0057/2022
Zweite digitale Konferenz Interkulturelles Köln am 05.11.2021 – Dokumentation
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Dokumentation_KIK_Nov_2021
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Büro der Oberbürgermeisterin Amt für Integration und Vielfalt Kommunales Integrationszentrum Frau Kolping Telefon: (0221) 221 29293 E-Mail: sabine.kolping@stadt-koeln.de Datum: 22.11.2021 Dokumentation der Digitalen Konferenz Interkulturelles Köln von Freitag, den 05.11.2021 Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 2 Inhalt Seite: Vorwort 3 Begrüßung durch die Oberbürgermeisterin 4 Workshops Empowerment für Menschen mit Rassismuserfahrungen 5 Als Organisation rassismuskritisch handeln 6 Der zweite Blick: Komplexität und Intersektionalität in der rassismuskritischen Bildungsarbeit“ 7 Diskriminierungssensible Sprache – warum lohnt 9 sich die Mühe?“ Allyship 10 Resümee 11 Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 3 Vorwort Die Konferenz Interkulturelles Köln (KIK) ist seit Jahren eine wichtige Veranstaltung, um insbesondere Akteur*innen aus den Bereichen Migration und Integration zu ver - netzen und Impulse für die weitere Zusammenarbeit zu geben . Pandemiebedingt fand sie als digitales Format und als Fortsetzung der Veranstaltung im Januar am 05.11.2021 statt. Der Titel lautete: „Solidarische Stadtgesellschaft – eine Millionen gegen Rassismus!“. Die Veranstaltung hatte die Themen Anti -Rassismus und Zivilcour age in den Fokus genommen und war rassismuskritisch angelegt und entsprechend mit einem Awaren- ess-Konzept ausgestattet. Diese Ausrichtung zeigte sich unter anderem in der diver- sen Besetzung der Planungsgruppe, an der Verpflichtung eines Awareness -Teams, der Beteiligung von Referent*innen of Color und an der Ergänzung des Programms durch einen Empowerment-Workshop für Menschen mit Rassismus-Erfahrungen. Die Konferenz war das Resultat einer engen und effektiven Zusammenarbeit und Vor- bereitung mit einer Gruppe von Kölner Expert*innen zu dem Thema. An dieser Stelle soll diesen Personen gedankt werden, denn ohne ihren fachlichen und menschlich wertvollen Input hätte die Veranstaltung nicht das hohe Niveau und die rassismuskriti- sche Ausrichtung gehabt. Ein herzliches Dankeschön geht an: Elizaveta Khan (Inhaus e.V), Helene Batemona- Abeke (Pamoja Afrika e.V.), Eli Abeke (Bündnis 14 Afrika e.V.) und Serge Palasie (Ei- ne-Welt-Netz NRW e.V.). Ein ebenso herzlicher Dank wird auch der vom Rat der Stadt K öln ernannten Steue - rungsgruppe ausgesprochen. Dieses Gremium setzt sich zusammen aus Vertre - ter*innen des Integrationsrates, des Runden Tischs für Integration, verschiedener Be- hörden wie BAMF und Ausländerbehörde sowie Vertreter*innen Interkultureller Zen- tren der Stadt und Kölner Integrationsagenturen. Dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln war es als Veranstalterin der Konferenz wichtig, dass die digitale KIK ein sicherer und diskriminierungssensibler Or t für alle ist. Um dies zu ermöglichen, wurde die Konferenz von einem Awareness-Team begleitet. Sechs geschulte Mitarbeiter*innen des Teams von Pamoja Afrika e.V. unter der Lei- Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 4 tung von Helene Batemona -Abeke stellten als Awareness-Team sicher, dass die digi- tale KIK ein diskriminierungssensibler Ort für alle war und Schutzräume verfügbar wa- ren. Sie nahmen als Beobachter*innen an den Workshops teil – immer bereit einzu- greifen, wenn Rassismen oder Diskriminierungen drohten oder sich jemand aufgrund der Geschehnisse unwohl fühlt e. Sowohl der Veranstalterin, den Referent*innen als auch den Teilnehmer*innen gab dies Sicherheit und dies wurde im Feedback zur Kon- ferenz als sehr positiv erwähnt. Auch diesem Team sei herzlich für seinen wertvollen Beitrag zum Gelingen der Konfe- renz gedankt! Begrüßung durch die Oberbürgermeisterin Henriette Reker Alle fünf Workshops wurden von einer Video -Botschaft der Oberbürgermeisterin Hen- riette Reker eingeleitet, die wie folgt lautete: „Liebe Teilnehmende, ich freue mich, dass ich auch den zweiten Teil der Digitalen Konferenz Interkulturelles Köln mit einer Videobotschaft eröffnen darf. Die Themen Anti -Rassismus und Rassismus -Kritik, die bei dieser Konferenz im Mit - telpunkt stehen, liegen mir als Oberbürge rmeisterin unserer durch Vielfalt geprägten Stadt sehr am Herzen. Köln hat sich der Idee der „Offenen Stadtgesellschaft“ verschrieben und entwickelt sie laufend weiter: Es gibt bereits eine ganze Reihe von Ansätzen, bei denen der Rat, die Verwaltung und ic h als Oberbürgermeisterin uns positioniert haben und akti engagie- ren. Zu nennen sind da etwa die Ächtung des N -Wortes, eine aktive Aus - einandersetzung mit unserem postkolonialen Erbe, die Unterstützung von Projekten zu den Themen Anti -Rassismus und Rassis mus-Kritik, schließlich die ersten Schritte Richtung „Interkulturelle und diskriminierungssensible Öffnung der Stadtverwaltung“. Diese Konferenz fördert und begleitet seit Jahren den Diskurs zwischen verschiede - nen Akteur*innen. Wie bei der ersten Veransta ltung im Januar, die digital lief, trägt sie Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 5 den Titel: „Solidarische Stadtgesellschaft – Eine Million gegen Rassismus!“ Sehr gerne stelle ich mich hinter diese Forderung, denn nach wie vor prägt Alltags - rassismus das Leben vieler Menschen in Köln. Große S orge bereiten mir die antise - mitischen Vorfälle, die sich in Deutschland und leider auch in Köln ereignen. Es sind Gründe , warum jede und jeder seine und ihre persönlichen Anschauungen und Sprachgewohnheiten immer wieder einmal selbstkritisc h hinterfragen und hinter- fragen lassen sollte. Es geht darum, das eigene Bewusstsein zu schärfen und eine klare Haltung gegen Rassismus zu entwickeln. Wir sind alle aufgerufen, solidarisch zu handeln und Zivilcourage zu entwickeln. Ich würde mich sehr freu en, wenn diese Konferenz und die sich daraus entwickeln - den Impulse unser Zusammengehörigkeitsgefühl stärken würden und die Vernetzung von Gleichgesinnten gefestigt wird. Und ich freue mich besonders, wenn wir uns im kommenden Jahr, dann hoffentlich wieder in Präsenz, sehen können und die Konferenz auch live Diskurse anregt und die Vernetzung fördert. Abschließend bedanke ich mich bei den Kolleg*innen des Kommunalen Integrati - onszentrums für die Organisation der heutigen Veranstaltung und bei dem Awaren - ess-Team von Pamoja Afrika e.V. für ihre Begleitung. Ich wünsche allen Teilneh - menden eine gute Konferenz mit intensivem Austausch und nachhaltigen Eindrü - cken.“ Workshops Workshop 1: „Empowerment für Menschen, die Rassismus erfahren haben“ von 09:30 – 12:00h Der erste Workshop mit dem Titel: „Empowerment für Menschen mit Rassismuserfah - rungen“ fand unter der Leitung von Tsepo Bollwinkel statt. Er ist freiberuflicher Trainer und Bildungsreferent aus Braunschweig. Den Vorbereitenden war wic htig, dieses Mal Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 6 einen Empowerment-Workshop ins Programm aufzunehmen, um den Bedarf – auch innerhalb der Stadtverwaltung – zwar nicht zu decken, aber zumindest aufzugreifen. Da der Workshop einen „safe space“, einen sicheren Raum für Erlebtes bieten sollt e, gibt es davon keine inhaltliche Zusammenfassung. Der Referent selber beschreibt den Inhalt folgendermaßen: „Das alltägliche Erleben von Rassismus ist vor allem eins: furchtbar anstrengend. Ein Empowerment -Raum ist deshalb vor allem eine Gelegen- heit zur Erholung von diesem Dauerstress, ein Raum des ungestörten Austau sches und der Vernetzung. Gleichzeitig bedeutet Empowerment, das, was so anstrengend ist, zu verstehen. Wenn nicht mehr die Belastung durch Rassismus als ein persönliches Defizit erlebt wird, können andere, stärkende Formen des Umgangs entwickelt werden. Das ge- meinsame Wissen schafft Entlastung. Das wichtigste Wissen, das in diesem Work - shop geteilt wird, ist das Wissen um Möglichkeiten des Überlebens, der Widerstän - digkeit, des Feierns unserer gemeinsamen Erfahrungen und Errungenschaften.“ Im Feedback und in persönlichen Gesprächen nach dem Workshop mit einigen Teil - nehmenden wurde ein durchweg positives Resümee gezogen: Die liebevolle und un- terstützende Atmosphäre hätte dazu angeregt, eigen es Erleben offen auszusprechen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es dringend notwendig sei, unab hängige Beratungs- und Beschwerdestellen einzurichten, bei denen an der Arbeits-stelle erfah- rene Rassismen bearbeitet werden könnten. Workshop 2: „Als Organisation rassismuskritisch Handeln", mit Jo- sephine Apraku, Bildungsreferent*in und Autor*in (maximal 25 Per- sonen) von 10:00 – 12:00h Die Referentin sagt selber über ihren Workshop: Oft sind es Einzelpersonen, die sich in ihrer Organisati on dafür einsetzen, dass Rassismus gemeinsam angegangen wird. Wenn rassistischer Diskriminierung in Organisationen nachhaltig und ganzheitl ich be- gegnet werden soll, muss Rassismuskritik institutionalisiert werden. Sprich: Kritik an Rassismus muss zu einer Gemeinschaftsaufgabe werden, in der das Handeln von Einzelpersonen gegen Rassismus durch die Strukturen der Organisationen auf allen Ebenen gestützt wird. Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 7 Im Workshop wurde ein kritischer Blick auf den eigenen Arbeitskontext geworfen und Handlungsoptionen überlegt, um Rassismus etwas entgegenzusetzen. Die Teilneh- menden wurden in die Lage versetzt, anhand von Fragen „Schwachpunkte“ in ihrem Arbeitsalltag aus rassismuskritischer Sicht zu beleuchten. - Gibt es geschützte Räume, in denen sich Personen mit Rassi smuserfahrungen austauschen können? - Stehen für die rassismuskritische Öffnung finanzielle Mittel bereit? - Werden Selbstbezeichnungen wi e People of Color oder Schwarze Deutsche genannt oder eher Fremdbezeichnungen wie Migrant*in oder Flüchtling? - Werden Weiße Mitarbeitende verpflichtet, sich mit Rassismus auseinanderzu- setzen? - Welche Bilder werden für Plakate oder Flyer verwendet? Was sind Beispiele für Fragen, die Hilfestellung bei der rassismuskritischen Beleuchtung des eigenen Arbeitskontextes geben konnten. Die Teilnehmenden haben die praktische und alltagsnahe Ausrichtung des Work- shops sehr geschätzt und hätten sich mehr Zeit gewünscht, um weiter in die Tiefe gehen zu können. Workshop 3: „Der zweite Blick: Komplexität und Intersektionalität in der rassismuskritischen Bildungsarbeit“ mit Serçe Berna Öznar- çiceği, pädagogische Leitung von „Čirikli“ und Timm Therre, KI Köln von 10:00 – 12.00h Der Begriff der Intersektionalität hat seinen Ursprung in den marginalisierten Wider- ständen. Wie sahen bzw. sehen diese marginalisierten Kämpfe aus? Wie haben sie sich auf die rassismuskritische Bildungsarbeit ausgewirkt? Oftmals werden Wider- stände, aber auch Menschen eindimensional betrachtet und es wird vielleicht erst mit dem zweiten Blick gesehen, welche Komplexit ät sie innehaben. Ziel des Workshops war es, den Teilnehmenden einen Einblick in Errungenschafts - und Verdrängungspro- zessen im Rahmen dieser Kämpfe und darüber hinaus zu geben. Zudem w urden die Teilnehmenden im Rahmen des Workshops durch Methoden in einem selbstreflexiven Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 8 Prozess hinsichtlich der Thematik angeregt. In dem Workshop „Der zweite Blick: Komplexität und Intersektionalität in der rassis- muskritischen Bildungsarbeit“ wurde das Thema vielschichtig bearbeitet. Um die Komplexität zu verdeutlichen, ging es im ersten Teil um die Frage „Was sind Identitä- ten?“ und die damit verknüpften kollektiven Identitäten. Nachdem diese Phänomene erläutert wurden, folgte eine exemplarische Darlegung einiger bekannte r „kollektiver Kämpfe“. Im ersten Schritt wurd e von den Referent*innen eine Selbstreflexion der Teilnehmen- den zum Thema Identitäten und die Beschäftigung mit den eigenen Privilegien ange- leitet, um ein Bewusstsein für das Thema Identitäten in Verbindung mit Intersektionali- tät zu schaffen und die eigene Auseinandersetzung mit Identitätszugehörigkeiten zu erkennen. Dem folgte ein Diskurs zur „Identitätspolitik“ mit Begriffserläuterungen wie Identitäten, Intersektionalität, Fremdzuschreibung und Eindimensionalität. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurd en fünf „Kollektive Kämpfe“ exemplarisch vor- gestellt: Gastarbeiter*innen (z. B. Ford Streiks und die damit in Verbindung stehende Ermächtigung aus der Kollektivität) , Neue Schwarze Bewegung (Fr auenbewe- gung/Black Lives Matter / Eine emanzipierte Sprache ent steht/Selbstbezeichnung ent- steht- Progressivität – Begriff „Weiß“ wird eingeführt) , Antifaschistische Selbstorgani- sation, Selbstorganisation von Geflüchteten und Jüdische Selbstorganisation nach 1945 dargestellt. Als Beispiel eines kollektiv intersektionale n Kampfes wurde der „Stonewall -Aufstand“ und dessen Entwicklung bzw. Auswirkungen bis heute näher erläutert. Hier wurde deutlich gemacht, dass der Ursprung des Aufstandes von Transmenschen of Color hervorging. Dieser Widerstand wurde von einem Narrativ, da s von weißen homosexu- ellen Cis -Menschen dominiert wurde, zunehmend verdrängt. Dies verdeutlichten die Referierenden anhand von Fotos des 50 Jährigen Stone Wall Jubiläums in Köln. Der Ursprung der Pride Bewegung ist in Vergessenheit geraten. Zudem ist die s tarke Kommerzialisierung des Themas (Rainbow Washing) nachdrücklich dargelegt worden, welche vor allem durch die CSD -Parade und die damit verbundenen Bilder in dem Vortrag verdeutlicht wurde. Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 9 Im letzten Teil des Workshops sind die Teilnehmenden angeleitet worden, ihre eigene rassismuskritische Arbeit zu hinterfragen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf ihre eigene pädagogische Arbeit zu zeichnen. Hierzu gehörten die Auseinander- setzung mit den eigenen Privilegien und die Methode des Perspektivwechsels. Workshop 4: „Diskriminierungssensible Sprache – warum lohnt sich die Mühe?“ Oyindamole Alashe, freie Journalistin und Beraterin von 13:30 – 15:30 h Sprache ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Sie bildet unsere Realitäten ab und zeigt, welche M achtverhältnisse sich in der Vergangenheit gebildet haben und bis heute herrschen. Sprache ist auch ein Ausdruck von gesellschaftlichen Normvorstel- lungen. Sprache ist kraftvoll, aber sie alleine kann keine gesellschaftlichen Verhältnis- se verändern. Diskriminierungssensible Sprache ist trotzdem ein wichtiges Instrument, um Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen , sich krit isch damit auseinanderzusetzen und um Ausgrenzungen zu vermeiden und Teilhabe für möglichst alle zu ermöglichen. Folgende Formen von Diskrimi nierung durch Sprache können unterschieden werden: Abwertung, Homogenisierung durch Verallgemeinerungen (Die Muslime) und dadurch Entmenschlichung, Schimpfworte und negative Verwendung neutraler Begriffe , Ver- niedlichung (z.B. Frauen als „Mädels/ Girls“ be zeichnen), Othering (jemand „fremd machen“ mit Hilfe von Sprache, wie z.B. „Woher kommst Du?“ ), j emand zu r Ex- pert*in/verantwortlich machen für sein vermeintliches/zugeschriebenes Herkunftsland (z.B. zu Politik Erdogans), Einer der Fragen, die sich Mens chen stellen sollten : In welcher Gesellschaft möchte ich leben? Die Antwort auf diese Frage zeigt die eigene Haltung und Sprache kann – diskriminisierungssensibel und inklusiv verwendet - ein positives Klima schaffen. Fazit des Workshops: Sprache formt Wirklichkeiten, alle haben so die Macht, die Rea- lität mitzugestalten. Zum Schluss stellte Frau Alashe ihren 6 Punkte-Plan für eine diskriminierungssensible Sprache vor: Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 10 1. Haltung entwickeln 2. Marginalisierte Gruppen mit einbeziehen (aus dem Team / Expert *innen von außen) 3. Weiterbildung / Schulung von Mitarbeitenden 4. Leitfäden entwickeln 5. Auf dem Laufenden bleiben 6. Fehlerkultur entwickeln Workshop 5: „Allyship“ mit Dr. Jule Bönkost, Berlin von 14:00 – 16:00h Wer in unserer Gesellschaft weiß positioniert ist bzw. weiß gelesen wird, hat Privile- gien – mehr Teilhabechancen und stößt weniger auf Vorurteile. Diese Positionierung und die damit verbundenen Privilegien lassen sich ebenso wenig selbstbestimmt aus- suchen wie abstreifen. Das zu akzeptieren, ist nicht leich t – aber Voraussetzung für das Konzept „Allyship“, dem sich im Rahmen der KIK insgesamt 15 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft unter Anleitung von Frau Dr. Bönkost annä- herten. Die Referentin begann mit einem kurzen Input zur Herlei tung. „Allyship“, ein engli- scher Begriff, der sich nicht ganz passgenau ins Deutsche übersetzen lässt, hat in den USA eine sehr viel längere Tradition als in Deutschland. „Allyship“ – in etwa: Verbün- dete*r für von Rassismus negativ Betroffene sein – geht über eine Selbstinszenierung als Antirassist*in hinaus. In dem Begriff vereint sich der Wille, Ungleichheit im Rah- men von Rassismus zu überwinden, mit dahingehend tatsächlich verändertem Han- deln. Mithilfe eines Stufenmodells stellte Frau Dr. Bönkost die ty pischen Stadien in der Auseinandersetzung von Weißen mit Rassismus dar: Beginnend mit Abwehr, über Zorn, Schuldgefühle, Scham und Anerkennung , schließlich hin zu Akzeptanz und Ge- staltung. Anhand des Stufenmodells überlegten die Teilnehmenden in Kle ingruppen, welche Stadien sie von sich selbst kennen und wo sie sich aktuell verorten. Dokumentation zur Digitalen KIK am 05.11.2021 11 Anschließend gab die Referentin den Teilnehmenden mehrere Fragen zur Selbstver- ortung in der weißen Bündnisarbeit gegen Rassismus an die Hand, etwa „Wie reagie- re ich, wenn mir jemand sagt, dass eine Aussage oder Handlung von mir auf rassisti- schen Vorurteilen basiert?“ oder „Setze ich meine weißen Privilegien als Ressource für mein rassismuskritisches Handeln ein?“. Die persönlichen Erfahrungen, Entwick- lungen, aber auch Herausforderungen und Schwierigkeiten in Bezug auf diese Fragen wurden nach einer Selbstreflexion ebenfalls in einer Kleingruppe diskutiert. In der Schlussrunde äußerten sich die Teilnehmenden zu nächsten Schritten, die sie sich selbst im Anschlus s an den Workshop vornahmen. Die Vorsätze reichten von „mehr und bewusst Zeit für die Auseinandersetzung mit Rassismus nehmen“ über „mehr mit Betroffenen selbst sprechen“ hin zu „mehr Einschreiten, auch in rein weißen Kontexten“. Insgesamt bot der Worksho p den Teilnehmenden viele neue Denkanstöße und kon- krete Ideen für verändertes eigenes Handeln in Bezug auf Rassismus. Resümee: Die Veranstalterin, die Referent*innen, Organisator*innen und Unterstützer*innen wa- ren insgesamt zufrieden mit der zweiten digitalen Konferenz in 2021. Das Feed -Back der Teilnehmenden war ebenfalls insgesamt positiv und konstruktiv. Das Thema Rassismus und die Strategien, mit der eine Stadtgesellschaft dem entge- gentreten und handeln muss, sind unbedingte Erfordernisse. Es geht alle an! Selbst die Akteur*innen, die professionell im Bereich Integration tätig sind, müssen fortwäh- rend ihre Haltung hinterfragen und mehr Zivilcourage entwickeln. Die Bereicherung der Konferenz durch einen Empowerment -Workshop für Menschen mit Rassismuserfahrungen hat deutlich gezeigt, dass Alltagsrassismus sich auch am Arbeitsplatz zeigt und dass die Arbeitgeber*innen unabhängige Beschwerdestellen schaffen müssten, um die Betroffenen zu schützen.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/162/4 Vorlagen-Nummer 17.01.2022 0057/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 08.02.2022 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 10.02.2022 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 07.03.2022 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 13.05.2022 Zweite digitale Konferenz Interkulturelles Köln am 05.11.2021 – Dokumentation Die Konferenz Interkulturelles Köln (KIK), seit Jahren eine wichtige Veranstaltung, um insbesondere Akteur*innen aus den Bereichen Migration und Integration zu vernetzen und Impulse für die weitere Zusammenarbeit zu geben, fand pandemiebedingt erneut in digitaler Form statt. Wie bei der ersten KIK im Januar 2021 lautete der Titel der rassismuskritisch und mit Awareness-Konzept ausgerichte- ten Veranstaltung: „Solidarische Stadtgesellschaft – eine Million gegen Rassismus!“ Die Ausrichtung zeigte sich unter anderem in der diversen Besetzung der Planungsgruppe, an der Begleitung durch ein Awareness-Team, der Verpflichtung von Referent*innen of Color und an der Ergänzung des Pro- gramms durch einen Empowerment-Workshop für Menschen mit Rassismus-Erfahrungen. Die ausführliche Dokumentation ist dieser Mitteilung als Anlage beigefügt und auf der Seite https://www.ki-koeln.de/aufgaben/querschnitt/kik/ zu finden. Gez. Reker
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0057/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 10.03.2022
- Erstellt
- 06.01.2022 09:10