A-R/0001/2017
Gievenbeck in den Fokus nehmen
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a-r-0001-2017-Gievenbeck in den Fokus nehmen.docx
4949 Zeichen
A-R/0001/2017
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Gievenbeck in den Fokus nehmen
Antrag an den Rat der Stadt Münster
zur Verweisung an den ASSGVAf
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
I. Die Verwaltung wird beauftragt, die soziale Infrastruktur des wachsenden Stadtteils Münster-
Gievenbeck hinsichtlich ihrer Angebotsstruktur und Auslastung der Angebote zu evaluieren
und dem ASSGVAf zu berichten.
II. Die Verwaltung wird beauftragt in einem workshopgestützten partizipativen Verfahren mit
Bürgerinnen und Bürgern, Einrichtungen, lokalen Vereinen und Verbänden Vorschläge zu
entwickeln, wie sich die soziale Infrastruktur des Stadtteils weiterentwickeln kann.
III. Im Rahmen der unter I. und II. genannten Maßnahmen prüft die Verwaltung die Einrichtung
eines Sozialkaufhauses in Gievenbeck, erhebt den Bedarf und regt dazu mögliche Initiativen
vor Ort an.
IV. Alle genannten Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung Münster-
West abgestimmt und von dieser begleitet.
Begründung:
Zu I. Der Stadtteil Münster-Gievenbeck im Stadtbezirk West ist ein vergleichsweise junger Stadtteil
in mehrfacher Hinsicht: Zum einen ist die Wohnbevölkerung im Vergleich zur Gesamtstadt
überdurchschnittlich jung, zum anderen ist der Stadtteil als solcher der jüngste Kind der
Stadtentwicklung der Stadt Münster. Mit dem Wachsen des Stadtteiles ist auch ein bedarfs-
angemessenes Aufwachsen der sozialen Infrastruktur verbunden. Damit dies in den folgen-
den Jahren empirisch abgesichert vorgenommen werden kann, werden die unter II. genann-
ten Maßnahmen durchgeführt.
Zu II. Damit ebenfalls die unter II. genannten zu Beteiligenden in den Prozess involviert werden
können, wird ein breit angelegtes partizipatives Verfahren gewählt.
Zu III. Besonders geprüft werden soll die Einrichtung eines Sozialkaufhauses in Gievenbeck. Die
entsprechende anzuregende Konzeption umfasst:
Sozial – ökologisch – integrativ: Ein soziales Kaufhaus für alle.
Das Angebot, gespendete Ware wie Möbel, Haushaltswaren, Elektrogeräte, gebrauchte Klei-
dung, Bücher und vieles mehr zu günstigen Preisen zu erwerben, steht allen offen: junge Fa-
31.01.2017
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milien mit kleinem Geldbeutel, ältere Menschen mit schmaler Rente, Arbeitslosen, Studieren-
den, geflüchteten Menschen und allen, die gerne ein Schnäppchen machen oder denen die
ressourcenschonenden Mehrfachnutzung von Gegenständen wichtig ist.
Wer einen Münsterpass besitzt, erhält eine deutliche Ermäßigung auf den Kaufpreis.
Ein soziales Kaufhaus schafft Perspektiven.
In diesem Projekt arbeiten ehrenamtliche MitarbeiterInnen eng mit TeilnehmerInnen geför-
derter Maßnahmen oder Beschäftigungsmaßnahmen zusammen (Erst- oder Wiedereinstig ins
Berufsleben, sinnstiftende Tätigkeit für den Bereich Jugendausbildungsförderung). Bestehen-
de Projekte wie z.B. die „Internationale Fahrradwerkstatt Gievenbeck“, bei der Geflüchtete
und Ehrenamtliche zusammenarbeiten, können integriert werden.
Ein soziales Kaufhaus ermöglicht Begegnung, Beratung und Begleitung.
In Anlehnung an das Konzept der Fuldaer Flüchtlingsinitiative „Welcome im Wohnzimmer“
könnte mit einem sozialen Kaufhaus ein Ort geschaffen werden, an dem sich Menschen mit
unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen begegnen und unterstützen:
„Gemeinsam mit Geflüchteten und Menschen aus der Region entsteht ein Begegnungsraum in
Form einer Café-Bar. Dort können sich Menschen künftig unkompliziert und in ungezwungener
Atmosphäre kennenlernen, austauschen und gegenseitig unterstützen. Auch viele ehrenamtli-
che Projekte werden dann im „Wohnzimmer“ und nicht mehr direkt in Gemeinschaftsunter-
künften angeboten. Damit wird die Privatsphäre von geflüchteten Menschen gewahrt und ein
Raum für echte Integration geschaffen. Gleichzeitig wird dem vielfältigen ehrenamtlichen En-
gagement ein Gesicht und zentraler Anlaufpunkt gegeben. Auch diverse kulturelle Events sollen
im "Wohnzimmer" veranstaltet werden.“ (Fuldaer Flüchtlingsinitiative)
Zu IV. Alle genannten Maßnahmen sollen aufgrund ihrer sozialräumlichen Bezogenheit zum Stadt-
bezirk Münster-West mit der Bezirksvertretung Münster-West abgestimmt werden. Der Aus-
schuss bittet die Bezirksvertretung um eine wohlwollende Begleitung und die entsprechende
Bereicherung des Planungsansatzes mit ihrer sozialräumlichen Fachkenntnis.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäge r
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyfferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Olb erg
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0001/2017
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.02.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37