1324/2018
Wasserqualität im Stadtbezirk Nippes
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
5372 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/02-5 Vorlagen-Nummer 1324/2018 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 5 (Nippes) Wasserqualität im Stadtbezirk Nippes - Anfrage der SPD - Die SPD fragt an: 1. Wird das Wasser des Stadtbezirkes Nippes auf Rückstände von Arznei, insbesondere Antibiotika aus Abwässern der Kliniken und der Landwirtschaft, Hormone und Nanoplastik untersucht und wenn ja in welchen Abständen? 2. Falls derartige Rückstände festgestellt werden, wie werden diese aus dem Wasser beseitigt? 3. Ist sichergestellt, dass alle Verbraucher des Stadtbezirkes Wasser bekommen, das frei von Arz- neimittelrückständen, Hormonen und Nanoplastik ist? 4. Falls Frage 3 mit „Nein“ beantwortet wurde - was gedenkt die Kölner Wasserwirtschaft zu unter- nehmen, um den Menschen rückstandsfreies Wasser zu liefern. 5. Falls Frage 3 mit „Nein“ beantwortet wurde und der Grund dazu, wie in den Medien behauptet Kostengründe dafür maßgeblich sind - Welche Mehrkosten kommen auf die Verbraucher des Stadtbezirkes Nippes zu, wenn entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden, um rückstands- freies Wasser zu garantieren? Die RheinEnergie beatwortet die Fragen wie folgt: Vorbemerkung: Die RheinEnergie setzt sich seit mehr als 60 Jahren für den vorbeugenden Gewässerschutz ein. Das Spektrum reicht von der Interessensvertretung der Arbeitsgemeinschaft Rheinwasserwerke (ARW) und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet (IAWR) zur Qualitätsüberwachung des Rheins bis hin zu den beiden ältesten Kooperationen in Deutschland zwi- schen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft in Wasserschutzgebieten. Wir kümmern uns in nachhalti- ger und vorsorgender Weise um das Lebensmittel Nr. 1 unser Trinkwasser. Zu Frage 1: Sowohl das „Rohwasser“ aus den Grundwasserbrunnen der RheinEnergie als auch das Trinkwasser (nach dem Durchlaufen des Wasserwerks) werden regelmäßig kontrolliert, und das umfasst auch die Kontrolle auf Arzneimittel. Nanoplastik wird über ARW & IAWR im Rhein beobachtet, in unserem Grundwasser ist es nicht nachweisbar. Das Kölner Trinkwasser ist von einwandfreier Qualität, es entspricht in jeder Hinsicht den besonders strengen deutschen gesetzlichen Vorgaben, und es hält alle Grenzwerte sicher ein. Die Untersuchungen erfolgen in regelmäßigen Abständen: im Trinkwasser ab wöchentlich, beim Rohwasser in Abhängigkeit von der Entfernung zu unseren Brunnen zwischen monatlich und 1x jähr- lich. Alle diese Werte sind daran ausgerichtet, dass ein Mensch ein Leben lang mehrere Liter Trink- wasser pro Tag zu sich nehmen kann, ohne irgendwelche Folgen befürchten zu müssen. 2 Das Kölner Trinkwasser hat in aller Regel bereits als Rohwasser vor dem Durchlaufen des Wasser- werks Trinkwasserqualität. Hintergrund: Die RheinEnergie verfügt über ein flächendeckendes Vorsorge- und Überwachungssystem für das von ihr gelieferte Trinkwasser, das bereits weit im Vorfeld auch bei der Beobachtung und Kontrolle der Trinkwasserressourcen im Untergrund ansetzt. Das Wasser für Köln, und somit auch das Wasser für Nippes, stammt aus den Grundwasservorkommen der Kölner Bucht, die von mächtigen Erd- und Gesteinsschichten geschützt sind und im Untergrund natürliche Filterungs- und Reinigungsprozesse durchlaufen. In den Wasserschutzzonen wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten erhebliche Aufforstungen vorgenommen, damit Wälder von oben die Wasservorkommen schützen. In mehreren Arbeitskreisen kooperiert die RheinEnergie zudem mit den Landwirten im Wasserschutzgebiet, es gibt einen intensi- ven Informationsaustausch zu eingesetzten Mitteln, und die Landwirtschaft arbeitet grundwasser- schonend. Unser Grundwasser ist frei von Pestiziden aus der Landwirtschaft. Zu Frage 2: Die RheinEnergie wendet als wesentlichen Aufbereitungsschritt für das Naturprodukt Trinkwasser eine Aktivkohlefilterung an. Diese ist hocheffizient und hält Fremdstoffe aus dem Wasser zurück, die aus Sicht der Trinkwasserversorgung unerwünscht sind, auch die genannten. Zu Frage 3: Die RheinEnergie stellt sicher, dass das von ihr gelieferte Trinkwasser in Bezug auf Hygiene und Qualitätsstandards jederzeit den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Und sie hält auch die Grenzwerte und Vorsorgewerte für die genannten Fremdstoffe sicher ein. Die Sensibilisierung auch der Verbraucher in Ihrem Stadtteil, das sie selbst etwas gegen die Ver- schmutzung der Gewässer tun können, ist eine wichtige Aufgabe. Ein Beispiel: Restmedikamente gehören in den Hausmüll, nicht in die Toilette. Im Wesentlichen sind es sind wir Menschen selbst, die diese Stoffe in die Umwelt abgeben. Dabei greift der vorbeugende Gewässerschutz: was nicht in das Gewässer gelangt, muss auch nicht auf- wendig wieder herausgeholt werden. Zu Frage 4: Siehe oben, Frage ist ja anders beantwortet. Zu Frage 5: Die Darstellung in den Medien entspricht so nicht den Tatsachen: Die gesundheitlichen, hygienischen und gesetzlichen Anforderungen an das Trinkwasser beeinflussen die Kosten, nicht umgekehrt. Da die RheinEnergie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um ein Trinkwasser zu liefern, das den gesundheitlichen und gesetzlichen Anforderungen entspricht, sind keine Mehrkosten zu befürch- ten.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1324/2018
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 23.04.2018
- Erstellt
- 23.04.2018 13:53