Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 3804/2019 vom 24.03.2020
Stand: Am 26.03.2020 im Rat geändert beschlossen.
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Anlage 2 Vorabauszug Beschlussprotokoll Gesundheitsausschuss vom 28.01.2020
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Geschäftsführung Gesundheitsausschuss Kohlhof Telefon: (0221) 24831 Fax : (0221) 26500 E-Mail: Kathrin.Kohlhof@STADT-KOELN.DE Datum: 30.01.2020 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 28.01.2020 öffentlich 5.2 Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln 3804/2019 Beschluss: 1. Der Rat beschließt das im Rahmen des Suchthilfeplanungsprozesses entwickelte Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln. 2. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass mit der dreijährigen Evaluation und wissen- schaftlichen Begleitung das Institut FOGS - Gesellschaft für Forschung und Be- ratung im Gesundheits- und Sozialbereich beauftragt wurde. Zurückgestellt in die nächste Sitzung Auf Anregung von RM Frau Gärtner wird die Beschlussvorlage dem Ausschuss für Soziales und Senioren vorgelegt. Anlage 2 -
Anlage 3 Vorabauszug Ausschuss Soziales und Senioren vom 05.03.2020
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Geschäftsführung Ausschuss Soziales und Senioren Herr Krämer Telefon: (0221) 221-27467 Fax : (0221) 221-22528 E-Mail: Thomas.Kraemer@Stadt-koeln.de Datum: 09.03.2020 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 44. Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren vom 05.03.2020 öffentlich 4.2 Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln 3804/2019 Beschluss: 1. Der Rat beschließt das im Rahmen des Suchthilfeplanungsprozesses entwickelte Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln. Abstimmungsergebnis: Nach Streichung des Satz 2 der Beschlussvorlage, einstimmig zugestimmt. Anlage 3 -
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 3804/2019 Freigabedatum 20.11.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt das im Rahmen des Suchthilfeplanungsprozesses entwickelte Drogenhilfe- konzept 2020 der Stadt Köln. 2. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass mit der dreijährigen Evaluation und wissenschaftlichen Beglei- tung das Institut FOGS - Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozial- bereich beauftragt wurde. Gesundheitsausschuss 28.01.2020 Rat 06.02.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Der Rat hat in seiner Sitzung vom 28.09.2017 (2360/2017) den von d er Verwaltung initiierten Sucht- hilfeplanungsprozess und den Entwurf des ersten Kapitels zustimmend zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, die Meilensteine nach Maßgabe der jährlichen Haushaltsplanung zu ent- wickeln und umzusetzen. Diese Umsetzung soll wissenschaftlich begleitet werden. Die Verwaltung hat über einen Zeitraum von 2017-2019 zusammen mit den Kölner Trägern der Dro- genhilfe, der Selbsthilfe und weiteren Leistungserbringern in der Versorgung Kölner Drogenabhängi- ger das vorliegende D rogenhilfekonzept auf der Grundlage des Suchtberichtes 2016 erarbeitet. Es fanden vier Workshops, ein schriftlicher Beteiligungsprozess und ein Fachgespräch mit Suchthilfepla- nenden aus anderen Großstädten statt. Der Diskussionsprozess setzte sich hiernac h innerhalb des Gesundheitsamts und zwischen den un- terschiedlichen Fachämtern des Dezernates für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen sowie dem Amt für Kinder, Jugend und Familie fort. Das Drogenhilfekonzept bezieht sich auf den Maste r- plan des Dezernates für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen. Der Kern des Drogenhilfekonzeptes ist in vier Kapitel (Meilensteine) unterteilt, denen die vorhand e- nen Drogenhilfeangebote zugeordnet wurden: 1. Überleben sichern (Schadensminderung) – 1. Meilenstein 2. Veränderungsmotivation fördern - 2. Meilenstein 3. Veränderung begleiten – 3. Meilenstein 4. Änderungen sichern – 4. Meilenstein Ein Vorwort und die Einleitung sind den beschriebenen Angeboten vorangestellt; Kapitel zu den Per- spektiven der Weiterentwicklung und ein Ausblick schließen das Drogenhilfekonzept ab. Im Juli 2019 wurde FOGS - Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbe- reich mit der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation des Drogenhilfekonzeptes beauftragt. Gegenstand der Untersuchung sind die Entwicklung von Grundlagen für eine Planung und Steuerung der Sucht-/Drogenhilfe, die Analyse von Strukturen und Prozessen, die Begleitung der Umsetzung des Drogenhilfekonzepts sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für eine qualitative Wei- terentwicklung des Drogenhilfesystems. Der Prozess der Evaluation wird partizipativ unter Einbezie- hung der Fachexpertise in Köln stattfinden und intensiv durch die Verwaltung begleitet. Die Untersu- chung ist prozessorientiert und wird laufend (Zwischen-)Ergebnisse in den Entwicklungsprozess ein- bringen. Entsprechend der Handlungsempfehlungen und mit Hilfe zu implementierender Strukturen und I n- strumente soll eine längerfristige, bedarfsorientierte Suchthilfeplanung mit einer bedarfsgerechten Finanzierung ermöglicht werden, um die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen von Menschen mit einer Suchterkrankung in Köln nachhaltig zu verbessern. Anlage -
Anlage 5 Beantwortung der Fragen aus dem Gesundheitsausschuss
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ANLAGE 5 Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln (Vorlagen- Nr. 3804/2019) Beantwortung der Fragen aus dem Gesundheitsausschuss von 10.03.2020 1. Bitte um Prüfung, ob die niedergelassenen Ärzte, die eine Substitutionsbehandlung anbieten, in das Forschungsdesign von FOGS miteinbezogen werden können. Das Forschungsdesign sieht die Beteiligung von Akteuren des Suchthilfesystems in einer Projektarbeitsgruppe vor, die im 2. Quartal 2020 eingerichtet werden soll. Aufgrund der aktuellen Situation kann es jedoch zu Verzögerungen kommen. Neben Vertretern der Suchthilfe-Träger, der Selbsthilfe und der Kliniken können sich gerne ein bis zwei niedergelassene Ärzte an der Ausgestaltung der Evaluation beteiligen. 2. Bitte um Prüfung des Umgangs mit der zu erwarteten altersbedingten Schließung von Substitutionspraxen in den kommenden drei Jahren, ohne dass Nachfolgen absehbar sind. Das Drogenhilfekonzept sieht vor, dass die Reduzierung der gesundheitlichen und sozialen Folgen des Drogenkonsums für abhängige Menschen in Köln durch eine ausreichende Anzahl an Substitutionsplätzen zur medizinischen Behandlung sicherzustellen ist. Bei Handlungsbedarf wird das Gesundheitsamt entsprechend aktiv werden. Die Stadt Köln verfügt mit vier Substitutionsambulanzen, zwei Institutsambulanzen und 16 niedergelassenen substituierenden Ärzten eine gute Versorgungsstruktur. Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung obliegt der Kassenärztlichen Vereinigung. 3. Die Vergabe am Wochenende in dem Gebäude am Deutzer Hafen endet wegen Kündigung zum Ende dieses Jahres. Hierzu benötige man Ersatz. Die Wochenendausgabe für Substituierte, die sich in Behandlung bei niedergelassenen Ärzten in Köln befinden, wird von der Drogenhilfe Köln in Deutz übernommen und vom Gesundheitsamt finanziert. Da die Räumlichkeiten in Deutz zum Ende des Jahres gekündigt wurden, ist das Gesundheitsamt auf der Suche nach einem neuen zentralen, gut zu erreichenden Ort. Das Gesundheitsamt ist hierzu im Gespräch mit der Geschäftsführung der Drogenhilfe Köln. -
Anlage 4 Vorabauszug Gesundheitsausschuss 10.03.2020
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Geschäftsführung Gesundheitsausschuss Kohlhof Telefon: (0221) 24831 Fax : (0221) 26500 E-Mail: Kathrin.Kohlhof@STADT-KOELN.DE Datum: 11.03.2020 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 10.03.2020 öffentlich 5.1 Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln 3804/2019 Beschluss: 1. Der Rat beschließt das im Rahmen des Suchthilfeplanungsprozesses entwickelte Drogenhilfekonzept 2020 der Stadt Köln. 2. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass mit der dreijährigen Evaluation und wissen- schaftlichen Begleitung das Institut FOGS - Gesellschaft für Forschung und Be- ratung im Gesundheits- und Sozialbereich beauftragt wurde. Abstimmungsergebnis: Nach Streichung des Satz 2 der Beschlussvorlage, einstimmig zugestimmt. Weiterhin wird gebeten, dass sich die sozial- und gesundheitspolitischen Sprecher, die Fachverwaltung sowie die Vertreter des Instituts hierzu zu einem Fachgespräch verabreden. Darüber hinaus wird darum gebeten, dass die Verwaltung folgende Punkte klärt: 1. Bitte um Prüfung, ob die niedergelassenen Ärzte die eine Substitutions- behandlung anbieten, in das Forschungsdesign von FOGS miteinbezo- gen werden können. 2. Bitte um Prüfung des Umgangs mit der zu erwarteten altersbedingten Schließung von Substitutionspraxen in den kommenden drei Jahren, ohne dass Nachfolgen absehbar sind. 3. Die Vergabe am Wochenende in dem Gebäude am Deutzer Hafen endet wegen Kündigung zum Ende diesen Jahres. Hierzu benötige man Ersatz. Anlage 4 -
Anlage 1 Drogenhilfekonzept der Stadt Köln_2020
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Drogenhilfekonzept 2020 Drogenhilfekonzept 2020 2 Inhalt Vorwort ................................................................................................................................................... 3 1 Einleitung ....................................................................................................................................... 4 2 Theoretische Fundierung des Drogenhilfekonzeptes ............................................................... 5 3 Das Drogenhilfekonzept ............................................................................................................... 5 3.1 Überleben sichern (Schadensminimierung) – 1. Meilenstein ................................ ................................ .............. 7 3.1.1 Drogenkonsumräume ........................................................................................................................ 8 3.1.2 Notschlafstellen ................................................................................................................................11 3.1.3 Krankenwohnung für Drogenabhängige...........................................................................................12 3.1.4 Mobiler Medizinischer Dienst (MMD) ...............................................................................................12 3.1.5 Spritzentausch / Schadensminimierung ...........................................................................................13 3.1.6 Aufsuchendes Suchtclearing (ASC) .................................................................................................15 3.1.7 Niedrigschwellige Kontaktstellen/-cafés/-läden ................................................................................16 3.1.8 Niedrigschwelliges Beratungsangebot für Frauen in der Sexarbeit ..................................................18 3.1.9 Substitutionsbehandlung ..................................................................................................................19 3.2 Veränderungsmotivation fördern – 2. Meilenstein ................................ ................................ ............................. 22 3.2.1 Fachberatungsstellen .......................................................................................................................22 3.2.2 Psychosoziale Betreuung (PSB) ......................................................................................................24 3.2.3 Betreute Wohnprojekte ....................................................................................................................26 3.2.4 Tagesstrukturierende Angebote .......................................................................................................28 3.2.5 Externe JVA – Suchtberatung ..........................................................................................................30 3.2.6 Aufsuchende Sozialarbeit ................................................................................................................31 3.2.7 Qualifizierter Drogenentzug .............................................................................................................32 3.2.8 Selbsthilfe ........................................................................................................................................33 3.2.9 Maßregelvollzug (MRV) ...................................................................................................................34 3.3 Veränderung begleiten – 3. Meilenstein ................................ ................................ ................................ .............. 36 3.3.1 Medizinische Rehabilitation ..............................................................................................................36 3.3.2 Adaption ...........................................................................................................................................38 3.3.3 Nachsorge ........................................................................................................................................40 3.3.4 (Ambulant) Betreutes Wohnen (bis 31.12.2019) ..............................................................................41 3.4 Änderungen sichern – 4. Meilenstein ................................ ................................ ................................ .................. 44 4 Perspektiven zur Weiterentwicklung des Kölner Drogenhilfesystems ............................... 45 5 Ausblick ........................................................................................................................................ 47 6 Beteiligte ....................................................................................................................................... 48 6.1 Autorinnen- und Autorenverzeichnis ................................ ................................ ................................ .................. 48 6.2 Teilnehmende an den Workshops ................................ ................................ ................................ ....................... 49 7 Anhang ......................................................................................................................................... 52 7.1 Tabelle: Einrichtungen je Meilenstein ................................ ................................ ................................ ................. 52 Drogenhilfekonzept 2020 3 Vorwort Das vorliegende Drogenhilfekonzept der Stadt Köln ist das Ergebnis eines Diskussions - prozesses im Zeitraum von 2017 -2019. Dieser fand sowohl innerhalb des Gesundheit samts, zwischen den unterschiedlichen Fachämtern des Dezernates für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen sowie dem Amt für Kinder, Jugend und Familie und zwischen der Stadtverwaltung und den Kölner Trägern der Drogenhilfeangebote, der Selbsthilfe und an deren Leistungserbringern in der Versorgung Drogenabhängiger statt. Als Ergebnis zeigt sich, dass die Stadt Köln über ein hoch entwickeltes, breit aufgestelltes und äußerst differenziert ausgebautes Drogenhilfesystem verfügt. Soziale, psychologische und medizinische Hilfen und Interventionsformen ergänzen einander. Die Finanzierung der Hilfsangebote ist im Grundsatz durch die gesetzlichen Sozialversicherungsträger, durch kommunalisierte Landesmittel, Leistungen des Landschaftsverbandes Rheinland und in ein em erheblichen Umfang durch die Stadt Köln gesichert. Doch nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser gemacht werden kann. Bedarfs - gerechtigkeit und Wirksamkeit der bestehenden Angebote, die das Ziel verfolgen Überleben zu sichern oder Verhaltensände rungen zu begleiten , müssen stärker beleuchtet werden. Fragen nach Schnittstellenmanagement und Steuerung der Suchthilfeplanung müssen beantwortet werden, um mögliche strukturelle Defizite zu überwinden. In seinem Ergebnis hat das vorliegende Drogenhilfeko nzept stärker den deskriptiven Charakter einer Bestandsaufnahme. Der Prozess einer strategischen Zielplanung steht noch am Anfang. Parallel zur Entwicklung des Drogenhilfekonzepts hat sich das Dezernat für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen einen Mas terplan gegeben, der das Zielsystem für eine strategische und integrierte Steuerung darstellt. Der Masterplan bezieht sich auf die sechs Handlungsfelder: Beschäftigung, Einkommen, Wohnen, gesellschaftliche Einbindung, Gesundheit und Umwelt. Das Drogenhilfe konzept ist als Teil des Masterplans und der Steuerungsbemühungen zu sehen. In ihm finden sich die strategischen Ziele und die Strategien, auf die auch die Ziele des Drogenhilfekonzepts ausgerichtet sind. In die strategische Zielsetzung des Dezernates werd en sich auch die Förderprogramme einordnen, in deren Rahmen zukünftig die Förderung der Drogenhilfe erfolgen wird. Die beiden Prozesse – Entwicklung des Drogenhilfekonzepts und die Entwicklung des Steuerungssystems inkl. des Masterplans für das Dezernat V – sind als kontinuierlicher Verbesserungsprozess angelegt. Sie werden regelmäßig im Hinblick auf ihre Gültigkeit und Wirksamkeit überprüft. Die Stadt Köln macht sich auf den Weg, ihre Drogenhilfeangebote und das der Steuerung zugrundeliegende Drogenhilfek onzept zukunftsfähig zu gestalten, um die Lebensverhältnisse von Menschen mit einer Suchterkrankung in Köln nachhaltig zu verbessern. Drogenhilfekonzept 2020 4 1 Einleitung Der Konsum illegaler Drogen und Drogenabhängigkeit sind insbesondere in größeren Städten ein Problem. Die Stad t Köln hält für seine ca. 1,0 9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner (2018) ein differenziertes und zielgruppenorientiertes Drogenhilfesystem vor. Trotzdem weisen Beobachtungen darauf hin, dass Szenetreffpunkte vermehrt von Betroffenen aufgesucht werden, um dort Drogen zu erwerben und offen zu konsumieren. Es handelt sich dabei vor allem um überwiegend intravenös konsumierende Menschen mit Heroinabhängigkeit, die zusätzlich z.B. Kokain, Benzodiazepine und Alkohol konsumieren. Obwohl das Drogenhilfesystem i n den vergangenen Jahren kontinuierlich und bedarfsorientiert weiterentwickelt wurde, zeigt sich hier ein deutlicher Handlungsbedarf. Im Ratsbeschluss vom 28.06.2016 (AN/1256/2015) wurden deshalb die Erweiterung des Drogenhilfeangebotes unter anderem mit einem weiteren Drogenkonsumraum sowie die Erstellung eines Drogenhilfekonzeptes entschieden. Die Planung, Koordinierung und Steuerung der psychiatrischen und Suchtkrankenversorgung sind nach § 23 ÖGDG NRW (Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein -Westfalen) Aufgabe des Gesundheitsamts. Das Kölner Drogenhilfesystem beinhaltet von der Stadt Köln mit kommunalen Mitteln finanzierte bzw. geförderte Angebote. Hilfen mit anderer Finanzierung ergänzen die Angebote für Betroffene. Von der Stadt Köln werden Fachkraft - und Verwaltungskraftstellen in den niedrigschwelligen Drogenhilfeangeboten und den Suchtberatungsstellen gefördert. Die jährliche Fördersumme allein des Gesundheitsamtes beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro (2018). Ergänzend we rden Landesmittel in Höhe von 0,4 Millionen Euro, Eigenmittel der Träger, Stiftungsgelder und Projektmittel genutzt. 1992 hat der Rat der Stadt Köln einen Maßnahmenkatalog für den Umgang mit der Drogen - problematik in Köln beschlossen, der heute noch eine w ichtige Grundlage ist. 2016 erstellte die Stadt Köln im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung den ersten Kölner Suchtbericht – Sachstand und Ausblick. Der Bericht befasst sich mit der Entstehung und Problematik von Suchtstoffen und Abhängigkeitserkrankun gen, beschreibt umfassend das Kölner Hilfesystem und macht Vorschläge für die Weiterentwicklung von Hilfen. Es war Zeit für die Erstellung eines Hilfekonzeptes für Drogenkonsumentinnen und – konsumenten auf Basis der aktuellen Situation in Köln . Die Entwic klung dieses Drogenhilfekonzeptes erfolgte partizipativ mit allen an der Versorgung Beteiligten. Dazu wurde am 22.09.2016 die ‚AG Sucht‘ eingerichtet. Die Federführung lag bei der Suchtkoordination , angesiedelt beim Gesundheitsamt. Viele Mitglieder der AG Sucht haben an der Erstellung der Texte mitgewirkt. Generelle Aspekte wurden in vier gemeinsamen, extern moderierten Workshops diskutiert und entschieden. Erarbeitet wurde das Konzept von Februar 2017 – Februar 2019. Aktuelle Entwicklungen während dieser Z eit wurden im laufenden Prozess berücksichtigt. Das Drogenhilfekonzept selbst, die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und ihre Effekte werden sowohl quantitativ als auch qualitativ extern evaluiert über einen Zeitraum von drei Jahren (Juli 2019 bis Juni 2022). Ziele der Evaluation sind die Begleitung der Umsetzung des Drogenhilfekonzeptes, Analysen zu Bestand und Bedarfen, zu Strukturen und Prozessen sowie die Entwicklung von (Grundlagen für) Planung und Steuerung für die qualitative Weiterentwicklung des Drogenhilfesystems. Drogenhilfekonzept 2020 5 2 Theoretische Fundierung des Drogenhilfekonzeptes Dieses Drogenhilfekonzept orientiert sich in an dem Transtheoretischen Modell (TTM) von J. O. Prochaska und C.C. DiClemente. Sie beschreiben die Veränderung von gesundheits - schädigendem Verhalten als einen Prozess, der verschiedene Phasen durchläuft. In der ersten Phase der Absichtslosigkeit wird noch kein Grund gesehen, Drogenkonsum zu reduzieren oder aufzugeben. In der zweiten Phase, der Absichtsbildung, wird eine Verhaltensänderung erwogen, und in der dritten Phase, der Vorbereitung, werden erste Änderungsschritte geplant. In der vierten Phase, der Handlungsphase, werden konkrete Verhaltensänderungen umgesetzt. In der fünften Aufrechterhaltungsphase ist das neue, gesundheitsbewusstere Verhalten stabil. Jedoch verläuft der Prozess nicht linear, es ist immer wieder eine Rückkehr in eine frühere Phase möglich. Erstmals wurde das Modell 1982 veröffentlicht, inzwischen ist es immer wieder weiterentwickelt worden und international Grundlage i n der Hilfeleistung für Abhängigkeits - kranke. Ein zeitgerechtes Drogenhilfesystem sollte für jede Phase im Veränderungsprozess abhängigen Verhaltens ein passendes Interventionsangebot zur Verfügung stellen. Orientiert an diesem Modell wurden die Angebote der Kölner Drogenhilfe im Drogenhilfekonzept 2018 den Phasen der Veränderung zugeordnet. In der ersten Phase, der Absichtslosigkeit, geht es in erster Linie um die Sicherung des Überlebens. Es sollte aber auch die Wahrnehmung der Risiken des Konsumverhaltens sensibel gestärkt werden. In der zweiten und dritten Phase, der Absichtsbildung und Vorbereitung, kann die jeweils eigene Motivation zur Verhaltensänderung erarbeitet und gestärkt werden. Sie werden im Konzept zu einer Phase zusammengefasst. In der vierten Phase, der Handlungsphase, können konkrete Veränderungsschritte begleitet und unterstützt werden. In der letzten Phase, der Aufrechterhaltung des neuen Verhaltens, geht es insbesondere um Intervention in Krisen, Rückfallprophylaxe und -bearbeitung sowie um einen stabilen Lebensalltag. Das Model ist geeignet als eine theoretische Grundlage, um den Hilfeprozess abzubilden. Es hat seine Grenzen bei Fragen von Schnittstellen und Übergangsmanagement sowie Planung und Steuerung. 3 Das Drogenhilfekonzept Für da s Drogenhilfesystem ergeben sich aus diesem Modell der Veränderung konkrete Kernaufgaben. Nach diesen Aufgaben sind die vier Meilensteine des Drogenhilfekonzeptes benannt: 1. Meilenstein = Überleben sichern 2. Meilenstein = Veränderungsmotivation fördern 3. Meilenstein = Veränderung begleiten 4. Meilenstein = Veränderung sichern. Nicht einfach war es, die differenzierten Hilfeangebote den vier Meilensteinen zuzuordnen, da viele Angebote Dienstleistungen in mehreren Bereichen erbringen. In Absprache mit der AG- Sucht erfolgte eine prioritäre Zuordnung. In diesem Meilenstein wird das Angebot konkret beschrieben. Die nachfolgende Tabelle zeigt auf, welches Angebot in welchen Meilensteinen Leistungen erbringt. Die ergänzenden Leistungen werden jedoch nicht von a llen Trägern erbracht. Drogenhilfekonzept 2020 6 Hilfeangebot 1 Überleben sichern 2 Motivation fördern 3 Änderung begleiten 4 Änderung sichern Drogenkonsumräume X (X)1 Notschlafstellen X X (X)2 Krankenwohnung für Drogenabhängige X Mobiler Medizinischer Dienst (MMD) X X Spritzentausch / Schadensminimierung X X Aufsuchendes Suchtclearing (ASC) X X Niedrigschwellige Kontaktstellen/-cafés X X Beratungsangebot für Frauen in der Sexarbeit X Substitutionsbehandlung X X X Fachberatungsstellen X X X X Psychosoziale Betreuung (PSB) X X X X Betreute Wohnprojekte X X X Tagesstrukturierende Angebote X X Externe JVA-Suchtberatung X Aufsuchende Sozialarbeit X X X Qualifizierter Drogenentzug X X Selbsthilfe X X X Maßregelvollzug X Medizinische Rehabilitation X X X Adaption X X X Nachsorge X X X (Ambulant) Betreutes Wohnen X X X X Nach einer kurzen Einführung in den jeweiligen Meilenstein werden die zugeordneten Drogen - hilfeangebote beschrieben, die aktuelle Angebotssituation erläutert, Bedarf e seitens der Workshop-Teilnehmenden formuliert sowie Ziele, Maßnahmen und ein Zeitrahmen definiert. Im Anhang sind die beteiligten Autorinnen und Autoren sowie d ie Teilnehmenden an den Workshops genannt. Die vorhandenen Einrichtungen je Meilen stein sind aufgelistet, und eine Übersichtstabelle der benannten Bedarfe, Ziele und Maßnahmen liegt ebenfalls vor. 1 Teil des gesetzlich festgelegten Auftrags 2 Keine Aufgabe des Angebotes Drogenhilfekonzept 2020 7 3.1 Überleben sichern (Schadensminimierung) – 1. Meilenstein In der Phase der Absichtslosigkeit wiegen für Abhängigkeitskranke von illegalen Drogen trotz vieler gesundheitlicher und sozialer Gefährdungen die Gründe zum Konsum schwerer als die für eine Verhaltensänderung. Niedrigschwellige Überlebenshilfen bzw. Maßnahmen zur Schadensminimierung, die den Gesundheitszustand der Drogenabhängigen erhalten oder verbessern, um erste Zugänge für weitere Hilfen zu schaffen, haben in dieser Phase einen besonderen Stellenwert. Die Arbeit der etablierten Angebote hat dazu geführt, dass auch in Köln zunehmend älter gewordene Menschen mit Drogenabhängigkeit leben. Mitbedingt durch Begrenzungen, rechtliche Rahmenbedingungen, durch unterschiedliche Menschenbilder und konzeptionelle Ansätze gibt es verschiedene Auffassungen dazu, mit welchen konkreten Inhalten der Begriff der „Niedrigschwelligkeit“ genau zu füllen ist. Hier bestand vorab Diskussionsbedarf, um ein gemeinsames Begriffsverständnis zu entwickeln und im weiteren Prozess zugrunde legen zu können. Im ersten gemeinsamen Workshop am 2. Juni 2017 zum ersten Meilenstein „Überleben sichern“ wurden wichtige Kriterien für di e Niedrigschwelligkeit von Hilfen in Köln abgestimmt. Demnach müssen überlebenssichernde Hilfen folgende Anforderungen erfüllen: Niedrigschwellige Hilfen dienen der Überlebenssicherung. Bei der Bereitstellung und Inanspruchnahme von Hilfen ist die Abstinenz von Suchtstoffen kein Erfordernis (kein Abstinenzanspruch und Willkommenshaltung). Niedrigschwellige Hilfen erfordern eine akzeptierende Grundhaltung. Diese Grund- haltung setzt auf humanitäre (menschliche) Handlungen (ohne Erwartungen) auf, die auf das Überleben und Befinden von Menschen abzielen, wobei Empathie, Freundlichkeit und Zugewandtheit als soziale Kompetenzen im Umgang mit Suchtkranken von zentraler Bedeutung sind. Eine Teilhabe am Leben in einer Gemeinschaft kann häufig erst über den Zugang zu niedrigschwelligen Hilfen im Sinne einer inklusiven Orientierung erreicht werden. Niedrigschwellige Hilfen werden geschlechtsspezifisch und kultursensibel vorgehalten. Niedrigschwellige Hilfen sind leicht und anonym zugänglich, kostenlos, verlässlich in Raum und Zeit und stellen für Drogenabhängige freiwillig zu nutzende Hilfsangebote dar. Im Sinne der Transparenz sollte die niedrigschwellige Ausrichtung der Hilfen auch in der Kommunikation zum Beispiel von Fachkräften zu Klientinnen und Klienten dargelegt werden. Niedrigschwellige Hilfen sichern Grundbedürfnisse (z.B. alltagsbezogene Hilfen, die gebraucht werden, wie Schlafsäcke, Essen, Getränke, Duschen, Waschen, Kleidung) und werden zur Verfügung gestellt. Niedrigschwellige Hilfen werden auf der Basis von Recht und Gesetz vorgehalten. Regeln, wie zum Beispiel Hausordnungen, sind für niedrigschwellige Einrichtungen notwendig. Wichtig ist dabei, dass Maßnahmen zur Sicherstellung bzw. Berücksichtigung von Regeln niedrigschwellig entsprechend dem betreuten Personenkreis sind. Niedrigschwellige Hilfen sichern bei Bedarf einen zeitnahen Zugang zu weiterführenden Hilfen (z.B. Akuthilfen). Hierbei sind auch kurze Wege zu berücksichtigen. Bei der Vermittlung in weiterführende Hilfen ist zudem zu berücksichtigen, dass der suchtkranke Drogenhilfekonzept 2020 8 Mensch den Rhythmus seiner Entwicklung bestimmt. Die Niedrigschwelligkeit darf nicht zur „Co -Abhängigkeit“ werden, was aus Sicht der Selbsthilfe ein zentral zu berücksichtigender Punkt ist. Niedrigschwellige Hilfen bzw. Einrichtungen pflegen Kooperationen zu anderen Hilfen und binden sich in Netzwerke der Suchthilfe und anderen Hilfen in der Stadt Köln ein. Entsprechend den Empfehlungen des Landeskonzeptes gegen Sucht Nordrhein -Westfalen müssen Hilfen leicht zugänglich sein. Suchthilfe muss den individuellen Bedürfnissen Rechnung tragen und deshalb Angebote der aufsuchenden Sozialarbeit umfassen. Auch das Leistungsspektrum der Fachberatungsstellen umfasst aufsuchende Hilfen3. 3.1.1 Drogenkonsumräume Drogenkonsumräume dienen der Gesundheits -, Überlebens - und Ausstiegshilfe für Drogenabhängige (§ 10 des Bundesbetäubungsmittelgesetztes BtMG). In NRW wird der Betrieb von Drogenkonsumräumen durch die Verordnung vom 26. September 2000, zuletzt geändert im Dezember 2015 , geregelt. Durch die Änderun g wurden erstmalig Menschen in Substitution zugelassen. Der Betrieb von Drogenkonsumräumen soll dazu beitragen, 1. die durch Drogenkonsum bedingten Gesundheitsgefahren zu senken, um damit insbesondere das Überleben von Abhängigen zu sichern, 2. die Behandlungsbe reitschaft der Abhängigen zu wecken und dadurch den Einstieg in den Ausstieg aus der Sucht einzuleiten, 3. die Inanspruchnahme weiterführender , insbesondere suchttherapeutischer Hilfen einschließlich der vertragsärztlichen Versorgung zu fördern und 4. die Belast ungen der Öffentlichkeit durch konsumbezogene Verhaltensweisen zu reduzieren. Diese gesetzlichen Ziele finden sich i m Masterplan Soziales Köln. Das Handlungsfeld Gesundheit formuliert die strategischen Ziele , dass die medizinische Grundversorgung für alle Menschen erreichbar ist (G1), und dass Menschen vor Gesundheitsgefahren zu schützen sind (G2). Zudem sind vulnerable Gruppen in die Stadtgesellschaft integriert (G 4), so dass sie z.B. nicht mehr als Belastung in der Öffentlichkeit erlebt werden. Aktuelle Angebotssituation 2001 wurde mit KAD I (Kölner Anlaufstelle für S chwerstdrogenabhängige) der erste Drogen - konsumraum mit drei Plätzen eröffnet. Die Trägerschaft hat der SKM Köln - Sozialdienst Katholischer Männer Köln e.V. (SKM) übernommen. Um weitere psychosoziale Angebote direkt anzubinden, wurde der Drogenkonsumraum in den bestehenden Kontaktladen am Hauptbahnhof integriert. KAD I ist – nicht zuletzt durch die sehr gute Kooperation von Träger, Polizei, Ordnungsamt, Staatsanwaltschaft und Gesundheitsver waltung – trotz seiner besonders exponierten 3 Landeskonzept gegen Sucht NRW (2015), S. 35,36 und 38 Drogenhilfekonzept 2020 9 Nutzersituation in der Drogenszene ein akzeptiertes Angebot und wird seit 2012 wieder mit jährlich leichten Steigerungen zunehmend mehr angenommen. Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 28.06.2017 wurden ab dem 01.10 .2017 die Öffnungszeiten erweitert: Der Drogenkonsum - raum ist zeitgleich mit der Kontaktstelle an sieben Tagen pro Woche geöffnet, sieben Mal vormittags und an fünf Tagen nachmittags bis in die Abendstunden. 2009 wurde ein gleichartiger, aber deutlich größer dimensionierter KAD II im Rechtsrheinischen politisch beschlossen und fachlich durch die Drogenhilfe Köln gGmbH umgesetzt. Durch diese bewusste Standortwahl wurde eine weitere Entlastung der Innenstadt insbesondere des Neumarktes angestrebt. Leider mus ste das Angebot nach kurzer Zeit im Jahre 2012 geschlossen werden, da für die Menschen mit Drogenabhängigkeit dieser Standort zu dezentral lag. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Im direkten Umfeld des Neumarktes halten sich seit Anfang 2014 ver mehrt Menschen mit Drogenabhängigkeit zum öffentlichen Konsum in Zugängen zu Tiefgaragen, Kellern und U-Bahnhaltestellen auf, was zu vermehrten Bes chwerden durch Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende geführt hat. Szene - und Einrichtungsbefragungen, Gespräche mit Experten der verschiedenen Drogenhilfeträger, der Strafverfolgungs - und Ordnungsbehörden sowie der Politik bestätigten die Notwendigkeit eines Drogenhilfeangebotes mit Drogenkonsumraum um den Neumarkt. Diese Einschätzung wurde von den Works hop-Teilnehmenden nochmals bestätigt. Der Rat der Stadt Köln hat dem folgend am 28.06.2017 die Einrichtung eines komplexen Drogenhilfeangebotes mit Drogenkonsumraum am Neumarkt beschlossen. Die Verwaltung wurde darüber hinaus beauftragt, parallel hierzu e in Konzept zur Weiter - entwicklung des Drogenhilfeangebotes für die Stadtbezirke Kalk und Mülheim zu entwickeln. Dieses Konzept soll bei Bedarf auch Drogenkonsumräume einschließen. Da sich die Einrichtung eines Drogenkonsumraumes in Neumarktnähe aufgrund d es angespannten Immobilienmarktes in der Innenstadt schwierig gestaltet, hat der Rat der Stadt Köln am 27.11.2018 (AN/1584/2018) die Stadtverwaltung beauftragt, die Einrichtung eines mobilen Drogenhilfeangebotes in Neumarktnähe zu prüfen. Am 04.04.2019 wur de dann die Einrichtung des mobilen Drogenhilfeangebotes mit Konsumraum in Neumarktnähe beschlossen (0558/2019). Das mobile Angebot besteht aus zwei als Drogenkonsummobil und Beratungs - mobil nutzbaren Fahrzeugen. Sobald ein Drogenkonsumraum in einer Immobi lie in Neumarktnähe eingerichtet ist, könnten die beiden Fahrzeuge bei anderen Hot Spots des öffentlichen Drogenkonsums, wie z. B. in Kalk und Mülheim, eingesetzt werden. Drogenhilfekonzept 2020 10 Ziele, Maßnahmen und Zeitrahmen S. Ratsbeschlüsse vom 28.09.2017 (Vorlage 2360/2017) und vom 27.11.2018 (AN/1584/2018) Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Bessere Nutzung der vorhandenen drei Konsumplätze durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten des KAD I am Hauptbahnhof (s. auch Ratsbeschluss vom 11.07.2017). Zusätzliche Einplanung der erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 226.500 € ab 2018 ff zuzüglich 2%iger Tarifsteigerung. 01.10.2017 Bessere Versorgung und Anbindung der Menschen mit Drogenabhängigkeit sowie Reduzierung der Belästigungen und Beschwerden durch ein szenenahes Drogenhilfeangebot mit Drogenkonsumraum in Neumarktnähe. Realisierung des Drogenhilfeangebotes mit Drogenkonsumraum in Neumarktnähe in einem finanziellen Umfang für einen Umbau von ca. 750.000 € aus noch nicht gebundenen Haushaltsmitteln der Jahre 2017 und 2018. Einrichtung einer dezernats- übergreifenden Steuerungs- und Projektgruppe mit dem Ziel der Realisierung bis 2020. Zusätzliche Einplanung der erforderlichen Haushaltsmittel für Personalkosten in Höhe von 116.400 € für 2018 und 369.000 € jährlich ab 2019 ff. Einrichtung eines mobilen Drogenhilfeangebotes in Neumarktnähe, bestehend aus zwei Fahrzeugen. Erforderliche Haushaltsmittel von 406.450 € für 2019 und 801.800 € für 2020 werden bereitgestellt. Betriebsbeginn am 01.12.2019 geplant. Höhere Erreichungsquote und bessere Versorgung der Menschen mit Drogen- abhängigkeit durch Planung und Umsetzung weiterer dezentraler niedrigschwelliger Drogenhilfeangebote (inkl. Drogenkonsumraum) an den Szenestandorten in Mülheim und Kalk. Kurzfristige Suche und Anmietung geeigneter Räumlichkeiten in den Stadtteilen Mülheim und Kalk durch die Verwaltung, für den Standort in Mülheim zusätzliche Einplanung von 500.000 € ab 2018 ff. sowie weitere 300.000 € ab 2019 ff., für den Standort in Kalk 350.000 € ab 2019 ff., ab 2020 ff. weitere 300.000 €. Kalk in 2020, Mülheim in 2021. Frühzeitiges Erkennen von Problemsituationen in evtl. unterversorgten Sozialräumen durch die Verwaltung. Eine Prüfung erfolgt im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. Die Erfahrungen des Aufsuchenden Suchtclearings (ASC) werden einbezogen. Für erforderlich gehaltene Maßnahmen werden dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. 2021 Drogenhilfekonzept 2020 11 3.1.2 Notschlafstellen Notschlafstellen sind niedrigschwellige Übernachtungsmöglichkeiten und stehen zeitlich befristet zur Verfügung. Die Aufenthaltsdauer ist unterschiedlich geregelt und kann von einem Tag bis zu einigen Wochen dauern. Es wer den teilweise auch Verpflegung und andere Versorgungsangebote wie zum Beispiel Duschen, Wäschewaschen oder Spritzentausch angeboten. Das Ziel ist, akute Wohnungslosigkeit zu beseitigen. Der Masterplan Soziales Köln formuliert im Handlungsfeld Wohnen, dass vulnerable Gruppen geschützt sind (W3) und Wohnungslosigkeit zu vermeiden ist (W4). Aktuelle Angebotssituation In Köln gibt es vier Notschlafstellen, die wohnungslosen und drogenabhängigen Menschen Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Notschlafstelle „Notel“ (Spiritaner-Stiftung): 10 Betten für Männer Notschlafstelle in Nippes (Drogenhilfe Köln): 10 Betten für Männer Notschlafstelle am Bahnhof (SKM): 10 Betten für Männer und Frauen Notschlafstelle „come back“ (SkF4): 7 Betten + 2 Notbetten für Frauen (auch mit Tieren) Das Angebot hat sich konzeptionell bewährt. Die Notschlafstellen im linksrheinischen Köln für Drogenabhängige sind weitestgehend ausgelastet. Eine steigende Nachfrage gibt es für Übernachtungsangebote für drogengebrauchende Frauen. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Es wird ein Bedarf an weiteren Notschlafstellen im rechtsrheinischen Köln (Kalk und Mülheim) gesehen. Geprüft werden sollte der Bedarf an Notschlafstellen für drogengebrauchende Frauen. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Niedrigschwellige, temporäre Übernachtungsmöglichkeiten mit Betreuung für wohnungslose Menschen mit Drogenabhängigkeit stehen bedarfsgerecht zur Verfügung. Der konkrete Bedarf wird im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes überprüft. 2020/21 4 Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln (SkF) Drogenhilfekonzept 2020 12 3.1.3 Krankenwohnung für Drogenabhängige Die Krankenwohnung für Drogenabhängige bietet Unterkunft nach Krankenhausbehandlung oder bei einem sogenannten Hauskrankenstatus ohne Krankenhausbehandlungsbedarf, aber mit Ruhe- und Erholungsbedarf. Der Aufenthalt in der Krankenwohnung bedarf der Zuweisung durch den Mobilen Medizinischen Dienst (siehe unten) , durch den auch die medizinische Versorgung vor Ort erfolgt. Der Schutz vulnerabler Gruppen (W3) ist im Handlungsfeld Wohnen des Masterplans Soziales Köln formuliert , u.a. durch das Management von Hilfen für obdachlose Menschen. Aktuelle Angebotssituation Die Krankenwohnung „Kosmidion“ in der Victoriastraße (Spiritaner-Stiftung) hält fünf Betten plus ein Notbett in drei Zimmern für Männer und Frauen vor. Die Krankenwohnung ist mit einer durchschnittlichen Belegungsstatistik von 4,7 Plätzen im Jahr gut belegt. Im Jahr 2018 betrug die durchschnittliche Verweildauer 9,47 Tage. Tendenziell nimmt die Anzahl der Menschen, die mehr als 10 Tage in der Krankenwohnung verbleiben, zu. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Die Anzahl vorhandener Betten für somatisch kranke Drogenabhängige ist nicht ausreichend. Bei einer Ausweitung ist auf einen barrierefreien bzw. –armen Zugang zu achten sowie auf eine gute Erreichbarkeit einer Substitutionsbehandlungsstelle. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Barrierefreie Wohnmöglichkeiten für somatisch kranke drogenabhängige Männer und Frauen mit Krankschreibung stehen bedarfsgerecht zur Verfügung. Der konkrete Bedarf wird im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes erhoben. Eine bessere Anschlussversorgung zur Reduzierung der Verweildauer wird dabei berücksichtigt. 2020/21 3.1.4 Mobiler Medizinischer Dienst (MMD) Zur medizinischen Grundversorgung anderweitig nicht erreichbarer Drogenkonsumentinnen und –konsumenten wurde der Mobile Medizinische Dienst (MMD) des Gesundheitsamtes geschaffen. Inzwischen wird er als Mobiler Medizinischer Dienst für wohnungslose Menschen gemäß dem „Umset zungskonzept zur Medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen“ NRW betrieben. Hier werden Menschen mit und ohne Abhängigkeitserkrankungen behandelt, die das Regelsystem der Gesundheitsversorgung kaum nutzen können oder wollen. Die Zielsetzung besteht in Akutbehandlung, Stabilisierung des Gesundheitszustandes und Vermittlung in das Regelsystem und fügt sich damit in das strategische Ziel des Masterplan s Drogenhilfekonzept 2020 13 Soziales Köln im Handlungsfeld Gesundheit ein, dass die medizinische Grundversorgung für alle Menschen erreichbar ist (G1). Aktuelle Angebotssituation Der MMD bietet Sprechzeiten in vier niederschwelligen Suchthilfeeinrichtungen an (Kontaktstelle am Bahnhof, Café Victoria, Krankenwohnung Kosmidion, Kontakt laden in Kalk). Im Jahr 2018 kam es zu i nsgesamt 4013 Behandlungskontakten. Die Zahl der Patienten und Patientinnen wird auf ca. 700 drogenabhängige Menschen geschätzt. Der Bedarf und die Nachfrage nach medizinischen Leistungen für diese Zielgruppe sind unverändert hoch. Eine Überleitung in die Versorgung durch niedergelassene Ärzte gelingt in der Regel erst dann, wenn Krankenversicherungsleistungen, Substitution und Wege aus der Obdachlosigkeit geebnet werden konnten. Der MMD trägt auch durch die Anonymität der medizinischen Leistungen viel zu einer frühe n und vertrauensvollen Inanspruchnahme der Hilfen bei. Die Leistungen werden im Rahmen des Umsetzungskonzeptes „Medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Nordrhein -Westfalen“ gemeinsam finanziert von den Gesetzlichen Krankenkassen sowie der Kassenä rztlichen Vereinigung Westfalen -Lippe, der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und der Stadt Köln. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Bei der Weiterentwicklung niedrigschwelliger Drogenhilfeangebote mit Drogenkonsumräumen in den Stadtbezirke n ist die Etablierung begleitender Sprechstunden des MMD zu prüfen. Die Ressourcen des MMD müssen zur Vorhaltung von Sprechstunden in den Bezirken ausgebaut werden. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung aller drogen- abhängigen, wohnungslosen Menschen in Köln. Der erforderliche Umfang des Angebotes des MMD in den niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtungen wird im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes geprüft. 2020/21 3.1.5 Spritzentausch / Schadensminimierung Als Programm zur Reduzierung von Infektionskrankheiten werden deutschlandweit – so auch in Köln – für Menschen, die illegale Drogen wie Heroin injizieren, niedrigschwellig Spritzentausch - möglichkeiten angeboten. Nutzerinnen u nd Nutzer können in der Regel im Verhältnis 1:1 gebrauchte gegen neue Spritzen kostenfrei eintauschen. Seit 1989 besteht in NRW das Spritzenautomaten -Projekt der Aids-Hilfe NRW: in aufgestellten Automaten können Einmalspritzen und andere Konsumutensilien gegen einen Unkostenbeitrag gezogen und kostenfrei sicher entsorgt werden. Drogenhilfekonzept 2020 14 Stadtspezifische Ergebnisse der DRUCK -Studie in Köln des Robert -Koch-Institutes(2015) weisen darauf hin, dass 39% der befragten intravenös konsumierenden Drogenabhängigen das Material beim Dogenkonsum mit anderen geteilt haben. Es wurde eine hohe Prävalenz von HIV (2 %) und Hepatitis C (71 %,) sowie eine niedrige Hepatitis B-Impfprävalenz nachgewiesen. Im Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln sind die strategischen Ziele formuliert, dass Menschen vor Gesundheitsgefahren zu schützen sind (G2) und der Zugang zur Prävention gewährleistet ist (G3). Eine Strategie, um diese Ziele zu erreichen, ist die Reduktion von Infektionskrankheiten. Aktuelle Angebotssituation Ein Sp ritzentausch findet in ca. 20 Einrichtungen des Kölner Hilfesystems statt. Insgesamt wurden 228.430 Einmalspritzen (201 8) über dieses System getausch t. Es ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen : in 2017 waren es 248.508 Spritzen. Seit 2017 wu rde die zentrale Beschaffung des Gesundheitsamtes geändert und das Budget den Trägern zur Verfügung gestellt. 2018 wurde es bedarfsorientiert erhöht, um mehr und eine breitere Palette an Konsumutensilien anschaffen zu können. Der Prozess der Beschaffung un d der Ausgabe wird vom Gesundheitsamt Köln begleitet. Weiterhin sind 12 Spritzenautomaten im Stadtgebiet aufgestellt, an denen gegen Geld Einmalspritzen und andere Konsumutensilien gezogen und kostenfrei sicher entsorgt werden können. Die Spritzenautomaten werden von der Aids-Hilfe Köln, Vision e.V. und einer Apotheke betreut. Sie haben sich als ein sowohl gut angenommenes wie sozial weitgehend akzeptiertes Hilfeangebot bewährt. Auf diese Weisen wurden 13.800 Einmalspritzen (201 8) ausgegeben. Auch hier ist die Entwicklung rückläufig: in 2017 wu rden 23.240 Spritzen ausgegeben. Darüber hinaus findet Safer Use-Beratung im Drogenkonsumraum und allen niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtungen statt. Im Anschluss an die DRUCK -Studie wurde vom Gesundheitsamt 2016 ein Workshop organisiert, im Zuge dessen ein Leitfaden für ein Gespräch über Hepatitis C, eine Liste mit Schwerpunktpraxen bzw. Krankenhausambulanzen, die für suchtkranke Menschen ein geeignetes Angebot an Hepatitis C -Diagnostik und Therapie vorhalten sow ie eine Übersicht sämtlicher bestellbarer Informationsmaterialien zum Thema Hepatitis C erarbeitet wurden. Ein weiteres Ergebnis ist, dass gemeinsame Str ategien zur besseren Beratung (Safer U se + Behandlungsmöglichkeiten) in den niedrigschwelligen Einrichtungen erarbeitet werden. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Es ist zu prüfen, ob und wo ggf. weitere Spritzenautomaten bzw. Safer Use-Utensilien in der Nähe von Konsumszenen zur Verfügung gestellt werden sollten. Auch fehlen konkrete Maßnahmen zur Diagnose und Reduzierung von Hepatitis C. Drogenhilfekonzept 2020 15 Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Erreichbarkeit von Safer Use- Utensilien in der Nähe potentieller Konsumorte. Überprüfung der Bedarfe im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. 2020 Reduzierung der Prävalenz von Hepatitis C und Steigerung der Hepatitis B-Impfprävalenz. Einrichtung einer AG zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen durch die Stadt Köln. 2020 Verbesserung der Beratung in den niedrigschwelligen Einrichtungen zu Safer Use und zu den Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis C. Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie der Träger in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. 2020 3.1.6 Aufsuchendes Suchtclearing (ASC) Wie auch in anderen deutschen Großstädten sind im Köl ner Stadtbild verschiedene öffentliche Plätze sichtbar, die als Treffpunkt der illegalen Drogenszene dienen. Mit der Gründung des Aufsuchenden Sucht Clearings (ASC) wurde 2008 die bisherige Lücke zwischen rein repressiven Maßnahmen und den Angeboten der Suchthilfe geschlossen. Die Streetworker des ASC stellen die lange fehlende Verbindung der Klientinnen und Klienten zwischen dem Hilfe - system und dem Ordnungsbereich von Polizei und Ordnungsamt her. Die Streetworker des ASC sind regelmäßig präsent in den Kö lner Drogenszenen und nehmen Kontakt mit den Betroffenen auf. Sie informieren über das Kölner Suchthilfesystem und vermitteln Menschen mit Suchterkrankung nachhaltig ins Hilfesystem. In Absprache und im Auftrag des Sozialdienstes der JVA Köln leitet das AS C inhaftierte Kölner Bürgerinnen und Bürger mit Suchterkrankung aus der JVA Köln ins Kölner Suchthilfesystem über. Durch die Arbeit des ASC werden viele Betroffene erreicht. Auch hier gilt im weiteren Sinne das erste strategische Ziel des Masterplans Sozia les Köln im Handlungsfeld Gesundheit: die Erreichbarkeit der medizinischen Grundversorgung , in diesem Fall durch die vermittelnde Tätigkeit des ASC. Aber auch die Integration dieser vulnerablen Gruppe in die Stadtgesellschaft (G4) ist Aufgabe des ASC. Die Arbeit des ASC ermöglicht auch , Veränderungen in der Kölner Drogenszene frühzeitig zu erkennen. Aktuelle Angebotssituation Da der Bedarf mit den vorhandenen Ressourcen nicht gedeckt werden konnte, wurde ab 2018 das Angebot des ASC im Rahmen der strategis chen Haushaltsziele erweitert. Für das Aufsuchende Suchtclearing stehen somit seit 2018 knapp sieben Stellen zur Verfügung (Gesundheitsamt Köln, Drogenhilfe Köln , SKM , VISION e.V.) Hierzu gehört auch die koordinierende S telle beim Gesundheitsamt . Bei ihr l aufen Informationen, Anfragen, Drogenhilfekonzept 2020 16 gegebenenfalls auch persönliche Hilfeersuchen ein. Absprachen und Einsatzplanung erfolgen in wöchentlichen und monatlichen Austauschrunden. Ein Gesamtkonzept für die Arbeit des ASC wurde 2018 erarbeitet. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Es bestand Handlungsbedarf, das Stellenniveau der ursprünglich eingerichteten drei Vollzeit - stellen wieder zu erreichen. Zusätzlicher Bedarf zeigte sich insbesondere in der Innenstadt, den ausgewiesenen dezentralen Kölner Sozialräumen in Chorweiler, Meschenich, Mülheim sowie in Kalk wegen einer wachsenden Suchtszene. Durch die Aufstockung auf (fast) sieben Vollzeit- stellen in 2018 wurde darauf bereits reagiert. Es muss überprüft werden, ob die vorgenommene Aufstockung bedarfsgerech t ist. Auch muss das erarbeitete Konzept für den ASC noch umgesetzt werden und sich in der Praxis bewähren. Das ASC ist immer wieder mit Klientinnen und Klienten mit besonderem Hilfebedarf konfrontiert („Systemsprenger“), deren nachhaltige Versorgung aufgrund fehlender Strukturen nicht gelingt. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Vorhalten eines bedarfsgerechten Aufsuchenden Suchtclearings in der Kölner Innenstadt, Chorweiler, Meschenich, Mülheim und Kalk. Überprüfung im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. 2021/22 Das ASC ist nach der personellen Erweiterung klar strukturiert. Umsetzung des 2018 erarbeiteten Konzeptes mit klarer Zieldefinition, Rollenklarheiten und Verantwortlichkeiten. 2020 Nachhaltige Versorgung von Menschen mit besonderem Hilfebedarf („Systemsprenger“). Installation von regelmäßigen Fall- oder Hilfeplankonferenzen im Sinne des Case- Managements durch das Gesundheitsamt. 2020/21 3.1.7 Niedrigschwellige Kontaktstellen/-cafés/-läden Kontaktstellen dienen a ls niedrigschwelli ges Angebot der Überlebenshilfe . Sie bieten existenzielle Maßnahmen wie Aufenthalt, Essen, Duschen, Spritzentausch und Information, Beratung (auch Sozialberatung) und auf Wunsch eine Vermittlung in weiterführende Hilfen bzw. weitere Hilfen an. Diese Angebote dienen der (medizinischen) Grundversorgung im Sinne des Masterplans Soziales Köln im Handlungsfeld Gesundheit (G1). Die Integration der vulnerablen Gruppe von obdachlosen Drogenabhängigen in die Stadtgesellschaft (G4) ist ebenfalls Aufgabe der niedrigschwelligen Kontaktstellen. Drogenhilfekonzept 2020 17 Aktuelle Angebotssituation Sechs Kontaktstellen/-cafés/-läden bieten im Stadtgebiet Köln Unterstützung an Kontaktstelle am Bahnhof mit Drogenkonsumraum (SKM) Kontakt- und Beratungsstelle „Vor Ort“ in Kalk (SKM) Kontakt- und Beratungsstelle Ehrenfeld (Träger- und Förderverein Drogenkontaktstelle Ehrenfeld e.V. in Kooperation mit dem SKM) Kontakt- und Gesundheitszentrum Café Viktoria (Drogenhilfe) Kontaktladen Kalk (Vision e.V.) Kontaktladen Meschenich (Vision e.V.) Darüber hinaus gibt es zwei weitere Anlaufstellen für Jugendliche und junge Erwachsene: Das „Café Mäc -Up“ des Sozialdienst es katholischer Frauen – SkF ist eine Anlaufstelle in der Kölner Innenstadt für Mädchen und Frauen im Alter von 14 bis 27 in Notsituationen, da sie Drogen konsumieren, keine Wohnung haben, Gewalt erlebt haben. B.O.J.E.- Beratung und Orientierung für Jugendliche und junge Erwachsene ist ein umgebauter Linienbus, der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Kölner Bahnhofsmilieu als niedrigschwellige Kontakt - und Anlaufstelle zur Verfügung steht. Das Angebot leistet das Gesundheitsamt in Kooperation mit AUF ACHSE Kjsh e. V. und mit Unterstützung durch das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren für Jugendliche und junge Erwachsene. Die niederschwelligen Angebote sind von Betroffenen gut akzeptiert und meist als erste Anlaufstelle hoch ausgelastet. Ihre Positionierung sowohl in der Innenstadt als auch in den anderen Stadtbezirken ist auf den speziellen Bedarf der Klientel ausgerichtet. Di e Standorte in den Bezirken, die zeitlich nach dem ursprünglichen Angebot in der Innenstadt eingerichtet wurden, haben sich unter anderem zur Entlastung der Innenstadt bewährt. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Es besteht ein dringender Erweit erungsbedarf in den Sozialräumen/Bezirken unt er Berück - sichtigung von k omorbiden Erkrankungen (psychi sch und somatisch). Insbesondere in den ausgewiesenen Sozialräumen wie Chorweiler, Mülheim , Porz sowie um den Neumarkt zeigt sich eine wachsende Suchtszene . Zudem zeigt sich durch eine hohe Auslastung in bereits bestehenden Kontaktstellen die Notwendigkeiten der Erweiterung der Öffnungszeiten. Ziele und Maßnahmen S. Ratsbeschluss vom 28.06.2017 (Vorlage 2360/2017) Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Anbindung drogenabhängiger Menschen in Köln ans Drogenhilfe- system, auch für bisher unversorgte, durch bedarfsgerechte niedrig- schwellige Kontakt- und Erweiterung der vorhandenen Beratungsangebote in Porz und Meschenich; im Haushalt sind ab 2020 zusätzlich 460.000 Euro eingeplant. Einrichtung eines neuen Hilfeangebots 2020/21 Drogenhilfekonzept 2020 18 Anlaufstellen. für Menschen mit einer Gefährdung und Anhängigkeit von legalen und illegalen Drogen in Chorweiler. Im Haushalt sind ab 2021 zusätzlich 350.000 Euro eingeplant. 2021 Höhere Erreichungsquote und bessere Versorgung der Menschen mit Drogenabhängigkeit durch Planung und Umsetzung weiterer dezentraler niedrigschwelliger Drogenhilfeangebote (inkl. Drogenkonsumraum) an den Szenestandorten in Mülheim und Kalk. Kurzfristige Suche und Anmietung geeigneter Räumlichkeiten in den Stadtteilen Mülheim und Kalk durch die Verwaltung; für den Standort in Mülheim zusätzliche Einplanung von 500.000 € ab 2018 ff. sowie weitere 300.000 € ab 2019 ff., für den Standort in Kalk 350.000 € ab 2019 ff., ab 2020 ff. weitere 300.000 €. Kalk in 2020, Mülheim in 2021. 3.1.8 Niedrigschwelliges Beratungsangebot für Frauen in der Sexarbeit Frauen in der Sexarbeit stehen oft „unter dem besonderen Druck, einerseits das Geld für den Drogenkonsum zu benötigen, andererseits Drogen zu konsumieren, um der Prostitution nachgehen zu können. Unter diesem Druck si nd ihre Selbstschutzmaßnahmen hinsichtlich Safer Sex und Safer Use oft in starkem Maß eingeschränkt “5. Die bestehenden Angebote für Frauen in der Sexarbeit haben d ie strategischen Ziele im Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln, die Erreich barkeit der medizinischen Grundversorgung zu ermöglichen (G1) und vor Gesundheitsgefahren zu schützen (G2). Vulnerable Gruppen werden in die Stadtgesellschaft integriert (G4). Aktuelle Angebotssituation In Köln ist man im Umgang mit der Straßenprostitution einen neuen Weg gegangen. Im Oktober 2001 wurde das Gelände an der Geestemünder Straße in Longerich eröffnet. Dort befinden sich sogenannte "Verrichtungsboxen" und ein Container, in dem Beratungen stattfinden. Der größte Teil der dort arbeitenden Frauen konsumiert Drogen. Die Konsumgewohnheiten der Frauen haben sich verändert: Heroin wird weniger intravenös gespritzt, sondern geraucht , und die Häufigkeit des Konsums anderer Substanzen hat deutlich zugenommen6. Seit dem Inkrafttreten des Prostituiertenschu tzgesetzes in 2017 sind die Zugangs - voraussetzungen aufgrund der Anmeldepflicht, der gesundheitlichen Pflichtberatung für Prostituierte und der Erlaubnispflicht für das Prostitutionsgewerbe erschwert. Ein Teil der drogenkonsumierenden Frauen sucht daher die Geestemünderstraße nicht mehr auf. Auf dem Gelände befindet sich d as Betreuungsangebot „Mäc Up Geestemünderstraße “ in Trägerschaft des S kF, das Schadensminimierung und weiterführende Beratung anbietet. Das Gesundheitsamt ist zur Beratung aller Fragen zu sexueller Gesundheit vor Ort. Zusätzlich wird 5 Quelle: http://www.belladonna-essen.de/strichpunkt/ (15.02.2019) 6 Zehn Jahre Straßenstrich „Geestemünder Straße“ in Köln – Erfahrungsbericht des Gesundheitsamtes Köln (März 2011) Drogenhilfekonzept 2020 19 die kostenlose und anonyme Untersuchung in der offen en, fachärztlichen STI -Sprechstunde werktäglich im Gesundheitsamt angeboten. Im Kölner Süden gibt es einen weiteren Straßenstrich, der ebenfalls von Mitarbeiterinnen des SkF und des Gesundheitsamtes aufsuchend betreut wird. Zusätzlich bietet die Beratungsstelle Rahab (SkF) in einer offenen Sprechstunde und individuell vereinbarten Terminen Beratung für Sexarbeiterinnen an. Die Angebote werden sehr gut angenommen. Hinsichtlich der Betreuungszeiten ist das Angebot ausreichend. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Drogenabhängige Frauen, die der Sexarbeit nachgehen, sind eine besonders vulnerable, z.T. schwer zu erreichende Zielgruppe. Eine gute Koope ration der niedrigschwelligen Hilfen im Bereich sexuelle Gesundheit/Sexarbeit und Suchthilfe ist erforderlich. Die Angebote der Suchthilfe sollen für die Bedarfe von drogenkonsumierenden Frauen in der Sexarbeit sensibilisiert werden. Die Zusammenarbeit bezüglich Frauengesundheit und sexueller Gesundheit sollte gestärkt werden. Hier ist ein gutes Schnittstellenmanagement erforderlich. Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Bedarfsgerechte Versorgung drogenabhängiger Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind. gute Kooperation der niedrigschwelligen Hilfen im Bereich sexuelle Gesundheit / Sexarbeit und Suchthilfe, z.B. durch Austausch der entsprechenden Arbeitskreise, Zusammenarbeit der Sucht- und der AIDS-Koordination des Gesundheitsamtes. 2021/22 Bedarfsgerechte Versorgung drogenabhängiger Frauen im Bereich Frauengesundheit und sexueller Gesundheit. Besseres Schnittstellenmanagement zwischen den Angeboten der Drogenhilfe und den Angeboten im Bereich sexueller Gesundheit. 2021/22 3.1.9 Substitutionsbehandlung Die Substitutionsbehandlung für Menschen mit Opiatabhängigkeit hat sich in den letzten 20 Jahren in Deutschland zu einem Standardinstrument der medizinischen Hilfen entwickelt. Die Angebote der Substitutionsbehandlung in Köln fügen sich in das strategische Ziel im Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln der Erreichbarkeit medizinischer Grundversorgung für alle Menschen (G1). Die Substitutionsbehandlung ermöglicht eine gesundheitliche Stabilisierung, in sozial zunächst weniger erfolgreichen Ver läufen kann sie im Sinne einer Schadensminimierung das Mortalitätsrisiko senken und die Kriminalität aufgrund von Beschaffungsdelikten reduzieren. So kann der Kreislauf von Beschaffungskriminalität und Drogenhilfekonzept 2020 20 nötigen ordnungspolitischen Maßnahmen tendenziell durchbrochen und die Sensibilisierung für dauerhafte therapeutische Maßnahmen erhöht werden. Die Zahlen der in Köln Substituierten beziehungsweise die Anzahl der Substitutionsp lätze in Köln liegen seit Jahren stabil bei etwa 2.260. Heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger 2001 hat der Rat der Stadt Köln die Teilnahme am „Modellprojekt zur heroingestü tzten Behandlung Schwerstdrogenabhängiger des Bundes, interessierter Länder und Städte“ beschlossen. Das Modell, das mehrfach verlängert wurde, endete zum 30.06. 2007. Seitdem ist durch eine Übernahme in die Regelversorgung die Substitution mit Heroin möglich. Sie wurde in Köln in die bestehende Methadonambulanz in der Lungengasse integriert. So wurde aus der Methadonambulanz eine integrierte Substitutionsambulanz, die es nun auch ermöglicht, Patienten, die nicht länger der heroingestützten Behandlung bedürfen, nahtlos in eine Methadonsubstitution zu überführen. Umgekehrt ist bei Bedarf auch eine nahtlose Überführung in eine Substitution mit Heroin möglich. Aktuelle Angebotssituation Insgesamt werden Menschen mit Opiatabhängigkeit in vier Substitutionsambulanzen substituiert, die ein Komplexangebot aus Substitution und Psychosozialer Begleitung (PSB) vorhalten. Die Substitutionsambulanz Neumarkt ist eine Kooperati on zwischen dem Gesundheitsamt und der Drogenhilfe Köln und bietet die diamorphingestützte Behandlung an. Drei weitere Substitutionsambulanzen befinden sich in freier Trägerschaft (Drogenhilfe Köln und SKM). Auch in 16 niedergelassenen Arztpraxen, in der Psychosomatischen Klinik Bergisch Gladbach sowie in der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen und Allgemeinpsychiatrie der LVR -Klinik Köln wird substituiert. Die Substitution hat sich in der vorhandenen Verteilung und Kooperation von niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten und Fachambulanz bewährt. Dabei spielt insbesondere das Komplexangebot der Substitutionsambulanzen von verschränkter ärztlicher und sozialer Versorgung eine entscheidende Rolle bei der Ansprache von besonders schwierigen langfristigen Patientinnen und Patienten, der fachgerechten Behandlung von Patienten mit Multimorbidität oder Doppeldiagnosen, sowie der gezielten Vorbereitung auf und Vermittlung in das niedergelassene System. Die in Köln vorhandenen Substitutionsambulanzen sind seit Beginn des Jahres 2015 voll belegt. Die Substitutionsambulanz Neumarkt ist regelmäßig mehr als ausgelastet und versorgt daher häufig mehr als 280 Patientinnen und Patienten. Von den 280 Behandlungsplätzen entfall en nach Erweiterung der Betriebs stättengenehmigung zum 01.10.2013 bis zu 80 Behandlungsplätze auf die Diamorphinbehandlung. Die Platzzahlen konnten für das Diamorphinprogramm bedarfsgerecht ausgebaut werden. Ein Grund hierfür liegt sicher auch in der zentralen Lage und damit guten Erreichbarkeit des Angebotes für Betroffene. Drogenhilfekonzept 2020 21 Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Seit 2016 häufen sich die Meldungen durch das ASC und andere Suchthilfeeinrichtungen, dass einige Kölner Substituierte derzeit nur mit Wartezeiten in die Substitution vermittelt werden können. Die üblichen unterjährigen Behandlungsspitzen sind zu einem Dauerzustand geworden. Gleichzeitig wird durch die seit über einem Jahr regelmäßig mit Substitutionspraxen geführten Gespräche deutlich, dass einige der im Kölner Stadtgebiet befindlichen Substitutionspraxen auch Menschen aus dem Kölner Umland mangels dortiger Angebote substituieren (zum Beispiel Bergisch Gladbach). Die für Köln ausgewiesenen circa 2.260 Substitutionsplätze können folglich zu einem derzeit nicht quantifizierbaren Teil nicht von Kölnerinnen und Kölnern genutzt werden. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Reduzierung der gesundheitlichen und sozialen Folgen des Drogenkonsums für drogenabhängige Menschen in Köln durch eine ausreichende Anzahl an Substitutionsplätzen zur medizinischen Behandlung. Überprüfung der Bedarfe im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. 2020/21 Drogenhilfekonzept 2020 22 3.2 Veränderungsmotivation fördern – 2. Meilenstein Nach dem Modell von Prochaska und DiClemente folgt in Veränderungsprozessen der Ph ase der Absichtslosigkeit, in der es für Drogenabhängige vor allem um die Sicherung des Überlebens geht, die Absicht zur Veränderung des problematischen Verhaltens und die Planung erster konkreter Schritte. Daran sind sowohl kognitiv -affektive (wie z.B. ei ne Steigerung des Problembewusstseins, die Neubewertung des persönlichen Umfelds) als auch verhaltensorientierte Prozesse (z.B. Kontrolle der Umwelt, Nutzung hilfreicher Beziehungen) beteiligt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung der Selbstwirks amkeitserwartung. Ein Verhalten ändern zu wollen , setzt voraus, dass die angenommenen Vorteile im Verhältnis zu den Nachteilen überwiegen. Externe Hilfeangebote können die Motivations bildung effektiv unterstützen. Die nachfolgend beschriebenen Angebote de s Hilfesystems wurden im zweiten Workshop am 10. November 2017 von den Teilnehmenden in diesem Kontext als wichtige Beiträge benannt. 3.2.1 Fachberatungsstellen Die Arbeit der Fachberatungsstellen zielt auf Perspektiventwicklung für die Menschen, die dieses Angebot in Anspruch nehmen. Sie suchen die Beratung mal mit konkreten Anliegen auf, manchmal aber auch nur mit einem eher diffusen und ambivalenten Gefühl, dass „es so nicht weitergehen soll“. Oft ist der erste Schritt in die Fachberatungsstelle auch extrinsi sch motiviert, weil z.B. Familienangehörige, Arbeitgeber, die Justiz oder der Hausarzt Druck machen. Der Schritt in eine psychosoziale Beratung ist immer auch mit Scham verbunden, weil man sich in dem Moment eingestehen muss, Teile seines Lebens nicht mehr im Griff zu haben. Diese Gemengelage aus mehr oder weniger klarer Motivation, extrinsischem Druck und eigener Scham bestimmt oft die ersten Kontakte zwischen Ratsuchenden und Beratenden. Deshalb ist es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, die Vertrauen e rmöglicht. Das braucht ein wenig Zeit, die den Ratsuchenden auch eingeräumt werden muss. Suchtberatung findet ergebnisoffen statt. Das Beratungsziel wird zwischen Ratsuchendem und Beratendem gemeinsam vereinbart. Im Beratungsprozess kann die individuelle S ituation reflektiert werden. Ratsuchende sollen befähigt werden, basierend auf ihrer individuellen Perspektive für die Zukunft aus eigener Kraft Lösungen für ihre formulierten Probleme zu finden. Beratung ist im engeren Sinn ein zeitlich kur z- bis mittelf ristiger Prozess. Auch Angehörigen können sich beraten lassen. Häufig schließen sich an Suchtberatungsprozesse andere Prozesse an, wie beispielsweise eine Psychosoziale Betreuung für Substituierte (PSB, s. 3.2.2) oder eine ambulante bzw. stationäre medizin ische Rehabilitation (s. 3.3.1). Die Vermittlung in diese weiterführenden Angebote ist Teil der Beratung. Fachberatungsstellen tragen mit ihrem beratenden und vermittelnden Angebot dazu bei, dass die medizinische Grundversorgung für junge und erwachsene M enschen erreichbar ist (G1, Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln). Fachberatungsstellen halten oftmals auch Angebote der Suchtprävention vor mit dem Ziel, dass Menschen haben Zugang zur Prävention haben (G3). Drogenhilfekonzept 2020 23 Aktuelle Angebotssituation Fünf Fachberatungsstellen im Bereich illegaler Drogen in Trägerschaft des SKM und der Drogenhilfe Köln bieten (jungen) Erwachsenen an verschiedenen Standorten allgemeine Beratung und ambulante Therapie, Therapievermittlung in Einrichtungen der medizinische n Rehabilitation sowie psychosoziale Begleitung für Patienten an, die bei niedergelassenen Ärzten substituiert werden. Diese Angebote wenden sich an Drogenabhängige, um die vorhandene Motivation zu einer Veränderung zu unterstützen. Zudem werden mehrere Beratungsangebote ausschließlich für Jugendliche und junge Erwachsene im Stadtgebiet vorgehalten. Der SKM Köln bietet in Kalk den speziellen Schwerpunkt ‚Migration und Sucht‘ an. Dort kann in türkischer, arabischer, spanischer und englischer Sprache muttersp rachlich beraten werden. Einige Angebote sind als Projekte durch Stiftungen, Eigenmittel oder Drittmittel finanziert : seit September 2017 bietet die Drogenhilfe Köln im Rahmen einer dreijährigen Projektfinanzierung ein spezielles Beratungsangebot für Jugen dliche und junge Erwachsene mit Amphetaminkonsum mit dem Namen ‚Crysp‘ an. Die Aidshilfe Köln bietet seit Juli 2017 im Rahmen einer dreijährigen Projektfinanzierung ein zielgruppenspezifisches Beratungsangebot an für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und im Rahmen ihrer ausgelebten Sexualität neue psychoaktive Substanzen (NPS) konsumieren (Chemsex). Die fortlaufenden Gruppenangebot „MIKADO / StandUp“ des SKM sowie das Internet - Hilfeangebot „Kidkit“ der Drogenhilfe Köln sind Angebote für minderjährige Kinder suchtkranker Eltern. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Für die Fachberatung ist die laufende Förderung seit Jahren nicht erhöht worden. Gleichzeitig mussten die tariflichen Steigerungen übernommen werden, was zu einer Reduzierung der Personalstunden und in der Folge zu Kürzungen der Öffnungszeiten führte. So entstand en bei einigen Anfragen wie z.B. Therapievermittlung oder spezielle Beratung von Frauen immer wieder Wartelisten von bis zu fünf Monaten. Auch der besondere Beratungs - und Betreuungsbedarf der Familien, in denen jüngere Kinder und Jugendliche unter dem Drogenkonsum ihrer Eltern leiden, blieb in den vergangenen zehn Jahren bei der Regelfinanzierung unberücksichtigt. Es bedarf jedoch einer stabilen Finanzierung und eines bedarfsgerechten Ausbaus. Weitere Bedarfe bestehen in der Beratung der zunehmenden Zahl Hilfesuchender mit Migrationshintergrund. Auch sind die vorhandenen Angebote nicht ausreichend altersspezifisch ausgerichtet, was insbesondere die steigende Zahl älterer Droge nabhängiger betrifft. Konsumentinnen und Konsumenten von Amphetaminen und Partydrogen benötigen eine bessere Betreuung sowohl in Beratungsstellen als auch im Clubsetting. Das Angebot der Fachberatungsstellen sollte sozialräumlich bedarfsgerecht verteilt sein. Drogenhilfekonzept 2020 24 Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Reduzierung der Wartezeiten und zeitnahe Therapievermittlung. Klärung der IST-Situation im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes, schlussfolgernd daraus Empfehlung konkreter Maßnahmen durch die wissenschaftliche Begleitung. 2021/22 Bedarfsorientierte Unterstützung und Beratung für suchtbelastete Familien. Bedarfsanalyse im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. 2021/22 Verbesserung der Beratungsleistung für die steigende Zahl von Klientinnen und Klienten mit Migrationshintergrund. Prüfung des Einsatzes von Video- und Telefon-Dolmetschern und Fortbildung für Mitarbeitende in interkultureller Kompetenz durch die Träger. Verbesserung der Betreuung von Konsumentinnen und Konsumenten von Amphetamin und Partydrogen. Bedarfsanalyse im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes 2021/22 Größere Spezialisierung in den Beratungsstellen in Bezug auf Gender, sexuelle Orientierung, Alter und Suchtstoffe. Die Träger berücksichtigen bei Einstellungen entsprechendes Knowhow der Bewerberinnen und Bewerber und bilden Mitarbeitende fort. Sozialräumlich ausgewogene Verteilung der Beratungsstellen. Situationsanalyse im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes 2021/22 3.2.2 Psychosoziale Betreuung (PSB) Die Psychosoziale Betreuung (PSB) substituierter Opiatabhängiger im Sinne eines bio -psycho- sozialen Verständnisses von Suchterkrankungen ist ein wesentlicher Bestandteil einer Substitutionsbehandlung. Die Ziele einer PSB sind: Gesundheitliche und soziale Stabilisierung Abbau psychosozialer Belastungen Behebung von psychosozialen Folgen der Drogenabhängigkeit wie Beschaffungs- kriminalität, Prostitution, Wohnungslosigkeit, Illegalität und allgemeine Verelendung Vorbeugung und Behandlu ng von suchtbedingten Folgeerkrankungen, Behandlung von Begleiterkrankungen Berufliche und soziale Eingliederung Suchtbehandlung, langfristig Abstinenz oder zumindest eigenverantwortliche Kontrolle des Suchtverhaltens Drogenhilfekonzept 2020 25 Aber auch unter niedrigschwelliger Perspektive: Gezielte Bewältigung akuter Not - bzw. akuter Lebenslage, Verhinderung weiterer Verelendung und das Aufhalten von Negativprozessen Reduzierung des Beigebrauchs Lebensziel- und Maßnahmenplanung bei nicht zur Abstinenz motivierten Klienten Die psychosoziale Betreuung Substituierter erfolgt in der Regel in Form von Einzelbetreuungen. Auch Gruppenangebote sind grundsätzlich möglich, z.B. Programme zur Reduzierung des Beigebrauchs. Aufsuchen im eigenen Wohnumfeld, vor allem beim Zusammenleben mit Kindern und der Kontakt zu den nahen Angehörigen sind selbstverständliche Bestandteile einer PSB. Entsprechend der Zielsetzung des Masterplans Soziales Köln trägt die PSB im Handlungsfeld Gesundheit dazu bei, dass Menschen der Zugang zur medizinischen Grundversorgung erhalten bleibt (G1) und vulnerable Gruppen in die Stadtgesellschaft integriert werden (G4). Menschen mit Wohnhemmnissen werden zudem unterstützen (W2 im Handlungsfeld Wohnen). Aktuelle Angebotssituation PSB für Patienten, die über ermächtigte Kli nikärzte und ambulante Arztpraxen substituiert werden, wird im W esentlichen durch d en Suchthilf eträger Drogenhilfe Köln sowie durch den SKM Köln und die AIDS-Hilfe Köln e.V. vorgehalten. Darüber hinaus wird PSB auch über die multiprofessionell besetzten In stitutsambulanzen sowie in einzelnen personell entsprechend besetzten Praxen angeboten. Der hierbei vereinbarte Betreuungsschlüssel beträgt 1:25 und reicht für eine sorgfältige Begleitung der Patienten bei ihrer externen Substitutionstherapie aus. Es gibt 660 PSB -Plätze in den Substitutionsambulanzen und 220 PSB -Plätze für die Substitution bei niedergelassenen Ärzten. Wenn Substituierte Anspruch auf ambulante Hilfen zum selbständigen Wohnen durch den LVR haben, umfasst diese auch die PSB. Dann erfolgt die PSB, die sich insbesondere auf das Handlungsfeld ‚Wohnen‘ bezieht, durch den jeweiligen Anbieter des (Ambulant) Betreuten Wohnens. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Seit dem Jahr 2014 besteht in den Einrichtungen der Drogenhilfe Köln eine hohe Nachfrage seitens der in Standortnähe lebenden Personen. Sie müssen immer wieder vertröstet und auf Wartelisten gesetzt werden, wobei Notfälle mit Priorität behandelt werden. Hier ist eine Reduzierung der Wartezeiten anzustreben. Um in einer insbesondere auf das Wohnen bezogene PSB auch gesundheitliche Themen und insbesondere die Abhängigkeitserkrankung und eine Abstinenzorientierung zu berücksichtigen, müsste dieses Angebot durch eine originäre PSB evtl. mit einem geringeren Betreuungsschlüssel (z.B. 1:50) ergänzt werden. Drogenhilfekonzept 2020 26 Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Sicherstellung des unverzüglichen Beginns einer PSB, begleitend zur medizinischen Substitutionsbehandlung. Prüfung der IST-Situation im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes und Entwicklung von Handlungsoptionen durch die wissenschaftliche Begleitung. 2020/21 3.2.3 Betreute Wohnprojekte Hilfen zur Überwindung der Obdachlosigkeit und Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum zum selbständigen Wohnen sind eine wichtige Vorauss etzungen für eine erfolgreiche soziale (Re -) Integration. Die strategischen Ziele des Masterplans Soziales Köln im Handlungsfeld Wohnen sehen vor, dass Menschen mit Wohnhemmnissen unterstützt (W2) und vulnerable Gruppen geschützt werden(W3), dass Wohnungslosigkeit vermieden wird (W4) und neue Wohnformen entwickelt werden (W7). Kernzielgruppe der betreuten Wohnprojekte sind volljährige wohnungslose Klient en, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Köln haben und im Hilfesystem präsent sind . D ie generellen Schwierigkeiten des Wohnungsmarktes und die geringen Vermittlungschancen auf bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit Drogenabhängigkeit werden dabei besonders spürbar. Die Anmietung eines eigenen Zimmers oder kleinen Apartments ist fachlich gesehen allerdings eine Intervention, die dem Klienten im koordinierten Zusammenwirken aller initiierten Maßnahmen des Hilfesystems perspektivisch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Im Rahmen der betreuten Wohnprojekte soll die Motivation und Bereitschaft zu weiterführender Therapie bzw. Entwicklung einer tragfähigen Zukunftsperspektive erfolgen. Die mittel - bis langfristige Zielrichtung ist das selbständige Einzelwohnen. In diesem Zusammenhang bedürfen suchtkranke Schwangere und Mütter und ihre Kinder sowie pflegebedürftige und komorbide Drogenabhängige einer besonderen Unterstützung. Das Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln hat das Ziel einer ausreichenden und zugänglichen pflegerischen Versorgung (G5). Aktuelle Angebotssituation Drei Wohnprojekte in Trägerschaft der Drogenhilfe Köln und des SKM mit insgesamt 51 Plätzen in Einzel -, Doppel - und Dreibettzimmer und sieben Anschlussplätzen bieten eine über die Notunterkunft hinausgehende Möglichkeit zu m betreuten Wohnen für drogenabhängige Menschen7. Es sind nicht immer alle Plätze belegt. Zusätzlich bietet der SkF ‚Clearingwohnen für suchtkranke Schwangere und Mütter und ihre Kinder‘ an. Hier stehen in abgeschlossenen Mutter -Kind-Apartments 8 Plätze zur Verfügung (4 für Erwachsene und 4 für Kinder). 7 Es handelt sich um Angebote gemäß § 67 ff SGB XII (Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten) und § 53 ff SGB XII (Eingliederungshilfe). Drogenhilfekonzept 2020 27 Bei der Vermittlung in eigenen Wohnraum besteht wenig Bewegung , da der freie Wohnungsmarkt in Köln Drogenabhängigen verschlossen ist. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Verfügbarer Wohnraum steht in Köln seit Jahren einer zu hohen und st eigenden Nachfrage gegenüber. Für die Zielgruppe der Drogenabhängigen besteht ein zusätzlicher Bedarf an betreuen Wohnprojekten, um die derzeitigen Wartezeiten zu reduzieren. Co-Morbidität bei den Klientinnen und Klienten und die dafür zu schaffenden fach lichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sind in der Personalbemessung zu beachten. Veränderte Bedarfe entstehen mit zunehmendem Alter und Pflegebedarf. Als besonders schwierige zu vermittelnde G ruppe werden aus der Haft E ntlassene der JVA Köln gesehen, die in Köln wohnen wollen. Sie verfügen nur in seltenen Fällen über Erfahrungen mit eigenen festen Wohnstrukturen. Erfahrungsgemäß ist eine Vermittlung dieser Personen in privaten Wohnraum schwierig. Betreute Wohnprojekte für haftentlassene Drogenabhän gige können eine effiziente Maßnahme darstellen, eine drohende dauerhafte Wohnungslosigkeit zu vermeiden. Auch frauenspezifische Bedarfe müssen bei den Angeboten von betreuten Wohnprojekten stärker berücksichtigt werden. Zur Verbesserung der Vermittlungschancen wurden die Festschreibung prozentualer Anteile im sozialen Wohnungsbau für Menschen mit Drogenabhängigkeit oder die Anhebung des Mietrichtwertes für Anmietung von Wohnraum gesehen.8 Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Ausreichende Anzahl an Plätzen in betreuten Wohnprojekten ist vorhanden unter besonderer Berücksichtigung von - drogenabhängigen Frauen - drogenabhängigen Haftentlassenen - Drogenabhängigen mit Komorbidität und - Drogenabhängigen mit Pflegebedarf. Verstärkte Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit den Reso-Diensten/Amt für Soziales ,Arbeit und Senioren. 2021/22 Bedarfsanalyse zur Entwicklung spezieller Angebote an Dauerwohnplätzen für diese Zielgruppen im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. 2021/22 Prüfung der geplanten Fördermaßnahmen zu Sucht und Wohnungslosigkeit im Rahmen der Initiative gegen Wohnungslosigkeit des Landes NRW ab 2020. 2021/22 Drogenhilfekonzept 2020 28 3.2.4 Tagesstrukturierende Angebote Während das Thema „Arbeit“ im Sinne einer sozialversicherungspflicht igen Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt in der Regel erst in einer späteren Phase (Meilenstein 4) relevant wird, haben Tagesstruktur und Beschäftigung im Übergangsbereich von Überlebenshilfen und Veränderungsmotivation eine besondere Bedeutung. Im Handl ungsfeld Beschäftigung verfolgt der Masterplan Soziales Köln das Ziel, dass alle Menschen am Arbeitsleben teilhaben können und dass Angebote für alle Zielgruppen nutzbar sind (BG 6). Beschäftigungsangebote können Teil niedrigschwelliger Hilfen oder Veränd erungs- und Motivationshilfen sein und sich in Abstimmung mit dem Jobcenter an Drogenabhängige mit Leistungsansprüchen im Rahmen des § 16d SGB II (Arbeitsgelegenheiten/AGH) wenden. Arbeitsgelegenheiten sind grundsätzlich Angebote für arbeitsmarktferne Pers onen, die einer besonderen Unterstützung und Begleitung bedürfen. Bei der Zielgruppe handelt es sich in der Regel um langjährig Opiatabhängige, die sich in einer Substitution befinden, wenngleich auch aktuell Konsumierende nicht weniger von einem sinnvollen Beschäftigungsangebot profitieren. Gängige gemeinsame Merkmale sind ein langjährig entwickelter Lebensstil in der Drogensubkultur mit z.T. ausgeprägter Kriminalität und eigengesetzlichen Verhaltensweisen, das überwiegende Fehlen einer Arbeitssozialisatio n, z.T. in der zweiten und dritten Generation, und erheblicher Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung des Alltags. Auf der anderen Seite besteht bei den Teilnehmenden der Wunsch nach einer Tagesstruktur, und es liegt eine hohe Motivation bezüglich einer regelmäßigen und Sinn und Anerkennung bringenden Tätigkeit vor. Für die Zielgruppe stellt die Teilnahme am Beschäftigungsangebot eine unmittelbar erlebte gesellschaftliche Teilhabe dar. Durch klare Handlungsaufträge wird zudem in der Regel der Beigebrauch reduziert. Die Zielsetzung tagesstrukturierender Maßnahmen ist: Heranführung an Grundarbeitsfähigkeiten wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein Zusammenarbeit im Sinne von Kooperationsfähigkeit Berufliche Perspektivenbildung Erprobung mittels intensiver Arbeitsanleitung und Unterstützung im Alltag, welche persönlichen Veränderungsperspektiven auch im Hinblick auf dem ersten Arbeitsmarkt oder – wahrscheinlicher - in gesellschaftlichen Nischen möglich sind Aber auch: Hilfen bzgl. Behördenfragen (z.B. sozialrechtliche Fragestellungen, Schuldnerberatung) Unterstützung bei der Klärung von Fragen des Wohnens Hilfe bei der Gestaltung von Freizeit Lebenspraktische Hilfen (z.B. Geldeinteilung, Einkaufen, Haushaltsführung) Unterstützung beim Umgang mit persönlichen Konflikten Drogenhilfekonzept 2020 29 Aktuelle Angebotssituation Die Aidshilfe Köln betreibt zusammen mit der Internationaler Bund gGmbH West die „Zweiradwerkstatt 180 Grad“ als Arbeitsgelegenheit (AGH) mit der Möglichkeit der Qualifizierung bis zur Arbeitsmarktreife (15 Plätze). Die ‚Kölner Feger‘ des SKM ist eine AGH mit niedrigschwelliger Beschäftigung für Substituierte mit Leistungsansprüchen nach SGB II. Hier stehen ebenfalls 15 Plätze zur Verfügung. Vision e.V. bietet sieben AGH mit niedrigschwelliger Beschäf tigung in der Kontakt - und Anlaufstelle, Zuverdienst durch Beschäftigung auf Grundlage eines Minijobs mit Förderung des LVR (EDV & Service), Job Perspektive (Verwaltungshilfe) sowie gemeinnützige Arbeit zur Haftvermeidung. Grundarbeitsfähigkeiten vermitte lt auch die Alexianer GmbH mit der ‚Brücke zur Arbeit‘. Die drogenabhängigen Menschen werden vom Jobcenter zugewiesenen. Über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr können Fähigkeiten im EDV -/Bürobereich, in einer Holzwerkstatt, bei hausmeisterlichen Tätigke iten, im Garten - und Landschaftsbau und in der Hauswirtschaft (wieder) erprobt werden. Insgesamt stehen 40 AGH-Teilnehmerplätze zur Verfügung. Das Ergänzungsprojekt „Brücke stabil“ bietet auch eine längerfristige Perspektive. Menschen mit Suchterkrankunge n nehmen auch an weiteren niedrigschwelligen Arbeitsgelegenheiten teil, die nicht ausdrücklich als Angebot für diesen Personenkreis deklariert sind. Solche AGH -Einsatzstellen stehen bei diversen Trägern mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten zur Verfügung. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Trotz dieser Angebote ist der Bedarf für die betroffenen Menschen mit Drogenkonsum (mit und ohne Substitution) ohne stabilisierende Tagesstruktur nicht ausreichend gedeckt. Insbesondere ein niedrigschwelliger und kurzfristiger Zugang zu solchen Angeboten ist erforderlich. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Erwerbsfähigen Drogenabhängen im Leistungsbezug nach dem SGB II wird ein niedrigschwelliger Zugang zu individuell passenden Angeboten, insbesondere in Arbeitsgelegenheiten (AGH), ermöglicht. Situationsanalyse im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes im Abgleich zu bestehenden Angeboten mit Beleuchtung der Schnittstellen. 2021/22 Langfristige Tagesstrukturangebote für nicht erwerbsfähige SGB XII- Beziehende mit niederschwelligem sofortigem Zugang stehen bedarfsgerecht (auch für Konsumierende) zur Verfügung. Erarbeitung eines Lösungsansatzes durch das Gesundheitsamt Köln in Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziales, Arbeit und Senioren und dem LVR. 2021/22 Drogenhilfekonzept 2020 30 3.2.5 Externe JVA – Suchtberatung Die Kölner Justizvollzugsanstalt (JVA) in Ossendorf hält 1169 Haftplätze bereit (814 für Männer und 355 für Frauen). Rund 30% der inhaftierten Männer und 50% der inhaftierten Frauen sind drogenabhängig. Ein Drittel von ihnen konsumiert auch in Haft intravenös (RKI 2016). Die externe Suchtberatung wird durch das Land NRW finanziert und hat die Aufgabe, Inhaftierte in der JVA aufzusuchen und sie in der Veränderung ihres Suchtverhaltens zu unters tützen. Die Ziele der aufsuchenden Hilfen in der JVA orientieren sich grundsätzlich an den Anliegen und Plänen der betreuten Klienten und schließen diagnostische Erkenntnisse und daraus zu folgernde Indikationsstellungen mit ein. Aufgaben sind in der Regel: Fortsetzung der Begleitung oder Betreuung von Klienten, die während des Betreuungsprozesses inhaftiert werden Kontaktaufbau zu vorher unbekannten suchtmittelabhängigen Inhaftierten Klärung der individuellen Ausgangslage und realistischer Ziele unter Ein beziehung diagnostischer Erkenntnisse Förderung der Motivation zur Abstinenz und Stärkung von Abstinenzentschlüssen Indikationsstellung, Auswahl und Vermittlung geeigneter ambulanter und stationärer Behandlungsangebote Psychosoziale Begleitung von in der Haft Substituierten Unterstützung bei der Reduzierung des Beigebrauchs von Substituierten Lebensziel- und Maßnahmenplanung bei nicht zur Abstinenz motivierten Klienten Entlassungsvorbereitung insbesondere zu den Themen: Arbeit, Wohnen, finanzielle Sicherung, sozialrechtliche Absicherung (z.B. Krankenversicherung) und Herstellen des Kontaktes zum Hilfesystem Diese Aufgaben fügen sich in das strategische Ziel des Masterplans Soziales Köln im Handlungsfeld Gesundheit ein, dass die medizinische Grundversorgung f ür alle Menschen erreichbar ist (G1). Aktuelle Angebotssituation Die aufsuchende Arbeit in der JVA Köln erfolgt in Form von Einzelbetreuungen oder Gruppen - angeboten. Die Leistungen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst der JVA, dem medizini schen Dienst, den Staatsanw altschaften, dem ASC und den Kostenträgern erbracht. Extern erfolgen die Maßnahmen in enger Kooperation mit dem gesamten Suchthilfesystem. Die Suchtberatung für inhaftierte Drogenabhängige führen die Drogenhilfe Köln und der SKM durch. Sie wurde infolge drastischer Kürzungen der Landesförderung im Jahre 2006 extrem stark eingeschränkt. Im Jahr 2017 wurden von der externen Sucht - und Drogenberatung der Drogenhilfe Köln 78 nachweislich drogenabhängige Inhaftierte intensiv betreut u nd in unterschiedliche Maßnahmen vermittelt. Der SKM führte 45 Intensivbetreuungen und 10 Infogespräche durch. Drogenhilfekonzept 2020 31 Ergänzend leitet das ASC kurz vor der Entlassung ins Hilfesystem über, vor allem zu Beratungsstellen und in Substitutionsbehandlung. In 2018 vermittelte das ASC 30 Inhaftierte in weiterführende Hilfen. Durch die Aufstockung ist das ASC in der Lage , einmal wöchentlich vor Ort zu sein. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Durch die Reduzierung der Beratungskapazitäten fanden Haftentlassungen oftmals ohne ausreichende Vorbereitung und Vermittlung von Hilfeleistungen vor Ort statt. Das betraf vor allem die Vermittlung in medizinische Rehabilitation und die Nutzung der Möglichkeiten des § 35 BtMG9. Dadurch besteht die Gefahr eines Rückfalls in alte Problemsituationen. Ziele und Maßnahmen ./. 3.2.6 Aufsuchende Sozialarbeit Drogen konsumierende und drogenabhängige Menschen , die nicht mehr oder noch nicht von den institutionalisierten Beratungsangeboten erreicht w erden, werden von Sozialarbeitenden in ihrem Lebensumfeld aufgesucht. Kontaktaufbau, Vertrauen und Beziehungsaufbau zwischen Klientinnen und Klienten und dem Fachpersonal bilden die Grundlag e, um in das reguläre Beratungs - und Behandlungsangebot vermitteln zu können oder die Zielgruppe über haupt am Hilfeangebot partizipieren zu lassen. Aufsuchende Sozialarbeit ergänzt das niedrigschwellige Angebot der Einrichtungen. Aktuelle Angebotssituation Die Drogenhilfe Köln bietet in ihren drei Jugendsuchtberatungsstellen „ansprechbar“ auch aufsuchende Hilfen an. Die Beratungsstelle in der Innenstadt dient parallel dazu auch als Standort für die Streetworker des Jugendamtes und schafft hierdurch eine effiziente Schnitt - stelle zum Hilfesystem. In Köln-Chorweiler finden Beratungsgespräche in den Räumen der dort ansässigen Jugendwerkeinrichtung statt. Mitarbeitende der Kontakt- und Beratungsstelle ‚Vor Ort‘ des SKM sind im Stadtteil Kalk im Rahmen des Streetworks unterwegs, um Klientinnen und Klienten auf die bestehenden Hilfemöglichkeiten hinzuweisen. Gle ichzeitig wird durch das Einsammeln gefundener Spritzen ein Beitrag zum Schutz der Bevölkerung geleistet. Das Angebot „ClaroMobil“, das im Jahr 2011 vom Jobcenter K öln initiiert wurde, wird vom SkF und SKM umgesetzt und richtet sich an Menschen mit Drogen abhängigkeit mit Leistungs - ansprüchen des SGB II. Zwischen dem Erkennen oder der Vermutung einer Suchtproblematik durch die Integrationsfachkräfte des Jobcenters und der tatsächlichen Anbindung an die Suchthilfe schließt ClaroMobil durch aufsuchende und be gleitende Sozialarbeit eine Lücke im bisherigen System. 9 BtMG = Betäubungsmittelgesetz Drogenhilfekonzept 2020 32 Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Die aufsuchende Soziala rbeit ist nur durch einen intensiven, kontinuierlichen Kontaktaufbau in Kombination mit den weiterführenden Beratungsangeboten erfol greich. Aufsuchende Hilfen konnten wegen mangelnder Personalausstattung bisher nicht kontinuierlich angeboten werden. Es bedarf einer regelfinanzierten ausr eichenden Personalausstattung, um mehr Drogen - konsumentinnen und -konsumenten durch aufsuchende Hilfen in das Hilfesystem zu vermitteln. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Ausreichendes Angebot aufsuchender Hilfen in fachlich unversorgten Sozialräumen (sozialen Brennpunkten) in Köln. Situationsanalyse im Rahmen der Evaluation des Drogenhilfekonzeptes. 2020/21 3.2.7 Qualifizierter Drogenentzug Erstes Ziel des von den Krankenkassen finanzierten Qualifizierten Drogenentzugs ist die Überlebens- und Gesundheitssicherung der Betroffenen. Weitere Ziele sind die körperliche Entgiftung sow ie die Förderung der Veränderung von Einstellung und Verhalten b zgl. des Drogenkonsums, um den Einstieg in den Ausstieg einzuleiten. Eine umfassende Information und Aufklärung der Betroffenen über das komplexe Krankheitsbild gehört ebenfalls zum Qualifizierten Drogenentzug. Als nicht kommunal finanziertes Angebot fügt sich der Qualifizierte Drogenentzug in das Ziel des Handlungsfeld s Gesundheit ein, dass die med izinische Grundversorgung aller Menschen gewährleistet ist (G1). Die Motivationsförderung im Rahm en dieser qualifizierten Akutbehandlung im Sinne der Krise (der Behandlungsindikation) als Chance bedarf deshalb der engen Vernetzung mit allen Hilfeangeboten, um patientenorientiert eine angemessene möglichst zeitnahe und konkrete Anschlussperspektive zu erarbeiten: von der Substitution über medizinische Rehabilitation bis zur beruflichen Qualifizierung. Diese Anschlussperspektive ist unverzichtbarer Bestandteil eines Qualifizierten Drogenentzugs. Hier kommt auch den Fachberatungsstellen eine besondere Bedeutung zu, die Drogenabhängige oftmals sowohl vor und als auch nach der Entzugsbehandlung betreuen. Aktuelle Angebotssituation Der Qualifizierte Drogenentzug konsumierender Klientinnen und Klient en wird durch die Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Abhäng igkeitserkrankungen des LVR , die Suchtabteilung des Alexianer Krankenhaus es und d ie Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach (PSK) sichergestellt. Der Qualifizierte Entzug für Minderjährige ist in der Klinik für Kinder - und Jugendpsychiatrie und Psychothe rapie Köln -Holweide (9 Plätze) möglich. Das multi - professionelle Behandlungsangebot umfasst die qualifizierte Akutbehandlung Drogen - abhängiger mit Entzugsbehandlung (optional medikamentengestützt), Motivationsförderung und Erarbeitung einer Anschlussperspektive. Drogenhilfekonzept 2020 33 Die Zahl stationärer Behandlungsfälle erwachsener Klientinnen und Klienten betrug in den Jahren 2016 und 2017 jeweils ca. 1.300 in den drei Kliniken mit Versorgungsauftrag in Köln mit leicht steigender Tendenz. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Die erforderliche intensive Kooperation mit allen Hilfeangeboten ist personalintensiv und wird erschwert durch Stellenabbau vor allem in Beratungsstellen, durch zunehmende Probleme der Stellensicherung in den Kliniken im Rahmen des neuen Entgelts ystems und fehlende sich anschließende Versorgungsangebote für einzelne Zielgruppen mit komplexem Hilfebedarf ( wie multimorbide Patient innen und Patienten, ältere Drogenkonsument innen und –konsumenten etc.). Das Risiko erneuter stationärer Behandlungsbedür ftigkeit ist für somatisch und psychiatrisch komorbide Klient innen und Klient en aufgrund unzureichender poststationärer Versorgungsangebote (v. a. bezüglich Wohnraum und Tagesstruktur) erhöht. Ziele und Maßnahmen Bezüglich Wohnraum und Tagesstruktur s. 3.2.3 und 3.2.4 3.2.8 Selbsthilfe Von einer kontinuierlichen und/oder kurzzeitigen Teilnahme an Selbsthilfegruppen profitieren alle Lebensbereiche Drogen gebrauchender Menschen. Sie hat in allen Konsumstadien deutlich positive Effekte. Dies gilt sowohl für absti nenzorientierte Selbsthilfe wie auch für akzeptiere nde Drogenselbsthilfe. Die Selbsthilfe ist auch offen für die Anliegen Angehöriger. Der Peer-to-Peer- Ansatz erleichtert den Zugang zur Zielgruppe und den Vertrauensaufbau. So fällt die Informationsvermittlung zu vielen Themen oftmals wesentlich leichter. Selbsthilfe kann und darf dabei nicht als kostengünstiger Ersatz für andere Angebote der Drogen- und Suchthilfe angesehen werden, sondern dient als Ergänzung zu den bestehenden Angeboten. Zudem erfüllt Selbsthilfe die Funktion eines „kritischen Gegenübers“ und förder t so die bedarfs- und bedürfnisgerechte Weiterentwicklung des Drogenhilfesystems. Dazu ist die gleichberechtigte Einbindung eine notwendige Voraussetzung. Dies gilt sowohl für die Organisationsebene in städtischen Arbeitskreisen etc. als auch für einze lne Bausteine des Hilfesystems. Die Selbsthilfe unterstützt das Ziel des Masterplans Soziales Köln im Handlungsfeld Gesundheit, indem die medizinische Grundversorgung allen Menschen zugänglich ist . Sie leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass vulnerable Gruppen in die Stadtgesellschaft integriert werden (G4). Drogenhilfekonzept 2020 34 Aktuelle Situation Mehrere Selbsthilfeverbünde bieten in Köln Unterstützung und regelmäßige Treffen an: V ision, NA (Narcotics Anony mos), ShAlk - Selbsthilfegruppe homosexueller suchtkranker Menschen Köln, und der Elternkreis drogengefährdeter und –abhängiger Jugendlicher. In den Selbsthilfegruppen für Alkoholiker der Kölner Arbeitsgemeinschaft für Suchtkranke (KAG) melden sich vermehr t Abhängigkeitskranke, die neben Alkohol illegale Drogen (insbesondere Cannabis und Amphetamine) konsumieren. Es wurden inzwischen Gruppen für Interessenten mit Mischkonsum gegründet, mit steigender Nachfrage. Während VISION e.V. einen Konsum akzeptierende n Ansatz hat, sind die anderen Verbünde abstinenzorientiert. NA bietet dreimal wöchentlich auch persisch-sprachige Treffen an. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Wünschenswert ist eine engere und selbstverständliche Kooperation mit der professi onellen Drogenhilfe. Durch eine Verbesserung der räumlichen Situation und bessere Verbreitung im Stadtgebiet könnte eine höhere Teilnahme an den Angeboten der Selbsthilfe erreicht werden. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Enge und Kooperation mit der professionellen Drogenhilfe. Strukturelle Weiterentwicklung der Suchtselbsthilfe. 2021/22 Bereitstellung ausreichender, auch dezentraler Räume für Treffen von Selbsthilfegruppen. Gruppenräume in Suchtberatungsstellen oder öffentlichen Gebäuden zur Verfügung stellen. Die Stadt Köln koordiniert eine Bedarfserhebung und die Entwicklung von Maßnahmen. 2020 3.2.9 Maßregelvollzug (MRV) Die Unterbringung im Maßregelvollzug (forensische Psychiatrie) gemäß § 64 StGB erfolgt, wenn Klientinnen und Klienten aufgrund einer Straftat verurteilt werden, die in Zusammenhang mit ihrer Suchterkrankung steht und zu Schuldunfähigkeit oder verminderter Schuldfähigkeit geführt hat. Darüber hinaus muss eine Aussicht auf Be sserung im Sinne einer positiven Behandlungsprognose durch die Behandlung im MRV bestehen, sonst wird diese Maßnahme beendet und die Patientinnen und Patienten in den Strafvollzug überführt. Seit der Jahrtausendwende hat die Zahl im MRV untergebrachter drogenabhängiger Klient innen und Klienten die der Alkoholabhängigen übertroffen, bei weiter steigender Tendenz. Nach regulärer Entlassung aus der stationären Behandlung im Maßregelvollzug werden die Klientinnen und Klienten zunächst unter Führungsaufsicht ambulant weiter betreut mit dem Ziel der schrittweisen Reintegration in das normale Hilfesystem. Inwiefern diese Klient innen und Klienten zunächst vorwiegend über forensische Nachsorgeambulanzen oder direkt über das Drogenhilfekonzept 2020 35 klassische Hilfesystem für Drogenabhängige betreut werden, wird je nach forensi scher Klinik unterschiedlich gehandhabt. In der Regel wird die forensische Nachsorge von den MRV - Kliniken selbst bzw. klinischen Fachambulanzen durchgeführt. Eine Einbindung des ambulanten Drogenhilfesystems erfolgt nur selten. Aktuelle Situation Im Kölner Stadtgebiet gibt es keine forensische Klinik für drogenabhängige MRV -Patientinnen und Patienten. Drogenabhängige Straftäter, auf die der § 64 MRV -Gesetz zutrifft, werden teils wohnortfern einer Behandlungseinrichtung zugewiesen. Im Kölner Drogenhilfenet zwerk ist daher der MRV nicht vertreten. Bedarfe Ob es nach Beendigung der forensischen Nachsorge einen Bedarf für ein besseres Schnittstellenmanagement gibt, ist derzeit unbekannt. Ziele und Maßnahmen ./. Drogenhilfekonzept 2020 36 3.3 Veränderung begleiten – 3. Meilenstein In der dritten Phase, der Handlungsphase, werden konkrete Verhaltensänderungen umgesetzt. Menschen mit Drogenabhängigkeit ändern aktiv ihr konsumorientiertes Verhalten, strukturieren ihre Umwelt und ihre Lebensgewohnheiten neu, gehen bewusst neue Erfahrungen ein, um ihr Drogenproblem zu lösen. Das Handeln erfordert Energie. Neues Verhalten soll in Alltagsroutine übergehen. Die Umwelt nimmt die Veränderung vermehrt wahr. Im dritten Workshop am 22. Juni 2018 wurden von den Teilnehmenden in dieser Phase als prioritär unterstützend medizinische Rehabilitation, Adaption, Nachsorge und Betreutes Wohnen bewertet. 3.3.1 Medizinische Rehabilitation Die medizinische Rehabilitation wird gemäß SGB VI über die Deutsche Rentenversicherung (DRV) finanziert. Maßnahmen bedürfen eines Le istungsantrags der Versicherten und einer Leistungszusage seitens der DRV vor Beginn der Therapie. Die medizinische Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen verfolgt die Ziele, Abstinenz zu erreichen und zu erhalten, körperliche und seelische Störungen weitgehend zu beheben oder auszugleichen, die Eingliederung in Arbeit, Beruf und Gesellschaft möglichst dauerhaf t zu erhalten bzw. zu erreichen10 Damit handelt es sich um eine Leistung mit klar definiertem Auftrag, der zwischen der DRV und den anbietenden Trägern vertraglich geregelt ist. Dies geschieht auf Grundlage von wissen - schaftlich fundierten Konzepten, die von der DRV anerkannt werden müssen 11. Die medizinische Rehabilitation wird bewilligt, wenn d ie Rehabilitationsbedürftigkeit, -fähigkeit und eine positive Prognose vorliegt. Auf Seiten der Träger ist neben räumlichen und qualitäts - sichernden Anforderungen eine bestimmte Personalausstattung (Soziale Arbeit mit anerkannter suchttherapeutischer Ausbildung, Psychologie, Medizin) Voraussetzung. Die Suchtrehabilitation wird stationär, ganztägig ambulant, ambulant oder in Kombination der verschiedenen Behandlungsformen durchgeführt. Nach erfolgreich abgeschlossener Rehabilitation sind auch Nachsorgeleistungen möglich. Seit der Vereinb arung Abhängigkeitserk rankungen (2001) können grundsätzlich auch Patientinnen und Patienten unter Substitutionsbehandlung eine Entwöhnungstherapie in Anspruch nehmen. Die DRV ist nach dem SGB VI vorrangiger Leistungsträger bei Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation, nachrangig sind die Krankenkassen (SGB V) oder die überörtlichen Träger der Sozialhilfe (SGB XII) zuständig. Medizinische Rehabilitation ist keine kommunal finanzierte Leistung, findet sich aber im Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln wieder, dass das Ziel hat, die medizinische Grundversorgung aller Menschen zu gewährleisten (G1). 10 Deutsche Rentenversicherung, Vereinbarung „Abhängigkeitserkrankungen“ vom 04. Mai 2001, § 2 11 Deutsche Rentenversicherung, „Vereinbarungen im Suchtbereich“, 2. Auflage (8/2013) Drogenhilfekonzept 2020 37 Es gibt aber viele, wichtige Schnittstellen zu kommunal finanzierten Angeboten, vor allem zu den Fachberatungsstellen: Die Fachberatungsstellen vermitteln in Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitserkrankter. Viele Fachberatungsstellen führen eigene Maßnahmen zur Ambulanten Rehabilitation Sucht (ARS) durch. Einige Fachberatungsstellen übernehmen ebenso die Nachsorge nach erfolgter Rehabilitation. Aktuelle Angebotssituation 87 Behandlungsplätze für die stationäre medizinische Rehabilitation Drogenabhängiger bieten folgende Fachkliniken in Köln bzw. im Kölner Umland: 24 Plätze in der Fachklinik Aggerblick (Drogenhilfe Köln) in Overath; 32 Plätze in der Fachklinik Tauwetter (SKM) in Bornheim und 31 Plätze im Haus Lindscheid, Drogenreha bilitationsabteilung der Psychosomatische n Klinik Bergisch Gladbach (PSK) in Wermelskirchen-Dabringhausen. Ganztägig Ambulante Rehabilitation Sucht bietet die Fachklinik Tauwet ter und für Menschen, die von einer Abhängigkeit von Cannabis und/oder Amphetaminen betroffen sind, d as Alexianer-Krankenhaus Köln an. Leistungen zur Ambulanten Rehabilitation Sucht für Abhängige von illegalen Drogen bieten i n Köln die Drogenhilfe Köln und der SKM an. Die PSK nimmt in Haus Lindscheid auch Patientinnen und Patienten auf, die noch unter Substitution stehen sowie Patientinnen und Patienten , die neben der Drogenabhängigkeit an weiteren behandlungsbedürftigen psychischen Störungen (insbesondere Psychosen) leiden und ergänzend pharmakologisch behandelt werden müssen. Die Einbeziehung substituierter Patient innen und Patient en in die medizinische Rehabilitation erfordert eine möglichst rechtzeitige Kontaktaufnahme mit den substituierenden Ärzt innen und Ärzten und Beratungsstellen vor Beantragung der Langzeittherapie, um Reha -Fähigkeit, Reha- Bedarf und -prognose sicher einschätzen und unrealistische Erwartungen klären zu können. In Einzelfällen ist auch eine du rchgehende Substitution möglich. Grundsätzlich setzt die Vereinbarung bei Abhängigkeitserkrankungen jedoch die Komplettabdosierung im Rahmen der medizinischen Rehabilitation voraus. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Medizinische Rehabilitation Drogenabhängiger muss eng mit dem weite ren Drogenhilfesystem kooperieren. Gerade bei substituierten und komorbide erkrankten Patientinnen und Patienten ist die enge Zusammenarbeit sowohl mit dem allgemeinpsychiatrischen Hilfesystem als auch den substituierenden Ärzt innen und Ärzten besonders no twendig. Im Falle nicht geplanter bzw. irregulärer Beendigung der Entwöhnungstherapie ist sicherzustellen, dass eine etwaige Substitutionsbehandlung unmittelbar fortgeführt wird bzw. eine Weiterbehandlung der allgemeinpsychiatrischen Störung (v. a. Psychosen) gesichert ist, einschließlich der Inanspruch- nahme entsprechender Wohnprojekte und tagesstrukturierender Maßnahmen. Drogenhilfekonzept 2020 38 In NRW bieten inzwischen nur noch die Fachklinik Release in Ascheberg bei Hamm (Westfalen- Lippe) und die PSK (Nordrhein) die medizinisc he Rehabilitation unter Substitution an. Eine integrative Langzeittherapie unter Einbeziehung Substituierter in eine größere Gruppe nicht substituierter Patient innen und Patient en wird dann schwierig, wenn in Einzelfällen eine durchgehende Substitution sin nvoll ist. D amit entsteht eine Warteliste, die es anderen erschwert, unter Substitution zeitnah eine Reha-Maßnahme antreten zu können. Deshalb ist zu fordern, dass auch weitere Rehakliniken zumindest kontinuierlich in Einzelfällen Patient innen und Patienten unter Substitution ermöglichen, eine Langzeittherapie aufzunehmen. Auch wäre wünschenswert, dass mehr Kliniken drogenabhängige Menschen unter Psychose/posttraumatischen Belastungsstörungen aufnehmen, wenn psychopharmakologische Medikation während der Rehabilitation weiterhin erforderlich ist. Ebenfalls wünschenswert wäre es für Patient innen und Patie nten mit geringen deutschen Sprachkenntnissen, auch schon während der medizinischen Rehabilitation den Erwerb der deutschen Sprache zu fördern. Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Für substituierte Patientinnen und Patienten stehen bedarfsgerecht Plätze für die stationäre medizinische Rehabilitation zur Verfügung. Einbringung des Themas durch das Gesundheitsamt im Rahmen der gesetzlichen Hinwirkungspflicht beim Treffen mit den leitenden Ärzten der sektorversorgenden Kliniken und Ansprache der Drogentherapeutischen Ambulanz. 2020/21 Für Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer Komorbidität auch während der medizinischen Rehabilitation pharmakologisch behandlungsbedürftig sind, stehen bedarfsgerecht Plätze zur Verfügung. Einbringung des Themas durch das Gesundheitsamt im Rahmen der gesetzlichen Hinwirkungspflicht beim Treffen mit den leitenden Ärzten der sektorversorgenden Kliniken und Ansprache der Drogentherapeutischen Ambulanz. 2020/21 Einbindung von Möglichkeiten des Erwerbs der deutschen Sprache. Vernetzung mit bestehenden Angeboten. In Bezug auf Wohnen und Tagesstruktur s iehe 3.2.3 Betreute Wohnprojekte und 3.2.4 Tagesstrukturierende Angebote. 3.3.2 Adaption An eine stationäre Entwöhnungsbehandlung kann sich bei Bedarf eine Adaptionsbehandlung von bis zu 16 Wochen anschließen. Der Übergang von stationärer Rehabilitation in die Adaption muss nahtlos erfolgen. Außerdem kann eine A daption nicht als Einzelmaßnahme ohne vorherige (ganztägig ambulante oder stationäre) Rehabilitation beantragt werden. Nach Drogenhilfekonzept 2020 39 erfolgreichem Abschluss der Rehabilitationsmaßnahme wird sie insbesondere Patientinnen und Patienten bewilligt, die seit Längerem ni cht mehr berufstätig sind bzw. über keine eigene Wohnung verfügen. Das Ziel der Adaption ist die „Erprobung und Einübung eigenverantwortlicher Lebensführung und Anforderungen des Erwerbslebens unter realen Alltagsbedingungen . Das Ziel ist die berufliche und soziale Wiedereingliederung“12 Die Adaptionsbehandlung umfasst Maßnahmen zur Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt (z.B. durch Praktika) , darüber hinaus einzel - und gruppentherapeutische Angebote, ein sporttherapeutisches Angebot, sozialarbeiterische u nd arbeitstherapeutische Betreuung. Die Betreuungsintensität ist deutlich geringer als während der vorgeschalteten Phase der medizinischen Rehabilitation, die Eigenverantwortung der Patienten entsprechend größer. Auch Adaption kann ganztätig ambulant oder stationär angeboten werden. Ausschlaggebend hierfür ist der individuelle Bedarf der zu Rehabilitierenden. Die Adaption wird von der Deutschen Rentenversicherung finanziert, findet sich aber im Handlungsfeld Gesundheit des Masterplans Soziales Köln wieder , mit dem Ziel, die medizinische Grundversorgung aller Menschen zu gewährleisten (G1). Aktuelle Angebotssituation Die Drogenhilfe Köln (10 Plätze), die Psychosomatisc he Klinik Bergisch Gladbach (10 Plätze), das Reha-Zentrum des SKM (16), das Projekt Wohngem einschaft e.V. (PROWO) (10 Plätze) und das MEDIAN Therapiezentrum und Adaptionshaus Köln (12 Plätze) bieten eigene Adaptionseinrichtungen mit insgesamt 58 Plätzen in Köln bzw. dem Kölner Umland an. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Angesichts d er sehr heterogenen Ressourcen, Komplexitätsgrade der Störungen und Unterstützungsbedarfe ist ein großes Spektrum unterschiedlicher Praktikumsgeber erforderlich, um den verschiedenen Patienten angemessene Praktikumsplätze zur Verfügung stellen zu können. Eine b esondere Herausforderung sind Patienten mit Sprachproblemen (Deutsch nicht als Muttersprache) sowie Analphabeten, zu deren Unterstützung das kommunale Hilfeangebot in Anspruch genommen wird (Volkshochschule, Sprachkurse etc.). Die entsprechenden Ange bote sind überschaubar, die zu beachtenden Zeitrahmen wenig flexibel, so dass sich die Integration einer Sprachunterstützung im Versorgungsalltag als kompliziert und mitunter nicht realisierbar darstellt. Hier besteht Handlungsbedarf. 12 DRV Schriften Bd 81, Sozialmedizinisches Glossar der Deutschen Rentenversicherung, Juli 2013, S 19 Drogenhilfekonzept 2020 40 Ziele und Maßnahmen Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Einbindung von Möglichkeiten des Erwerbs der deutschen Sprache in die Adaption. Vernetzung mit bestehenden Angeboten. offen Ausreichende Anzahl an bedarfsgerechten Praktikumsplätzen steht zur Verfügung. offen offen 3.3.3 Nachsorge Nachsorge als Teil der Leistungen der DRV ist ein ambulantes Angebot zur „Sicherung der Nachhaltigkeit einer medizinischen Rehabilitation“ 13. Nachsorge schließt sich damit als ergänzendes Angebot an eine stationäre Entwöhnungsbehandlung an . Die Inhalte der Nachsorge orientieren sich überwiegend an den Punkten Erhaltung und Stabilisierung der Abstinenz angemessene Konfliktlösungsstrategien bei drohenden oder aktuellen Krisen Förderung der Inanspruchnahme weitergehender Hilfen (Selbsthilfe, M aßnahmen zur beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe, Psychotherapie usw.)14 Ergeben sich darüber hinaus notwendige Bedarfe, müssen wieder andere Formen der Hilfe initiiert werden. Weil es sich bei der Nachsorge ausdrücklich nicht mehr um ein therapeuti sches Angebot handelt, wird auch nicht mehr entsprechend therapeutisch geschultes Personal zwingend vorgeschrieben, jedoch seitens der DRV als wünschenswert angesehen. Als Angebot der DRV findet sich die Nachsorge im Handlungsfeld Gesundheit des Masterplan s Soziales Köln wieder , mit dem Ziel, die medizinische Grundversorgung aller Menschen zu gewährleisten (G1). Aktuelle Situation Nachsorge bildet wieder eine Schnittstelle zu den Fachberatungsstellen, in denen diese Form der Hilfe angeboten wird. In Köln bi eten die Drogenhilfe Köln und der SKM Nachsorge für Abhängige von illegalen Drogen an. Insbesondere für schwule Männer und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), die ihren Drogenkonsum mit ihrer ausgelebten Sexualität kombinieren, bietet auch die Aidshilfe Köln Nachsorge an. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden ./. 13 Gemeinsames Rahmenkonzept der DRV zur Nachsorge vom 31.10.2012, Pkt. 1 14 Ebd, Pkt 4 Drogenhilfekonzept 2020 41 3.3.4 (Ambulant) Betreutes Wohnen (bis 31.12.2019) Das Ambulante Betreute Wohnen für Menschen mit Suchterkrankung i n Köln ist ein etabliertes Hilfeangebot zu Verbesserung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Es ist ein Angebot für Menschen mit Behinderung, die sich über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage sehen, ohne professionelle Begleitung am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben. Fachkräfte begleiten stundenweise individuell e in selbständiges Wohnen in der eigenen Wohnung. Der Umfang der Betreuung orientiert sich am persönlichen Bedarf. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung zu fördern bzw. zu mobilisieren, sich in ihren alltäglichen Lebens - und Wohnsituationen weitgehend selbst ändig zurechtzufinden und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Die entsprechenden strategischen Ziele des Masterplans Soziales Köln im Handlungsfeld Wohnen sehen vor, dass ausreichend bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum vorhanden ist (W1), Menschen mit Wohnhemmnissen unterstützt werden (W2), vulnerable Gruppen geschützt sind (W3), Wohnungslosigkeit vermieden wird (W4) und neue Wohnformen entwickelt werden (W7). Primär gilt es für den Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens für Menschen mit Suchterkrankung die Wohnung zu erhalten und eventuell Wohnraum zu finden, Begleitung bei der Bewältigung lebenspraktischer Aufgaben, Beratung bei behördlichen, organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten, Begleitung in privaten und gesundheitlichen Konflikt- und Krisensituationen, Unterstützung bei der Entwicklung einer angemessenen Tagesstruktur, Unterstützung bei einer beruflichen Eingliederung und Begleitung bei Problemen am Arbeitsplatz, Motivation bei der Freizeitgestaltung und der Schaffung sozialer Kontakte, gemeinsames Hinarbeiten auf eine langfristige Perspektive sowie Sicherung des Status quo und Vermeidung bzw. Verlangsamung von Verschlechterung. Die Rechtsgrundlagen dieser ambulanten Eingliederungshilfen sind im Sozialgesetzbuch XII in den §§ 53 ff. i.V.m. § 55 SGB IX definiert. Die Leistung wird durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert und bezüglich der Qualität kontrolliert. In Köln wurde 2017 für 847 Menschen mit chronischer Suchterkrankung Eingliederungshilfe vom LVR bewilligt: in 723 Fällen Ambulant Betreutes Wohnen und in 115 Fällen stationäres Wohnen. Aktuell wird im Rahmen der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes die Eingliederungshilfe, wozu auch das Betreute Wohnen gehört, grundsätzlich reformiert. Die Neuausric htung der Eingliederungshilfe erfolgt konsequent personenzentriert. Die Umsetzung erfolgt stufenweise. Der Teil „Besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensführung von Menschen mit Behinderungen“ tritt zum 01.01.2020 in Kraft. Konkrete Einzelheiten hi erzu befinden sich noch im Abstimmungsprozess. Entschieden ist jedoch, dass Eingliederungshilfen nur noch vom überörtlichen Sozialhilfeträger erbracht werden. Für NRW sind das die Landschaftsverbände. Drogenhilfekonzept 2020 42 Aktuelle Angebotssituation Der Bedarf und damit die Na chfrage nach dieser Unterstützung sind stetig gestiegen. Die Fallzahlen der Eingliederungshilfe in Form des Ambulant Betreuten Wohnens haben sich binnen 10 Jahren seit Einführung nahezu verdreifacht. Im Jahr 2007 lagen die Fallzahlen der Eingliederungshilfe in Form des Ambulant Betreuten Wohnens bei 1.930 Fällen und im Jahr 2017 bei 5.426. Die Zahlen beinhalten alle Formen der Behinderung. Für das Stadtgebiet Köln hat sich eine differenzierte Anbieterlandschaft mit über 50 Anbietern entwickelt, die überwieg end in dem Verein „Faba – Freie ambulante BeWo -Anbieter e.V.“ zusammengeschlossen sind. Eine intensive Vernetzung mit den Hilfsangeboten im Bereich der Suchthilfe und der Kommune sind grundlegende Voraussetzung einer erfolgreichen Betreuung. Ein gutes Beis piel hierfür ist das Angebot "Tandem" des SkF. Hier arbeitet Bewo Sucht zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Sozialpädagogischen Familienhilfe in Familien, in denen eine Suchtproblematik vorliegt. Im Großraum Köln gibt es mit der Torburg in Bornheim ( Deutscher Orden Ordenswerke), dem Faßbacher Hof in Schildgen (Arbeiter Samariter Bund RV Bergisch Land e.V.) und Haus Birkenbusch (PSK in Bergisch Gladbach) drei Wohneinrichtungen, die den enormen Bedarf des hiesigen Hilfesystems aber nicht abdecken können. Bedarfe aus Sicht der Workshop-Teilnehmenden Aufgrund der Finanzierung des Einzelfalls ist im Prinzip eine Bedarfsdeckung sicher gestellt. Jedem Hilfesuchenden kann ein Angebot gemacht werden, wenn er die Voraussetzungen dazu erfüllt. Menschen mit Suchterkrankung, die in einer der vier Substitutionsambulanzen behandelt werden, können das Angebot nicht in Anspruch nehmen, da hier die Leistungen ein er psychosozialen Begleitung (PSB) inkludiert sind. Das Fehlen spezifischer Angebote für Menschen mit Migrat ionshintergrund, für Menschen mit Doppeldiagnosen, für Menschen ohne Wohnraum, für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen, für aus der Haft entlassene Menschen forder t vielfältig heraus. Der angespannte Kölner Wohnungsmarkt stellt eine große Hürde bezü glich der sozialen Teilhabe dar. Menschen mit Suchterkrankung, meist von Sozialtransferleistungen lebend, oftmals mit zusätzlichen psychosozialen Problemen belastet, sind häufig auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt nicht konkurrenzfähig. Hier besteht ein hohe r Bedarf an angemessenem Wohnraum. Eine weitere Herausforderung stellt die Gewinnung von Fachkräften dar. Ferner besteht ein hoher Bedarf an Stationärem Betreutem Wohnen für die wachsende Zahl multimorbider langjährig Drogenabhängiger. Ein Mangel an nahtl os verfügbaren , adäquat betreuten stationären Angeboten führt ansonsten oftmals zu Betreuungsabbrüc hen und Kontaktverlust zum Hilfe system, d.h. auch Rückkehr in die Obdachlosigkeit und konsumnahe Lebensbedingungen. Auch der Bedarf älter werdender Drogenab hängiger, die vorübergehend oder dauerhaft eine Unterbringung in einer soziotherapeutischen Einrichtung benötigen, nimmt deutlich zu. Drogenhilfekonzept 2020 43 Ziele und Maßnahme Ziele Beschlossene Maßnahmen Zeitrahmen Ausreichend barrierefreier Wohnraum für die Zielgruppe. Siehe Handlungsfeld Wohnen des Masterplans Soziales Köln. Inanspruchnahme von Leistungen zum Betreuten Wohnen bei zeitgleicher Behandlung in den städtischen Ambulanzen, ergänzend zur dort geleisteten PSB. Klärung zwischen Amt für Soziales, Arbeiten und Wohnen, dem LVR und dem Gesundheitsamt. 2019/20 In Bezug auf Wohnen s. auch 3.2.3 Drogenhilfekonzept 2020 44 3.4 Änderungen sichern – 4. Meilenstein Wenn länger als sechs Monate gesundheitsbewusstes bzw. abstinentes Verhalten anstelle eines problematischen Drogenkonsums etabliert wurde, ist es erforderlich, diese Verhaltens - änderung langfristig zu stabilisieren. Diese Phase bzw. dieses Stadium wird von Prochaska und DiClemente Phase der Aufrechterhaltung genannt. Die Anwendung der erlernten Fähigkeiten und Strategien wird nun zur alltägl ichen Routine. In dieser Phase geht es insbesondere um Bewältigung von Krisen, Rückfallprophylaxe und -bearbeitung sowie um einen stabilen Lebensalltag. Hierbei kann und sollte das professionelle Hilfesystem unterstützen, soweit dies im Einzelfall situationsbezogen erforderlich ist. Die erreichte Veränderung abhängigen Verhaltens erklärt auch, dass keine Einrichtung der professionellen Drogenhilfe für diese Phase prioritär zuständig ist. Hilfe und Unterstützung bieten im Bedarfsfall die folgenden, zuvor ausführlich beschriebenen Angebote: Fachberatungsstellen, Psychosoziale Betreuung (PSB), Selbsthilfe, Medizinische Rehabilitation, Adaption, Nachsorge Betreutes Wohnen. Eine besondere Bedeutung zur langfristigen Stabilisierung hat die Selbsthilfe, wie verschiedene Studien gezeigt haben 15. Die Selbsthilfe trägt maßgeblich zu den strategischen Zielen des Masterplans Soziales Köln im Handlungsfeld gesellschaftliche Einbindung bei: Menschen sollen Kultur-, Sport - und Freizeitangebote inklusiv nutzen (P2) und sic h am politischen Leben beteiligen können (P4). Im Rahmen der Erarbeitung des Drogenhilfekonzeptes sind für die Phase der Aufrechterhaltung keine eigenen Bedarfe, Ziele und Maßnahmen erarbeitet worden. Es ergeben sich aber Schnittstellen zu vorhergehenden M eilensteinen. So ist es natürlich erforderlich, dass auch längerfristig bei Rückfällen und psychosozialen Krisen ausreichend Kapazitäten der PSB und des Betreuten Wohnens zur Verfügung stehen. Zur Stabilisierung des Alltags ist aber genauso zufriedenstellender Wohnraum und eine sinnstiftende Tagesstruktur notwendig. Hier greifen die Zielformulierungen des Masterplans Soziales Köln, dass alle Menschen am Arbeitsleben teilhaben können und ausreichend mit Wohnraum versorgt sind. 15 https://www.konturen.de/fachbeitraege/zusammenarbeit-von-beruflicher-suchthilfe-und-sucht- selbsthilfe/ (21.11.2018) Drogenhilfekonzept 2020 45 4 Perspektiven zur Weiterentwicklung des Kölner Drogenhilfesystems In dem vorliegenden Drogenhilfekonzept zeigt sich, dass die Stadt Köln über ein hoch entwickeltes, breit aufgestelltes und differenziert ausgebautes Drogenhilfesystem verfügt. Soziale, psychologische und medizinische Hilfen und Interventionsformen ergänzen einander. Die verschiedenen Kosten - und Leistungsträger mit ihren jeweiligen Rahmenbedingungen sowie eine sich verändernde Suchtszene machen effektives Schnittstellenmanagement und eine gute Kooperation und Vernetzun g der beteiligten Akteure sowie eine kontinuierliche Planung und Steuerung dringend erforderlich:16. Kontinuierliche Kooperation, Planung und Steuerung Die Wirksamkeit in der Versorgung Drogenabhängiger ist nicht zuletzt durch die Koexistenz einer Vielzahl von Kosten - und Leistungsträgern und Angebotsformen bedingt. Daher besteht die Notwendigkeit der Planung, Koordination und Steuerung durch das Gesundheitsamt, wie sie das Öffentliche Gesundheitsdienst Gesetz NRW (ÖGDG) als Aufgabe der Kommunen festlegt. Dabei sollten fachlich etablierte Instrumente wie Rahmenvereinbarungen, Kosten - Leistungsverträge oder Qualitätszirkel verwendet werden. In einem fachlichen Austausch mit Gesundheitsämtern anderer Großstädte wurde dies bestätigt. Ein kooperativer Planungsprozess setzt die erforderlichen Strukturen sowie die Diskurs - und Kooperationsbereitschaft aller Akteure voraus. Die Entwicklung umfassender und kontinuierlicher Steuerungsstrukturen und die Bereitschaft zur Kooperationen sind in der Suchthilfe unverzichtb ar. Um im Einzelfall alle Ressourcen der Basisversorgungssysteme (niedergelassene Ärzte, Allgemeinkrankenhäuser, Psychiatrische Krankenhäuser, Allgemeine Soziale Dienste, Sozialpsych iatrische Dienste u.a.) sowie de s spezialisierten Drogenhilfesyste ms einbe ziehen zu können, sollten fallbezogene Vernetzung und das Case-Management etabliert sein. Finanzierung Die sozialrechtliche Anerkennung der Sucht als Krankheit schuf eine wesentliche finanzielle Grundlage für den Ausbau und die Finanzierung des Hilfesyst ems. Es bestehen sehr unterschiedliche Finanzierungsformen für die diversen Leistungsangebote. Um die kommunale Steuerungsverantwortung zukünftig zielorientiert besser wahrnehmen zu können, wird es erforderlich sein , Pauschalzuwendungen durch Leistungsvere inbarungen abzulösen. Für die städtische Förderung der Drogenhilfe gilt zudem, dass sie, wie alle städtischen Förderungen, zukünftig grundsätzlich im Rahmen von Förderprogrammen erfolgen wird. Bedarfsgerechtigkeit und sozialräumliche Ausrichtung Die quan titativen und qualitativen Planungsschritte orientieren sich an den sich wandelnden Bedarfen betroffener Menschen mit Drogenproblemen. Veränderte Konsumgewohnheiten in Bezug auf psychotrope Substanzen führen auch zu veränderten substanzbezogenen Störungen und Risiken. Das Hilfesystem muss diese n Wandel kontinuierlich beobachten und seine Hilfe - und Interventionsformen den sich verändernden Bedarfen adaptieren . Mit der sozialräumlichen Ausrichtung von Angeboten im Quartier, ggfls. für spezifische Zielgruppe n, sollen die Teilhabechancen von Drogenabhängigen gestärkt werden. 16 Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: SITUATION UND PERSPEKTIVEN DER SUCHTKRANKENHILFE Positionspapier 2001 Drogenhilfekonzept 2020 46 Fachlichkeit und Qualitätssicherung Für die Leistungserbringung wie auch die Weiterentwicklung der Drogenhilfe ist die Fachlichkeit und kontinuierliche Qualifizierung der Fachkräfte von e ntscheidender Bedeutung. Dabei kommt – basierend auf der theoretischen Fundierung dieses Drogenhilfekonzept – Qualifikationen zur gezielten Stärkung von Veränderungsbereitschaft eine besondere Bedeutung zu. Die Qualitätssicherung erfolgt in den verschiedenen Einrichtungen der Drogenhilfe aktuell sehr unterschiedlich, soll aber prinzipiell vergleichbar sein. Dokumentation und Evaluation sollten als selbstverständliche Instrumente der Qualitätssicherung angewandt werden, um die Wirksamkeit der verschiedenen Hilfeformen und Interventionen darstellen, überprüfen und gegebenenfalls verbessern zu können. Darüber hinaus können Qualitätszirkel und selbstverpflichtende Qualitätsstandards zielführende Instrumente sein. Teilhabe und Partizipation Gemeinsame Grundlag e für die Leistungserbringung der Drogenhilfe ist die Orientierung an Teilhabe und Inklusion. Als f achliche Basis gelten das bio -psychosoziale Modell, die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) sowie das neue Bundesteilhabegesetz (BThG). Die Hilfeangebote müssen individuell angemessen, miteinander vernetzt und ausreichend niedrigschwellig sein, auch in Bezug auf zeitliche und örtliche Erreichbarkeit. T eilhabe und Partizipation erfordern auch Maßnahmen zur Förd erung der Akzeptanz in der Stadtgesellschaft. Ergebnisse und Wirksamkeit Um die Ergebnisse und die Wirksamkeit der erbrachten Leistungen abbilden zu können, ist die Entwicklung einheitlicher, verbindlicher Indikatoren zur Messung und Erfolgskontrolle notwendig. Hierzu zählt auch die Erhebung entsprechender Daten, darunter der Kerndatensatz Sucht und soz ialraumbezogene Analysen , sowie ggfls. maßnah menspezifischer Dokumentationen. Integrierte Suchthilfe Das vorliegende Drogenhilfekonzept umfasst den Bereich d er Abhängigkeit von illegalen Substanzen. Perspektivisch strebt die Stadt Köln eine integrierte Suchthilfe an, die auch legale Suchtmittel wie Alkohol und Medikamente sowie nicht stoffgebundene Suchtformen umfasst. Das Drogenhilfesystem hat sich in Deutschland neben dem sehr viel älteren System der Hilfen für Menschen mit Alkoholproblemen additiv als Spezialsystem entwickelt. Dadurch entstand auch in Köln ein weitgehend paralleles Netz an Beratungs - und Behandlungseinrichtungen. Zukünftig sollen stärker synergetische Effekte , z.B. durch die Bündelung fachlicher und personeller Ressourcen, gefördert werden. U nter fachlichen Aspekten und im Hinblick auf die Nutzung von Ressourcen soll geprüft werden, wo die stärkere Vernetzung oder Integration von Angeboten größere Effektivität und Effizienz verspricht. Ein zukünftig integratives Suchthilfekonzept sollte zudem Suchtprävention und Frühintervention umfassen. Drogenhilfekonzept 2020 47 5 Ausblick Die Stadt Köln hat eine dreijährige externe Evaluation der Umsetzung des Drogenhilfe - konzeptes beschlossen. Im Juli 2019 wurde FOGS - Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits - und Sozialbereich mit der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation beauftragt. Gegenstand der Untersuchung sind die Entwicklung von Grundlagen für eine Planung und Steuerung der Sucht-/Drogenhilfe, die Analyse von Strukturen und Prozessen, die Begleitung der Umsetzung des Drogenhilfekonzepts sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für eine qualitative Weiterentwicklung des Drogenhilfesystems . Der Prozess der Evaluation wird partizipativ unter Einbezug der Fachexpertise in Köln stattfinden und intensiv durch die Verwaltung begleitet. Die Untersuchung ist prozessorientiert und wird laufend (Zwischen-)Ergebnisse in den Entwicklungsprozess einbringen. Entsprechend der Handlungsempfehlungen und mit Hilfe zu implementierender Strukturen und Instrumente soll eine längerfristige, bedarfsorientierte Suchthilfeplanung mit einer bedarfsgerechten Finanzierung ermöglicht werden, um die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen von Menschen mit einer Suchterkrankung in Köln nachhaltig zu verbessern. Drogenhilfekonzept 2020 48 6 Beteiligte 6.1 Autorinnen- und Autorenverzeichnis Von verschiedenen Beteiligten wurden zu einzelnen Themen Texte erarbeitet, die eine Grundlage für die Erstellung des vorliegenden Drogenhilfekonzeptes waren. Folgende Personen haben Beiträge zur Verfügung gestellt: Name Einrichtung Brünner, Bettina Stadt Köln, Gesundheitsamt Dahlheim, Charlotte Stadt Köln, Gesundheitsamt Hambüchen, Dr. Thomas Drogenhilfe Köln gGmbH Hecht, Andreas SKM Köln e.V. Jesse, Marco Vision e.V. Kreft, Anne Drogenhilfe Köln gGmbH Kuhlmann, Dr. Thomas PSK – Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach Kuss, Rüdiger FABA e.V. Lauterborn, Marcus Aidshilfe Köln e.V. Peters, Thomas LVR Eingliederungshilfe Schneider, Prof. Dr. Barbara LVR-Klinik Köln Teutenberg, Norbert SKM Köln e.V. Die Textbeiträge wurden redaktionell bearbeitet von Doris Sarrazin, ehemals LWL - Koordinationsstelle Sucht. Allen einen herzlichen Dank. Drogenhilfekonzept 2020 49 6.2 Teilnehmende an den Workshops Einrichtung Name WS 1 WS 2 WS 3 WS 4 Aidshilfe Köln e.V. Frau Diers X Aidshilfe Köln e.V. Herr Laue X Aidshilfe Köln e.V. Herr Lauterborn X X X Aidshilfe Köln e.V. Herr Schuhmacher X X X Alexianer Köln GmbH Frau Schwamborn X Betreutes Wohnen (illegal) Arbeitskreis BeWo Sucht Frau Schilling X Blaues Kreuz Köln e.V. Herr Magar X X Blaues Kreuz Köln e.V. Herr Seeger X Diakonie Köln und Region Frau Anton X X Diakonie Köln und Region Herr Kobus X Diakonie Köln und Region Frau Naujoks X Diakonie Köln und Region Frau Schönewolff X X Drogenhilfe Köln gGmbH Herr Dr. Hambüchen X X X X Drogenhilfe Köln gGmbH Frau Kreft X X Drogenhilfe Köln gGmbH Herr Dr. Kursawe X Drogenhilfe Köln gGmbH Herr Salisch-Chromow X Drogenhilfe Köln gGmbH Herr Sevenich X X Drogenhilfe Köln gGmbH Herr Sondermann X Drogenhilfe Köln gGmbH Herr Wedig X FABA e.V. Herr Kuss X X X X Jobcenter Köln Frau Kuck X X Jobcenter Köln Frau Schwarte X Jobcenter Köln Herr Steinfels X LVR Herr Peters X Drogenhilfekonzept 2020 50 LVR – Eingliederungshilfe Frau Wasmuth X LVR-Klinik Köln Frau Dr. Ferfers X X LVR-Klinik Köln Frau Prof. Dr. Schneider X X MEDIAN Gesundheitszentrum Köln Frau Neumann X PSK – Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach Herr Dr. Kuhlmann X X X PSK – Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach Herr Pin X X Selbsthilfe KAG Herr Drümmen X X X X Selbsthilfe KAG Herr Fuchs X X X X SkF e.V. Köln Frau Wiedenau X SKM e.V. Köln Herr Hecht X X SKM e.V. Köln Herr Papenbrock X X SKM e.V. Köln Herr Teutenberg X X SKM e.V. Köln Frau van Well X X Spiritaner Stiftung Frau Ackerschott X X X Spiritaner Stiftung / Notel Frau Bäcker X X Spiritaner Stiftung / Notel Frau Bruschinski X Stadt Köln, Dez. V Herr Schlanstedt X X X Stadt Köln, Gesundheitsamt Herr Dr. Albers X X X X Stadt Köln, Gesundheitsamt Frau Brünner X Stadt Köln, Gesundheitsamt Frau Dr. Bunte X X X X Stadt Köln, Gesundheitsamt Frau Dahlheim X Stadt Köln, Gesundheitsamt Frau Dorgeloh X X X X Stadt Köln, Gesundheitsamt Herr Lehmann X Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie Herr Bathen X Drogenhilfekonzept 2020 51 Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie Herr Kahl X Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie Frau Köper X Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie Herr Schwarz X Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie Herr Schärpf X Stadt Köln, Amt für Soziales und Senioren Frau July X Stadt Köln, Amt für Soziales und Senioren Herr Krütt-Hüning X X Stadt Köln, Amt für Soziales und Senioren Frau Martin X X Vision e.V. Herr Jesse X X X Die Workshops wurden moderiert von Frau Dorothe Mücken, Landesstelle Sucht NRW. Allen einen herzlichen Dank. 7 Anhang 7.1 Tabelle: Einrichtungen je Meilenstein 1. Meilenstein – Überleben sichern Drogenkonsumraum Angebot Standort Finanzierung KAD 1 SKM 3 Plätze (auch inhalativer Konsum) Köln-Innenstadt Bahnhofsvorplatz 2a Stadt Köln - Gesundheitsamt Notschlafstellen Angebote Standort Finanzierung Notschlafstelle „Notel“ Spiritaner-Stiftung 10 Betten für Männer Köln-Innenstadt Victoriastraße 12 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Notschlafstelle in Nippes Drogenhilfe Köln 10 Betten für Männer Köln-Nippes Cranachstraße 9 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Notschlafstelle am Bahnhof SKM 10 Betten für Männer und Frauen Köln-Innenstadt Komödienstraße 4 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Notschlafstelle „come back“ SkF 7 + 2 Notbetten für Frauen (auch mit Tieren) Köln-Innenstadt Mauritiussteinweg 77 - 79 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Drogenhilfekonzept 2020 53 Krankenwohnung für Drogenabhängige Angebot Standort Finanzierung Krankenwohnung „Kosmidion“ Spiritaner-Stiftung 5 Betten+ 1 Notbett in 3 Zimmern für Männer und Frauen Köln-Innenstadt Victoriastraße 12 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Eigenanteil Spiritaner-Stiftung Mobiler Medizinischer Dienst (MMD) Angebot Standort Finanzierung Mobiler Medizinischer Dienst (MMD) Sprechstunden: Kontaktstelle am Bahnhof (SKM) Café Victoria (Drogenhilfe) Krankenwohnung Kosmidion (Spiritaner) Kontaktladen in Kalk (Vision) Stadt Köln - Gesundheitsamt Gesetzliche Krankenkassen Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe Spritzentausch / Schadensminimierung Angebote Standort Finanzierung Spritzentausch in ca. 20 Einrichtungen des Drogenhilfesystems Verteilt über das Stadtgebiet Stadt Köln - Gesundheitsamt 13 Spritzenautomaten Verteilt über das Stadtgebiet Aids-Hilfe NRW Aufsuchendes Suchtclearing Angebot Standort Finanzierung Aufsuchendes Suchtclearing (ASC) Gesundheitsamt Köln – Koordination Drogenhilfe Köln, SKM und Vision Einsätze im Stadtgebiet, besonders in den Hotspots der offenen Drogenszene Stadt Köln - Gesundheitsamt Drogenhilfekonzept 2020 54 Niedrigschwellige Kontaktstellen/ - cafés/ - läden Angebote für Erwachsene Standorte Finanzierung Kontaktstelle am Bahnhof SKM Köln-Innenstadt Bahnhofsvorplatz 2a Stadt Köln - Gesundheitsamt Kontakt- und Beratungsstelle „Vor Ort“ Kalk SKM Köln-Kalk Dieselstraße 17 Stadt Köln - Gesundheitsamt Kontakt- und Beratungsstelle Ehrenfeld Träger- und Förderverein Drogenkontaktstelle Ehrenfeld e.V. in Kooperation mit dem SKM Köln-Ehrenfeld Rothenkruger Straße 2a Stadt Köln – Gesundheitsamt Kontakt- und Gesundheitszentrum „Café Viktoria“ Drogenhilfe Köln Köln-Innenstadt Viktoriastraße 12 Stadt Köln – Gesundheitsamt Kontaktladen Kalk Vision Köln-Kalk Neuerburgstraße 25 Stadt Köln – Gesundheitsamt Kontaktladen Meschenich Vision Köln-Meschenich (Kölnberg) An der Fuhr 3 Stadt Köln – Gesundheitsamt Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene Standorte Finanzierung „Café Mäc Up“ SkF Köln-Innenstadt Gereonstraße 13 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie B.O.J.E.- Beratungsbus Gesundheitsamt und Auf Achse Kjsh e.V. Köln-Innenstadt Busbahnhof am Breslauer Platz Stadt Köln – Gesundheitsamt Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Verein »wir helfen« Drogenhilfekonzept 2020 55 Beratungsangebote für Prostituierte Angebote Standort Finanzierung „Mäc Up Geestemünderstraße“ SkF und Gesundheitsamt Köln-Longerich Straßenstrich Geestemünderstraße Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Stadt Köln – Gesundheitsamt Rahab SkF Köln-Innenstadt Mauritiussteinweg 77-79 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Substitutionsbehandlung Angebote Standort Finanzierung 4 Substitutionsambulanzen mit Komplexangebot aus Substitution und PSB: Substitutionsambulanz Neumarkt Gesundheitsamt Köln und Drogenhilfe Köln 280 Plätze davon 80 für Diamorphinbehandlung Suchthilfezentrum Köln-Mülheim Drogenhilfe Köln 130 Plätze Suchthilfezentrum Köln-Mitte Drogenhilfe Köln 130 Plätze "MEREAM" Substitutionsambulanz SKM 120 Plätze Köln-Innenstadt Lungengasse 13-17 Köln-Mülheim Bergisch Gladbacher Straße 71 Köln-Innenstadt Auf dem Hunnenrücken 7 Köln-Innenstadt Große Telegraphenstraße 31 GKV Selbstzahler Drogenhilfekonzept 2020 56 16 niedergelassenen Arztpraxen Verteilt über das Stadtgebiet GKV Selbstzahler 2 Institutsambulanzen LVR-Klinik Köln 100 Plätze Psychosomatischen Klinik Bergisch Gladbach (PSK) 20 Plätze Köln-Merheim Wilhelm-Giesinger-Straße 23 Bergisch Gladbach Schlodderdicherweg 23 a, GKV Selbstzahler GKV Selbstzahler 2. Meilenstein 2.1 Fachberatungsstellen Angebote für (junge) Erwachsene Standorte Finanzierung Fachambulanz Sucht SKM Köln-Innenstadt Große Telegraphenstraße 31 Stadt Köln - Gesundheitsamt Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Suchthilfezentrum Köln-Mitte Drogenhilfe Köln Köln-Innenstadt Auf dem Hunnenrücken 7 Stadt Köln - Gesundheitsamt Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Suchthilfezentrum Köln-Mülheim Drogenhilfe Köln Köln-Mülheim Bergisch Gladbacher Straße 71 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Beratungsstelle „Vor Ort“ Porz SKM Köln-Porz Goethestraße 7 Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Drogenhilfekonzept 2020 57 Kontakt- und Beratungsstelle „Vor Ort“ Kalk SKM Köln-Kalk Dieselstraße 17 Stadt Köln - Gesundheitsamt Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene Standorte Finanzierung Jugend Sucht Beratung Köln SKM Köln-Innenstadt Bismarckstraße 1-3 Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Stiftungen und Eigenmittel Land NRW und BMG B.i.S.S. (= Beratung und Begleitung für Jugendliche in Sachen Sucht) SKM und SkF Köln-Innenstadt Bismarckstraße 1-3 Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Jugendsuchtberatung „ansprechbar“ Drogenhilfe Köln Köln-Innenstadt Victoriastraße 12 Köln-Chorweiler Athener Ring 3 a Köln-Meschenich An der Fuhr 1 Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Stiftungen und Eigenmittel Drogenhilfekonzept 2020 58 Projekte Standorte Finanzierung Jugendsuchtberatung „ansprechbar“ Drogenhilfe Köln Projekt Crysp Amphetamine / Partydrogen Projekt Kidkit Kinder suchtkranker Eltern Köln-Innenstadt Köln-Mülheim Köln-Meschenich Köln-Innenstadt Victoriastraße 12 Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Stiftungen und Eigenmittel Ehrenamt, Stiftungen und Eigenmittel Drittmittel Bundesministerium für Gesundheit Aidshilfe Köln Chemsex-Beratung Köln-Innenstadt Beethovenstraße 1 Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW im Rahmen des Aktionsplans gegen Sucht NRW SKM Köln Jugend Sucht Beratung Projekt „Interkulturelle Suchtprävention“ Köln-Innenstadt Bismarckstraße 1-3 Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie SKM Köln MIKADO/StandUp Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien Köln-Kalk Kontakt- und Beratungsstelle "Vor Ort" Dieselstraße 17 Köln-Mülheim CSH Familienberatungsstelle Knauffstr.14 Chance for Kids - Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln Stadt Köln - Amt für Kinder, Jugend und Familie Drogenhilfekonzept 2020 59 2.2 Psychosoziale Begleitung (PSB) Angebot Standort Finanzierung Plätze im Rahmen der Substitution in niedergelassenen Arztpraxen (220 Plätze) Suchthilfezentrum Köln Mitte Drogenhilfe Köln 62 Plätze Suchthilfezentrum Köln-Mülheim Drogenhilfe Köln 93 Plätze Kontakt- und Beratungsstelle Ehrenfeld Träger- und Förderverein Drogenkontaktstelle Ehrenfeld e.V. in Kooperation mit SKM 20 Plätze Kontaktstelle am Hauptbahnhof SKM 25 Plätze Aidshilfe Köln 20 Plätze Köln-Innenstadt Auf dem Hunnenrücken 7 Köln-Mülheim Bergisch Gladbacher Straße 71 Köln-Ehrenfeld Rothenkruger Straße 2a Köln-Innenstadt Bahnhofsvorplatz 2a Köln-Innenstadt Beethovenstraße 1 Stadt Köln – Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Stadt Köln - Gesundheitsamt (kommunalisierte Landesmittel) Drogenhilfekonzept 2020 60 Plätze im Rahmen der Substitutionsambulanzen 660 Plätze Substitutionsambulanz Neumarkt Gesundheitsamt Köln und Drogenhilfe Köln 280 Plätze Suchthilfezentrum Köln-Mülheim Drogenhilfe Köln 130 Plätze Suchthilfezentrum Köln-Mitte Drogenhilfe Köln 130 Plätze "MEREAM" Substitutionsambulanz SKM 120 Plätze Köln-Innenstadt Lungengasse 13-17 Köln-Mülheim Bergisch Gladbacher Straße 71 Köln-Innenstadt Auf dem Hunnenrücken 7 Köln-Innenstadt Große Telegraphenstraße 31 Stadt Köln – Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 2.3 Betreute Wohnprojekte Angebote Standort Finanzierung Haus Schmalbeinstraße SKM 30 Plätze für Männer und Frauen mit Anschlussmöglichkeit 7 Plätze in 2 Wohngruppen Köln-Innenstadt Schmalbeinstraße 32 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren § 67 SGB XII Landschaftsverband Rheinland / LVR § 53 SGB XII Wohntraining Nippes Drogenhilfe Köln 10 Plätze für Männer Köln-Nippes Cranachstraße 9 Stadt Köln - Amt für Soziales, Arbeit und Senioren § 67 SGB XII Drogenhilfekonzept 2020 61 Wohntraining Deutz Drogenhilfe Köln 11 Plätze für Männer Köln-Deutz Siegburger Straße 114 Landschaftsverband Rheinland § 53 SGB XII Corneliushaus SkF 8 Plätze (4 Frauen + 4 Kinder) Köln-Innenstadt Gereonstraße 13 Stationäre Förderung zur Erziehung in der Familie nach §19 SGB VIII 2.4 Tagesstrukturierende Angebote Angebot Standort Finanzierung Zweiradwerkstatt 180° Aidshilfe Köln und IB GmbH West Arbeitsprojekt: 15 Plätze für akut Drogengebrauchende Köln-Kalk Odenwaldstraße 90 Jobcenter Köln Stadt Köln Kölner Feger SKM 15 Plätze für Substituierte mit ALG II Bezug Köln-Innenstadt Komödienstraße 6 -8 Jobcenter Köln Stadt Köln Arbeits- und Beschäftigungs- möglichkeiten für Drogengebrauchende Vision e.V. 7 Plätze Köln-Kalk Neuerburgstraße 25 Jobcenter Köln Brücke zur Arbeit Alexianer GmbH 40 Plätze Köln-Porz Kölner Straße 64 Jobcenter Köln Alexianer Köln Drogenhilfekonzept 2020 62 2.5 Externe JVA – Suchtberatung Angebote Standort Finanzierung Drogenhilfe Köln JVA Köln Suchthilfezentrum Köln-Mitte kommunalisierte Landesmittel vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Ministerium der Justiz SKM Köln JVA Köln Koordination: SKM am Hbf kommunalisierte Landesmittel vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Ministerium der Justiz 2.6 Aufsuchende Sozialarbeit Angebote Standort Finanzierung Drogenhilfe Köln Köln–Meschenich Köln – Chorweiler Stiftungen und Eigenmittel Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie „ClaroMobil“ SkF + SKM Aufsuchen drogenabhängiger SGB II Bezieher nach Hinweis des Jobcenters Jobcenter Köln 2.7 Qualifizierter Drogenentzug Angebote Standort Finanzierung LVR-Klinik Köln 15 Plätze Köln-Merheim Wilhelm-Griesinger-Straße 23 SGB V (GKV) Alexianer Krankenhaus Köln 15 Plätze Köln-Porz Kölner Straße 64 SGB V (GKV) Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach 42 Plätze Bergisch Gladbach Schlodderdicherweg 23a SGB V (GKV) Drogenhilfekonzept 2020 63 Angebote für Kinder und Jugendliche Standort Finanzierung Kinder- und Jugendpsychiatrie Holweide Grünes Haus 9 Plätze Köln-Mülheim Florentine-Eichler-Straße 1 SGB V (GKV) 2.8 Selbsthilfe Angebote Standorte Finanzierung Vision e.V. Köln-Kalk Neuerburgstraße 25 Stadt Köln - Gesundheitsamt NA – Narcotics Anonymus Verteilt im Stadtgebiet ShAlk – Selbsthilfegruppe homosexueller suchtkranker Menschen Köln Köln-Innenstadt Hülchrather Straße 4 Elternkreis drogengefährdeter und – abhängiger Jugendlicher Köln II Köln-Innenstadt Krefelder Straße 5 2.9 Maßregelvollzug Angebot Standort Finanzierung Kein Angebot im Kölner Drogenhilfesystem 3. Meilenstein 3.1 Medizinische Rehabilitation Angebote Standort Finanzierung Fachklinik Aggerblick Drogenhilfe Köln 24 Plätze stationäre medizinische Rehabilitation und ganztägig Ambulante Overath An der Ringmauer 26 DRV Drogenhilfekonzept 2020 64 Rehabilitation Fachklinik Tauwetter SKM 32 Plätze stationäre und ganztätig ambulante Rehabilitation Bornheim Siefenfeldchen 162 DRV Haus Lindscheid Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach 31 Plätze stationäre Rehabilitation Wermelskirchen-Dabringhausen Lindscheid 14 DRV Prowo – Projekt Wohngemeinschaft e.V. 14 Plätze stationäre Rehabilitation 4 Plätze ganztägig, ambulante Rehabilitation Kerpen Talweg 10 DRV Alexianer Krankenhaus Köln 18 Plätze ganztägig ambulante Rehabilitation bei Cannabis- oder Amphetaminabhängigkeit Köln-Porz Kölner Str. 64 DRV Drogenhilfe Köln 20 Plätze Ambulante Rehabilitation Sucht Köln-Innenstadt Krefelder Straße 3-5 DRV SKM ca. 30-35 Plätze Ambulante Rehabilitation Sucht Köln-Innenstadt Große Telegraphenstr. 31 DRV 3.2 Adaption Angebote Standort Finanzierung Therapiezentrum und Adaptionshaus Köln MEDIAN 12 Plätze Köln-Ehrenfeld Mathias-Brüggen-Straße 17 DRV Reha-Zentrum Lindenthal SKM 16 Plätze Köln-Lindenthal Franzstraße 8-10 DRV Drogenhilfekonzept 2020 65 Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach 10 Plätze Bergisch Gladbach Schlodderdicher Weg 23a DRV Fachklinik Aggerblick Drogenhilfe Köln 10 Plätze Overath An der Ringmauer 26 DRV Prowo – Projekt Wohngemeinschaft e.V. 10 Plätze (8 Plätze stationär und 2 Plätze ganztägig-ambulant) Köln-Mülheim Düsseldorfer Straße 217 DRV 3.3 Nachsorge Angebote Standort Finanzierung Drogenhilfe Köln Köln-Innenstadt Krefelder Straße 3-5 DRV SKM Köln-Innenstadt Große Telegraphenstr. 31 DRV Aidshilfe Köln Köln-Innenstadt Beethovenstraße 1 DRV 3.4 (Ambulant) Betreutes Wohnen Angebot Standort Finanzierung Über 50 Anbieter Verteilt im Stadtgebiet Siehe Webseite der PSAG Sucht Köln LVR
Beratungsverlauf
-
05.03.2020
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 4.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: geändert beschlossen -
10.03.2020
TOP 5.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: geändert beschlossen
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