AN/0842/2017
Selbsthilfeförderung im Wohnungsbau
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Linke Anfrage nach § 4
3895 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln An die Oberbürgermeisterin Henriette Reker An den Ausschussvorsitzenden Michael Paetzold Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221-27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 08.06.2017 AN/0842/2017 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Soziales und Senioren 22.06.2017 Selbsthilfeförderung im Wohnungsbau Sehr geehrte Frau Reker, sehr geehrter Herr Paetzold, die Fraktion DIE LINKE bitte Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren zu setzen. In den letzten Jahren nimmt der Wunsch vieler Menschen, alternative Formen des Zusammenlebens zu praktizieren, zu. Das kann man nicht zuletzt an der gestiegen Zahl der in Köln verwirklichten Projekte ablesen. Viele dieser Projekte, die oft mit einer Haus- oder Geländebesetzung (Bauwagenplätze) beginnen, etablieren sich und werden zu einem dauerhaften Erfolgsprojekt. Sie bieten auf Dauer preisgünstigen Wohnraum in der Stadt und ermöglichen so auch Menschen mit geringem Einkommen, in der Stadt zu leben. Sie tragen deswegen auch zu einer sinnvollen sozialen Durchmischung der Quartiere bei. Sie leisten darüber hinaus einen Beitrag zur Reduzierung von Wohnungsnot, da sie in der Regel lange unbewohnte und damit dem Wohnungsmarkt entzogene Häuser wieder einer Wohnnutzung zuführen. Das ist vor nicht allzu langer Zeit im über fünf Jahre leerstehenden Haus in der Zülpicher Str. 290 so geschehen. Nach der Besetzung konnte die Stadt im Einvernehmen mit den ehemaligen Besetzern und der Hausverwaltung eine Mietnutzung für Geflüchtete und Studenten etablieren sowie ein kulturelles Zentrum unterbringen. Schließlich können alternative Wohnprojekte verbunden mit einer Ansiedlung von alternativem Kleingewerbe zusätzlich zu einer Reduzierung von Erwerbslosigkeit und den damit verbundenen Kosten führen, wie es z. B. der Bau der neuen Möbelhalle der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim (SSM) eindrucksvoll beweist. Die Übernahme eines kurzfristig besetzten Hauses in der Ferdinandstrasse durch die Stadt Köln scheiterte letztlich zwar am baulich schlechten Zustandes des Objekts, hätte vermutlich aber auch im anderen Fall nicht durchgeführt werden können, weil so schnell kein Geld zur Verfügung stand. Hier stellt sich die Frage, wie grundsätzlich und konzeptionell mit – oft adhoc – initiierten Projekten umgegangen werden kann. Die Stadt sollte daran interessiert sein, da auch auf diesem Wege dringend benötigter Wohnraum geschaffen wird. Viele dieser Projekte brauchen dazu eine kurzfristige, geringe Anschubfinanzierung, um beginnen zu können. Die langfristigen Einsparungen für den städtischen Haushalt dürften dabei weit höher sein. Dazu hat die Fraktion DIE LINKE folgende Fragen: 1. Wie viele alternative Selbsthilfeprojekte, die aus einer Hausbesetzung entstanden sind, sind der Verwaltung bekannt, bei denen es um Wohnen geht, wo befinden sie sich, und wie viele Menschen wohnen in den Projekten? 2. Welche Projekte wurden von der Stadt finanziell unterstützt und wie sah die finanzielle Unterstützung aus? 3. Welche Einsparungen hat die Stadt durch die Unterstützung solch alternativer Wohnprojekte in Selbsthilfe (z. B. bei den Kosten der Unterkunft) erzielt? 4. Welche gesetzlichen Möglichkeiten, z. B. im Rahmen der Wohnungsbauförderung, bestehen und werden bereits genutzt? 5. Macht es Sinn, ein Förderbudget – vergleichbar der kommunalen Selbsthilfeförderung – zu erstellen und damit Haushaltsmittel einzustellen, aus denen solche Projekte kurzfristig finanziert werden können? Mit freundlichen Grüßen Gez. Michael Weisenstein Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0842/2017
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 08.06.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27