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2628/2020

Beantwortung einer mündlichen Anfrage zum 'Haus der Einwanderungsgesellschaft' (DOMID)

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 25.08.2020

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 25.08.2020, TOP 10.5

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

13258 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
OB/16/162/1 
 
Vorlagen-Nummer  25.08.2020 
 2628/2020 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 25.08.2020 
 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage zum 'Haus der Einwanderungsgesellschaft' (DOMID) 
Frau Dr. Bürgermeister hatte sich in der Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur am 09.06.2020 
bzgl. des ‚Hauses der Einwanderungsgesellschaft - DOMiD‘ nach dem Sachstand insbesondere hin-
sichtlich der Raumfrage (Hallen Kalk) und der weiteren Planungen, sowie auch in Bezug auf die in-
haltliche Ausgestaltung und Ausrichtung, erkundigt. 
 
Die Verwaltung teilt hierzu Folgendes mit: 
Mit den Haushaltsbeschlüssen vom 14.11.2019 (Bund) bzw. 19.12.2019 (Landtag NRW) stellten der 
Bund und das Land NRW jeweils 22,13 Millionen Euro für die Investitionskosten ein. Seit Februar 
2020 befindet sich DOMiD in dem für Zuwendungsbaumaßnahmen (RZBau) üblichen Verwaltungs-
prozess und hat am 25.05.2020 eine formlose Anfrage an die Beauftragte der Bundesregierung für 
Kultur und Medien (BKM) gestellt.  
Im weiteren Planungsverlauf haben Gespräche zwischen Stadt Köln, DOMID, Vertretern*innen des 
Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Bezirksregierung stattgefunden in 
denen die Themen Übergabe des notwendigen Grundstückes mit aufstehender Halle im Wege des 
Erbbaurechts von Stadt Köln auf DOMID, Einbindung in das städtebauliche Gesamtkonzept und die 
weiteren Planungsschritte bis zur Erstellung einer Haushaltsunterlage durch DOMID zur Vorlage bei 
Land und Bund besprochen worden sind. 
In einem gemeinsamen Termin im Juli (27.07.2020) sind die zentralen Eckpunkte für die vertiefende 
Planung besprochen worden. DOMID wird auf Grundlage dessen die vertiefende Planung mit Unter-
stützung des Stadt Köln vorantreiben und vertragliche Regelungen zwischen Stadt und DOMID mit 
Unterstützung der Stadt erarbeiten. 
Für weitere Informationen über das Projekt ergänzend hierzu die im Bericht des Herrn Beigeordneten 
Greitemann in der Sitzung des Integrationsrates am 25.11.2019 gemachten Aussagen: 
 „Bericht des Beigeordneten Herrn Greitemann zum aktuellen Sachstand 'Haus der 
Einwanderungsgesellschaft' (Auszug aus der Niederschrift) 
Zu DOMiD informiert Herr Beigeordneter Greitemann, die Verwaltung habe Ende des letzten 
Jahres, angelehnt an den Ratsbeschluss, den Auftrag bekommen, für das geplante ‚Haus der 
Einwanderungsgesellschaft‘ einen geeigneten Standort zu suchen. 
Mit Herrn Fuchs, Geschäftsführung vom DOMID und einigen politischen Vertretern vom Bund 
und Land wurden einige Örtlichkeiten geprüft und schließlich in den Hallen Kalk (Hallen 70/71) 
ein Standort gefunden. Es handelt sich bei dem Standort um eine Industriehalle mit einer Ge-
samtfläche von 6000 qm2. Es ist geplant, Teile multifunktional zu nutzen.  
Gemeinsam mit DOMiD wurde ein Konzept entwickelt, um in den Hallen 70/71 das Haus der 
Einwanderungsgesellschaft zu etablieren. Aktuell liegen die Fördermittelzusagen aus dem 
Bund vor. Herr Greitemann hofft, dass DOMID die Fördermittelzusage des Landes noch in 
diesem Jahr erhält. In unmittelbarer Nähe sollen verschiedene soziokulturelle Nutzungen ent-
wickelt werden. Herr Beigeordneter Greitemann plant, einen Ratsbeschluss einzuholen, und 
dass die Stadt Köln das Grundstück und auch das Gebäude an DOMID zu einem Preis X, d.h.

2 
 
ein Erbpachtzins und einem Grundstückswert gegen 0 €, übergibt. DOMID geht davon aus, 
dass die Sanierungskosten sich auf insgesamt 45 bis 46 Mio. Euro belaufen und diese Kosten 
durch Zuschüsse von Bund und Land gedeckt werden können. Die Kosten für das Herrichten 
des Gebäudes werden bei DOMID liegen. Die Herrichtung der Hallen soll in den nächsten vier 
bis fünf Jahren umgesetzt werden. 
IRM Herr Edis, möchte wissen, wie die leerstehenden Hallen in der unmittelbaren Umgebung 
genutzt werden sollen.  
Herr Beigeordneter Greitemann, informiert, dass hier eine gemeinwohlorientierte/ soziokultu-
relle Nutzung geplant sei. 
IRM Herr Özkücük, möchte wissen, wie der Zustand dieser Hallen ist und wie es mit der Fi-
nanzierung der Stadt Köln aussieht. 
Herr Greitemann teilt mit, dass bei den Hallen 70 u. 71 die Standsicherheit zu 100 % gewähr-
leistet ist. Die Stadt Köln wird Grundstück und Gebäude einbringen, sofern der Souverän das 
so entscheidet. 
RM Herr Schäfer weist darauf hin, dass für die Herrichtung, das heißt vorbereitende Bodenar-
beiten etc., ca. 1,4 Mill. € erforderlich sind, die allerdings nicht im Etat von DOMID verfügbar 
seien. 
Herr Beigeordneter Greitemann wiederholt den aktuellen Stand zur Überlassung von Grund-
stück und Gebäude an DOMID und verweist darauf, dass alles darüber Hinausgehende Ver-
handlungssache sei.“ 
 
In Bezug auf die inhaltliche Ausgestaltung und Ausrichtung teilt DOMiD e.V. (Dokumentations-
zentrum und Museum über die Migration in Deutschland) / Herr Fuchs (Geschäftsführer) Fol-
gendes mit: 
 
„ALS ZEICHEN FÜR DEUTSCHLAND UND DIE WELT  
DAS HAUS DER EINWANDERUNGSGESELLSCHAFT 
Mit dem „Haus der Einwanderungsgesellschaft“ (Arbeitstitel) entsteht in Köln das zentrale Mig-
rationsmuseum Deutschlands, ein Leuchtturmprojekt mit internationaler Strahlkraft. Auf Initia-
tive des Integrationsrates hatte sich der Rat der Stadt Köln bereits 2018 dafür ausgesprochen, 
das Museum nach Köln zu holen. 2019 stellten Bund und Land auf Antrag DOMiDs 44,26 Mio. 
Euro für den Bau des einzigartigen, innovativen Museums in ihre Haushalte ein. Derzeit laufen 
Abstimmungsprozesse zwischen diversen Fördermittelgebern, der Stadt Köln und DOMiD.  
Standort „Hallen Kalk“ 
Als Standort wurde mit der Halle 70 eine Halle auf dem Gelände der ehemaligen Klöckner-
Humboldt-Deutz AG (KHD) Werke gefunden, die aufgrund ihrer Architektur, Größe und histo-
rischen Bezüge hervorragend geeignet ist. Das Areal der „Hallen Kalk“ wird laut städtischer 
Machbarkeitsstudie (http://www.hallen-kalk.de, Ratsbeschluss am 07.11.2019) gemeinwohl- 
und kulturorientiert entwickelt und kann so zu einem lebendigen Quartier im Kalker Süden 
heranwachsen. Die angrenzende Freilufthalle (Halle 71) bietet die Möglichkeit für multifunktio-
nale Nutzungen im öffentlichen Raum und könnte sich als repräsentativer Eingangsbereich 
des Museums in den Stadtteil hinein öffnen. Der Stadtteil mit einer hoch diversen Bevölke-
rungsstruktur profitiert von den transkulturellen Ansätzen des Museums und umgekehrt. 
Trägerschaft 
DOMiD wird als erfahrenster Akteur im Feld der Erinnerungskultur und Musealisierung von 
Migration in Deutschland der Träger des Hauses. Der vom Land NRW und der Stadt Köln ge-
förderte Verein verfügt über das notwendige Ausstellungsknowhow und ein hohes Maß an 
Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Der Verein hat, basierend auf Ergebnissen einer durch 
das Integrationsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) finanzierten Machbar-
keitsstudie zum Aufbau eines Migrationsmuseums von 2016, mit der inhaltlichen Konzeption 
und dem sich daraus ergebenden Raumprogramm begonnen. DOMiD bereitet mit Hilfe eines 
erfahrenen Architekten die entsprechenden Ausschreibungen vor. Die Gründung einer 
gGmbH wird derzeit geprüft. 
Ziele und Funktionen 
Köln, das Land NRW und der Bund setzen mit dem Museum ein deutliches kulturelles Zei-
chen: Wir leben längst in einer Einwanderungsgesellschaft und alle – egal ob mit oder ohne

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den sogenannten Migrationshintergrund – sind Mitglied dieser Gesellschaft. Doch nur wer An-
knüpfungspunkte in der Geschichte eines Landes findet, wird sich ihr zugehörig, akzeptiert 
und verpflichtet fühlen. Bislang fehlt es in der deutschen Museumslandschaft an einem zentra-
len, symbolischen Ort für eine inklusive Erinnerungskultur, der Migration als Normalfall der 
Geschichte darstellt und allen Mitgliedern der Gesellschaft Teilhabe an der gemeinsamen Ge-
schichte ermöglicht. Zudem bedarf es eines Ortes, der einen demokratischen, historisch fun-
dierten und museumspädagogisch begleiteten Rahmen für notwendige Aushandlungsprozes-
se in der Migrationsgesellschaft bietet. 
Zentrale Funktionen des Hauses, die über ein herkömmliches Museum hinausgehen:  
- Identitätsstiftung über das Entdecken einer geteilten Erinnerungskultur 
- Museum als „Dritter Ort“ mit hoher Aufenthaltsqualität  
- Ort für öffentliche Aushandlungsprozesse und Raum für Begegnung  
- Museum mit einem hohen Grad an Partizipation und breiter kultureller Teilhabe 
- Demokratische Besetzung des Themas Migration 
Die Sammlung 
Grundlage des Hauses wird DOMiDs bundesweit einzigartige Sammlung zur Migration in 
Deutschland. Die Sammlung umfasst weit über 150.000 Objekte, Dokumente, Fotografien, In-
terviews etc., die die Migrationsgeschichte seit 1945 bis in die Gegenwart erzählen. Abge-
deckt werden das gesamte Bundesgebiet und sämtliche Formen der Migration, inklusive der 
Binnenmigration (beispielsweise von der DDR in die BRD). Sie bietet damit zahlreiche thema-
tische Anknüpfungspunkte zum Beispiel zu Arbeit, Flucht, Vertreibung, Aussiedlung oder auch 
multilokalen Lebensweisen. Hervorzuheben ist, dass die Sammlung nicht nur Zeugnisse von 
Migrant*innen enthält, sondern auch von Personen oder Institutionen, die nicht als „migran-
tisch“ gelten und mit dem Thema verbunden sind, so z.B. der Nachlass von Rupert Neudeck 
(Cap Anamur).  
Inhaltliches Konzept 
Um sich in dem Haus wiederzufinden, sollen die Menschen dort abgeholt werden, wo sie sich 
aktuell befinden: in der Gegenwart. Ausgehend von der Gegenwart unter ständigem Rückbe-
zug auf gemeinsame Geschichte(n) seit 1945 mit Blick in die Zukunft muss in einem solchen 
Haus die Vielfalt und Heterogenität in der Gesellschaft anerkannt bzw. präsentiert werden. 
Dies bietet die Möglichkeit, die Einwanderungsgesellschaft zu entdecken, zu verstehen und 
sich selbst darin zu verorten.  
Das „Haus der Einwanderungsgesellschaft“ behandelt zentrale Fragen des gegenwärtigen 
Zusammenlebens: Wie leben wir heute in der Gesellschaft zusammen? Wie wurde und wird 
diese durch Migration geprägt? Wie soll das zukünftige Zusammenleben aussehen?  
Diese Fragestellungen führen auf die Überlegung hin, welche zentralen Aspekte, Kategorien, 
Begriffe oder Konzepte die Gesellschaft mit Blick auf Migration gegenwärtig beschäftigen. Da-
zu zählen z.B. ‚Nation‘, ‚Fremdheit‘, ‚Grenze‘, ‚Wandel‘ und ‚Identität‘. Diese Konzepte gilt es 
aus möglichst vielen Blickwinkeln zu beleuchten, zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Dies 
geschieht in sechs bis acht sogenannten Konzepträumen, in denen zentrale Fragen aufgewor-
fen und anhand von Exponaten, Interviews mit persönlichen Erinnerungen und anderen Medi-
en kritisch und dialogisch aufgearbeitet werden.  
In der Gesellschaft gängige Vorstellungen und Vorurteile werden hinterfragt und damit neue 
Perspektiven eröffnet. Die Besucher*innen verlassen die Räume mit einem geänderten oder 
erweiterten Blick auf die vermeintlich bekannten und unbeweglichen Konzepte und die damit 
verbundenen Inhalte.  
Modular aufgebautes Museum 
Das Ausstellungskonzept folgt keinem vorgefertigten Parcours, sondern einem Netz von The-
menkomplexen, die räumlich voneinander getrennt und auch inhaltlich für sich alleinstehen 
können. Zudem können die Räume von unterschiedlichen Gruppen und/oder Szenograf*innen 
bespielt werden, was wiederum ein hohes Maß an Partizipation und je nach Thema situativ 
angepasste gestalterische Kreativität ermöglicht. Der modulare Aufbau des Hauses erlaubt, 
auf bisher unvergleichbare Weise auf aktuelle Entwicklungen in der Gesellschaft, der Bestän-
de DOMiDs oder auch der Museumswelt zu reagieren und damit den Besucher*innen ein le-
bendiges, stets neues Museumserlebnis zu präsentieren. 
Zentral und wegweisend: Partizipation 
Ziel des Hauses ist es, eine multiperspektivische Erinnerungskultur zu schaffen, die histori-

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sche und aktuelle Anknüpfungspunkte für alle Menschen bietet – ob mit oder ohne eigener 
Migrationsgeschichte. Dies macht die Mitwirkung der Gesellschaft an den Inhalten des Hau-
ses unerlässlich. In Vorbereitung auf ein nachhaltiges Partizipationsprogramm für das „Haus 
der Einwanderungsgesellschaft“ plant DOMiD, während des Museumsbaus Laborausstellun-
gen in Kollaboration mit verschiedenen Gruppen und Individuen durchzuführen. Dabei wird 
nicht nur die Sammlung partizipativ erweitert, sondern es werden auch Module für den Aus-
stellungsbereich unter Teilhabe der Bevölkerung erarbeitet. 
Vorteile für den Kulturstandort Köln 
- Bereichert das Image Kölns als tolerante, weltoffene Stadt 
- Stärkung des gesamten Kultursektors durch Erweiterung des Themenspektrums und der kultu-
rellen Diskurse 
- Hohes Innovationspotential für die historische, politische und kulturelle Bildungsarbeit und die 
Musealisierung von Migration 
- Einreihen in den Kanon internationaler Migrationsmuseen: Paris, New York und Melbourne  
- Touristischer Besuchermagnet 
- Steigerung der Attraktivität des Rechtsrheinischen für Kreativwirtschaft, Kunst und Kultur 
 
Vorläufiger Zeitplan 
2020 – Mitte 2023 Planung und Vorbereitung der Bauphase, Erarbeitung der 
Dauerausstellung; partizipative Programme 
 
Mitte 2023 – Ende 2024 Bauphase 
 
Anfang 2025 Fertigstellung und Inbetriebnahme 
 
 
 
Gez. Reker

Beratungsverlauf (1)

25.08.2020 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 10.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2628/2020
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
25.08.2020
Erstellt
20.08.2020 12:51