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2008/0043

Projekt 'INTEGIS - Integration Plus für Darmstadt'

Magistratsvorlage 17.03.2008

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2008/0043

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2008/0043

9448 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
31.03.2008 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat III Dezernat II 
Dezernat IV 
Dezernat V 
Dezernat VI 
Dezernat I 
 
Amt: Grünflächen- und 
Umweltamt  /  EAD 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss  OBW bei abschl. Beschluss-
fassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein 
Öffentlich:     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2008/0043 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Projekt "INTEGIS - Integration Plus für Darmstadt" 
 
Vorlage vom: 17. 3.2008 
 
Beschlussvorschlag: 
Der Magistrat nimmt den anliegenden Bericht zur Kenntnis und stimmt der Auftragsvergabe an die IN-
TEGIS gGmbH in Höhe von rund 80.000,00 Euro für die Pflege der Außenanlagen an Schulen zu. 
 
 
Anlagen:   
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 17.03.2008 
 
Begründung:
 
 
Ziel der Stadt Darmstadt, der ARGE Darmstadt und des Integrationsamtes Hessen ist es, schwerbe-
hinderte und durch vielfache Problemlagen benachteiligte Menschen in das Arbeitsleben zu integrie-
ren, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wird 
eine Kooperation mit der INTEGIS, einem neu gegründeten Integrationsbetrieb, der aus der Stiftung 
Hofgut Oberfeld hervorgegangen ist, eingegangen. Die INTEGIS gGmbH ist der erste Integrationsbe-
trieb in Darmstadt. Träger der INTEGIS ist der GVI Gemeinnützige Verein für Integration e.V.  
 
Der sogenannte Integrationsbetrieb ist in § 132 ff Sozialgesetzbuch, Neuntes Buch (SGB IX) definiert. 
Er hat die Aufgabe, schwerbehinderte Menschen in das Arbeitsleben zu integrieren und diesen be-
nachteiligten Menschen einen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Am Ende der Integrations-
phase (Qualifizierung, Lernen, Üben) soll immer das Angebot regulärer Arbeitsplätze am ersten Ar-
beitsmarkt stehen.  
 
Zielgruppe des Projekts
 
 
Zielgruppe des Projekts sind langzeitarbeitslose Personen mit mehreren gravierenden Vermittlungs-
hemmnissen. Diese individuellen Vermittlungshemmnisse können sein: 
 
∀  Besonders lange Dauer der Arbeitslosigkeit  
∀  Fehlender Schul- und/oder Berufsabschluss  
∀  Alter über 50 Jahre  
∀  Erhebliche gesundheitliche Einschränkungen  
∀  Mangelnde Sprachkenntnisse  
∀  Analphabetismus  
∀  Überschuldung  
∀  Wohnungslosigkeit  
 
Für das Projekt kann sich die INTEGIS vorstellen, mehrere Menschen anzustellen, davon entspre-
chend der gesetzlichen Vorgabe mindestens 40 % vom Versorgungsamt schriftlich anerkannte 
schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 bzw. 30 mit Gleich-
stellung. Die INTEGIS übernimmt somit auch eine Arbeitgeberfunktion für Darmstadt. 
 
Die am Projekt Beteiligten 
∀  Lernen eine feste Tagesstruktur kennen 
∀  Erhalten klare Arbeitsaufträge 
∀  Erlernen fachspezifisches Know-how (Qualifizierung) 
∀  Erlernen Sozialkompetenzen  
∀  Erleben Konfliktfähigkeit im Berufsalltag  
∀  Lernen ihre Arbeitsleistung zu steigern 
∀  Lernen dauerhaft eine bestimmte Arbeitsleistung zu halten 
∀  Lernen persönliche Wertigkeit erfahren (Leistung anerkennen) 
 
Die INTEGIS trifft als Integrationsfacheinrichtung die richtige Auswahl der Projektteilnehmer. 
Unter dem Aspekt des Gender Mainstreaming sollen auch verstärkt Frauen in das Projekt eingebun-
den werden. 
 
Projektbeschreibung

3 
... 
 
Der Integrationsbetrieb INTEGIS soll in Form eines Pilotprojektes für die Dauer von einem Jahr von 
der Stadt Darmstadt beauftragt werden, die Pflege und Reinigung in den Außenanlagen der Schulen 
durchzuführen. In diesem Jahr sollen Erfahrungen mit dem Integrationsbetrieb gesammelt werden, um 
zu sehen, ob und wie erfolgreich ein derartiges Projekt mit dem Ziel der Eingliederung benachteiligter 
Menschen durchgeführt werden kann. Die Aufgaben wurden bislang vom Grünflächen- und Umwelt-
amt im Wege einer öffentlichen Ausschreibung an ortsansässige bzw. in der Region tätige Garten- 
und Landschaftsbaubetriebe vergeben. Darüber hinaus wurden von der INTEGIS Zusagen hinsichtlich 
unentgeltlicher Dienstleistungen in Form weiterer gärtnerischer Pflegeleistungen in Grün- und Parkan-
lagen gemacht. Der Leistungsumfang wird zwischen Grünflächen- und Umweltamt und der INTEGIS 
in den kommenden Wochen detailliert festgelegt. Die Stadt Darmstadt engagiert sich bei einer Verga-
be an INTEGIS damit nicht nur im sozialen Bereich hinsichtlich der Einbindung sozial benachteiligter 
und behinderter Menschen. Die Stadt erwartet bei der Kooperation mit INTEGIS auch mehr Leistung 
auf größerer Fläche aufgrund des unentgeltlichen Teils der Vereinbarung. 
 
Die INTEGIS stellt zwei Anleiter (Landschaftsgärtner/Dipl. Ing. Landschaftsplanung) zur  
Verfügung. Die Anleiter sind im Bereich Garten- und Landschaftspflege etc. versiert. Dies ermöglicht 
eine fachgerechte Anleitung in der täglichen Praxis und eine fundierte theoretische Qualifizierung ne-
ben dem Arbeitsalltag. Die im Projekt beschäftigen Menschen üben sich auf diese Weise im täglichen 
Arbeitsleben (learning by doing) und setzen theoretisch Erlerntes in der Praxis um. 
 
Für die Grünflächenpflege werden von der INTEGIS in Zusammenarbeit und in Abstimmung mit der 
ARGE Darmstadt und dem Grünflächen- und Umweltamt 20 behinderte und/oder benachteiligte lang-
zeitarbeitslose Menschen eingesetzt.  
 
Finanzierung
 
 
Die im Projekt umzusetzenden Aufgaben umfassen im Kern die Pflege der Außenanlagen von insge-
samt 50 Schulen im Stadtgebiet Darmstadt. Dieser Auftrag wird von den folgenden Rahmenbedingun-
gen beschrieben:  
 
• Das Auftragsvolumen für die Pflege der Außenanlagen der Schulen beläuft sich auf ca. 
80.000,00 Euro.  
• Die Mittel sind bei IDA etatisiert.  
• Das Grünflächen- und Umweltamt ist bei dieser Aufgabe als Dienstleister für IDA tätig.  
• Die Auftragsvergabe erfolgt durch das Grünflächen- und Umweltamt. 
 
Weitere Möglichkeiten der Kooperation mit INTEGIS ergeben sich voraussichtlich beim Eigenbetrieb 
Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Darmstadt (EAD). Der EAD unterstützt die Intention des 
Projekts und wird im Jahr 2008 in Zusammenarbeit mit den Betroffenen Arbeitsbereiche wie z.B. Rei-
nigung von Grünflächen, Reinigung von Glasflächen, Unterhaltungsarbeiten im Bereich Behälter und 
Container und administrative Aufgaben analysieren, um konkrete Aufträge an die INTEGIS zu erteilen.  
 
Die im Rahmen der Ausführung der Aufgaben /Durchführung der Projekte entstehenden Personal- 
und Sachkosten werden neben den  Einnahmen von den Auftraggebern auch aus Eigenmitteln der 
INTEGIS finanziert. Notwendige Geräte, Maschinen, Arbeitsausrüstung und andere Ressourcen wer-
den z.B. durch sie getragen. Weitere Zuschüsse von entsprechenden Partnern sind je nach Ausges-
taltung des Projekts notwendig und gewünscht. Der größte Teil der Personalkosten wird zumindest in 
der Startphase der Projekte über unterschiedliche arbeitsmarktpolitische Förderinstrumente durch die 
ARGE Darmstadt mit finanziert werden:

4 
... 
In den Tätigkeitsbereichen, die die Merkmale „Zusätzlichkeit“ und „öffentliches Interesse“ erfüllen, 
können Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einer Arbeitsgelegenheit in der Mehraufwandvariante 
oder über eine Förderung gem. § 16a SGB II eingesetzt werden. Bei dem Instrument des § 16a SGB 
II handelt es sich um das Programm JobPerspektive der Bundesregierung, das arbeitsmarktfernen 
Personengruppen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in einem regulären Arbeitsverhält-
nis ermöglicht.  
 
Tätigkeitsfelder, denen eines der genannten Merkmale fehlt, können von Teilnehmern und Teilnehme-
rinnen, die über die Arbeitsgelegenheit in der Entgeltvariante SGB II gefördert werden, ausgefüllt wer-
den. Für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die die INTEGIS als Stammkräfte und sozialversicherungs-
pflichtig einstellt, können Eingliederungszuschüsse gewährt werden. 
 
Für die Durchführung des Projekts ist auf Grund der einzugehenden finanziellen Verpflichtungen für 
die Pflegevergabe an den Außenanlagen der Schulen in Höhe von rund 80.000,00 Euro die Zustim-
mung des Magistrats erforderlich. Die Leistungen der INTEGIS werden analog zur Auftragsvergabe an 
Privatfirmen vom Grünflächen- und Umweltamt überwacht und entsprechend nach Leistungsstand 
abgerechnet. Sollte der Integrationsbetrieb die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, behält sich 
die Stadt vor, den Auftrag zu entziehen und an Fremdfirmen zu vergeben. 
 
Die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt werden vom Grünflächen- und Umweltamt Ende Oktober 2008 
ausgewertet und dem Magistrat in Form eines Berichts vorgelegt. Für das Jahr 2009 wird neu ent-
schieden, durch wen die Pflege der Außenanlagen an den Schulen durchgeführt wird. Wenn sich die 
Arbeit der INTEGIS bewährt, wäre es denkbar, INTEGIS weiterhin mit der Pflege der Außenanlagen 
von Schulen direkt (freihändige Vergabe) oder über eine Beteiligung an einer Ausschreibung zu be-
auftragen. 
 
 
Aufgestellt: 
Darmstadt, 17.03.2008  
67-0 F                 
/telephonesolid 2900  
 
 
Dezernat I Dezernat II Dezernat III  
 
 
Walter Hoffmann Wolfgang Glenz Klaus Feuchtinger   
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadtrat 
 
 
Dezernat IV Dezernat V Dezernat VI 
 
 
Dr. Dierk Molter Jochen Partsch Dieter Wenzel 
Stadtrat Stadtrat Stadtrat

Beratungsverlauf (6)

TOP 17
TOP 5
TOP 4
TOP 4
TOP 2
TOP 161

Details

Vorlagen-Nr.
2008/0043
Typ
Magistratsvorlage
Datum
17.03.2008
Erstellt
29.09.2026 00:00