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2183/2020

Einführung eines Gottfried Böhm Stipendiums

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 04.08.2020

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Beschlussvorlage Rat

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Anlage 1 Eckpunkte zum Gottfried-Böhm-Stipendium

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Beschlussvorlage Rat

6636 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/VI 
 
Vorlagen-Nummer 
 2183/2020 
Freigabedatum 
 04.08.2020 
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Einführung eines Gottfried Böhm Stipendiums 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
 
Der Rat der Stadt Köln beschließt die in Anlage 1 dargestellte Einführung eines zunächst für die Dau-
er von vier Jahren befristeten „Gottfried-Böhm-Stipendiums“ in Höhe von jeweils 10.000 € pro Stipen-
dium (Gesamtsumme 20.000 €). 
 
 
 
 
 
 
 
Stadtentwicklungsausschuss 03.09.2020 
Finanzausschuss 07.09.2020 
Rat 10.09.2020

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme  20.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung 
Der bedeutendste lebende Kölner Architekt Gottfried Böhm vollendete am 23.01.2020 seinen 100. 
Geburtstag.  
Er wurde am 23.01.1920 in Offenbach am Main geboren und wuchs in Köln auf. 1938 legte er erfolg-
reich das Abitur am Apostelgymnasium ab. Es folgten ein Architekturstudium an der Technischen 
Universität München sowie ein Studium der Bildhauerei an der dortigen Kunstakademie. Nach berufli-
chen Stationen in Deutschland und den USA übernahm er 1955 nach dessen Tod das väterliche Ar-
chitekturbüro in Köln und war an der Wiederaufbauplanung der Stadt Köln beteiligt. 
Das von Dominikus Böhm in Marienburg für die Familie errichtete Gebäude wird heute als Büro ge-
nutzt. 
Gottfried Böhm erschuf zahlreiche öffentliche und kirchliche Bauten, in Köln z. B. die Kapelle „Ma-
donna in den Trümmern“ im Kolumbaviertel sowie St. Anna in Ehrenfeld.  
In den 60er Jahren entwickelte Böhm die typischen asymmetrischen Faltdecken aus Beton, die von 
außen wie Felsengebirge wirken, z. B. die Kirchen St. Gertrud im Agnesviertel und Christi Auferste-
hung in Lindenthal.  
Diese Konstruktion zeigt sich eindrucksvoll in seinem wichtigsten Werk in der Wallfahrtskirche von 
Neviges (Velbert).

3 
Dabei hat sein Werk sich stets verändert, das Doppelstudium von Bildhauerei und Architektur hat ihn 
besonders geprägt. Seine Arbeiten wurden durch seinen Vater, den berühmten Kirchenbaumeister 
Dominikus Böhm, und seine Frau, die Architektin Elisabeth Haggenmüller, beeinflusst.  
In den 70er Jahren endete die Hochkultur im Kirchenbau, in den Vordergrund traten kommunale Auf-
gaben. An die Stelle solitärer Bauideen traten immer mehr städtebauliche Zusammenhänge, in die 
sich die Bauten Böhms einpassten. Beispiele hierfür sind: 
 Rathaus in Bensberg 
 Kinderdorf Bethanien in Bergisch-Gladbach 
 Bergischer Löwe in Bergisch-Gladbach 
 Bocholter Rathaus 
 Verwaltungsgebäude der Züblin AG in Stuttgart 
 Entwürfe für den Umbau des Reichstags in Berlin 
 Großsiedlung Chorweiler, Maritim Hotel, WDR-Arkaden, Rathaus Kalk und Stadthaus Deutz in 
Köln –auch beim Bau der der Großmoschee in Ehrenfeld ist Gottfried Böhm gemeinsam mit 
seinem Sohn Paul beteiligt. 
International entstanden außergewöhnliche Entwürfe und Vorschläge für z. B. die Konzerthalle Los 
Angeles und das Kulturforum Ota/Japan. 
Im Gebiet der Stadtplanung entwickelte Böhm die Idee des „eingehausten Stadtraumes“. Die von ihm 
entwickelten Siedlungen, Platzanlagen, Passagen und Hallen haben zum Ziel, sozialen Raum neu zu 
schaffen und Zusammenhänge mit der Umgebung herzustellen. Seine Werke haben demnach immer 
eine städtebauliche Komponente. 
Visionär befasste sich Böhm mit dem Thema „Wohndichte“ und erschuf Ansichten von unterschiedli-
chen Hochhauskomplexen, die vorhandene Städte schonen, Zugang zur Natur ermöglichen und dem 
gemeinschaftlichen Leben der Bewohnerinnen und Bewohner dienen (Quelle: der architekt 02/20). 
Von 1963 bis 1985 lehrte Böhm als Professor an der RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische 
Hochschule) Aachen, in den 80er Jahren lehrte er in den USA u. a. am Massachusetts Institute of 
Technology in Cambridge, an der University of Pennsylvania in Philadelphia und der Washington Uni-
versity in St. Louis. 
1986 wurde Böhm als erster Deutscher mit dem weltweit für Architekten wichtigsten PRITZKER Archi-
tekturpreis ausgezeichnet, der als Nobelpreis für Baumeister gilt. 
Mit „BÖHM 100“ ehren Institutionen, Initiativen und Verbände der Architektur-, Kunst und Städtebaus-
zene sowie Kirche und Stadt Köln das Lebenswerk Böhms mit einem umfänglichen Jahresprogramm 
2020 zu seinem Leben und seinen Werken. 
Die Stadt Köln hat Gottfried Böhm mit einem Eintrag ins Goldene Buch geehrt und möchte mit dem 
neuen Stipendium eigenständiges Denken sowie einen erfolgreichen beruflichen Werdegang frei von 
finanziellen Sorgen fördern. Hierbei ist nicht beabsichtigt, den Werken Böhms schablonenhaft zu fol-
gen, sondern die gesellschaftliche Relevanz in Bezug auf städtebauliche Entwicklungen mit Blick auf 
das Gemeinsame zu suchen. 
Es wird ein zweijährlich auszuschreibendes Recherche- und Arbeitsstipendium für die Dauer jeweils 
eines Jahres für eine Person als Vollstipendium vergeben, das mit 10.000 € dotiert ist. Die Dauer der 
Stipendien ist zunächst auf vier Jahre befristet. Somit ergibt sich eine Gesamtsumme von 20.000 €. 
Die zur Einrichtung des Gottfried-Böhm-Stipendiums benötigten Mittel in Höhe von 10.000 € stehen 
im Haushaltsplan 2020/2021 im Teilplan 0901, Stadtplanung, in Teilplanzeile 13 zur Verfügung und 
werden im Rahmen der Bewirtschaftung in Teilplanzeile 15 bereitgestellt. Die in den darauffolgenden 
Jahren benötigten weiteren 10.000 € sind in der mittelfristigen Finanzplanung im Teilplan 0901, 
Stadtplanung berücksichtigt.  
Aufgrund des außerordentlich hohen Alters von Herrn Böhm ist auch unter Beachtung der Verfügung 
zur Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise von II/20 vom 25.03.2020 die Mittelbereitstellung in 
2020 erforderlich.

4 
Bei positiver Beschlusslage erfolgt die Vorlage einer Satzung zum Förderstipendium „Gottfried-
Böhm“. 
 
 
 
Anlage: 
 
Anlage 1 Gottfried-Böhm-Stipendium – Eckpunkte

Anlage 1 Eckpunkte zum Gottfried-Böhm-Stipendium

2675 Zeichen

Gottfried-Böhm-Stipendium der Stadt Köln 
(Eckpunkte) 
 
Stand 13.07.2020 
 
__________________________________________________________________________ 
 
1. Ein zweijährlich auszuschreibendes und für jewei ls ein Jahr und eine Person zu 
vergebendes Vollstipendium. 
 
2. Zielsetzung: Förderung von Architekt*innen in de r Post-Masterphase, die in der 
Masterthesis besonderes Interesse an der Verbindung von Städtebau und Architektur 
unter Beweis gestellt haben.  
 
3. Das Stipendium ist mit 10.000 € dotiert, der Bet rag wird in zwei Raten ausgezahlt. Mit 
der Vergabe des Stipendiums erwirbt die Stadt Köln keinerlei Rechte an den Werken der 
Stipendiaten. 
 
4. Für die Stipendiat*innen besteht die Aufgabe, si ch im Laufe der Stipendienzeit kreativ, 
experimentell und visionär mit einem aktuellen Thema auseinanderzusetzen, das 
städtebauliche, bauskulpturale wie architektonische Aspekte miteinander verknüpft und 
dabei die Belange des gesellschaftlichen Zusammenlebens thematisiert. 
 
5. Das Ergebnis der Stipendienarbeit wird am Ende d er Stipendienzeit öffentlich ausgestellt 
und diskutiert. 
 
6. Für die Bewerbung um das Stipendium sind ebenso Absolvent*innen des Studiengangs 
Architektur wie berufserfahrene Architekt*innen und Stadtplaner*innen zugelassen, die 
ihr Masterstudium an einer deutschen oder internationalen Hochschule abgeschlossen 
haben. Zugelassen sind ausschließlich Einzelbewerbungen. 
 
7. Die Bewerbung erfolgt stets eigeninitiativ durch  die Einreichung einer Projektidee. Die 
Bewerber*innen reichen hierfür ein eigens erarbeitetes Thema ein, das sich auf aktuelle 
Fragestellungen zu Architektur und Städtebau in Köln bezieht.  
 
8. Die Entscheidung über die Vergabe des Stipendium s trifft folgendes Auswahlgremium: 
 
Dezernent Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Wirtschaft Stadt Köln 
Amtsleitung Stadtplanungsamt Stadt Köln 
Vorsitz Gestaltungsbeirat (Herr Minkus) 
Ein Vertreter/in Büro der Oberbürgermeisterin 
Jeweils ein Mitglied der stimmberechtigten Fraktionen im Kölner Stadtrat 
 
9. Die Stipendiat*innen können während der Stipendi enzeit auf fachliche Beratung durch 
die Amtsleitung des Stadtplanungsamtes der Stadt Köln zurückgreifen (Tutorship) und 
erhalten bei Bedarf technische und organisatorische Hilfestellungen. 
 
Anlage 1

10. Es wird angestrebt, nach erfolgtem Ratsbeschlus s das Gottfried-Böhm-Stipendium 
erstmalig im Jahr 2021 zu vergeben. 
 
Zunächst ist eine Befristung für die Dauer von vier Jahren vorgesehen. Aufgrund 
vorliegender Erkenntnisse soll eine Evaluation durchgeführt werden, auf deren Basis 
ggf. Anpassungen erfolgen  sowie die Fortführung des Stipendiums beschlossen werden 
soll.

Beratungsverlauf (3)

03.09.2020 Stadtentwicklungsausschuss
TOP 6.5 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
07.09.2020 Finanzausschuss
TOP 10.19 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
10.09.2020 Rat
TOP 10.5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2183/2020
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
04.08.2020
Erstellt
16.07.2020 15:03