1754/2018
Ankauf eines Kunstwerkes des Künstlers Norbert Kricke für das Museum Ludwig
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 1754/2018 Freigabedatum 28.05.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Ankauf eines Kunstwerkes des Künstlers Norbert Kricke für das Museum Ludwig Beschlussorgan Ausschuss Kunst und Kultur Finanzausschuss Gremium Datum Beschluss: 1. Der Ausschuss für Kunst und Kultur beschließt den Ankauf des Kunstwerkes von Norbert Kricke für das Museum Ludwig. 2. Der Finanzausschuss beschließt die Freigabe in Höhe von insgesamt 180.000 Euro im Teilfi- nanzplan 0402 – Museum Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweg- lichem Anlagevermögen. Ausschuss Kunst und Kultur 19.06.2018 Finanzausschuss 02.07.2018 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen 180.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Norbert Kricke (*1922 Raumplastik Blau , 1952 Stahl gestrichen 115 x 52 x 46 cm Norbert Kricke (1922 – 1984) zählt zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. Mit seinen sogenannten „Raumplastiken“, aus Linien oder Linienbündeln bestehenden, abstrakten ‚Zeichnungen‘ im Raum, verkörperte er die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland mit einem gewissen Nachholbedarf einsetzende Auseinandersetzung mit Formen konstruktiver wie auch gesti- scher Abstraktion in der dritten Dimension. Durch die Thematisierung ausgreifender Bewegung im Raum wollte Kricke dem Betrachter mit seinen Arbeiten ein Gefühl von Freiheit und Neuaufbruch vermitteln. Kricke studierte unter anderem bei Hans Uhlmann, dem Wegbereiter abstrakter Drahts- kulptur in Deutschland. 1964 wurde Norbert Kricke als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, deren Direktor er von 1972 bis 1981 war. Unter anderem war Kricke mit seinen Arbeiten auf der documenta II (1959) und der documenta III (1964) in Kassel vertreten. Bei dem zum Ankauf vorgesehenen Werk von Norbert Kricke – Raumplastik Blau, 1952 – handelt es sich um ein hervorragendes frühes Beispiel seiner aus einer filigranen Linie bestehenden dreidimen- sionalen Arbeiten. In dynamisch winkligen Richtungsänderungen beschreibt die in sich zurückführen- de blaue Stahllinie nahezu schwerelos wirkend Volumen, Ausdehnung und Kraftfelder im Raum. Im Gegensatz zu traditionellen Kernplastiken, die sich als mehr oder weniger geschlossene Massenvo- lumina tendenziell vom sie umgebenden Raum unterscheiden oder abgrenzen, hebt die Raumplastik von Kricke eine solche Trennung von Körper und Raum bewusst auf. Plastische Materie, umschrie- benes Volumen und umgebender Raum verbinden sich zu einer fließenden, dynamischen Einheit 3 ohne engere Begrenzung. Das Werk strahlt in seiner Gestik weit in den freien Raum aus. Im Linien- verlauf suggeriert das Werk die für Krickes Skulpturverständnis wesentliche Einheit von Raum und Zeit. Mit späteren Arbeiten setzte Kricke seine Vorstellung dann verstärkt auch in häufig großformati- gen Arbeiten im öffentlichen Raum um. Der Ankauf schließt eine empfindliche Lücke in der Sammlung des Museum Ludwig, das in seinem Eigenbestand bislang nicht über eine Raumplastik von Norbert Kricke verfügt. Das Werk fügt sich in sinnvoller Weise in die Präsentation deutscher Nachkriegsmoderne ein, konkret in einen derzeit be- stehenden Saal mit Gemälden von Ernst Wilhelm Nay sowie einer Skulptur von Krickes Lehrer Hans Uhlmann. Der Angebotspreis von € 180.000, der sich aus einem Grundpreis von € 240.000 abzüglich eines Mu- seumsrabatts errechnet, ist einem Werk dieser Güte von Norbert Kricke durchaus angemessen. Im Marktvergleich fügt er sich in Anbetracht der Güte des Werkes stimmig in das Preisniveau ein. Mit Blick auf die hohe Qualität kann die Arbeit ausgesprochenermaßen als ein besonderes Museums- stück im Schaffen Krickes bezeichnet werden. Dabei steht sie nicht allein für sich selbst als aus- drucksstarkes Werk, sondern vermag im musealen Kontext auf hohem Niveau den Zeitgeist in der Skulptur jener Jahre zu repräsentieren. Die Arbeit entstammt mit gesicherter Provenienz direkt dem Nachlass des Künstlers. Die Mittel stehen im Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen zur Verfügung. Mit dem Ankauf des Kunstwerkes fallen zusätzlich Transportkosten an, die derzeit noch nicht beziffert werden können. Das Rechnungsprüfungsamt hat die Bedarfsprüfung zur Kenntnis genommen (Az.:141/21/32/18).
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1754/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 29.05.2018
- Erstellt
- 25.05.2018 09:31