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0231/2024

Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der FDP-Fraktion aus der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 23.01.2024 (AN/0010/2024) betreffend "Ausfälle bei der KVB im Jahr 2023"

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 16.04.2024

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Nächste Beratung: Verkehrsausschuss, Sitzung am 23.04.2024

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

10313 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
III/68/681/1 
 
Vorlagen-Nummer 16.04.2024 
 0231/2024 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Verkehrsausschuss 23.04.2024 
 
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der FDP-Fraktion aus der Sitzung des 
Verkehrsausschusses vom 23.01.2024 (AN/0010/2024) betreffend "Ausfälle bei der KVB 
im Jahr 2023" 
Die FDP-Fraktion bittet um die Beantwortung folgender Fragen: 
 
1. „Wie viele Bahn- und Busfahrten der KVB wurden im Jahr 2023 nach Monaten aufge-
schlüsselt prozentual und in absoluten Zahlen aus dem Fahrplan genommen?  
2. Wie viele Bahn- und Busfahrten der KVB sind darüber hinaus im Jahr 2023 nach Mo-
naten aufgeschlüsselt prozentual und in absoluten Zahlen ausgefallen?  
3. Wie viele Bahn- und Busfahrten der KVB mussten darüber hinaus im Jahr 2023 nach 
Monaten aufgeschlüsselt prozentual und in absoluten Zahlen aufgrund ihrer hohen 
Verspätung vorzeitig beendet werden (vorzeitiger Fahrtrichtungswechsel), so dass sie 
ihr fahrplanmäßiges Ziel nicht erreicht haben und in diesem Sinne zumindest ein Teil 
der Fahrt ausgefallen ist? 
4. Wie viel Prozent der Fahrten sind im Jahr 2023 nach Monaten aufgeschlüsselt prozen-
tual und in absoluten Zahlen bei den kommunalen Verkehrsunternehmen in Berlin, 
Hamburg, München, Frankfurt a.M. und Düsseldorf ausgefallen?  
5. Nach Darstellung der KVB im Verkehrsausschuss reichen die neu ausgebildeten Fah-
rerinnen und Fahrer für Stadtbahnen lediglich aus, um die jeweils aktuellen Abgänge 
auszugleichen, aber noch nicht, um den bestehenden Personalmangel zu bekämpfen. 
Wann wird die KVB angesichts der gravierenden Personalprobleme ihre Entscheidung 
im Hinblick auf den Einsatz von Studierenden revidieren und Studierende wieder als 
Fahrpersonal für Stadtbahnen ausbilden?“ 
 
Antwort der Verwaltung 
Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) hat die nachgefragten Werte ermittelt. Diese werden 
in den nachfolgenden Antworten wiedergegeben. Die Prozentsätze der nachfolgenden Tabel-
len können nicht unmittelbar miteinander verglichen werden, da die Anzahl an Wochen-, Wo-
chenend- und Feiertagen in den einzelnen Monaten schwankt und sich somit auch die jewei-
lige Kilometerbasis ändert. 
 
Zu 1.: In der nachfolgenden Tabelle sind für das Jahr 2023 die Abweichungen im Bahnbe-
reich gegenüber dem Regelfahrplan 2022 dargestellt (absolut und prozentual). Neben 
gänzlich entfallenen Fahrten (vgl. erste Spalte) und verkürzten Fahrten sind in der Ta-
belle auch verlängerte Fahrten aufgeführt. Dies sind Fahrten der Linie 13, die von Hol-
weide nach Thielenbruch verlängert wurden, um entfallene Fahrten der Linie 18 in die-
sem Bereich zu kompensieren.

2 
 
    Bahn 2023 
    
Abweichungen vom    
Regelfahrplan 2022 
in Fahrten  
Abweichungen durch   
verkürzte Fahrten  
Abweichungen durch 
verlängerte Fahrten  
    Anzahl  in % Anzahl  in % Anzahl  in % 
Januar   0   0,0          0 0,0          0 0,0 
Februar      1.759   2,2          0 0,0          0 0,0 
März   10.577 12,0   4.673 5,3   3.475 3,9 
April     8.926 10,9   3.917 4,8   2.957 3,6 
Mai   11.046 12,7   4.136 4,7   3.088 3,5 
Juni   10.236 12,1   4.315 5,1   3.217 3,8 
Juli     7.914   9,5   4.454 5,3   3.344 4,0 
August   10.142 11,6   4.673 5,3   3.475 4,0 
September    8.543 10,0   4.454 5,2   3.344 3,9 
Oktober    8.211   9,5   4.315 5,0   3.217 3,7 
November    9.862 11,4   4.315 5,0   3.217 3,7 
Dezember    8.384   9,8   4.096 4,8   3.086 3,6 
Summe Jahr   95.600   9,3 43.348 4,2 32.420 3,2 
 
In Summe waren es im Stadtbahnbereich damit 95.600 + 43.348 - 32.420 = 106.528 
Fahrten bzw. Fahrtanteile. 
 
In der nachfolgenden Tabelle sind für das Jahr 2023 die Abweichungen im Busbereich 
gegenüber dem Regelfahrplan dargestellt (absolut und prozentual). Neben gänzlich 
entfallenen Fahrten (vgl. erste Spalte) sind in der Tabelle auch verkürzte Fahrten auf-
geführt. 
 
    Bus 2023 
    
Abweichungen vom     
Regelfahrplan in Fahrten 
Abweichungen durch   
verkürzte Fahrten  
    Anzahl  in % Anzahl  in % 
Januar    6.109 4,1   1.210 0,8 
Februar    5.263 3,9   1.045 0,8 
März    6.371 4,2   1.265 0,8 
April    5.010 3,6      990 0,7 
Mai    5.540 3,8   1.100 0,8 
Juni    5.838 4,1   1.155 0,8 
Juli    5.880 4,0   1.155 0,8 
August    6.383 4,2   1.265 0,8 
September    5.817 4,0   1.155 0,8 
Oktober    5.844 4,0   1.155 0,8 
November    5.817 4,0   1.155 0,8 
Dezember    5.278 3,7   1.045 0,7 
Summe Jahr    69.150 4,0 13.695 0,8 
 
In Summe waren es im Busbereich damit 69.150 + 13.695 = 82.845 Fahrten bzw. 
Fahrtanteile.

3 
 
Zu 2.: In der nachfolgenden Tabelle sind die Ausfälle im Jahr 2023 nach Monaten aufge-
schlüsselt, die im Rahmen des angepassten Fahrplans (Stadtbahn ab Februar 2023, 
Bus ganzjährig) zusätzlich ausgefallen sind (prozentual und in absoluten Zahlen als 
ausgefallene Nutz-km): 
Ausfälle 2023 gegenüber dem Fahrplan 2023 
             
    Bahn    Bus 
  ausgefallene 
Nutz-km 
Ausfall-
quote in % 
 
ausgefallene 
Nutz-km 
Ausfall-
quote in % 
Januar  114.614 6,6    21.052 1,3 
Februar    96.713 6,7    15.658 1,2 
März    35.020 2,5    32.738 2,3 
April    30.479 2,0    19.520 1,3 
Mai    30.766 2,0    18.517 1,2 
Juni    48.948 3,2    50.467 3,2 
Juli    52.227 3,4    72.751 4,4 
August    50.025 3,1    78.829 4,7 
September    71.162 4,6  102.992 6,2 
Oktober  111.417 7,0    85.397 5,2 
November  132.851 8,5    68.297 4,2 
Dezember  136.907 8,7  129.082 8,1 
Summe Jahr  911.131 4,9  695.299 3,7 
 
Zu 3.: Über Fahrten, die nur zum Teil ausgefallen sind, liegt keine spezifische Auswertung 
vor. Verkürzte Fahrten, die zu Teilausfällen führen, sind aber auch in den unter 2. auf-
geführten Daten enthalten.  
 
Zu 4.: Die kommunalen Verkehrsunternehmen in Köln und in anderen deutschen Großstäd-
ten haben 2023 aufgrund von Ressourcenmangel ihre Leistungen reduzieren müssen. 
Nachfolgende Angaben wurden aus öffentlich zugänglichen Informationen zusammen-
getragen, da detaillierte Daten nicht zur Verfügung stehen. Die Daten können daher 
nicht in dem in der Anfrage gewünschten Detaillierungsgrad bereitgestellt werden.   
 
Köln: 
Die KVB hat zur Steigerung der Zuverlässigkeit gegenüber dem Regelfahrplan 2022 aktuell 
die unter Pkt. 1 aufgeführten Stadtbahn- und Busleistungen ausgesetzt. Dabei wurden im 
Grundsatz nur Verstärkerleistungen in Bereichen des Kölner Stadtgebiets mit alternativen 
Stadtbahn- oder Buslinien gekürzt, so dass das Streckennetz mit wenigen Ausnahmen im 
Busnetz noch vollständig bedient wird. 
 
Berlin: 
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben zur Steigerung der Verlässlichkeit ihren 
Fahrplan angepasst und ihr Busangebot um sechs Prozent reduziert. Angepasst 
wurde dabei das Angebot verteilt auf 44 Buslinien.  
U-Bahnen und Straßenbahnen sind von den Maßnahmen nicht betroffen.  
 
Hamburg: 
Um den Fahrgästen einen stabilen und verlässlichen Fahrplan zu garantieren, hat die 
Hamburger Hochbahn AG (HHA) die Taktzeiten im Jahr 2022 auf vier MetroBus-Linien 
ausgedünnt und bei der U-Bahn die Verstärkerzüge auf zwei Linien, die den regulären 
Fahrplan ergänzen, herausgenommen.  
Anfang 2023 konnten diese Maßnahmen wieder zurückgenommen werden.

4 
 
München: 
Die Münchener Verkehrsgesellschaft mbH(MVG) hat ihr Busangebot seit 2022 zu-
nächst auf 10 und aktuell auf 12 von 94 Linien reduziert. Eine Linie entfällt dabei kom-
plett.  Auf drei Linien entfallen die Verstärkerfahrten. Auf acht Linien wurde der Fahr-
plantakt reduziert.  
Um den Fahrgästen trotz eines Mangels an Fachkräften in den Tramwerkstätten einen 
verlässlichen Fahrplan anzubieten, setzt die MVG die Tramlinie 29 seit den Sommerfe-
rien 2023 nicht ein.  
Die U-Bahn ist von den Maßnahmen nicht betroffen.  
 
Frankfurt a. M.: 
Traffiq als lokale Nahverkehrsgesellschaft bzw. die Verkehrsgesellschaft Frankfurt 
(VGF) hat zum 27. Januar 2024 Maßnahmen zur Stabilisierung des Angebots und Er-
höhung der Zuverlässigkeit der städtischen Bahnen und Busse vorgenommen. Eine 
Buslinie wurde eingestellt. Bei einer U-Bahnlinie und drei Straßenbahnlinien wurden 
Parallelverbindungen eingestellt. Bei vier U-Bahnlinien, vier Straßenbahnlinien und 12 
Buslinien wurden der Fahrplantakt ausgedünnt. Vorübergehend waren mehrere Linien 
entfallen. 
 
Düsseldorf: 
Von der Rheinbahn wurden für 2023 keine Fahrplaneinschränkungen aufgrund von 
Ressourcenmangel bekannt gegeben.  
 
Zu 5.: Die KVB hat zwischen 2006 und 2013 studentische Stadtbahnfahrer*innen eingestellt, 
die hauptsächlich im Spätverkehr und am Wochenende eingesetzt wurden, um das 
hauptberufliche Fahrpersonal bei Sonderverkehren wie Großveranstaltungen zu unter-
stützen. Das Modell zum Einsatz von studentischen Stadtbahnfahrer*innen umfasste 
zuletzt die Teilzeitbeschäftigung von eingeschriebenen Studierenden in einem „Arbeit 
auf Abruf“-Modell. Ziel des Modells war es, Spitzen im Personalbedarf – insbesondere 
an Tagen mit Sonderverkehren oder Betriebsverstärkungen – abzudecken, kurzfristig 
erforderliche Ab- oder Umsetzungen vornehmen sowie kurzfristige Urlaubswünsche 
eher erfüllen zu können.  
  
In der Praxis erwies sich das Modell allerdings auch aufgrund der arbeitsrechtlichen 
Vorgaben (z. B. Ankündigungsfrist vier Tage vor dem Dienst) als nicht so flexibel wie 
geplant. Eine kurzfristige Kompensation von Personalausfällen war mit diesem Modell 
daher nur sehr begrenzt möglich. Darüber hinaus wurden auch die anspruchsvolle Ak-
quise, die schwierige und daher zeitintensive Disposition als auch die beanspruchten 
Ausbildungskapazitäten der geringen und zeitlich meist auf eine kurze Dauer befriste-
ten Produktivität der Studierenden im Fahrdienst gegenübergestellt. Die KVB-eigenen 
Fahrschulkapazitäten wurden mittlerweile zugunsten der Ausbildung von hauptberufli-
chem Fahrpersonal umgeschichtet. Aufgrund der aktuellen Bedarfslage und dem zu-
sätzlichen Aufwand (Akquise, Ausbildung und Disposition) werden daher derzeit keine 
studentischen Stadtbahnfahrer*innen gesucht. 
 
Selbstverständlich bietet die KVB interessierten Studierenden trotzdem Möglichkeiten 
für einen Nebenjob. Neben Positionen für den Direkteinstieg nach dem Studium sind 
beispielsweise aktuell auch wieder verschiedene Werkstudierenden-Stellen ausge-
schrieben: https://www.kvb.koeln/unternehmen/karriere/stellenangebote/in-
dex.html?kat=28. 
 
  
Gez. Egerer

Beratungsverlauf (1)

23.04.2024 Verkehrsausschuss
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0231/2024
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
16.04.2024
Erstellt
16.01.2024 11:18