AN/0256/2025
Zunehmende Verwahrlosung in Köln – Lösungswege für Sicherheit, Sauberkeit, Prävention und gegen Stillstand
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
SPD Antrag nach § 3
7309 Zeichen
An den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses Herrn Dr. Ralf Unna An Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 28.02.2025 AN/0256/2025 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Gesundheitsausschuss 18.03.2025 Zunehmende Verwahrlosung in Köln – Lösungswege für Sicherheit, Sauberkeit, Prävention und gegen Stillstand Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Gesund- heitsausschusses am 18.03.2025 zu setzen: Beschluss: Der Gesundheitsausschuss bittet den Rat wie folgt zu beschließen: 1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die Einführung einer Einheit für "Sicherheit, Interven- tion, Prävention", bestehend aus Polizei, Ordnungsamt, aufsuchendem Suchtclearing (ASC) sowie Sprach- und Integrationsmittler*innen, zu prüfen. Diese Einheit soll für die Einhaltung der öffentlichen Ordnung sorgen, Hilfe für suchterkrankte und/oder obdachlose Menschen anbieten und bei Konflikten vermitteln. In regelmäßigen Fallkonferenzen zwischen Ordnungs- dienst, ASC und Polizei sollen Lösungskonzepte für schwer suchterkrankte Personen (sog. "Systemsprenger") oder Personengruppen entwickelt werden, mit dem Ziel, Suchterkrankte nicht auszugrenzen, sondern sie zu integrieren, unabhängig davon, ob sie bereit oder in der Lage sind, abstinent zu leben. Starten soll die Einheit am Neumarkt, aber sie soll im Sinne ei- nes Best-Practice-Ansatzes auf andere Hot Spots wie z.B. Ebertplatz, Wiener Platz und Kalk- Post ausgeweitete werden. 2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, zusätzlich zur Verlängerung der Öffnungszeiten der Drogenkonsumräume die Errichtung eines Tagesaufenthaltsortes mit Betten, Waschräumen, Toiletten und Schließfächern für Suchterkrankte in der Nähe des Neumarkts zu prüfen. Diese Tagesruhebetten sollen nicht nur eine medizinische Versorgung ermöglichen, sondern auch - 2 - eine sichere Umgebung bieten, in der sich Konsumierende erholen können. Dadurch wird auch die Chance der aktiven und niedrigschwelligen Vermittlung von Suchterkrankten in Hilfsangebote erhöht. Um die weitere Überlastung des Neumarkts zu vermeiden, müssen al- ternative Anlaufstellen in anderen Stadtteilen schnell geschaffen werden, insbesondere für kontrollierten Konsum, Drogenberatung, medizinische Versorgung und Substitution. Die vom Rat beschlossene Anlaufstelle in Kalk muss schnellstmöglich eröffnet werden, während in Mülheim und Porz weitere Drogenkonsumräume geplant werden müssen - wie bereits im Drogenhilfekonzept beschlossen. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den weiteren Einsatz der mobilen Drogenkonsumräume zu ermöglichen und auszuweiten – insbesondere in Mül- heim. Die mobilen DKR sollen in angrenzenden Stadtteilen eingesetzt werden, um eine bes- sere Verteilung der Hilfsangebote zu gewährleisten. Die Substitutionsbehandlung für nicht versicherte Drogenabhängige muss ausgebaut werden. Die Stadt Köln erweitert die Anonyme Krankenkarte, um Substitutionsprogramme für nicht versicherte Suchtkranke zugänglich zu machen. Die Angebote zur Methadon- und Original-Substitutionsbehandlung in städtischen und von sozialen Trägern geführten Einrichtungen sollen ausgebaut werden. Eine Finanzie- rung erfolgt im Rahmen der laufenden Haushaltsführung. Begründung: Die anhaltende Berichterstattung sowie die Wahrnehmung vieler Kölner*innen verdeutli- chen, dass Köln vor großen Herausforderungen im Bereich der Sauberkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum steht. Besonders der Neumarkt, aber auch weitere zentrale Plätze und Veedel, sind stark von Vermüllung, Vandalismus, offenem Drogenkonsum, Obdachlosigkeit und einem wachsenden Unsicherheitsgefühl betroffen. Die Konzentration der Drogenszene an einigen zentralen Plätzen Kölns und die damit einhergehende offene Kriminalität führen dazu, dass viele Bürger*innen und Anwohnende diese Plätze meiden. Die Einführung eines festen Veedels-Ordnungsdienstes mit präsenter und ansprechbarer Fußstreife soll daher zu- nächst das Sicherheitsgefühl stärken. Zudem eröffnet eine Citywache des Kommunalen Ord- nungsdienstes die Möglichkeit einer strukturierten, ortsnahen Einsatzkoordination. Die bisherige Fokussierung des Drogenhilfeangebotes an zu wenigen Orten hat zu einer Überlastung des Neumarkts geführt. Um nun zunächst eine dauerhafte Verbesserung am Neumarkt und anderen Plätzen mit besonderen Handlungsbedarf zu erreichen, muss Sozial- arbeit stärker und konsequenter mit gezielten Sicherheitsmaßnahmen verknüpft werden, um sowohl Drogendelikte als auch Unsicherheitsgefühle in der Bevölkerung zu reduzieren. Dafür soll eine „Sicherheit, Intervention, Prävention“-Einheit eingeführt werden, die für die Einhaltung der öffentlichen Ordnung sorgt und gleichzeitig Hilfe für Suchterkrankte und/oder obdachlose Menschen anbietet. Am Neumarkt erfolgt bereits Streetwork über das aufsuchende Suchtclearing (ASC). Diese vorhandenen Strukturen müssen gestärkt und ausgebaut werden und mit Ordnungspartner- schaften verknüpft werden. Dabei wird von den Betroffenen verlangt, sich nachweislich um die Verbesserung ihrer Situation zu bemühen. Gleichzeitig muss die Stadt ein breiteress Spektrum an Hilfsangeboten – von niederschwelligen Konsumräumen über Original-Substitu- tion bis hin zu Angeboten für den Ausstieg vorhalten. Einzusetzende Sprach- und Integrati- onsmittler*innen sollen zudem dabei helfen, eventuelle sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden, sodass auch nicht-deutschsprachige Konsumierende besser erreicht werden. - 3 - Die Open Drug Scene Cologne Survey 2023 hat gezeigt, welche Form von Hilfe sich viele Suchterkrankte wünschen, und zugleich wurde offengelegt, dass eine stärkere Vernetzung der Hilfsangebote notwendig ist. Die Verlängerung der Öffnungszeiten der Drogenkonsum- räume sowie die Einrichtung von Tagesruhebetten für Konsument*innen sind essenziell, um die gefährlichsten Konsumformen in geschützte Räume zu verlagern und die Verelendung am Neumarkt zu reduzieren. Gleichzeitig müssen dezentrale Hilfsangebote in anderen Stadt- teilen geschaffen werden, damit sich die Szene am Neumarkt nicht weiter verdichtet. Die mobilen Hilfseinheiten sollen beibehalten und ausgebaut werden, da sie eine flexible und bedarfsgerechte Versorgung ermöglichen. Die Sauberkeit am Neumarkt und in den anliegenden Straßen und Plätzen ist ein zentrales Thema für die Aufenthaltsqualität. Regelmäßigere Reinigungsmaßnahmen, die schnelle Be- hebung von Schäden und eine verbesserte Beleuchtung tragen dazu bei, den Platz attrakti- ver und sicherer zu gestalten. Die kurzfristige Bereitstellung von Gastronomie und bewachten Toiletten verbessert die Auf- enthaltsqualität und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Gleichzeitig soll eine langfristige Vision für den Neumarkt mit Anwohnenden und Initiativen entwickelt werden, um eine nachhaltige Aufwertung des Platzes sicherzustellen. Mit freundlichen Grüßen gez. Thomas Breustedt SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ohne Votum behandelt
Zur SitzungOrte (3)
- Ebertplatz
- Wiener Platz
- Neumarkt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- AN/0256/2025
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 07.03.2025
- Erstellt
- 06.03.2025 14:20