3613/2023
Evaluation „Ankommen und Aufholen nach Corona“ - schulischer Teil
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Mitteilung Ausschuss
11127 Zeichen
Dezernat, Dienststelle IV/40/404 Vorlagen-Nummer 10.11.2023 3613/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 20.11.2023 Evaluation „Ankommen und Aufholen nach Corona„ - schulischer Teil Sachverhalt: 1. Zum Hintergrund: Das Aktionsprogramm „Ankommen und Aufholen nach Corona“ hat als Bund-Länder-Initiative über verschiedene Fördersäulen und mit verschiedenen Bausteinen die Arbeit in den kommu- nalen und staatlichen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen gestärkt. Ziel der umfangreichen Förderstrategie war es, die coronabedingten Beeinträchtigungen zu kompensieren und insbesondere der Verstärkung von bereits zuvor bestehenden Bil- dungsbenachteiligungen und Entwicklungsrisiken entgegenzuwirken. Das Bundesprogramm gliederte sich in einen schulischen und einen außerschulischen Teil, dessen operative Durchführung den Ländern übertragen wurde. In NRW wurde der schulische Teil (Fördersäule 1) über das Ministerium für Schule und Bildung NRW (MSB), der außerschu- lische Teil (Fördersäulen 2und 3) über das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstel- lung, Flucht und Integration (MKFFI) umgesetzt. Der schulische Teil hatte zunächst das vorrangige Ziel, Lernrückstände abzubauen und wurde vom MSB im Rahmen eines Gesamtkonzepts mit vier Bausteinen definiert: Extra- Geld – ExtraPersonal – ExtraZeit – ExtraBlick. Mit dem Baustein ExtraZeit wurde ein Pro- gramm in das Konzept integriert, das die Landesregierung bereits im März 2021 initiiert und zur Durchführung an die Schulträger delegiert hatte. Die Bausteine ExtraPersonal und Extra- Blick lagen schwerpunktmäßig in der Verantwortung der Schulaufsichten bzw. des Landes (Ausnahme sind die OGS-Alltagshelfer*innen, die im Baustein ExtraPersonal über den Schul- träger umgesetzt wurden); der Baustein ExtraGeld wurde den Schulträgern übertragen. Mit dem Baustein ExtraGeld wurden der Stadt Köln als Schulträgerin 9.722.585,00 € als fach- bezogene Pauschale übertragen: 30 % davon waren zur Weiterleitung an die Schulen bestimmt – diese sogenannten „Schulbudgets“ hatte das MSB auf der Grundlage von Schüler*innenzahlen errech- net und wurden den Schulen zur eigenständigen Verausgabung zur Verfügung ge- stellt. 40 % davon standen der Schulträgerin als sogenanntes „Schulträgerbudget“ zur Verfügung, um in eigenem Ermessen die Schulen darin zu unterstützen, Benach- 2 teiligungen zu kompensieren, pandemiebedingte Defizite auszugleichen und ent- standene fachliche und psychosoziale Lernrückstände in Kooperation mit außerschuli- schen Partner*innen auszugleichen. 30 % davon waren für sogenannte „Bildungsgutscheine“ vorgesehen, für die sich die Anbieter*innen beim Land akkreditieren mussten und die über die Schulträgerin abge- wickelt wurden. Die Mittel mussten im Förderzeitraum 01.09.2021-31.12.2022 verausgabt und die geför- derten Maßnahmen bis zum Stichtag 31.12.2022 umgesetzt sein. 2. Zur Umsetzung: Eckpfeiler der Programmumsetzung im Amt für Schulentwicklung: Im Amt für Schulentwicklung übernahmen sachgebietsübergreifend der Fachbereich Ganztag und das Regionale Bildungsbüro (RBB) die Koordination des Pro- gramms. Über das RBB war der Lenkungskreis Regionales Bildungsnetzwerk Köln als flan- kierende Programmbegleitung eingebunden und stand als qualifiziertes Beratungs- gremium in zentralen Entscheidungsfragen zur Verfügung. Das Aktionsprogramm ragte mit seinen einzelnen Förderlinien in verschiedenste Zuständigkeiten der kommu- nalen und staatlichen Akteur*innen, insbesondere Schulverwaltung; Jugendamt; Schulaufsicht – es gab große Schnittmengen, was die Zielgruppen, die Angebote und die verfügbaren Ressourcen betraf. Gleichzeitig war es entscheidend für die nachhal- tige Wirkung, die einzelnen Maßnahmen nicht als isolierte Einzelveranstaltungen, nicht als unverbindlichen „Projekteregen“ zu gestalten, sondern für eine größtmögliche Ein- bindung ins schulische System zu sorgen. Der Lenkungskreis Regionales Bildungs- netzwerk Köln war deshalb das geeignete Gremium, um das Aktionsprogramm bera- tend zu begleiten. Anders als die meisten Kommunen in NRW hat die Stadt Köln das Schulträgerbudget genutzt, um das „Gießkannenprinzip“ des Schulbudgets auszugleichen: Die Mit- tel des Schulträgerbudgets wurden in Köln sozialindiziert verausgabt – für die bedarfsentsprechende Aufstockung der Schulbudgets und für schulübergreifende oder schulscharfe Angebote für Schulen an den herausgeforderten Kölner Standorten bzw. für besonders belastete Schülerschaften. Ziel war es, den besonderen Bedarfslagen mit entsprechenden Angeboten zu begegnen, damit die Mittel des Förderprogramms tatsächlich die Schüler*innen erreichen, die von Benachteiligungen am stärksten be- troffen sind. Als Handlungsgrundlage wurden die Sozialindexe der Stadt und des Lan- des herangezogen. Das Aktionsprogramm war in ganz außergewöhnlichem Ausmaß auf maximale Offen- heit, vertrauensvolle Kooperation und auf die Eigenverantwortung der Akteur*in- nen angelegt. Angesichts der geringen Zeit- und Personalressourcen in den pädagogi- schen Systemen von Schule, Ganztag und auch von außerschulischen Trägern stieß es trotzdem an die Grenzen der Machbarkeit. Um die Mittel und Möglichkeiten des Programms zu nutzen, galt es deshalb, ein breites Aktionsbündnis aus schulischen und außerschulischen Partner*innen zu bilden, um trotz der Widrigkeiten hochwer- tige und wirksame Maßnahmen umzusetzen. In den unterschiedlichen Arbeitskontexten, Netzwerken und Gremien wurde darauf hingewirkt, dass die Einschätzung der Bedarfe und die Planung der Maßnahmen 3 im breiten Kreis der Schulgemeinde – unter Einbeziehung aller Fachkräfte (Leh- rer*innen, Ganztag, Schulsoziarbeit, schulpsychologischen Dienst; Jugendhilfe u.a.) – erfolgt, so dass die Schüler*innen mit ihren Bedarfen vollständig in den Blick genommen und umfänglich gefördert wurden. In dem Rahmen wurde sehr schnell deutlich, dass die anfangs geplante Konzentration auf den Abbau von Lernrückstän- den einem breiteren Unterstützungsangebot weichen muss: Die schulischen Bedarfs- meldungen gingen über das Schließen von rein fachlichen Lücken weit hinaus und fo- kussierten im Sinne der ganzheitlichen Bildung zunehmend die Stärkung der Ba- sis- und Vorläuferkompetenzen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachse- nen als Voraussetzung für erfolgreiches schulisches Lernen. 3. Zu den Ergebnissen: Die Evaluation (s. Anlagen) zeigt, dass Kölner Schulen das Aktionsprogramm vielfältig genutzt haben: Die Mittel der Schulbudgets wurden von den Schulen zu 85% verausgabt, das Schul- trägerbudget wurde zu 95% verausgabt. Mit den Mitteln wurden über 320 Maßnahmen und Projekte umgesetzt, die in ihren Formaten und Inhalten auf die Bedarfe und Möglichkeiten der Schule anknüpften und in die schulischen Systeme integriert waren. Die beteiligten Lehrer*innen und Fachkräfte stimmen darin überein, dass sie mit dem Pro- gramm wirksam den Beeinträchtigungen und Benachteiligungen, die im Verlauf der Pandemie entstanden waren bzw. verstärkt wurden, entgegenwirken konnten und dass sich konkrete Wirkungen beobachten lassen. Detaillierte Informationen zu den Wirkungen der Maßnahmen und zu den Anforderungen an die Programmumsetzung finden Sie in den beiden angehängten Dokumenten: In der Evalua- tion-AnC_Rbb_ZfL des ZfL sind Vorgehen und Ergebnisse der Programmauswertung um- fänglich beschrieben, die Präsentation liefert die wesentlichen Ergebnisse kurz zusammen- gefasst. 4. Fazit: Die Fördermittel konnten nur deshalb so umfänglich und zielführend trotz der kurzen Pro- grammlaufzeit und trotz der bei allen Beteiligten nur stark eingeschränkt verfügbaren perso- nellen Ressourcen umgesetzt werden, weil: die Förderrichtlinie flexibel an Bedarfe und Möglichkeiten vor Ort angepasst wer- den konnte und damit standortspezifische, eigenverantwortliche Handlungs- und Gestaltungsräume bot. Darüber hinaus erwies sich die Förderrichtlinie im Verlauf des Förderzeitraums als „lernendes System“, indem hilfreiche Anpassungen und Nachbesserungen integriert wurden. Gleichzeitig ist das Förderprogramm mit seinen Abrechnungsmodalitäten eine enorme bürokratische Herausforderung. das Amt für Schulentwicklung eine laufende Begleitung des Programms für Schu- len und ihre Kooperationspartner*innen leistete: Um Förderprogramme mit ihren Chancen zu begreifen und sie nicht als zusätzliche Belastung abzulehnen, brauchen Schulen und ihre Partner*innen o eine durchgehende, qualifizierte Beratung o gut strukturierte Verfahren o einfache Hilfsmittel o qualifizierte und verlässliche Kooperationspartner*innen. 4 Das gilt für alle Schulen – in ganz besonderer Weise gilt das allerdings für die sozi- alindizierten Standorte: Die Kölner Schulträgerin hat entschieden, die Mittel des Förder- programms sozialindiziert einzusetzen, um Benachteiligungen gezielt entgegenzuwirken, um Ungleiches ungleich zu behandeln. Eine in diesem Sinne „niedrigschwellige“ Aufberei- tung und Umsetzung des Förderprogramms sicherte die Beteiligung der herausgeforder- ten Standorte – ist aber nur über mehr und standortspezifisch gestaltete Begleitung zu erreichen. das Aktionsprogramm die Schulen mit ihren außerschulischen Kooperations- partner*innen adressierte: Vor Ort konnten kreative und verantwortliche Aktions- bündnisse aktiviert werden, die in ihrem Zusammenspiel wirksame Entlastung für Schule leisten konnten. 5. Ausblick: Der ersten Programmlaufzeit haben sich inzwischen die zweite Förderlaufzeit (Ankommen und Aufholen nach Corona II: 01.01.-06.08.2023) sowie das Aktionsprogramm Integration (Laufzeit: 07.08.-31.12.2023) angeschlossen. Beide Programme führen die bewährten Struk- turen fort; das Aktionsprogramm Integration stärkt Schulen dabei, den Bildungsanspruch aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch unter den aktuell schwierigen Bedingun- gen zu erfüllen und legt den Fokus auf die Gestaltung einer gelingenden Integration. Die inzwischen umfänglichen Erfahrungen aus diesen Aktionsprogrammen liefern Hinweise für die Gestaltung künftiger Förderstrategien für Schulen an herausgeforderten Standorten – z.B. für das Startchancenprogramm. Aus der gemeinsamen Programmumsetzung resultieren belastbare Erfahrungen und bewährte Kooperations- und Netzwerkstrukturen, die Ausgangs- punkt sein können, wenn es darum geht, Kölner Schulen in ihrer Unterschiedlichkeit gerecht zu werden und bedarfsgerechte Unterstützung für Kölner Kinder, Jugendliche und junge Er- wachsene zu leisten. Die angehängte Evaluation des Programms erfolgte durch das Zentrum für Lehrer*innenbil- dung (ZfL) der Universität zur Köln. Das ZfL und andere Fachbereiche der Kölner Universität waren als Kooperationspartner in verschiedenen Förderangeboten und Projekten beteiligt. Die Evaluation erfolgte mittels qualitativer Befragungen im Rahmen zweier Fachforen. In den Fachforen waren alle Beteiligten aus Schule und Trägerlandschaft repräsentativ vertreten. Gez. Voigtsberger
EVALUATION_AnC_kurz
8547 Zeichen
Aktionsprogramm „Ankommen und Aufholen nach Corona“ NRW Evaluation des Programmbausteins ExtraGeld umgesetzt im Amt für Schulentwicklung – koordiniert durch das Regionale Bildungsbüro und den Fachbereich Ganztag Über Verena: befristete Einstellung von Lehrpersonal und von sozialpäd. Personal Fachbezogene Pauschalen an Schulträger : 30 % Schul-Budget n. Schülerzahlen Instrumentarium: Bewegung & Begegnung ermöglichen - Kompetenzen feststellen - Förderung verbessern 40 % Schulträger-Budget außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote "Extra-Zeit für Bewegung" 30 % Bildungsgutscheine ½ Schülerzahlen ½ andere Kriterien 2.916.775,50 €: zum Hintergrund: Aufbau des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ - MSB 2.916.775,50 €: 3.889.034,00 € 2.916.775,50 € 9.722.585,00 € Bildungsbüro Köln Die Programmumsetzung: Ziele & Vorgehen im Amt für Schulentwicklung Ziele Vorgehen Mittel und Möglichkeiten des Programms für alle `einfach` machen sozialindiziert stärken – Bedarfe niedrigschwellig beantworten Kooperation zwischen schulischen und außerschulischen Partner*innen erleichtern breites Netzwerk aktiviert bewährte Programme ausgebaut – bekannte Lücken geschlossen an einem ganzheitlichen Bildungsverständnis orientiert – Stärkung von Basiskompetenzen und auch Rahmenbedingungen . zur Ausgangslage: Bedarfe von Kindern und Jugendlichen • Nutzung von Endgeräten und Programmen • Auftreten in sozialen Medien • Medien konstruktiv nutzen Medienkompetenz stärken • Kita – GS • GS – Sek I • Sek I – Sek II • Schule - Beruf Übergänge begleitenBewegung! • Übergewicht • Koordinationsprobleme • kognitive Retardierung… Soziales Miteinander üben • Aggressionen • sexualisierte/ rassistische Übergriffe • Respektlosigkeit • Gewalterfahrungen • … fachliche Lernlücken schließen • Mathe; Deutsch, Englisch • Berufspraktika – berufliche Grundkompetenzen Lern- und Selbstorganisation wieder aufbauen • Konzentration • Lernstrategien • Durchhaltevermögen • … Schulbesuch absichern • Schulabsentismus gegensteuern • … Partizipation ermöglichen • Bedarfe hören – Beteiligung ermöglichen • Depression • Suchtverhalten • Essstörung • Ernährung • … Hilfe bei psychischen und körperlichen Gesundheitsproblemen Sprachförderung alltagsintegriert und durchgängig . Einzelakteur*innen aus Kultur – Sport – Wirtschaft - Politik Träger der freien JugendhilfeVereine, Initiativen, Stiftungen Kommunale Bildungsakteur*innen Träger der anerkannten Weiterbildung Lenkungskreis Regionales Bildungsnetzwerk Bildungsanbieter*innen Träger des Ganztags Universität zu Köln Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Köln Schulen aller Schulformen… Die Programmumsetzung: unsere Kooperationen . sportbasierte Bildung Natur erleben Ferienangebote - Schulcamps KommMit im Tandem – Mentoringprogramm mit dem ZfL Musik – Zirkus - Kunst Kölner Kinderlauf – wir laufen gegen Corona Kraftwerk: Schulbesuch absichern Inhouse - Lernförderung „Andockerin“ - Eltern erreichen , Unterstützungsstrukturen zugänglich machen Vorläuferkompetenzen stärken ……………… Koordinationsassistenz in Schule: Unterstützung bei der Programmumsetzung ……………… Die Programmumsetzung: unsere Angebote (Beispiele) Team- und Konflikttrainings – Antiaggression - Antirassismus - Antisemitismus Sozialraum neu zugänglich machen - Jugendzentren, Spielplätze beleben Bildungsbüro Köln Anträge von Schulen und ihren Partner*innen: • 244 Einzelprojekte • 100 Schulen • alle Schulformen Angebote der Schulträgerin: • 80 Projekte • sozialindiziert • schulscharf & schulübergreifend • alle Schulformen Die Programmumsetzung: Zahlen – Daten - Fakten Schulträgerbudget: 95 % verausgabt Schulbudgets: 85 % umgesetzt Bildungsbüro Köln Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Vorgehen: gemeinsame Foren am 08. + 09.02.2023 von 13:00 – 16:00 Uhr Qualitative Befragung nach vorgeschalteter quanitativer Online-Befragung ZIEL: Austausch – Reflexion -Resumé je Termin ca. 20 TN aus Schule, Ganztag und außerschulischer Trägerlandschaft Bildungsbüro Köln Fragestellungen: Voraussetzungen an Kooperation & Kommunikation: Was macht gute Kooperation / Kommunikation zwischen schulischen und außerschulischen Partner*innen aus? Allgemein und mit besonderem Blick auf herausgeforderte Schulstandorte Wirkung: Was wirkt und woran wird Wirkung festgemacht? Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Fazit Programm war erfolgreich! Budgets wurden zu 85% bzw. 95 % verausgabt Beteiligung am Programm war hoch Bestehende Kooperationen haben sich bewährt – neue Kooperationen sind entstanden Interesse an Fortsetzung des Programmes ist hoch Akteur*innen des Netzwerks stimmen darin überein, dass Wirkungen zu beobachten sind Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Evaluation - Effekte und Veränderungen: Welche Wirkungen wurden im Zusammenhang mit den Maßnahmen beobachtet? Bildungsbüro Köln Wirkungen der Maßnahmen Welche Wirkungen wurden im Zusammenhang mit den Maßnahmen beobachtet? mehr Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit mehr Bewegung, weniger Gewicht regelmäßige Anwesenheit, aktive Beteiligung, wdh. Anmeldungen; hohe Nachfrage; weniger Unterrichtsstörungen; bessere Noten… Stabilisierung der Rahmenbedingungen für Lernen mehr Selbst- und Sozialkompetenz: weniger Streit - weniger Konflikte – bessere Stimmung – mehr Respekt … mehr Selbstbewusstsein; weniger Agression; besseres Miteinander Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Anforderungen an Format und Inhalt der Maßnahmen Bildungsbüro Köln Wirkungen der Maßnahmen Anforderungen an Format und Inhalt aus pädagogischer Sicht flexibel angepasst auf Bedarfe und Möglichkeiten der einzelnen Standorte abgestimmtes Zusammenwirken von schulischen und & außerschulischen Partner*innen wirksame Entlastung des schulischen Systems zielgruppenspezifisch: niedrigschwellig – partizipativ – inklusiv Maßnahmen, die gleichzeitig verschiedene Bedarfe adressieren und verschiedene Kompetenzen stärken – ganzheitliche Zugänge – wenig rein fachliche Förderung eingebunden in das schulische System Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Anforderungen an die Förderrichtlinie? Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Anforderungen an Kommunikation und Kooperation Professionalität der Partner*innen; Kenntnis der Zielgruppe klare Kommununikation über Ziele und Rahmenbedingungen Logik des Gelingens - Entdeckerfreude bei neuen Spielräumen Kooperation auf Augenhöhe Kapazität für Koordination: wenig Bürokratie – einfache Beantragung – praktische Werkzeuge - feste Ansprechpartner*innen; gute Erreichbarkeit … Anforderungen an das Abrufen der Fördermittel – an die Nutzung der Fördermöglichkeiten vertraute bewährte Kooperation Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Stolpersteine bei der Programmumsetzung Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln gemeinsames Handlungsfeld für schulische & außerschulische Partner*innen – Kooperation auf Augenhöhe – abgestimmte Angebotsstrukturen- wirksame Entlastung der Systeme Aufbereitung der Förderlinien für pädagogische Nutzung; Begleitung der Schulen bei der administrativen Abwicklung Partizipative Einbindung der SuS und ihrer Eltern Niedrigschwelligkeit der Angebote: … maximale Offenheit – minimale Vorgaben des Förderprogramms: flexible Passung auf den Standort vor Ort Vertraute Netzwerkstrukturen Erfolgsfaktoren Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln Bildungsbüro Köln Stellschrauben – Schnittstellen – Baustellen: Aufbereitung, Koordination, Begleitung, Evaluation von Förderlinien – insbesondere herausgeforderte Standorte sind herausfordernd in der Begleitung: passgenaue, niederschwellige Zugänge schaffen qualifizierte Begleitung sichern Niedrigschwelligkeit ermöglichen – Teilhabe stärken Bedarfsgesteuerte Anpassung von bestehenden Regel- oder Förderstrukturen Stärkung des Zusammenspiels von Schule – Ganztag – außerschulischer Partner*in: vielfältige Bedarfe erfordern breite Kooperation und spezielle Expertise - - gerade benachteiligte SuS sind auf Anreize aus nonformaler Bildung angewiesen Evaluation in Kooperation mit Zentrum für Lehrer*innenbildung Köln
Evaluationa_AnC_RBB-ZfL_August2023
38111 Zeichen
Evaluation der Umsetzung des Aktionsprogramms
„Ankommen und Aufholen nach Corona –
Baustein Extra-Geld“
durch das Kölner Bildungsnetzwerk
„Ankommen und Aufholen nach Corona“ ist ein
Förderprogramm von Bund und Land NRW
zur Beseitigung pandemiebedingter Beeinträchtigungen
Kontakt:
Dr. Ina Berninger
Zentrum für Lehrer*innenbildung (ZfL)
Universität zu Köln
Tel: +49 221 470-1148
Email: i.berninger@uni-koeln.de
I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ................................................................................................................................ I
Abbildungsverzeichnis ....................................................................................................................... II
Tabellenverzeichnis .......................................................................................................................... III
1 Evaluationsgegenstand .............................................................................................................. 1
2 Evaluation .................................................................................................................................. 1
2.1 Evaluationsdesign, Erhebungs- und Analysemethoden ........................................................ 2
2.2 Datengrundlage ..................................................................................................................... 4
3 Ergebnisse.................................................................................................................................. 4
3.1 Umgesetzte Maßnahmen und ihre Wirkung .......................................................................... 4
3.2 Erfolgreiche Maßnahmen des Aktionsprogramms ................................................................ 7
3.3 Kooperationen anbahnen und umsetzen ................................................................................ 9
3.4 Verstetigung (gelungener) Maßnahmen .............................................................................. 10
3.5 Strukturen schaffen ............................................................................................................. 12
3.6 Schulen in herausgeforderten Lagen ................................................................................... 13
4 Fazit ......................................................................................................................................... 13
Quellen ............................................................................................................................................. 15
Anhang ............................................................................................................................................. 16
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 3.1.1: Umgesetzte Maßnahmen an Schulen der Vorabbefragung – absolute Häufigkeiten ...... 5
Abb. 3.1.2: Wirkung der Maßnahmen – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fachforen ............... 6
Abb. 3.1.3: Wirkung der Maßnahmen – Sicht der Lehrkräfte (Angaben in %) .................................. 6
Abbildung 3.2.1. Anforderungen an Maßnahmen – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fachforen
............................................................................................................................................................ 8
Abb. 3.2.2: Gelingensbedingungen erfolgreicher Maßnahmen des Aktionsprogramms .................... 8
Abb. 3.3.1: Erfolgsfaktoren für die Umsetzung – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fachforen . 9
Abb. 3.3.2: Phasen der erfolgreichen Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule .................... 10
Abb. 3.4.1: Stolpersteine bei der Programmumsetzung – Sichtweise der Teilnehmer*innen der
Fachforen ......................................................................................................................................... 12
Abb. 3.6.1: Fördermaßnahmen an sozialindizierten Standorten etablieren .................................... 13
III
Tabellenverzeichnis
Tab. 2.1.1: Datenerhebung in den Fachforen .................................................................................... 3
Tab. 2.2.2: Teilnehmer*innen der Fachforen Anfang Februar 2023................................................. 4
Anhang
Anhang 1: Wirkung der Maßnahmen
Anhang 2: Anforderungen an Maßnahmen
Anhang 3: Erfolgsfaktoren für die Umsetzung
Anhang 4: Stolpersteine bei der Umsetzung
1
1 Evaluationsgegenstand
Evaluationsgegenstand ist die Umsetzung des Aktionsprogramms „Ankommen und Aufholen nach
Corona“ im Jahr 2021/22 durch das Kölner Bildungsnetzwerk. „Ankommen und Aufholen nach Corona“
ist ein Förderprogramm von Bund und Land NRW zur Beseitigung pandemiebedingter Beeinträchtigun-
gen. Der Fokus der Evaluation liegt au f dem Baustein „Extra Geld“ und zwar auf den Teilen „Schul-
budget“ und „Schulträgerbudget“, welche gemeinsam 70% dieses Bausteines ausmachen. Die Umsetzung
des Programms erfolgte in Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partner*innen de r regio-
nalen Bildungslandschaft und wurde koordiniert und verantwortet durch die Schulträgerin der Stadt Köln,
dem Amt für Schulentwicklung, Sachgebiete Regionales Bildungsbüro (RBB) und Ganztag.
Das gesamte Programm umfasst insgesamt vier Bausteine (Extra Geld, Extra Personal, Extra Zeit, Extra
Blick). Der Baustein „Extra Geld“ enthält:
a. Das Schulbudget (30%), die Verausgabung liegt in der Zuständigkeit der Schulen.
b. Das Schulträgerbudget (40%), dieses umfasst:
244 Einzelanträge von Schulen – zumeist in Kooperation mit außerschulischen Partner*in-
nen,
80 schulübergreifende Angebote der Schulträgerin mit außerschulischen Partner*innen
zur Unterstützung der Schüler*innen bei der Bewältigung coronabedingter Beeinträchti-
gungen,
Angebote an Schüler*innen zur Stärkung unterschiedlichster Kompetenzen,
Angebote an die multiprofessionellen Teams in Schule zur Flankierung und Absicherung
der o.g. Maßnahmen und zur Erreichung von Eltern.
Das Angebot beinhaltet Materialien, Lizenzen, ergänzende Ausstattung , sofern sie dem
Förderzweck entsprechen und nicht zur schulischen Grundausstattung gehören.
Das Programm adressiert gut 100 Kölner Schulen aller Schulformen, in allen Stadtteilen,
mit dem Fokus auf herausgeforderte Standorte.
c. Bildungsgutscheine (30%). Dieser Teil des Bausteins wird in der Evaluation nicht speziell be-
trachtet.
2 Evaluation
Als primäre Evaluationsziele sollen die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Gelingensbedingungen,
des in Kap. 1 näher beschriebenen Bausteins „Extra Geld“ des Aktionsprogramms „Ankommen und Auf-
holen nach Corona“ eruiert werden. Durch die gewonnenen Erkenntnisse können künftige Förderstrate-
gien besser begründet und gestaltet werden. Es handelt sich entsprechend um eine Wirksamkeitsevalua-
tion mit Erkenntnis- und Entscheidungsfunktion. Da im Rahmen der Evaluation verschiedene Akteur*in-
nengruppen zum Austausch zusammengeführt werden, erfüllt die Evaluation ebenfalls eine Lern - und
Dialogfunktion (Döring, 2014: 176).
Wie oben darstellt, konzentriert sich die Evaluation auf das Schulbudget und das Schulträgerbudget
des Bausteins „Extra Geld“. Neben der Wirkung der unter diesen Bereich fallenden Maßnahmen
sollen Gelingensbedingungen, i.e. förderliche und hinderliche Kriterien bei der Umsetzung ausge-
macht werden. Ein Fokus liegt hierbei auf der Kommunikation und Kooperation zwischen den be-
teiligten Akteur*innengruppen als Schlüssel zum Programm und dessen Umsetzung. Es soll deutlich
werden, welche Bedarfe und Voraussetzungen die jeweiligen Gruppen haben, um die Maßnahmen
2
des Förderprogramms gut umsetzen zu können. Ein weiterer Fokus der Evaluation liegt auf den be-
sonderen Anforderungen und Bedarfen von Schulen in herausgeforderten Wohnlagen mit entspre-
chend hohem Schulsozialindex.
2.1 Evaluationsdesign, Erhebungs- und Analysemethoden
Die Evaluation ist im Mixed Methods Design angelegt. Das heißt, es kommen qualitative und quan-
titative Methoden zum Einsatz.
Im Dezember 2022 wurden zwei teilstandardisierte Online-Befragungen über den wöchentlichen In-
fobrief des Amtes für Schulentwicklung an alle Schulen der Stadt Köln verschickt. In diesem Rah-
men wurden:
1.) alle Pädagog*innen an Schule n, die Projekte im Rahmen des Programms umgesetzt haben zu
ihren Erfahrungen mit den Maßnahmen sowie ihrer Einschätzung zu deren Erfolg befragt;
2.) die Eindrücke der Schüler*innen, die an den Fördermaßnahmen teilgenommen hatten, wurden in
einer zweiten Befragung erhoben.
Die eingesetzten Erhebungsinstrumente befinden sich im Anhang.
Einige Ergebnisse dieser Kurz-Befragungen wurden im Februar 2023 im Rahmen zweier Fachforen
kurz vorgestellt. Diese dargestellten Ergebnisse dienten vorwiegend als Stimuli für die daran an-
knüpfenden Diskussionen.
Teilnehmer*innen der Foren sind Vertretungen der an der Programmumsetzung beteiligten Ak-
teur*innen. Diese betreffen die Bereiche:
Schule, i.e. Schulleitungen, Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*in sowie Mitarbeiter*innen des
Ganztags;
Vertretungen der Kölner Bildungs landschaft, welche die Projekte und Maßnahmen an Schule
mit umgesetzt haben, wie beispielsweise Träger der Jugendhilfe und der Erwachsenenbildung,
freie Bildungsanbieter*innen oder die Universität zu Köln;
Vertretungen des Lenkungskreises ‚Regionale Bildungslandschaft‘, der sich aus den folgenden
Kölner Bildungsakteur*innen aus Stadt und Land zusammensetzt: Bezirksregierung Köln, De-
zernat für Bildung, Jugend und Sport, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Dez. IV Integrierte
Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung, Kommunales Integrationszentrum Köln, Amt für
Schulentwicklung, Familienberatung und Schulpsychologischer Dienst, Amt für Weiterbildung.
In den Fachforen wurde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die gleiche Agenda bearbeitet: Im ers-
ten Teil der Veranstaltungen ging es um die Frage nach der Wirkung der Maßnahmen sowie förder-
lichen und hinderlichen Kriterien bei der Umsetzung. An Letztere knüpfte ein zweiter Teil an, der
sich mit den Anforderungen an Kommunikation und Kooperation beschäftigte. In beiden Teilen soll-
ten jeweils die Rahmenbedingungen und Ausgangslagen der Schulen im Allgemeinen sowie diesbe-
zügliche Besonderheiten an Schulen in herausgeforderten Wohnlangen, i.e. sozialindizierten Stand-
orten, thematisiert werden. Tabelle 2.1.1 gibt einen Überblick über das Vorgehen der Datenerhebung
in den Fachforen.
3
Tab. 2.1.1: Datenerhebung in den Fachforen
Thema
Methoden / Fragen
Umsetzung und Wirk-
samkeit der Maßnahmen
Gruppendiskussion im Plenum
Abgleich / Kontrastierung der Erfahrungen der Teilnehmer*innen
verglichen mit den Ergebnissen der Vorabbefragung
Wirksamkeit der Maß-
nahmen und Anforde-
rungen an Rahmenbe-
dingungen
Gesprächsrunden in Kleingruppe à 3-4 Personen
Sicherung / Sichtung der Ergebnisse auf Stellwänden durch
alle
Gruppendiskussion im Plenum
Fragen:
Woran machen Sie die Wirkung der Maßnahmen fest? Welche
Effekte / Veränderungen haben Sie konkret beobachtet?
Aus pädagogischer Sicht: Welche Anforderungen an Format und
Inhalt müssen erfolgreiche Maßnahmen erfüllen?
Umsetzung der Förder-
programme an Schulen
Gruppendiskussion im Plenum
Fragen:
Wie müssen Förderprogramme „aufgeschlossen“ werden, um gut
an Schulen anzukommen?
Rückmeldungen zu Erfahrungen mit Werkzeugkoffer des RBB
Erfolgreiche Umsetzung
der Maßnahmen bzgl.
der Kooperation / Kom-
munikation zwischen
Anbieter*innen und
Schulen
Interview 2 Personen Thema: Erfolgsstory
Reduktion der Informationen in 4er Gruppe
Gruppendiskussion im Plenum
Stolpersteine bei der
Umsetzung der Maßnah-
men
Gruppendiskussion im Plenum
Quelle: Eigene Darstellung
Die Diskussionen in den Fachforen liefern vorwiegend qualitatives Datenmaterial. Bei der Analyse
dieses Materials finden sowohl induktive als auch deduktive Verfahren Anwendung. Beim ersten
Analyseschritt wird offen an das Material herangegangen. In einem explorativen Akt werden neue
(Sinn-)Dimensionen aus dem Datenmaterial erschlossen (Strauss/Corbin, 1996). Diese Vorgehens-
weise entspricht dem theoriegenerierenden ‚offenen Kodieren‘ der Grounded Theory (Strübing,
2014). Leitend für diesen Analyseschritt sind die folgenden Fragen: Was wird – mitunter immer
4
wieder – thematisiert? Welche Problemlage und/oder welche Handlungsoptionen zeigt die Spreche-
rin/der Sprecher durch ihre/seine Art das Thema zu präsentieren? Was er wähnt die Sprecherin/der
Sprecher nicht? (Strübing, 2014).
Im zweiten Analyseschritt wird eine strukturierende Inhaltsanalyse durchgeführt (Mayring/Frenzl,
2014). Die Leitfragen der Evaluation (vgl. Tab. 2.1.1) und der Diskussionen bilden das Kategorien-
system, anhand dessen die Durchsicht des Datenmaterials stattfindet. Das Kategoriensystem wird
durch die im ersten Analyseschritt potentiell neu erschlossenen Dimensionen oder Unterkategorien
ergänzt.
2.2 Datengrundlage
An der Vorabbefragung haben 58 Schüler*innen und 57 Umsetzende der Maßnahmen aus mindes-
tens 23 Kölner Schulen (i.d.R. Lehrkräfte) teilgenommen. Aufgrund der kleinen Fallzahl kann nicht
von einer repräsentativen Umfrage gesprochen werden.
Die Fachforen wurden paritätisch mit schulischen und außerschulischen Vertreter*innen besetzt. Die
nachstehende Tabelle 2.2.2 gibt einen Überblick über die Teilnehmer*innen und ihr Tätigkeitsfeld:
Tab. 2.2.2: Teilnehmer*innen der Fachforen Anfang Februar 2023
Teilneh-
mer*innen
Fachforum 1 Fachforum 2
TN Schul-
formen
Förderschule (1), Hauptschule (1),
Realschule (1), Gesamtschulen (2)
Gesamt = 5
Grundschule (3) Förderschule (2), Real-
schule (1), Gymnasium (1)
Gesamt = 7
TN Träger 6 (bspw. Sport, Kunst, Kultur, Er-
lebnispädagogik, Nachhilfeange-
bote)
5 (bspw. Sport, Kunst, Kultur, Erlebnispäda-
gogik, Nachhilfeangebote)
TN Weitere Integrierte Jugendhilfe - und
Schulentwicklungsplanung (1)
Sachgebiet Ganztag (1)
Integrierte Jugendhilfe - und Schulent-
wicklungsplanung (1)
Sachgebiet Ganztag (1)
Amt für Kinder, Jugend und Familie (1)
3 Ergebnisse
3.1 Umgesetzte Maßnahmen und ihre Wirkung
Das Aktionsprogramm „Ankommen und Aufholen nach Corona“ war vorrangig darauf ausgelegt, Schü-
ler*innen das gezielte Aufholen pandemiebedingter Lernrückstände zu ermöglichen (Schulministerium,
2023). Nach der Corona-Pandemie meldeten jedoch viele Schulen, insbesondere jene in benachteiligten
Wohnlagen, zurück, dass zunächst das soziale Miteinander gestärkt sowie die sozial-emotionale Entwick-
lung der Schüler*innen gefördert werden musste. Viele Schüler*innen können erst dann wieder gut lernen
und somit Lernlücken schließen, wenn sie im sozialen Gefüge der Schule wieder angekommen und ihre
emotionalen Ressourcen gestärkt sind. Diese Ergebnisse aus den Fachforen werden durch die digitale
Vorabbefragung unterstützt (vgl. Abb. 3.1.1).
5
Abb. 3.1.1: Umgesetzte Maßnahmen an Schulen der Vorabbefragung – absolute Häufigkeiten
Quelle: Befragung der Lehrkräfte Dez./Jan 2022/23, eigene Berechnung
Auch in den Gruppendiskussionen der Fachforen bestätigte sich diese Tendenz. Hier wurden das Trainie-
ren des sozialen Miteinanders, aber auch die Stärkung des Ichs (Steigerung des Selbstwerts, der Selbst-
wirksamkeitserwartungen sowie der emotionalen Stabilität) der Schüler*innen als adressierte Bedarfe be-
sonders häufig genannt.
Sowohl Schulen als auch Anbieter*innen von Maßnahmen schildern, dass besonders benachteiligte Schü-
ler*innen nach den Corona-Maßnahmen häufig in einer schlechten sozial-emotionalen Verfassung in die
Schule zurückkehrten. In herausgeforderten Wohnlagen stellte sich nach den Schulschließungen außer-
dem die Schwierigkeit fehlender deutscher Sprachkompetenzen. Fehlende Deutschkenntnisse seitens der
Schüler*innen, aber auch der Eltern sowie fehlend e Motivation durch z.B. depressive Verstimmungen
stellen Hürden für die Teilnahme an den Maßnahmen dar. Mit den Eltern konnten beispielsweise keine
Absprachen bzgl. Ausflügen getroffen werden. Schüler*innen ohne Deutschkenntnisse können an sprech-
intensiven Maßnahmen nicht teilnehmen. Sind diese Hürden überwunden – z.B. durch vorherigen Sprach-
erwerb oder Maßnahmen, die keine Kenntnisse voraussetzen – kann die Stärkung des Ichs (Steigerung
des Selbstwerts, der Selbstwirksamkeitserwartungen sowie der emotionalen Stabilität) in einer Wechsel-
wirkung mit dem Trainieren von Sozialkompetenzen stattfinden. Die Stärkung des Ichs kann die Motiva-
tion zur Teilnahme an Maßnahmen, die z.B. die Sozialkompetenz stärken, erhöhen.
Die Teilnehmer*innen der Fachforen bestätigten eine breite Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen.
Analog zu den adressierten Bedarfen betrifft die beobachtete Wirkung vor allem Aspekte der Sozialkom-
petenz, wie „gesteigerte Teamfähigkeit“ oder „friedliches Miteinander“ und de r Stärkung des Ichs der
Schüler*innen. Letzteres zeigt sich in einem gesteigerten Selbstwert und einer gesteigerten Selbstwirk-
samkeitserwartung, welche sich wiederum durch „Vertrauen“, „Mut“ und „Begeisterung“ ausdrücken.
Weiter wurde von einer Verbesserung der Physis (Beweglichkeit gesteigert, Gewichtsreduktion), verbes-
serten Noten oder einer besseren Vernetzung z.B. mit den Eltern als Effekte der umgesetzten Maßnahmen
berichtet (vgl. Abb. 3.1.2). Eine Übersicht über die Wirkung der Maßnahmen findet sich außerdem im
Anhang 1.
29
18 16
11 10
6 4 3
0
5
10
15
20
25
30
6
Abb. 3.1.2: Wirkung der Maßnahmen – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fachforen
Quelle: RBB
In der Vorabbefragung zeigte sich ebenfalls, dass durch die umgesetzten Maßnahmen besonders das so-
ziale Miteinander eingeübt werden konnte (vgl. Abb. 3.1.3).
Abb. 3.1.3: Wirkung der Maßnahmen – Sicht der Lehrkräfte (Angaben in %)
7
Quelle: Befragung der Lehrkräfte Dez./Jan 2022/23, eigene Berechnung
3.2 Erfolgreiche Maßnahmen des Aktionsprogramms
Im Aktionsprogramm „Ankommen und Aufholen nach Corona“ stehen zeitlich befristet Mittel zur Ver-
fügung, um Schüler*innen das gezielte Aufholen pandemiebe dingter Lernrückstände zu ermöglichen
(Schulministerium, 2023). Wie oben ausgeführt, stellt das Schließen der Lernlücken insbesondere be i
bildungsbenachteiligten Schüler*innen ein Problem dar , was erst angegangen werden kann, wenn die
Schüler*innen sozial-emotional an der Schule angekommen sind. Nach Beendigung des corona-bedingt
eingeschränkten Schulbetriebs stand deshalb das Trainieren des sozialen Miteinanders sowie die Stärkung
des Ichs der Schüler*innen an erster Stelle. Aufgrund der zeitlichen Befristung der zur Verfügung gestell-
ten Mittel des Aktionsprogramms müssen erfolgreiche Maßnahmen a) schnell an Schulen etabliert werden
sowie b) auch bei einer kurzen Dauer auf die skizzierten Bedarfe wirken und beispielsweise nicht an einen
länger andauernden Beziehungsaufbau zwischen pädagogischer Fachkraft und Schüler*in geknüpft sein.
Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen ergaben sich in den Gruppendiskussionen Maßnah-
men als besonders erfolgreich, die die folgenden Kriterien erfüllten (vgl. auch Abb. 3.2.1):
zeitlich und inhaltlich relativ klar definiertes Aktionspaket seitens der*des Anbieter*in
Partizipation auch ohne Deutschkenntnisse oder sprachliche Fähigkeiten der Schüler*innen ist
möglich
für sehr heterogene Gruppen und Teilnehmer*innen aller Lernstufen geeignet
Förderung des sozialen Miteinanders, kooperative Gestaltung
Förderung des Selbstwertes und der Selbstwirksamkeitserwartung
Abschlusspräsentation des Angebotes vor den Eltern und weiteren Gästen
kurze Anfahrtswege für die Schüler*innen
7,5%
9,6%
18,5%
22,2%
23,1%
27,3%
30,2%
50,9%
69,1%
20,8%
21,2%
35,2%
33,3%
26,9%
36,4%
37,7%
17,0%
16,4%
28,3%
32,7%
29,6%
25,9%
26,9%
25,5%
17,0%
17,0%
9,1%
43,4%
36,5%
16,7%
18,5%
23,1%
10,9%
15,1%
15,1%
5,5%
0,0% 20,0% 40,0% 60,0% 80,0% 100,0%
... bei Bildungsübergängen unterstützt werden.
... ihre Medienkompetenz stärken.
... ihre Lern- und Selbstorganisation wieder
aufbauen.
... fachliche Lernlücken schließen.
... Hilfe bei gesundheitlichen Problemen
(körperlich/psychisch) bekommen.
... sprachlich gefördert werden.
... ihre Aggressionen / Frustrationen besser
kontrollieren.
... sich wieder mehr bewegen
(Bewegungsförderung).
... soziales Miteinander üben.
Durch die Maßnahme konnten die Schüler*innen...
1 = sehr stark 2 3 4 = überhaupt nicht
8
Abbildung 3.2.1. Anforderungen an Maßnahmen – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fachforen
Quelle: RBB
Eine Übersicht über die Anforderungen an die Maßnahmen findet sich außerdem im Anhang 2.
In Abbildung 3.2. 2 ist die Gestaltung und Wirkung erfolgreicher Maßnahmen des Aktionsprogramms
grafisch dargestellt. Damit Maßnahmenpakete schnell an Schulen umgesetzt werden können, ist ein klares
Paket seitens der*des Anbieter*in hilfreich mit niedrigen Zugangsvoraussetzungen und in kooperativer
Gestaltung.
Abb. 3.2.2: Gelingensbedingungen erfolgreicher Maßnahmen des Aktionsprogramms
9
Quelle: Eigene Darstellung
3.3 Kooperationen anbahnen und umsetzen
Die im Rahmen der Fachforen genannten Erfolgsfaktoren für die Umsetzung der Förderprogramme sind
vielfältig (vgl. 3.3.1).
Abb. 3.3.1: Erfolgsfaktoren für die Umsetzung – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fachforen
Quelle: RBB
10
Eine Übersicht über Erfolgsfaktoren für die Umsetzung der Maßnahmen findet sich auch im Anhang 3.
Für die Anbahnung der Kooperation von Schulen und Anbieter*innen von Fördermaßnahmen gilt: Je
kürzer der Zeitraum der Finanzierung und/oder je geringer die Mittel, desto niedrigschwelliger und we-
niger zeitintensiv darf die Anbahnung der Kooperation sein. Eine notwendige Voraussetzung für das Zu-
standekommen und die Umsetzung einer Kooperation ist, dass der erwartete Nutzen den Aufwand über-
steigt. Ferner muss die Maßnahme gut planbar sein, was eine gesicherte und verlässliche Finanzierung
voraussetzt.
In Abbildung 3.3. 2 sind die Phasen der erfolgreichen Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schulen
grafisch dargestellt. Als hilfreich bei der Anbahnung einer Kooperation bzw. dem Finden vom Anbi e-
ter*innen seitens der Schulen haben sich Listen mit Anbieter*innen und deren Leistungen, die vom RBB
online zur Verfügung gestellt wurden sowie der Austausch im Netzwerk über gelingende bzw. misslun-
gene Kooperationen und deren Ursachen herausgestellt. Sobald ein*e Anbieterin gefunden wurde, sollte
die Planung a) bedarfsgerecht in Bezug auf die Schüler*innen, b) partizipativ im Hinblick auf die Mitge-
staltungsmöglichkeiten seitens der Schule sowie c) in schulische Abläufe und Konzepte eingebunden sein.
Die einfach und logisch aufgebaute bürokratische Organisation der Antragsstellung des Aktionspro-
gramms „Ankommen und Aufholen nach Corona“ seitens des RBBs wurde von den Teilnehmenden der
Gruppendiskussionen und der Vorabbefragung sehr gelobt: „Das Antragsformular und die Bewilligung
waren sehr hilfreich und unkompliziert“. Grundsätzlich kann es überdies hilfreich sein, bei einer Antrag-
stellung die Anbieter*innen unterstützend mit ins Boot zu holen, da diese – anders als Akteur*innen in
Schule – über mehr Expertise bzgl. bürokratischer Vorgänge bei der Umsetzung von Förderprogrammen
verfügen. Wenn ein Programm oder eine Fördermaßnahme an Schulen umgesetzt wird, ist die gelingende
Kooperation vor allem von vier Punkten abhängig: 1.) Verlässlichkeit bzgl. der Absprachen, 2.) definierte
Ansprechpartner*innen, 3.) der*dem Anbieter*in bekannte schulspezifische Strukturen sowie 4.)Sicher-
stellung des Transportes und/oder der Raumnutzung (vgl. Abb. 3.3.2).
Abb. 3.3.2: Phasen der erfolgreichen Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule
Quelle: Eigene Darstellung
3.4 Kriterien für gelungene Maßnahmen
Mithilfe dieser Evaluation sollen auch Kriterien für gelungene Maßnahmen gefunden werden, um so
künftige Förderstrategien besser begründen und gestalten zu können. Die Kriterien einer erfolgreichen
Umsetzung des Aktionsprogramms „Ankommen und Aufholen nach Corona“ unterscheiden sich nicht
11
grundlegend von anderen Förderprogrammen und -maßnahmen. In der Vorabbefragung und den Grup-
pendiskussionen konnten die folgenden Kriterien für eine gelungene Umsetzung von Maßnahmen identi-
fiziert werden:
1. Hohe Flexibilität des Förderprogramms: Durch minimale Vo rgaben für die Mittelverwendung
wurden es ermöglicht, passgenaue Maßnahmen für die unterschiedlichen Bedarfe zu realisieren.
2. Orientierung an den individuellen Interessen und Bedürfnissen der Schüler*innen: Dies sollte
klar definiert zwischen Anbieter*in und Schule abgesprochen und diese Absprachen bei der Umset-
zung der Maßnahme eingehalten werden.
3. Attraktive, außerschulische Lernorte: Gerade, weil die Schüler*innen während des Bestehens der
Corona-Maßnahmen viel Zeit zu Hause verbracht haben, verschafft ein „Rauskommen“ ganz beson-
dere Erlebnisse, die vor allem die psychische Konstitution der Schüler*innen verbessern. Insbeson-
dere bildungsbenachteiligte Schüler*innen können hier Orte kennen lernen, zu denen sie aus ihren
familiären Verhältnissen heraus nur schlecht Zugang hätten.
4. Arbeit in Kleingruppen, in Teams, in der Gemeinschaft: Nach der Beendigung der Corona-Maß-
nahmen war die Notwendigkeit für die Schüler*innen, wieder in einer Gruppe anzukommen, beson-
ders zentral. Allerdings funktioniert Bildungsförd erung im Team auch dann besonders gut, wenn
Gruppen längerfristig zusammenarbeiten können, weil so ein gelungener Beziehungsaufbau wahr-
scheinlich ist und das Vertrauensverhältnis der S chüler*innen untereinander gestärkt wird. In einer
gut funktionierenden Gruppe k önnen sich Schüler*innen gegenseitig für das Erreichen von (Bil-
dungs-)Zielen motivieren und unterstützen. Außerdem kann in Gesprächen „emotionaler Ballast“ –
den insbesondere Kinder und Jugendliche aus benachteiligen Verhältnisse mit sich tragen – abgebaut
und so Kapazitäten für das Lernen geschaffen werden.
5. Gleichbleibende Strukturen und ein e gleiche (externe) Bezugsperson: Dieses Kriterium dient
ebenfalls der Schaffung eines Vertrauensverhältnisses sowie einer sicheren Basis für die Schüler*in-
nen. Gerade gegenüber externen pädagogischen Fachkräften können sich Jugendliche oftmals eher
öffnen, da diese – anders als Lehrkräfte – nicht in der Rolle der Bewertenden von Schulleistungen
sind.
6. Bewegung und Motorik fördern: Nach Beendigung der Corona-Maßnahmen ist ein „wieder in Be-
wegung kommen“ für die Schüler*innen wichtig. Grundsätzlich fördert Bewegung den Abbau von
Stress und ist entsprechend hilfreich für die emotionale Stabilität und das (freundliche) soziale Mit-
einander.
7. Gute Einbindung in den Unterricht, ins Schulhaus, an Fachlehrer*innen, um Strukturen der
Schule zu nutzen und ein Ineinandergreifen der Arbeit unterschiedlicher Fachkräfte mit den Schü-
ler*innen zu ermöglichen.
8. Ein h oher Aufforderungscharakter ist insb esondere bei bildungsbenachteiligten Schüler*innen
wichtig, da teilweise nur so die Hürden der Teilnahme überwunden werden können (vgl. Abb. 3.1.2).
Insbesondere die Kriterien 4 und 6 setzen eine gewisse Planbarkeit und lückenlose Finanzierung voraus.
Strukturen im Kollegium zu schaffen oder auch ein Netzwerk im Stadtteil/ -viertel zur Kooperation her-
zustellen, braucht Zeit. Diese Zeit wird seitens der Schule allerdings vorrangig dann investiert, wenn mit
einer nachhaltigen Finanzierung zu rechnen ist. Eine nachhaltige und lückenlose Finanzierung ist beim
Aktionsprogramm „Ank ommen und Aufholen nach Corona“ bislang nicht sichergestellt. Mangelnde
Planbarkeit und Wartezeiten bei der Bewilligung der Finanzierung führten – laut den Teilnehmenden der
12
Gruppendiskussionen – auch dazu, dass Anbieter*innen wieder „abgesprungen“ sind, d a sie zwischen-
zeitlich anderweitige Kooperation eingegangen sind und keine Kapazitäten mehr für eine Zusammenar-
beit mit der jeweiligen Schule hatten.
Abb. 3.4.1: Stolpersteine bei der Programmumsetzung – Sichtweise der Teilnehmer*innen der Fach-
foren
Quelle: RBB
Eine Übersicht über die genannten Stolpersteine findet sich auch in Anlage 4.
3.5 Strukturen schaffen
Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen – öffentliche Gelder für Bildungsförderung wer-
den oftmals kurzfristig und zeitlich begrenzt bewilligt – gilt es Strukturen zu schaffen, die auf diese Be-
dingungen adäquat reagieren können.
Bei der Umsetzung des Aktionsprogramms „Ankommen und Aufholen nach Corona“ hatte das RBB ei-
nen digitalen „Werkzeugkoffer“ zur Verfügung gestellt. Hierüber wurden Schulleitungen Formulare für
Anträge und Dienstverträge sowie eine Liste mit Anbieter*innen von Fördermaßnahmen zur Verfügung
gestellt. Dieser Werkzeugkoffer wurde von den Teilnehmer*innen der Gruppendiskussion en als positiv
und hilfreich bewertet. Allerdings kamen über die Liste der Anbieter*innen nur wenige Kooperationen
zu Stande. Sie diente Schulen eher als erster Überblick, welche Angebote grundsätzlich möglich wären.
Zusammengearbeitet wurde vermehrt mit Anb ieter*innen, die bereits bekannt waren oder von anderen
Schulen empfohlen wurden. Dies führte einerseits zu einer Übernachfrage etablierter Anbieter*innen und
andererseits konnten sich neue Anbieter*innen nur schwer am Markt etablieren. Entsprechend sollte hier
auf Steuerungsebene überlegt werden, wie zukünftig Kooperationsanbahnung noch besser unterstützt
werden kann.
13
3.6 Schulen in herausgeforderten Lagen
Ein besonderes Augenmerk der Evaluation liegt auf Schulen in herausgeforderten Wohnlangen, i.e. sozi-
alindizierten Standorten. Belastbare Aussagen über deren Möglichkeiten und Herausforderungen bei der
Etablierung von Fördermaßnahmen an den Schulen sind schwer zu treffen, weil nicht nur diese Schulen
in den Befragungen und Diskussion vertreten waren. In Abbildung 3.6.1 ist ein mögliches Vorgehen dar-
gestellt, wie Fördermaßnahmen an sozialindizierten Standorten etabliert werden könnten.
Abb. 3.6.1: Fördermaßnahmen an sozialindizierten Standorten etablieren
Quelle: Eigene Darstellung
Das A und O bei der Kooperation mit sozialindizierten Standorten ist die Niedrigschwelligkeit. Diese
manifestiert sich 1.) in einer proaktiven, möglichst persönlichen Kontaktaufnahme, auch per Telefon
(keine E-Mails). 2.) der Nutzen von Förderangeboten für die jeweilige Schule sowie der damit verbundene
Aufwand muss deutlich sein. Ein Angebot wird nur abgenommen werden, wenn der Nutzen den Aufwand
übersteigt. Um passgenaue Angebote für eine Schule zu finden und Anbieter*innen zu vermitteln, müssen
3.) die Bedarfe der Schule klar sein. Sowohl die Anbahnung der Kooperation als auch die Kooperation
selbst kann/sollte 4.) beratend begleitet werden. Alle Erkenntnisse aus diesem Prozess können als gewon-
nenes Wissen ins Netzwerk fließen. Wie bei stark bildungsbenachteiligen und abgehängten Schüler*innen
gilt auch für vergleichbare Schulen, dass in den Anfängen viel investiert werden muss, um zu überzeugen,
zu motivieren und Strukturen zu schaffen, welche die erfolgreiche Etablierung von Fördermaßnahmen
ermöglichen.
4 Fazit
Die Umsetzung des Aktionsprogramms „Ankommen und Aufholen nach Corona“ durch das Kölner Bil-
dungsnetzwerk kann insgesamt als erfolgreich bewertet werden. Die Budgets wurden überwiegend ver-
ausgabt und die daraus finanzierten Maßnahmen zeigten vielerorts die gewünschte Wirkung entsprechend
der Bedarfe an den jeweiligen Schulen. Die Maßnahmen waren i.d.R. zielgenau, d.h. die Wirkung entfal-
tete sich in den jeweils adressierten Bereichen ( z.B. Stärkung des sozialen Miteinanders, Lernlücken
schließen etc.). Von vielen Akteur*innen lobend hervorgehoben wurde die u nproblematische Antrags-
stellung, die diesbezügliche Unterstützung seitens des RBB sowie die Autonomie der Schulen im Hin-
blick auf die Ve rwendung der Mittel. Diese wurde u.a. durch die Flexibilität der Mittelverwendung in
diesem Förderprogramm sowie durch die pädagogische Expertise bei der Begleitung der Umsetzung er-
möglicht.
14
Analog zu den durch die Corona-Maßnahmen entstandenen Bedarfe bei den Schüler*innen beinhalteten
die an den Schulen umgesetzten Maßnahmen sehr häufig das Trainieren des sozialen Miteinanders und
die Stärkung des Ichs der Schüler*innen (Selbstwert, Selbstwirksamkeitserwartung, emotionale Stabili-
tät) (vgl. Kap. 3.1). Im Hinblick auf den Erfolg von Maßnahmen, muss zwischen Maßnahmen unterschie-
den werden, die schnell, effizient aber auch nur kurzfristig an Schulen stattfinden und solchen , die län-
gerfristig etabliert werden und damit auch nachhaltiger wirken können. Hierin variieren auch teils die
Kriterien der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Anbieter*innen und Schulen (vgl. Kap. 3.2, 3.3,
3.4).
15
Quellen
Döring, Nicola (2014): Evaluationsforschung. S. 167-181 in Baur, Nina und Jörg Blasius (Hrsg.) Handbuch
Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden, Germany: Springer VS.
Mayring, Philipp und Thomas Fenzl (2014): Qualitative Inhaltsanalyse. S. 543 -558 in Baur, Nina und Jörg
Blasius (Hrsg.) Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden, Germany: Sprin-
ger VS.
Schulministerium (2023): Aktionsprogramm Ankommen und Aufholen. Online-Dokument:
https://www.schulministerium.nrw/ankommen-aufholen [Letzter Zugriff: 23.03.2023].
Strauss, Anselm L. und Juliet Corbin (1996): Grounded Theory. Weinheim: Beltz/Psychologie Verlags-
union.
Strübing, Jörg (2014): Grounded Theory und Theoretical Sampling. S. 457-472 in Baur, Nina und Jörg
Blasius (Hrsg.) Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden, Germany:
Springer VS.
16
Anhang
Umfrage: Ankommen und Aufholen nach Corona für die Pädagog*innen
Herzlich Willkommen zur Umfrage zu "Ankommen und Aufholen nach Corona"!
Die Teilnahme ist freiwillig und die Umfrage sollte maximal 10 Minuten dauern.
Vielen Dank!
Kontakt:
Dr. Ina Berninger
Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) | Universität zu Köln
Telefon: + 49 221 470 - 1148
E-Mail: i.berninger@uni-koeln.de
Diese Maßnahme aus dem Programm "Ankommen und Aufholen nach Corona" habe ich an
meiner Schule umgesetzt:
Tragen Sie hier den Titel und – falls bekannt – den Träger/Anbieter der Maßnahme ein:
Wie hat den Schüler*innen die Maßnahme bei den folgenden Punkten geholfen?
Bitte stufe deine Antworten ab auf einer Skala von 1 („sehr stark“) bis 4 („überhaupt nicht“).
sehr stark → überhaupt nicht
Durch die Maßnahme konnten die Schüler*innen... 1 2 3 4
... fachliche Lernlücken schließen.
... ihre Lern- und Selbstorganisation
wiederaufbauen.
... soziales Miteinander üben.
... sprachlich gefördert werden.
17
... Hilfe bei gesundheitlichen Problemen
(körperlich/psychisch) bekommen.
... ihre Aggressionen / Frustrationen
besser kontrollieren.
... sich wieder mehr bewegen
(Bewegungsförderung).
… ihre Medienkompetenz stärken
… bei Bildungsübergängen unterstützt
werden.
... in einer anderen Weise
unterstützt / gefördert
und zwar:
Warum war die Maßnahme Ihrer Meinung nach wirksam bzw. nicht wirksam?
Skizzieren Sie hier bitte kurz hilfreiche Kriterien:
Skizzieren Sie hier bitte kurz hinderliche Kriterien:
18
Wenn Sie weitere Wünsche oder Ideen für mögliche Projekte oder Maßnahmen haben, kön-
nen Sie das hier eintragen:
An dieser Schulform arbeite ich:
Grundschule
Hauptschule
Realschule
Gymnasium
Gesamtschule
Förderschule
Berufskolleg
Einer anderen Schulform und zwar:
In diesem Stadtteil liegt meine Schule:
Chorweiler
Ehrenfeld
Innenstadt
Kalk
Lindenthal
Mülheim
Nippes
Porz
Rodenkirchen
19
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!
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20
Umfrage: Ankommen und Aufholen nach Corona für die Schüler*innen
Herzlich Willkommen zur Umfrage zu "Ankommen und Aufholen nach Corona"!
Die Teilnahme ist freiwillig und die Umfrage sollte maximal 10 Minuten dauern.
Vielen Dank!
Kontakt:
Dr. Ina Berninger
Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) | Universität zu Köln
Telefon: + 49 221 470 - 1148
E-Mail: i.berninger@uni-koeln.de
Was wurde bei der Maßnahme, an der du teilgenommen hast, gemacht?
Förderunterricht
Kunst
Musik
Sport
Ausflüge
Sozialtraining
Etwas Anderes und zwar:
21
Wie hat dir die Maßnahme bei den folgenden Punkten geholfen?
Bitte stufe deine Antworten ab auf einer Skala von 1 („sehr stark“) bis 4 („überhaupt nicht“).
sehr stark → überhaupt nicht-
Durch die Maßnahme ...
1 2 3 4
... komme ich im Unterricht besser mit.
... kann ich mich besser konzentrieren.
... komme ich besser mit meinen
Mitschüler*innen und Lehrer*innen zurecht.
... fühle ich mich insgesamt besser.
... fühle ich mich in der Schule wohler.
... habe ich (mehr) Spaß an Bewegung.
... kann ich besser mit Computer / PC
und dem Internet umgehen.
... ist etwas anderes besser geworden und zwar
Was hat dir an der Maßnahme gut gefallen?
Was hat dir an der Maßnahme nicht so gut gefallen?
Wenn du dir noch etwas von der Maßnahme gewünscht hättest, kannst du das hier eintra-
gen:
22
Auf diese Schule gehe ich:
Grundschule
Hauptschule
Realschule
Gymnasium
Gesamtschule
Förderschule
Berufskolleg
Eine andere Schulform und zwar:
In diesem Stadtteil liegt meine Schule:
Chorweiler
Ehrenfeld
Innenstadt
Kalk
Lindenthal
Mülheim
Nippes
Porz
Rodenkirchen
23
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Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3613/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 10.11.2023
- Erstellt
- 07.11.2023 11:53