Erster Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept
Mitteilung Ausschuss 1564/2020 vom 27.05.2020
Stand: Am 27.08.2020 im Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V/6 Vorlagen-Nummer 27.05.2020 1564/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 04.06.2020 Erster Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept In der Anlage befindet sich der erste Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept. Der Sach- standsbericht umfasst den Berichtszeitraum 23.11.2018 bis 31.12.2019. Die Sachstandsberichte werden jährlich dem Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln vorgelegt. Gez. Dr. Rau -
Erster AWK-Sachstandsbericht 2020
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1. Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept (AWK) 2018-2027 der Stadt Köln Berichtszeitraum 23.11.2018 bis 31.12.2019 Stand: 25.05.2020 Herausgeberin: Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin 2 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung 4 2 Rechtliche Rahmenbedingungen 5 2.1 Europäisches Recht 5 2.1.1 Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie 5 2.1.2 Umsetzung der EU-Kunststoffprodukte-Richtlinie 6 2.2. Bundesrecht – Neues Verpackungsgesetz 7 2.3. Abfallrecht Nordrhein-Westfalen – Das Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetz 8 3 Beratung und Kommunikation 9 3.1 AWB-Service-Center 9 3.2 AWB-Internetseite 9 3.3 Der Abfall- und Wertstoffkalender 10 3.4 Pädagogische Maßnahmen, Betriebsführungen, Beratungen 10 3.5 Grill-Scouts 10 3.6 Kölle putzmunter 11 3.7 Littering 12 3.8 Aktion Biotonne Deutschland 12 4 Maßnahmen zur Abfallvermeidung 13 4.1 Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) 13 4.2 Repair Café‘s 14 4.3 Kölner Initiativen 14 4.4. Pilotprojekt Handy- und Smartphone-Sammlung 14 4.5. Coffee to go 15 5 Maßnahmen zur Abfallverwertung 16 5.1 Haushaltsnahe Wertstoffsammlung im Holsystem 16 5.2 Entsorgungsmöglichkeiten im Bringsystem 16 5.3 Entwicklung getrennt erfasster Wertstoffe (Hol- und Bringsystem) 17 5.4 Schadstoff-Sammlung, Kleinmengen Asbest 17 6 Mengenentwicklung und Prognose 18 6.1 Entwicklung der Kölner Abfallmengen von 2015 bis 2019 19 6.2 Prognose der Abfallmengen bis 2027 20 7 Infrastrukturelle Entwicklungen 21 7.1 Neue Altholz-Aufbereitungsanlage der AVG 21 7.2 Neue Vergärungsanlage für Bioabfälle der AVG 21 7.3 AWB-Betriebshof Christian-Sünner-Str. 22 7.4 Drittes Wertstoffcenter der AWB 23 7.5 Papierkörbe in Grünanlagen und im öffentlichen Straßenland 24 8 Fazit und Ausblick 25 3 Vorwort Klimanotstand in Köln Der Rat der Stadt hat Köln hat am 9. Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Allein in Köln werden jährlich rund 10 Mio. t CO2 ausgestoßen. Bis 2050 soll Köln klimaneutral werden. Abfallentsorgung und Klimaschutz sind eng miteinander vernetzt. Abfallvermeidung steht an erster Stelle der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). Je weniger Abfall verbrannt wird, desto weniger CO2 und Wärme werden freigesetzt. Werden bei der Produktion möglichst viele Sekundärrohstoffe wie Altpapier oder Altmetalle anstelle von Primärrohstoffen eingesetzt, können wichtige Ressourcen und vor allem CO2 eingespart werden. Mit Abfallver- meidung und Verwertung kann jeder einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Abfallvermeidung heißt nachhaltig einkaufen, Verpackungen vermeiden, Konsumverhalten überdenken, auf Mehrwegprodukte umsteigen und Wertstoffe, insbesondere Bioabfälle, kon- sequent trennen. 4 1 Einführung Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 22. November 2018 das vierte Kölner Abfall- wirtschaftskonzept (AWK) beschlossen. Mit diesem AWK hat die Stadt Köln eine weitere Etappe hin zu einer nachhaltigen und ökologischen Kreislaufwirtschaft erfolgreich vollzogen. Das Abfallwirtschaftskonzept informiert über den Stand der Entwicklungen der öffentlichen Ab- fallwirtschaft und dient als internes Plan ungsinstrument, um die zu gewährleistende Entsor- gungssicherheit für den Zeitraum 2018 bis 2027 darzustellen. Der vorliegende Sachstandsbericht stellt die Maßnahmen und Projekte dar, die Ende 2018 begonnen und bis Ende 2019 umgesetzt wurden. Entsprechend der fünfstufigen Abfallhierar- chie werden die Aufgaben in Maßnahmen zur Abfallvermeidung , Maßnahmen zur Vorberei- tung zur Wiederverwendung, Maßnahmen zur Abfallverwer tung sowie sonstige Verwertung und Beseitigung unterschieden. Darüber hinaus wird der Bericht um ein allgemeines Kapitel zu Kommunikationsmaßnahmen ergänzt. Abfallströme und -mengen werden ebenso betrach- tet wie infrastrukturelle Entwicklungen. 5 2 Rechtliche Rahmenbedingungen 2.1 Europäisches Recht Am 04.07.2018 ist das sogenannte EU-Legislativpaket zur Kreislaufwirtschaft in Kraft getreten. Es beinhaltet wichtige Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie zur Verbesse- rung des Ressourcenschutzes. Im Einzelnen besteht das Paket aus folgenden Richtlinien, die die jeweiligen Vorgängerregelungen novellieren: Abfallrahmenrichtlinie, Verpackungsrichtlinie, Deponierichtlinie, Altfahrzeugrichtlinie, Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie, Kunststoffprodukte-Richtlinie. Die geänderten Richtlinien sind bis zum 05.07.2020 bzw. bis zum 03.07.2021 in nationales Recht umzusetzen. Im Folgenden wird auf die Abfallrahmenrichtlinie sowie auf die EU-Kunststoff-produkte-Richt- linie näher eingegangen. 2.1.1 Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie Mit der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie kommen weitere Aufgaben auf den öffentlich-rechtli- chen Entsorgungsträger (örE), aber auch auf die Hersteller und Vertreiber von Produkten und Waren zu. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz wird entsprechend geändert: Ausweitung und Verschärfung der Produktverantwortung für Hersteller und Vertreiber, mit dem Ziel, Produkte und Verpackungen so zu konzipieren, dass sie sich nach ihrer Verwendung wieder ökonomisch und ökologisch sinnvoll in ihre Stoffkomponenten se- parieren lassen; Verstärkung des Einsatzes von verwertbaren Abfällen und Rezyklaten bei der Herstel- lung und dem Inverkehrbringen von Erzeugnissen; Verursachergerechte Beteiligung an den Kosten für die Reinigung der Umwelt und die anschließende umweltverträgliche Verwertung und Beseitigung von Abfällen; Anhebung der Recyclingquoten für bestimmte Abfallar ten sowie deren Neuberech- nung; die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von Sie dlungsabfällen (aus privaten Haushalten und Gewerbebetrieben) sollen betragen: ab 1. Januar 2020 zu mindestens 50 Gewichtsprozent, ab 1. Januar 2025 zu mindestens 55 Gewichtsprozent, 6 ab 1. Januar 2030 zu mindestens 60 Gewichtsprozent und spätestens ab dem 1. Januar 2035 mindestens 65 Gewichtsprozent. Außerdem darf die Ablagerung von Siedlungsabfällen auf Deponien spätestens ab dem 1. Januar 2035 höchstens 10 Gewichtsprozent des gesamten Siedlungsabfal- laufkommens betragen. Bezüglich der Trennpflichten wird geregelt, dass die ö ffentlich-rechtlichen Entsor- gungsträger (örE) verpflichtet sind, folgende Abfälle aus privaten Haushaltunge n getrennt zu sammeln: Bioabfälle, Kunststoff-, Metall- und Papierabfälle, Sperrmüll, Textilabfälle (ab 2025), gefährliche Abfälle (ab 2025). Die vorgesehenen Trennpflichten werden in Köln bereits umgesetzt. Darüber hinaus zielt der Gesetzentwurf darauf ab, einen größeren Markt für Recyc- ling-Materialien zu schaffen. Zu den weiteren geplanten Änderungen, die der Entwurf vorsieht, zählt auch eine Pflicht für Händler, Waren benutzbar zu halten. Damit soll verhindert werden, dass Waren, die eigentlich noch h ochwertig sind, vernichtet werden, etwa um Platz in den Regalen zu schaffen – oder weil das Wegwerfen günstiger ist, als zurückge- sandte Artikel wieder neu anzubieten. Das Ausmaß der sogenannten Retouren - Vernichtung ist im Detail nicht bekannt. Deswegen sollen Händler verpflichtet wer- den, offenzulegen, ob sie Waren vernichten und wie viele. Wesentliche Details müssen jedoch über zusätzliche Verordnungen konkretisiert werden. 2.1.2 Umsetzung der EU-Kunststoffprodukte-Richtlinie Am 02.07.2019 ist zudem die Richtlinie (EU) 2019/904 über die Verringerung der Auswirkun- gen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt (EU -Kunststoffprodukte-Richtlinie bzw. EU-Einweg-Kunststoff-Richtlinie) in Kraft getreten. Sie beinhaltet – kurz gefasst – u. a. fol- gende Regelungen: Verbot des Inverkehrbringens (Vermarktungsverbot) bestimmter Wegwerfprodukte (Wattestäbchen, Trinkhalme, etc.), Verbrauchsminderung für bestimmte Einwegkunststoffartikel (z. B. Trinkbecher und Lebensmittelverpackungen), Ausweitung der Herstellerverantwortung und Beteiligung an den Säuberungs- und Entsorgungskosten (u. a. für Zigarettenkippen), 7 Getrenntsammlungsquote für Plastikflaschen, Quote für den Einsatz von Rezyklaten in PET-Getränkeflaschen und Kennzeichnungspflichten für bestimmte Produkte. Diese Richtlinie ist bis zum 03.07.2021 in nationales Recht umzusetzen. 2.2 Bundesrecht – Neues Verpackungsgesetz Zum 1. Januar 2019 ist das Verpackungsgesetz (VerpackG) in Kraft getreten. Das neue Ge- setz beinhaltet weitreichende Neuregelungen gegenüber der bis dato gültigen Verpackungs- verordnung. Durch erweiterte Begriffsbestimmungen sind im Sinne des Verpackungsgesetzes jetzt auch Umverpackungen, Serviceverpackungen und Versandverpackungen explizit als systembeteiligungspflichtig genannt. Die neuen Regelungen sprechen somit einen deutlich größeren Kreis der gewerblichen Erstin- verkehrbringer, z. B. den Onlinehandel, direkt an. Neben umfangreichen Registrierungs- und Meldepflichten seitens der Hersteller bei der neu eingerichteten "Stiftung Zentrale Stel le Ver- packungsregister" (ZSVR) müssen die Dualen Systeme ehrgeizige Recyclingquoten einhalten. Ab dem 1. Januar 2019 steigen die Anforderungen an die Verwertung von Verpackungen und dann nochmals zum 1. Januar 2022. Die Systeme sind verpflichtet, im Jahresmittel mindestens die folgenden Anteile der bei ihnen lizensierten Verpackungen der Vorbereitung zur Wieder- verwendung oder dem Recycling zuzuführen: Material bisher ab 01.01.2019 ab 01.01.2022 Glas 75% 80% 90% Pappe, Papier, Kartonage 70% 85% 90% Eisenmetalle 70% 80% 90% Aluminium 60% 80% 90% Getränkekartons 60% 75% 80% Sonstige Verpackungen 60% 55% 70% Kunststoffe (Werkstoffliche Verwertung) 36% 58,5% 63% Mit dem § 21 ,,Ökologische Gestaltung der Beteiligungsentgelte" nimmt das Verpackungsge- setzt erstmals die Dualen Systeme in die Pflicht, Materialien und Materialkombinationen zu fördern, die unter der gegenwärtigen Sortier - und Verwertungstechnik zu einem hohen Pro- zentsatz recycelt werden können. Eine wesentliche Veränderung ist auch, dass jetzt ein Vertragsabschluss zwischen den Dua- len Systemen und dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger erfolgen muss. 8 2.3 Abfallrecht Nordrhein-Westfalen – Das Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetz Die Anforderungen an Abfallwirtschaftskonzepte und Abfallbilan zen richten sich auch nach Landesrecht. Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger erstellen bis zum 31. März jeweils für das abgelaufene Jahr eine Bilanz über Art, Menge und Verbleib der entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Soweit Abfälle nicht verwertet wurden, ist dies zu begründen. In den Abfallbilanzen sind zumindest das Aufkommen bzw. die Entsorgung von Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfällen getrennt darzustellen. Mit der Neufassung der EU -Abfallrahmenrichtlinie und der Umsetzung in nationales Recht über eine entsprechende Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wird auch das Lan- desabfallgesetz Nordrhein-Westfalen (LAbfG NRW) novelliert. Es wird zum Landes-Kreislauf- wirtschaftsgesetz (LKrWG NRW). 9 3 Beratung und Kommunikation 3.1 AWB-Service-Center Das Service-Center der AWB ist nach wie vor die erste Anlaufstelle für die Kölner Bürgerinnen und Bürger, um Fragen rund um die Themen Abfallvermeidung und Verwertung zu beantwor- ten. Neben der Beratung werden vor allem Termine vereinbart, um Sperrmüll, Elektrogroßge- räte oder Grünschnitt abzuholen. Die Anzahl der Kundenkontakte des Service -Centers lag im Berichtsjahr 2019 bei rund 363.000 Kontakten, wovon 177.000 Kontakte telefonisch und 186.000 Kontakte Online erfolg- ten. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Wachstum bei den Online kontakten von 31 % ver- zeichnet und ein Rückgang in der telefonischen Kontaktaufnahme von 20 %. Das Gesamtvo- lumen an Anrufen konnte bedingt durch eine schnellere Gesprächsannahme und gute Erreich- barkeit (87 % im Jahresmittel) insgesamt um 3 % reduziert werden. 3.2 AWB-Internetseite Die AWB-Internetseite wird mehr und mehr zum Nachschlagewerk in Sachen Abfallvermei- dung und Verwertung für die Kölner Bürgerinnen und Bürger: Nutzer der AWB-Internetseite 2017 2018 2019 Nutzer (User) 516.066 537.441 623.536 Sitzungen (Mehrfach-Nutzer Ø 2 Aufrufe/a) 911.120 1.027.197 1.198.520 Seitenaufrufe (Aufrufe mehrerer Seiten) 2.823.812 2.801.053 3.221.337 Auf der Internetseite der AWB befindet sich unter dem Menüpunkt „Abfallvermeidung & Tipps“ (https://www.awbkoeln.de/abfallvermeidung/) eine Vielzahl von Informationen und Hinweisen rund um das Thema Abfallvermeidung und Verwertung (siehe unten). Zum Beispiel wird an- hand von Videoclips gezeigt, wie man Abfälle trennt, wie sie aufbereitet, recycelt und zu neuen Produkten verarbeitet werden. Internetseite der AWB (Quelle: AWB Köln). 10 3.3 Der Abfall- und Wertstoffkalender Alle wichtigen Informationen rund um die Themen Abfall und Entsorgung, Stadtreinigung und Winterdienst gibt es im Abfall- und Wertstoffkalender. Der Abfallkalender wurde in 2019 zum letzten Mal in der Auflage von 645.000 Exemplaren gedruckt. Zukünftig wird er überwiegend digital angeboten und nur noch in Ausnahmefällen als gedrucktes Exemplar zugesandt. Da- mit werden insbesondere Rohstoffe und Energie, aber auch Kosten eingespart. 3.4 Pädagogische Maßnahmen, Betriebshofführungen, Beratungen Im Rahmen der pädagogischen Arbeit an Tageseinrichtungen für Kinder und Schulen wurden 2019 insgesamt bei ca. 420 Beratungen und 240 Betriebshofführungen knapp 12.700 Kinder und Jugendliche sowie 1.900 Erwachsene beraten. Thematisch wurde immer mehr Wert auf die Themen Abfallvermeidung und sortenreine Wertstofftrennung gelegt. Dazu wurden ziel- gruppengerechte Materialien konzipiert, unter anderem auch kindgerechte Trennvideos oder Arbeitsblätter für Schulen. In Tageseinrichtungen für Kinder wird jährlich ein Umwelttheater angeboten, zu dem alle am AWB -Beratungsangebot teilnehmenden Einrichtungen des aktu- ellen Kita-Jahres eingeladen werden. Erlebnispädagogisch werden dabei die Vorschulkinder angesprochen und animiert, sich aktiv an den Themen zu beteiligen. In Schulen fanden von 2016 bis 2019 insgesamt 14 Veranstaltungen der Multivision e. V. mit dem Thema REdUSE statt. Hierbei wurden unter anderem Themen wie Ressourcenschutz, Abfallvermeidung sowie Recycling thematisiert und mehr als 6.000 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren erreicht. Auch Vereine, Institutionen und Einzelpersonen wurden im Rahmen von Festen, Veranstal- tungen und Beratungen erreicht. Dabei konnten mit 260 Aktionen vor Ort und knapp 50 Be- triebshofführungen am Betriebshof Maarweg mehr als 7.100 Kinder und Jugendliche sowie 7.500 Erwachsene beraten werden. Zu diesen Aktionen zählen unter an derem die „Aktion Straßenland“, der „Tag des guten Lebens “, der „Rhein-Energie-Marathon“ und der „Rhine- Clean-Up Day“. Die Angebote werden sehr gut angenommen und weiterempfohlen. Der Restmüll hat in den letzten Jahren konstant abgenommen, was sowohl auf die Angebote der AWB aber auch auf überregionale Angebote und einem allgemein verstärkten gesellschaftlichen und politischen Bemühen um mehr Ressourcen - und Klimaschutz und eines entsprechenden wachsenden Bewusstseins zurückzuführen ist. 3.5 Grill-Scouts Auch 2019 waren die Grill-Scouts wieder in Grünanlagen und Parks unterwegs, um Besu- chende und Grillende anzusprechen. Bei 31 Aktionen an Schönwetter-Wochenenden und Fei- ertagen wurden mehr als 28.500 Menschen erreicht und 3.700 sogenannte „After Grill Büggel“ verteilt. Insgesamt stehen in den Grünanlagen 26 Unterflurbehälter mit einem Fassungsver- mögen von je 5 m³ bereit, um die Entsorgung des entstandenen Mülls zu gewährleisten. Zu- sätzlich wurden 30 Aschebehälter aufgestellt, wodurch Brandschäden reduziert werden konn- ten. Die Ausweitung der Grill-Scout-Einsätze wird aktuell geprüft. 11 Grillscouts im Einsatz (Quelle: AWB Köln). 3.6 Kölle putzmunter Seit 2001 gibt es die Aufräum- und Saubermachaktion „Kölle putzmunter“ in Köln. Engagierte Kölnerinnen und Kölner organisieren eine Art Frühjahrsputz in ihren Stadtteilen und setzen sich so für mehr Sauberkeit und Nachhaltigkeit ein. Sie sind echtes Vorbild für Köln. In 2019 wurden über 400 Aktionen durchgeführt, an denen rund 1.650 Personen teilgenommen ha- ben. Die Aktionen finden in jedem Jahr mehr Zuspruch. In 2019 hat sich die Zahl der teilneh- menden Personen um 45 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die AWB unterstützt die Aktion und stattet die Müllsammler mit Handschuhen, Zangen und Müllsäcken aus und übernimmt am Ende die Entsorgung des Unrats. Die Aktion Kölle putzmunter wird seit vielen Jahren von der AWB unterstützt. Logo „Kölle putzmunter“. 12 In der folgenden Tabelle sind nochmals alle Aktionen zahlenmäßig zusammengefasst: Bezeichnung Anzahl der Aktionen Teilnehmende, erreichte Personen Kölle Putz munter 405 1.650 Teilnehmer 45 % mehr als im Vorjahr Beratungen in Schulen 420 12.700 Kinder Betriebshofführungen 290 1.900 Erwachsene Beratung von Vereinen, In- stitutionen, Veranstaltungen 260 7.100 Kinder/Jugendliche 7.500 Erwachsene Einsätze der Grill-Scouts 31 28.500 3.7 Littering Littering ist ein typisches Phänomen unserer Wohlstands - und Wegwerfgesellschaft. Als Lit- tering wird die Verschmutzung des öffentlichen Raumes durch das achtlose Wegwerfen von Abfällen, wie Zigarettenkippen, Kronkorken, Kaugummis, Plastikbecher und Fast-Food-Verpa- ckungen, bezeichnet. Littering bedeutet einen erhöhten Arbeitsaufwand für die Entsorgungs- betriebe verbunden mit höheren Kosten für alle Kölnerinnen und Kölner. Die Sauberkeit wird in Umfragen und Erhebungen immer wieder bemängelt, zuletzt auch in der Kölner Jugendbefragung 2018 von der jüngeren Bevölkerung. Insofern wird mit öffentlich-wirksamen Maßnahmen versucht, die Menschen stärker zu sensi- bilisieren und ein Be wusstsein dafür zu schaffen, weniger Abfälle achtlos in die Umwelt zu werfen. In 2019 ist die Zahl der Littering bedingten Reinigungsaufträge über die „Sag´s uns“ - App weiter gestiegen, da immer mehr Menschen sehr sensibel auf das achtlose Wegwerfen von Abfällen reagieren. Für sie ist es wichtig, dass Köln sauber bleibt. „Sag´s uns“: Anzahl der Littering-Aufträge Zeitraum 2015* 2016 2017 2018 2019 Mitteilung über Sag´s uns 152 2.296 3.522 5.239 6.058 Littering-Aufträge (gesamt) 6.613 7.231 10.885 13.774 15.792 * Die App „ Sag´s uns“ wurde Ende Oktober 2015 aktiviert. 3.8 Aktion Biotonne Deutschland Seit drei Jahren nimmt die AWB an den bundesweit durchgeführten Aktionswochen zur Bio- tonne teil. In dieser Zeit wird intensiv zum Thema Bioabfälle und Kompostierung informiert. Die REWE AG stellt für die Aktion Biotonne Deutschland ihre Geschäftsräume für Beratungen zur Verfügung. In rund 20 Kölner REWE-Filialen wurden Beratungen durchgeführt. 13 4 Maßnahmen zur Abfallvermeidung Die Abfallsatzung der Stadt Köln bietet Anreize zur Abfallvermeidung. Wenn die Wertstoffton- nen genutzt werden, kann das Mindestrestabfallbehältervolumen von 35 l auf 20 l verringert werden. In Köln gibt es eine Vielzahl von Vereinen, Initiativen, Bewegungen, Startups, Second-Hand- Läden, Unverpackt-Läden, Kleiderkammern, Lebensmittel -Rettern, -Fair-Teilern und viele mehr, die sich täglich für Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit stark machen und sich für die weitere Nutzung der Güter einsetzen. Die Berichterstattung in den verschiedenen Medien u. a. zum Thema Meeres- und Umweltver- schmutzung durch (Nano)-Plastik oder die Aktionen der Klima -Aktivisten „Fridays for Future“ haben aktuell einen starken Einfluss auf das Konsum - und Abfallverhalten der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auf die jüngere Generation. 4.1 Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) Die Europäische Woche der Abfallvermeidung ist die größte Kommunikationskampagne zu Abfallvermeidung und Wiederverwendung in Europa. Anhand von praktischen Maßnahmen wird den Bürgerinnen und Bürgern aufgezeigt, was sie zur Abfallvermeidung tun können, um der Wegwerfgesellschaft entgegen zu wirken. Alle Europäerinnen und Europäer sollen dafür sensibilisiert werden, mit Alltagsgegen ständen und Ressourcen bewusster umzugehen und , wo immer es geht, Abfälle zu vermeiden. Die AWB nimmt seit 2014 an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung teil, die in de r Regel im November stattfindet. In 2018 stand vor allem das Thema Handy-Recycling im Fo- kus. Die AWB war mit vielen Stand - und Sammelaktionen u. a. bei der Rheinenergie im Ein- satz. Die in der Aktionswoche gesammelten Handys wurden dem Kölner Startup- Unterneh- men „Mobile Box“ überreicht (siehe Kapitel 4.4). In 2019 lautete das Thema der EWAV „Wertschätzen statt wegwerfen: Miteinander und Voneinander ler- nen“. In d er Aktionswo- che vom 16.-24.11.2019 wurde besonders über das Thema Lebensmit- telverschwendung infor- miert und sensibilisiert. Unter dem Motto: „Liebe Deine Stadt und Deine Lebensmittel“ wurden verschiedene Aktionen durchgeführt. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein globales Problem, und allein in Deutschland werden jedes Jahr laut WWF (World Wide Fund for Nature) rund 18 Mio. Tonnen Lebensmittel verschwendet. Quelle: Verband Kommunaler Unternehmen (VKU). 14 4.2 Repair Café’s Initiativen, die sich gezielt für eine Wiederverwendung und damit einer Reparatur von Gegen- ständen einsetzen, sind die bundesweit aktiven Repair Café‘s und vergleichbare Einrichtun- gen. Beispielhaft sei hier das Bürgerzentrum Ehrenfeld genannt, das monatlich ein Repair Café anbietet. Hier können sich B ürgerinnen und Bürger informieren (Hilfe zur Selbsthilfe) , oder das defekte Gerät oder Kleidungsstück wird direkt vor Ort von Fachleuten repariert. Wei- terhin gibt es das Repair Café in Porz, die Ding Fabrik in Nippes u. a. Die AWB unterstützt das Repair Café in Ehrenfeld. Hier wurde eine Sammelbox für defekte Elektrokleingeräte aufgestellt, die regelmäßig von der AWB geleert wird. So werden nicht re- parierbare Elektrokleingeräte dem Recycling zugeführt. 4.3 Kölner Initiativen Die Verbraucherzentrale NRW hat eine Mit-Mach-Karte ins Leben gerufen. Jeder Verein, jede Initiative und jeder Einzelne, der zu den Themen Lebensmittelretten und selbst anbauen, Teilen und Tauschen, Fahren und Transportieren, Reparieren und Upcyceln, Abfall vermeiden einen Beitrag leisten möchte, kann sich bei der Verbraucherzentrale NRW unter https://www.mehrwert.nrw/mitmachen/karte registrieren. Für Köln gibt es 84 Einträge. 4.4 Pilotprojekt Handy- und Smartphone-Sammlung In einem Pilotversuch der AWB von Mitte 2018 bis Ende 2019 wurden an fünf verschiedenen Standorten in Köln alte Handys und Smartphones gesammelt und dem Kölner Startup „Mobile Box“ zur Aufbereitung zur Ver fügung gestellt. Das Kölner Unternehmen bereitet die Handys und Smartphones auf, so dass sie weiterhin genutzt werden können. Insgesamt wurden in dem genannten Zeitraum 3.143 Handys und Smartphones gesammelt. Davon konnten 125 (4 %) weiter genutzt werden. Defekte Geräte werden stofflich verwertet. Die Erlöse in Höhe von 850 € wurden dem Förderverein für krebskranke Kinder e. V. Köln gespendet. In 2020 werden drei der fünf Sammelstellen aufgelöst, eine andere Sammelstelle kommt hinzu. Die noch zur Verfügung stehenden zwei weiteren Behälter sollen in wechsel nden Verwaltungsgebäuden bzw. Stadthäusern aufgestellt werden. Ziel ist es, zunächst repräsentative Sammelquoten zu ermitteln, bevor eine Ausweitung der Sammlung in Frage kommen kann. 15 Sammelbox auf Wertstoffcenter Sammelbox im Bürgeramt Innenstadt (Quelle: AWB Köln). 4.5 Coffee to go Seit der Einführung der Website www.coffee-to-go.koeln im März 2018 hat sich die Zahl der Teilnehmenden (Einzelhandel, Bäckereien, Cafés u. a.) auf 243 Ausgabestellen kontinuierlich erhöht. An diesen 243 Kaffeeausgabestellen können Kaffeetrinkende ihren eigenen Mehrweg- becher befüllen lassen oder aber ihren Kaffee in einem (Pfand)-Mehrwegbecher konsumieren. Auch die Berichterstattung in den Medien und die öffentlichen Diskussionen sorgen dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger immer stärker für das Thema Abfallvermeidung durch Mehrweg- becher sensibilisiert werden. Aktuell werben ein Fast -Food-Restaurant und eine namhafte Tankstelle mit einem Preisnachlass, wenn der Kaffee in einem Mehrwegbecher konsumiert wird. Auch das Rheinenergie-Stadion hat zwischenzeitlich auf Mehrwegbecher umgestellt, und auch beim Köln-Marathon und beim Kölner Karneval werden Mehrwegsysteme angeboten und ge- testet, um Abfälle zu vermeiden. In 2019 hat die AWB entlang der Marathonstrecke Auffang- körbe für Getränkebecher installiert, um die benutzten Becher einer Wiederverwendung bzw. bestmöglich einer Verwertung zuzuführen. 16 5 Maßnahmen zur Abfallverwertung 5.1 Haushaltsnahe Wertstoffsammlung im Holsystem In Köln gibt es sei t 2007 ein flächendeckendes Holsystem, um die Wertstoffe Altpapier, Bio- abfall, Leichtverpackungen (LVP) sowie stoffgleiche Nichtverpackungen (sNVP) aus Metall und Kunststoff haushaltsnah zu trennen. Die Anschlussquoten am Holsystem liegen beim Alt- papier bei knapp 89 %, die Quote der Wertstofftonne liegt aktuell bei rd. 85 %, die der Biotonne bei rd. 62 %: Anschlussgrad an die Wertstoffbehälter Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 Altpapier 86,93 % 87,41 % 87,80 % 88,30 % 88,72 % Wertstoffe (LVP) 82,75 % 83,44 % 83,96 % 84,65 % 85,36 % Bioabfälle 56,13 % 57,75 % 59,01 % 60,23 % 61,56 % Alle Anschlussgrade der Wertstoffbehälter haben sich weiter hin erhöht. Aufgrund der bereits erreichten hohen Quoten verlaufen die weiteren Anstiege nur n och langsam. Die Ursachen hierfür sind begrenzte Platzangebote insbesondere in Gebäuden mit Kellerstandorten in der Innenstadt, aber auch in dichtbebauten Stadtteilen wie Nippes, Ehrenfeld, Deutz u. a. In den Außenbezirken mit ausreichendem Platzangebot gibt es hingegen die höchsten Anschluss- quoten, insbesondere bei der Biotonne. Des Weiteren werden Sperrgut nach Anmeldung, Grünschnitt in den Aktionswochen und Elekt- rogroßgeräte kostenlos abgeholt. Elektrokleingeräte sowie Schadstoffe können an den Schad- stoffmobilen vor Ort entsorgt werden. 5.2 Entsorgungsmöglichkeiten im Bringsystem Auf den beiden Wertstoffcentern (WSC) der AWB kann eine Vielzahl an verschiedenen Abfäl- len und Wertstoffen entsorgt werden. Durch die sortenreine Erfassung vor Ort können viele Fraktionen einer direkten Verwertung und damit dem Recycling zugeführt werden. In 2019 wurden auf beiden WSC rund 50.000 t Wertstoffe und Sperrgut einer weiteren Aufbereitung zugeführt. Altglas und Altkleider werden ebenfalls im Bringsystem entsorgt. Für Altglas gibt es stadtweit rund 1.000 Depotcontainer -Standplätze, an denen Altglas nach Farben getrennt gesammelt wird. Für die Altglas-Entsorgung sind die Dualen Systeme verantwortlich. Die Menge an Alttextilien konnte auch in 2019 gesteigert werden. Ein Grund dafür ist ein Überangebot an Kleidung mit mehrmals jährlich wechselnden Kollektionen. Fachleute spre- chen von „Fast Fashion“. Leider sind damit auch erhebliche Qualitätseinbußen verbunden. Dies führt auch dazu, dass die Verwertungspreise sinken. Derzeit stehen 539 Altkleider-Con- tainer der AWB in direkter Nachbarschaft zu den Glascontainern. 17 5.3 Entwicklung getrennt erfasster Wertstoffe (Hol- und Bringsystem) Abfallfraktion 2015 2016 2017 2018 2019 Altpapier 61.849,27 62.156,00 63.396,44 60.457,28 58.505,37 Altglas 17.438,97 18.474,92 17.840,37 18.017,53 18.268,65 Altkleider 2.974,64 3.247,45 3.545,93 3.719,51 3.834,52 Bioabfälle 37.007,16 39.409,01 39.819,14 38.092,36 39.766,49 Altholz 9.999,31 9.629,24 10.350,30 10.877,18 10.209,73 E-Schrott 6.519,04 6.464,03 6.529,06 5.995,26 6.328,73 Grünabfälle 8.676,73 9.324,67 8.288,43 8.024,12 9.556,62 Metalle, Schrott 2.210,41 2.308,79 2.377,93 2.150,85 2.234,95 Wertstoffe, LVP 25.950,74 26.664,04 26.958,49 27.513,46 28.071,93 Summe 172.626,27 177.678,15 179.106,09 174.847,55 176.776,99 Einwohner (EW) 1.069.192 1.081.701 1.084.795 1.089.984 1.091.819 kg pro EW/Jahr 161,5 164,3 165,1 160,4 161,9 In 2019 wurden seit 2015 die höchsten Mengen gesammelt bei Altkleidern, Grünabfällen sowie Wertstoffen (LVP). Altpapiermengen sind für 2017 bis 2019 betrachtet rückläufig. Altglas und Bioabfälle sowie Altholz, E-Schrott sowie Metalle und Schrott befinden sich 2019 – verglichen mit den Vorjahren – auf einem hohen Niveau. Eine klare Entwicklungsrichtung ist ins ofern zurückliegend betrachtet nicht erkennbar. Die Summe der getrennt erfassten Wertstoffe ins- gesamt erreicht in 2019 seit 2015 betrachtet den dritthöchsten Wert. Dies trifft auch auf die Zahl der pro Kopf im Jahr getrennt gesammelten Wertstoffe zu, die d as Bevölkerungswachs- tum berücksichtigt. Trotz der gestiegenen Anschlussquote für Altpapier sind die diesbezüglichen Sammelmengen in den letzten Jahren nicht konstant gestiegen. Das trifft auch für die Bioabfälle zu, deren Men- genaufkommen stark von der Witt erung abhängig ist. Entsprechend der gestiegenen An- schlussquote sind die Wertstoffmengen (LVP) in den letzten Jahren konstant gestiegen. 5.4 Schadstoff-Sammlung, Kleinmengen Asbest Die Menge an gesammelten Schadstoffen konnte im Vergleich zu 201 7 um rund 30 Tonnen gesteigert werden. In Summe werden jährlich etwa 800 Tonnen an Schadstoffen entsorgt. Seit 2017 werden bei der AVG Ressourcen zudem auch asbesthaltige Abfälle angenommen. Hier- bei handelt es sic h z. B. um Eternit -Platten und -Blumenkästen. Die Menge betrug in 2019 rund 11 Tonnen, in 2017 waren es noch 3,8 Tonnen. 18 6 Mengenentwicklung und Prognose Abfallart ASN 2015 2017 2019 2015: 2019 Ziel 2027 Gemischte Siedlungs- abfälle [ t ] Summe 294.105 294.031 286.937 -2 % 299.200 Restmüll inkl. Kranken- haus-Abfälle 200301 250.114 249.135 242.666 -3 % 253.500 Sperrmüll 200307 43.248 44.130 43.461 0 % 44.900 Schadstoffe diverse 743 766 799 8 % 800 Asbesthaltige Abfälle* 170605 0 0 11 100 % 20 Infrastrukturabfälle [ t ] Summe 98.600 97.313 99.243 1 % 105.500 Straßenkehricht 200303 5.322 5.525 4.672 -12 % 5.900 Sonstige gemischte Siedlungsabfälle (inkl. PK-, Hochwasser, Fried- hofs-, gem. Bau-und Ab- bruchabfälle, Altreifen) 200301 u. a. 9.673 10.219 8.600 -11 % 11.000 Abfälle aus Kanalreini- gung 200306 1.764 1.370 1.478 -16 % 1.500 Schlämme aus der Ab- wasserreinigung 190805 77.726 74.952 78.532 1 % 81.800 Boden und Steine (Mi- neralik Friedhöfe) 200202 4.115 5.247 5.962 45 % 5.300 Biogene Abfälle [ t ] Summe 69.049 73.981 78.805 14 % 82.100 Bioabfall 200201 37.007 39.819 39.766 7 % 47.700 Grünabfälle (WSC u. a.) 200201 9.871 9.419 9.227 -7 % 9.400 Grünabfälle aus Kölner Grünanlagen 200201 22.171 24.743 29.812 34 % 25.000 Getrennt gesammelte Wertstoffe [ t ] Summe 127.104 131.256 127.771 1 % 135.600 Altpapier 200101 61.849 63.396 58.505 -5 % 63.600 Altkleider 200111 2.975 3.546 3.835 29 % 4.200 E-Schrott diverse 6.519 6.529 6.329 -3 % 7.500 Altholz 200138 9.999 10.350 10.210 2 % 11.000 Metalle 200140 2.210 2.378 2.235 1 % 2.400 Wertstofftonne 150106 25.951 26.958 28.072 8 % 28.300 Kunststoffe (WSC) 200139 162 259 317 96 % 300 Glas 150107 17.439 17.840 18.269 5 % 18.300 Summe [ t ] 588.858 596.581 592.756 1 % 622.400 Einwohner 1.069.192 1.084.795 1.091.819 2 % 1.150.000 Pro Einwohner in kg 551 550 543 -1,5 % 541 Verwertungsquote (stofflich) 57,4 % 58 % 58,9 % 1,5 % 59 % *Asbesthaltige Abfälle werden erst seit 2019 bei der AVG angenommen. 19 6.1 Entwicklung der Kölner Abfallmengen von 2015 bis 2019 Insgesamt betrachtet haben die Abfallmengen seit 2015 mit rd. +1 % leicht zugenommen. Zu- gleich hat die Bevölkerungszahl im gleichen Zeitraum um rd. +2 % zugenommen. Pro Kopf und Jahr hat die Abfallmenge insgesamt seit 2015 somit um rd. -1,5 % abgenommen. Dem- gegenüber konnte die Verwertungsquote um +1, 5 % gesteigert werden. Pro Kopf fallen sei t 2015 somit weniger Abfälle an, und es werden mehr angefallene Abfälle verwertet. In 2019 wurden rd. 59 % der angefallenen Kölner Siedlungsabfälle stofflich verwertet (Input)1. Die ver- bleibenden 41 % werden ther misch bzw. energetisch in der Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) der AVG verwertet. Die bei der Verbrennung freiwerdende Energie wird zur Stromer- zeugung und Wärmeversorgung genutzt. Pro Kopf fielen 543 kg Abfall im Jahr an, davon entfielen rd. 222 kg auf Restabfall (ohne Kran- kenhausabfälle). Werden die einzelnen Abfallbereiche betrachtet, ergibt sich ein differenzierteres Bild: Gemischte Siedlungsabfälle haben seit 2015 um rd. -2 % abgenommen. Maßgeblich ist dies auf sinkende Restabfallmengen zurückzuführen. Infrastrukturabfallmengen sind seit 2015 nahezu konstant geblieben, haben zuletzt aber zugenommen. Friedhofsabfälle haben stark zugenommen (+45 %), Abfälle aus der Kanalreinigung sowie Straßenkehricht sind um -16 % bzw. -12 % zurückgegangen. Biogene Abfälle haben seit 2015 insgesamt zugenommen (+14 %), darunter Bioabfälle um +7 % und Grünabfälle um +27 %. Die Menge an Grünschnitt aus dem Kölner Stadt- gebiet ist in 2019 deutlich gestiegen, da viele Sträucher und Bäume aufgrund der Tro- ckenheit in 2018 abgestorben sind oder vorsichtshalber gefällt werden mussten, wie z. B. verschiedene Buchen und Nadelbäume. Demgegenüber nahmen die getrennt er- fassten Mengen an Bioabfällen aus der Biotonne mit +7% vergleichsweise moderat zu, bei dennoch steigenden Behälterzahlen. Hierfür sind insbesondere klimatische Verän- derungen wie die heißen und trockenen Sommer in 2018 und 2019 verantwortlich. Durch die deutlich wärmeren Temperaturen sinken der Wassergehalt in den Pflanzen und damit das Gewicht. Zudem wird das Wachstum (Rasenschnitt) unterbrochen. Die Menge der getrennt gesammelten Wertstoffe (ohne biogene Abfälle) ist seit 2015 etwa konstant geblieben (+1 %). Zuwächse sind insbesondere im Bereich der Altkleider (+29 %), der Wertstoffe (+8 %, auf Wertstoffcentern +96%) und beim Altglas (+5 %) zu verzeichnen. Rückläufig waren dagegen die Altpapier- (-5 %) und E-Schrottmengen (- 3 %). Im Bereich Altkleider macht sich der Fast Fashion Trend bemerkbar. Die Ent- wicklung der Wertstoffe ist auf die immer noch steigenden Verpackungsmeng en aus Kunststoff zurückzuführen. Beim Altpapier macht sich ein verändertes Konsumverhal- ten bemerkbar, da zunehmend Einkäufe online über den Versandhandel getätigt wer- den. Damit steigt der Verpackungsanteil, vorwiegend Kartonagen. Zudem werden im- mer wenige r Zeitungen und Illustrierte gedruckt. . Informationen werden mehr und mehr digital konsumiert und Nachrichten per Smartphone gelesen. Dies bestätigt auch der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP), wonach die Produktion von grafischen 1 Entsprechend der aktuellen gesetzlichen Grundlagen sind die Inputmengen bei der Verwertung aus- schlaggebend. Diese Methodik soll zukünftig novelliert werden. Dann soll nicht mehr der Input in eine Anlage zugrunde gelegt werden, sondern der Output, also die Mengen, die tatsächlich verwertet wer- den. 20 Papieren um 8,3 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, während die Menge an Verpackungsmaterial um 0,7 % weiter gestiegen ist. 6.2 Prognose der Abfallmengen bis 2027 Für die im aktuellen Abfallwirtschaftskonzept (AWK) für 2027 prognostizierten Entwicklungen wurden verschiedene Annahmen getroffen, hier die Wichtigsten: Die Bevölkerungszahl nimmt weiter zu und damit steigt die gesamte Abfallmenge, insbesondere der Restmüll. Weltweit wie auch lokal nehmen die Bestrebungen im Klima- und Ressourcenschutz zu. Das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung allgemein wächst. Die Anschlussquoten an die Wertstofftonnen können weiter gesteigert werden und die Bürgerinnen und Bürger trennen auch weiterhin ihre Abfälle. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und Beratungstätigkeiten können noch mehr Wertstoffe getrennt erfasst werden. Alle Maßnahmen haben zur Folge, dass die gesamte Abfallmenge pro Kopf und Jahr auf rd. 541 kg (für Restabfall auf rd. 220 kg) bis 2027 leicht zurückgehen könnte. Um die momentane Mengenentwicklung mit der Prognose für 2027 vergleichen zu können, ist es notwendig, die spezifischen Abfallmengen pro Einwohner und Jahr zu berechnen. Dadurch lässt sich die aktuelle Entwicklung – Zunahme oder Rückgang – der einzelnen Ab- fallfraktionen klar erkennen: Abfallart ASN 2017 2019 2027 Gemischte Siedlungsabfälle kg pro Kopf und Jahr Restmüll 200301 229,7 222,3 220,4 Sperrmüll 200307 40,7 39,8 39,0 Schadstoffe diverse 0,7 0,7 0,7 Biogene Abfälle Bioabfall 200201 36,7 36,4 41,5 Grünabfälle 200201 8,7 8,5 8,2 Getrennt gesammelte Wertstoffe Altpapier 200101 58,4 53,6 55,3 Altkleider 200111 3,3 3,5 3,7 E-Schrott diverse 6,0 5,8 6,5 Altholz 200138 9,5 9,4 9,6 Metalle 200140 2,2 2,0 2,1 Wertstofftonne 150106 24,9 25,7 24,6 Kunststoffe (WSC) 200139 0,2 0,3 0,3 Glas 150107 16,4 16,7 15,9 Gesamt 549,9 542,9 541,2 Einwohner 1.084.795 1.091.819 1.150.000 21 7 Infrastrukturelle Entwicklungen 7.1 Neue Altholz-Aufbereitungsanlage der AVG Am 14. Juni 2019 nahm die AVG Ressourcen am Standort Köln-Niehl die neue Altholz-Aufbe- reitungsanlage offiziell in Betrieb. Die erweiterte neue Anlage – auf Basis der bereits vorhande- nen Anlage – erstreckt sich über eine Gesamtfläche von ca. 15.000 m² und verfügt im Zwei- Schicht-Betrieb über eine Kapazität von bis zu 120.000 Tonnen Altholz jährlich. Die neue Altholz -Aufbereitungsanlage zählt zu den modernsten Anlagen dieses Typs in Deutschland und hält alle aktuell geforderten Umwelt - und Emissionsstandards ein. Großen Wert wird auf die umwelttechnischen Einrichtungen vor allem zur Staubminimierung gelegt. So werden die Holzstäube in der gesamten Anlage über eine Absauganlage mit nachgeschaltetem Filter gesammelt. Beim Brandschutz setzt die AVG Ressourcen ebenfalls neue Maßstäbe. Sprühflutanlagen in allen Lagerboxen, Infrarot-Überwachung hinter der Zerkleinerungstechnik und eine Funkenlöschanlage im Bereich der Filteranlage sorgen für ein hohes Maß an Sicher- heit. Das Altholz stammt vor allem aus dem Bau- und Abbruchbereich. Es werden aber auch Verpa- ckungshölzer, Holz aus der Kölner Sperrmüllsammlung sowie Abfälle aus der holzverarbeiten- den Industrie eingesetzt. Abnehmer der erzeugten Holzhackschnitzel sind die Spanplattenin- dustrie sowie Biomasse-Kraftwerke, in denen aus dem erneuerbaren Energieträger Altholz kli- maneutrale Energie erzeugt wird. Die neue Altholzaufbereitungsanlage der AVG Ressourcen (Quelle: AVG Köln). 7.2 Neue Vergärungsanlage für Bioabfälle der AVG Seit der zweiten Jahreshälfte 2019 wird in der Kompostierungsanlage durch die Inbetrieb- nahme der neuen Bioabfallvergärungsstufe Biomethan erzeugt. Mindestens 1,3 Mio. m³ des 22 Gases sollen zukünftig jedes Jahr in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden. Zentrale Einheit der neuen Anlagentechnik ist der Fermenter. Hier werden Bioabfälle von Mikroorga- nismen zersetzt. Bei diesen Abbauprozessen entstehen verschiedene Gase , vor allem aber Methangas. In eine m vierstufigen Prozess wird das Gas dann weiter aufbereitet und gewa- schen. Aminwäsche heißt dieses Verfahren, in dem alkalische Amine saure Gase wie Kohlen- dioxid und Schwefelverbindungen an sich binden. Übrig bleibt Biomethan, das in die Leitung der Rheinischen Netzgesellschaft eingespeist wird und direkt an die Verbraucher geliefert wird. Es kann zum Heizen oder zur Warmwassererzeugung verwendet bzw. auch für gasbetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden. Von dem eingespeisten Biomethan können ca. 900 Haushalte versorgt werden. Legt man die Studie des Bundesumweltministeriums aus März 2012 „Ökologisch sinnvolle Verwertung von Bioabfällen“ zugrunde, führt das zu einer CO2-Ersparnis von ca. 4.000 Tonnen jährlich. Gärreste aus dem Fermenter gehen zurück in die Kompostierungsanlage und werden mit dem restlichen Bioabfall vermischt und kompostiert. Nach drei bis vier Wochen ist daraus Kompost geworden. Die für die Vergärung notwendige Energie stammt aus der Restmüllverbrennungs- anlage. Diese Verknüpfung ist erstmalig in Deutschland realisiert worden. Die neue Vergärungsanlage der AVG Kompostierung (Quelle: AVG Köln). 7.3 AWB-Betriebshof Christian-Sünner-Str. Da der AWB-Betriebshof Gießener Str. der Erweiterung der Fachhochschule Deutz wei chen muss, wird in Köln-Kalk in der Christian-Sünner Str. ein neuer Betriebshof gebaut. 23 Am neuen rechtrheinischen Standort werden alle von der AWB im rechtsrheinischen Bereich zu erbringenden Leistungen abgedeckt. Hierzu zählen die Logistik der Abfallwirtschaft und der Stadtreinigung inklusive Winterdienst, der Containerdienst, Werkstattleistungen sowie die all- gemeine Verwaltung. Es werden ca. 620 Mitarbeiter an dem neuen Standort tätig werden. Der Fuhrpark umfasst ca. 160 überwiegend große Fahr zeuge. Am Standort selbst werden bis zu 20.000 Tonnen verschiedener Abfälle pro Jahr umgeschlagen. Bereits bei der Planung wurden die Effekte einer sinnvollen Nachhaltigkeit in Bezug auf Energieeffizienz, Umweltaspekte, Res- sourcenschonung und Innovationen berücksich tigt. Der Umzug in die Christian -Sünner-Str. erfolgt sukzessive ab dem 4. Quartal 2020. Das neue Verwaltungsgebäude am Betriebshof Christian-Sünner-Str. (Modell) (Quelle: AWB Köln). 7.4 Drittes Wertstoffcenter der AWB Der große Vorteil der Wertstoffcenter ist es, dass die angelieferten Abfälle direkt vor Ort ge- trennt werden können. Saubere Monofraktion en wie Altholz, Kartonagen oder Metallschrott können so direkt in die nächst e Verwertungsstufe gehen. Damit steigt die Verwertungsquote für Siedlungsabfälle an, wie es auch im Kreislaufwirtschaftsgesetz gefordert wird. Durch ein weiteres Wertstoffcenter würden die beiden stark frequentierten Wertstoffcenter in Köln- Ossendorf und Köln-Gremberghoven entlastet, die Anfahrtswege für viele Kölner innen und Kölner aus dem südlichen Stadtgebiet verkürzt und damit auch die Anfahrt bedingten Emissi- onen des Anlieferverkehrs abnehmen. Es ist wünschenswert, wenn z. B. im linksrheinischen Süden ein weiterer Standort für ein drit- tes Wertstoffcenter eingerichtet wird. Aktuell werden dafür geeignete Grundstücke gesucht und Möglichkeiten geprüft. 24 7.5 Papierkörbe in Grünanlagen und im öffentlichen Straßenland Um die Sauberkeit in Köln zu verbessern, werden – abhängig vom Bevölkerungswachstum und von Stadtentwicklungsmaßnahmen – immer mehr Papierkörbe im öffentlichen Straßen- land und in den Grünanlagen aufgestellt. Nachfolgend ist die Entwicklung der Papierkörbe seit 2015 dargestellt: Papierkörbe im öffentlichen Straßenland und in Grünanlagen Öffentliches Straßenland 2015 2016 2017 2018 2019 Straßenpapierkörbe 13.810 13.912 14.185 14.239 14.433 Hundekot-Tütenspender 727 759 816 840 888 Unterflurcontainer (KVB-Haltestellen) 103 103 103 103 103 Grünanlagen 2015 2016 2017 2018 2019 Straßenpapierkörbe („Raketen“) - 6.385 7.127 7.590 7.890 Hundekot-Tütenspender - 559 620 675 732 Unterflurcontainer (5 cbm) - 25 25 25 25 25 8 Fazit und Ausblick Die aktuellen Entwicklungen sprechen dafür, dass die für 2027 prognostizierten Abfallmengen und gesetzten Ziele im Abfallwirtschaftskonzept voraussichtlich erreicht werden können. Die Verwertungsquoten entwickeln sich aktuell im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgeset zes. Im nächsten Abfallwirtschaftskonzept werden die Ziele entsprechend der zwischenzeitlich aktua- lisierten gesetzlichen Rahmenbedingungen und der weiteren Entwicklung der Abfallmengen und Verwertungsquoten überprüft und ggf. neu ausgerichtet. Die Abfallvermeidung soll künftig gestärkt werden. Die Abfalltrennung und -verwertung soll für echte, geschlossene Stoffkreis- läufe weiter verbessert werden. Die Kölnerinnen und Kölner sollen noch stärker für einen acht- samen Umgang mit Abfällen im öffentlichen Raum sensibilisiert werden. Das eigenverantwort- liche Handeln soll gestärkt werden. Bei den gemischten Siedlungsabfällen ist bereits ein spürbarer Mengenrückgang zu verzeich- nen. Bei den organischen Abfällen bedarf es hinsichtlich der Bioabfälle noch einer weiteren Steigerung der Mengen; bei den Grünschnittmengen ist dies bereits erreicht. Das für 2027 anvisierte Ziel, die Menge an Bioabfällen um 20 % zu steigern, hat durch die Klimaverände- rungen zunächst einen Einbruch erlitten. Um die Bioabfallmengen zu steigern, werden zurzeit verschiedene Maßnahmen geprüft. Für die Entwicklung der Wertstoffmengen ist ebenfalls eine positive Entwicklung zu erwarten. Die Entwicklung der Altpapiermengen unterliegt jedoch einem weltweiten Trend, der nicht zu beeinflussen. Die Papiermengen nehmen ab und die Mengen der Kartonagen steigen weiter- hin. Die marktgängigen Preise für Papier sind zuletzt regelrecht eingebrochen, was die Er- lössituation aus der Vermarktung erheblich verschlechtert hat. Die Entwicklung der Altkleider- mengen unterliegt ebenfalls dem Trend zur sog. Fast Fashion, der zu Lasten der Qualität geht. Zusammen mit dem Überangebot an Kleidung sind auch hier die marktgängigen Preise zuletzt eingebrochen, was die Erlössituation aus der Vermarktung ebenfalls erheblich verschlechtert hat. Die weitere Entwicklung ble ibt abzuwarten. Ein weiterer Preisverfall kann aktuell nicht ausgeschlossen werden. Im letzten Abfallwirtschaftskonzept wurde bereits verdeutlicht, dass für Köln eine zehnjährige Entsorgungssicherheit gewährleistet ist. Der vorliegende Sachstandsbericht bestätigt dies.
Beratungsverlauf
-
27.08.2020
Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln
TOP 5.1, Entscheidung. Ergebnis: Kenntnis genommen
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