V/0355/2005
Profile, Planungen und Perspektiven: Bildungsarbeit der VHS
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Profile, Planungen und Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2005/2006
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1 Profile, Planungen und Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2005/2006 2 Inhaltsverzeichnis 1. Berichte 1.1 Allgemeine Organisationsentwicklung der VHS Mün ster 1.2 Leistungsdaten 2004 und Haushaltsentwicklung 20 05 2. Programmangebot und inhaltliche Schwer punkte für das Studienjahr 2005/2006 2.1 Drittmittelfinanzierte Projekte und Ausbau von Netzwerken 2.2 Planungen der Programmbereiche 2.2.1 Gesellschaft, Politik, Geschichte 2.2.2 Erziehung, Familie, Älterwerden 2.2.3 Gesundheit, Leben mit Behinderungen 2.2.4 Sprachen und Länder 2.2.5 Beruf und Wirtschaft 2.2.6 Medien und EDV 2.2.7 Kulturelle Bildung 3 1. Berichte 1.1 Allgemeine Organisationsentwicklung der VHS Mün ster Die zum Jahresende 2004 veröffentlichten Ergebnisse einer landesweiten repräsentativen Umfrage zu Kunden und Profil der kommunalen Volks- hochschulen im Land Nordrhein-Westfalen unterstreic hen eindrucksvoll die Bedeutung und die hohe Akzeptanz der Arbeit der ört lichen Volkshoch- schulen: "Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen s ind nicht wegzuden- ken, 88 % der Befragten wollen, dass die Finanzieru ng der Volkshochschu- len auch in Zeiten knapper Kassen eine öffentliche Aufgabe bleiben sollte. Sogar 84 % der Befragten, die bislang noch nie bei einer Volkshochschule waren, sprachen sich dafür aus." (Eildienst/Informa tion für Rat und Verwal- tung 18.02.2005) Diese und andere Teilergebnisse der aktuellen lande sweiten Befragung finden ihre Bestätigung in den Resultaten der Bürg erumfrage Münster vom Frühjahr 2002, in der der örtlichen VHS hohe Kompet enz, Bürgernähe und Innovationsbereitschaft bescheinigt wurde. Die im z urückliegenden Stu- dienjahr erneut über 52 000 durchgeführten Unterrichtsstunden und die hohen Teilnehmerzahlen von 27 688 machen deutlich, dass die Volks- hochschule Münster für die Bürgerinnen und Bürger d er Stadt nach wie vor hohes Ansehen hat und die "erste Adresse" in Sachen Weiterbildung bleibt. Dennoch muss festgestellt werden, dass im Studienja hr 2004/2005 ein leichter Teilnehmerrückgang von 2,6 % zu verzeichne n war. Ursache dafür ist neben verändertem Freizeitverhalten sicher auch der erneute Anstieg der Kursgebühren ab dem Herbstsemester 2004. Wie in der Vorlage "Profi- le, Planungen und Perspektiven 2004/2005" bereits a ngekündigt, musste die Gebührenerhöhung zur Kompensation der erheblich en Rückgänge der Landesförderung von 16,1 % und der 5%igen Reduzieru ng der kommuna- len Zuschüsse umgesetzt werden. Neben Planung und Durchführung des umfangreichen Bi ldungsangebotes war die Arbeit der Volkshochschule im zurückliegend en Studienjahr u. a. auch geprägt durch den weiteren Ausbau von Kooperationsnetzwerken mit anderen Weiterbildungsträgern, den Kammern, der "Agentur für Arbeit" sowie im besonderen Maße mit den Schulen der Stadt. Beispielhaft ge- nannt seien hier das im vergangenen Herbst eingeric htete Netzwerk "Fo- rumBeruflicheBildung" , ein Zusammenschluss von 11 in Münster ansäs- sigen Bildungsträgern, die sich der arbeitsmarkt- u nd sozialpolitischen Bil- dungsarbeit verpflichtet fühlen, des Weiteren der Z usammenschluss im Ar- beitskreis Gesundheitsbildung , an dem sich neben der Volkshochschule weitere 6 Einrichtungen beteiligen, oder das neue m it Landesmitteln unter- stützte Kooperationsprojekt "Weiterbildung geht zur Schule" , an dem sich die Volkshochschule und 7 Partner beteiligen. Weitere umfangreiche Kooperationsprojekte sind die Beteiligung am Bundes projekt "Lernende Regionen" und am Netzwerk "mekomnet", in dem sich Träger der Me- dienbildung zusammengefunden haben. Mit diesen und anderen Netzwer- ken verfolgt die kommunale Volkshochschule das Ziel der Stärkung einer regionalen Bildungslandschaft konsequent weiter. 4 Die Zertifizierung als Instrument der Qualitätssich erung und des Marketing ist für Weiterbildungsträger inzwischen unverzichtb ar geworden. Die Volks- hochschule Münster strebt das Qualitätssiegel nach dem internationalen Verfahren ISO 9000 für das Frühjahr 2006 an. Die vielfältigen Vorbere itun- gen des Zertifizierungsverfahrens laufen derzeit. A usgangspunkt eines sol- chen Prozesses ist ein von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemein- sam mit der Leitung verabschiedetes neues Leitbild zur Weiterbildungsar- beit. Um den sich verändernden Rahmenbedingungen de r Weiterbildung in Land und Kommune gerecht zu werden, hat die VHS Mün ster das aus dem Jahre 1998 stammende Leitbild ihrer Arbeit aktualis iert und zum Teil neu orientiert. Die zentralen Ziele sind im neuen Leitbild wie folgt definiert: Die VHS ist kommunales Dienstleistungszentrum für B ildung, Be- gegnung, Kommunikation und Kultur. Mit ihren Angebo ten zur beruf- lichen, persönlichen, sozialen, wirtschaftlichen, p olitischen, kulturel- len und allgemeinen Bildung fördert sie: • lebensbegleitendes Lernen und Lebensqualität unabh ängig von Alter, Herkunft, Weltanschauung, sozialer Situa tion und Geschlecht, • die individuelle Entfaltung der Persönlichkeit, di e Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben und die be- rufliche Qualifizierung, • den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Gen eratio- nen, Religionen und politischer Anschauungen - und damit Respekt und Verständnis für die Vielfalt im demokra tischen Gemeinwesen, • Menschen und Gruppen, die ihr Leben, ihre Freizeit und ihr ehrenamtliches Engagement selbst bestimmend und ini tiativ gestalten und so auch das Gemeinwohl stärken, • die Entwicklung der Bildungsstadt Münster. Neben diesen übergeordneten Zielen der Arbeit defin iert das neue Leitbild die Leistungen und Zielgruppen in ihrer Arbeit wie folgt: "Die VHS unterstützt Menschen darin, den gesellscha ftlichen Wandel, be- rufliche und private Veränderungen zu bewältigen, i ndem sie hierfür neue Qualifikationen und Kompetenz vermittelt. Spezielle Angebote stärken be- nachteiligte Gruppen. Besonders wichtig sind dabei die Alphabetisierung, Deutsch als Fremdsprache, Leistungen für Menschen, die von Arbeitslosig- keit betroffen oder bedroht sind sowie die Integrat ion von Menschen mit Behinderungen. Den demographischen Veränderungen entsprechend wird die VHS in den kommenden Jahren ihre Angebote für ältere Menschen in und nach der Erwerbstätigkeit ausbauen. Ebenso bilden Kinder, Ju gendliche und junge Erwachsene wichtige Zielgruppen." Schulische Bildung und auch außerschulische Bildung und Weiterbildung haben eine gemeinsame Aufgabe: Bildung unterstützt die Entwicklung der Persönlichkeit, sie dient der Vorbereitung auf den Beruf und sie befähigt zur Teilnahme an der demokratischen Gemeinschaft. D ieser ganzheitliche 5 Bildungsbegriff hat seine Gültigkeit sowohl in der Erstausbildung als auch für das lebenslange und lebensbegleitende Lernen na ch Schule, Hoch- schule und Berufsausbildung. Dieser gemeinsamen Auf gabe ist die Volks- hochschule verpflichtet. Über die konkrete Umsetzun g dieser Aufgabe gibt die Darstellung im Kapitel "Planungen der Programmbereiche" Auskunft. 1.2 Leistungsdaten 2004 und Haushaltsentwicklung 2005 Konsolidierung auf hohem Niveau . Im zurückliegenden Studienjahr 2004 wurden insgesam t 52 030 Unter- richtsstunden in 2 272 Veranstaltungen mit 27 688 T eilnehmerinnen und Teilnehmern an 43 Unterrichtsstandorten im gesamten Stadtgebiet und den Stadtteilen durchgeführt. Gegenüber dem Jahr 2003 ergibt sich ein leichter Rü ckgang bei den Ver- anstaltungen um 6,8 % und der Teilnehmerzahlen um 2 ,6 %. Ein Anstieg der Teilnehmerzahlen ergab sich im Bereich Führunge n und Ausstellungen von 442 im Jahr 2003 auf 1 862 in 2004, während im Angebot der Kurse und Vorträge ein Rückgang der Veranstaltungen um 6, 6 % und der Teil- nehmerzahlen um 7,1 % zu verzeichnen ist. Teilnehmerentgelterhöhung spürbar Zum Beginn des Studienjahres 2004/2005 wurden die T eilnehmerentgelte bedingt durch die Kürzungen der Landes- und kommuna len Zuschüsse um durchschnittlich 5 % erhöht. Da ab diesem Zeitpunkt die Teilnehmerrück- gänge spürbar zu verzeichnen sind und sich mit Begi nn des Frühjahrsse- mesters 2005 fortsetzen, liegt ein Zusammenhang zwi schen der Entgelter- höhung und der Teilnehmerrückgänge nahe. Trotz der angespannten Fi- nanzlage ist deshalb eine Erhöhung der Teilnehmeren tgelte zum kommen- den Studienjahr im Regelangebot nicht vorgesehen. B ei passgenauen An- geboten wie „Bildung auf Bestellung“ wird der am Ma rkt erzielbare Preis berechnet. Durch die Entgelterhöhung konnte der Deckungsgrad d er Ausgaben für Honorarkräfte durch Teilnehmerentgelte von 119,81 % im Jahr 2003 auf 124,65 % erhöht werden. Der Finanzierungsanteil am Gesamthaushalt der Volks hochschule durch die privatrechtlichen Leistungsentgelte erhöht sich von 40,08 % in 2003 auf 40,30 %, während der Anteil des Landes von 14,97 % auf 13,06 % zurück- geht. Der noch im Plan 2004 mit 598.301 Euro in Aus sicht gestellte Lan- deszuschuss reduzierte sich auf 528.960 Euro. Für d as Jahr 2005 wird der reduzierte Landeszuschuss in gleicher Höhe erwartet. Da die um 16,1 % geringeren Landesmittel nicht dur ch eine Erhöhung des kommunalen Zuschusses kompensiert werden können, hö here Entgelte nicht weiter durchsetzbar sind, verschlechtert sich bei einem möglichen wei- teren Teilnehmerrückgang, insbesondere in Bereichen mit hohem De- ckungsgrad wie EDV und Medien, die angespannte Haus haltssituation wei- ter. 6 Der eingeschlagene Weg, durch passgenaue Angebote i n nachgefragten Bereichen mit hohem Deckungsgrad eine hohe Auslastu ng der Kurse zu erreichen, wird weiter verfolgt, um so das Angebot in Veranstaltungsteilen mit geringem Deckungsgrad, wie z. B. in den Bereichen politisch-historische Bildung, Familienbildung, Behindertenarbeit und Alp habetisierung, zu ge- währleisten. Mit dem für 2005 anstehenden Zertifizierungsprozes s nach ISO 9000 wer- den die begonnenen Maßnahmen zur Qualitätsverbesser ung insbesondere in den Bereichen Anmeldung, Kurs- und Kundenpflege weitergeführt. Zum Jahresbeginn konnte das aktuelle Update des in der VHS eingesetzten Ver- waltungsprogramms „Lissy“ installiert werden, gleic hzeitig wurde die Kos- ten- und Leistungsrechnung überarbeitet, so dass zu künftig die Erhebung der steuerungsrelevanten Daten zielgerichtet und zeitnaher erfolgen kann. Mit Beginn des Jahres 2004 wurde ein Großteil des F ortbildungsprogram- mes für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der St adtverwaltung der kom- munalen Weiterbildungseinrichtung Volkshochschule ü bertragen. In 2004 wurden in diesem Aufgabensegment 124 Seminare mit 1 174 Teilnehmern und Teilnehmerinnen durchgeführt. 2. Programm angebot und inhaltliche Schwerpunkte für das Studienjahr 2005/2006 2.1 Drittmittelfinanzierte Projekte und Ausbau von Netzwerken Die Volkshochschule Münster führt seit Beginn der neunziger Jahre ver- stärkt drittmittelfinanzierte Projekte durch. Während diese Vorhaben bislang vorrangig die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit einzelner Bürger und Bürgerinnen zum Ziel hatten, geht es aktuell zunehm end um den Aufbau von nachhaltigen, barrierefreien Strukturen im Bere ich von arbeitsweltorien- tierter und allgemeiner Weiterbildung und Beratung. Die Teilnahme an Weiterbildung von so genannten „bi ldungsfernen“ Perso- nengruppen soll durch die Entwicklung, Erprobung un d Evaluation von neu- en, transparenten und optimal mit Beratungselementen verzahnten Konzep- ten gefördert werden. Die aktuellen Projektvorhaben der Volkshochschule M ünster stehen durch- weg in einem größeren, trägerübergreifenden Zusamme nhang. Es geht um die effiziente Bündelung von Kompetenzen und Nutzun g von vorhandenen Ressourcen in der gesamten Stadtregion mit dem Ziel , die Potenziale der Menschen durch Weiterbildung und Beratung auszubaue n und zu stärken und damit einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsmarktförderung zu leisten. Die Volkshochschule Münster hat sich in den vergang enen Jahren zu einer der zentralen Partnerinnen in der Netzwerkarbeit de r Stadt Münster entwi- ckelt. Sie war und ist an der Initiierung und Entwi cklung von verschiedenen 7 Netzwerken beteiligt bzw. tritt in ausgewählten The menkreisen von Weiter- bildung und Beratung als Hauptakteurin in Erscheinu ng. Die Mitarbeit im Rahmen des in 2004 neu gegründeten „ForumBerufliche Bildung“ gehört ebenso in diesen Zusammenhang wie die engagierte Mi tarbeit in Fachar- beitskreisen. Zu den Adressat(inn)en der Projektvorhaben der VHS zählen u. a. Migrant(inn)en, Berufsrückkehrerinnen, Frauen und M änner im Leistungs- bezug von SGB III und SGB II, Analphabet(inn)en, al lein erziehende Män- ner und Frauen, Frauen in der Familienphase, Untern ehmen, Landfrauen und Beschäftigte in von Strukturveränderung betroff enen Branchen. Die Beteiligung von Unternehmen an den unterschiedliche n Projektvorhaben ist zwingend vorgegeben und wird vielfältig realisiert. Die Projekte / Netzwerke im Einzelnen: • Beteiligung der VHS am Bundesprojekt „Lernende Region“ mit den beiden Teilprojekten „Berufliche und soziale Integr ation von Migran- tinnen und Nicht-Migrantinnen in Münster / Münsterl and“ und „Inter- kulturelle Trainings“ (01.07.2004 bis 30.06.2006) und QualiTeach. • Beteiligung der VHS am EU-Projekt „Equal“ mit dem Projekt „Frau- enKompetenz für Arbeit“ – Berufliche Orientierung und Qualifizierung für erwerbsfähige Frauen im Kontext der neuen Arbei tsmarktstruktu- ren (01.07.2005 bis 30.06.2007). • Voraussichtliche Beteiligung der VHS am EU-Projekt „Regionen stärken Frauen“ mit dem Projekt „LandfrauenKompetenz - Poten- ziale für regionale Entwicklung“; Entwicklung eines Weiterbildungs- portals mit und für Frauen (Projektbeginn voraussic htlich November 2005). • Beteiligung der VHS am Modellprojekt des Landes NR W „Meine Region – meine berufliche Chance“ mit einem Beratungsprojekt und der kommunalen Gesamtkoordinierung. Dieses Proj ekt wird von der Volkshochschule gemeinsam mit der Bildungsberat ung der Stadt Münster bearbeitet. Es startete im Frühjahr 2005. • „Eltern und Arbeit“ , Weiterbildung und Beratung für Frauen im SGB II Bezug im Handlungsfeld der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familientätigkeit - ein Kooperationsprojekt de r Arbeitsgemein- schaft Münster (AMS) und der Volkshochschule unter Beteiligung von Unternehmen. • „Hauswirtschaft als Beruf“, Vorbereitung auf die Externenprüfung zur Hauswirtschafterin durch Beschäftigung, Weiterbildung und Bera- tung – ein Kooperationsprojekt der Arbeitsgemeinsch aft Münster, Unternehmen, Landwirtschaftskammer und Volkshochschule. Dieses Projekt soll mittelfristig um eine Kooperation mit der Hauptschule Coerde erweitert werden. 8 • „Alphabetisierung und Berufsorientierung“ ein Kooperationspro- jekt der Arbeitsgemeinschaft Münster, münsteraner U nternehmen und der Volkshochschule. • Gesundheitsförderung für Kinder in sozialen Einrich tungen durch Weiterbildung von Multiplikator(inn)en – ein Kooperations- projekt des Amtes für Kinder, Jugendliche und Famil ien und der Volkshochschule. 2.2 Planungen der Programmbereiche 2.2.1 Gesellschaft, Politik, Geschichte Auch im kommenden Programmjahr geht es im Fachbere ich Gesellschaft, Politik, Geschichte um das Aufgreifen aktueller gesellschaftspolitischer The- men sowie die Reflexion und Vermittlung von: • historischer Kompetenz, insbesondere Erinnerungs- und Utopiefä- higkeit, • Kompetenzen zur Förderung des demokratischen Gemei nwesens, • Kompetenzen zur Förderung der Selbst- und Fremdwah rnehmung, • ökologischer Kompetenz, die einen pfleglichen Umga ng mit Men- schen, Natur und Dingen beinhaltet, sowie von • Gerechtigkeitskompetenz, die eine Sensibilität für Diskriminierung, für Recht und Unrecht, Gleichheit und Gerechtigkeit voraussetzt. Die vielfältigen Angebote der politisch-historische n Bildung spiegeln das große Engagement und Interesse der Münsteraner/-inn en an bürgerschaft- licher Betätigung sowie an der Stärkung ihrer Argum entations-, Urteils- und Kritikfähigkeit wider. Die Kooperationen mit ander en städtischen Ämtern, Vereinen, Initiativen, Institutionen, Schulen sowie zur Universität Münster wurden erneut gestärkt und ausgebaut, um so eine br eite Bürgerschaft ein- beziehen und eigene Ressourcen optimal einsetzen zu können. Die Stär- kung dieser Netzwerke wird auch im Programmbereich Gesellschaft, Politik, Geschichte im kommenden Studienjahr eines der vorrangigen Ziele sein. Im Bereich der politisch-historischen Bildung werde n im Herbst 2005 drei inhaltliche Schwerpunkte gesetzt: Zum einen geht es in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (u. a.) um „Migration und Entwick- lung im Zeitalter der Globalisierung“ ergänzt durch Einzelveranstaltun- gen und Trainings zum Themenfeld Migration, zum and eren geht es um eine Fortsetzung der im Mai 2005 begonnenen Veranst altungsreihe „60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges“ , u. a. in Kooperation mit dem Stadtmuseum Münster. Zum Dritten stehen im Rahmen d es Jahresthemas „Perspektive Glück?“ die theoretisch-philosophischen Fragen nach dem „Guten Leben“ im Mittelpunkt der politisch-historischen Bildung. Ein Ak- zent wird dabei auf das Verhältnis von „Arbeit“ und „Glück“ gesetzt: Bringt Arbeit nicht nur materiellen Wohlstand, sondern auch Glück? Oder ist Arbeit gar die Kompensation eines verlorenen Glücks? Macht Gerechtigkeit glück- lich? Ein Thema für Münster, der „lebenswertesten Stadt der Welt“. 9 Für das Frühjahr 2006 sind die 6. Jüdischen Kulturtage in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenar beit in Vorbereitung. Diesmal soll das „Jüdische Leben in den USA“ im Mittelpunkt der - im März 2006 beginnenden - vierwöchigen Veranstaltungsreihe stehen. Erfolgreiche Netzwerke, die mittlerweile zu einer „ Qualitätsmarke“ gewor- den sind, wie die Münsteraner Friedensdialoge , die Veranstaltungen zum Thema Afrika in Kooperation mit den „kitunga-projekten“ sowie Aktivitä- ten im Rahmen des Projektverbundes „Lernende Region Münster/ Münster- land“ in Form der Interkulturellen Trainings , werden fortgesetzt und neu akzentuiert. Bisher wurden insgesamt 7 Trainings in Schulen, Verwaltungen (Finanzamt, Justizvollzugsanstalt) sowie in den Deu tsch als Fremdsprache- Kursen der Volkshochschule Münster in Kooperation m it dem Verein ESE (Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung) erfol greich durchgeführt. Für die hohe Qualität der Trainings spricht, dass d er Verein ESE mit einem Preis für Innovationen vom Deutschen Institut für E rwachsenenbildung (DIE) ausgezeichnet worden ist. Anknüpfend an diese n Qualifizierungen wird am 9./10. September 2005 eine überregionale Fachtagung zum In- terkulturellen Lernen in Kooperation mit ESE und der Akademie Franz - Hitze-Haus stattfinden. Zur weiteren Professionalisierung von Ehrenamtliche n in Vereinen, Verbän- den, Parteien, Initiativen bietet der Fachbereich erstmals maßgeschneiderte Seminare und Workshops auf Anfrage an. Um Ehrenamtl iche verstärkt in die Gemeinwesenarbeit einzubinden, wurde ein Konzep t zur „ Konfliktbe- arbeitung in der Kommune“ in Kooperation mit akkku (Arbeitskreis Kon- struktive Konfliktkultur e.V.) sowie der Katholisch en Fachhochschule und dem Landesverband der Volkshochschulen NRW erarbeit et. Im kommen- den Programmjahr wird es im Rahmen dieses Projektes um die Qualifizie- rung von Ehrenamtlichen und um eine finanzielle Absicherung durch Ak- quise zusätzlicher Drittmittel gehen. Angebote zur Stärkung des Ehrenam- tes auch bei jüngeren Zielgruppen z. B. in Schulen sind dabei ebenfalls in der Planung. Im Themenbereich Ökologie wird u. a. die erfolgreiche Kooperation mit dem Naturkundemuseum Münster fortgesetzt. Zur stärkeren Einbezie- hung von Schülerinnen und Schülern beteiligte sich die Volkshochschule Münster in Kooperation mit dem Landesverband der Vo lkshochschulen NRW an der Konzeptionierung eines e-learning-Angebo tes zum Thema: „Einkaufen mit Köpfchen“. Es richtet sich an Schüle rinnen und Schüler ab Klasse 8 und regt zur Reflexion des eigenen Konsumverhaltens an. Die Beschäftigung mit Philosophie und Weltreligionen steht bei den münsteraner Bürgerinnen und Bürgern hoch im Kurs: T agesfahrten, Vorträ- ge und Kurse, in denen eine weltanschaulich neutral e Orientierung und kompetente Wissensvermittlung stattfinden, sind wei terhin stark nachge- fragt. Im Herbst dieses Jahres startet daher erstmals ein „Philosophisches Café“, in dem philosophische und ethische Fragen an einem attraktiven Kommunikationsort zur Diskussion gestellt werden. 10 Medien und Politik Die Reihe „Media Scout, Medienführer Münster“ bietet einen Blick hinter die Kulissen von Medienbetrieben in Münster. Sie di ent der Auseinander- setzung mit Programmformaten, Produktions- und Reda ktionsabläufen so- wie der lokalen und regionalen Medienentwicklung un d ermöglicht beson- ders Einzelpersonen eine Besichtigung von Sendern, Verlagen oder Dru- ckereien. Speziell für Jugendliche werden Tätigkeit sfelder aus der Musik- szene (Booker, DJ, Musikjournalismus) vorgestellt. Ein Schwerpunkt der politisch-historischen Berichte rstattung des VHS- Bürgerfunkstudios ist eine Radioreihe zum Thema „De r Zweite Weltkrieg. 60 Jahre danach“ in Münster in Kooperation mit zahlreichen Organisationen und dem medienforum münster e. V. 2.2.2 Erziehung, Familie, Älterwerden Pädagogik, Partnerschaft und Familie Die fachliche Kooperation mit dem Amt für Kinder, J ugendliche und Famili- en und den Familienbildungsstätten Münsters wird im „ Qualitätszirkel Fa- milienbildung“ intensiviert. Eine gemeinsam erarbeitete Berichtsv orlage zum Stand der Familienbildung in Münster wird Mitte des Jahres dem Aus- schuss für Kinder, Jugendliche und Familien vorgele gt. Auch in der Eltern- und Familienbildung ist eine enge Verzahnung mit de n Angeboten der Ju- gendhilfe erforderlich. In der Volkshochschule werden insbesondere Angebote für junge Famili- en uneingeschränkt nachgefragt und angenommen. Im Mit telpunkt steht dabei die Stabilisierung von Familie, als erstem Er fahrungsfeld einer sozia- len Gemeinschaft für Menschen. Die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte im Bereich der Tages- pflege , des Kindergartens und der Schule ist ein weiterer Schwerpunkt des Fachbereiches. Der erste Durchlauf des „Qualifizierungs-Zertifikat für Tageseltern“ des Landesverbandes der Volkshochschulen NRW wird im D ezember beendet sein. Die kompakte Zusatzausbildung in 6 Modulen mi t 72 Unterrichtsstun- den wird in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fa- milien durchgeführt. Wegen der regen Nachfrage und des sich abzeichnen- den Erfolges des ersten Durchganges ist ein zweiter Lehrgang ab Januar 2006 geplant. Damit reagieren die beiden Fachämter auf die neuen Heraus- forderungen, die das neue „Tagesbetreuungsausbaugesetz“ mit sich bringt. Zur Erarbeitung eines Qualifikationskonzeptes für M itarbeiterinnen im Be- reich der Offenen Ganztagsschule wurde eine Arbeitsgruppe aus Mitarbei- ter(inne)n des Amtes für Schule und Weiterbildung u nd des Amtes für Kin- der, Jugendliche und Familien konstituiert. Das abg estimmte Fortbildungs- konzept soll im Herbst vorliegen und ab Frühjahr 20 06 umgesetzt werden. Es ist vorgesehen, den Offenen Ganztagsgrundschulen künftig ein Jahres- programm mit Fortbildungsinhalten zur Verfügung zu stellen. 11 Die gute Zusammenarbeit mit der Schulpsychologische n Beratungsstelle wird weiter ausgebaut. Nach den positiven Erfahrung en der letzten beiden Jahre wird die 10. Münsteraner Konflikttagung im Frühjahr 2006 erneut gemeinsam ausgerichtet. Diese Veranstaltung stößt i nzwischen sowohl ü- berregional als auch im Stadtgebiet auf großes Inte resse des Fachpubli- kums. Älterwerden und Ältersein Auch Münster wird älter! Der demographische Wandel mit seinen Chan- cen und Perspektiven wird im Programm der VHS auf z wei Ebenen ange- sprochen. Zum einen wird der thematische Schwerpunk t in verschiedenen Fachbereichen aufgegriffen. Beispielhaft genannt se i an dieser Stelle das geplante „Stadtgespräch“ mit der Frage nach den Auswirkungen der ver- änderten Bevölkerungsstruktur auf die Stadtplanung, das die VHS in Zu- sammenarbeit mit dem Amt für Stadt- und Regionalent wicklung, Statistik durchführt, oder die Infoveranstaltung für Betriebe mit dem Titel „Innova- tion mit älteren Belegschaften“. Des Weiteren biete t die VHS Anregungen für Institutionen der Altenhilfe „Praxistaugliche Modelle für die Zukunft“. Neben diesen allgemeinen Diskussions- und Informati onsveranstaltungen zum Thema „Demographischer Wandel“ ist die Zielgruppe der älteren Men- schen in der Volkshochschule mit vielen Angeboten d irekt angesprochen. Konkrete Serviceangebote finden sich in der Veranst altungsgruppe Bera- tung, Information, Unterstützung . Die Kooperation mit Krankenkassen, Einrichtungen der Gerontopsychiatrie, des Pflegebür os, des Kommissaria- tes Vorbeugung der Polizei, der Verbraucherberatung etc. ermöglicht älte- ren Mitmenschen kostengünstige Informationsangebote. Freizeitorientierte und kommunikative Bildungsveran staltungen wer- den stark nachgefragt und bereitgehalten. Eine besondere Herausforderung stellt die Aktivierende Seniorenarbeit dar. Sie nimmt einen immer größer werdenden Anteil im Bildungsprogramm der VHS ein. In Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat Münster, der „Münsterschen Senioren Zeitung“ MSZ und den ZwAR-Gruppen (Zwischen Arbeit und Ruhestand) wird ein Seniorentag zum Thema „Alter in Bewe- gung“ im November stattfinden. Das Zukunftsmodell „Füreinander - Mitein- ander“ wurde im vergangenen Jahr mit Hilfe der VHS initiiert und hat inzwi- schen über 50 aktive Ehrenamtliche einbezogen, die in Zusammenarbeit mit der Münsteraner Kontaktstelle für Selbsthilfegr uppen weiter in ihrem Selbstengagement unterstützt werden. Unter dem Dach und unter Begleitung der VHS treffen sich regelmäßig selbst organisierte Seniorengruppen unter der Bezei chnung ZwAR - Zwi- schen Arbeit und Ruhestand . Die Resonanz auf diese Art der aktiven Freizeitgestaltung in Selbstorganisation mit selbst gewählten Bildungsinhal- ten ist sehr groß und muss in die Struktur der Weit erbildungsarbeit der VHS integriert werden. Durch intensiven Einsatz ist es der VHS gelungen, den Gruppen vielfältige Anregungen und Hilfestellungen für die Selbstorganisa- tion anzubieten. Die Unterstützung durch Moderation , Hilfestellung bei Or- ganisation und Vernetzung, Beratung und Organisatio n bei speziellen Bil- 12 dungsnachfragen sowie die Kontaktvermittlung zu and eren Institutionen (z. B. Freiwilligenagentur) wird stark nachgefragt. Im Studienjahr 2005/2006 werden sich die 5 Basisgruppen der Münsteraner ZwAR -Initiative mit über 200 Aktiven mit gemeinsamen Projekten präsentieren, z. B. auch, um das Hilfsprojekt für den Wiederaufbau in Nias zu unterstützen. „Münsters Senioren Zeitung“ (MSZ) wird im Frühjahr 2006 ihr 25-jähriges Bestehen in der Volkshochschule feiern. Nach wie vo r wird die einzige Se- niorenzeitung in Münster und Umgebung viermal im Ja hr mit einer Auflage von 8 000 Exemplaren von Senioren und Seniorinnen e rstellt. Durch die Mitarbeit des Seniorenrates e.V. ist die MSZ auch in der Seniorenpolitik der Stadt stärker verankert. Die VHS bleibt weiterhin H erausgeberin der Zei- tung. Durch Förderung der Siverdes-Stiftung und der Stadtsparkasse Müns- terland Ost sowie durch Unterstützung durch den „Fr eun deskreis der VHS“ kann die Zeitung auch im kommenden Jahr erscheinen. Die Bedeutung der Unterstützung aktiver, älterer Me nschen in ihrer Selbst- organisation und in ihrem Engagement wird deutlich zunehmen. Die ältere Generation wird zukünftig eine immer wichtiger werd ende Ressource für das Gemeinwohl der Stadt sein. Diese Entwicklung ak tiv zu unterstützen und insbesondere die Weiterbildungsinteressen diese r wachsenden Alters- gruppe aufzunehmen, ist eine der zentralen Zukunfts aufgaben der kommu- nalen Volkshochschularbeit in Münster. 2.2.3 Gesundheit, Leben mit Behinderungen Gesundheit und Krankheit Die Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger, zunehmend V erantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, setzt voraus, dass sie die hierfür erfor- derlichen Kompetenzen erwerben. In Vorträgen, Seminaren und an Infotagen wird über Krankheiten, ihre Ur- sachen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten inf ormiert, wobei die Dis- kussion der Möglichkeiten von Prävention stets eine n breiten Raum ein- nimmt. Viele der heute häufig auftretenden Erkranku ngen sind verhaltensab- hängig und können durch bewusste Verhaltensänderung en positiv beein- flusst bzw. verhindert werden. Neben der theoretisc hen Aufklärung über prä- ventive Maßnahmen ist ein breites Angebot an prakti schen Kursen zum „Ausprobieren“ und „Üben“ deshalb unverzichtbar. Naturheilkunde und alternative Behandlungsformen Die Nachfrage nach Informationen in diesem Themenfe ld ist nach wie vor groß. Neben dem Vorstellen verschiedener anerkannte r Methoden stehen Informationen über die Anwendungsbereiche und ihre Möglichkeiten und Grenzen im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Gesunde Ernährung für Kinder in Schule und Kindergarten Gesundheitsförderung kann nicht früh genug einsetze n. Das im Frühjahr 2004 erfolgreich durchgeführte Projekt „Kasimir – Gesund Essen und Trinken“ wird 2006 fortgeführt. Als Teil des innerstädtische n Pro- 13 gramms „Gesund aufwachsen in Münster“ bietet es in erster Linie kindge- rechte Informationen und Praxis für Kinder im Kinde rgarten- und Grund- schulalter zum Themenbereich „Ernährung“. Angesproc hen werden neben den Kindern in besonderem Maße Eltern, Erzieher/-in nen und Lehrer/-innen, da die Ernährungserziehung in ihren Händen liegt. D as neue Projekt wird im Mai 2006 im Gesundheitshaus und in den Stadtteilen Coerde, Gievenbeck und Hiltrup jeweils mit einem einwöchigen Schwerpun ktprogramm in Koope- ration mit verschiedenen Partnern vor Ort durchgefü hrt. Hierzu werden be- reits jetzt Kontakte zu entsprechenden Einrichtunge n in den Stadtteilen auf- gebaut. Gesundheitsförderung für Kinder in sozialen Einrich tungen durch Wei- terbildung der pädagogisch tätigen Mitarbeiter/-innen In Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendlic he und Familien wird erstmalig ein Qualifizierungsprojekt für Mitarbeite r/-innen in der offenen Kin- der- und Jugendbetreuung durchgeführt. Ziel ist auc h hier die nachhaltige Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Jugendl ichen. Die Fortbil- dung außerfamiliärer erwachsener Betreuungspersonen in wichtigen Themen der Gesundheitsförderung und die Beschäftigung mit der adressatengerech- ten Weitervermittlung an Jugendliche in der Jugendh ilfe und Jugendarbeit steht dabei im Mittelpunkt des Kooperationsprojekte s. In der Modellphase wird das Projekt zunächst für Mitarbeiter/innen im „ABI Südpark“ erprobt. Danach wird es allen Einrichtungen, die in der Ganz tagsbetreuung für 6 bis 12- Jährige tätig sind, angeboten. Auf einer Fachtagung im November 2005 sollen das Pr ojekt und erste Er- gebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Entspannungsangebote in der VHS Entspannung – der Hektik und dem Stress des Alltags entfliehen, abschalten, auftanken. Die Uhr dreht sich immer schneller. Der Wunsch nach Ruhe, Er- holung und Entspannung wächst. Anleitungen zur Entspannung , zum Stressabbau und zur “inneren Einkehr“ gewinnen auch in der Gesundheits- bildung zunehmend an Bedeutung. Einige der angebote nen Kurse sind mit Wartelisten versehen. Das Übungsprogramm im Studie njahr 2005/2006 wird deshalb in der Struktur an die Bedarfe der Teilnehm erinnen und Teilnehmer angepasst, um weitere Entspannungstechniken ergänzt und enger an die Bewegungsangebote gekoppelt. Auch bei Kindern sind immer öfter stressbe- dingte körperliche Beschwerden, wie Bauch- und Kopf schmerzen, Übelkeit und Hypermobilität, erkennbar. Entspannungskurse, s peziell auf die Bedürf- nisse dieser Altersgruppe ausgerichtet, können helf en, Krankheitsentwick- lungen vorzubeugen. Bewegung und Körpererfahrung Bewegungskurse dienen der Gesunderhaltung, dem Stre ssabbau, der Flexi- bilität und der Körperhaltung. Entsprechend wird di eses Kursangebot auch weiterhin ganz im Zeichen von Gesundheit und Prävention stehen. Die Kurse zur Stärkung von Ausdauer, Muskelkraft und Beweglichkei t werden in bewährter, jedoch aktualisierter Form fortgesetzt. 14 Die Wassergymnastikkurse als Mittel zur Förderung von Kraft und Ausdau- er erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit. Wegen der Schließung des Lehrschwimmbeckens der Universität, Scharnhorststra ße, mussten leider einige Wassergymnastikkurse für Senioren beendet we rden. Das inzwischen alternativ aufgebaute Angebot im Simeonstift und im Schwimmbad Kinder- haus bietet jedoch neuen und alten Teilnehmer(inne) n dieser Altersgruppe die Möglichkeit aktiv zu bleiben. Am neuen Standort werden entsprechend des Bedarfs zunehmend Wasserfitness-Kurse für leist ungsstärkere Teilneh- mer/-innen aufgebaut. Aufgrund der großen Resonanz wird das Thema “ Gesunderhaltung des Rückens “ weiterhin einen Schwerpunkt im Bewegungsprogramm einneh- men. Das umfangreiche und nach wie vor stark nachgefragt e Bewegungsange- bot für Senioren wird in bewährter Form fortgesetzt. Auch der Bereich “ Bewegungskurse für Menschen mit Erkrankungen “, z. B. Herzinfarkt, Rückenbeschwerden, wird dem erkennb aren Bedarf ange- passt. Die Kurse werden sehr gut angenommen und bil den in bewährter Form eine wichtige und verlässliche wöchentliche Be wegungs- und Kommu- nikationsplattform für erkrankte Menschen. Gebärden- und Lautsprache in der VHS erlernen Seit Mai 2002 sind die Deutsche Gebärdensprache (DG S) als eigenständige Sprache und die Lautsprachbegleitenden Gebärden (LB G) als Kommunikati- onsforum der deutschen Sprache anerkannt. Folgerich tig werden die Gebär- densprach- und die Lautsprachbegleitenden Kurse auc h im Programmbe- reich „Sprachen“ der VHS abgedruckt. Das Programm i n Münster wird wei- terhin DGS und LBG 1-5 beinhalten. Zusätzlich wird es themenspezifische DGS-Kurse geben. Der Bedarf an den von der VHS initiierten regelmäß ig stattfindenden „Kommunikationsforen“ , in denen gehörlose Menschen über aktuelle Themen informiert werden, ist weiterhin groß. So wi rd es im nächsten Stu- dienjahr 3 Kommunikationsforen zu verschiedenen wir tschaftlichen, politi- schen und psychologischen Themen geben. Weiter wird es in Kooperation mit anderen Anbietern Selbstverteidigungskur- se für gehörlose Menschen geben. Lesen, Schreiben und Rechnen für Menschen mit einer geistigen Be- hinderung Im Bereich Lesen, Schreiben und Rechnen für Mensche n mit einer geistigen Behinderung hat sich die Umgestaltung des Programms zugunsten weiterer Schreibkurse bewährt. Das Angebot wird entsprechend fortgesetzt. 15 2.2.4 Sprachen und Länder Lesen und Schreiben lernen für Erwachsene/Alphabet isierung Trotz 10-jähriger Schulpflicht gibt es nach wie vor viele, auch deutsche Er- wachsene, die nicht - oder nicht ausreichend - lese n und schreiben können. Diese Zielgruppe der so genannten „funktionalen Analphabe t(inn)en“ versucht die VHS seit vielen Jahren durch ein beson ders niedrigschwelliges Angebot zu erreichen. Grundlegende Fertigkeiten im Lesen und Schreiben werden vermittelt und ermöglichen den betroffenen M enschen die Teilnah- me auch an schriftlicher Kommunikation im täglichen (Berufs-)Leben. Die VHS bemüht sich kontinuierlich, das oftmals tab uisierte Thema der mangelnden Schriftsprachekenntnisse bei Erwachsenen ins öffentliche Be- wusstsein zu bringen. Zu diesen Aktivitäten gehört insbesondere seit Jah- ren die enge Kooperation mit dem in Münster ansässi gen Bundesverband Alphabetisierung e. V. und dessen „ALFA-Telefon“. N ur über eine große Medienpräsenz übermittelt sich dieses in Münster einmalige Angebot an die betroffene Zielgruppe. Das Angebot der Volkshochsch ule Münster umfasst ca. 26 Kurse pro Jahr und erreicht ca. 250 Teilnehm er/-innen, die ein stark ermäßigtes Entgelt von 0,60 € pro Unterrichtsstunde zahlen. Wichtige Integrationshilfe: Deutsch als Fremdsprache (DaF) Grundvoraussetzung für die Teilnahme am gesellschaf tlichen Leben in Deutschland ist das Beherrschen der deutschen Sprac he. Für Migrant(inn)en aller Herkunft bietet die Volkshochs chule deshalb seit vielen Jahren auf verschiedenen Niveaustufen Deutschkurse an. Das Kurskonzept schließt landeskundliche, politische und kulturelle Informationen mit ein. Die VHS bietet das „Europäische Zertifikat Deutsch“ , die „Zentrale Mit- telstufenprüfung des Goethe-Instituts“ sowie das „Kleine bzw. Große Sprachdiplom des Goethe-Instituts“ als anerkannte Prüfungen an, die rege in Anspruch genommen werden. Im Jahr 2004 abso lvierten insgesamt 105 Teilnehmer/-innen erfolgreich diese Prüfungen. Zurzeit finden ca. 130 DaF-Kurse mit ca. 2 700 Teilnehmer(inne)n pro Jahr an der VHS Münster statt. Zusätzliche, speziell de finierte Integrations- kurse nach dem neuen Zuwanderungsgesetz führt die V olkshochschule derzeit nicht durch. Die Begründung dafür liegt dar in, dass einerseits das seit vielen Jahren bewährte Kurssystem der VHS auf die restriktiven Vorga- ben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge u mgebaut werden müsste, andererseits jedoch nur sehr geringe Teilne hmer/-innenzahlen zu erwarten sind. Dies liegt u. a. daran, dass in Müns ter zehn weitere Sprach- kursträger zur Durchführung von Integrationskursen zugelassen wurden und in den ersten Monaten nach Inkrafttreten des ne uen Gesetzes relativ wenige Sprachkursberechtigte zugezogen sind. Die Volkshochschule wird als eines der in Münster l izenzierten Prüfungs- zentren die nach dem Zuwanderungsgesetz für Integra tionskursteilneh- mer/innen vorgeschriebene Sprachprüfung „Europäisch es Zertifikat Deutsch“ anbieten und durchführen. 16 „Club D“ – Deutsch für Sekundarstufenschüler/-innen mit Migrations- hintergrund Seit dem 18. Januar 2005 läuft dieses – zunächst bi s Sommer 2006 befris- tete – Pilotprojekt, in dem Schüler/-innen mit Migr ationshintergrund nach- mittags ihre Deutschkenntnisse kostenlos verbessern können. Es wird nach Niveau- und Altersstufen differenziert unterrichtet und erfreut sich bereits jetzt regen Zuspruchs, auch wegen der lockeren Atmo sphäre und trotz der Freiwilligkeit der Teilnahme. Hierzu trägt sicherli ch auch ein „Club-Ausweis“ bei, den sich die Schüler/-innen bei jeder Teilnahme abstempeln lassen. Bei mindestens siebzigprozentiger Teilnahme geben die K ursleiterinnen eine positive Rückmeldung an die Herkunftsschulen, was z u einem Erfolgsver- merk auf den Zeugnissen führen wird. Erstaunlich un d erfreulich ist die ho- he Motivation, mit der dieses zentrale und somit mi t Anreisezeiten verbun- dene Angebot in der VHS-Überwasser von bislang 80 S chüler(inne)n aus allen Stadtteilen regelmäßig wahrgenommen wird. Zur Gewinnung von weiteren Teilnehmer(inne)n trägt auch die enge Koope- ration mit der neu eingerichteten „Bildungsberatung – International“ bei. Zu einem Höhepunkt im Studienjahr hat sich das jähr lich stattfindende „In- ternationale Sommerfest“ an der VHS-Überwasser entwickelt, bei dem zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus den verschie denen Ländern der Welt, die an Sprachkursen „Deutsch als Fremdsprache “ teilnehmen, mit mehr als 500 Gästen in interkulturellen Austausch treten. Auch in dieses Fest sollen die jugendlichen Teilnehmer/-innen des „Club D“ aktiv integriert werden. Beim dreiwöchigen „Feriensprachkurs Deutsch als Fremdsprache“ be- grüßt die VHS jeweils im August ca. 60 bis 90 junge Leute aus bis zu 20 Nationen in Münster; häufige Gäste sind Teilnehmer/ -innen aus Münsters Partnerstädten. Auch in den nächsten Sommerferien w ird dieses erfolgrei- che Angebot fortgeführt. 22 Fremdsprachen im Angebot der Volkshochschule Das Fremdsprachenangebot der Volkshochschule umfasst die großen Welt- und Verkehrssprachen, die Landessprachen der meiste n Partnerstädte Münsters sowie die der benachbarten Staaten. Im Stu dienjahr 2005/2006 wird das Angebot 22 Fremdsprachen, darunter zum ers ten Mal Persisch, umfassen. Besonderes Kennzeichen des umfangreichen Angebotes ist auf allen Ni- veaus die jeweilige Landeskunde, die dazu beiträgt, Land und Leute in ih- rem kulturellen Selbstverständnis zu begreifen. Daz u tragen auch beson- ders konzipierte Sprachstudienfahrten bei. In einer Reihe von Sprachen kann auf international anerkannte Prüfun- gen vorbereitet werden, die fast alle an der Volkshochschule Münster abge- legt werden können. Besonders viele Teilnehmer/-inn en (mind. 120) neh- men an den 2-mal pro Jahr an der Volkshochschule st attfindenden Prüfun- gen der Cambridge University teil (First Certificate in English (FCE), Cer- tificate in Advanced English (CAE), Certificate of Proficiency in English 17 (CPE). Seit 1999 ist es auch möglich, Prüfungen der London Chamber of Commerce an der Volkshochschule Münster abzulegen. Da Europäische Sprachenzertifikate , die in vielen weiteren Sprachen auf unterschiedlichen Niveaus angeboten werden, immer w ieder vereinzelt nachgefragt werden, hat die Volkshochschule Münster sich in einem Ko- operationsverbund mit benachbarten Volkshochschulen zusammenge- schlossen. Die Akkreditierung zum regionalen Prüfungszentrum für diese Sprachen soll noch im kommenden Studienjahr erfolge n. Akkreditiert ist die VHS Münster seit diesem Studienjahr für die neuen b erufsbezogenen Eu- ropäischen Englischzertifikate auf B 1 und B 2-Nive au des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für das Lernen und Lehr en von Sprachen. Die ersten 11 Prüfungen haben bereits stattgefunden . Weitere folgen im Juni 2005. Konsolidierung auf hohem Niveau heißt die Perspekti ve in diesem Fachbe- reich: ca. 550 Kurse mit ca. 7 200 Teilnehmer(inne)n wurden 2004 durch- geführt. Qualifizierungsangebote für Sprachkursleitende in der Region Die VHS Münster setzt im Interesse ihrer Teilnehmer /-innen einen hohen Qualitätsanspruch an ihre Kursleitenden. Seit 1999 führt die Volkshoch- schule Münster im Kooperationsverbund mit den regio nalen Volkshoch- schulen deshalb Kursleiter/-innen-Qualifizierungen durch, um Kursleiten- de auf die Unterrichtspraxis in der Erwachsenenbild ung vorzubereiten. An diesen über neun Monate laufenden Weiterbildungen nehmen jährlich mind. 25 Kursleiter/-innen teil. Regelmäßig wird in Kooperation mit dem Bundesverband Alphabetisie- rung ein Fortbildungsprogramm für Kursleiter/-innen in d er Alphabetisie- rung oder solche, die es werden wollen, durchgeführ t, das von Teilneh- mer(inne)n aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus sogar aus dem deutschsprachigen Ausland in zunehmendem Maße i n Anspruch ge- nommen wird. Mit weiteren regelmäßigen Fortbildungsseminaren für Kursleiter/-innen aller Sprachen sichert die VHS die hohe Qualität ihres Sprachangebotes. Kooperation Volkshochschule und Schulen wird ausgebaut Durch die Fusion des ehemaligen Schulamtes mit der Volkshochschule zum Amt für Schule und Weiterbildung kommen auf den Sprachenbereich der VHS, wie auf andere Programmbereiche auch, verstärkt die Schulen zu, um ihren Schüler(inne)n ein außerschulisches Zusatz angebot an Fremd- sprachen bieten zu können. Bei diesen Kursen soll i n der Regel ein aner- kanntes Europäisches Sprachenzertifikat angestrebt werden, das seit vielen Jahren zum erfolgreichen Konzept an deutschen Volkshochschulen gehört. So laufen z. B. am Gymnasium Paulinum derzeit im Na chmittagsbereich drei Spanischkurse. Teilnehmende sind vor allem Sch üler/-innen, die an dem Austauschprogramm des Paulinum mit Argentinien teilnehmen. Am Pascal-Gymnasium findet ein 4-stündiger Wochenkurs statt, der auch im kommenden Schuljahr fortgeführt werden soll. Die Resonanz auf den ersten 18 Kurs war so gut, dass dort ein weiterer Kurs für An fänger/-innen eingerich- tet werden soll. Der Kurs hat bereits jetzt 20 Anme ldungen. Am Schiller- Gymnasium soll der bereits jetzt laufende Spanischk urs im nächsten Jahr fortgeführt werden. Cambridge ESOL Prüfungen als neues Schulprojekt auch in Münster Eine Kooperation zwischen dem Ministerium für Schul e, Jugend und Kin- der, Cambridge ESOL (English for Speakers of Other Languages) und den Prüfungszentren (für das Münsterland nur Volkshochs chule Münster) er- möglicht es Schülerinnen und Schülern in NRW, im Sc huljahr 2004/05 im Rahmen eines Pilotprojektes zusätzlich ein Englisch zertifikat der Cam- bridge-Universität zu erwerben. Angeboten werden Pr üfungen zu den Refe- renzniveaus B1 (PET) und B2 (FCE) des Gemeinsamen E uropäischen Re- ferenzrahmens. Diese Stufen entsprechen den Kompete nzerwartungen im Fach Englisch für den Mittleren Schulabschluss (B1) bzw. das Abitur (B2). Von 11 Schulen in und um Münster legten im März 200 5 bereits 98 Schü- ler/-innen das Cambridge First Certificate in English ab. 83 Schüler/-innen haben sich zum Preliminary English Test im Mai angemeldet. In den Folge- jahren ist eine Ausweitung dieses neuen Kooperation sprojektes auf weitere Prüfungen vorgesehen. Die Volkshochschule Münster b erät schon jetzt Lehrer/-innen, die ihre Schüler/-innen auf das Camb ridge Certificate in Ad- vanced English vorbereiten und diese zum Regelprüfungstermi n an der VHS anmelden. Die Erfahrungen des Pilotprojektes we rden in einer wis- senschaftlichen Begleituntersuchung erfasst. Landesprojekt: „Weiterbildung geht zur Schule“ Um die vorgenannten Prüfungen auch und im besondere n Maße an den Haupt- und Realschulen bekannt zu machen, hat sich der Sprachenbe- reich in das o. a. Projekt eingebracht. Da die Vorb ereitung auf die PET– Prüfung zurzeit nicht durch die Lehrer/-innen an di esen Schulformen geleis- tet werden kann, bietet die VHS schulexterne Kurse zur Vorbereitung dieser Schüler/-innen an. Deutsch auf Bestellung: Ein Service z. B. für Schul en mit internationa- len Partnerschulen Mehrmals im Jahr führt die Volkshochschule Deutschk urse für andere Ein- richtungen, z. B. für internationale Austauschschül er/-innen an Münsteraner Gymnasien durch. Ähnliche Maßnahmen wird es auch im nächsten Stu- dienjahr geben. Sprachliche Qualifizierung für Lehrkräfte der Primarstufe Seit September 2001 bietet die Volkshochschule Müns ter eine sprachliche Weiterbildung in Englisch für Primarstufenlehrkräft e an, die ab dem Schul- jahr 2003 Englisch in der Grundschule unterrichten sollen. Ca. 400 Teil- nehmer/-innen nahmen an eigens nach den Maßgaben de s Ministeriums konzipierten Kursen und Prüfungen teil. Die letzten jetzt noch laufenden Kurse enden im April 2006 mit einer Prüfung auf dem C 1-Niveau des Ge- meinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen . Weitere Interes- senten werden auf die Cambridge Certificate in Advanced English-Prüfung im Regelangebot verwiesen. 19 2.2.5 Beruf und Wirtschaft Die Angebote des Fachbereichs Beruf und Wirtschaft knüpfen an die konkreten Bedürfnisse des Einzelnen nach Weiterbildung im Spannungsfeld von Arbeit und Leben an. Gerade in der derzeitigen Wirtschafts situation bekommt das Thema der Verbindung von beruflicher und persönlich er Zufriedenheit einen höheren Stellenwert. Dabei muss berufsorientierte Weiterbildung die Teilneh- menden in die Lage versetzen, den wechselnden Ansprüchen in Beruf, Gesell- schaft und im Privatleben gerecht zu werden. Die Vermittlung von verschiede- nen Schlüsselqualifikationen (Abstraktions-, Kommunikations- und Lernvermö- gen, Kooperationsbereitschaft, Kreativität und Sozialkompetenz) ist demzufolge eine der Hauptaufgaben des Fachbereichs. In folgenden Themenfeldern wird dieser zentrale Ans pruch des Programm- bereichs umgesetzt: Professionalität und Persönlichkeit mit den Unterbereichen • Arbeitsplatz Büro • Junge VHS (Zielgruppe Schülerinnen und Schüler, ju nge Erwachse- ne) • Arbeits- und Lerntechniken • Bewerbungstraining und Jobsuche • NLP (Neurolinguistisches Programmieren) • Rhetorik und Kommunikation • Mentaltraining und Selbstmanagement • Supervision und Coaching • Zertifikatskurs: “Xpert personal business skills” • Angebote für Kursleiterinnen und Kursleiter In diesen Angebotssegmenten werden berufsorientiert e Kenntnisse und Fähigkeiten zu den wichtigsten Schlüsselkompetenzen insbesondere für Arbeitssuchende und Berufstätige in Unternehmen, Ve rwaltungen und Or- ganisationen vermittelt. Darüber hinaus können Kompetenzen für die Persönlic hkeitsentwicklung und zur Unterstützung des ehrenamtlichen Einsatzes erworben werden. Eine enge Kooperation in Fragen der Qualifizierung Ehrenamtlicher ist mit der Freiwilligenagentur Münster angestrebt. Das VHS-Angebot an Lehr- gängen zum NLP (Neurolinguistisches Programmieren) stößt seit Jahren auf sehr positive Resonanz. Deshalb wird es auch im kommenden Studien- jahr wieder ein Angebot mit der Möglichkeit des Abs chlusses zum NLP- Practitioner und NLP-Master-Practitioner geben. Wirtschaft und Finanzen mit den Unterbereichen • „Xpert-Finanzbuchhaltung“ • Betriebswirtschaft • Existenzgründer • Finanzforum für Verbraucher 20 Hier stehen verschiedene aktuelle Wirtschafts- sowi e Verbraucherthemen (z. B. Rente, Erbschaft, Hauskauf etc.) im Fokus. A ber auch Arbeitnehmer/- innen sowie Arbeitssuchende, Existenzgründer/-innen oder Firmen finden vielfältige Angebote, die sie oder ihre Mitarbeiter /-innen beruflich weiter qualifizieren. Besonders sei an dieser Stelle auf d as neue Seminarkonzept „Xpert-Finanzbuchhaltung“ hingewiesen, das nach einer abschließenden Prüfung das Zertifikat „Geprüfte Fachkraft für Fina nzbuchführung“ vergibt. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Modul eines umfangreichen Zertifi- zierungssystems des Deutschen Volkshochschulverband es, das auch in einer Reihe von anderen Programmbereichen der VHS M ünster angeboten wird. Hauswirtschaft Die Weiterbildungs- und Beratungsaktivitäten im Arb eitsfeld der haushalts- nahen Dienstleistungen werden seit dem vergangenen Jahr verstärkt kon- zeptionell weiterentwickelt und quantitativ erweitert. Die Ausrichtung an den Gegebenheiten des regionalen Arbeitsmarktes wird forciert. Die Vorbereitungslehrgänge auf die Externenprüfung zur Hauswirtschaf- terin – ein Angebot, das die Volkshochschule seit vielen Jahren in Koope- ration mit dem Anna-Krückmann-Haus vorhält – werden stark nachgefragt. Neu hinzugekommen ist ein Angebot, das in Kooperati on mit der Arbeits- gemeinschaft entwickelt wurde. Es richtet sich an F rauen, die sich im Leis- tungsbezug SGB II befinden und zum größten Teil nic ht über einen forma- len Berufs- bzw. Schulabschluss verfügen. Auch sie werden durch Weiter- bildung, intensives Einzelcoaching sowie durch eine begleitende Beschäfti- gung in Großhaushalten (über ABM-Verträge) auf die Externenprüfung zur Hauswirtschafterin vor der Landwirtschaftskammer Münster vorbereitet. Der erste Durchlauf dieses Projektes verlief sehr erfol greich, vor allem im Hin- blick auf die Tatsache, dass es sich bei 90 % der T eilnehmerinnen um Migrantinnen mit erheblichen Sprachdefiziten handel te. Hier kann die VHS mit ihrer vielfältigen Erfahrung der Unterstützung von Migranten in besonde- rem Maße helfen. Dieser Arbeitsansatz soll ausgebaut werden. 2.2.6 Medien und EDV Kooperationsnetzwerk Medienkompetenz mekomnet „mekomnet“ wird seit 1. August 2003 von der Landesa nstalt für Medien NRW als eines von zwei Pilotprojekten im Land NRW gefördert. Das Netzwerk hat zum Ziel, Kooperationen der lokale n Akteure mit ihren breit gefächerten Ressourcen und Kompetenzen zu för dern, Bürgerinnen und Bürgern eine schnelle und gezielte Orientierung zu ermöglichen, eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung der lokalen An gebotsstruktur im Be- reich Medien zu unterstützen und dabei insbesondere multimediale Ansätze zu forcieren. Auf diese Weise will „mekomnet“ das vielfältige Angebot und innovative Po- tenzial der Bildungs- und Wissensstadt Münster im B ereich Medienkompe- 21 tenzvermittlung und –partizipation weiter entfalten und den landesweiten Prozess der Vernetzung von Bürgermedien und Partner n in der Medienar- beit vor Ort beispielhaft vorantreiben. Initiatoren und Träger des Projekts sind die „Filmwerkstatt Münster“ , das „medienforum münster “, der Verein „Bürgernetz – büne“ und die Volks- hochschule Münster . 14 weitere Partner haben sich dem Netzwerk inzwi- schen angeschlossen: die AG der Münsteraner Radiowe rkstätten, das Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster, das Bürgermedienzentrum Bennohaus, das „e-team Münster“, der Verein „Frauen und neue Medien“, der „internetDialog Münsterland“ [iDML], das Jugend informations- und - beratungszentrum (Jib) der Stadt Münster, die Katho lisch-soziale Akademie Franz-Hitze-Haus, der Zusatzstudiengang Medien und Informationstechno- logien in Erziehung, Bildung und Unterricht (MIEBU) an der WWU Münster, das Münsterbandnetz, der „Offene Kanal tv münster“, der „Campusfunk Radio Q“, die Stadtbücherei Münster und das Westfäl ische Landesmedien- zentrum. Das Informationsportal (www.mekomnet.de) bietet Bürgerinnen und Bür- gern einen umfassenden Überblick über die zahlreich en Möglichkeiten der medialen Aus-, Fort- und Weiterbildung in der "City of Learning". Netzwerk- partner können sich hier präsentieren und ihre Kurs angebote per Log-In direkt in eine Datenbank einstellen. Zusätzlich wer den zahlreiche Informati- onen redaktionell aufbereitet. Zentrale Kontakt- und Servicestelle des Projekts is t seit Februar 2004 das „mekomlokal“ in der Innenstadt, das von der Stadt Münster unter stützt wird. In dem betreuten Internetcafé und Schulungsra um mit zehn Rechner- plätzen leisten die Mitarbeiter/-innen trägerübergreifenden Service für Bür- ger/-innen und Projektpartner. Sie bieten Beratung bei EDV-Anwendungen, tägliche Sprechzeiten und Einzelschulungen beim „E- Doctor“ sowie allge- meine Informationen zu Medienfragen. Das offene und qualifizierte Angebot, das im Lokal montags bis freitags von 12-18 Uhr vorgehalten wird, ergänzt das Kursprogram m der mekomnet- Träger und Partner. Es reagiert damit auf einen ins gesamt zunehmenden Bedarf an flexiblen, niedrigschwelligen Orientierun gs-, Schulungs- und Be- ratungsmöglichkeiten. Das „mekomlokal“ steht außerd em zur Vermietung für Kleingruppenschulungen zur Verfügung. Weitere Projektvorhaben für das kommende Studienjah r sind ein Ausbau des Kinderradioprogramms im Bürgerfunk , eine Förderung der schuli- schen Medienarbeit u. a. durch Orientierungs- und Qualifizierungsange bo- te für Lehrer/-innen, ein trägerübergreifender Ausb au der Medien- Angebote für Menschen mit Behinderungen sowie eine multimediale Erweiterung des neuen Informationsportals für Mädch en www.claraweb.de in Zusammenarbeit mit dem Verein Frauen und neue Medien e. V. Das Bürgerfunkstudio der VHS produziert damit ein Drittel des täglich zweistündigen Programms (Wochenende vierstündig) auf Antenne Münster. Sendungen zu Kultur, Seniorenfragen, Umweltthemen, das Kinderradio 22 „Männo“, westfälischer Talk, Interkulturelles, Karn eval oder aktuelle The- menschwerpunkte, z. B. zur Wissenschaftsstadt Münster, gestalten Bürger/- innen, Vereine und Gruppen mit Unterstützung der VH S selbst. Die Green- peace-Gruppe Münster erhielt 2005 für ihre im VHS-B ürgerfunk produzier- ten Beiträge den Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien NRW. Für den Herbst 2005 ist die Fortsetzung des Kinderr adioprojektes des Ver- eins „Mutoto e. V.“ geplant. Thema ist der Vergleic h der Lebenssituation von Straßenkindern in Afrika und jugendlichen Ausre ißern in Münster. Das Projekt wird zusammen mit der Thomas-Morus-Schule geplant. Im Rah- men der Tournee der kongolesischen Artistengruppe „Mutoto chaud“ ist die Förderung des Projekts beim Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbandes beantragt. Im September feiert das Kulturmagazin „Trunk“, benannt nach der Skulptur von Richard Serra, in einer Veranstaltungsreihe mit Live-Sendungen und einer Ausstellung fünfjähriges Jubiläum mit einem A usblick auf die Skulptu- renprojekte 2007. Die Berufsinformationsbörse „Hilfe, ich will in die Medien“ konnte 2005 wie- der mit großem Erfolg in den Praxisbereichen Presse , Rundfunk, Multime- dia sowie Gestaltungstechnik am Berufskolleg Orient ierung für über 50 Ju- gendliche und ihre Eltern geben und wird 2006 fortgeführt. Im Seminarbereich wird die Kooperation der Arbeitsg emeinschaft Münste- raner Radiowerkstätten und Antenne Münster/Veransta ltergemeinschaft Lokaler Rundfunk e. V. auf Grund von Kürzungen bei der Produktionshilfe weitergeführt. EDV und Medienbildung Die Bildungsnachfrage nach EDV-Kursen ist erwartung sgemäß in den letz- ten Jahren stetig zurückgegangen. Der Rückgang der Nachfrage in Münster ist jedoch im Vergleich zu anderen Städten eher ger ing. Insgesamt ist im letzten Studienjahr ein Teilnehmerrückgang von ca. 15 % zu verzeichnen. Bundesweit ist zu beobachten, dass die Motivation a n beruflicher Weiterbil- dung teilzunehmen gesunken ist, da der Einzelne in Anbetracht der Ar- beitsmarktsituation durch die Teilnahme an zum Teil hochpreisigen Fortbil- dungen kaum eigene Vorteile sieht. Ein weiterer Gru nd für die auch in Münster zu beobachtenden Teilnehmerrückgänge liegt darin, dass auf den Gebieten der EDV-Standardanwendungen, der elektroni schen Kommunika- tion und Internet inzwischen eine Deckung an Grundqualifizierung er- reicht ist. Aufbauende EDV-Kenntnisse erwerben Teil nehmer/-innen häufig im Eigenstudium, denn der Selbstlernfaktor ist im T hemenfeld EDV deutlich größer als z. B. im Sprachenbereich, der mehr von d er Kommunikation lebt und institutionsbezogener ist. Entgegen diesem allgemeinen Trend steigt die Nachfr age nach passge- nauen EDV-Weiterbildungsangeboten weiterhin. Da eine auf individuali- sierte Nutzerbedürfnisse ausgerichtete Angebotsplan ung jedoch im Regelangebot kaum vorzuhalten ist, müssen während d es laufenden Se- mesters zusätzliche Fortbildungen eingerichtet werden. Dies erfordert viel- 23 fältige und flexible Beratungs- und Serviceangebote , um die nachfrageori- entierten Bildungsangebote im laufenden Geschäftspr ozess abzustimmen und möglichst kurzfristig zu organisieren. Es ist davon auszugehen, dass sich der Trend des Te ilnehmerrückgangs insbesondere bei den Standardanwendungen im EDV-Ber eich auch im kommenden Studienjahr fortsetzen wird. Die Folge is t die grundsätzliche Planungsüberlegung, die Anzahl der EDV-Kurse zur St eigerung der Kursauslastung zu komprimieren. Gleichwohl orientiert sich das Bildungsangebot im F achbereich EDV auch im kommenden Studienjahr an der bewährten Struktur mit den drei Berei- chen • Basisqualifizierung im Bereich der Standardanwendun gen und elektronischer Kommunikation , • Fachqualifizierung mit berufsorientierter Ausrichtung und • zielgruppenorientierte Bildungsangebote. EDV-Angebote zur Basisqualifizierung Dieses Angebotssegment umfasst die Vermittlung von Orientierungswissen und Erschließungskompetenzen auf den Gebieten EDV- Standardanwendungen , elektronische Kommunikation und Internet . Das Kernangebot an Schulungen zur Basisqualifizierung wird ergänzt durch Angebote zu speziellen Schulungen und Workshops mit konkreten Anwen- dungsbezügen, die genügend Raum bieten, auf individ uelle Wünsche der Teilnehmer/-innen einzugehen. Innerhalb dieses Teilbereichs wird weiterhin das st andardisierte modulare Zertifikatssystem „Europäischer ComputerPass Xpert“ mit gleicher Struktur sowohl als reine Präsenzkurse als auch als „Blended-Learning- Kurse“ mit einer effizienten Mischung aus Präsenzlernen in der VHS und Selbstlernen am privaten PC angeboten. Diese aktuelle Lernform hat den großen Vorteil, individuelles Lernen mit eigenen Sc hwerpunktsetzungen zu ermöglichen. Die Aufnahme zusätzlicher Prüfungsvorb ereitungskurse soll Interessierten, die über entsprechende Vorkenntniss e verfügen, die Mög- lichkeit der gezielten Prüfungsteilnahme für den Er werb von Zertifikaten ohne vorherigen Kursbesuch geben. Berufliche EDV-Qualifizierungsangebote und Zertifikatskurse In diesem Teilbereich geht es um die Vermittlung beruflich verwertbarer und praxisbezogener Qualifikationen in den Bereichen de r kaufmännischen EDV-Anwendungen, Netzwerke, Programmierung und mult imedialer EDV- Anwendungen. Im kommenden Studienjahr wird es hier eine deutliche Schwerpunktsetzung auf Zertifizierungsmöglichkeiten geben, da IT- Zertifikate auf dem Arbeitsmarkt inzwischen einen h ohen Stellenwert ha- ben. Die Dachmarke des Lehrgangssystems „Xpert“ wird im Bereich der kauf- männischen EDV-Anwendungen ergänzt durch die Aufnah me des „Xpert Business“. Dieses Xpert-Modul wird in Kooperation m it dem Fachbereich „Beruf und Wirtschaft“ durchgeführt und bietet Inte ressierten die Möglich- 24 keit, sich als „Geprüfte Fachkraft für Finanzbuchfü hrung“ zertifizieren zu lassen. Nach der sehr erfolgreichen Ausweitung der Prüfungs - und Qualifizierungs- seminare zu Microsoft-Zertifizierungen vom MCP (Microsoft Certified Pro- fessional) zum MCSA (Microsoft Certified Systems Ad ministrator) werden im kommenden Studienjahr aufgrund der großen Nachfr age weitere Prü- fungs- und Qualifizierungsseminare angeboten, die d ie Erlangung der nächsten Zertifizierungsstufe zum MCSE (Microsoft C ertified Systems En- gineer) ermöglichen. Alternativ zu den konventionellen Microsoft-Produkten und –Zertifizierungen ist der Aufbau einer Schulungsstruktur zur Linux-Zertifizierung geplant, eine international anerkannte und herstellerunabhän gige Zertifizierung, die einen immer breiter werdenden Nutzerkreis erschließt. Spezielle Angebote für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) wie „Windows Small Business Server 2003 Administration“ und besondere Se- minare zu neuen technischen und aktuellen Trends wi e XHTML und CSS, Infopath und Geoinformationssysteme (GIS) kompletti eren die Angebotspa- lette der beruflichen EDV-Qualifizierung. Die seit Frühjahrssemester 2002 bestehende erfolgre iche Kooperation mit den Stadtwerken Münster zur Durchführung von Anwend erschulungen zu SAP/R3 ist leider seit dem Frühjahrssemester 2004 b eendet, da SAP Deutschland der Volkshochschule die Durchführung we iterer SAP- Seminare aus lizenzrechtlichen Gründen untersagt ha t. Da aber nach wie vor eine große Nachfrage nach SAP-Schulungen an der VHS besteht, wird nach alternativen und kostengünstigen Nutzungs- und Einsatzmöglichkeiten des SAP-Systems gesucht. Seit dem Studienjahr 2002 konnte jährlich mit der Agentur für Arbeit eine Trainingsmaßnahme zur Erlangung des „Europäischen ComputerPasses Xpert Master plus - einem Lehrgangsmodul zur EDV-F inanzbuchhaltung“ im Rahmen einer freihändigen Vergabe durchgeführt w erden. Ab dem kom- menden Herbstsemester wird diese Trainingsmaßnahme als FBW- Maßnahme ( Förderung der Beruflichen Weiterbildung durch Bildungsgut- scheine) im Rahmen von SGB III ausgeschrieben. Da a ber Bildungsgut- scheine nur noch in stark verringertem Maße ausgege ben werden, ist es unsicher, ob diese Trainingsmaßnahme im Herbst 2005 durchgeführt wer- den kann. Zielgruppenorientierte EDV-Angebote Dieser Teilbereich umfasst Medienbildungsangebote i nsbesondere für Se- nioren , für die „Junge Volkshochschule“ sowie für Lehrerinnen und Lehrer an Münsteraner Schulen . Seniorenkurse finden weiterhin großen Zuspruch und werden zu vielfältigen EDV-Anwendungen durchgeführt von EDV-Grundlagen übe r Textverarbei- tung und Berechnungen mit Excel bis zu Interneteinf ührungen und digitaler Bildbearbeitung. Für diese Zielgruppe sind für das kommende Studienjahr 25 35 Veranstaltungen geplant. Erfahrungsgemäß entwick eln sich während des Semesters aus den angebotenen Kursen auf Nachfr age zahlreiche Folgekurse. Weitere Kooperation mit Münsteraner Schulen Im Rahmen der „ Jungen VHS“ werden EDV-Grundlagen-Workshops in Form von Ferienworkshops angeboten. Außerhalb dieses Regelangebots sind in den letzten Jahren an verschiedenen Schulen zahlreiche Kurse zur Schreibtechnik mit Einführung in Word durchgeführt worden. Die Volks- hochschule ist inzwischen zu einer verlässlichen An sprechpartnerin an Münsteraner Schulen geworden ist. Seit dem Studienjahr 2004 beteiligt sich die Volkshochschule an dem vom Ministerium für Wirt schaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Pilotprojekt „Weiterbildung geht zur Schule“. Im Rahmen dieses Projektes wird den Schulen ein An gebot zu dem Handlungsfeld „Formale Zusatzqualifikationen und Zertifikate“ un- terbreitet. Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 erhalten die Mög- lichkeit, systematische IT-Handlungskompetenzen zu erwerben und diese in Prüfungen zum „Europäischen ComputerPass Xpert“ nachzuweisen. Das Projekt ist zunächst bis Ende 2005 terminiert, jedo ch ist eine Fortführung dieses Qualifizierungsangebotes auch außerhalb des Projektes bei beste- hendem Bedarf geplant. Im Angebotssegment Lehrerfortbildung ist seit Beendigung der „e- nitiative.nrw“ ein deutlicher Rückgang zu verzeichn en. Allerdings werden besonders von Studienreferendaren Schulungen und Pr üfungen zur Erlan- gung der „e-card.nrw“ weiterhin stark nachgefragt, was noch einmal den hohen Bedeutungsgrad dieses in Kooperation mit den Volkshochschulen und dem Schulministerium entwickelten Zertifikats u nterstreicht. Insgesamt haben im vergangenen Studienjahr 90 (angehende) Lehrerinnen und Lehrer dieses Zertifikat an der Volkshochschule erworben. Die Beteiligung der Volkshochschule Münster an dem Projekt „ QUALI- Teach - Qualitative Verbesserung der Fort- und Weiterbil dungsinfrastruktur im Bereich der IuK – Technologien für Lehrkräfte / Multiplikatoren der Schu- len in den beiden Regionen Münster und Steinfurt“ i m Rahmen des Pro- gramms „Lernende Regionen – Förderung von Netzwerke n“ wird im kom- menden Studienjahr fortgesetzt. Die Westfälische Wi lhelms-Universität Münster (Projektträger), die Bezirksregierung Münst er, Dezernat 46 (Leh- rerfortbildung), die Schulämter / "e-teams" Münster und Steinfurt, die Volks- hochschule Steinfurt, die Industrie- u. Handelskamm er Nord Westfalen und die Handwerkskammer Münster sind weitere Projektpar tner. Im Mittelpunkt steht die Ermittlung konkreter Fortbildungsbedarfe einzelner Schulen und daraus resultierend die Entwicklung fachspezifische r und passgenauer Fortbildungsangebote. Über diese drei zielgruppenorientierten Angebotsber eiche hinaus ist ab September 2005 die Verlagerung der städtischen IT- Grundlagenschulungen von der Citeq zur Volkshochsch ule geplant. Die Nachfrage nach Grundlagenschulungen (Word, Exce l, PowerPoint, GroupWise, Intranet/Internet) ist in den letzten Jahren bei der Citeq deutlich zurückgegangen und hat sich dort mehr auf die anwenderbezogenen Schu- 26 lungen zu speziellen Softwareprodukten verlagert. D ie Übernahme der städtischen IT-Fortbildungen durch die VHS ist bei einer gleichzeitig ge- planten Straffung der städtischen Schulungsangebote im Grundlagenbe- reich sinnvoll, um den im offenen VHS-Kursangebot z u verzeichnenden Nachfragerückgang zu kompensieren. Zudem soll städt ischen Mitarbei- ter(inne)n die Teilnahme an dem breit ausgelegten o ffenen EDV- Kursangebot ermöglicht werden. Eine Unterfütterung der reinen Grundla- genschulungen durch das differenzierte Kursangebot der VHS ist als eine qualitative Aufwertung der IT-Kompetenzen der städt ischen Mitarbeiter/- innen zu betrachten. 2.2.7 Kulturelle Bildung Der Fachbereich "Kulturelle Bildung" der Volkshochs chule Münster formu- liert sein Bildungsprogramm unter der plakativen Ma xime "KennenLer- nenKönnenWollen". Die visualisierte Verknüpfung zentraler Begriffe k ultu- reller Bildung sind Grundlage der Programmplanung. Kulturelle Bildung • fördert gestalterische Fähigkeiten, • fördert Kreativität, • erweitert die kulturellen und kommunikativen Kompe tenzen und • sensibilisiert für interkulturelle Lebenszusammenh änge. Auf dieser Grundlage ist der Dialog zwischen Teilne hmerinnen und Teil- nehmern und Dozentinnen und Dozenten in grundlegend en kenntnisorien- tierten Seminaren und Arbeitsgemeinschaften und in Form von kreativen, personenorientierten Kursen und Projekten das zentrale Thema. Im Angebot des Programmbereichs handelt es sich um bewährte Angebots- formen und Angebotsinhalte in den Sparten "Literatu r und Theater", "Musik und Tanz", "Kunst und Gestalten" sowie "Foto und Film". Das neue Lernfeld "Kunst und Kultur" orientiert sich an aktuellen ges ellschaftlichen Erforder- nissen; sie vermittelt kreative und soziale Schlüss elqualifikationen und schafft neue Perspektiven und Anregungen für die ge istige und gestalteri- sche Kreativität. Es geht um die fachliche Anleitun g für selbstständige Schritte bei der Rezeption und Produktion von Literatur, Musik, Kuns t und Medien . Mit kreativen Aktionen und der Inanspruchnahme neue r, ungewöhnlicher Orte sowie durch die aktive Präsentation von Ergebn issen, konnte sich der Programmbereich im zurückliegenden Studienjahr weit er profilieren. Durch Veranstaltungen wie "Eintritt frei", in denen sich die vielfältigen Aktivitäten im kulturellen Bildungsbereich in der VHS-Überwasse r präsentieren konn- ten, in der Neuauflage des Projektes "Wild Art" im Allwetterzoo Münster, das zu künstlerischer Auseinandersetzung mit Natur und Tierwelt anregt, sowie in drei Foyer-Ausstellungen in der 1. Etage d er VHS-Aegidiimarkt, wurde dokumentiert, welch hohe Qualität die künstle rischen Arbeitsprozes- se im Zusammenhang der Kursangebote der VHS haben. Diese erfolgrei- chen Aktionen werden auch im kommenden Studienjahr fortgesetzt. 27 Ergänzt wurde diese besondere Öffentlichkeitsarbeit durch Auftritte des "VHS-Theaters im Speicher", einer Präsentation der VHS-Schreibwerkstatt "Zeilenschmiede" sowie in einer besonderen Veransta ltung zum 25. Jubi- läum der VHS-Folkloretanzgruppe. Nicht unerwähnt bl eiben darf das "1. Origami-Peacetree-Festival" im Frühjahr 2005. Die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere durch die Präsen- tationen der Arbeitsergebnisse, hat dazu geführt, d ass die Resonanz auf die Bildungsangebote des Programmbereichs nach wie vor als ausgespro- chen gut bezeichnet werden kann. Die Durchschnittsteilnehmerzahl von 13,4 Teilnehmern pro Veranstaltung ist insbesondere im Blick auf den landesweit zu beobachtenden Rückgang der Teilnahme an Veranstaltungen der kulturellen Bildung hervorzuheben. Das hohe Wei terbildungsinteresse der Münsteranerinnen und Münsteraner kommt auch im Bereich der kultu- rellen Weiterbildung zum Ausdruck. Im neuen Studienjahr wird der eingeschlagene Weg im Bereich des Aus- baus der Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern , aber auch mit anderen Bildungsträgern fortgesetzt. Schwerpunk te der Bildungsarbeit werden im kommenden Studienjahr die Sparten "Kunst und Gestalten" so- wie "Foto und Film" sein. Die begrenzten fachräumli chen Ressourcen im VHS-Haus am Aegidiimarkt können nur durch zusätzlic he Nutzung von Ate- lierräumen von Musik-, Kunst- und Fotografieproduze nten kompensiert werden. Durch die hohe fachliche, pädagogische und künstler ische Qualität der Do- zentinnen und Dozenten, durch ein auf die Nachfrage und Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmtes Bildungsprogramm, durch besondere „un- gewöhnliche“ Orte für künstlerische Aktivitäten" so wie durch eine kreative Öffentlichkeitsarbeit des Programmbereichs kann es auch im kommenden Studienjahr 2005/2006 erneut gelingen, die hohe Tei lnehmerzahl von ca. 3.500 Münsteranerinnen und Münsteranern an Veransta ltungen zur kultu- rellen Bildung der VHS-Münster zu erreichen. Anlage Grafik zu Punkt 1.2 Leistungsdaten und Haushaltsentwicklung
Beschlussvorlage
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DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Profile, Planungen und Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2005/2006 Beratungsfolge 15.06.2005 Kulturausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Den vom Beirat der Volkshochschule am 04.05.2005 verabschiedeten Grundzügen der Bil- dungsarbeit 2005/2006 (siehe Anlage) wird zugestimmt. 2. Die Beschlussfassung erfolgt unter dem Vorbehalt der Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die Mittel sind im doppischen Haushaltsplan 2005 und dem Finanz- und Investitionsplan 2004 – 2008, Produktgruppe 12004, veranschlagt. Begründung: Nach § 4 der Satzung der Volkshochschule verabschiedet der Kulturausschuss die Grundzüge der Lehrplangestaltung eines Studienjahres. Im Rahmen dieser Grundzüge hat die Volkshochschule das Recht auf selbstständige Lehrplangestaltung. Die Grundzüge der Lehrplangestaltung sind der Anlage "Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2005/2006" zu entnehmen. In seiner Sitzung am 04.05.2005 hat sich der Beirat mit den Grundzügen der Planungen der Bil- dungsarbeit 2005/2006 beschäftigt und ihnen zugestimmt. Auch im zurückliegenden Studienjahr 2004/2005 bestätigen die hohen Teilnehmerzahlen von 27.688 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und die Zahl von über 52.000 durchgeführten Unter- richtsstunden erneut die hohe Akzeptanz des Weiterbildungsangebotes der Volkshochschule der Stadt Münster. Ein leichter Teilnehmerrückgang von 2,6 % liegt im Bereich der auch in den ver- Vorlagen-Nr.: V/0355/2005 Auskunft erteilt: Herr Dr. Gummersbach Ruf: 492 40 00 E-Mail: GummersH@stadt-muenster.de Datum: 02.05.2005 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - gangenen Jahren erkennbaren Schwankungen. Eine Ursache dafür scheint auch die erneute Er- höhung der Teilnehmergebühren im Herbstsemester 2004 zu sein. Grund für diese Erhöhung sind die erheblichen Rückgänge der Landesförderung um 16,1 % (zum Ausgangsjahr 2000) und die Reduzierung der kommunalen Zuschüsse zum Haushaltsjahr 2004 um 5 % im „freien Budget“. Durch die umgesetzte Gebührenerhöhung konnte der Deckungsgrad der Ausgaben für Honorar- kräfte durch Teilnehmerentgelte auf 124,6 % erhöht werden. Ziel ist es, auch im kommenden Stu- dienjahr eine noch bessere Auslastung der Belegungen der angebotenen Kurse zu erreichen. Das Gesamtprogramm der VHS umfasst nach den Vorgaben des Weiterbildungsgesetzes NRW die Bereiche der allgemeinen, politischen, beruflichen und kulturellen Weiterbildung und den Bereich der Eltern- und Familienbildung. Das Profil der Volkshochschule Münster wird dabei wieder insbe- sondere durch die hohe Qualität und das quantitative Volumen der Sprachangebote, des Themen- bereichs "EDV / Neue Medien" sowie durch den Gesundheitsbereich geprägt sein. Berufsorientie- rende Angebote aber auch zielgruppenspezifische Angebote u. a. für Seniorinnen und Senioren, für Migrantinnen und Migranten und für Schülerinnen und Schüler sind für die zukünftige Arbeit von besonderer Relevanz. Das kommende Studienjahr 2005/2006 umfasst ca. 50.100 Unterrichtsstunden in ca. 2.100 geplan- ten Veranstaltungen. In der Bildungsstadt Münster sind qualitativ hochwertige Weiterbildungsangebote für die Bürgerin- nen und Bürger von besonderer Bedeutung. Seit mehr als 50 Jahren ist die städtische Volkshoch- schule dabei eine zentrale und kompetente Partnerin. Qualitätsstandards von Weiterbildungsan- geboten spielen in der Volkshochschule eine bestimmende Rolle. Aus diesem Grund beginnt die Volkshochschule zurzeit mit einem Qualitätsmanagement mit dem Ziel, eine Zertifizierung nach dem internationalen Qualitätssiegel ISO 9000 zu erreichen. Der weitere Ausbau von Kooperationsnetzwerken im gesamten Bereich von Bildung und Weiterbil- dung, von Kooperationen mit der Jugendhilfe und mit den Schulen der Stadt, der Zusammenarbeit mit den Kammern und der Agentur für Arbeit sowie vielfältige inhaltliche Netzwerke mit anderen Trägern der Weiterbildung kennzeichnen das Ar beitsprogramm 2005/2006 der Volkshochschule Münster. Die Grundzüge der inhaltlichen Programmplanungen der sieben Programmbereiche für das Stu- dienjahr 2005/2006 sind den ausführlichen Beschreibungen in der Anlage zu entnehmen. i. V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlagen: Profile, Planungen und Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2005/2006
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Aegidiimarkt
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0355/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 02.05.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37