Mandari Insight

2032/2023

Mitteilung zur Bürgereingabe nach § 24 GO NRW „Tanzquartier Köln“, Aktenzeichen: 62/23

Mitteilung BV 26.06.2023

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 1 (Innenstadt), Sitzung am 24.08.2023, TOP 9.9

Anlage 2 Antwortschreiben

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Mitteilung BV

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Anlage 1 Eingabe

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Anlage 2 Antwortschreiben

2765 Zeichen

Stadt Köln

Die Oberbürgermeisterin
Bürgeramt Innenstadt
Anregungen und Beschwerden an Rat und
Bezirksvertretungen
Bezirksrathaus Innenstadt
Stadt Köln, 02-1-4, 50605 Köln Ludwigstraße 8, 50667 Köln
www.stadt.koeln

Auskunft

geschaeftsstelle-anregungen-beschwerden@stadt-
koeln.de

Sprechzeiten
Montag bis Freitag : 08.00 bis 12.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Ihr Schreiben Mein Zeichen Datum

62/23 13.06.2023

Bürgereingabe nach $ 24 GO- „Tanzquartier Köln“, Aktenzeichen: 62/23 S
Sehr geehrte,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 11.04.2023. Sie regen an, in einem der in Planung
befindlichen neuen Stadtviertel Parkstadt Süd und Deutzer Hafen - vorzugsweise aber
in Letzterem - durch einschlägige Straßennamen ein „Tanzquartier Köln“ entstehen zu
lassen und machen konkrete Namensvorschläge.

Das Zentrale Namensarchiv hat ihr Anliegen geprüft und teilt mit, dass gemäß der Zu-
ständigkeitsordnung der Stadt Köln, die Bezirksvertretungen - unter Beachtung der
Belange der gesamten Stadt, im Rahmen der vom Rat erlassenen allgemeinen Richtli-
nien - in allen Angelegenheiten, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbe-
zirk hinausgeht, entscheiden.

Dem Entscheidungsrecht der Bezirksvertretungen unterliegen insbesondere die Be-
nennung und Umbenennung öffentlicher Einrichtungen des Bezirks (Straßen, Wege,
Plätze, Schulen, Friedhöfe, Bäder u.a.) in Abstimmung mit dem Zentralen Namensar-
chiv (7.2). E

Da es noch eine Zeit dauern wird bis die Baumaßnahmen am Deutzer Hafen konkret
werden, steht zur jetzigen Zeit noch keine Namensgebung der Planstraßen an.

Das Zentrale Namensarchiv nimmt Ihre Namensvorschläge auf die Vorschlagsliste für
Straßenbenennungen auf und wird diese zur gegebenen Zeit der Bezirksvertretung
zur Beratung vorlegen.

Ihre Eingabe sowie dieses Antwortschreiben erhält die Bezirksvertretung Innenstadt
zur Kenntnis.

Die Ämter und Dienststellen der Stadtverwaltung finden Sie unter www.stadt-koeln.de. Fragen zu den
Dienstleistungen der Stadt Köln beantwortet Ihnen montags - freitags von 7 - 18 Uhr das Bürgertelefon unter der
einheitlichen Behördenrufnummer 115 oder 0221/221-0

12

Stadt Köln

Die Oberbürgermeisterin

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Sollten Sie noch
fachliche Fragen haben, können Sie sich direkt wenden an das Zentrale Namensar-
chiv per E-Mail:

liegenschaften-vermessung-kataster@stadt-koeln.de.

Sollten Sie eine Beratung der Angelegenheit in der Bezirksvertretung Innenstadt wün-
schen, teilen Sie dies bitte der Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden an
Rat und Bezirksvertretung, geschaeftsstelle-anregungen-beschwerden@stadt-
koeln.de mit.

Für Ihr bürgerschaftliches Engagement danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

gez. Dr. Ulrich Höver

Mitteilung BV

930 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
I/02/02-1 
 
Vorlagen-Nummer 
 2032/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 21.08.2023 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 24.08.2023 
 
Mitteilung zur Bürgereingabe nach § 24 GO NRW „Tanzquartier Köln„, Aktenzeichen: 
62/23 
Die Bürgereingabe und das Antwortschreiben werden den Bezirksvertretungen Rodenkirchen 
und Innenstadt hiermit zur Kenntnis gegeben. 
Hinweis:  
 
Sofern eine Beschlussvorlage gewünscht wird, kann diese über die Geschäftsführung der Be-
zirksvertretung mit einem entsprechenden Auszug aus der Niederschrift bei der Geschäfts-
stelle für Anregungen und Beschwerden angefordert werden.  
 
Darüber hinaus steht es der Bezirksvertretung selbstverständlich frei - auch ohne Vorliegen 
einer Beschlussvorlage – die Petenten oder die Fachverwaltung zur Sitzung einzuladen und 
einen politischen Beschluss zu fassen. 
 
gez. Dr. Ulrich Höver

Anlage 1 Eingabe

22722 Zeichen

Engagieren Sie sich mit uns

1de der Tanzkunst für Geschichte und
am Deutschen Tanzarchiv Köln TRETEN

Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden Stadt Köln Mn
Rathaus SEE

50667 Köln Eingang | 8, April 2093

Bürgeramt Innenstadi
Poststelle Ludwigstr. &

Die Oberbürgermeisterin

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 30. November 2022 hat die UNESCO die Praxis des Modernen Tanzes
in Deutschland in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit
aufgenommen. Die Weltkulturorganisation würdigt damit eine kreative
Ausdrucksform, die den Tanz von Grund auf verändert hat und heute
Bühnen wie Tanzausbildung gleichermaßen prägt. Die Freunde der
Tanzkunst am Deutschen Tanzarchiv Köln widmen sich seit 1997 nicht nur
der Bewahrung der Geschichte des Tanzes, sondern in vielfältiger Weise
auch dem aktuellen Tanzgeschehen der Stadt und ihres Umlandes. Wir
nehmen die letztjährige Würdigung des Modernen Tanzes in Deutschland
zum Anlass für einen Vorschlag, den Kölner Anteil an dieser großen
Tradition in der Nachkriegszeit im Stadtbild sichtbar zu machen.

Wir schlagen deshalb vor, in einem der in Planung befindlichen neuen a

Stadtviertel Deutzer Hafen und Parkstadt Süd durch einschlägige . —\,
Straßennamen ein „Tanzquartier Köln“ entstehen zu lassen, das sich durch

die alltägliche Nutzung ebenso ins kollektive Stadtgedächtnis einschreibt

wie das Dichter- oder das Komponistenviertel und andere. Mit den neuen j
Erschließungsstraßen und Plätzen bietet sich in den nächsten Jahren so die FREUNDE DER TANZKUNST
einmalige Chance, einen signifikanten Aspekt des vielfältigen und a an
Maßstäbe setzenden Kölner Kulturlebens der Nachkriegszeit in die c/a Deutsches Tanzarchiv Köln
lebendige Gegenwart der Stadt zu integrieren. e

49) (221) 888.98

Aus verhaltenen Anfängen entwickelte sich Köln seit Mitte der 60er Jahre E-mail: info@freunde-der-tanzkunnt.de
des 20. Jahrhunderts geradezu eruptiv zu einem der maßgeblichen SEHON TTELNSBFUSE TANSRUREUR
europäischen Zentren des modernen Tanzes mit internationaler Bürozeiten:

Strahlkraft. Entscheidend dafür war der geradezu revolutionäre Schritt von freitags, 10-13 Uhr
Kulturverwaltung und Intendanz der städtischen Bühnen mit dem Tanz- Vorstands

Forum die erste ausschließlich dem zeitgenössischen Tanz verpflichtete Casio Kürten (1. Vorsitzende)
städtische Kompagnie zu etablieren. Die So€mmerakademie des Tanzes an en

nebst angeschlossenem Festival und die Etablierung eines Instituts für
Bühnentanz an der Rheinischen Musikschule taten ein Übriges, nicht zu
vergessen die Etablierung des von Kurt Peters gegründeten Deutschen Fr
Tanzarchivs in der Domstadt. Von der Verankerung des Tanzes in der Er

Kölner Bürgergesellschaft zeugen aber auch Handwerksunternehmen wie

Thomas Thorausch iSchriftführer)

Freunde der Tanzkunst

am Deutschen Tanzarchiv Köln

Ballettschuh Pauls, das seit mehr als 100 Jahren nicht nur Profitänzer,
sondern die gesamte Bandbreite des Tanzes als Breitensport ausstattet.

Alsgeeignetster Ortfür das „Tanzquartier Köln“ erscheintuns der Deutzer
Hafen, ganz besonders, weil sich dieser neue Stadtteil in unmittelbarer
Näher der Tanzfaktur befindet, diesichin den 15 Jahrenihres Bestehens als
wichtiges ZentrumtänzerischerPraxis etabliert hat. Esbietet heute neben
abwechslungsreichen Bühnenprogrammen einbreitgefächertes inklusives
Angebot an Workshops und Kursen im Geiste des von der UNESCO
ausgezeichneten Kulturerbes und der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts
an. Auf diese Weise könnten sich Erbe und Gegenwart zu einer
zukunftsstiftenden Einheit verbinden.

Zwar wird biszur Fertigstellung desneuen Stadtquartiersnoch einige Zeit
ins Land gehen, doch sprechen verschiedene Faktoren dafür, mit einer
ersten Richtungsentscheidung bereits 2024 vor die städtische
Öffentlichkeit zu treten. Entscheidend ist dafür zum einen der 80.
Geburtstag des 2012 verstorbenen Gründers und langjährigen
künstlerischen Leiters des Tanz-Forums Jochen Ulrich (1979-1999), zum
anderen die 60. Wiederkehr der Gründung des Choreografischen
Experimentiertheaters, das als Urzelle des Tanz-Forums letztlich der
Auslöser des Tanzbooms derfolgenden Jahrzehnte war. Diesem Aufbruch
der jungen Choreografen wird das Deutsche Tanzarchiv Köln seine
Jahresausstellung 2024/25 widmen.

Wir fügen diesem Schreiben eine alphabetische Liste von neun °
Persönlichkeiten bei, die den Tanz und die Tanzszene in Köln in der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt haben und
durchihre Lebensleistung für die Namensgebung von Straßen und Plätzen
des „Tanzquartiers Köln“ geeigneterscheinen. Zentrale Bedeutung haben
dabei der Tänzer und Choreograph Jochen Ulrich, der Akademie- und
Festivalgründer HeinzLaurenzen, der Gründer des Deutschen Tanzarchivs
Kurt Peters und der Kölner Verleger und Publizist Rolf Garske. Ihnen
gesellen sich die Kölner Ballettdirektorinnen Emmy Köhler-Richter, Lisa
Kretschmar und Gise Furtwängler sowie ihr Vorgänger Karl Bergeest zu,
schließlich Tinni Engeln-Bruns, die als Chefin des Kölner Traditionshauses
Ballett Pauls Jahrzehnte lang eine der zentralen Persönlichkeiten des
Breitentanzes der Stadt war.

Als Freundes- und Unterstützerkreis des Deutschen Tanzarchivs Köln
fühlen wir uns der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Tanzes in all
seinen Ausdrucksformen ebenso verpflichtet wie unserer Heimatstadt als

Engagieren Sie sich mit uns
für Geschichte und
Gegenwart des Tanzes!

P)

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}
FREUNDE DER TANZKUNST

AM DEUTSCHLN TANZARCMIV RÜLN EN.

c/o Deutsches Tanzarchiv Köln

Im iMediapark 7

D-50670 Köln

Tei.: (49) (221) 888 95-400

E-mail: info@freunde-der-tanzkunst.de
www.freunde-der-tanzkunst.de

Bürozeiten:
freitags, 10-13 Uhr

Vorstand:

Cassia Kürten (1. Vorsitzende)
Guenter krumm (2. Vorsitzender und
Schatzmeister)

Thomas Thorausch (Schriftführer)

Vereinsregister-Nr.:
VR 12624

Freunde der Ta nzkunst Engagieren Sie sich mit uns

für Geschichte und

am Deutschen Tanzarchiv Köln Gegenwart des Tanzes!

kulturelles Oberzentrum in der Mitte Europas. Mit unserer Initiative
glauben wir, einer weiterhin fruchtbaren Kölner Tradition historisch
angemessene Sichtbarkeit in der Stadttopographie der kommenden
Jahrzehnte sichern zu können, die Besuchern und Bewohnern der Stadt
diesen strahlkräftigen Aspekt im vielgestaltigen Kulturleben der Stadt
lebendig vor Augen zu führen vermag.

Mit freundlichen Grüßen

21. April 2023
Cassia Kürten

Vorstand der Freunde der Tanzkunst am Deutschen Tanzarchiv Köln
Cassia Kürten - Guenter Krumm - Thomas Thorausch

>
—

FREUNDE DER TANZKUNST

AM DEUTSCHEN TANZARCHIV KÖLN E.V.

c/o Deutsches Tanzarchiv Köln

Im Mediapark 7

D-50670 Köln

Tel.:(49) (221) 988 35-100

E-mail: info@lreunde-dertanzkunst.de
wwesfreunde-ter-tanzkunst.de

Bürozeiten:
freitags, 10:13 Uhr

Vorstand:

Cassia Kürten {1. Vorsitzende)
Guenter Krumm (2. Vorsitzender und
Schatzmeister)

Thomas Thorausch (Schriftführer)

Vereinsregister-Nr.:
VR 12624

Freunde der Tanzkunst
am Deutschen Tanzarchiv Köln

Anlage zum Schreiben

Kölner Tanzquartier Deutzer Hafen
Vorschlagsliste für Straßen-Namensgeber aus der Tradition des
Modernen Tanzes der Nachkriegszeit in Köln

Karl Bergeest
5.1.1904 - 21.7.1983
1951-1956 Ballettmeister an den Bühnen der Stadt Köln

Karl Bergeest erhielt seine Tanzausbildung ab 1922 an der Hamburger
Laban-Schule. In der Saison 1929/30 war der junge Tänzer Mitglied des
Ballettcorps der Kölner Oper und tanzte hier in der Erstaufführung von
Strawinskys Sacre du Printemps. Dann wechselte erzur Tanzgruppe von
Kurt Jooss, wo er für dessen Ballett Der Grüne Tisch die Rolle des
Kriegsgewinnlers kreierte. Zusammen mit Jooss verließ er Deutschland
1933, kehrte allerdings 1937 wieder zurück und wirkte in den folgenden
Jahren als freischaffender Tänzer und Ballettmeister in Berlin, Zürich, Graz
und Danzig, Sein erstes Nachkriegsengagement führte ihn 1949 nach
Heidelberg, bevor er 1951 die Kompagnie des Opernhauses Köln
übernahm. Bereits in seinem ersten Kölner Ballettabend schloss er mit der
chorischen Tanz-Suite Reigen der Zeit an das Formenvokabular des
Ausdruckstanzes an und widmete sich gesellschaftspolitischen Themen der
Zeit. In den folgenden Jahren führte er diesen Ansatz fort, brachte neben
modernen Handlungsballetten aber auch Ballettklassiker auf die Bühnen.
Nach seiner Kölner Zeit wirkte Bergeest als Tanzhistoriker und
Tanzpädagoge und starb im Alter von 79 Jahren in Hamburg.

Tinni Engeln-Bruns
23.4.1925 - 15.6.2019
Inhaberin des Kölner Traditionshauses Ballett Pauls

Als Tochter des Firmengründers Theo Pauls übernahm Tinni Engeln-Bruns
gemeinsam mit ihrer Mutter 1948 die Leitung des Kölner Traditionshauses,
dessen handgefertigte Ballettschuhe das Unternehmen in ganz Europa
bekannt gemacht hatten. Als ausgebildete Tänzerin und für einige Jahre
auch Mitglied der Kompagnie der Bühnen der Stadt Köln wusste sie auch in

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für Geschichte und
Gegenwart des Tanzes!

2

\
FREUNDE DER TANZKUNST

AM DEUTSCHEN TANZARCHIV KÖLN E.V.

c/o Deutsches Tanzarchiv Ki
Im Mediapark 7

D-50670 Köln
Tel.: (49) (224)
E-mail; info@fr
www.freunde-der-tanzkunst.ck

Bürozeiten:
freitags, 10-13 Uhr

Vorstand:

Cassia Kürten (1. Vorsitzende)
Guenter Krumm (2. Vorsitzender und
Schatzmeister)

Thomas Thorausch (Schriftführer)

Vereinsregister-Nr.:
VR 12624

n de der Ta nzkunst Engagieren Sie sich mit uns

für Geschichte und

)eutschen Tanzarchiv Köln Gegenwart des Tanzes!

den schwierigen Nachkriegsjahren, worauf es ankam, um den Ruf des
Unternehmens zu wahren und zu festigen. Erfolgreich führte sie das Haus
bis ins hohe Alter und erweiterte das Angebot des Geschäfts auf die
gesamte weite Palette des Tanzbedarfs für alle Genres dieser Kunst vom
Spitzentanz über die verschiedenen Formen des modernen Bühnentanzes
bis hin zu Tanzgymnastik und Gesellschaftstanz. Bis heute ist das
Geschäftshaus in der Streitzeuggasse gegenüber der Oper Anlaufstelle für
alle aktiven Tanzenthusiasten der Region, eine Kölner Institution im besten
Sinne des Wortes und beredtes Beispiel für das fruchtbare Miteinander von
Handwerk, Kaufmannsgeist und Kunstpraxis in der Domstadt.

Gise Furtwängler
25.9.1917 1.9.1979
1965 - 1969 Ballettdirektorin an den Bühnen der Stadt Köln

Gise Furtwängler erhielt ihre Ausbildung bei Max Terpis und Tamara
Rauser. Zunächst wirkte sie in Berlin, nach 1945 dann als Ballettmeisterin in
Wuppertal, Bonn und Heidelberg. 1950 wechselte sie als Solotänzerin zur
Komischen Oper Berlin, seit 1955 auch als Choreographin. Daneben wirkte
sie als Dozentin für Choreographie an der Palucca-Schule Dresden und an
der Sommerakademie des Tanzes in Krefeld. Von 1961- bis 1966 war sie

dann als Ballettmeisterin in Oberhausen und Münster tätig. In Köln u
konzentrierte sich die Arbeit Gise Furtwängler auf die strukturelle

Stärkung der Tanzkompagnie des Opernhauses und ihre Etablierung als

künstlerisch selbständige Einheit an den Kölner Bühnen. Zwar !

scheiterte ihre ambitionierte Initiative einer Fusionierung mit der FREUNDE DER TANZKUNST
Kompagnie der Düsseldorfer Oper am Widerstand der dortigen
Opernintendanz, doch gelang es ihr neben eigenen Arbeiten auch «/o Deutsches Tanzarchiv Köln
bedeutende internationale Choreographen wie John Cranko für die a

D-5067C h

Arbeit mit der Kölner Kompagnie zu gewinnen und das tänzerische
Profil des Balletts zu schärfen. Damit schuf sie für das Publikum einen
Orientierungspunkt in der sich in den 60er Jahren deutlich
differenzierenden lebendigen Kölner Tanzszene und die Basis für die Bürozeiten:
Neuorientierung des institutionellen Tanzes der Domstadt in den Bea ES FE
1970er Jahren. Nach dem Ende ihrer Tätigkeit in Köln folgten

Vorstand:
Engagements in Krefeld und Hannover, wo sie mit nur 62 Jahren starb. Cassia Kürten (1. Vorsitzende)
Guenter Krumm (2. Vorsitzender und
Schatzmeister)
Thomas Thorausch (Schnfifuhrer)
Rolf Garske
21.7.1952 - 11.3.1996 Vereinsregister Nr.:

Be YR 12624
Kölner Tanzverleger

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Freunde der Tanzkunst
am Deutschen Tanzarchiv Köln

1976 rief Rolf Garske in Köln mit Hedwig Müller, Birgit Kirchner, Norbert
Servos und anderen zunächst eine Förderinitiative für das Tanz-Forum
Köln ins Leben. Hierdurch half er der 1967 gegründeten ersten
Stadttheaterkompanie mit ausschließlich modernem Repertoire ein
dauerhaftes Publikum zu sichern. Bald gründete er die Deutsche Ballett-
Bühne e.V. als überregionale Förderorganisation und den Ballett-Bühnen-
Verlag. Er organisierte in Köln Abende für junge Choreographen, bei denen
Vertreter*innen des zeitgenössischen Tanzes ebenso wie solche des
klassischen Balletts ihre Arbeiten präsentieren konnten. Sein Verlag
produzierte 1979 das erste Buch über Pina Bausch und das Wuppertaler
Tanztheater, aber auch über Kurt Jooss oder Hans van Manen. Im Februar
1977 erschienen die ersten noch hektographierten Info-Blätter zum
aktuellen Tanzgeschehen, die sich schon bald zu einer kleinen Zeitschrift,
dem Ballett-Info entwickelten und ab Januar 1982 zweisprachig als ballett
international fortgeführt wurden und eine ganze Generation von
Tanzbegeisterten prägte. 1993 musste Garske aus wirtschaftlichen und
gesundheitlichen Gründen seine Zeitschrift verkaufen. Am 11. März 1996
starb Rolf Garske an den Folgen einer schweren Erkrankung im Alter von
nur 43 Jahren. Als Verleger und Förderer trug er in den goldenen Jahren des
Tanzes in Köln entscheidend dazu bei, ein begeistertes Publikum für den
zeitgenössischen Tanz zu schaffen.

Emmy Köhler-Richter
9.2.1918 - 11.9.2013
1947-1951 Ballettmeisterin an den Bühnen der Stadt Köln

Emmy Köhler -Richter erhielt ihr Tanzausbildung an der Mary-Wigman-
Schule in Dresden, wo sie auch ihren späteren Ehemann, den Tänzer und
Choreographen Johannes Richter kennenlernte. Beide gingen 1937
zunächst nach Bonn, dann an die Staatsoper Berlin. Mit Kriegsbeginn
wurde Johannes Richter zum Militärdienst eingezogen, für Emmy Köhler
folgten Engagements in Straßburg und Leipzig. Nach dem Krieg begannen
beide gemeinsam in Leipzig mit der Zusammenstellung von
Kammertanzprogrammen, bis sie gemeinsam 1947 das Kölner Ballett
übernahmen. In ihrer Arbeit strebten sie durch eine organische |
Verbindung von Ballett und modernem Tanz die Entwicklung einer
neuen Form des Bühnentanzes an und versuchten, diesen aus seiner
Rolle als Anhängsel der Oper zu emanzipieren. Unter ihrer Leitung
wurde nicht nur im November 1948 die Kölner Tanzakademie
gegründet, sondern sie initiierte gemeinsam mit Else Lang und Anita
Bell den Tänzerbund als ersten Versuch einer Interessensvertretung
aller Tanzschaffenden. Beide Initiativen waren allerdings nur von kurzer

Engagieren Sie sich mit uns
für Geschichte und
Gegenwart des Tanzes!

2

FREUNDE DER TANZKUNST

AM DEUTSCHEN TANZARCHIV KÖLN EV.

c/o Deutsches Tanzarchiv Köln
Im Mediapark 7
D-50670 Köln
Tel.: (49) {221}:
E-mail

Bürozeiten:
freitags, 10-13 Uhr

Vorstand:

155ia Kürten (1. Vorsitzende)

ter Krumin (2. Vorsitzender un
Schatzmeister)

Thomas Thorausch (Schuifttuhrer)

Vereinsregister-Nr.i
VR 12624

für Geschichte und

Deutschen Tanzarchiv Köln Gegenwart des Tanzes!

Dauer und sollten als Idee in Köln erst später, dann aber umso reichere
Früchte tragen. Nach ihrem Weggang aus Köln verlegten Emmy Köhler-
Richter und ihr Mann ihren Lebens- und Schaffensmittelpunkt bald nach
Leipzig, wo Emmy Köhler-Richter bis 1978 Ballettdirektorin an der
Städtischen Oper blieb.

Lisa Kretschmar

19.12.1918 - 14.12.1988

1956 - 1959 Ballettmeisterin an den Bühnen der Stadt Köln

Lisa Kretschmar erhielt ihre Tanzausbildung in der Schule von Günter Hess

in Chemnitz. Nach ihrem Debut als Tänzerin am dortigen Zentraltheater

1934 folgten Engagements in Wuppertal und Hannover. 1939 gründete sie

mit Ihrem Lehrer ein Tanzduo, das erfolgreiche Tourneen im In-und

Ausland unternahm. Nach dem Krieg setze sie ihre Solokarriere fort bis sie

1951 Ballettmeisterin am Nationaltheater Mannheim wurde. Dem eher

traditionverhafteten Kölner Publikum näherte sie sich zunächst

vorsichtig mit Gastspielen renommierter internationale klassischer

Kompagnien wie dem Royal Ballet London und Altmeister*innen des

Ausdruckstanzes wie Dore Hoyer und Harald Kreuzberg sowie der

eigenen Inszenierung von Schwanensee an, bevor Sie 1958 einen Abend

ganz der zeitgenössischen Moderne widmete mit Choreographien zu

Musik von Hans Werner Henze, Marcel Mihalovici und Bernd Alois >
Zimmermann und machte damit den entscheidenden ersten Schritt zur =
ästhetischen Neuorientierung des Kölner Bühnentanzes im folgenden

Jahrzehnt. Nach ihrem Abschied aus Köln ging Lisa Kretschmar zunächst

als Ballettmeisterin nach Heidelberg und übernahm 1963 die Leitung der '

Akademie des Tanzes an der Hochschule für Theater und Musik in FREUNDE DER TANZKUNST
Mannhein, wo sie kurz vor ihrem 70. Geburtstag starb. ee

c/o Deutsches Tanzarchiv Köln
Im Mediapark 7

. D-50670 Koln
Heinz Laurenzen Tel: (49) (221)

8.1.1930 - 16.6.2005 E-mail: infowotre
Gründer und Leiter der Sommerakademie des Tanzes; langjähriger Leiter 3

des Instituts für Bühnentanz und der Rheinischen Musikschule Kördseiten:
freitags, 10-13 Uhr

eunde-der-

1954 gründete der gebürtige Krefelder in seiner Heimatstadt die

Vorstand:
Gesellschaft zur Förderung des Künstlerischen Tanzes e.V. , die sich die Cassia Kürten (1. Vorsitzende}
Unterstützung der Tanzkunst im allgemeinen und die Förderung des De en IRLNAFSIRRNNER UnN
ü i R Schatzmeister)
künstlerischen Nachwuchses im Besonderen zur Aufgabe gemacht hatte. Thomas Tharausch (Schnftluhrer)

Sie richtete seit 1957 die Internationale Sommerakademie des Tanzes aus. -

Auf Initiative des Kölner Ballettdirektors Aurel von Miloss zog die ra
Sommerakademie zusammen mit ihrem Gründer 1961 nach Köln und

machte Köln für die folgenden Jahrzehnte zu einem Fortbildungs- und

Freut de der Tanzku nst Engagieren Sie sich mit uns

für Geschichte und

am Deutschen Tanzarchiv Köln Gegenwart.des Tanzes

Informationszentrum von internationaler Strahlkraft. Auch der
angeschlossene choreografische Wettbewerb genoss höchstes Ansehen.
Bereits 1962 gesellte sich der Akademie ein Festival hinzu, das dem
Publikum bis zum Ende des Jahrhunderts in Köln einen repräsentativen
Querschnitt zeitgenössischen Tanzschaffens auf internationalem Niveau
bot. Ein Übriges tat die Akademie des Tanzes, die bald als Institut für
Bühnentanz der Rheinischen Musikschule angeschlossen wurde, aus der
2009 die Hochschule für Musik und Tanz hervorging. Laurenzen leitete in
den ıg6oer Jahren das Institut für Bühnentanz und die Musikschule und bis
in die 1990er Jahre die Sommerakademie des Tanzes. Nicht zuletzt seinem
unermüdlichen Schaffen ist der Ruf Kölns als Weltstadt des Tanzes zu
verdanken, den die Stadt über Jahrzehnte genoss. Für seine Verdienste
wurde er 1986 mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet.

Kurt Peters

10.8.1915 - 2.2.1996

1965-1979 Dozent, später Leiter des Kölner Instituts für Bühnentanz;
Gründer des Deutschen Tanzarchivs Köln

Kurt Peters erhielt eine klassische Tanzausbildung in Hamburg, die er mit
Kursen an der dortigen Labanschule ergänzte und war danach an
verschiedenen Bühnen als Tänzer, Solotänzer und Ballettmeister tätig.
Infolge einer Kriegsverletzung beendete er 1946 seine aktive
Tänzerlaufbahn und widmete sich im Folgenden ausschließlich der Lehre
und der Schärfung und Bewahrung des historischen und aktuellen Profils !
der Tanzkunst. Angesichts des kriegsbedingten Totalverlusts des von FREUNDE DER TANZKUNST
Rudolf von Laban begründeten und von Fritz Böhme geleiteten Deutschen er
Tanzarchivs Berlin und fehlender öffentlicher Mittel ergriff Peters 1948 die c/o Deutsches Tanzarchiv köln
Initiative, aus eigenen Kräften ein neues Tanzarchiv aufzubauen. Kurt a

Peters ging es nie um privaten Besitzstolz, eigene Eitelkeiten und eine Tel.:(99) (221) 88 05.409
Verbindung der Sammlung mit seinem Namen: Sein erklärtes Ziel war der E-mail info@freu
Wiederaufbau und laufende Betrieb eines zentralen öffentlichen u la a
Tanzarchivs in Deutschland. 1965 holte der damalige Ballettdirektor Aurel Bürozeiten:

von Milloss Kurt Peters mit seinem inzwischen deutlich angewachsenen al

Archiv von Hamburg nach Köln. Zuerst im Stadion Müngersdorf
untergebracht, überführte Peters es bald in eine eigens privat angemietete

Wohnung und machte es dort Interessierten 20 Jahre lang zugänglich. 1985 ll =
erwarb die SK-Stiftung Kultur das Archiv, um einer Abwanderung in die Thomas Thorausch (Schriftführer)
Niederlande zuvorzukommen. Bis 1979 blieb Kurt Peters Leiter des Kölner
Instituts für Böhnentanz und war bis zu seinem Tode von Köln aus
unermüdlich in Verbänden und Vereinen sowie mit Publikationen für Tanz
und Tänzer*innen aktiv.

>

dertunzkansi.de

Vorstand:
rten (1. \

Vereinsregister-Nr.;
VR 12624

de der Tanzkunst
)eutschen Tanzarchiv Köln

Jochen Ulrich
3.8.1944 — 10.11.2012

1967-1997 Tänzer und Choreograph in Köln; Mitbegründer und
künstlerischer Leiter des Tanzforums

Nach seiner Ausbildung am Kölner Institut für Bühnentanz debütierte
Jochen Ulrich 1967 in der Compagnie der Kölner Oper. Er blieb der
Domstadt als Tänzer, Choreograph und schließlich ab 1979 als
künstlerischer Leiter des Kölner Tanz-Forums treu und prägte wie keine
andere Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts den Ruf der Stadt als eins der
entscheidenden Zentren des modernen Tanzes weltweit. Seine zahllosen
Schöpfungen für das Tanz-Forum sind vielen Kölnern und Kölnerinnen
auch heute noch in lebendiger Erinnerung. In den für den Tanz in Köln
bewegten und bewegenden Späten 6oer Jahren stellte er seine erste
selbständige Arbeit 1967 im dem choreographischen Experiment
gewidmeten Ballettstudio vor und konnte nur drei Jahre später gemeinsam
mit Helmut Baumann, Jürg Burth und Gray Veredon die künstlerische
Federführung bei der Umwandlung des Opernballetts der Stadt zum
Kölner Tanz-Forum übernehmen, der ersten deutschen Kompagnie, die
sich ausschließlich dem modernen Tanz verschrieb. Seit 1979 fungierte er
als deren alleiniger künstlerischer Leiter. Mit großem erzählerischem
Talent schuf Ulrich gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern der
Kompagnie ein unverwechselbares Tanzidiom, das nicht nur
deutschlandweit stilbildend wirkte und über seine Schüler Eingang in
zahlreiche andere Kompagnien fand. In den goer Jahren trotzte er
heldenhaft der fortschreitenden Finanzkrise der Kölner Bühnen, die
schließlich 1999 aber doch zur Auflösung der Kompagnie führte. Ab 2000
wirkte Jochen Ulrich mit großem Erfolg in Innsbruck und Linz, wo 2012
nach langer schwerer Krankheit starb.

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für Geschichte und
Gegenwart des Tanzes!

FREUNDE DER TANZKUNST

AM DEUTSCHEN TAN ZARCHIV KOLN L.V

Tel.: (48) (221) 888 95-400
E-mail: info@freunde-demtanzkunst.d

www.fteunde-der-tanzkunst.d

Bürozeiten:
freitags, 10-13 Uhr

Schatzmeist

Thomas Thorausch (Schaftführer)

‚gister-Nr.:

Beratungsverlauf (2)

21.08.2023 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
TOP 10.2.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
24.08.2023 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 9.9 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2032/2023
Typ
Mitteilung BV
Datum
26.06.2023
Erstellt
20.06.2023 12:33