SEBD/039/2025
Änderung des Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses für das Projekt „Klärwerk-Süd, Solarfaltdach Regenüberlaufbecken" (I-8030622001)
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Beschlussvorlage
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SEBD/039/2025
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Änderung des Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses für das Projekt "Klärwerk-
Süd, Solarfaltdach Regenüberlaufbecken" (I-8030622001)
Fachbereich:
67 - Stadtentwässerungsbetrieb
Dezernentin / Dezernent:
Stadtkämmerin Dorothée Schneider
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bauausschuss 25.11.2025 Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der Betriebsausschuss beschließt die neuen Gesamtkosten des Bauvorhabens für
das Projekt „Klärwerk-Süd, Solarfaltdach Regenüberlaufbecken“ ( I-8030622001) in
Höhe von 6.771.026 Euro gemäß § 4 Abs. 4 Nr. 3 der Betriebssatzung des
Stadtentwässerungsbetriebes der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Beschlusslage:
Der Betriebsausschuss hat in seiner Sitzung vom 24.10.2023 die Maßnahme
„Klärwerk-Süd, Solarfaltdach Regenüberlaufbecken " (Vorlagen -Nummer:
SEBD/036/2023) mit Gesamtkosten in Höhe von 5.218.159 Euro beschlossen.
Kurzdarstellung:
Der Betriebsausschuss hat am 24.10.2023 einen Ausführungs - und
Finanzierungsbeschluss in Höhe von 5.218.159 Euro (brutto) beschlossen.
Der hier vorliegende Änderungsbeschluss berücksichtigt die entstandenen
Mehrkosten infolge der erfolgten Vergaben, Nachträgen aus der Bauabwicklung
sowie der fortgeschriebenen Kostenberechnung bzw. bepreisten
Leistungsverzeichnisse für die noch ausstehenden Vergabeeinheiten.
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Sachdarstellung:
Darstellung der Maßnahme
Anhand einer Vorstudie und entsprechenden Projektskizzen wurde 2021 das
Potential zur Flächen -Doppelnutzung verschiedener Klärbecken der Düsseldorfer
Klärwerke für die Installation von Photovoltaikanlagen untersucht.
Für den Stadtentwässerungsbetrieb der Landeshauptstadt Düsseldorf (SEBD) war
die Umsetzung eines Pilotprojektes über dem Regenüberlaufbecken (RÜB) des
Klärwerks Düsseldorf -Süd (KWS) sinnvoll, da hier in den nächsten Jahren keine
baulichen Veränderungen/Sanierungen zu erwarten waren.
In circa 6,20 Metern (m) Bauhöhe werden über dem RÜB des KWS 2.520 Leichtbau-
Solarmodule in 60 Bahnen auf eine Stahlkonstruktion aufgespannt. Dazu werden
Elemente der Schweizer Seilbahn -Technologie genutzt. Per Ziehharmonika -Prinzip
können diese Faltbahnen dann in eine Schutzposition ein- und ausgefahren werden.
Dieser Vorgang dauert jeweils rund 60 Sekunden.
Die Photovoltaikanlage wird sich über eine Fläche von circa 10.000 m² erstecken
und eine Leistung von 1,37 MWpeak erbringen. Basierend auf einer Modellrechnun g
für die Sonneneinstrahlung am konkreten Installationsstandort werden damit
jährlich durchschnittlich etwa 1 Mio. kWh an Strom generiert. Dies substituiert einen
Teil des Stromzukaufs durch den Energieversorger des KWS und bringt den SEBD
dem Ziel der Ene rgieneutralität ein Stück näher. Zudem werden durch die
Realisierung der Maßnahme städtische Ziele und Ratsbeschlüsse gestützt, hier vor
allem zu nennen „RAT/111/2021 Düsseldorf wird Klimahauptstadt“. Die Umsetzung
soll konkret circa 463 t CO2/a einsparen.
Die Erschließung bzw. elektrische Anbindung an das Stromnetz des Klärwerks
erfolgt über die Mittelspannungsebene. Da die Stromerzeugungsanlage jedoch
niederspannungsseitig produziert, ist hier der Neubau einer Trafostation notwendig,
welche die Umspannun g der elektrischen Energie realisiert. Zudem ist die
Leitungsführung zu einer klärwerksinternen Mittelspannungs -Station umzusetzen
sowie diverse weitere bauliche Leistungen wie Bestandsanpassungen am Beton, an
Kabelbühnen, Neubau der lokalen Beleuchtung oder der Geländer.
Für die Einbindung in das Leitsystem des KWS wird ein Datenbaustein für die
Datenübermittlung und einer für das Empfangen der Daten vorgesehen.
Dabei erfolgt die Anbindung und Datenübertagung in Rücksprache mit dem IT -
Sicherheitsbeauftragten des SEBD gemäß den Anforderungen an die kritische
Infrastruktur (KRITIS).
Stand der Umsetzung
Die Installationsarbeiten des eigentlichen Solarfaltdaches sind mittlerweile
abgeschlossen. Die Mittelspannungsanlage wurde vergeben und befindet sich in
Fertigung. Weitere Leistungen zur elektrotechnischen Anbindung wie die
Niederspannungsanlage, die Installation des Trafos und die Kabeltrasse zur
Mittelspannungsanlage werden aktuell ausgeschrieben und sollen bei
entsprechender Beschlusslage im Dezember 202 5 vergeben werden. Die
Energieerzeugung ist somit für den Sommer 2026 geplant.
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Mehrkostendarstellung
Bei den verschiedenen Vergaben für die Leistungen zu Bestandsanpassungen und
bauvorbereitenden Maßnahmen zeigten sich trotz Ausschreibung zum Teil
erhebliche Überschreitungen der Kostenberechnungen. Dies ist auf die angespannte
Marktlage für kleine jedoch komplexe Leistungen zurückzuführen.
Der Montagetermin der Solarmodule wurde in diesem Zuge vom Herbst 2024 auf
das Frühjahr 2025 verschoben, so dass über den Winter eine Einlagerung der
Module kostenpflichtig nötig wurde.
Für die Installationsarbeiten d es Solarfaltdaches und der Betonfertigteilstation für
den Trafo mussten schwere Mobilkräne an verschiedenen Positionen rund um das
Becken platziert werden. Eine entsprechende Baugrunduntersuchung zeigte, dass
wegen der Tragfähigkeit des Bodens und vorhande nen unterirdischen Kanälen und
Leitungen zur Umsetzung des Krankonzeptes Bodenverbesserungen und angepasste
Zufahrtstraßen notwendige wurden, die in diesem Umfang nicht in der
Kostenberechnung berücksichtigt waren.
Die neue Mittelspannungsanlage, das Lee rrohrsystem zur niederspannungsseitigen
Einbindung sowie zugehörige Bauleistungen für die Installation der Wechselrichter
mussten basierend auf den eingegangenen Angeboten ebenfalls erheblich über der
Kostenberechnung vergeben werden.
Diese Vergaben veran lassten das Projektteam die Kostenberechnung für alle
ausstehenden elektrotechnischen Arbeiten im Rahmen der Bepreisung der
Leistungsverzeichnisse marktgerecht und anhand von aktuellen Richtpreisangeboten
anzupassen. Man muss heute von einer erheblichen St eigerung der erwarteten
Kosten ausgehen.
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Die nachfolgende Tabelle zeigt den Vergleich der eingetretenen und erwarteten
Kosten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass für dieses Pilotprojekt insbesondere
hinsichtlich der elektrotechnischen Einbi ndung die notwendigen Leistungen an der
Schnittstelle zwischen dem „System Solarfaltdach“ und der Einspeisung in den
Mittelspannungsring des Klärwerkes in der planerischen Konzeption unzureichend
erfasst wurden. Viele Leistungen waren daher in ursprünglich en
Kostenberechnungen weder in den Systemkosten Solarfaltdach noch in den
bauseitigen Kosten ausreichend berücksichtigt. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass
das Projekt auf dem KWS die erste Solarfaltdachanlage des Herstellers mit
vergleichbarer Größe in Deutschland ist.
Die im Beschluss vom 24.10.2023 enthaltenen Gesamtkosten von 5.218.159 Euro
erhöhen sich um insgesamt 1.552.867 Euro auf 6.771.026 Euro.
Die Maßnahme ist im Wirtschaftsplan 2025 und in der Wirtschaftsplanung 2024 -
2028 mit Gesamtkosten i n Höhe von 5.341.672 Euro enthalten. Die zur
Finanzierung der Gesamtkosten fehlenden Mittel werden durch entsprechende
Mittelumschichtungen bereitgestellt.
Über den Klimaschutz-Etat der Stadt Düsseldorf wurde eine Förderung in Höhe der
zum Antragszeitpunk t aktuellen Invest -Nettokosten von 4.291.147,31 Euro
bewilligt. Damit ergeben sich mit den neuen Investitionskosten und unveränderter
Förderung nun Stromgestehungskosten von 16,5 ct/kWh einschließlich
Kapitalkosten, allgemeiner Teuerungsrate, Servicevertra g, Wartung, Ersatz und
Verschleiß sowie Degradation der Solarmodule.
Kostenberechnung AuF
Beschluss
Kummulierte IST Kosten +
fortgeschriebenen
Kostenberechnung
Stand 2023 Stand 02.10.2025
(brutto) (brutto)
Herrichten und Erschließen 391.972 € 1.224.343 €
-ca. 330 T€ Mehrkosten für ausstehende
Vergaben zur Mittelspannungstrasse gem.
verpreistem LV
-ca. 260 T€ Mehrkosten für
Niederspannunsgsseitige Anbindung der PV
Anlage
-ca 230 T Mehrkosten für notwendige
Bestandanpassungen an Becken und betroffenen
Anlagen
Bauwerk - Baukonstruktion 1.389.877 € 1.357.448 € - Stahlbau und Fertigteilstation wie geplant
vergeben und errichtet
Bauwerk - Technische
Anlagen 3.063.010 € 3.571.847 €
-ca. 400 T€ Mehrkosten für die
Mittelspannungsanlage und den Trafo
-ca. 100 T€ Mehrkosten für
Baugrundverbesserungen und Baustraßen gem
Krankonzept, sowie die Einlagerung der PV
Module im Winter 2024/2025
Baunebenkosten 373.299 € 617.388 €
-ca 120T€ Mehrkosten für Planung der
Bestandsanpassungen und die Detailplanung der
Elektrotechnische Anbindung
Gesamtkosten (brutto) 5.218.159 € 6.771.026 € Summe ausgeführte und vergebene Leistungen
Stand 02.10.2025:
5.724.861 €
Bemerkung
Darstellung Kostenentwicklung Änderungsbeschluss
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Terminlicher Ablauf
Nach Beschlussfassung und Freigabe des neuen Kostenrahmens sollen die
verbleibenden Leistungen vergeben werden. Die Fertigstellung des Bauvorhabens ist
für Sommer 2026 vorgesehen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- SEBD/039/2025
- Typ
- Beschlussvorlage
- Datum
- 06.10.2025
- Erstellt
- 02.10.2025 14:29