der Verwaltung: 
 
Die Untere Naturschutzbehörde bedankt sich bei Herrn Jonas für seinen Einsatz als Natur-
schutzwart. 
Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung:  
 
Beschilderung LSG-Schild Kiesgrube Alberty, LB-Schild Alter Deutzer Postweg 
 
Die Meldung bezüglich der Schilder im Landschaftsschutzgebiet am Albertysee wurde bear-
beitet. Die Schilder werden ausgetauscht. Die Korrektur des Schildes im Geschützten Land-
schaftsbestandteil am Alten Deutzer Postweg wird schnellst möglich von der der Unteren Na-
turschutzbehörde bearbeitet.  
 
Gesammelter Müll wird trotz Meldung nicht abgeholt 
 
2023 gab es mehrere Müllsammelaktionen, u.a. auch eine größere Aktion durch den K.A.K.E. 
e.V. statt. Dabei wurde von Herrn Jonas und eines Helfenden im Rahmen einer der Sammel-
aktionen moniert, dass der Müll trotz Meldung und entsprechender zugänglicher Lagerung am 
Schwarzen Weg nicht abgeholt wurde. Hier wurde Herr Jonas gebeten sich in solchen Fällen 
an die UNB zu wenden, damit die Verwaltung zentral nachfragen kann.  
 
Meldungen Tierfunde 
 
Die Tiermeldungen wurden an das Sachgebiet Freilandartenschutz der UNB weitergeleitet, 
um die Meldungen je nach Relevanz aufzunehmen. 
 
Wiederholtes illegales Lagern am See und illegale Partys 
 
Das Ordnungsamt wird regelmäßig gebeten, insbesondere in den Sommermonaten das Ge-
biet um die Albertyseen fokussiert zu kontrollieren, um das illegale Betreten zu minimieren.

2 
 
Durch den Rückbau der Brücke über die Autobahn sollte das Aufkommen von illegalen Besu-
chern weiter minimiert werden.

Beratungsverlauf (2)

27.01.2025 Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde
TOP 6.4 Kenntnisnahme (Mitteilung)

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
30.01.2025 Bezirksvertretung 7 (Porz)
TOP 10.2.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Steinweg
  • Ensener Weg
  • Alter Deutzer Postweg
  • Am Steinweg

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
3861/2024
Typ
Mitteilung BV
Datum
06.01.2025
Erstellt
02.12.2024 13:03