1150/2024
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Verkehrsausschusses am 05.03.2024, AN/0273/2024, "Personalsituation im Dezernat III-Mobilität"
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
10643 Zeichen
Dezernat, Dienststelle III Vorlagen-Nummer 29.04.2024 1150/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 11.06.2024 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Verkehrsausschusses am 05.03.2024, AN/0273/2024, "Personalsituation im Dezernat III- Mobilität" Die SPD-Fraktion bittet um die Beantwortung folgender Fragen: 1) „Wie viele Mitarbeitende haben das Mobilitätsdezernat seit Anfang 2022 verlas- sen, wie viele wurden neu eingestellt? (Bitte aufschlüsseln nach: ‚Verwaltung ganz ver- lassen‘ und ‚Dezernat in anderes Dezernat bzw. andere Dienststelle verlassen‘)“ Antwort der Verwaltung Abgänge/Zugänge bei den Ämtern des Mobilitätsdezernats inklusive Dezernatsbüro (Dezernat III): Jahr Gesamt- stellenbe- stand Abgänge Verwaltung verlassen Abgänge Wechsel in anderes De- zernat Zugänge Von ex- tern Zugänge Von anderem Dezernat Saldo 2022 742 49 12 32 26 -3 2023 765 46 16 40 29 +7 2024 (1. Quartal) 770 6 1 11 4 +8 Die bestehenden Vakanzen befinden sich alle in aktuellen Besetzungsverfahren. Dezernat III ist kontinuierlich bemüht, vakante Stellen schnellstmöglich wiederzubesetzen. 2) „Erfasst die Verwaltung Gründe für den Wechsel, wenn ja, welche Gründe geben die Mitarbeitenden für den Wechsel an?“ Antwort der Verwaltung Die Wechselgründe werden nicht zentral erfasst, es wird aber versucht, in Gesprächen mit den Mitarbeitenden die Gründe zu erfahren. Diese sind erfahrungsgemäß vielschichtig. Im De- zernat für Mobilität lassen sich hier folgende Schwerpunkte erkennen: 2 Höhere Bezahlung außerhalb der Stadtverwaltung Köln, dies umfasst sowohl die private Wirtschaft als zum Teil auch andere Verwaltungen (Landesbetrieb, Nachbarkommunen) Als hoch empfundene Arbeitsbelastung aufgrund zunehmender Aufgabenumfänge und ansteigenden Anteilen von Projektarbeiten (Noch) Flexiblerer Umgang mit Arbeitszeiten/mobilem Arbeiten („Work-Life-Balance“) au- ßerhalb der Stadtverwaltung Köln Bessere Rahmenbedingungen zu Weiterentwicklungsmöglichkeiten/Aufstiegschancen/ beruflicher Perspektive/Betriebliches Mobilitätsmanagement Persönliche Weiterentwicklung (Karriereschritt mit Wechsel des Arbeitsgebers) Attraktivere Rahmenbedingungen bei anderen Arbeitgebenden wie z.B. Betriebliches Mo- bilitätsmanagement mit Angeboten wie z.B. Dienstradleading für Beschäftigte, Lademög- lichkeiten für private e-Pkw, Fahrzeugpool für dienstliche Nutzung,…) Private/Familiäre Gründe (verbunden mit Umzug, etc.) 3) „Welche Bemühungen unternimmt das Verkehrsdezernat, um wechselwillige Mit- arbeitende für einen Verbleib im Dezernat zu gewinnen und mit welchem Erfolg?“ Antwort der Verwaltung Das Dezernat für Mobilität nutzt und stützt sich auf gesamtstädtische Maßnahmen zur Mitar- beitendenzufriedenheit und –bindung, um wechselwillige Mitarbeitende zu binden: Gestaltung der Personalentwicklung und der Karrierewege (beispielsweise die modulare Qualifizierung für den ehemals höheren Dienst im Verwaltungs- und technischen Bereich) Unterstützung von Coaching- und Mentoringprogrammen Möglichkeit zur Teilnahme an externen Fachtagungen und Fortbildungen Anwendung flexibler Arbeitszeitmodelle durch u. a. Mobiles Arbeiten im Rahmen der stadtweiten Regelung Jeweilige Prüfung der Möglichkeit zur Gewährung einer Fachkräftezulage (Pilothaft im Amt 69 durchgeführt im Rahmen einer Stellenausschreibung). Einführung bei bereits Be- schäftigen wird fachbereichsweise zusammen mit dem Personalmanagement geprüft. Ausbau des internen Personalmarketings (z. B. Employer Branding) Zielgruppenabhängige Ausschreibung bei diversen Jobbörsen in Kooperation mit der Ar- beitsagentur sowie in weiteren Onlinebörsen und/oder Fachzeitschriften Teilnahme an Karrieremessen (Federführung des Personalamtes; Besetzung Messestand bzw. digitale Teilnahme) Flexible Berücksichtigung von geeignetem Verwaltungspersonal auch für Stellen, auf die das Personal sich ursprünglich nicht beworben hat Durchführung von Teammaßnahmen (z. B. gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen wie B2Run oder Ausgestaltung von Sommerfesten) Moderne Büro-/Arbeitsplatzausstattung (Laptops, die auch im Homeoffice nutzbar sind) Einführung von corporate benefits für die Mitarbeitenden Zuschuss zum Deutschlandticket für Tarifbeschäftigte Zur Gewinnung von Fachpersonal hat das Dezernat für Mobilität die Premiumausbildung Stra- ßenbauer*in/Techniker*in, die Technikerweiterbildung und das ausbildungsintegrierte Duale Studium in Form einer Kombination aus Ausbildung Bauzeichner*in und Bauingenieurstudium stadtweit als erstes angeboten. Neu ist zudem die Kombination Straßenbauer*in und Bauinge- nieurstudium. Des Weiteren wird ein praxisintegriertes Duales Studium Bauingenieurwesen an der TH Mit- telhessen (Wetzlar) in Kombination mit längeren Praxiseinsätzen bei drei Ämtern im Dezernat angeboten. 3 Personen mit abgeschlossenem Studium, die einen 14-monatigen Vorbereitungsdienst Bauoberinspektor*in absolvieren, können im Anschluss unter bestimmten Voraussetzungen auf einer Planstelle im Dezernat für Mobilität verbeamtet werden. Die Einrichtung und laufende Nachbesetzung von Werkstudierenden-Stellen durch Rekrutie- rung von Studierenden wurde intensiviert und führt bereits oftmals zur Übernahme auf Plan- stellen nach Beendigung des Studiums. Weitere dezernatsinterne Ansätze: Gezielte Ansprache in Technikerschulen (Lehrpersonal und/oder Teilnehmer*innen) Gezielte Ansprache von Professoren an Hochschulen im Stadtgebiet oder der Region (i. d. R. über Personal in den Fachämtern), um Einstiegsmöglichkeiten bekannter zu ma- chen Flexible Berücksichtigung von geeignetem technischen Personal auch für Stellen, auf die das Personal sich ursprünglich nicht beworben hat 4) „Wie viele Personalstellen (VZÄ) im Dezernat III sind derzeit unbesetzt und wel- che Strategien verfolgt die Verwaltung, um unbesetzte Stellen möglichst schnell zu be- setzen? (In diesem Kontext möge die Verwaltung darlegen, ob in Teilzeit beschäftigte Mitarbeitende, die zu einer stundenweisen Aufstockung ihrer Arbeitszeiten bereit sind, diese Möglichkeit erhalten.)“ Antwort der Verwaltung Die Personalgewinnung, aber auch Mitarbeitendenzufriedenheit und –bindung, gehören gleichermaßen zu den strategischen Zielen der Verwaltung. Die Verwaltung wird weiterhin die Prozesse und Verfahren optimieren und beschleunigen. Aktuell steht ein entsprechendes Pro- jekt zur Optimierung und Beschleunigung der gesamtstädtischen Stellenbesetzungsverfahren vor dem erfolgreichen Abschluss. Weitere Strategien seitens des zentralen Personal- und Verwaltungsmanagements sind unter anderem die systematische Ausweitung und Professionalisierung des Active Sourcing – also der proaktiven Ansprache von Kandidat*innen –, da das alleinige „Post and Pray“-Prinzip in den gegenwärtigen Zeiten weitgehend zum Scheitern verurteilt ist die vollständige Ausweitung des Full-Services (nahezu vollständige Serviceleistung der Auswahlverfahren bis hin zur Einstellung) des Bewerbercenters für die Durchfüh- rung von externen Stellenbesetzungsverfahren-dieses freiwillige Angebot nehmen noch nicht alle Dienststellen des Dezernats wahr die verstärkte Erweiterung von Zielgruppen im Recruiting der Ausbau von Traineeprogrammen für interne und externe Zielgruppen der Ausbau, die Professionalisierung und die Weiterentwicklung des bestehenden Marketingportfolios, auch des internen Personalmarketings der perspektivische Auf- und Ausbau einer internen Karriereberatung. Teilzeitbeschäftigte Mitarbeitende, die zu einer stundenweisen Aufstockung ihrer Arbeitszeiten bereit sind, erhalten diese Möglichkeit bei Vorliegen entsprechender Stellenvakanzen. Neben den üblichen regelmäßigen in- und externen Stellenausschreibungsverfahren verfolgt das Dezernat für Mobilität seit mehreren Jahren das Ziel, technisches Personal (Ingenieur*in- nen) bereits frühzeitig an das Amt bzw. die Stadtverwaltung zu binden und setzt daher neben der Ausbildung dual Studierender auf die Einstellung von Werkstudierenden mit dem Ziel der Übernahme nach erfolgreichem Bachelor-/Masterabschluss. Auf Fachtagungen und Karriere- messen wird aktives, fachspezifisches Personalrecruiting betrieben. Des Weiteren bestehen enge Kontakte zu Hochschulen und Universitäten. Darüber hinaus werden Stellen der Laufbahngruppen 2, 1 und 2, 2 in Einzelfällen geöffnet (heißt: die Bewerbungsvoraussetzungen werden erweitert). Aus Personalgewinnungsgründen 4 werden Stellen ebenfalls nach Einzelfallprüfung mit einer Fachkräftezulage ausgeschrieben, was aufgrund o. g. Ausführung in der Realität nur in Ausnahmefällen umgesetzt werden kann. Zum Stichtag 01.04.2024 sind im gesamten Dezernat von 786 Stellen 54 vakant. 5) „Welche Auswirkungen auf derzeit laufende oder unmittelbar anstehende Maß- nahmen und Projekte hat die problematische Personalsituation im Mobilitätsdezernat? (Bitte beispielhaft für die letzten drei Monate erläutern.)“ Antwort der Verwaltung Die Entwicklung des Stellenbestandes korrespondiert mit den Rahmenbedingungen des städ- tischen Haushalts. Die Einrichtung von neuen Stellen für neue Projekte ist ebenfalls hiervon abhängig. Aktuell werden im Dezernat für Mobilität vorhandene Vakanzen zum Teil als finanzi- elle Kompensation zur Schaffung neuer Stellen und zur Weiterbesetzung von befristet einge- richteten Stellen herangezogen. Der Einsatz der Personalressourcen und die Bearbeitung der Projekte im Dezernat für Mobili- tät muss entsprechend priorisiert und zeitlich eingeplant werden. Dieses geschieht bei dezer- natsübergreifenden Projekten in gegenseitiger Abstimmung. Sanierungsmaßnahmen zum Er- halt der Verkehrssicherheit sowie zur Erfüllung der gesetzlichen Pflichtaufgaben der Stadtver- waltung sind hier vorrangig zu bewerten. Dieses geschieht kontinuierlich. Eine Betrachtung über die letzten drei Monate ist daher nicht möglich. Es ist jedoch festzustellen, dass sich in den letzten Jahren ein Bearbeitungsrückstau bei Sanierungsmaßnahmen der Straßeninfrastruktur ergeben hat. Im Bereich der Ingenieur- bauwerke (insbesondere Brücken) steigt der Sanierungsbedarf in den nächsten Jahren auf- grund des Bauwerksalters zudem deutlich an. Die Änderung und Verschärfung gesetzlicher Rahmenbedingungen (z. B. in Bezug zur „kritischen Infrastruktur“) führt ebenfalls zu einem steigenden Ressourcenbedarf, der vorrangig bewertet werden muss. Gez. Egerer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1150/2024
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 29.04.2024
- Erstellt
- 03.04.2024 10:59